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Archive for the ‘Film & Fernsehen’ Category

Quant à Peter O’Toole, ses yeux bleus n’ont pas fini de faire des ravages sur les écrans du monde.

Soweit Michel Duran in Der Kreis / Le Cercle, 31.1963,12. 🙂 Peter O’Toole als Schwulenschwarm – nu, warum auch nicht?*
Weiß unabhängig von O’Tooles schönen blauen Augen allerdings nicht, ob hier nicht ein bißchen projektiert wird. Der Kreis hatte Lawrence (das Zitat stammt aus einer Rezension von David Leans Lawrence of Arabia) schon recht früh unter seine Heiligen aufgenommen. Und auch seine blauen Augen werden in vielen Quellen erwähnt…


*“Mais au cinéma, ce sont les femmes qui font la recette et c’est avec des beaux gosses qu’on les attire.“ Right, M. Duran – und Sie stehen so darüber, hm?

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In Planung ist ein Artikel, wohl fürs Autorenblog: „Die neue Religiosität in Hollywood“. Kein Beitrag über christliche Filme, sondern über die Ballung christlicher Motive in Filmen und Serien während der letzten Jahre. Da alle künstlerischen Trends ein Zeichen ihrer Zeit sind, frage ich mich, ob das auch für andere Religionen zutrifft. Falls jemand etwas weiß, bitte melden.

Unter anderem in meinem Stapel abzuarbeitender DVDs und Bücher: Agents of S.H.I.E.L.D., Staffel 4 + 5, Supergirl, Staffel 3, sowie jede Menge Lawrence und verwandte Thematik.
Nachdem Agents 3 die mangelhafte 2. Staffel ausgeglichen hatte, wollte ich ja nun wissen, wie es gerade in Hinsicht auf Infinity War weiterging – stelle mir die Planung schwierig vor. Staffel 4 ist insbesondere in der ersten Hälfte ausgezeichnet und greift – daher der Eingangsabsatz – die christliche Symbolik der 3. Staffel wieder auf. Mit etwas Terry Brooks gemischt, großartig! Danach wird’s schwächer. Mindfuck-Episoden treten in jeder Serie dann auf, wenn Fonzies Hai übersprungen ist. Kein gutes Zeichen also. Ebenso, wenn eine Serie anfängt, sich selbst auf die Schippe zu nehmen. Das passiert bereits in Staffel 4 und nimmt in Staffel 5 erheblich zu. Sie hat ihre Momente, kein Zweifel. Yoyo nimmt zum ersten Mal eine zentrale Rolle ein und rettet die fünfte Staffel, gemeinsam mit den wiederkehrenden Agenten der zweiten Liga. Komponist Bear McCreary, seit Outlander immer wieder gern gehört, verzerrt das Titelthema in eine kaum wiedererkennbare Form – mir fiel’s nur auf, weil er eben diesen Trick auch bei Outlanders „Stone Theme“ anwandte. Die Framework-Variante in Staffel 4 ist einfach bizarr; die – oh, das muß jetzt einfach sein – „Zukunftsmusik“ in Staffel 5 macht starke Anleihen bei dem phantastischen Blade Runner 2049-Score.
Aber alles in allem ließ mich Staffel 5 ratlos zurück. Zeitreisen sind immer eine unlogische Angelegenheit, aber Doctor Who beispielsweise hatte sehr viel sinnmachendere Plots. Ich verstehe immer noch nicht, wie unsere Helden nun eigentlich die Schleife durchbrochen haben. An Coulson kann es nicht gelegen haben, obwohl das nahegelegt wird, aber die Handlung spricht dagegen. Ebenso rätselhaft ist der Masken-Tick der Ausstattung. Er dient keiner Symbolik – wäre es um Masken im übertragenen Sinne gegangen, wunderbar! Aber so läuft ganz einfach jeder mit einer Maske herum. Warum auch immer. Talbot als unbeabsichtigter Superschurke hingegen hat was.

