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Silence

Bemerkenswertes Erlebnis gestern am Flughafen Edinburgh: Die Schweigeminute zu Ehren der Opfer des Manchester-Anschlags. Was ich nie geglaubt hätte, daß es funktioniert – um elf Uhr herrschte für eine Minute im gesamten Flughafen Stille.

Weil’s mir kürzlich wieder auffiel.
Händeschütteln ist nicht unbedingt etwas, an das Eltern denken, ihren Kindern beizubringen. Aber sie sollten. Oder alternativ sollte es etwas sein, auf das in Ausbildung oder Studium unter dem Stichwort „Soft skills“ eingegangen wird.
Händeschütteln lernt sich nicht von selbst. Ich habe noch klare Erinnerungen daran, wie es mir als Teenager beigebracht wurde. Ich bin froh, daß sich jemand die Zeit dafür nahm.
Kaum etwas wirkt tatsächlich unprofessioneller (von unangenehm ganz zu schweigen) als ein Händeschütteln, das keines ist. Ich habe es jetzt ein paarmal bei jüngeren Leuten (jünger als ich – mit zunehmendem Alter werden das immer mehr) erlebt und dachte: „Aha!“ Denn genauso machte ich es aus Unwissen, bis man mich eines besseren belehrte. Ungeachtet des Namens legt man nicht einfach seine Hand schlaff in die des Gegenübers und läßt sie schütteln, sondern beide Seiten geben einen kurzen, aber festen Händedruck. Bei Augenkontakt.

Lose Sitten

Kürzlich ein bißchen geforscht im hiesigen Kirchenbuchamt. Jedes Archiv ist anders, so auch dieses; auf meinen Hinweis, ich sei das erste Mal dort und ob man mir eine Einführung geben könne, bekam ich die kompletten Mikrofiche der gewünschten Kirchspiele in die Hand gedrückt mit der netten Auskunft, man werde der Kollegin Bescheid sagen, damit sie mir zeige, wie die Geräte funktionieren. Hm. Das brauchte ich ja nun nicht (Fiche-Leser sind eine Wohltat im Gegensatz zu Mikrofilm-Lesern!), und meine dankende Ablehnung irritierte vermutlich. Was soll ich sagen – von Berlin war ich eine weniger informelle Vorgehensweise gewöhnt. Ich mag kleine Archive. Auch in Uslar hatte man mich seinerzeit frei auf die Bestände losgelassen.

Die Verbindung zwischen den Heyersumer und den Hildesheimer Schnabels ließ sich leider nicht herausfinden. Die Kirchenbucheinträge werden auch weniger ergiebig, je weiter man zurückgeht. Immerhin konnte ich mehr über Johann Otto und Johann Jonas, die im Zuge meiner Recherchen schon aufgetaucht waren, herausfinden, und denjenigen, der irgendwann einmal maschinengeschriebene Register erstellt hatte, hätte ich küssen mögen. Ein witziger Fund war ein abgeschriebenes Kirchenbuch, also in verhältnismäßig neuerer Zeit hatte sich mal jemand hingesetzt und die in sehr altdeutscher und teilweise sehr unleserlicher Schreibschrift verfaßten frühen Kirchenbücher in etwas modernere und leserliche deutsche Schreibschrift übertragen. Mit vielen [Klammern] und Vermutungen, was die Namen betraf, denn der selige Herr Pfarrer hatte wirklich eine Klaue gehabt.

Aber nun zum Alltagsleben des 18. und frühen 19. Jahrhunderts.
Man hört landläufig, daß Mütter unehelicher Kinder damals Geächtete waren. Im Zuge meiner Familienforschung hatte ich so manchmal Gelegenheit, das anzuzweifeln, so eben auch jetzt wieder. Ein Kirchenbuch hatte eine extra Spalte „ehelich/unehelich“. Und es gab gar nicht mal so wenige uneheliche Kinder, die getauft wurden. Da frage ich mich doch: Wenn das so etabliert war, daß sogar der Aufbau eines Kirchenbuches dem Rechnung trug, galt es dann wirklich als Schande?
Vielleicht spielten aber auch die Begleitumstände eine Rolle bei der Behandlung der Mutter. Stand die Familie zu ihr oder waren sie und der Kindsvater ein akzeptiertes Paar (in einem Fall nannte die Frau sich öffentlich mit dem Namen ihres Lebensgefährten, obwohl sie nicht verheiratet waren), hatte die Dorfgemeinschaft wahrscheinlich weniger Probleme mit einer unehelichen Schwangerschaft.
Ein einziges Mal fand ich hingegen die betreffende Mutter als „Hure“ bezeichnet. Man lasse sich dabei nicht von modernen Anschauungen beeinflussen. Ja, es *kann* heißen, daß die Dame als Prostituierte tätig war, somit einfach ihre Berufsbezeichnung genannt wurde. Es kann aber auch auf die Wortbedeutung „huren“ zurückgehen, somit bedeuten, die Mutter „hurte herum“, schlief mit einem Mann, mit dem sie nicht verheiratet war, woraus dann das Kind resultierte. Und das kann eine Wertung sein oder auch nicht.

