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Archive for the ‘Film & Fernsehen’ Category

Nun hatte ich mich doch entschlossen, die Serie zu Ende zu schauen, und ich muß zugeben, jetzt verstehe ich, woher die Begeisterung dafür kommt. War der Anfang noch gewöhnungsbedürftig und etwas unausgewogen, um nicht zu sagen streckenweise albern, so mag man in der zweiten Hälfte gar nicht mehr abschalten. Zwar hat’s weiterhin Anleihen bei allem möglichem (besonders auffallend natürlich The Matrix im großen Showdown), aber die Geschichte hat inzwischen eine solche Fahrt aufgenommen, daß das gar nicht stört.
Ein Happy End sucht man, wie zu erwarten, größtenteils vergebens, aber doch nicht gänzlich. Siegt gut über böse? Schwer zu sagen – bei all den Grauzonen verschwimmt die Definition, und woran macht man einen Sieg fest? Ich würde dennoch behaupten: Ja. Oberflächlich mögen vielleicht die Unsympathen gestärkt aus dem Kampf hervorgehen, aber der Sieg liegt in den kleinen Dingen, in den richtigen Entscheidungen und, wie so oft, in Liebe und Menschlichkeit. Es sind die Charaktere, deren Entscheidungen und Ent- wie Verwicklungen so faszinieren.

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Im aktuellen Newsletter der T. E. Lawrence Society gelesen, daß ein neuer, „kontroverser“ Film über Lawrence gedreht werden soll. Ich amüsiere mich immer über all die „controversies“ und „detractors“, von denen es im Wortschatz des Lawrence-Fans nur so wimmelt. Was nun so kontrovers an der geplanten Produktion sein soll, bleibt unklar. Es wird nur unterschwellig suggeriert. Vermutungen meinerseits sind: L könnte als homosexuell dargestellt werden. Es könnte um seinen Masochismus gehen (was allerdings kein Geheimnis ist und somit nicht kontrovers sein kann). Es könnten die Schattenseiten seines Charakters porträtiert werden. Also in meinen Augen alles legitime Themen für eine filmische Umsetzung – und vielleicht wird es ja auch eine Miniserie, was viel passender wäre!

Nachtrag: Oder natürlich das: https://www.bournemouthecho.co.uk/news/17204204.row-erupts-as-new-telawrence-film-denied-access-to-his-former-home-cloud-hill/
Ich gebe zu, das Verhalten paßt zu vielen Lawrence-Fans, zu denen „custodian and volunteers“ von Clouds Hill nun mal gehören. Mit der Unterscheidung von Fiktionen und Fakten haben’s die Hardliner nun mal nicht so… Die Entscheidung wurde inzwischen (mit Recht) widerrufen, daher ja auch der Aufreger im Newsletter.

Und noch ein Nachtrag:
Erinnert sich jemand an Rühmanns Pater Brown, wie er seine Gemeinde nicht vor Karl Schönböcks kontroverser Show warnt? „Zu schlecht.“ Ähnliches ging mir beim Betrachten des Vortrailers (die Dreharbeiten sind noch nicht mal abgeschlossen, also…) von Lawrence after Arabia durch den Kopf. Was regt sich die Fangemeinschaft eigentlich so über diesen „kontroversen Film“ auf? Was ich bislang gesehen habe, ist einfach zu schlecht. Vor allem für eine Produktion, die sich als Abschlußteil der „Lawrence-Trilogie“ versteht. A Dangerous Man war auch eine kleine Indie-Produktion, aber sie funktionierte, weil sie keine Höhenflüge erstrebte. Um mit David Lean mitzuhalten, muß sich „Teil 3“ definitiv noch tüchtig anstrengen.

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Vor kurzem verspürte ich den Wunsch, einen vor Jahren gesehenen Film noch einmal zu schauen – leider war mir inzwischen der Titel entfallen. Zum Glück gibt es ja Werner Huemer, dessen ursprüngliche Rezension in der Gralswelt mich überhaupt erst auf diese Produktion aufmerksam machte: Nämlich Hereafter.