Und a propos, „Talbot“ und „Piper“ finden sich in ähnlichen Rollen im DC-Universum wieder, nämlich als Agentin zweiter Liga auf Supergirls Seite sowie als Schurke (wenn auch nicht Super-) in Staffel 3. Und, Überraschung, die christliche Symbolik ist da! Leider auch der bereits in Staffel 2 erkennbare Trend zur Soap. Supersoap. Beste Folge der Staffel ist „Midvale“, über Karas und Alex‘ ersten Fall und ihre nicht ganz einfachen Anfänge als Schwestern; Brainy bereichert das Team, obwohl man sich des Eindrucks nicht erwehren kann, daß die Legion of Superheroes hier ein breites Sprungbrett für ihre eigene neue Serie bekam. Unsinnig, aber immerhin vollkommen im Modus der Comics sind die Wiederkehr sowohl J’onns Vater als auch Karas Mutter.
Das diesjährige DC-Crossover hat gegenüber seinem Vorgänger erheblich zugelegt. Das Zusammenspiel der Charaktere ist hervorragend, wobei Alex und Sarah natürlich den Vogel abschießen, die Handlung ist rund, und endlich, endlich, hurra!: Eine Serie (mehrere Serien? Ein Seriencrossover?) hat sich getraut! Bedeutete bis dato (ich meckerte hier bereits darüber und könnte noch so viel mehr sagen) Homosexualität ausschließlich zwei heiße Frauen, so hat Crisis on Earth X endlich den Mut, nicht nur ein männliches Pärchen aufzubieten, sondern dabei auch einen schwulen Superhelden.

Und dann hat’s, kaum weniger verwirrend als S.H.I.E.L.D.s Zeitreise, die Lawrence-Literatur. „Consistency for Lawrence was a matter of the utmost inconsequentiality“, schreibt Rodney Legg in Lawrence in Dorset. „It was to be his lasting joke at the expense of historians and his annual biographers who are accustomed to taking such things seriously.“ Und er hat recht. Nichts paßt wirklich zusammen. Es ist kein Wunder, daß Philip Walker in seinem wunderbaren Erstlingswerk Behind the Lawrence Legend – The Forgotten Few Who Shaped the Arab Revolt offen sagt, Lawrence sei unerklärbar. Man kann sich einzelnen Facetten seiner Persönlichkeit nähern, aber niemals der Gesamtheit, ganz gleich, was manche Forscher glauben. Natürlich hilft es nicht, wenn beispielsweise Legg Quellenangaben für überflüssig hält… und das in einem Werk, das Quellen aufführt, die vorher und seitdem von niemandem beachtet worden zu sein scheinen!
Nichtsdestotrotz, speziell Walker, aber auch Michael Asher oder all die interessanten Beiträge im diesjährigen T. E. Lawrence Society Symposium, zeigen Forschung mit Herzblut und Entdeckerfreude. Ich erkenne meine beste Marta-Zeit darin wieder. Es macht mich glücklich zu sehen, daß diese Art Forschung existiert, und gleichzeitig bricht es mein Herz. Seit Jahren suche ich nach einer neuen Richtung für mein Leben, denn da ist nichts, das es auszufüllen scheint. Nachdem ich Walkers Buch zu Ende gelesen hatte, schrieb ich in mein Tagebuch:

[I]ch weiß, was ich will, und es ist Recherche. So sehr. Das ist es, was mir Freude macht.
Was soll ich tun?

