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Archive for the ‘Film & Fernsehen’ Category

Nachdem Esther Lorenz bei ihrem Konzert in der Herrenhäuser Kirche den Film erwähnte, wollte ich ihn natürlich einmal sehen: Brennender Sand, der seinerzeit den Durchbruch sowohl für Daliah Lavi als auch für die Ofarims bedeutete.
Ich kann verstehen, daß Brennender Sand damals sehr erfolgreich war. Er ist für eine Produktion von 1960 in vielerlei Hinsicht ungewöhnlich: Eine Frau als Heldin und Hauptperson, und der junge Staat Israel war eine viel exotischere Kulisse als, sagen wir, Bella Italia oder das verkitscht dargestellte Kino-Indien. Genau das macht den deutsch-israelischen Film heute noch interessant, wo er storytechnisch längst veraltet ist: Die vielen inzwischen historischen Aufnahmen von Tel Aviv, Jerusalem oder dem Grenzland zwischen Israel und Jordanien (das gar nicht so anders aussah als heute) sowie das Flair, das eingefangen wurde – Menschen, Kultur, Musik.

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Vor vielen Jahren, als das Internet noch ein überschaubarer Ort war, gerade, was Suchtreffer zur Gralsbewegung betraf, entdeckte ich eine Seite, die man heute wohl als Schreibwerkstatt bezeichnen würde. Die Geschichten der Mitglieder waren nicht öffentlich, nur eine Zusammenfassung gab es. Und darunter fand sich eine Jugenderzählung des Inhalts, ein junges Mädchen stünde kurz vor der „Aufnahme in die Gralsbewegung“, sei sich über ihren zukünftigen Weg aber nicht sicher und verliebe sich. Eine klassische Sektengeschichte, denke ich. Nun hatte die Autorin, deren Namen ich längst vergessen habe, sicher nicht von ungefähr diesen Rahmen gewählt; vermutlich war sie die Tochter von Kreuzträgern. Ich kenne die „Problematik“, um mal diesen Ausdruck zu wählen, was sicherlich ein gutes Thema für eine eigene Folge in dieser Serie wäre…

Im fiktionalen/erzählenden Bereich sieht es mit Umsetzungen der Gralsbotschaft mau aus. Es gibt die Wegbereiter, nun gut. Frau Wolfrum hat das von mir sehr geliebte Büchlein Mehr Dinge zwischen Himmel und Erde… (Neuauflage unter dem Titel Die unsichtbare Brücke) geschrieben. Einige extrem seltene Exemplare des Buches von Maria Halseband, Ich klopfe an!, haben überlebt. Und das ist im großen und ganzen auch schon alles. Klassiker für Kreuzträger sind Die drei Lichter der kleinen Veronika, Von Stufe zu Stufe oder Ein Wanderer im Lande der Geister. Von einem Markt wie beispielsweise für christliche Romane kann keine Rede sein. Als Leserin von christlichen Romanen stelle ich mir manchmal vor, einen Roman mit der Thematik Gralsbotschaft zu schreiben. Als Kind wollte ich Schriftstellerin werden. Aber inzwischen habe ich gelernt, daß erzählende Literatur mir nicht liegt. Ich kann Sachbücher schreiben (und habe es getan), aber ich kann keinen Plot aufbauen. Das muß also anderen überlassen bleiben.
Wie sähe ein solcher Roman aus? Wer wären seine Protagonisten, und mit welchen Konflikten hätten sie zu kämpfen?

Was sonstige Fiktionen angeht: Über Erdenbann von Oskar Ernst Bernhardt habe ich hier schon mehrfach geschrieben; das wohl einzige seiner fiktionalen Werke, das bereits viele geistige Inhalte besitzt. Gerade das Vorspiel ist gewaltig.
Dann gab es das bei Kreuzträgern damals nicht sehr beliebte Filmessay Der Gral – ein Weg von Marion Jerrendorf und Olga Kuksinskaja, das ich wegen seiner zweiten Hälfte mit Aufnahmen vom Berg für mich wiederentdeckt habe. Und wer Interesse hat, sei auf meine Artikelserie Unterhaltungsmedien und die Botschaft aus dem Licht verwiesen. Herr Huemer betreibt zwei Videokanäle mit interessanten Beiträgen, und natürlich gab es die Grals-TV-Produktionen, das sind aber alles Sachvideos.