Da hatte ich nachsichtig gelächelt in Outlanders 1. Staffel, als Claire das F-Wort so frei in der Rede führte – was für eine Frau von 1945 extrem anachronistisch ist. Jamie wiederum hat keinerlei Ahnung, was sie meint.
Zu meiner nicht geringen Verblüffung fand ich eine Weile darauf das F-Wort in zeitgenössischen Quellen des 18. Jahrhunderts. Während es also in unseren Tagen erst relativ kürzlich wieder aufkam und zu Claires Zeit außer Gebrauch war, verwendete man es zu Jamies Zeit durchaus schon. Zugegeben, es waren Militärquellen, wir reden also von Soldatensprache, die bekanntlich etwas… krude war. Aber es sind verdrehte Verhältnisse. Claire sollte das Wort nicht kennen, Jamie hingegen schon; ob Jack als Soldat seiner Zeit mit Claires ausdrucksstarker Beschimpfung etwas anfangen kann oder nicht und somit anachronistisch ist oder nicht, erfahren wir leider nicht.

Geflucht wurde bei der zweiten Runde Outlander Cookbook wenig, immerhin haben Theresas Rezepte den Anspruch, idiotensicher zu sein. Es ist auch erstaunlich, wie wenig Schnickschnack gebraucht wird.
Okay, ich mit meiner Irgendwie-zusammengesammelt-Küchenausstattung schaute dann schon mal dumm aus der Wäsche, als eine flache 22x22cm-Auflaufform verlangt wurde (9-inch square baking pan), aber ich beschloß, daß es meine 27x19er auch tun würde.
Gleiches galt für die „8- or 9-inch pan“, also eine flache feuerfeste Schüssel von ~20 oder 22 cm, für die meine runde 19cm-Auflaufform auch gut genug war, wie ich mir sagte. Gebraucht für „Black Jack Randall’s Dark Chocolate Lavender Fudge“, s. obiges Bild.

Dieses Rezept hat eine bizarre Hintergrundgeschichte für mich. Ich wußte schon lange bevor ich je von Jack Randall hörte, daß Lavendel der Geruch des Bösen ist. Ich verabscheue Lavendelduft aus tiefster Seele. Entsprechend nickte ich in Outlanders „To Ransom a Man’s Soul“ nur wissend.
Aber: Fudge. Kannte ich immer nur aus Harry Potter und wollte es endlich mal ausprobieren. Also brauchte ich Lavendel. Den eßbaren Biolavendel. Im März sah’s damit noch extrem schlecht aus, Blütezeit ist ab Juni. Ich fand einen Anbieter, der zu Anfang April liefern konnte – na, immerhin. Vielleicht würde ich das Sträuchlein ja überzeugen können, etwas schneller zu blühen. Sicherheitshalber kaufte ich noch getrockneten – den gibt’s allerdings für Tee, ergo mit Blättern und Stengeln (aua!). Es wurde April, mein Hidcote zeigte keinerlei Anzeichen für Wachstum, geschweige denn Blüte. Und in den Supermärkten tauchten die ersten blühenden Duftlavendel aus Italien und Holland auf. Nicht zum Verzehr geeignet! Aber als Deko ja ganz nett, sagte ich mir und kaufte einen Pott. Dank Black Jacks Fudge bin ich als Lavendelhasserin nun also Eigentümerin zweier Lavendelbüschchen und einer Tüte Lavendeltee. Manchmal ist das alles seltsam.