Und das ist das grundlegende Problem in meinem Leben. Nichts paßt zusammen. Ganz ohne Lawrencesches Lügengebilde. In meinem Beruf hat Forschung keinen Platz, und ich kann Forschung nicht zu meinem Beruf machen, weil mir eine hochtönende Qualifikation fehlt, ohne die ich immer als Laie abgestempelt bleibe. Eine entsprechende Qualifikation, spricht Studium, nachzuholen ist unmöglich, weil ich nun einmal finanziell auf meinen Job angewiesen bin. (Selbst die Recherche zu Martas Biographie kostete mich eine Menge Erspartes.)
In jedem Fall. Ich genieße auch die Forschung aus zweiter Hand, grolle über unsinnige Schlußfolgerungen oder das Ignorieren von anderen Quellen und schreibe Anmerkungen für niemanden zu beispielsweise Oliver Stallybrass‘ Einleitung zu E. M. Forsters The Life to Come and Other Stories, in der er sich über Lawrences Reaktion – Gelächter – zur Titelgeschichte wundert… offenbar ohne sich über die frömmelnde, heuchlerische Situation in seinem Elternhaus belesen zu haben, die so ausgezeichnet zu Forsters Werk paßt. Oh, ja, und ich vermute, Lawrence hat sich wie immer nicht die Mühe gemacht, seinem Freund diesen Hintergrund zu erläutern.

The Life to Come and Other Stories jedenfalls ist eine Lektüre wert. „Dr Woolacott“, das Lawrence so in seinen Bann geschlagen hatte (er schrieb einen bemerkenswerten Brief darüber an Forster), gehört zu den hervorstechenden Geschichten, ebenso das sehr viel direktere „Arthur Snatchfold“. „The Obelisk“ bewahrt sich seine wahre Überraschung für den Schluß auf – großartig! Bitterböse und ungemein erotisch „The Torque“. „The Other Boat“ ist nicht nur schreibtechnisch interessant (wiederverwertete Fragmente), sondern auch eine auf vielen Leveln funktionierende Gesellschaftskritik.

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Ein kleiner Filmtipp: Die Dokumentation Letters from Baghdad über Gertrude Bell. Sehr schön gemacht, einzig und allein mit Zitaten von Bell und ihren Zeitgenossen, die entweder in „Interviews“ oder aus dem Off präsentiert werden, durchzogen mit vielen seltenen, passend eingebundenen Archivfilmen – oder auf alt getrimmten neueren Aufnahmen. Nicht überraschend bei dem Thema, finden sich auch viele bewußte Parallelen zu den modernen Geschehnissen in der Region – sei es Palmyra, der Krieg ums Öl oder die politischen Machenschaften des Westens. Wie sich die Bilder gleichen.

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Not only is the desert Lawrence’s co-star, so to speak, but the mirror of his own mysterious changeability. You feel these two were bound to fall in love. They meet, there’s a coup de foudre, quarrels, misunderstandings and reconciliations; they are sad, wild and ecstatic together, and in the end the world, as it’s often done with famous lovers, breaks them up.

Die wohl schönsten Worte, die je über David Leans Lawrence of Arabia geschrieben wurden.
Aus Gavin Lamberts Rezension in Film Quarterly, 16.1963,3. (Witzigerweise kassierte der Film ansonsten in dieser Zeitschrift nur Verrisse. Ebenso The Birds und To Kill a Mockingbird. Some film experts.)

1992 erschien A Dangerous Man, ein Fernsehfilm über Lawrences Bemühungen auf der Friedenskonferenz 1919, die Ansprüche Sherif Husseins, vertreten durch seinen Sohn Feisal, durchzusetzen. Bekanntlich scheiterten diese Bemühungen an den Interessen der Westmächte.
Ich bin reichlich zwiegespalten über diesen Film. Ralph Fiennes ist wundervoll als Lawrence, seine leise, dezente Darstellung innerer Prozesse ein Genuß. A Dangerous Man erklärt nicht. Vorwissen wird vorausgesetzt. Andererseits aber darf man keine historische Korrektheit erwarten. Gertrude Bell namentlich zog mit Lawrence an einem Strang, was Feisal und seine Familie anging, und beide waren maßgeblich an dem Kompromiß beteiligt, der zwei Jahre später auf der Kairo-Konferenz ausgearbeitet wurde; sie lebte in Bagdad als Feisals Beraterin und Freundin bis zu ihrem Tode. Daß die Dialoge zu gefühlt 50% aus Zitaten bestehen, kann man entweder als Bemühung um Authentizität deuten oder als Versuch, künstlerisch wertvoll zu erscheinen. Und was nun Lawrences lange Übersetzungsszene sollte? Vorführen, daß Fiennes französisch beherrscht?

