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Archive for the ‘Film & Fernsehen’ Category

Hach…

Der neue Trailer zu Outlanders dritter Staffel. Ich bin glücklich. Die Serienmacher haben sich schon in den letzten beiden Staffeln einiges einfallen lassen, um die Charaktere ausgewogener zu gestalten als sie es in den Bücher sind. Ich kenne, wie gesagt, nur die Lord-John-Abenteuer, aber über Outlander Kitchen kommt man ja doch zwangsläufig mit einigen Infos in Berührung. Und nach dem, was ich bisher gelesen habe, finde ich beispielsweise Buch-Jamie total öde. In der Serie hat er Witz, Charme und gefällt einfach. TV-Claire darf Fehler haben; sie ist kurzsichtig und teilweise schlichtweg egozentrisch. Im Buch muß sie, wie Jamie, perfekt sein; sämtliche Probleme in ihrem und Jamies Leben beruhen daher immer auf den anderen, imperfekten Leuten um sie herum. Und so bibberte ich schon ein bißchen davor, was nun wohl in Staffel 3 mit Frank werden würde, der bei den Fans in dem Buch-Zeitraum überhaupt nicht gut wegkommt (was natürlich auch damit zusammenhängen könnte, daß sie Fans sind). Aber der Trailer gibt mir Hoffnung – ich hätte wissen sollen, daß ich den Machern vertrauen kann. (Es hilft sicherlich, daß Ron Moore, wie’s scheint, Sympathien für Frank hat und sein Hauptschreiber ist.) Das Drama in Claires und Franks Ehe ist eben, daß ihre Liebe ungleich verteilt ist. Die Serie ist darin wesentlich realistischer, aber auch tragischer als es die einseitige Schuldzuweisung der Bücher hinbekommt.

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Nicht unpraktisch bei meinen sexlustigen Nachbarn auf der anderen Seite der Wohnzimmerwand war die Anschaffung der Fifty Shades Darker-DVD. Home cinema rules!
Der Film ist so lala – es fehlen die Farbstimmungen des ersten Teils (nicht unähnlich dem ersten und zweiten Twilight-Film); sehr amüsant hingegen das Nachholen einiger der klassischen Szenen des ersten Buches, die in dessen Filmadaption nicht gezeigt wurden. Ich sage nur: Liebeskugeln! Und ich bezweifle, daß ich jemals wieder dieses Wort hören kann, ohne an die vollkommen bizarre Unterhaltung zu denken, die ich mit meiner Mutter über das Thema hatte. Das trägt nun nicht gerade zum Erzählfluß bei, aber selbiger fehlte mir auch in der Romanvorlage, von daher… Dennoch werden selbst die wenigen dramatischen Szenen, die das Buch zu bieten hat, gnadenlos heruntergespielt. Es plätschert alles so vor sich hin. Schade, denn der Film hat auch einige eigentlich sehr amüsante Szenen – mehr davon wäre die Lösung!
Was ist auf der Plusseite zu verzeichnen? Dakota Johnson ist schön wie nie und rechtfertigt allein das Ansehen. (Jamie Dornan hingegen hat sich in den Jahren seit Teil 1 nicht ganz so gut gehalten.) Danny Elfman setzt seine gelungene Arbeit fort; überhaupt ist der Soundtrack wieder ausgezeichnet.

Teil 3 folgt wie immer am Valentinstag (2018), und a propos hier noch der Link zum entrüsteten Artikel im PureFlix-Blog: https://insider.pureflix.com/news/old-fashioned-a-christian-alternative-to-50-shades-darker