Der Film läßt sich nicht in irgendein gängiges Genre einordnen. Die Handlung folgt drei Protagonisten, die alle auf unterschiedliche Weise mit dem Tod und einem Leben danach konfrontiert werden:
Die erfolgreiche Fernsehjournalistin Marie hat ein Nahtoderlebnis und findet danach nicht in ihren Alltag zurück. Für politische Enthüllungsgeschichten fehlt ihr zunehmend das Interesse; als sie jedoch beginnt, der „Verschwörung des Schweigens“ über ein mögliches Leben nach dem Tode nachzugehen, muß sie feststellen, wie schnell ihre Umwelt bereit ist, sie in die Spinner- und Esoteriker-Ecke abzuschieben.
George besitzt seit seiner Kindheit die Fähigkeit, mit Verstorbenen Kontakt aufzunehmen. Diese Gabe empfindet er jedoch als Fluch und wünscht sich nichts mehr, als ein normales Leben führen zu können.
Der scheue zwölfjährige Marcus verliert seinen Zwillingsbruder, den bislang tonangebenden Teil des Paares, durch einen Unfall. Unfähig, ihn loszulassen, versucht Marcus sein Glück bei allen möglichen vermeintlichen Sehern und Medien.

Wie Herr Huemer schreibt:

Mag sein, dass das US-amerikanische Publikum mehr […] Action erwartete, denn der große Erfolg an der Kinokasse blieb dem 50 Millionen Dollar teuren Film verwehrt. Mag auch sein, dass sich Clint Eastwood mit „Hereafter“ für manche Zeitgenossen allzu konsequent zwischen die Genre-Stühle gesetzt hat: Ein „Jenseits“-Film ohne Horror und Spektakel? Ein „Fantasy“-Film, der konsequent realitätsnah bleibt? Ein Film über das Weiterleben nach dem Tod, der kein Jenseits-Szenario bietet? Ein Film, der ebenso konkret am Thema bleibt, wie er Spielräume für Interpretationen lässt?

Hereafter ist ein leiser, langsamer, dabei aber niemals langweiliger Film, wie Eastwoods Spätwerk sie ja häufig vorzuweisen hat. Die Filmmusik besteht interessanterweise aus einem einzigen Thema in zahlreichen Varianten – beeindruckend! Ebenso immer noch beeindruckend (ich erinnere mich an meine Reaktion beim allerersten Ansehen) ist die unglaublich realistische Tsunami-Szene. Keine Spur von Katastrophenfilm-Aufbau mit düsteren Vorandeutungen und großer Show: Die Naturgewalt – und als solche nimmt man sie wortwörtlich wahr – bricht aus buchstäblich heiterem Himmel über nichtsahnende Urlauber herein und rasiert in Augenblicken alles ab, was sich ihr in dem Touristenparadies in den Weg stellt.
Überhaupt bezieht Hereafter diverse Geschehnisse der Zeit in seine Handlung mit ein; wir, die sie damals durch die Nachrichten mitverfolgten, haben sie schon längst wieder verdrängt: Der Tsunami von 2004, der Bombenanschlag in der Londoner U-Bahn 2005, Mitterand…

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Dank Man at Arms komme ich ja viel rum. So nun, durch ihre Arbeiten zu Fate/Zero und Fate/Apocrypha, zur Fate-Serie, sprich Animes.

Ich gebe zu, mich reizte das Genre nie. Damals, als ich noch zum Zielpublikum gehörte, wurde natürlich regelmäßig Heidi geschaut, und wir hatten als VHS-Mitschnitt (wow, ich bin ein Fossil) Die kleine Seejungfrau, eine japanische Produktion, bei der am Ende jeder Zuschauer hoffnungslos am Heulen war. Auch Wiederholungstäter.
Aber danach – hm. Einfach nicht mein Ding. Aber weil’s ja nun so hoch gelobt wurde und nicht komplett uninteressant aussah, versuchte ich mich mal an Fate/Zero, Vol. 1. (Warum das Ding nicht als Komplettbox angeboten wird, erschließt sich mir nicht.) Und ich muß sagen, es tat fast gar nicht weh. Am schlimmsten fand ich wohl das… wie nennt man das jetzt? Jenglisch – immerhin interessant zu sehen, daß es da auch schon angekommen ist. Soll heißen, es wird zwar japanisch gesprochen, aber mit englischen Brocken, die direkt aus einem Game entnommen klingen. Ach ja, damit dann gleich zusammenhängend: Wir brauchen einen Kämpfer, einen Magier, einen Dieb… Die beschworenen Heldengeister sind in Klassen eingeteilt und haben – kein Witz – eine Stufe und Werte. Argh!