Beworben wurde A Dangerous Man als Quasi-Fortsetzung von Lawrence of Arabia, was angesichts der oben genannten Umstände gar nicht mal kompletter Unfug ist. David Lean filmte kein Biopic, sondern er nutzte Lawrences Leben als Leinwand, auf der er eine ganz eigene Geschichte entwarf. Über die Nichtigkeit des Seins, wenn man so will – nicht umsonst findet man viele Parallelen zu The Bridge on the River Kwai, und nicht umsonst wird der militärische Aspekt kaum erwähnt. (Das Drehbuch verdankt übrigens viel Terence Rattigans Ross.) Leans Held setzt sich für etwas ein, erleidet im Laufe der Geschichte so vieles und verliert sich schließlich selbst… für ein Ziel, das sich am Ende als Seifenblase entpuppt. Während seine innere Zerstörung von denen vorangetrieben wird, die von seiner Arbeit profitieren und die sein Verhalten gleichzeitig verständnislos kommentieren. Der fiktionale Reporter Jackson Bentley, natürlich auf Lowell Thomas basierend, baut einen Helden auf und steht letztlich entsetzt vor dem Monster, das er kreiert hat. Die politischen und militärischen Entscheidungsträger ignorieren abwinkend sämtliche Alarmzeichen. Lawrences Freund Ali beobachtet den zunehmenden Verfall, kann ihn aber nicht verhindern.
Ich hatte Lawrence of Arabia zuletzt vor Jahren gesehen, fand ihn toll, aber langatmig; nun erst war ich offensichtlich reif genug, um ihn in seiner ganzen Tiefe (und natürlich Breite – die Bilder sind immer noch umwerfend) zu verstehen. Und mir war gar nicht mehr in Erinnerung gewesen, daß dies Peter O’Tooles Hollywood-Einstieg war. Man fängt nicht klein an…
Alec Guinness, der hier Emir Feisal darstellte, spielte zwei Jahre zuvor die Titelrolle in Ross. Ich versuche mir vorzustellen, und scheitere kläglich, wie sein Lawrence ausgesehen hätte – beim besten Willen bezweifele ich, daß er diese unglaubliche Intensität, die Peter O’Toole mitbrachte, auch nur annähernd erreicht hätte. Andererseits ist Ross kein Spaziergang, und ich habe Guinness nie auf der Bühne gesehen, also vielleicht ist meine Vorstellungskraft von Hollywood eingeengt.

Ralph Fiennes jedenfalls moderierte einfühlsam diese Episode über Clouds Hills, Lawrences Dorset-Cottage, in der BBC-Dokureihe One Foot in the Past (leider miese Qualität):

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Agents of S.H.I.E.L.D. goes Stargate, dachte ich mir vergnügt für etwa die Hälfte der 3. Staffel. Bis sich dann so nach und nach herauskristallisierte, daß wir hier mit ganz anderen Dimensionen konfrontiert wurden.
Schlichtweg großartig. Fing die 1. Staffel etwas schwach an, wurde dann aber richtig klasse, so schwächelte die 2. Staffel dauerhaft vor sich hin. Ich bin froh, daß ich mich letztlich doch zum Ansehen der 3. Staffel entschloß. Neben dem großen biblischen Plot mit seinen Themen der Selbstaufopferung, Sünde und Erlösung erfreuten besonders die wiederholten Anspielungen auf die leider so kurzlebige Schwesterserie Agent Carter – natürlich sehr passend zum Tod von Peggy Carter in Captain America: Civil War.