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Gerade auf Diana Gabaldons Facebook-Seite gesehen. In den USA erscheint die DVD/BluRay erst am 10.4., während sie in Großbritannien und auch in Deutschland bereits Anfang März auf den Markt kam. Muß man nicht verstehen und ist das gleiche wie bei den Shannara Chronicles, Staffel 2. In jedem Fall freut das Lob gerade für Tanya Reynolds als Isobel und die Szene – über beide hatte ich ja bereits geschrieben. Und schön zu lesen (irgendwo in den Kommentaren), daß diese Szene in Lord Johns viertem Roman auftauchen wird – nicht, wie hier dargestellt, dafür unterscheidet sich Buch-John zu sehr von TV-John, aber immerhin in absehbarer Zeit.

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Kürzlich in einer Diskussion zur Outlander-Serie gelesen. Sehr schön. Auch als Schreckgespenst kann man in die Geschichte (und die englische Sprache) eingehen…

Und da isses offiziell (nein, nicht GoT):

Hatte ja bereits beim Lesen von „Besieged“ so einige Nachtigallen trapsen hören.

A propos, gelesen habe ich – wegen Lord John wohlgemerkt, nicht Jamie (kann nicht nachvollziehen, was alle an ihm finden) – kürzlich An Echo in the Bone und Written in My Own Heart’s Blood. Die gekürzte Fassung. Soll heißen: „Charaktere, die mich interessieren? Nein… *blätter* nein…*blätter* ja… *les*.“ Erleichterte die Sache sehr. Und prompt bloggte Lynn Austin diese schöne Anmerkung:

Every good novel needs to have characters who grow and change over time […]. A satisfying sequel should feel fresh and new, and not like a warmed-over episode in a never-ending soap opera.

Ich nenne das „Eine gute Geschichte hat einen Anfang, einen Mittelteil und ein Ende“. Und es ist genau das, was Diana Gabaldon in ihren Outlander-Büchern nicht hinbekommt. Es gibt ein paar Grundmuster, und das war’s. Die Geschichte eiert endlos vor sich hin. Sie versucht zu viele Charaktere zu bedienen, zu viele Ideen (warum lagert man Rogers Storyline – bzw. das, was Gabaldon darin verstaut – nicht in ein Prequel aus?), was nur dazu führt, daß nichts wirklich vertieft werden kann. Und ja, mit ihrer ausufernden Vier-Generationen-Familiensaga ist sie tatsächlich eine Seifenoper.
Die Lord-John-Geschichten hingegen haben den Vorteil, daß viele von ihnen eben das sind: Geschichten, keine Romane. Sie werden sehr viel straffer durchgezogen, was bei Gabaldons Tendenz zum sinnlosen Ausschweifen ein Segen ist. Aber auch die ersten beiden Romane sind großartig – The Private Matter, der „versehentliche“ Roman, mit seiner Krimihandlung in der Londoner Ober- und Unterwelt 1757, und The Brotherhood of the Blade, der Gipfel von Gabaldons Schreibkunst. Besser geht’s nicht. Bißchen schwächer The Scottish Prisoner (Jaaamiiieee!), aber in Ordnung, da es immerhin bei zwei Blickwinkeln bleibt.

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Die Jury sah’s offensichtlich anders, aber ich war nicht sonderlich beeindruckt von The Shape of Water. Vielleicht hat’s damit zu tun, daß ich die Entwicklung gewissermaßen über viele Jahre verfolgt habe. Pans Labyrinth war in seiner ursprünglichen Fassung eine Liebesgeschichte zwischen einer Frau und einem Faun, bevor es sich in eine ganz andere Richtung weiterentwickelte. Hellboy 2 – The Golden Army zeigt die Liebesgeschichte zwischen einem Wasserwesen und einer Prinzessin. Davon ab, del Toros Hellboy-Filme zeigen sowieso die Liebesgeschichte zwischen der Schönen und dem Biest. Die Wasserkreatur taucht – sorry für das Wortspiel – bereits in The Devil’s Backbone auf, wenn man darüber nachdenkt. Und auch so ziemlich alle anderen Elemente aus The Shape of Water kennt man schon aus früheren Filmen.
Was neu ist, ist Sex. Del Toro versucht sich im GoT-Zeitalter zu beweisen, läßt es hoch hergehen und seine Charaktere mit F-Bomben um sich werfen. Anderen Regisseuren könnte man es abnehmen; del Toro macht sich leider lächerlich. Denn er ist nun mal kein moderner Regisseur und kein moderner Schreiber. Seine Liebe gehört den Monstern und den Monsterfilmen früherer Jahrzehnte, und daran ist nichts Schlechtes. Es ist das Geheimnis der Magie seiner Filme. Die, wie ich anmerken möchte, zu einem großen Teil in früheren Jahrzehnten angesiedelt sind.