Die Trockenmischung stellte mich beim Zubereiten vor ungeahnte Probleme. War beim Rezept frischer oder getrockneter gemeint? Theresa schreibt zu Kräutern, bei getrockneten solle man etwa die halbe Menge der frischen nehmen. Ich entschloß mich also für einen 3/4 EL als Mittelmaß, was sich als ausreichend für einen intensiven Lavendelgeschmack erwies! (Urgh.) Nicht vergessen, die Blüten vom Rest der Pflanze zu trennen.
Fudge stellte sich im fertigen Zustand als sehr klebrige Masse heraus, und ich verfluchte meine Entscheidung für eine runde Schüssel mit Worten des 18. und 21. Jahrhunderts. Das Heraushebeln erfordert nämlich Kraft, Strategie und ein stabiles Hebewerkzeug. Aber das fertige Produkt ist ebenso superdekadent.

Mr. Willoughby’s Coral Knob

Daß das Rezept 240 ml Mayonnaise verlangte, war für mich der ausschlaggebende Grund, es um die Hälfte zu reduzieren.
Monterey Jack, kann ich gleich vorab jedem Interessierten sagen, gibt es hierzulande nicht, und die Suche nach weißem Kuhmilchkäse führte bestenfalls zu nachgemachtem Feta. Nun hätte ich keinerlei Probleme, mit Ziegen- oder Schafskäse zu substituieren, aber nicht jeder ist ein Fan deren Eigengeschmacks. So nahm ich den hellgelbsten Kuhmilchkäse, der sich finden ließ.
Ich bin etwas skeptisch, was dieses Rezept angeht, die Konsistenz war nicht so ganz richtig. Vielleicht mehr Mayonnaise beim nächsten Mal…
Serviert habe ich’s nicht nach Vorschrift, denn a) ist der Käse in einer Schüssel schon gut aufgehoben, und b) erinnert mich das eigentliche Arrangement weniger an Korallenschmuck als an… nun ja.

The MacKenzies‘ Millionaire’s Shortbread

Warnung: Man braucht mehrere Stunden für dieses Rezept, weil die Karamellmasse komplett abkühlen muß – und wer schon einmal Karamell gemacht hat, weiß, wie heiß das Zeug wird!

Ein weiteres sehr, sehr dekadentes Süßkram.

Die Schokoladenmenge haute leider nicht ganz so hin wie gedacht. Die 27x19er Form statt 22×22, hm? Wie an der leicht brüchigen Oberfläche zu erkennen. Aber: Hjam! Schmeckt ähnlich wie Twix, nur üppiger. Vorsicht beim Schneiden und Servieren: Das Karamell hat die Eigenschaft, davonzulaufen.

Honey-Buttermilk Oat Bread at Madame Jeanne’s

Toll, aber wem’s bei den Zutaten noch nicht auffallen sollte: Es ergibt eine Riesenmenge.
Beim Kneten, das ich grundsätzlich per Hand mache, weil man nur so ein wirkliches Gefühl für die Teigkonsistenz bekommt, ergänzte ich mehrmals Flüssigkeit, denn die Masse bröckelte sehr.
Statt zu zwei Broten (wer hat schon zwei Brotformen zu Hause?) verarbeitete ich die andere Hälfte zu Brötchen.
Übrigens auch ein Rezept, das mehrere Stunden in Anspruch nimmt. Man beachte die Geh- und Abkühlzeiten.

Broccoli Salad (nur im Buch zu finden)

Knackiger bunter Salat mit vielen verschiedenen Geschmacksnoten. Als Vegetarierin verzichtete ich nicht auf den Schinken, sondern ersetzte ihn durch die Sojavariante, bzw. verschiedene Varianten. Auch diese lassen sich im Ofen knusprig machen.
Ich nahm die Hälfte der Zutaten, was, wie man sieht, immer noch mehr als ausreichend für fünf Personen ist!

Diese Aussage der VisitScotland-Seite zur Ahnenforschung kann ich aus eigener Erfahrung bestätigen; leider – soweit mir bekannt – stifteten allerdings keine Schotten ihre DNA für meine Linie. Manchmal hingegen führt die Suche allerdings auch zu sehr… gewöhnlichen Zielen. Ich konnte nun diverse Lücken im Stammbaum schließen. Hundertprozentig sicher ist es noch nicht, aber vermutlich ist Johann Otto, Stadtsoldat, aus dem Rennen. Es wird da eine Verbindung bestehen – ich meine, wie wahrscheinlich ist es, daß er im Nachbardorf heiratet und nicht irgendwie verwandt ist? Aber vermutlich keine direkte Linie. Die Spur führt derzeit eher zu Christian Schnabel, 1740-1806, Großköther (=Größerbauer) in Heyersum, wenn ich einen Nachweis über die Vaterschaft seines Sohnes Ernst Christian von Johann Heinrich finden kann, der definitv mein Vorfahre war.