Schmunzler am Rande: Brett Dalton, der diesmal nicht nur Ward, sondern auch den Teufel der Handlung spielen durfte, war in The Resurrection of Gavin Stone auf der Gegenseite zu finden, nämlich als etwas imperfekter Jesus-Darsteller…

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Schon im Sommer 1920 entstand ein heftiger Aufruhr gegen die britische Herrschaft. Seitdem ist die Selbstverwaltung des Landes erweitert worden; es gibt ein Parlament und eine nationale Regierung unter der Aufsicht eines Oberkommissars, der übrigens vor wenigen Wochen gestorben ist. Dieser Mann war ähnlich geschickt wie der berühmte Oberst Lawrence, wurde jedoch von einer Engländerin übertroffen, die sich den Namen der ungekrönten Königin von Mesopotamien erwarb. Das war die Archäologin und Diplomatin Gertrude Lowthian Bell, die im Herbst 1926 gestorben ist. Man hat von der Tätigkeit dieser hervorragenden Frau merkwürdig wenig gehört. Sie stammte aus alter englischer Adelsfamilie, studierte in Oxford und widmete sich dann im nahen Orient der Altertumsforschung. 20 Jahre galt sie als die beste Kennerin Vorderasiens. Als der Krieg ausbrach, weilte Miß Bell in der arabischen Wüste. Sie eilte nach Aegypten und wurde dort derselben Spionageorganisation zugeteilt, in der auch Oberst Lawrence tätig war. Man zögerte sogar nicht, ihr den Rang eines Hauptmanns zu verleihen. Als Spionin soll sie in Beduinenkleidung in Bagdad geweilt haben, während diese Stadt noch von Türken und Deutschen besetzt war. Nach der Anerkennung Englands als Mandatsmacht des Völkerbundes wurde sie die Orientsekretärin des britischen Oberkommissärs. Sie setzte es durch, daß der Irak in ein Königreich gewandelt wurde, und sie empfahl auch den Thronkandidaten, Emir Feisal, den Sohn des Scherifs von Mekka, den die Franzosen im Jahre 1920 aus Syrien vertrieben hatten, weil er auf Seiten der Engländer stand. Im Jahre 1921 wurde Feisal auf den Thron erhoben. Damals veröffentlichte Miß Bell ein amtliches Weißbuch über die Zivilverwaltung Mesopotamiens, das erste Dokument dieser Art, das wohl eine Frau jemals geschrieben hat.

(Reichspost, 24.9.29. Aus: „Neues Leben am Euphrat“ von Dr. Franz Herbach)

Ich bin mir nicht sicher, was Queen of the Desert zu sein versucht. Regisseur und Drehbuchautor Werner Herzog bemüht sich merklich, nicht Lawrence of Arabia zu kopieren, kommt aber irgendwie nicht drumherum, und endet schließlich mit einem Film, der nicht Fisch und nicht Fleisch ist.
Daß viel gerafft wird und die Chronologie nicht wirklich stimmt – bitte. Das geschieht in den besten Biopics. Was hier nicht geschieht, ist, dem Zuschauer ein Gefühl für die Charaktere und ihre Rolle in der Geschichte zu vermitteln. Wir haben teils Liebesfilm, aber auch nicht wirklich; teils Historienfilm, aber noch viel weniger; und Gertrude Bells Beziehung zu den arabischen Stämmen erschließt sich überhaupt nicht. Ich wünschte die ganze Zeit, Herzog hätte einfach die fiktionale Handlung fallengelassen und sich auf eine Dokumentation konzentriert. Die Bilder aus der Wüste sind nämlich das einzig Sehenswerte. Und mahnen an David Lean, aber das ist vielleicht gar nicht so schlecht.

