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Archive for the ‘Umwelt’ Category

Am 18. April erschien Eva Hermans neues Buch Blutgericht Europa. Da ich’s mir fürs Kindle vorbestellt hatte, konnte ich gleich morgens im Zug loslesen – schon eine dolle Sache! Ich saß dann abends über einer Rezension, die mich einiges Nachdenken kostete. Was es zu diesem Buch zu sagen gibt, ist einfach zu viel, um es in eine Besprechung zu packen. Wissend, daß es vor allem die Herman-Fans (und vermutlich die Autorin selbst – ich linse ja auch immer mal wieder nach neuen Rezensionen meiner Bücher) sein würden, die draufschauten, entschied ich mich für die abgespeckte Variante, die allerdings schon recht lang wurde, um gleich zum Kern der Sache zu kommen.
Morgens erwartete ich fast schon wütende Kommentare, aber nein – es gab immerhin drei „Personen, die diese Rezension hilfreich fanden“. Hilfreich glaube ich dann doch nicht; inzwischen gilt dieser Button ja eher als „Like“. Aber wie gesagt: Dafür, daß ich den Text erst um 23 Uhr abschickte und um neun Uhr morgens nachsah, ist die Reaktion ganz gut. (Zum Zeitpunkt des Schreibens. Kann inzwischen ja längst ganz anders aussehen.) Ulkig hingegen: Mehrere von Hermans früheren Büchern haben bis heute keine Bewertung. Sobald ich eine Drei-Sterne-Rezension veröffentliche, kommt prompt innerhalb von zehn Stunden eine andere nach, die den Schnitt nach oben zieht. Menschen. 🙂

Wie es mir nun immer so geht, kamen im Nachhinein noch einige Einfälle, was ich außerdem hätte schreiben können. Der Geist des Treppenhauses. Aber wozu hat man ein Blog? Im folgenden also der etwas veränderte Text der Rezension plus Zusatzgedanken.

Eva Herman befaßt sich in Blutgericht Europa mit nichts Geringerem als dem Völkerschicksal Deutschlands und dem Untergang des Abendlandes. Gerade letzterer ist ein Standardthema der Wissensmanufaktur – „Wird allmählich Zeit. Andreas Popp kündigt ihn seit fast zehn Jahren an“, um einen Facebook-Kommentator zu paraphrasieren. Da will ich mal einen Schritt weitergehen und erwähnen, daß die Kreuzträger ihn bereits zu Lebzeiten Abd-ru-shins jeden Tag erwarteten, und das ist immerhin über siebzig Jahre her. Ich bin also extrem vorsichtig mit solchen Vorhersagen; das kann ganz entspannt noch weitere siebzig Jahre so weitergehen.
Über Völkerkarma nun kann man sehr lange diskutieren. Gerade das deutsche hat natürlich viel auf dem Buckel, und mehr, als man gemeinhin glaubt. Ich zitiere mal einen längeren Text aus Abd-ru-shin und die Botschaft aus dem Gral.

Am 6. Dezembers 1941, nachmittags, schied Abd-ru-shin (Oskar Ernst Bernhardt) von dieser Erde. Siegfried Hagl beschreibt die welthistorische Situation dieses Zeitpunktes.

Europa Anfang Dezember 1941: Der Zweite Weltkrieg hat in der Form des „europäischen Krieges“ einen ersten Höhepunkt erreicht. Zwei Jahre lang waren deutsche Truppen von Sieg zu Sieg geeilt. Sie hatten das neue Schlagwort „Blitzkrieg“ nicht nur in die deutsche, sondern sogar in die englische Sprache eingebracht, und ihr Angriffsgeist und ihre Schlagkraft schienen nie zu erlahmen; die deutschen Armeen hatten sich bisher in allen Fällen als unüberwindlich erwiesen.

Ein Blick auf die Landkarte mußte das belegen:

Deutsche Soldaten hatten ab September 1939 zuerst Polen überrannt, dann Dänemark, Norwegen, Holland, Belgien und Frankreich erobert und England gefährlich bedroht. 1941 folgten Eroberungen von Jugoslawien, Griechenland sowie Kreta, und schließlich der Angriff auf Rußland. In den ersten Dezembertagen des Jahres 1941 stehen die deutschen Truppen am Nordkap wie in der Biskaya. Das Afrikakorps belagert Tobruk. An der Ostfront ist die alte russische Hauptstadt Kiew längst erobert, Leningrad eingekesselt und Moskau in Sichtweite; der russische Widerstand gilt nach offiziellen Meldungen seit Anfang Oktober als gebrochen und damit der Krieg im Osten als entschieden. In Deutschland glaubt man den Bolschewismus erledigt und will mit Hilfe der Rohstoffquellen der eroberten Teile der westlichen Sowjetunion den noch verbleibenden Kriegsgegner – England – in Kürze niederringen.

So die Beurteilung der militärischen Lage, nicht nur aus der Sicht der nationalsozialistischen Propaganda. Selbst maßgebliche militärische Stellen westlicher Staaten sehen die Situation nicht viel anders, und sogar der zähe Winston Churchill weiß, daß es schwierig sein wird, die Deutschen in Nordafrika aufzuhalten, den Suezkanal zu sichern und die nach einem siegreich beendeten Rußlandfeldzug zu erwartende Invasion gegen England abzuwehren.

Fast alle unterschätzen die Probleme der deutschen Armee. Tatsächlich sind die Kräfte der deutschen Kampfverbände aufs äußerste angespannt. Das zu kontrollierende Gebiet ist viel zu groß, die Truppen sind zersplittert und die Nachschubwege zu den weit auseinandergezogenen Fronten zu lang. Überdies gefährden im Mittelmeer englische Luft- und Seestreitkräfte die Nachschublinien, die im Osten unter schlechten Straßen, Eisenbahnen mit Breitspur, extremer Witterung und Partisanentätigkeit leiden. Solche Gefahren beachten allerdings auf deutscher Seite nur wenige „Schwarzseher“. Die Mehrzahl – auch der gut informierten Verantwortlichen – läßt sich von den nicht abreißenden Erfolgsserien blenden und glaubt den Sieg schon in der Hand zu halten.