Genauso interessierten mich bei der Recherche allerdings die Brüder Carl und Christoph Schnabel, über die ich schon schrieb. Carl wurde zugunsten seines jüngeren Bruders enterbt, weil er zweimal Mädchen ohne Mitgift heiratete, was für Pachtbauern wie seine Familie eine Katastrophe war. (Ich persönlich halte ihn für verhältnismäßig anständig, immerhin waren beide Male die entsprechenden Bräute von ihm schwanger.) Das Bistum als Landbesitzer gab seinen Segen, man wollte ja schließlich Einnahmen sehen. Diese Geschichte faszinierte mich, und ich wollte schon lange mal ermitteln, wie’s weiterging.
Christoph heiratete „besser“ und bemühte sich, als Jungbauer den Hof durchzubringen. Ein Stück Zeitgeschichte: Wie schon bei seinem Vater stellte sich pünktlich alle zwei Jahre ein neues Kind ein. Das beste, was seiner Frau wahrscheinlich passieren konnte, war sein relativ früher Tod mit 48 Jahren. In dieser Zeit hatte seine Frau mindestens zehn Schwangerschaften durchgemacht. Meine Güte! Viele der Kinder überlebten das Säuglings- und Kleinkindalter nicht; ich finde nur drei ohne einen Sterbeeintrag.

Der mißratene Bruder Carl nun wirtschaftete besser, wie’s scheint. Nur drei Kinder mit zwei Ehefrauen (zwei überlebende, laut Aktenlage), und schließlich wurde sein Berufsstand statt mit „Tagelöhner“ mit „Brinksitzer“ angegeben. Er war also zu einem Hof gekommen. Und anscheinend hatten sich die beiden Brüder ausgesöhnt, denn Carl stand Taufpate für einen von Christophs Söhnen.
Carl war übrigens mein direkter Vorfahre.

Spannend ist es definitiv, den Einfluß neuer Technologien auf die Gesellschaft zu beobachten. Nach Anbindung Heyersums an die große weite Welt dank des nahen Bahnhofes Nordstemmen explodieren die Kirchenbücher förmlich mit neuen Nachnamen. Ich habe das erst einmal in der Form so beobachtet, und das war in den 1960ern, als plötzlich ganz neue Vornamen auftauchten und die über Jahrhunderte tradierten ablösten.

Landleben

Ein Foto, das ich kürzlich wiederfand (draufklicken zum Vergrößern):

Die Überlieferung besagte, es sei ein Erntefoto, aber wenn mich meine Recherche nicht gänzlich täuscht, ist die Gerätschaft ein Pflug – das Ding rechts, wohlgemerkt, der Antrieb ist das andere Monster links im Bild. Sie waren, wohl um auf das Foto zu passen, auseinandergekoppelt worden, wie die hängenden Ketten links beweisen. Also: Pflügen vermutlich mit anschließender Aussaat in Selsingen, Bremervörde, Anfang der 1920er. Circa-datiert werden konnte das Bild, weil meine Großmutter (Baujahr 1917) darauf zu sehen ist: Das kleine Mädchen, das rechts am Rand hockt.

Claire… backt?

Und wie ich soeben entdeckte: Der Teaser für Outlanders 3. Staffel ist online:

Yes! Ich habe die ganze Zeit gesagt, sie können Culloden nicht einfach so weglassen. Tada!
Ich nehme noch Wetten an, ob sie Jack einbauen oder nicht. Nein wäre äußerst innovativ, was ich begrüße, aber andererseits kann man als Geschichtenerzähler einen solch zentralen Charakter nicht einfach verschwinden lassen. Ja bedeutet die Frage, wer ihn umlegt. Klassischer Weg: Jamie, was alles in allem natürlich die Ideallösung wäre. Andererseits würde ich als Fan eher unüblicher Lösungen auch Murtagh beglückwünschen (der Jack vermutlich noch mehr haßt als Jamie – ich liebe seine Szenen in „The Hail Mary“!) oder, mal ganz unerwartet, Rupert.