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In Joseph Sheridan le Fanus Gruselgeschichte A Strange Event in the Life of Schalken the Painter, die 1839 erschien und von Schalcken und seinen Gemälden inspiriert wurde, heißt es: „Bilder gibt es, die, ich weiß nicht auf welche Weise, in uns die Überzeugung befestigen, wir hätten es nicht nur mit irgendwelchen Idealgestalten und erdachten Kombinationen zu tun, wie sie dem Künstler durch den Sinn gegangen sein mögen, sondern mit Szenen, Gesichtern und Situationen, welche in Wahrheit existiert haben.“ Der Erzähler bezieht sich insbesondere auf ein erfundenes Gemälde, das die Schlüsselmotive des schaurigen Märchens im Stile von Herzog Blaubarts Burg darstellte. Obwohl die Handlung komplett erfunden ist, enthält sie jene Elemente, die auch die Betrachter von Schalckens Bildern in ihren Bann ziehen: die mysteriöse, evokative Welt der Nacht, die ein bevorzugtes Terrain von Künstlern und Liebenden ist. Und wie im Zitat erwähnt, verknüpft die erfolgreiche Inszenierung einer idealisierten Künstlerpersönlichkeit Schalckens Leben schlussendlich noch enger mit seiner Arbeit. Auf diese Weise scheint seine Bildwelt bereits die Imagination der Gothic Novel anzukündigen, und seine Umarmung der enigmatischen und poetischen Aspekte des künstlerischen Prozesses lässt den Aufschwung der erotisierten Künstlerateliers im 18. und 19. Jahrhundert erahnen. […] In den Darstellungen des Eros veranschaulicht Schalcken die Kunst und das Begehren als etwas, was auf ewig miteinander verschmolzen ist und sich in den einsamen und inspirierten Nachtstunden offenbart.

In der BBC-Doku-Serie Omnibus, die, wenn man mal auf YouTube nachsieht, sich mit Kunst in all ihren Bandbreiten befaßt, war Schalcken the Painter insofern die Ausnahme, daß es sich um eine rein fiktive Geschichte handelt. (Sie lief, so die Info, anstelle der üblichen Weihnachtsgeistergeschichte. Weihnachten? Geistergeschichte? Diese spleenigen Briten…) Dennoch erzählt der Film über Kunst, weniger über Schalckens Werke per se – obwohl natürlich einige gezeigt werden und gerade die dafür in Szene gesetzten Modelle großartig anzusehen sind –, sondern über die niederländische Schule seiner Zeit, die Leidener Feinmalerei, als deren Begründer sein Lehrmeister Gerrit Dou gilt.

Das Clevere an Schalcken the Painter ist, daß er über diese Kunst erzählt, indem er sie zeigt, nicht darüber doziert. Vordergründig stellt die Handlung le Fanus Geschichte dar, eine hoffnungs- und herzlose Geschichte über Gier in all ihren Gewändern. Le Fanus Geschichten sind nie offenkundiger Horror, nicht, was wir heute unter diesem Begriff verstehen, und auch der Film setzt höchst selten auf Effekte. Aber die Bilder zu dieser Handlung sind im Stile der Leidener Künstler gehalten. Wir sehen viele Totalen oder Halbtotalen, langsame, ruhige Schnitte. Der Dialog ist auf das nötigste beschränkt; die größte Textmenge dürfte der Erzähler haben, und selbst diese ist überschaubar.

Auch andere Künstler schauen mal vorbei…

Allerdings versäumt der Film, viel von Schalckens Werk abseits seiner Lehrstube zu schildern, also gerade das, was seinen eigenen Stil ausmachte. Nur das allgegenwärtige Kerzenlicht darf natürlich nicht fehlen. Sicher: Im Sinne le Fanus muß etwas Ominöses an dieser Wandlung sein, und der Witz, der Schalckens Bilder auszeichnet, geht komplett unter. (Dabei hatte auch le Fanu eine humorvolle Ader, wenn man beispielsweise an The Room in the Dragon Volant denkt.) Aber der Sprung von Statik im Sinne der Leidener zu der Bewegung in Schalckens späteren Bildern fehlt, wenn logischerweise der Film hier folgen sollte. Wir sehen sie bestenfalls im Showdown.

Dennoch ein sehenswerter kleiner Film.

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Claire… backt?

Und wie ich soeben entdeckte: Der Teaser für Outlanders 3. Staffel ist online:

Yes! Ich habe die ganze Zeit gesagt, sie können Culloden nicht einfach so weglassen. Tada!
Ich nehme noch Wetten an, ob sie Jack einbauen oder nicht. Nein wäre äußerst innovativ, was ich begrüße, aber andererseits kann man als Geschichtenerzähler einen solch zentralen Charakter nicht einfach verschwinden lassen. Ja bedeutet die Frage, wer ihn umlegt. Klassischer Weg: Jamie, was alles in allem natürlich die Ideallösung wäre. Andererseits würde ich als Fan eher unüblicher Lösungen auch Murtagh beglückwünschen (der Jack vermutlich noch mehr haßt als Jamie – ich liebe seine Szenen in „The Hail Mary“!) oder, mal ganz unerwartet, Rupert.

(Und oh, oh, entdecke ich da auf 0:28 eine Spiegelszene?)