Der arme Doug Jones wird wahrscheinlich mal wieder Beschuß aus den eigenen Reihen kassiert haben; er ist praktizierender Christ, und seine Mitarbeit in Legion zum Beispiel zog böse Kommentare nach sich.

Womit ich gut leben kann, ist die Aussage des Films, Menschen seien die wahren Monster. Der Rest – hm.

Nachschlag:
Weil ich mit A. ins Diskutieren kam, sollte ich vielleicht ein paar Worte über den Symbolismus in The Shape of Water verlieren. Er ist vorhanden, sogar sehr erheblich. Der gelungenste Teil davon dürfte der christliche Symbolgehalt sein (danke an A. für den Link; es fehlt u.a. die Erwähnung von Ruth) sowie die Farbe grün; letztere steht für etwas scheinbar Glückverheißendes, das sich aber entweder als der falsche Weg entpuppt oder in Enttäuschung endet – die grünen Torten, das Werbeplakat, grüner Wackelpudding, der grüne Cadillac. Mehr Probleme habe ich mit der Wassersymbolik. Sie wird am Ende sogar erklärt, aber in dieser Deutung ist sie nicht konsequent angewandt. Ich deute sie in den Anfängen als Liebessehnsucht, die Erfüllung findet, was in den ganz großen Wasserszenen zum Ausdruck kommt.

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Es ist ein großes Glück, daß ich sowieso schon vor Erscheinen der dritten Staffel beschlossen hatte, daß diese meine letzte sein würde, sofern mich die Geschichte der Charaktere nicht wirklich mitrisse. Grund? Natürlich Tobias Menzies. Staffel 3 war seine letzte (wie viele Schauspieler haben wohl zwei Todesszenen in einer Serie?), und ohne ihn ist Outlander zumindest für mich völlig uninteressant. Ich habe es an anderer Stelle bereits geschrieben: Die Serie bekommt immer dann Gewicht, sobald er in eine Szene marschiert. Auf den DVDs ist ein nettes Extra, das seine schauspielerische Leistung und seine beiden so gegensätzlichen Charaktere beleuchtet, und es ist schön, daß die Beteiligten die Sache genauso sehen wie ich. „The big three“ der ersten beiden Staffeln sind nun reduziert auf „the big two“, und so nett viele Aspekte der neuen Geschichte auch sind, fehlt einfach das gewisse Etwas.

Aber der Reihe nach.

Das Kernteam der ersten beiden Staffeln hat sich nicht nur unter den Schauspielern, sondern auch den Produzenten verändert. Schmerzlich vermisse ich Ira Behr. Ron Moore schrieb die erste Folge und beschränkte sich danach aufs Produzieren. Nicht zuletzt ist auch die Struktur der Handlung selbst völlig verändert; spielte sich Staffel 1 in einem relativ kleinen Rahmen ab und war Staffel 2 zweigeteilt unter einem großen Oberthema, so zerfasert sich Staffel 3 gemäß ihrer literarischen Vorlage Voyager in viele Einzelepisoden. Eine Unmenge neuer Charaktere flutet in die Geschichte, die alle um Raum und Aufmerksamkeit wetteifern, aber außer John Grey und – zu meiner Überraschung – Isobel Dunsany bleiben sie alle fad. Ich meine: Young Ian? Fergus und Marsali? Gähn. Es fehlen solch starke Figuren wie Dougal und Colum, Black Jack und Murtagh, Mother Hildegard und Raimond. Mehr Sexszenen zwischen Claire und Jamie mögen die Fans erfreuen, aber sie bringen die Handlung nicht wirklich weiter. Ganz zu schweigen von den so gar nicht alternden Hauptfiguren. Mit Claire haben sie in den 60er-Jahre-Folgen einiges gemacht, was auch gut wirkte, aber in der 18.-Jahrhundert-Storyline war es einfach nur bizarr.