In der Euphorie der ersten Kriegsjahre wurde leider oft auch vergessen oder verdrängt, daß es sich um einen von Hitler leichtfertig und mutwillig begonnenen Krieg handelte. Hitler wollte – wie schon in „Mein Kampf“ angekündigt – „Raum für die deutschen Bauern“ im Osten schaffen, und zwar ohne Rücksicht auf die dort lebenden Menschen. Diese wurden als „minderwertig“ abqualifiziert, damit man sie zurückdrängen oder – wie im Falle der Juden – gar ausrotten konnte. Ein rücksichtsloser Raubkrieg also, gegen alle Menschlichkeit, ohne Rücksicht auf moralische Kategorien und in Verkennung der jedem Historiker geläufigen Tatsache, daß noch jeder Eroberer gescheitert ist, der die Lebensrechte der Besiegten mißachtete.

Doch wie schon gesagt: Anfang Dezember 1941 schien die deutsche Siegesserie noch zu rollen, die Eroberungen waren überwältigend, und die deutschen Truppen galten als unbesiegbar. Dann aber änderte sich die Lage blitzartig, fast innerhalb von Stunden:

Nordafrika: An diesem Nebenkriegsschauplatz sind die Kräfte des deutschen Afrikakorps erschöpft, der Nachschub reicht nicht aus, und am 6. Dezember 1941 muß sich der Kommandeur der Panzertruppen, Manfred Rommel, zu einem Rückzug entschließen, der am 7. Dezember beginnt. Bis Ende 1941 ist die Cyrenaika mit dem wichtigen Hafen Benghasi wieder in britischer Hand; die Deutschen haben sich auf die Marsa-Brega-Stellung, westlich von El Agheila an der Großen Syrte, zurückgezogen. Wenn auch Geländegewinne im Wüstenkrieg nicht allzuviel besagen, so ist doch ein moralischer Erfolg für die Briten errungen.

Atlantik: Die „Schlacht im Atlantik“, in dem deutsche U-Boote die Versorgung Englands unterbinden sollen, tobt weiter. Zwar können die Verluste an U-Booten mit Neubauten deutscher Werften noch ausgeglichen werden, aber die Kräfte sind zersplittert durch Verlegung von U-Booten ins Mittelmeer und die Aufblähung der Operationsräume; im Dezember wird nur noch ein Drittel von dem Schiffsraum vernichtet, der im Mai 1941 versenkt werden konnte.

Ostfront: Hier bahnt sich die dramatische Wende an: Glaubte man im Oktober und November die Rote Armee bereits in Auflösung, so rennen sich nun die deutschen Angriffsspitzen vor Moskau im eisigen russischen Winter fest. Und: ein unerwarteter russischer Gegenangriff steht bevor!

Nachdem, neben anderen Hinweisen, Stalin durch einen Spion – dem berüchtigten deutschen Doppelagenten Sorge (1) – die Gewißheit erhielt, daß ein japanischer Entlastungsangriff auf Rußland im fernen Osten nicht zu befürchten ist, können sibirische Truppen an die deutsche Front verlegt werden. Am 6. Dezember 1941 startet die russische Gegenoffensive. Kältegewohnte Elite-Truppen mit Winterausrüstung stehen dem deutschen Landser in seiner Sommer-Montur gegenüber. Die deutsche Front droht einzustürzen, und der Nimbus von der Unbesiegbarkeit des deutschen Soldaten ist gebrochen.

Wer nach der Stunde fragt, die den Untergang des Dritten Reiches einläutete, kann sie an diesem Tage finden: Denn als am 6. Dezember 1941 die rotglühende Sonne hinter dem Horizont der russischen Steppe unterzutauchen begann, wußte man im deutschen Generalstab, daß der Rußlandfeldzug nicht zu gewinnen war. […]

Am Sonntag, den 7. Dezember 1941 um 7.30 Uhr Ortszeit greifen japanische Flugzeuge den amerikanischen Flottenstützpunkt Pearl Harbour auf Hawaii an. Damit führt Japan Krieg gegen die USA. Eine Entlastung für Deutschland? Besser wäre der von deutscher Seite gewünschte japanische Angriff auf Rußland. Doch werden die USA wenigstens von Europa abgelenkt. Bisher hatten die Vereinigten Staaten nämlich England offener unterstützt und sich deutlicher gegen Deutschland ausgesprochen, als das für ein neutrales Land üblich ist. Nun aber fällt Hitler eine seiner unverständlichsten und törichtesten Entscheidungen: Er erklärt am 11. Dezember 1941 den USA den Krieg!

Nichts zwingt ihn dazu. Der Dreierpakt Deutschland-Italien-Japan verpflichtet diese Achsenmächte nur zur Hilfeleistung, wenn einer der Vertragspartner angegriffen wird, nicht, wenn er selbst angreift. Trotzdem sagt Hitler schon am 5. Dezember – die japanische Angriffsflotte ist bereits in Richtung Hawaii unterwegs – seine Hilfe im Kriegsfalle dem japanischen Botschafter zu. Was ihn zu dieser entsetzlichen Dummheit treibt, ist bis heute ein Rätsel geblieben; neben seiner Fehleinschätzung der USA sind nur irrationale Beweggründe vermutbar. Denn Deutschland kann die Vereinigten Staaten nicht angreifen, hat keine Chance, den USA ernsthaften Schaden zuzufügen. Die amerikanischen Waffenlieferungen an Rußland und England machen sich dagegen bald bemerkbar, und zuletzt werden amerikanische Truppen wesentlich zum Sieg der Alliierten beitragen.

Während also die deutschen Armeen im Osten mit letzter Kraft ein totales Debakel abzuwenden suchen, erklärt Hitler der stärksten Wirtschaftsmacht der Erde den Krieg. Er handelt so, als wolle er die sich anbahnende Niederlage zu einer unabwendbaren Katastrophe ausweiten, um mit seiner Partei und dem deutschen Volk, den Nibelungen gleich, im brennenden Europa unterzugehen.

Fünf Tage im Dezember 1941: Nur selten sind in der Weltgeschichte in so kurzer Zeit so schwerwiegende Entscheidungen gefallen wie in den 5 Tagen vom 6. bis zum 11. Dezember 1941.

– Der europäische Krieg war zum Weltkrieg geworden.
– Das Schicksal hatte gegen Deutschland entschieden.
– Japan löste einen Konflikt aus, den es verlieren mußte.

Der Traum vom deutschen Lebensraum im Osten war ausgeträumt, und Japan riskierte in seinem Großmachtstreben entschieden zu viel. Der unausbleibliche Rückschlag mußte für beide Nationen katastrophal werden.

So änderten nur 5 Tage im Dezember 1941 das Schicksal der Welt: Die nationalsozialistische Gewaltherrschaft war an die Grenzen ihrer Möglichkeiten gestoßen und mußte von nun an unaufhaltsam zurückweichen, bis zum bitteren Ende. Der unabwendbare Niedergang des Nationalsozialismus war begleitet von schlimmsten Greueln, die den Namen „Deutschland“ und das Deutschtum bis heute entehren.