Erheblich ärgerlicher ist, daß es erst im September losgeht. Das heißt, ich als internetloser Mensch komme schätzungsweise erst Ende 2018 in den Genuß der DVDs.

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Die Entdeckungen reißen nicht ab. Nachdem ich die Tage ja erst die Verlinkung zum Berlin-Tempelhof-Eintrag auf Wikipedia entdeckt hatte, erfuhr ich nun (vielen Dank, Frau K.!), daß mein Rübezahl-Artikel ebenfalls seinen Weg auf Wikipedia gefunden hat: https://de.wikipedia.org/wiki/R%C3%BCbezahl_%E2%80%93_der_Herr_der_Berge

Ich hatte mich schon gewundert, woher die gestiegenen Zugriffszahlen stammten…

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Eine der penetranteren Kaufempfehlungen, wenn man die Outlander-DVDs und das Making of-Buch erstanden hat, ist Finding Fraser. Ich hatte es lange Zeit ignoriert, weil Jamie nun so überhaupt nicht mein Held ist (ähnlich wie Edward in Twilight nie zündete). Aber irgendwann hatte ich nichts mehr zu lesen. Das Allan-Ramsay-Buch war schön, konzentrierte sich aber in erster Linie auf seine Techniken. (Ramsay ist einer meiner Lieblingsmaler, seit ich ihn durch das Cover meiner Ausgabe von Richardsons Clarissa kennenlernte.) Ein anderes ist noch im Transit aus Übersee. Aus lauter Verzweiflung knickte ich daher doch ein.
Finding Fraser ist eine Screwball-Komödie, keine Frage, was nicht mein Ding ist. Es mauserte sich aber zusehends und erinnerte mich an moderne Verarbeitungen von Austen-Romanen – Bride & Prejudice, Clueless oder The Jane Austen Film Club fallen ein. Natürlich weiß jede Leserin, daß Heldin Emma ihren Jamie gleich sehr früh gefunden hat, als Schotte auf US-Tour Jack Finlay (JF!) sie in der großartigen Stripperszene rettet. Aber Emma ist halt nicht die Hellste, und überhaupt kann ihr Jamie Fraser doch niemals Jack heißen! Und so braucht es denn viele Irrungen und Wirrungen und viele Anspielungen auf die literarische Vorlage (Emmas „Rettung“ von Jack aus seinem unfreiwilligen „Verlies“ ließ mich herzlich lachen) und deren Fans, bis es zum Happy End kommt. Das Beste sind zweifellos die Blogeinträge samt Kommentaren aus aller Welt… wobei ich leider anmerken muß, Emma, daß die deutsche Kommentatorin definitiv ein Fake ist – daß sie „Deutschland“ nicht schreiben kann, ist heutzutage vielleicht nicht mehr so ungewöhnlich, aber ihr Screenname macht nicht den geringsten Sinn.
Leider hält das Buch diesen Level nicht beständig durch. Es gibt sehr, sehr konstruierte Szenen, die nicht einmal Emmas Blödheit überzeugend erklären kann.
Dafür wird Braveheart korrigiert und Mel Gibson durch den Kakao gezogen…

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Inzwischen auf DVD erschienen ist Die Kuckucks, für den Marta zusammen mit Robert A. Stemmle das Drehbuch schrieb. Unter ihrem Pseudonym Marta Moyland, daher wird nie die Verbindung gezogen zwischen Eine Frau in Berlin und ihrer Karriere jenseits davon, wie ja auch im Fall von Sündige Grenze und Toxi.