Aber vielleicht zunächst etwas zur Grundgeschichte: Alle 60 Jahre verwüstet Godzilla… nein, falsch, erscheint der Gral in Japan. (Gut zu wissen.) Weil er einen einzigen Wunsch gewähren kann, sind entsprechend eine Menge Leute scharf darauf, ihn für sich zu gewinnen, namentlich einige große Magierdynastien, die sich regelmäßig alle 60 Jahre darum bekriegen und in der Interimszeit Pläne fürs nächste Mal schmieden. Jedes Mal sind aber auch unerwartete Teilnehmer dabei, kleine Fische, denen sowieso niemand Chancen einräumt.
Um das ganze etwas aufzumischen (wann hätten je die Entscheidungsträger ihre eigenen Schlachten geschlagen?), beschwören die vom Gral auserwählten Magier mächtige Geister, Helden früherer Epochen, die sie tatkräftig unterstützen sollen… jedenfalls in der Theorie, denn diese Geister sind natürlich starke Persönlichkeiten mit ganz eigenen Plänen und Vorgehensweisen.

Hierin liegt auch der eigentliche Reiz der Serie. Die teilnehmenden Magier haben unterschiedlichste Motivationen, und nicht immer sind diese gleich erkennbar. Klassisch sind die tragischen, zerrissenen Helden unter ihnen. Hinter ihnen wiederum stehen oft Strippenzieher, und verwickelt in dieses Intrigenspiel sind Menschen, die ihnen nahestehen. Dazu kommen nun die Heldengeister, die sehr selten seelenverwandt mit ihren Meistern sind, aber mitunter eine gewisse Sympathie für sie entwickeln. Und hier schöpft die Serie direkt aus der Pop Culture. Ich habe bestimmt die Hälfte aller Anspielungen nicht bemerkt, aber Assassin’s Creed ist vertreten (der Film jedenfalls), der Glöckner von Notre Dame treibt sich im Look der Tremere von Vampire: the Masquerade – Redemption als irrer Massenmörder herum, und ein junger Severus Snape darf sich unter dem Alias Waver Velvet mit Iskander oder Alexander dem Großen herumschlagen. Letztere Zusammenstellung ist ganz klar das comic relief der Serie: Der völlig überforderte Zauberlehrling und der hünenhafte Haudegen mit einem Herz aus Gold. Die auf den ersten Blick komplexeste Geschichte dreht sich um die Vertreter des alten deutschen Magieradelsgeschlechts (komplett mit Schloß à la Neuschwanstein natürlich) Einzbern, den eingekauften und eingeheirateten Japaner Kiritsugu, ein berufsmäßiger Magiermörder, und vor allem seine Frau Irisviel, eine künstlich geschaffene Kreatur, die als Lockvogel dienen muß. Die Szenen zwischen ihr und dem Überraschungshelden Artus, oder vielmehr Arturia, gehören zu den Highlights, als sich zwischen den beiden Frauen eine tiefe Freundschaft entwickelt. Ebenfalls auf der tragischen Seite findet sich Kariya, der sich aufopfert, um die kleine Sakura zu retten. Dann gibt’s noch das einzig wirklich zusammenpassende Paar Ryuunosuke und Blaubart/Gilles de Rais, von denen man nie so recht weiß, ob sie jetzt den schwarzen Humor oder die Haßgegner vertreten sollen. Wahrscheinlich beides.

Ob ich dranbleibe… ich weiß nicht. Wie gesagt, man kann es ganz gut sehen, aber umgehauen hat es mich jetzt auch nicht. Ich werde wohl nie zu den Anhängern der Anime-Religion gehören – und daß es eine Religion ist, kann man ganz leicht an den Rezensionen auf Amazon sowie den Kommentaren dazu ersehen. Ein Gruselkabinett.
(„Was, die Kämpfe und der Soundtrack konnten dich auch nicht überzeugen? Die gehören für mich immer zu den Highlights!“ Ähm, ja. Es sind Zeichentrickkämpfe, ne?)