Wie zuvor das auserwählte jüdische Volk hatte auch das auserwählte deutsche Volk auf ganzer Linie versagt, war dem falschen Heilsbringer nachgelaufen, und entsprechend sehe ich in seiner zukünftigen Entwicklung noch viele Parallelen zum jüdischen Volk auf uns zukommen. Eva Herman behandelt dieses spezielle Thema nicht, sondern widmet sich anderen Aspekten, über die es sich ebenfalls nachzudenken lohnt. (Sehr interessant zum Beispiel die „alten weißen Männer“ und der Rückschlag.) Womit wir nun endlich zur Rezension kommen.


Ganz sicher nicht zufällig erschien dieses Buch am 18. April, dem Geburtstag Abd-ru-shins, auf dessen Schriften sich Eva Herman umfassend bezieht. Ich selbst bin Bekennerin der Gralsbotschaft (und blogge in unregelmäßigen Abständen darüber); von daher ist mir grundsätzlich klar, was die Autorin zu sagen versucht, vielleicht mehr als Lesern, die sich mit der Thematik noch nie auseinandergesetzt haben. Ich möchte das vorausschicken, da ich mich aus Platzgründen in erster Linie auf die Punkte konzentrieren werde, denen ich so nicht zustimmen kann.
Daß Europas Probleme sehr viel mit Karma zu tun haben, dürfte jedem klar sein, der von Einzel- wie Völkerschicksalen überzeugt ist. Ob sie nun wirklich auf den Großen Karl zurückgehen, sei dahingestellt; zumindest aber bietet Herman einige gute Argumente dafür. Ein Fehler scheint mir jedoch zu sein, zwangsläufig auf der Gegenseite die „Guten“ zu sehen. Eva Herman steht da durchaus nicht allein da; quasi sämtliche Neuheiden verfallen in die gleiche… wie soll man’s nennen? Verklärung? Naivität? Hier unter den Amazon-Rezensionen fand ich einmal in einer Besprechung eines Buches über das Heidentum sinngemäß die treffende Anmerkung „Autorinnen X und Y beschreiben, wie die römischen Priester praktisch mit Tränen in den Augen die Christen anflehten, doch wenigstens das geforderte Mindestopfer zu erbringen, damit sie sie nicht töten müßten… Ich hoffe, den Autorinnen ist klar, wer hier wen aus religiöser Intoleranz umbrachte?“ Gleichermaßen halte ich Widukind, seine Sachsen und alle anderen zwangschristianisierten Völker nicht automatisch für die besseren Menschen, nur weil die Kirche unbestritten Verheerungen unter ihnen anrichtete. Sie verteidigten sich gegen die geplante Eroberung ihres Landes, was ihr gutes Recht war, keine Frage. Das bedeutet nicht, daß sie edel, hilfreich und gut waren. Der „Götter“glaube machte nicht aus sich heraus eine Gesellschaft zu einem Paradies auf Erden, zumal er zur Zeit Karls des Großen längst von menschlichen Phantasien durchzogen war. Die Arbeit des Verstandes, auch hier.*

Interessant hingegen das von Herman herausgearbeitete, wandelbare Bild Karls des Großen unter den Nationalsozialisten: Galt zuerst Widukind als wackerer Deutsche als der Gute der Geschichte, so wurde unvermittelt auf höchsten Befehl dessen Verehrung gekippt zugunsten Karls als europäischem Herrscher. Und dennoch denkt heute bei Karl dem Großen niemand an die Nazis – bei Widukind dagegen schon. Merkwürdige Geschichtsschreibung.
Dabei ist Hermans Kritik an Sabine Kuhlmanns Magisterarbeit ebenso unverständlich. Kuhlmann hat keine Biographie Widukinds geschrieben, sondern eine Arbeit über Widukinds Bild in der NS-Zeit. Und dafür sind die angeführten Zitate vollkommen korrekt.

Übrigens habe ich mal in meinem erprobten Götter- und Heldensagen der Germanen nachgeschlagen, das ja grob aus der Zeit stammt, und siehe da: Karl ist der Gute. Im Abschnitt „Karl und der Sachsenherzog“ gibt’s ein Happy End, wenn man so will: Widukind schleicht sich als Bettler verkleidet in Karls Lager und erlebt dort sowohl Karfreitag als auch die Ostertage mit, deren Rituale so einige Fragen in ihm aufwerfen. Weil er als Edler der Sachsen (die ursprünglichen Sachsen, wer’s nicht weiß – also die, die im nördlichen Niedersachsen lebten) nun einmal einen miesen Bettler abgibt, erkennt Karl ihn, läßt ihn festnehmen und zum Gespräch bitten. Nach einigem Hin und Her kommt das Thema auf die Feierlichkeiten:

„Vor zwei Tagen fand ich euch alle traurig, einen wie den andern. Heute sah ich euch alle fröhlich und im Festgewande an einen Tisch treten, hinter dem ein Mann im Purpurgewande stand, der dir und den andern ein ganz kleines Kind in den Mund schob. Etliche empfingen es mit Freuden und etliche mit Trauer, alle aber mit gleicher Demut und Inbrunst. Willst du mir das erklären?“
„Wahrlich,“ sagte der König ernst, „da hast du mehr gesehen, als ich und alle meine Priester.“
Und nun weiß die Sage zu melden, daß König Karl dem Herzog Widukind alle Dinge vom Karfreitag und von Ostern erklärte, auch wie es zu verstehen, daß ihm und allen andern der Leib des Herrn gereicht worden sei. Und so lehrte ihn der König den christlichen Glauben, so daß Widukind in sich ging und seinen heidnischen Göttern absagte und sich mit seiner Gemahlin und vielem Volk am Weihnachtsfeste taufen ließ. Und sind gute Christen geworden und nachher nimmer vom Glauben abgefallen.

Dann so ein paar Feinheiten:

– Der Allvater der germanischen/nordischen Völker war nicht Gott, sondern Wodan/Odin.

– „Die Germanen“ gab es in der Tat nicht. Vielmehr, es gab sie, aber nur bei den Römern, von denen dieser Sammelbegriff für die germanischen Völker kam und die ihn auch ausschließlich verwendeten. Johannes Fried leugnet nicht ihre Existenz, wie Herman das formuliert, sondern er lehnt die Bezeichnung ab.