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Fertig mit der zweiten Runde Outlander. Nun, wo man nicht in erster Linie auf Handlung gucken muß, hat man viel Zeit für Nuancen, und, Mann, schwelgte ich!
Als ich seinerzeit mit der Serie anfing, erwartete ich nicht viel und war am Ende massiv beeindruckt. Jetzt, nach Wiederholung, kann ich unbesorgt sagen, daß Outlander ein wirkliches Qualitätswerk ist. Auch wenn ich die Sexszenen immer noch ein bißchen exzessiv finde. Solange sie im Kontext der Handlung eine Funktion erfüllen, kein Problem, aber Sex um des Sexes willen… naja.
Ich habe auch ganz neue Lieblingsszenen entdeckt. Man könnte sich darüber streiten, ob Leichtherzigkeit bei Claires und Jacks drittem Zusammentreffen in „Both Sides Now“ angebracht ist, aber die Szenen mit Black Jack Randall sind alle so intensiv und furchtbar, daß es guttut, zwischendrin mal etwas zum Schmunzeln zu haben. So kommt es denn, daß Claire in ihrem kurzlebigen Moment der Überlegenheit einen Klassiker des 50er-Jahre-Kinos ausspielen darf: Die Krawattenszene! Wer sich erinnert, auch Whoopi Goldberg durfte sie in Corrina, Corrina persiflieren. Sie geht ungefähr so: Ehemann macht sich bereit für den Weg ins Büro und kommt wieder einmal mit dem Binden seiner Krawatte nicht zurecht, so daß schließlich Ehefrau eingreift. In „Both Sides Now“ ist diese Szene doppelt witzig, weil: a) Okay, wir reden hier von Jack Randall, Sadist ersten Ranges, und die Vorstellung von Claires ehefraulicher Standpauke im Sinne der guten alten 50er… Ja, ich lachte. („Now you listen to me, Jonathan Randall…“ – „Yes, dear.“)

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b) Die zweite Humorebene entsteht natürlich dadurch, daß beide Darsteller in der 1940er-Zeitlinie tatsächlich ein Ehepaar verkörpern. Ein netter Bogenschlag auch zu der früheren Folge „The Garrison Commander“, Claires und Jacks zweitem Zusammentreffen, die – was mir beim ersten Anschauen völlig entgangen war – durch und durch eine Geschichte über Claire und Frank ist, obwohl sie de facto nur eine Rückblickszene zusammen haben. Als solches ist sie auch ein entscheidender Knotenpunkt der Handlung. Die Produzenten selbst weisen clever darauf hin, als sie in der Titelkarte (eine kurze Szene mit Detailaufnahmen des Sets, während derer der Episodentitel eingeblendet wird) Franks Armbanduhr neben Jacks Rasierset plazieren.

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Es ist eine Folge über die Verbindung, wenn nicht gar Gleichsetzung der beiden Männer für Claire. In den vorhergegangenen Folgen vermißt Claire Frank zunehmend; nun plötzlich steht sie dem Mann gegenüber, der Frank in dieser Zeitlinie zumindest äußerlich so sehr gleicht. Und obwohl sie ihr erstes Zusammentreffen nicht vergessen hat, ist sie doch geneigt, Frank in Jack zu sehen. Ihr ganzes Verhalten Jack gegenüber wird von dieser Hoffnung beeinflußt. Sie weint über den Verlust des Guten, das sie durch ihren inneren „Frank-Filter“ in Jack vorhanden glaubt. Sie gesteht Jack, sie sei glücklicher als er wisse, als sie glaubt, ihn auf den Pfad des Guten zurückgeführt zu haben. Und genauso – das ist das wirklich Interessante hier –, als Jack diesen Glauben effektiv zunichte macht (und sich nebenbei als der hochintelligente Menschenkenner und sadistische Mistkerl erweist, als den das Publikum ihn von nun an kennen und fürchten lernt), beginnt Claires Liebe zu Frank zu schwinden. Zwar versucht sie in „Both Sides Now“ noch einmal, zu ihm zurückzukehren, aber es ist bereits mehr eine Flucht vor den Veränderungen, die sie in sich bemerkt, als eine Flucht zu ihm. Es ist auch vielsagend, daß Claires Heirat mit Jamie gleich in die Folge nach „The Garrison Commander“ fällt.
„The Garrison Commander“ ist vermutlich meine Lieblingsfolge der ersten Staffel geworden. Sie ist ein Kammerstück, ungemein clever aufgebaut, vielschichtig, eines der besten Beispiele, wie in Outlander so viel ohne Worte, nur durch Blicke, Mimik und Gesten vermittelt wird, und natürlich großartig getragen von der schauspielerischen Leistung Caitriona Balfes und Tobias Menzies’ in ihrer langen Unterhaltung, die das Herz der Folge bildet.

Nun bin ich leicht abgeschweift.

Der zweite Lacher am Ende von „Both Sides Now“ ist so ziemlich der letzte, den wir in Verbindung mit Black Jack bekommen (sein Artus-Witz in Wentworth ist wirklich gut!), also ist er erlaubt und noch einmal ein kurzer Lichtblick, bevor die Szene scheußlich wird. „What kind of gentleman keeps a rope in his desk?“ regt Claire sich auf, ganz empörte englische Dame, während sie bereits Übles auf sich zukommen sieht. Schön!