(Und oh, oh, entdecke ich da auf 0:28 eine Spiegelszene?)

Erheblich ärgerlicher ist, daß es erst im September losgeht. Das heißt, ich als internetloser Mensch komme schätzungsweise erst Ende 2018 in den Genuß der DVDs.

Claire kocht, Teil 1

Eine etwas losere Fortsetzung der beliebten Artikelserie „Karola kocht“ (Der heruntergekommene Lucull).

Auf der Suche nach neuen Rezepten, die ich an meiner Rollenspielgruppe ausprobieren servieren könnte, mußte ich nicht weit schauen, denn es gibt das Outlander Kitchen Cookbook, basierend auf der OK-Website. Die Geschichte dahinter ist sehr nett, wer sich belesen möchte. Und wen die Rezepte reizen, die englische Sprache aber abschreckt: Angeblich soll dieses Jahr eine deutsche Übersetzung erscheinen.
Beim Stöbern auf der Website jedoch fand ich ein Gericht, das ich gleich erst einmal zu Ostern testen wollte: Vegetarian Rolls with Pigeon & Truffles.

(Jetzt endlich bessere Aufnahmen dank besserer Kamera!)

Der Name ist etwas irritierend (ähnlich wie die vegetarische Ente im China-Restaurant um die Ecke – ich weiß bis heute nicht, was sich dahinter verbirgt), erklärt sich aber aus der Entstehungsgeschichte des Rezepts. Die Tauben-Trüffel-Rollen waren Theresas erstes Outlander-Rezept, und nun gibt’s diesen Klassiker eben in einer vegetarischen Variante. Ohne Tauben und auch ohne Trüffel.

Shiitake gab’s weder bei Denn’s noch bei Netto noch bei Edeka noch bei Rewe, weshalb ich schließlich Austernpilze substituierte. Auch frischer Thymian war nicht zu bekommen, so daß der getrocknete her mußte, und Panko war definitiv zu speziell für meine Supermärkte, aber meine „Paniermehl“sammlung (Krümel von Zwiebacken, Knäckebrot etc.) tat’s auch problemlos. Außerdem war ich faul und griff auf fertigen Blätterteig zurück, was wunderbar funktioniert – allerdings sollte die Füllmasse dann auch recht exakt halbiert werden, um eine ausreichende Menge Teig für beide „Würste“ zu haben. (Ich spreche aus Erfahrung.)
Die Füllmasse allein roch beim Zubereiten schon so köstlich (und sah erstaunlicherweise appetitlich aus), daß ich das fertige Produkt kaum abwarten konnte. Und es war tatsächlich lecker! Die Viertelstunde abkühlen sollte sich von selbst erklären und beachtet werden, denn die Rollen sind innen wirklich heiß!
Gut dazu paßt übrigens Kräuterquark.