– Die Umweltschädlichkeit von Kreuzfahrten ist hinlänglich bekannt und wird auch stark von Ökobewegungen kritisiert, was Frau Herman wüßte, wenn sie sich einmal ernstlich mit der Thematik auseinandergesetzt hätte. Es wird nur in den Medien wenig darüber berichtet (womit wir wieder beim Mainstreaming wären).

– Und was das angeht, ich habe nie verstanden, warum es dieser Tage offenbar nur das Komplettpaket zu beiden Seiten der politischen Mitte zu geben hat: Links, Ökos, Multikulti-Befürworter, pro-Gender-Mainstreaming vs. Rechts, anti-Zuwanderung, Klimawandelleugner. Ich bin konservativ und Öko und sehe darin keinerlei Widerspruch. Teddy Roosevelt war Umweltschützer. Diese Spaltung ist ein sehr, sehr junges Phänomen. Sollten nicht gerade diejenigen, die eine erklärte Heimatliebe besitzen, daran interessiert sein, diese Heimat zu schützen und zu bewahren?

– Daß die Toten der imperialistischen Kriege verharmlost oder verschwiegen werden, stimmt nun wahrhaftig nicht. Es ist nicht gerade Unterrichtsstoff an Schulen, sicher, aber dort wird in allen Bereichen nur ein grober Überblick gegeben.

Was nun die Behauptung angeht, die Nationalsozialisten seien nicht gleichzusetzen mit den Nazis – Entschuldigung, aber das ist Quatsch, und sehr beängstigender Quatsch noch dazu. Soll als nächstes die These aufgestellt werden, die Nationalsozialisten seien eigentlich ganz harmlos gewesen (die wollen nur spielen?), und erst ab 1933 tauchten plötzlich die bösen Nazis auf? Sprangen die bösen Nazis mit Adolfs Machtantritt aus dem Boden? Hatte da jemand Drachenzähne gesät? Wer bildete denn Hitlers Partei? Falls ich den Vergleich ziehen darf, weil die Argumentation die gleiche ist und es ja quasi zum Thema paßt: Wie viele Bekenner der Gralsbotschaft hat man schon sagen hören: Ja, natürlich, Abd-ru-shin – aber nein, Frau Maria, das ist doch etwas ganz anderes…

Nun verwende ich das böse Wort Verschwörungstheorie und behaupte, eine von langer Hand geplante Umschreibung der Geschichte wie auch einzelner Personen der Geschichte gebe es nicht. Daß instrumentalisiert wird – natürlich. Dazu gibt es mehr als genug Beispiele. Der wechselnde Blick beispielsweise auf Karl den Großen liegt aber meines Erachtens eher an der wechselnden „Linse“ der jeweiligen Zeit.

Daß „große Teile der Bevölkerung“ die Öffentlich-Rechtlichen als Lügenpresse bezeichnen… nun, Arne Hoffmann drückte es so schön aus: „Große Teile der Bevölkerung“, „ganz Deutschland“ etc. heißt einfach: Alle in unserer Redaktion.

Zum Abschluß zwei bis drei Gedanken, die ich einfach mal so dahinstellen möchte:

Bei allem Einsatz, den Eva Herman für die Deutschen zeigt (und ich weiß ihn zu schätzen, wirklich), sollte nicht vergessen werden, daß eine Volkszugehörigkeit immer nur eine Inkarnation betrifft. Im Leben davor sah sie vermutlich ganz anders aus, und im nächsten Leben wird sie wieder eine ganz andere sein. Natürlich hat es Gründe, warum wir in einem bestimmten Volk inkarnieren, und natürlich sollen wir die speziellen Erfahrungen aus diesem Leben machen und verinnerlichen, aber klammern dürfen wir nicht, ohne die Gefahr einzugehen, einen Hang zu entwickeln.
Was nun das deutsche Volk betrifft, so würde das Thema den Rahmen einer Rezension weit sprengen; es lohnt sich jedoch vielleicht, in Sachen Völkerkarma einmal über gewisse Parallelen zum jüdischen Volk nachzudenken.

Und immer als Mahnung für jeden von uns, schrieb Abd-ru-shin:
„Ich sagte schon, wenn Ihr Disteln säet, kann daraus kein Weizen wachsen!
So kann auch nie aus Hetzreden, Verhöhnungen und Schädigungen Eurer Nebenmenschen irgendwelcher Aufbau sich ergeben; denn jede Art und Weise kann ja Gleiches nur gebären, kann auch nur Gleichart anziehen! Dieses Gesetz der Schöpfung dürft Ihr nie vergessen! Es wirkt sich selbsttätig aus, und alles Menschenwollen kann niemals etwas dagegen tun!“


Letzteren Absatz fühlte ich mich verpflichtet einzubringen, weil Eva Herman inzwischen zunehmend zu solcher Häme zu neigen scheint, und von den auf ihrer Website verlinkten Nachrichtenseiten will ich lieber schweigen. Irgendwie wurde aus der Kerner-Show und ihrem Vorlauf nichts gelernt. Hetze gegen die Hetzenden macht nicht gut. Minus plus minus bleibt nun mal minus. Ich weiß nicht, ob sich Herman dessen überhaupt bewußt ist. Wie Abd-ru-shin ja schon schreibt, mit der Verengung unseres geistigen Fassungsvermögens geht automatisch eine Verengung der Fähigkeit mit sich, diese Verengung überhaupt zu bemerken.

Die Menschen, die über ihre Nebenmenschen Übles reden und verbreiten, müssen in sich selbst vom Übel sein, sonst würden sie derartiges nicht tun!

(Abd-ru-shin: Ermahnungen)

Aber wie gesagt, das sind so viele Themen, über die man tagelang diskutieren könnte.