Wo wir beim Thema sind: Ich hatte leichtes Magengrimmen in Bezug auf „Wentworth Prison“ / „To Ransom a Man’s Soul“. Es ist schwierig, finde ich, Folgen noch einmal zu sehen, von denen man weiß, daß sie an die Substanz gehen. Und ja, sie gehen auch in der Wiederholung an die Substanz. Gleichzeitig sind sie natürlich absolut sehenswert. Von Tobias Menzies’ wandelbarem Schauspieltalent hat man die ganze Serie hindurch schon viel zu sehen bekommen, obwohl er in der Abschlußdoppelfolge noch einen Schritt weitergehen darf; Sam Heughan hatte diese Chance noch nicht wirklich. Jamie ist zu sehr der Held ohne Furcht und Tadel, mit Fehlern und Schwächen zwar, aber letztlich immer obenauf. Dies, so schrecklich mitanzusehen ist, wie er langsam, qualvoll und mit perverser Psychologie gebrochen wird, ist Sam Heughans bester Moment. Es ist alles in seinen Augen, sage ich nur.

pietaDie Pieta. Ich liebe gelungenen Gebrauch von Ikonographie. Kurz darauf verspottet Jack Jamies Christ-gleiche Passivität im Leiden (man denke auch an Jamies festgenagelte Hand), was wiederum einen Bogen zu „Lallybroch“ schlägt, als Jamie anmerkt, es stecke ein Teufel in Jack Randall; ebenso zu Claires Schwur in „To Ransom a Man’s Soul“ (der Episodentitel selbst weist schon auf die religiöse Verbindung hin, ebenso die Titelkarte): „Randall may have had your body, but I’ll be damned if he has your soul as well.“ Und Murtagh kommt in Staffel 2 noch einmal darauf zurück, als er Jack als „the devil’s spawn“ bezeichnet.

A propos, ich glaube, ich habe nun endlich herausgefunden, was mich an Staffel 2 so störte: Ihr fehlen lange Zeit all die Parallelen und Verknüpfungen, das Spiegelbildliche, das Staffel 1 durchzieht. Staffel 2 ist über viele Folgen hinweg sehr, sehr wörtlich, keine Spur von Metaebene. Zwar ist die erste Hälfte von Folge 1, „Through a Glass, Darkly“, voll davon, aber – und das ist vielsagend – nur dadurch, daß Frank wieder ins Spiel kommt. Danach ist Sense, bis – aha! – Jack in Paris auftaucht. Ellen Moody analysierte Outlander als Dreiecksgeschichte, und sie hat völlig recht damit. In Fankreisen und auch seitens Autorin Diana Gabaldon, was ich bisher gesehen und gelesen habe, ist der Fokus immer auf Claire und Jamie. Aber die Geschichte hat keinerlei Tiefgang ohne was Ellen als den Doppelgänger Frank/Jack bezeichnet; wer weniger tiefenpsychologisch vorgehen möchte, macht eine Vierecksgeschichte daraus. Beides funktioniert. Und sobald Jack mit der dramatischen Verknüpfung sowohl zu Wentworth und dem Mißbrauch an Fergus (ich nenne das zuschlagendes Karma) als auch zu Claire (ein Leben für ein Leben) während des Duells die Bühne vorerst wieder verläßt, verschwindet ebenso die Metaebene. Nicht, daß die Serie an dieser Stelle schlechter wird – wir kommen nun zum herzzerreißenden und epischen Teil, und das hat eigenen Wert, aber es gibt herzlich wenig zu deuten. Den nächsten Bogenschlag finden wir tatsächlich erst wieder in „The Hail Mary“ mit, jep, Jacks Rückkehr. Erst jetzt, nachdem ich Staffel 1 noch einmal gesehen hatte, konnte ich die wundervolle Szene zwischen Claire und Jack als das Gegenstück zu ihrer Szene in „The Garrison Commander“ erkennen, das sie ist. Mit einer Wendung! Diesmal versucht Claire nicht, seine Seele zu retten, während man den Eindruck bekommt, daß das genau das ist, was Jack von ihr erbittet, zumindest den kleinen Teil seiner Seele, den er sich noch erhalten hat.