Schottland schwächelt diesmal vor sich hin; die Geschichte wird etwas interessanter, sobald wir endlich in die Karibik kommen. Ein Lichtblick ist auch die gelockertere Darstellung der britischen Soldaten – zwar ist der Schotte unter den Rotröcken zwangsläufig der Fiesling, aber die furchtbare Schwarzweißzeichnung der ersten beiden Staffel hat sich doch ein bißchen entspannt (mit Dank an die Gebrüder Grey).

Wie bereits geschrieben, ist die erste Folge, „The Battle Joined“, ungemein sehenswert wegen der Culloden-Darstellung. Wie Ron Moore in seiner Einleitung zu den geschnittenen Szenen verrät, war sie ursprünglich anders geplant, sehr viel geradliniger und mehr aus der sachlichen Perspektive heraus gestaltet. Ich kann gar nicht ausdrücken, wie glücklich es mich macht, sie aus Jamies Perspektive gezeigt zu sehen, langsam, unchronologisch [achronologisch?], zerrissen und sich immer wieder mit Jamies langsamem Verbluten auf dem Schlachtfeld (und den Schnitten zu Claires Zeit) überlappend. Zuletzt natürlich die traumgleiche Inszenierung des Totentanzes zwischen Jamie und Black Jack. Hier ist die 3. Staffel noch einmal alles, was mich an Outlander so faszinierte.

Hingegen stört mich massiv, daß nicht gezeigt wird, wie irgendeine gute Seele Jamies Bein abbindet. In The Scottish Prisoner (und vermutlich Voyager) erwähnt Diana Gabaldon extra, daß Jamie die Verletzung seiner Arterie (die in „The Battle Joined“ ja bewußt gezeigt wird) nur überlebt, weil Black Jacks Leiche die Blutzufuhr in seinem Bein abdrückt. In dem Tempo, in dem Jamies Rettung in der Serie vor sich geht (ohne Tourniquet!), wäre er innerhalb weniger Minuten ausgeblutet…
Aber was Realismus angeht, wäre sicherlich auch noch einiges zu Culloden zu sagen. Nur ist es bei Schlachtdarstellungen bekanntlich so, daß man sie entweder cineastisch oder korrekt präsentieren kann. Also hier nur ein Element, das man auch cineastisch hätte einbauen können – so drastisch es ist.

Mortar shell fragments have been found across the field at Culloden. This can only be because the Coehorn mortar crews in the government second line were continually raising their elevation in order to shorten the range, thereby keeping the Jacobites under fire as they raged across the field towards them.
Fragments of shell casings have also been found in the vicinity of the hand-to-hand fighting, indicating that the mortar bombs were still being hurled in, even after close combat had begun. The carnage would have been unbelievable and casualties from friendly fire would have been inevitable.
(Hugh G. Allison: Culloden Tales)

Dankbar bin ich Ron Moore dafür, daß Rupert nicht nur eingebaut wurde, sondern noch einmal richtig glänzen darf.

Claire und Franks Handlungsstrang wiederum ist eine Studie in zerrütteter Ehe. (Tobias Menzies erwähnt in den Extras eine Anleihe bei Who’s Afraid of Virginia Woolf?.) Beide starten ihr neues Leben miteinander mit den besten Vorsätzen, aber im Laufe der Zeit wird immer deutlicher, daß nichts funktioniert. Das einzige, das sie zusammenhält, ist Brianna. Sie sind beide gute Menschen, aber sie finden ganz einfach nicht wieder zusammen. Claire sucht Erfüllung in ihrer Karriere als Chirurgin, Frank beginnt mit Claires theoretischer Billigung (ihre Reaktion spricht gegenteilige Bände) eine feste Beziehung, und es ist ein Zeichen seiner Hoffnungslosigkeit, daß ausgerechnet Frank, der so verzweifelt um Claire kämpfte, um eine Scheidung ersucht, als Brianna volljährig wird. Doch dazu kommt es nicht mehr. Claires Szene an Franks Bahre ist unbeschreiblich schön und tragisch.
(Da Frank in den Büchern wohl nicht so gut wegkam – zumindest bei den Fans; Diana Gabaldon hat ein großes Verständnis für ihre Charaktere und schreibt eigentlich recht wenige wirkliche Schurken – erhielt er in A Leaf on the Eve of All Hallows einen wundervollen Auftritt.)