*Hermans Quelle in diesem wie auch in vielen anderen Fällen ist die Urfassung des später „geschnittenen“ Verwehte Zeit erwacht III (1935). Zu Recht geschnitten, wie ich anmerken möchte. Die Wegbereiter haben grundsätzlich ein Problem mit Kitsch, und sie sind spürbar eingefärbt von den Anschauungen der Niederschreibenden. (Ich verweise auf Frau Gecks und natürlich „Der Irrtum des Hellsehens“ aus der Botschaft; man kann es übrigens auch daran erkennen, daß sich die gleichen Situationen in verschiedenen Niederschriften widersprechen.) Diese war nun eine stramme Deutsche, und so mußte ihr Jesuskind selbstverständlich blondgelockt und blauäugig sein und so gar „keine jüdische Nase“ haben. Hilfe. Der geschnittene Teil über die Sachsen nun stammt ja gar nicht mal von ihr, sondern ist die Nacherzählung einer angeblichen Schauung eines anderen, über deren Wahrheitsgehalt ich nicht urteilen kann. Doch wenn alles so ins Irdische gezogen wird, wie es in diesen Kapiteln geschieht, hege ich meine Zweifel. Ja, natürlich schrieb Abd-ru-shin, daß die alten Völker ihre „Götter“ teilweise sehen konnten. Das bedeutet nicht, daß sie auf Erden direkt unter ihnen weilten oder mal eben auf einen Plausch vorbeikamen! (Ich habe Donar einmal gesehen, aber deshalb stand er trotzdem nicht in meiner Ferienwohnung.) Alle deutschen/germanischen Helden sind wieder mal blond/rotblond, gutaussehend, aufrecht etc. pp., während die fiesen auswärtigen Feinde allesamt häßlich und feige sind und keinerlei guten Wesenszug an sich haben. Seufz. Als unser schöner, großer, rotblonder Barbarossa mit seiner zarten, anschmiegsamen, blonden Frau auftauchte, dachte ich nur: „Hallo, Jolanthe.“ Man sollte auch hier immer wieder prüfen und abwägen.

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Aber was zählen Fakten, wenn jemand zwischen Tatsache und Meinung weder unterscheiden kann noch will? Wenn es letztlich sowieso nur darum geht, im eigenen Weltbild und der gewohnten Art zu denken nicht gestört zu werden?

(Werner Huemer, http://www.werner-huemer.net/texte/kommentar/meinung-und-tatsache)

Mit viel überflüssiger Zeit in der DNB zu sitzen (liebe Kollegen, aktualisiert doch bitte, bitte endlich mal eure Bestandsangaben! Euer Katalog ist eine Schande für unseren Berufsstand), führt beinahe zwangsläufig dazu, daß man viel liest, das man vorher überhaupt nicht auf dem Schirm hatte. So kam ich, wohl irgendwie durch Maria Halsebands Ich klopfe an! gelenkt, auf Eva Herman. Ob sie Kreuzträgerin ist, weiß ich nicht, aber sie lebt definitiv nach den Grundsätzen der Gralsbotschaft (oder versucht es, wie wir alle); soweit war mir aus ihren Beiträgen auf der Wissensmanufaktur schon bekannt. Natürlich bin ich auch alt genug, um mich noch auszugsweise an den großen „Medienskandal“ zu erinnern, der seinerzeit um sie aufgeblasen wurde. Warum also nicht die Zeit nutzen, um mich ein bißchen mehr zu informieren?

So versuchte ich mich zunächst an dem, wie ich fälschlich glaubte, Stein des Anstoßes, ihrem Buch Das Eva-Prinzip. Kam nicht wirklich weit damit, denn einerseits bin ich als bewußt kinderloser Single das falsche Zielpublikum, andererseits sind mir manche Grundgedanken, über die sich so aufgeregt wurde, durch die Botschaft nicht fremd; und wieder anderen konnte ich so nicht zustimmen, zumal gewisse Behauptungen einfach dahingestellt wurden, ohne jeden Beleg. Für mich als Forscherin und großer Anhängerin von Quellenangaben ein Unding. Also griff ich zu Die Wahrheit und ihr Preis, Hermans Bericht über die „Hexenjagd“ (wie ein Journalist es mit vollem Recht bezeichnete), die auf sie veranstaltet wurde.

Mir kamen vor allem zwei Dinge in den Sinn. Erstens der Artikel, den ich die Tage erst in der Jüdischen Rundschau gelesen hatte: „Die deklamatorisch von links gewährte Meinungsfreiheit hält im Ernstfall nicht stand“. Wer hindert uns daran, unsere Meinung zu sagen? – Niemand. Was allerdings passiert, nachdem man seine Meinung gesagt hat, ist eine ganz andere Sache.



(Disclaimer: Ich mache mir das Gedankengut der JR nicht grundsätzlich zu eigen; und seit sie neuerdings die Hetze gegen Umweltschützer für sich entdeckt hat… nun ja. Kann man konservativ und ein Umweltschützer sein? Oh ja. Man nehme nur Teddy Roosevelt. Man nehme, wenn man denn möchte, mich. Um Eva Herman in einem anderen Kontext zu paraphrasieren: Es geht uns doch alle an. Warum macht man ein Politikum daraus?)
Zweitens der immer noch aktuelle Klassiker über die Macht der Medien: Die verlorene Ehre der Katharina Blum. Mich wundert, daß Herman ihn nie erwähnt.

Ich schrieb schon über die vermeintliche öffentliche Meinung – daß das, wovon man glaubt, es sei die Meinung der Mehrheit, weil man es ja überall so liest, überhaupt nicht die Mehrheit sein muß. Eva Herman berichtet von der gewaltigen Schere, die in ihrem Fall aufklaffte: Was die Medien der Öffentlichkeit zu verkaufen suchten und die große Gegenreaktion gegen eben die Medien. Vielleicht spielt da ein bißchen der eigene Mikrokosmos mit. Ich denke da beispielsweise an die große (medienwirksam verarbeitete) Pleite der Piraten vor Jahren. Sie feierten schon im voraus ihren großen Wahlerfolg, weil sie natürlich aus den eigenen Reihen immer nur Lobhudelei hörten und deshalb der Meinung waren, daß dies einen Großteil der öffentlichen Meinung widerspiegeln mußte… nur um dann festzustellen, daß sie in der öffentlichen Meinung sehr weit unter „ferner liefen“ verzeichneten. Ähnlich ja auch letztlich in Sachen Schreckgespenst AfD, der man die Pariah-Rolle zuspricht und dann verblüfft ist, daß so viele Wähler für sie stimmen. Die öffentliche Meinung ist eben nicht automatisch identisch mit der veröffentlichten Meinung, und wer glaubt, political correctness sei das, was die Menschheit wolle, wird sich umschauen müssen, fürchte ich. Wobei es ja hier mehr darum geht, „was die Menschheit brauche“. Ein sehr deutsches Konzept, finde ich: Wir müssen die Welt wieder einmal belehren, wie man richtig denkt. Außerhalb Europas wird man damit kläglich auf der Strecke bleiben, ach was, nicht einmal außerhalb – wir müssen nur Polen oder Ungarn als Beispiele nehmen, deren aktuelle Politik pc-resistent ist. Ich bin wahrhaftig kein Fan dieses aufgewärmten Nationalismus‘, aber die Realität ist eben, daß der – Entschuldigung – Hermann, der hierzulande um Diversität und staatlich verordnete Toleranz gemacht wird, nicht nur eine Ausnahmeerscheinung, sondern eine Lachnummer in den meisten Ländern der Erde ist. Deal with it.