Diana Gabaldon ist in Staffel 2 als Gastautorin vertreten, nämlich bei der Folge „Vengeance is Mine“. Der Schwerpunkt dieser Aussage ist „Gast“. Man merkt, daß die Folge nicht aus der üblichen Schreibwerkstatt stammt, so sehr das Stammpersonal natürlich Rat und Tat leistete. Sie ist in vielem simpler, aber auch eigenständiger, ein in sich abgeschlossenes Abenteuer, wenn man so will. Star ist zum letzten Mal Simon Callow als der Duke of Sandringham, der wie immer jedem die Show stiehlt. Stellt Jack Randall den Finsterling dar, so ist Sandringham der witzige Schurke. Ich bedauere sehr, daß sie nie eine gemeinsame Szene haben. (Und ich tappe völlig im Dunkeln, was eigentlich ihre Beziehung ist. Wird vermutlich in den Büchern erläutert.)

Beginnend mit „Faith“ ziehen sich Tod, Abschied und Verlust als Leitthemen durch die Handlung. Von nun an verlieren wir eine erhebliche Anzahl von etablierten und liebgewonnenen Charakteren, ganz zu schweigen von all den Verlusten auf Culloden Moor, die wir nie zu sehen bekommen. Ich hoffe sehr, daß die Macher in Staffel 3 zumindest ein paar Rückblenden einbauen! Insbesondere Dougal darf in „The Hail Mary“ und „Dragonfly in Amber“ noch einmal richtig glänzen.

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Wie das dann immer so kommt. Angeregt von Franks Recherchen in Outlander hatte ich vor, meine Familienforschung wieder aufzunehmen, namentlich den eigentlichen Hauptzweig, wenn man so will, von dem ich meinen Nachnamen habe. Konzentrierte mich lange Zeit auf meine mütterliche Linie, weil, ganz einfach, diese wesentlich einfacher nachzuverfolgen war – denn ehrlich, so häufig ist „Kleehaas“ nicht… (Schweizer Wurzeln, früheste bisher gefundene Erwähnung 1331. Das ist älter als manches Adelshaus.)
Bei den Schnabels sieht’s schon schwieriger aus. Google hilft einem da auf Anhieb nicht weiter. Was ich auf alle Fälle näher begutachten wollte (und immer noch will), ist die Geschichte der zwei Brüder Carl und Christoph Schnabel aus Heyersum. Ich habe mir sagen lassen, daß in Heyersum ein Zwist zwischen zwei Schnabel-Linien existiert(e), von denen offenbar keiner mehr weiß, wie er entstanden ist, und möglicherweise liegen die Wurzeln bei diesem Brüderpaar. Es ging um die Erbschaft des Pachthofes – dramatische Geschichte, mir liegt die Akte vor.
Während ich aber noch hier nachschlug, kam mir der bisher älteste bekannte Ahnherr dieses Familienzweiges in den Sinn, der Hildesheimer Stadtsoldat Johann Otto Schnabell, auch ein interessanter Kandidat. Ich sah mir also seine Daten an… und mußte lachen. Zwar weiß ich bisher nicht viel über ihn, aber er heiratete 1750 Anna Catharina Pfingsten, verwitwete Fernhaber. Somit sind wir genau in der Zeit, die Outlander behandelt. Und sie teilen sogar einen Vornamen. Ich hoffe, die Parallelen enden hier – einen Black Jack Schnabell brauche ich wirklich nicht in meinem Stammbaum.
Johann Ottos Vater war vermutlich ebenfalls Stadtsoldat, und hier wird’s interessant. Im Stadtarchiv Hildesheim nämlich gibt es eine Akte „Klage des Neustädter [=Hildesheimer Neustadt] Magistrates gegen den Juden Moses Herz, den Advokaten Klebert und wegen des Stadtsoldaten Pfingsten. 1744-1748“. Dieser Stadtsoldat Pfingsten war unter Garantie entweder der Bruder oder der Vater von Anna Catharina, denn wie ist es bis heute? Man lernt die meisten Menschen durch den Beruf kennen. Und die Schnabels und die Pfingstens waren offenbar militärische Traditionsfamilien. Genauere Forschung folgt.