Parallel folgen wir Jamies Weg von Culloden nach Lallybroch und Ardsmuir, wo er John Grey wiederbegegnet, und zuletzt nach Helwater. Da ich Voyager nie gelesen habe, kann ich nur anhand der Lord-John-Geschichten schlußfolgern, daß im Buch zunächst nahegelegt wird (zumindest aus Jamies Sicht), Lord John könne ein weiterer Black Jack sein. (Jamies unterschwelliger Verdacht hält sich noch in The Brotherhood of the Blade und einem Teil von The Scottish Prisoner.) Es gibt oberflächlich betrachtet viele Gemeinsamkeiten zwischen beiden. Doch John Grey erweist sich wieder und wieder als einer der ehrenhaftesten und edelsten Charaktere der Geschichte.

Endlich, endlich kommt es zum Wiedersehen unserer Helden, und damit dürften die Fans glücklich sein, während für mich der Rest jeder Spannung entschwand. Es gibt immer wieder nette Szenen in den Folgen*, aber es plätschert alles so vor sich hin. Die Bösewichte überzeugen nicht, die Krisen überzeugen nicht. Schiffe und Landschaft sind schön. Die karibische Version des Titelthemas gefällt. Tiefergehendes gibt’s irgendwie nicht zu sagen, außer daß im Showdown noch einmal die Hand-Symbolik auftaucht. Weiter geht’s in Staffel 4 in Großbritanniens amerikanischen Kolonien, aber das wird dann wohl ohne mich stattfinden. Mehr Minidramen aus der erweiterten Fraser-Familie locken mich nicht so recht. Da warte ich doch lieber auf die nächste Lord-John-Geschichte…

The 46th Foot. Kleiner, feiner Beweis, daß die Ausstatter ihre Hausaufgaben gemacht haben. Ich freute mich, es zu sehen.


* Genossen werden kann z.B. die Empfangsszene in „The Bakra“ für ihren unterschwelligen Humor, den ich erst nach wiederholtem Ansehen so richtig erkannte. Claire macht sich so ihre Gedanken, was da zwischen Jamie und John Grey gelaufen sein mag… und natürlich sieht sie zweideutige Situationen überall! Herrlich ihr Gespräch voller unausgesprochener Warnungen mit John. Und dann kommt sie nach der Begegnung mit Geilis zurück, und schon wieder hocken die beiden Kerle aufeinander… Das ist Slapstick pur, aber so dezent gehalten, daß es nicht albern, sondern amüsant wirkt. Sehr schön!

Außerdem kehre ich immer wieder zu der geschnittenen (oder, wie sie’s nennen, „additional“) Szene von „Of Lost Things“ – eine der besten Folgen dieser Staffel – zurück, in der John Grey um Isobels Hand anhält. Niedlich und witzig und vor allem sehr im Geiste der Zeit (nur die Spinne ist zu viel), obwohl ich hundertprozentig davon überzeugt bin, daß Diana Gabaldon diese Szene komplett anders darstellen wird, wenn sie endlich mal dazu kommt. Das ist allerdings auch ein Kritikpunkt an den Büchern und ein Grund, weshalb ich die Serie so sehr mag: Die Drehbuchschreiber bringen mehr Tiefgang und mehr nachvollziehbare Gefühle in die Handlung. Gabaldon bleibt sehr an der Oberfläche bzw. schreibt ihren Charakteren Motive und Handlungen zu, die nicht wirklich einleuchten und in den seltensten Fällen berühren. Warum sollte John Isobel in erster Linie wegen Willie (vielmehr: wegen Jamie – ächz) heiraten? Sicher, logisch, er braucht aus der Natur der Sache heraus einen guten Grund, warum er überhaupt heiraten sollte, aber warum dann nicht Isobel interessant schreiben? TV-Isobel ist eine würdige Partnerin für John, was schön wäre in den Büchern zu sehen. Die bisherigen Szenen in The Brotherhood of the Blade (besser kann Gabaldon niemals werden) und The Scottish Prisoner spielen natürlich bereits sehr auf die zukünftige Heirat der beiden an; gerade letztere ist nicht nur sehr symbolträchtig, sondern herrlich skandalös – ich wartete förmlich auf die hereinplatzende und alles fehlinterpretierende Lady Dunsany. Aber man bekommt wenig Gefühl für Isobel als Persönlichkeit, noch weniger als Frau des edelsten aller edlen Charaktere der Buchreihe.