Eva Hermans Sorge um die aussterbenden Deutschen wiederum (zum Zeitpunkt ihres Buches. Ist ja nun auch schon wieder diverse Jahre her) kann ich inzwischen nicht mehr nachvollziehen. Früher einmal, ja. Mir tat es leid um die unnötige Verschwendung, um eine reiche Geschichte, um Werte, die verschwinden würden. Heutzutage stehe ich auf dem Standpunkt, Werte seien schon lange nicht mehr vorhanden, und es seien sowieso zehnmal so viele Menschen auf der Erde wie sie verträgt. Ich glaube auch nicht, daß die großen Kulturvölker an Nachwuchsmangel zugrunde gingen, sondern an Bequemlichkeit. Das Gesetz der Bewegung, der Wachsamkeit, Frau Herman, Sie verstehen. Wer aufhört, sich zu regen, ob Einzelmensch oder Volk, der schließt sich selbst aus und wird nach den Schöpfungsgesetzen abgestoßen.* Weshalb haben denn Barbarenvölker das mächtige Rom zerstören können? Sie waren längst nicht so kultiviert, nicht so gebildet wie die Römer, hatten keine reiche philosophische Tradition oder eine kosmopolitische Weltanschauung. Sie regten sich ganz einfach, brutal, kriegerisch, ja, aber die Römer waren längst bequem geworden, ruhten sich auf ihren Errungenschaften aus und bemerkten nicht, daß die Welt sich um sie herum weiterdrehte. (So’n bißchen wie die DNB Leipzig.) Ich glaube kaum, daß eine sinkende Geburtenrate, die man nebenbei nicht einmal belegen könnte, verantwortlich war.

Auch gelesen, empfehlenswert: Liebe statt Furcht von Flor Namdar. Erinnerte mich wiederum in vielerlei Hinsicht an Suzanne Collins‘ Hunger Games-Trilogie. Wer nur Jugendbücher mit einer kämpferischen Heldin oder gar eine Liebesgeschichte darin sieht, hat die gesamte Aussage verpaßt. Und auch hier wird übrigens die Macht der Medien, die Inszenierung einer Meinungsmache überdeutlich dargestellt. Verdammt ehrliche Bücher – wer sie noch nicht kennt, sollte das schleunigst nachholen.


* Ich will jetzt nicht auch noch Völkerschicksal ins Spiel bringen. Aber man sollte gewisse Parallelen des jüdischen und des deutschen Volkes nicht außer Acht lassen.


Nachtrag:
Weitere Leseempfehlung in Sachen Eva Herman: Der Fall Eva Herman – Hexenjagd in den Medien von Arne Hoffmann. Ganz ausgezeichnet. Der Autor stellt die Fülle der Medienmeldungen chronologisch zusammen und gleicht sie auf ihren Wahrheitsgehalt ab; mehr noch allerdings, er erklärt das Zustandekommen einer solchen medialen Hexenjagd, die Mechanismen und auch Gründe dafür, die gar nicht immer auf böser Absicht beruhen müssen. (Was am Ende dabei herauskommt, ist natürlich eine Sache für sich.) Ich habe das schon oft gedacht: Die Leute sind davon überzeugt, auf der richtigen Seite zu stehen. Sie glauben, daß ihre Sicht der Dinge die richtige ist. Ein anderes Weltbild können sie sich nicht vorstellen, und deshalb müssen alle, die ein anderes Weltbild haben, entweder irre, fehlgeleitet oder schlecht sein. Ein hochinteressantes Thema, und allein dafür kann ich Hoffmanns Buch nur allen wärmstens ans Herz legen.


Gerade die Begrenzung bringt ihnen einen sogenannten Höhepunkt des Begreifens, wodurch solche Überhebungen in der Einbildung entstehen müssen, weil sie glauben, wirklich auf der letzten Höhe zu stehen. Für sie selbst ist es auch so, da dann die Grenze kommt, die sie nicht überschreiten können.
Ihre Angriffe gegen die Wahrheitssucher zeigen aber in der so oft unverständlichen Gehässigkeit bei näherer Betrachtung deutlich die hinter ihnen geschwungene Peitsche des Dunkels. Selten ist bei diesen Anfeindungen ein Zug ehrlichen Wollens zu finden, das die oft unerhörte Art und Weise des Vorgehens einigermaßen entschuldigen könnte. In den meisten Fällen ist es ein blindes Draufloswüten, das jeder wirklichen Logik entbehrt. Man sehe sich die Angriffe einmal ruhig an. Wie selten ist ein Artikel dabei, dessen Inhalt den Versuch zeigt, wirklich sachlich auf die Reden oder Aufsätze eines Wahrheitssuchers einzugehen.
Ganz auffallend macht sich die gehaltlose Minderwertigkeit der Angriffe gerade immer darin bemerkbar, daß diese niemals rein sachlich gehalten sind! Immer sind es versteckte oder offene Beschmutzungen der Person des Wahrheitssuchers.

(Abd-ru-shin: Im Lichte der Wahrheit – Gralsbotschaft, Vortrag „Der Kampf“)

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Going out with a bang

Staff at a crematorium in Bolton, UK were alarmed by an explosion in January, we hear. It turned out that the relatives of the deceased had put a coconut inside the coffin; the heat of the oven caused it to explode.
Leaving aside the obvious question of why a coconut should be thought an appropriate item to accompany the crematee to the other side, it appears that the problem is not uncommon – and getting more common all the time. Indeed, Bolton Council has had to urge mourners not to slip items into coffins.
„We have seen a rise in things like e-cigarettes, bottles of whisky and vodka, golf balls – sometimes golf clubs – and mobile phones,“ Donna Ball, assistant director of community services, told the BBC. „Mobile phones in particular are a real issue for us.“
It is not only the explosion risk of battery-powered items that is a problem – they also push crematorium emissions up to „unacceptable levels,“ Ms Ball said.