Was machten Hildesheimer Stadtsoldaten eigentlich? fragte ich mich. Laut den Beiträgen zur Hildesheimischen Geschichte, enthaltend die darauf Bezug habenden Aufsätze der sämmtlichen Hildesheimischen Wochen- und einiger kleinen Gelegenheitsschriften bis zum Jahre 1828, Band 1 (1829), Aufsatz „Von dem Landsturme, den Landsknechten und Soldaten im Hildesheimischen“:

Beständige Stadt-Soldaten hatte man aber in Hildesheim im sechzehnten Jahrhundert noch nicht, denn, ob wir gleich in den Chroniken lesen, daß die Stadt Hildesheim in der Stiftsfehde, außer den bewaffneten Bürgern, auch Knechte, d. i. Soldaten gehalten, und damit für Bischof Johann IV. die Festung Peine besetzt habe, so wurden diese doch nach beendigter Fehde wieder entlassen, wie dieß die Fürsten mit ihren Landsknechten eben so machten. Die ersten Versuche, beständige Stadt-Soldaten anzuwerben, fallen in die ersten Jahre des siebenzehnten Jahrhunderts. Die städtischen Chroniken besonders, das mehr erwähnte Verzeichniß der Merkwürdigkeiten des Stifts und der Stadt Hildesheim erzählt, daß im Jahre 1606 Soldaten angenommen, und täglich jedes Thor mit 6 Mann derselben besetzt worden sey. Eine andere Chronik erwähnt, daß 1614 den 20. September, im Rathe zu Hildesheim bewilliget sey, 100 Soldaten anzunehmen, und damit die Wache Tag und Nacht zu bestellen, und daß diese Neuerung aus Besorgniß einer Kriegsgefahr, weil die Spanier im gedachten Jahre Wesel eingenommen hätten, veranlaßt worden; diese Soldaten wären auch den 26. September gedachten Jahrs bewaffnet, aber bald wieder abgedankt, weil die Bürger sich geweigert hätten, das Soldatengeld aufzubringen. Ferner: am 20. Febr. 1620, wären 100 Mann Stadt-Soldaten angenommen, um die Wache auf den Wällen und vor den Thoren zu halten, sie wären mit rothen Manteldecken, mit gelben Schnüren (die Farbe des Stadtwappens) besetzt, bekleidet gewesen, und die Bürger hätten monatlich sechs Groschen Soldatengeld geben müssen.
Der bald nachher im dreißigjährigen Kriege in Hildesheim eingetretene gewaltsame Zustand, wo die Stadt in der Zeitperiode von 1632 bis 1643, zweimal von fremden Truppen occupirt wurde, und daher ihrer nicht mächtig war, ließ an keine eigene militärische Einrichtung denken; im Jahr 1643 wurde aber die Stadt, vermöge der damals abgeschlossenen Recesse in den Stand, worin sie vor 1630 gewesen hergestellt, und hiernächst vom Magistrat am 9. November 1643, eine Stadtmiliz von 450 Mann angenommen, welche Zahl sich aber später um etwas vermindert hat. Sie war in drei Compagnien eingetheilt, deren jede von einem Offizier, nämlich eine von dem Capitain-Lieutenant, die andere von dem Lieutenant, und die dritte von dem Fähnrich angeführt wurde. Das Ganze stand unter dem obenerwähnten Stadt-Capitain oder Commandanten, welcher, wenn er einen höhern Titel wünschte, sich solchen von einem Fürsten, dem er vorhin gedient hatte, verschaffte, z. B. Major ec. Zum Unterhalte dieser Stadt-Soldaten, war vorzüglich der Licent oder die Accise angewiesen. Man sehe das Licent-Patent des Magistrats von 1644.
Nichts destoweniger blieben auch die, in ihre neun Beuerschaften der Alt- und Neustadt, als so viele Compagnien, eingetheilten Bürger bewaffnet, unter Anführung ihrer Lieutenants, Fähnriche und Führer, und besetzen die innern Thore der Stadt, wogegen die Stadt-Soldaten die äußern Thore bewachten, man sehe z. B. die Verordnung des Magistrats der Neustadt Hildesheim, vom 13. Mai 1717. Erst in der letzten Hälfte des achtzehnten Jahrhunderts, hörte die Bewachung der innern Thore durch die Bürger auf, und wurde den Stadt-Soldaten allein überlassen. Nur am Tage des jährlich abgehaltenen großen Freischießens, sahe man noch außer dem Stadt-Militair einige Compagnien der mit Ober- und Untergewehr bewaffneten Bürger mit ihren Fahnen, und unter Anführung ihrer Bürgeroffiziere, den feierlichen Aufzug machen, um das Andenken ihrer alten militärischen Einrichtung zu erhalten.