A propos, überraschend gut gefiel mir Robert Pattinson als Lawrence, in einer sehr bewußten Abkehr von Peter O’Tooles unsterblicher Darstellung (die ähnlich historisch korrekt ist wie Nicole Kidman als Gertrude Bell). Vor allem seine leicht exaltierte Art und sein schräger Humor sind sehr gelungen.

Die gleichnamige Biographie von Georgina Howell wiederum ist extrem lesenswert, aber sehr, sehr geschönt. Vor lauter Weichzeichner hielt man es an manchen Passagen kaum aus. Trotzdem ein umfassendes wie auch unterhaltsames Portrait dieser bemerkenswerten Frau. Sehr clever übrigens auch die Taktik der Autorin, die Lawrence-Fans für sich und Gertrude zu gewinnen, durch geschickt plazierte Zitate, Wortwahl und Betonung sowohl seiner Errungenschaften als auch seiner Freundschaft zu und Gemeinsamkeiten mit Gertrude. Ich amüsierte mich sehr über diese Winkelzüge.

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Ähnlich wie Shawn Speakman bin auch ich nicht von Avengers: Infinity War überzeugt. Er leidet zu merklich unter Heldenüberschuß; jeder Charakter muß seine große Szene haben, und dabei kommt leider das eine oder andere zu kurz. Ich will nicht meckern – Drehbuchschreiber, Regisseure und Schauspieler holen aus dem Spektakel heraus, was herauszuholen ist. Wir haben verhältnismäßig viel Tiefgang; wir haben einen Gegenspieler mit sinniger Motivation; wir haben witzige Gruppenzusammenstellungen (Tony Stark und Doctor Strange oder Thor mit Rocket und Groot dürften meine Favoriten sein); natürlich jede Menge Action; und die Zusammenführung der zahlreichen Fäden ist wirklich rund. Die Schreiber griffen wunderbar alles auf, was in den vorangegangenen Filmen von Bedeutung war: Loki beispielsweise, der sich „Odinson“ nennt, was schon im ersten Thor-Film verriet, auf welcher Seite er eigentlich stand, oder meine absolute Lieblingsdialogzeile von ihm, „We have a Hulk“, die natürlich auf den ersten Avenger-Film zurückgeht, und zwar auf Lokis Dialog mit Tony Stark. („I have an army.“ – „We have a Hulk.“) Auch die noch anstehende Lösung des Konflikts wurde ja bereits teilweise im ersten Guardians-Film erläutert.
Die Schreiber ziehen auch im Aufbau der Handlung sämtliche Register, beginnen mit einem Schocker, schicken sodann eine der beliebtesten Figuren des MCU über den Jordan – alles noch im Prolog – und geben somit gleich den Ton der zukünftigen Ereignisse vor.

Und dennoch. Infinity War läßt den Zuschauer irgendwie unbefriedigt zurück. Es dürfte die knappe Zeit sein, die Vertiefung nicht erlaubt und dann zu so völlig unüberzeugenden Wendungen wie Doctor Stranges Aufgabe des Steins führt. Eher humoristisch denn dramatisch mutet das Ende an, als – eben wegen der oben erwähnten Probleme – kräftig unter unseren Helden aussortiert wird, damit sie nicht alle in den zweiten Teil geschleppt werden müssen und dort gleiche Zeitknappheit verursachen. Man beachte, daß tatsächlich nur der harte Kern der Avengers durchkommt und ein paar Nebenfiguren, die sich als wirklich cool erwiesen haben. Oder die natürlich für die Lösung gebraucht werden.

Andeutungen auf den kommenden Captain Marvel-Film hat’s auch; man darf gespannt sein, wie sich die Gute in Infinity 2 in das wackere Häuflein der Überlebenden einfügt.

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Very disappointing in reference to the message that was conveyed. I loved the first two movies, but in the third Christianity was trampled by a godless and entitled society. It was very disheartening and discouraging because I believe it is only reflecting where our world is heading. The movie’s message, in my opinion, is to give up, give in and apologize for your beliefs.