Aus HCB Monthly (=Hazardous Cargo Bulletin), March 2018

Dinge, über die man sich nie Gedanken macht. Aber mal ehrlich… Hier der Link zum BBC-Artikel: http://www.bbc.com/news/uk-england-manchester-42920984

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Ebenfalls rechtzeitig zu Weihnachten erschien die DVD zu An Inconvenient Sequel: Truth to Power. Während sein Vorgänger, An Inconvenient Truth, „nur“ die Ursachen und Auswirkungen des Klimawandels einem breiten Publikum bekannt machte sowie Lösungen vorstellte, packt der zweite Film auch ein heißes Eisen an: Die Politik und Machtstrukturen, die untrennbar damit verbunden sind.
Das ist etwas, das sich viele Menschen nicht klarmachen. Umweltschutz (und Filme wie dieser) sind etwas für die Grünen, für die Ökos, ist so die allgemeine Einstellung. Daß aber viele andere Probleme, die in unserer Gesellschaft wie auch in der Politik für dringlicher gehalten werden, damit zusammenhängen; daß diese Probleme nicht in einem Vakuum entstehen; das wollen die wenigsten wissen.

Nun ist Trump natürlich in aller Munde; ich frage mich, was die Presse ohne ihn getan hätte. Aber picken wir uns im Kontrast mal die deutsche Klimapolitik heraus. Vorreiter in der Energiewende wollten wir sein, hieß es. Inzwischen heißt es volle Kraft zurück. Landläufig wird wieder einmal die grüne Energiewende als zu teuer dargestellt, und aus irgendwelchen Gründen wagt sich keine Presseplattform daran, diese Behauptung zu beleuchten. Tatsache ist zum Beispiel, daß Atomstrom subventioniert wird. Ja, mit Steuergeldern. Tatsache ist ebenfalls, daß, ja, auch die Erneuerbaren subventioniert werden, aber sie werden dafür bezahlt, daß sie einen großen Teil ihres produzierten Stroms nicht einspeisen. Das ist ein so absurdes System, daß es seinesgleichen sucht. Der Grundgedanke dahinter ist nämlich folgender: Insbesondere Atomkraftwerke brauchen eine lange Zeit, um herunter- und wieder heraufgefahren zu werden. Windkraftwerke hingegen brauchen nur einen Bruchteil dieser Zeit. Das heißt, daß in Zeiten von zu viel Stromproduktion natürlich an die schneller reagierenden Produzenten herangetreten wird. Soweit macht es Sinn. Aber nun kommen wir zum Knackpunkt. Trotz erklärter hoher Energiewendeziele werden die fossilen Werke weiterhin nicht stillgelegt und durch erneuerbare Energien ersetzt. Denn das Stichwort ist die von gewissen Interessensvertretern geschürte Angst vor der Stromlücke. Was, wenn die Erneuerbaren einmal nicht genug Strom produzieren? Nein, nein, wir brauchen die guten alten verläßlichen fossilen Erzeuger… Und so sind die Erneuerbaren teuer, nicht, weil sie gebaut werden und Strom produzieren, sondern weil sie dafür entschädigt werden, ihn nicht einzuspeisen und damit den Fossilen Konkurrenz zu machen. Und in Kurzform heißt es dann überall: Die Erneuerbaren sind teuer.

Das ist Politik. Und das sind die Machtstrukturen, die ein großes Thema in An Inconvenient Sequel bilden.

Wir sehen diese Art von Tatsachenumschreibe derzeit überall, nicht nur in der Energiepolitik. In den letzten Jahren sind Diktatoren und Möchtegerndiktatoren emporgeschossen wie die Pilze, und mit ihnen kam eine neue Welle von Geschichtsumschreibung, Tatsachenverdrehung und Fehlinformation. Und leider sind viele Menschen nur zu gern bereit, sie zu glauben. Auch das ist so ein Punkt. Das arme, unterdrückte Volk ist nicht unbedingt immer ein Opfer.
Ich möchte hier nicht den inflationär gebrauchten Begriff „fake news“ verwenden, denn jeder verwendet ihn für das, was er dafür hält. In einer Universitätszeitschrift war es, meine ich, daß jemand einen der Slogans des Wissenschaftsmarsches, „Fakten haben keine Alternativen“, in der Luft zerriß. Wer immer dieses Plakat schwenkte, so seine Aussage, war definitiv kein Wissenschaftler. Denn die unterschiedliche Interpretation von Fakten gehört zum wissenschaftlichen Diskurs. Mit Platitüden und Schlagwörtern kommt man also auch bei aller guten Absicht nicht weit.

Am sehr prominenten Beispiel Al Gores stellt An Inconvenient Sequel den langen, harten und oft frustrierenden Kampf eines Aktivisten dar. Der Film beginnt mit Angriffen, besseren Verhören, den Versuchen, seinen Ruf zu untergraben, seine Qualifikationen zu hinterfragen, kurz, ihn als unglaubwürdig erscheinen zu lassen – ihn unschädlich zu machen. Doch Gore glaubt nicht nur, er ist überzeugt davon, daß die Wahrheit (im Sinne Gandhis) eine Macht in sich selbst ist, vor der sich über kurz oder lang niemand verschließen kann. Er sieht den Kampf um die Rettung unseres Planeten in einer Tradition mit der Bürgerrechtsbewegung, der Feminismusbewegung, der Homosexuellenbewegung, der Anti-Apartheid-Bewegung. Alles lange, zähe und von vielen Rückschlägen gekennzeichnete Kämpfe um Wahrheiten, die es wert sind, gekämpft zu werden.

Ich mag die Ästhetik des Musikvideos.

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Die etwas andere Idee

Klingt teilweise sehr schräg, ist aber ein interessantes Konzept. Entdeckt durch die Solar Today.

MAMMOTH from Grant Slater on Vimeo.

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Endlich habe ich es geschafft, Deepwater Horizon zu sehen. Nach dem ausführlichen Artikel im Chemical Engineer 905/2016 (Nov.) war ich einerseits interessiert, andererseits aber skeptisch. Über die Umweltfolgen sei genug berichtet worden; man wolle sich den menschlichen Tragödien widmen. Hmpf, dachte Schnabeline, der ehrlich gesagt die Natur erheblich wichtiger ist als die blöde Menschheit.

Überrascht war ich nun davon, wie gut mir der Film tatsächlich gefiel. Zwar verdreht er die Tatsachen auf gewagte, aber originelle Weise, indem Mutter Natur als der Feind der Menschheit dargestellt wird: Das Öl als „Monster“, als „wütende Dinosaurier“, der Vogelschlag… vs. die Ölbohrplattform, die verglichen wird mit einem Werk Gottes; das Vaterunser mit Betonung des „deliver us from evil“. Etwas zweideutiger die vielen Szenen, die die Abhängigkeit unserer Gesellschaft vom Erdöl zeigen; ich tendiere dazu, sie in den selbigen Kontext gestellt zu sehen („Was unsere Gesellschaft alles Tolles mit Öl machen kann, und wie viele Jobs dadurch existieren!“) statt Abhängigkeit jedweder Art als etwas Negatives zu zeigen.