Auf http://www.polizeiuniform.de/html/body_tagespolizei.html heißt es:

Die in Hildesheim bereits 1643 gebildete Stadtmiliz trug gegen Ende des 18. Jahrhunderts blaue Röcke mit roten Aufschlägen. Rot waren auch Weste und Beinkleider, der schwarze Dreispitz bildete den Kontrast.

(Ähnlich wie der dort abgebildete Göttinger Nachtwächter, denke ich.)

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Unvermutet schnell (ich bin immer noch beeindruckt) trudelte letzte Woche die I’m Not Ashamed-DVD ein. Lieferung aus den USA innerhalb von 2 Wochen? Und das bei normalem Versand. Da war Outlander 2 bei Versand innerhalb Deutschlands fast langsamer.
Ich war wie erwähnt neugierig zu sehen, was die Filmemacher aus dem Stoff gemacht hatten. Die Antwort: erschütternd wenig. Ich habe grundsätzlich kein Problem damit, daß in Biopics Dinge verändert werden, aber ich erwarte doch, daß das Leben der dargestellten Person zumindest halbwegs korrekt präsentiert wird. Ich habe auch grundsätzlich kein Problem mit christlichen Filmen, aber I’m Not Ashamed gehört leider zu den krasseren Vertretern seiner Art. Bei Rachel Scotts Mutter Beth Nimmo als treibender Kraft hinter der Produktion war so etwas leider zu befürchten – sie folgt einer recht fundamentalistischen, evangelikalen Ausübung des Christentums.

Bizarr ist die Zusammenlegung mehrerer realer Personen in einer fiktionalen Figur. Klar: Nicht jeder möchte seinen Namen in einem Film wiederfinden, besonders in einem christlichen Film. Anonymität ist somit völlig okay. Es ist allerdings eine Beleidigung, wie viele fiktive Gegenstücke der immer noch klar zu erkennenden realen Personen geschrieben sind. Ich als, sagen wir, Andrew Robinson, Steve Partridge oder Brooks Brown wäre not amused. Ob Darrell Scott bewußt nicht genannt werden wollte oder ob er kurzerhand aus der Handlung herausgeschrieben wurde, möchte ich nicht spekulieren. Es ist auch nicht so, daß das, was Rachel Scott ausmachte, weder ihre Persönlichkeit noch ihr Glauben, in irgendeiner Form realistisch vermittelt wird. Rachel hatte einen großen Freundeskreis, sie war überall beliebt – wo bleibt das im Film? Nein, I’m Not Ashamed sieht sich in erster Linie wie ein Lehrstück. Oder, Schrecken, wie eine dieser fürchterlichen Aufführungen, denen wir in der Realschule ständig ausgesetzt wurden – AIDS, Neo-Nazis, Drogen; Kinder, laßt euch belehren, dies und dies ist böse und dieses und jenes Verhalten wird zu einem schrecklichen Ende führen. Ich kann bis heute nicht glauben, daß jemand ernsthaft glaubte, diese Moralstücke würden zu einer sittlichen Hebung der Jugend führen oder was auch immer. Aber offensichtlich gibt es diese Zunft immer noch. Somit wurde Rachel Scotts Geschichte umgeschrieben in ein Moralstück für die christliche Jugend, denn, ganz ehrlich, bekehren kann man damit niemanden. Partys, Alkohol und Zigaretten sind böse, ein nicht-christlicher Freund ist böse, und die ganze moderne Jugend ist insgeheim unglücklich und verloren und braucht Jesus.

Ich verstehe zumindest nun genau, warum der Filmstart letztes Jahr im April verschoben wurde auf Oktober. Hatte bereits gemutmaßt, daß Sue Klebolds im Februar erschienenes Buch der Anlaß war, und, jep, nach ihrer alles hinterfragenden Analyse über die Mittäterschaft ihres Sohnes an der Columbine-Schießerei ist Dylans und Erics Darstellung in I’m Not Ashamed reichlich klischeebeladen. Man wartet die ganze Zeit darauf, daß Satan hinter der Kommode vorspringt oder ähnliches.

Schade. Gutes Thema zielsicher verfehlt.

Um aber fairerweise die wenigen gelungenen Dinge auch zu erwähnen: Es gibt viele kleine Szenen abseits der „message“, in denen Rachels Persönlichkeit doch durchscheinen darf. In die Dialoge werden Originalzitate von Rachel, Eric, Dylan und Brooks eingebaut, und Originalvideoaufnahmen werden entweder gezeigt oder nachgestellt.

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