Ein Wort zum…

Als Christus zur Erde kam, um die Gottesbotschaft der Wahrheit zu verkünden, mußte er sich deshalb auch eines grobstofflichen Körpers bedienen, also des Fleisches. Darin müßte schließlich schon jeder denkende Mensch die Unabänderlichkeit der Naturgesetze erkennen, wie auch in dem durch die Kreuzigung erfolgten körperlichen Tode.
Dieses grobstoffliche Fleisch aber konnte nach diesem Tode auch keine Ausnahme bilden, sondern mußte in der grobstofflichen Welt verbleiben! Es konnte
nicht auferstehen, um in eine andere Welt einzugehen! Die feststehenden göttlichen oder natürlichen Gesetze lassen das durch ihre aus dem göttlichen Willen hervorgegangene Vollkommenheit nicht zu. […]
Ein Auferstehen zu einer anderen Welt im Fleische ist vollkommen ausgeschlossen, für die Menschen, wie auch damals für Christus!
Der irdische Leib des Erlösers ging denselben Weg, den jeder andere grobstoffliche Leib zu gehen hat, nach den Naturgesetzen des Schöpfers.
Jesus von Nazareth, der Gottessohn, ist demnach nicht fleischlich auferstanden!
Es wird nun trotz aller Logik und der gerade darin enthaltenen viel größeren Gottesverehrung noch viele geben, die in der Blindheit und Trägheit ihres falschen Glaubens so einfachen Wegen der Wahrheit nicht folgen wollen. So manche wohl auch, die aus eigener Einengung nicht folgen können. Andere wieder, die mit voller Absicht wütend dagegen zu kämpfen versuchen, aus der begründeten Angst heraus, daß damit ihr mühsam errichtetes Gebäude bequemen Glaubens zusammenbrechen muß.
Es kann ihnen nichts nützen, wenn sie sich als Grundlage nur auf die wörtlichen Überlieferungen stützen; denn auch die Jünger waren Menschen. Es ist ja nur rein menschlich, wenn die damals durch alles furchtbare Geschehen stark erregten Jünger bei der Erinnerung in ihre Schilderungen manche eigenen Gedanken mit verwoben, die durch das vorangegangene Erschauen ihnen selbst noch unerklärlicher Wunder so manches anders wiedergaben, als es in Wirklichkeit gewesen war. […]
Auch wenn ihnen die stärkste geistige Inspiration helfend zur Seite stand, so greifen trotzdem bei der Wiedergabe vorgefaßte eigene Meinungen sehr stark mit ein und trüben oft das bestgewollte und klarste Bild.
Jesus selbst hat aber keine Niederschriften vorgenommen, auf die allein man unbedingt sich streitbar stützen könnte.
Er würde nie etwas gesagt oder geschrieben haben, das sich mit den Gesetzen seines Vaters, den göttlichen Naturgesetzen oder dem schöpferischen Willen, nicht voll und ganz in Einklang stellte. Sagte er doch selbst ausdrücklich:
“Ich bin gekommen, die Gesetze Gottes zu erfüllen!“
Die Gesetze Gottes aber liegen klar in der Natur, die sich allerdings weiter erstreckt als nur auf die Grobstofflichkeit, aber doch auch in der feinstofflichen wie in der wesenhaften und geistigen Welt überall „natürlich“ bleibt. […]
Außerdem aber kann jeder Mensch darüber auch Anhaltspunkte in der Bibel finden; denn Jesus erschien vielen. Was aber geschah? Maria erkannte ihn dabei zuerst nicht, Magdalena erkannte ihn nicht sogleich, die zwei Jünger auf dem Wege nach Emmaus erkannten ihn stundenlang nicht, trotzdem er mit ihnen ging und mit ihnen sprach… Was ist daraus zu folgern?
Daß es ein anderer Körper sein mußte, den sie sahen, sonst hätten sie ihn alle sofort erkannt!

(Abd-ru-shin: Im Lichte der Wahrheit – Gralsbotschaft, Vortrag „Auferstehung des irdischen Körpers Christi“)