Ich lächelte vor mich hin, als im Podcast zu „All Debts Paid“ Claires Krankenhausszene im Trailer angesprochen wurde – Fans hätten spekuliert, sie liefe zu einem Notfall o.ä… Ich hatte ja bereits eine Spiegelszene dahinter vermutet, mit denen Outlander so wundervoll zu arbeiten versteht, und als solche erwies sie sich dann auch. (Die dazugehörige Szene? Staffel 2, Folge 1, Frank eilt durch das Krankenhaus in Inverness zu Claire.)

A propos, in den Podcasts witzeln Matt Roberts und Toni Graphia über Spin-offs, die sie gern sehen würden – Geilis, Black Jack!, Claire und Frank in Boston… Ich wäre definitiv für alle dabei. Aber natürlich käme für ein Spin-off in erster Linie Lord John in Frage; die Geschichten existieren immerhin schon. Und allein die Grundidee: Ein homosexueller Serienheld im Militär und in der Aristokratie Mitte des 18. Jahrhunderts? Hat man so noch nicht gesehen.

*Das* große Bild der dritten Staffel.

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Mit Outlander, Staffel 3, bin ich nun zur Hälfte durch und werde, sofern mir kein Knüppel zwischen die Beine geschmissen wird, am Wochenende damit fertig. Ich bin der Meinung, daß sich der Kauf der DVDs allein schon wegen der ersten Folge gelohnt hat, namentlich der Culloden-Schilderung. War mir nach der 2. Staffel nicht sicher, ob sie’s überhaupt einbauen würden, obwohl ich natürlich auf die dramaturgischen Regeln der Filmgeschichtenerzählung vertraute, und bin sehr glücklich mit dem Ergebnis, auch wenn es völlig anders als erwartet ausgefallen ist. Wow, wow und wow. Wer hätte gedacht, daß Ron Moore den letzten Showdown zwischen Jamie und Black Jack als einen solch sinnlichen, fast zärtlich-liebevollen Tanz gestaltet? Und kein Zweifel, Leute, das ist, was es ist, das ist eine ganz bewußte Inszenierung. Man beachte allein die unglaublichen Farben! Die Serie hat Sexszenen, die weniger erotisch sind als das.

Ansonsten saugt Staffel 3 den Zuschauer sehr viel langsamer ins Geschehnissen als es die ersten beiden Staffeln taten. Hängt natürlich mit einem über lange Zeit fehlenden Plot zusammen. Die erste Hälfte schildert einfach zwanzig Jahre in den getrennten Leben Claires und Jamies; Claires Ehe mit Frank, die trotz guter Absichten und Liebe auf beiden Seiten stetig vor die Hunde geht (das Ende gehört ebenfalls zu den ganz großen Szenen der Serie, in all seiner Stille); Jamies Zeit als Flüchtling vor dem Gesetz und dann als Gefangener. Das ist nun eine Zeit, die in den Lord-John-Geschichten sehr ausgebaut wurde und deshalb hier extrem gekürzt wirkt. Oh, und natürlich entspricht Film-John überhaupt nicht meinem inneren Bild, aber das ist ja eine alte Leier in literarischen Verfilmungen. (Quarrie ist klasse getroffen.)

Nun scheint endlich mal Bewegung ins Geschehen zu kommen – ich harre der Dinge, die da hoffentlich folgen.