Dennoch ist Deepwater Horizon kein stumpfer Actionfilm mit Feuerbällen. Visuell ist er umwerfend; den Soundtrack muß ich mir unbedingt zulegen; die vielen Omen und Spiegelszenen erfreuten, und zum ersten Mal war ich von Kurt Russell beeindruckt, den ich bis dato nie riechen konnte. Als knorriger Kapitän des untergehenden Schiffes ist er phantastisch. Nebenbei wird einem so einiges über den Aufbau und das Prozedere einer Ölplattform beigebracht, und entgegen anderslautender Kritiken fand ich John Malkovich (mit Louisiana-Dialekt, zu schön!) gar nicht mal so klischeeschurkig. Eher sehr realschurkig – diese Art Manager und Entscheidungsträger, die lieber an wesentlichen Dingen sparen statt weniger Rendite herauszuholen, kennt man nur zu gut.

Es bleibt natürlich trotzdem zu sagen: Auch wenn’s der Film anders zu vermitteln versucht, Mutter Natur führt auf Deepwater Horizon keinen Krieg gegen die Menschen. Sie wehrt sich nicht einmal. Diese Katastrophe war haus- und menschengemacht.

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„[…] Aber hast du einmal darüber nachgedacht, wie schwer es ist, das Leben zu bejahen? Die meisten Menschen, die das als gesunde Weltanschauung predigen, bejahen gar nicht das Leben, sondern sie bejahen nur sich selbst. […] Das Leben bejahen, heißt alles Leben bejahen, sich selbst in Andacht eingliedern in alles brüderliche Dasein anderer Geschöpfe. […]“

Manfred Kyber: Die drei Lichter der kleinen Veronika

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Es blieb heiß!

Und meine Dauerfrage blieb auch hier, ob meine Mitreisenden meinten, mit einem dahergesagten Gebet und einer Predigt sei dem Glauben Genüge getan?

Durch das Jordantal, ein ödes Niemandsland, ging es zur Taufstelle. Über Jordaniens wichtige Rolle als Vermittler hatten wir schon einiges erfahren; im Westen ist das so gut wie unbekannt.
Der Jordan ist nach europäischen Maßstäben ein besserer Bach. Viele Christen erneuern hier im Jordanwasser ihre Taufe; es gibt dafür extra Taufgewänder und Duschen für hinterher. Vorherrschend sind vor allem die Fliegen, die man nicht los wird, aber auch nie erwischt, wenn sie erschlagen möchte. Die Gruppe hielt Andacht, ich saß wie immer ein Stück entfernt und hielt sie auf meine Art.

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Weiter zu den Ruinen von Jericho, die bisher so gar keine Bestätigung der biblischen Ereignisse herausrücken. Mit der Seilbahn schwebten wir dann hinauf zur Station unterhalb des orthodoxen Versuchungsklosters, wo ich mich wieder einmal fremdschämen mußte über die sangesfreudige Gruppe.
Dummerweise hatte unser Guide nicht das Schild gesehen, das eine einstündige Mittagspause der Bahn von halb eins bis halb zwei verkündete – Freitagsgebet der Muslime. Wir waren also unter Zeitdruck auf dem Berg gestrandet. Nun konnte er immerhin die Betreiber dazu bewegen, unsere Gruppe als erstes nach unten zu befördern… aber wie üblich dauerte es ewig, bis sich die Masse überhaupt dazu aufschwang, mal das Lokal zu verlassen. Schnabeline schämte sich in Grund und Boden.

Qumran versprach spannend zu werden; leider kam zuerst das Mittagessen im angeschlossenen Selbstbedienungsrestaurant, das a) völlig überlaufen und b) dreckig war. Uns schauderte. In brütender Hitze schritten wir dann über das Ruinenfeld und schafften es, recht gut zwischen den Touristenströmen zu navigieren.

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Der beste Programmpunkt war dann das Tote Meer! Obwohl die Umweltschützerin in mir natürlich entsetzt ist über das Verschwinden dieses Binnenmeeres, dessen Ausmaße noch zu Beginn des 20. Jahrhunderts unser Guide uns zeigte – es liegen kilometerweite Flächen dazwischen! Im Wasser hätte ich stundenlang bleiben können. Nur waren die meisten anderen offenbar keine solche Wasserratten wie ich, und ich wollte ihnen nicht zumuten, drei Stunden später nach mir suchen zu müssen, während ich selig auf den Wogen dahintrieb… also zwang ich mir Zurückhaltung auf. Was einem übrigens keiner erzählt: Man merkt trotz Nichtuntergehens sehr schnell, daß man die Bauchmuskeln mehr trainieren sollte!

Nun ging es hinauf nach Jerusalem, das wir am Anfang der Reise schon durchfahren hatten; denn Betlehem und Jerusalem sind inzwischen fast zusammengewachsen.
Unser Hotel war ein streng jüdisches, das sogar das Zertifikat für koscheres Essen bekommen hat und einen eigenen Shabbat-Aufzug besitzt (da ganz strenggläubige Juden am Shabbat keinen Knopf drücken dürfen). Jetzt, am Freitagabend, war es voll mit feiernden Juden. Beim Essen hatte ich einen Blick auf eine feiernde Familie, und unser Guide erläuterte mir, was dort geschah. Die drei Söhne oder Schwiegersöhne waren keine praktizierenden Juden, denn sie hatten keine Kippah dabei; zwei legten sich schnell noch eine Serviette auf den Kopf, während der Patriarch der Familie den Wein segnete. Der dritte im Bunde jedoch verweigerte sich komplett. Man beobachtete also einen klassischen Generationenkonflikt; die Familie spielte mehr oder weniger mit, weil es Papa ja nun mal wichtig war…

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Im Grunde genommen natürlich ein sinnvoller Aufruf (Monsanto schlägt mal wieder zu): https://secure.avaaz.org/de/monsanto_dont_silence_science_loc_eu/?bnoyabb&v=57284

Nur mal ehrlich: Wer bitte stellt sich denn jetzt entsetzt? Oder vielmehr, wer nimmt ernstlich an, daß „Pflanzenschutz“-/Insektenvernichtungsmittel keine Auswirkungen auf den Menschen haben?
Trotzdem: Unterschreiben!

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