Ein Wort zum…

Bei Christi Tod zerriß im Tempel der Vorhang, der das Allerheiligste von der Menschheit abschloß. Dieser Vorgang wird als Symbol dafür angenommen, daß mit dem Opfertod des Heilandes im gleichen Augenblick die Trennung zwischen der Menschheit und der Gottheit aufhörte, also eine unmittelbare Verbindung geschaffen wurde.
Die Deutung ist aber
falsch. Mit der Kreuzigung lehnten die Menschen den Gottessohn als den erwarteten Messias ab, wodurch die Trennung größer wurde! Der Vorhang zerriß, weil das Allerheiligste daraufhin nicht mehr notwendig war. Es wurde den Blicken und unreinen Strömungen geöffnet, da, symbolisch ausgedrückt, das Göttliche nach dieser Tat seinen Fuß nicht mehr auf die Erde setzte, womit das Allerheiligste überflüssig wurde.
Also gerade das Gegenteil der bisherigen Deutungen, in denen sich wiederum wie so oft nur eine große Überhebung des Menschengeistes zeigt.
Der Tod am Kreuze war auch nicht ein
notwendiges Opfer, sondern ein Mord, ein regelrechtes Verbrechen. Jede andere Erklärung ist eine Umschreibung, die entweder als Entschuldigung gelten soll oder aus Unwissenheit heraus erstand. Christus kam durchaus nicht auf die Erde in der Absicht, sich kreuzigen zu lassen. Darin ruht auch die Erlösung nicht! Sondern Christus wurde gekreuzigt als lästiger Wahrheitsbringer um seiner Lehre willen.
Nicht sein Kreuzestod konnte und sollte die Erlösung bringen, sondern
die Wahrheit, die er der Menschheit in seinen Worten gab!
Die Wahrheit war aber den damaligen Religionsführern unbequem, ein Ärgernis, weil sie ihren Einfluß stark erschütterte. […] Die damaligen Führer stützten sich wie auch die heutigen zwar auf alte, gute Überlieferungen, aber diese waren durch Ausübende und Erklärende zu nur starrer, leerer Form geworden, ohne noch in sich lebendig zu sein. […]
Der aber dieses notwendige Leben in das bestehende Wort bringen wollte, brachte damit selbstverständlich einen
Umsturz in der Ausübung und Erklärung, nicht in dem Worte selbst. Er befreite das Volk von der niederzwingenden Starrheit und Hohlheit, erlöste es davon, und das war denen ganz natürlich ein großes Ärgernis, die bald erkennen konnten, wie energisch damit in die Zügel ihrer falschen Führung eingegriffen wurde.
Deshalb mußte der Wahrheitsbringer und Befreier von der Last der irrtümlichen Auslegungen verdächtigt und verfolgt werden. Als es trotz aller Mühe nicht gelang, ihn lächerlich zu machen, suchte man ihn als unglaubwürdig hinzustellen. Die „irdische Vergangenheit“ als Zimmermannssohn mußte dazu dienen, ihn als „ungelehrt und deshalb minderwertig für ein Aufklären“ zu stempeln! Als einen „Laien“. […]
Auf seine Aufklärungen selbst ging vorsichtigerweise niemand von den Gegnern ein, da sie ganz richtig fühlten, daß sie bei rein
sachlicher Entgegnung unterliegen mußten. So blieben sie bei der böswilligen Verleumdung durch ihre käuflichen Organe, bis sie sich zuletzt nicht scheuten, bei einem für sie günstigen Augenblick ihn öffentlich und fälschlich anzuklagen und ans Kreuz zu bringen, um mit ihm die Gefahr für ihre Macht und ihr Ansehen zu bannen.
Dieser gewaltsame, damals durch die Römer übliche Tod war nicht als solcher die Erlösung und brachte sie auch nicht.
Er löste keine Schuld der Menschheit, befreite sie von nichts, sondern er belastete die Menschheit als ein Mord im niedrigsten Sinne nur noch mehr!
Wenn sich nun bis heute hier und da ein Kult daraus entwickelt hat, in diesem Morde eine notwendige Hauptsache des Erlösungswerkes des Gottessohnes zu sehen, so wird der Mensch damit gerade von dem Wertvollsten abgezogen, das die Erlösung einzig und allein zu bringen vermag. Es lenkt ihn ab von der
eigentlichen Mission des Heilandes, von dem, was sein Kommen aus dem Göttlichen zur Erde notwendig machte.
Das war aber nicht, um den Tod am Kreuze zu erleiden,
sondern um in den Wust der den Menschengeist herabzerrenden dogmatischen Starrheit und Hohlheit hinein die Wahrheit zu verkünden! Die Dinge zwischen Gott, der Schöpfung und den Menschen so zu schildern, wie sie wirklich sind. […]
Nur in dem Bringen dieser Wahrheit und der damit verbundenen Befreiung von Irrtümern
ruht die Erlösung einzig und allein! […]
Es ist ein großer Fehler, wenn die Menschen glauben, durch den Kreuzestod sei die Vergebung ihrer Sünden gewährleistet. Dieser Gedanke zieht den furchtbaren Schaden nach sich, daß alle die, so daran glauben, dadurch von dem wahren Wege zur Erlösung
zurückgehalten werden, der einzig und allein darin liegt, nach dem Worte des Heilandes zu leben, nach den Erläuterungen, die er als Wissender und alles Überschauender gab. Und diese Erläuterungen zeigen in praktischen Bildern die notwendige Einhaltung und Beachtung des in den Schöpfungsgesetzen liegenden göttlichen Willens, sowie deren Auswirkungen bei Einhaltung und bei Nichteinhaltung.
Sein Erlöserwerk lag in dem Bringen dieser Aufklärung, welche die Mängel und die Schäden der Religionsausübung zeigen mußte, weil sie die Wahrheit in sich trug, damit sie Licht gab in die steigende Verdunkelung des Menschengeistes.

(Abd-ru-shin: Im Lichte der Wahrheit – Gralsbotschaft, Vortrag „Der Kreuzestod des Gottessohnes und das Abendmahl“)