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Nachdem ich nun kürzlich einen zweiten Auflauf auf Bearers of the Black Staff gestartet und verblüfft festgestellt hatte, daß meine Erinnerungen an Versuch 1 so überhaupt nicht stimmten, wollte ich natürlich wissen, wie’s ausgeht. Und das führte zu interessanten Erkentnissen.

The Measure of the Magic erschien 2011, also zu einem Zeitpunkt, zu dem eine gewisse sehr erfolgreiche Fantasy-TV-Serie gerade begonnen hatte, die Welt zu erobern. Und mit deren literarischer Vorlage Terry Brooks sichtlich vertraut war. So schwelgt Measure fast schon nostalgisch (so viele Anleihen gab es seit Sword nicht mehr) in fremden Gefilden. Mal sehen: Wir haben die schöne, aber kalte und ambitionierte Königin, die mit Unterstützung ihres Liebhabers ihren Ehemann ermorden läßt und diese Tat ihrer Stieftochter in die Schuhe schiebt, um sich selbst zur Herrscherin zu machen. Wir haben den religiösen Eiferer und seine Schäfchen, die ihrerseits Machtgelüste pflegen. Wir haben die Barbarenhorden vor den Toren – okay, es sind Trolle, aber mal ehrlich… Wir haben das Mädchen, das sein Augenlicht verliert. Und wir haben die Prinzessin/rechtmäßige Königin, die einen Drachen in die Schlacht reitet. Super! Nicht zu vergessen, daß Measure für einen Brooks-Roman extrem finster ist und eine hohe Sterberate nicht nur unter der kämpfenden Bevölkerung wie sonst aufzuweisen hat.

Zum Glück gibt’s dann aber auch eigenständige Elemente, die die Handlung der Übergangszeit zwischen alter und neuer Welt weiterführten. Measure läßt den Leser mehr oder weniger unvollendet an der Schwelle der Entstehung der Vier Länder zurück, und mir will scheinen, daß eine Hintertür offengelassen wurde, um Terry Brooks bei Bedarf eine Rückkehr ins Shannara-Universum zu ermöglichen. (Nach dem Ende der aktuellen Trilogie ist ja zumindest mit der fortlaufenden Handlung Schluß.) Legends of Shannara ist also weniger ein Zweiteiler als vielmehr eine Reihe, die mehr als genug Zeit und Raum bietet, um noch jede Menge Abenteuer bis First King zu enthalten.

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Change the world

Fans haben eine Unterschriftenaktion organisiert, um eine dritte Staffel der Shannara Chronicles durchzusetzen. Prinzipiell habe ich damit kein Problem, ich würde sie definitiv auch sehen wollen (alle Meckerei ungeachtet), aber mich irritiert ein wenig, daß ausgerechnet die Plattform change.org dafür gewählt wurde. Mit change.org verbinde ich Klima- und Naturschutzziele. Menschenrechte. Friedens- und Freiheitsbewegungen. Und The Shannara Chronicles? Hmm…

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Ebenfalls rechtzeitig zu Weihnachten erschien die DVD zu An Inconvenient Sequel: Truth to Power. Während sein Vorgänger, An Inconvenient Truth, „nur“ die Ursachen und Auswirkungen des Klimawandels einem breiten Publikum bekannt machte sowie Lösungen vorstellte, packt der zweite Film auch ein heißes Eisen an: Die Politik und Machtstrukturen, die untrennbar damit verbunden sind.
Das ist etwas, das sich viele Menschen nicht klarmachen. Umweltschutz (und Filme wie dieser) sind etwas für die Grünen, für die Ökos, ist so die allgemeine Einstellung. Daß aber viele andere Probleme, die in unserer Gesellschaft wie auch in der Politik für dringlicher gehalten werden, damit zusammenhängen; daß diese Probleme nicht in einem Vakuum entstehen; das wollen die wenigsten wissen.