God’s Not Dead – A Light in Darkness, der dritte Film der GND-Reihe, ist eine auffallende Abkehr von den leicht radikalen und sehr simplifizierenden ersten beiden Teilen. Nicht zu jedermanns Freude, wie die Kommentare auf der Facebook-Seite enthüllen.

Not a fan of the current movie .The others inspired me, but in this one I saw a sense of just giving in to the world and it will work for everyone. Even the young Christian lady was tortured and stuck to her boyfriend against her Christianity. Even the Black preacher had no solace for the young preacher trying to fight for his friend. Making this a race issue when it should not have been. The black minister should have at least been been empathic instead of making it about himself. Not a good Christian movie. Does not compare with the other two. If they had been real and shown young people in drugs and and God’s love pulling them back would have carried more weight. I saw no love for the young minister trying to love the Lord.

Woher der Wandel kommt, kann ich nur damit erklären, daß man nach dem Cliffhanger des zweiten Films nicht noch ein Gerichtsdrama wollte – zu Beginn des dritten Teils gibt es sogar eine darauf hindeutende Dialogzeile. Oder aber das seitdem stattgefundene politische Geschehen in den USA spielte eine Rolle.

It was definitely not what I was expecting considering the past 2 movies were about fighting for and standing up for God and him winning proving his existence! Not giving in and giving up what was his! Plus in previews it showed „feat the Newsboys“ and they wasn’t in the movie but like few seconds unlike the other 2 movies! Just alot of parts could’ve been more realistic!

Ich fand den Wandel sehr erfreulich. Eine Balance zu finden zwischen dem Einstehen für die eigene Überzeugung und dem Recht der Mitmenschen auf ihre eigene Ansicht ist nicht immer einfach, wie wohl jeder Mensch mit nicht nur Überzeugungen, sondern auch Toleranz im positiven Sinne (das Wort hat heute so einen schlechten Beigeschmack bekommen) weiß.
In den ersten beiden GND-Filmen rollten die Christen schlicht und ergreifend über ihre Gegner hinweg, was niemand tragisch fand, da diese sowieso von Grund auf fies, unsachlich und unsympathisch waren. Das mochte das christliche Publikum erfreuen, half aber letztlich niemandem. Im Umkehrschluß konnten sich atheistische Kritiker austoben, und auch ihre Hetzereien halfen niemandem. Ich nenne den Atheismus seit langem eine Religion, denn seine Anhänger zeigen das gleiche Verhalten der theistischen Gläubigen.

Sehr passend zu den Problemen unserer Zeit stellt GND 3 nun dar, was passiert, wenn ein jeder auf seinem „Recht“* und auf der Richtigkeit seiner Anschauungen beharrt, ohne sich Gedanken über die Auswirkungen auf seine Mitmenschen zu machen. Es gibt in GND 3 keine Schurken, und die Täter sind gleichzeitig Opfer. Natürlich zielen die Macher hier speziell auf die gegenwärtige politische Spaltung der Gesellschaft (und der christlichen Gemeinschaft) in den USA an, aber ihre Aussage ist universell: Nur aus einem Miteinander kann neue Hoffnung erwachsen. Und das erfordert Vergebung, Aufeinanderzugehen und, ja, auch Zurückstehen. Und ein Zuhören statt Gehörtwerdenwollen.


*“Wir haben kein Recht auf Glück. Wir haben nicht einmal ein Recht auf Leben.“ (Marie Louise Fischer)

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Sehr gefreut hat mich die Entdeckung, daß nächstes Frühjahr Captain Marvel in die Kinos kommt, und zwar unter anderem mit Lee Pace als Ronan, den ich in Guardians of the Galaxy so klasse fand. Und sein Schiff. Ich möchte die Dark Aster als Modell, aber das scheint es nicht zu geben, Sauerei… 😦

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