Nun ist Trump natürlich in aller Munde; ich frage mich, was die Presse ohne ihn getan hätte. Aber picken wir uns im Kontrast mal die deutsche Klimapolitik heraus. Vorreiter in der Energiewende wollten wir sein, hieß es. Inzwischen heißt es volle Kraft zurück. Landläufig wird wieder einmal die grüne Energiewende als zu teuer dargestellt, und aus irgendwelchen Gründen wagt sich keine Presseplattform daran, diese Behauptung zu beleuchten. Tatsache ist zum Beispiel, daß Atomstrom subventioniert wird. Ja, mit Steuergeldern. Tatsache ist ebenfalls, daß, ja, auch die Erneuerbaren subventioniert werden, aber sie werden dafür bezahlt, daß sie einen großen Teil ihres produzierten Stroms nicht einspeisen. Das ist ein so absurdes System, daß es seinesgleichen sucht. Der Grundgedanke dahinter ist nämlich folgender: Insbesondere Atomkraftwerke brauchen eine lange Zeit, um herunter- und wieder heraufgefahren zu werden. Windkraftwerke hingegen brauchen nur einen Bruchteil dieser Zeit. Das heißt, daß in Zeiten von zu viel Stromproduktion natürlich an die schneller reagierenden Produzenten herangetreten wird. Soweit macht es Sinn. Aber nun kommen wir zum Knackpunkt. Trotz erklärter hoher Energiewendeziele werden die fossilen Werke weiterhin nicht stillgelegt und durch erneuerbare Energien ersetzt. Denn das Stichwort ist die von gewissen Interessensvertretern geschürte Angst vor der Stromlücke. Was, wenn die Erneuerbaren einmal nicht genug Strom produzieren? Nein, nein, wir brauchen die guten alten verläßlichen fossilen Erzeuger… Und so sind die Erneuerbaren teuer, nicht, weil sie gebaut werden und Strom produzieren, sondern weil sie dafür entschädigt werden, ihn nicht einzuspeisen und damit den Fossilen Konkurrenz zu machen. Und in Kurzform heißt es dann überall: Die Erneuerbaren sind teuer.

Das ist Politik. Und das sind die Machtstrukturen, die ein großes Thema in An Inconvenient Sequel bilden.

Wir sehen diese Art von Tatsachenumschreibe derzeit überall, nicht nur in der Energiepolitik. In den letzten Jahren sind Diktatoren und Möchtegerndiktatoren emporgeschossen wie die Pilze, und mit ihnen kam eine neue Welle von Geschichtsumschreibung, Tatsachenverdrehung und Fehlinformation. Und leider sind viele Menschen nur zu gern bereit, sie zu glauben. Auch das ist so ein Punkt. Das arme, unterdrückte Volk ist nicht unbedingt immer ein Opfer.
Ich möchte hier nicht den inflationär gebrauchten Begriff „fake news“ verwenden, denn jeder verwendet ihn für das, was er dafür hält. In einer Universitätszeitschrift war es, meine ich, daß jemand einen der Slogans des Wissenschaftsmarsches, „Fakten haben keine Alternativen“, in der Luft zerriß. Wer immer dieses Plakat schwenkte, so seine Aussage, war definitiv kein Wissenschaftler. Denn die unterschiedliche Interpretation von Fakten gehört zum wissenschaftlichen Diskurs. Mit Platitüden und Schlagwörtern kommt man also auch bei aller guten Absicht nicht weit.

Am sehr prominenten Beispiel Al Gores stellt An Inconvenient Sequel den langen, harten und oft frustrierenden Kampf eines Aktivisten dar. Der Film beginnt mit Angriffen, besseren Verhören, den Versuchen, seinen Ruf zu untergraben, seine Qualifikationen zu hinterfragen, kurz, ihn als unglaubwürdig erscheinen zu lassen – ihn unschädlich zu machen. Doch Gore glaubt nicht nur, er ist überzeugt davon, daß die Wahrheit (im Sinne Gandhis) eine Macht in sich selbst ist, vor der sich über kurz oder lang niemand verschließen kann. Er sieht den Kampf um die Rettung unseres Planeten in einer Tradition mit der Bürgerrechtsbewegung, der Feminismusbewegung, der Homosexuellenbewegung, der Anti-Apartheid-Bewegung. Alles lange, zähe und von vielen Rückschlägen gekennzeichnete Kämpfe um Wahrheiten, die es wert sind, gekämpft zu werden.

Ich mag die Ästhetik des Musikvideos.

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