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Dank Bella Kotak (ja, ich weiß – ihre Arbeiten wiederholen sich schnell, aber für den Moment finde ich sie einfach schön) stöberte ich ein bißchen herum, was in den letzten Jahren Neues zu Labyrinth erschienen ist, und fand das etwas grandios betitelte Jim Henson’s Labyrinth – The Ultimate Visual History. Ich bin grundsätzlich skeptisch, wenn sich etwas als „ultimate“ tituliert, denn früher oder später wird immer etwas mit mehr und neuen Infos publiziert werden, aber das Buch ist wirklich sehr gut gemacht. Erschienen natürlich 2016, zusammen (wie das Buch zeigt) mit der BluRay-Ausgabe des Films sowie vielen anderen Veranstaltungen zum Thema. Nein, ich äußere mich jetzt nicht zu Geschäftssinn und dem Einfluß von populären Toden auf das Käuferverhalten.

Labyrinth ist ein sehr weiser, kreativer, nie ganz ernstzunehmender Film mit einem guten Herzen und viel schrägem Humor – nicht umsonst war Monty Pythons Terry Jones einer der Drehbuchschreiber. Heutzutage, im CGI-Zeitalter, ist kaum vorstellbar, welcher Aufwand dafür betrieben wurde. (Ich glaube, nur Guillermo del Toro schwört heute noch auf Animatronics, und auch er arbeitet natürlich zusätzlich mit Computergraphiken.) Obwohl 1986 nicht sonderlich erfolgreich, hat Labyrinth sich über die Jahre zu einem „Kultfilm“ entwickelt und besitzt ein großes Fandom, wobei ich da Abstriche machen würde – gerade viele weibliche Fans haben offensichtlich seine Aussage kein bißchen verstanden.

The Ultimate Visual History nun feiert die Kreativität und auch das Durchhaltevermögen all der vielen beteiligten Personen. Als Tribut an den Film und die Leute dahinter ist es definitiv (ultimativ?) ein würdiges Werk.

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Im Zuge meiner Begeisterung für E. M. Forster (danke, Mr. Lawrence!) sah ich nun A Passage to India. Es ist ein merkwürdiger Film. Nicht im geringsten schlecht, aber für eine Produktion von 1984 wirkt er seltsam anachronistisch – und das nicht, weil er ein Historienstück ist. Auch in den 80ern wurden period films gedreht, und man sieht die Ära ihrer Entstehung immer! A Passage to India hingegen sieht eher aus wie ein Werk aus den frühen 60ern oder vielleicht späten 50ern. (Ich bin sicher, jemand mit Ahnung von technischen Aspekten könnte mir den Look erklären.) Ist nun nicht ganz überraschend, war das doch die große Zeit von Regisseur und Drehbuchschreiber David Lean. Aber eben… seltsam. Es irritierte mich die gesamte Zeit, vielleicht mehr als es jeder 80er-Horror gekonnt hätte.
Der Film sahnte zwei Oscars ab, für Leans erprobten Score-Schreiber Maurice Jarré, den ich hier eher zurückhaltend fand, und für Peggy Ashcroft als Mrs. Moore, was definitiv verdient ist – eine wundervolle Darstellung!

Nun ja, der Trailer ist sehr 80er.

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Ob das Standardpublikum den Hamlet-Moment erkennt? 😉

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It does give me pause to wonder what has happened to feminism when intelligent people can’t distinguish between a strong, assertive woman and a cold-blooded sociopath.

(Diane Reynolds über „Feminismus“ in Game of Thrones)

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Mal schauen.

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John Macks A Prince of our Disorder ist eines der ganz großen Werke in der T.-E.-Lawrence-Forschung. Man findet eigentlich kein Buch, das nicht daraus zitiert. Also griff ich schließlich ebenfalls darauf zurück – und kam aus dem Kopfschütteln nicht heraus.

Ich bezweifele nicht, daß Mack seine Arbeit gemacht hat. Aber ehrlich: Einen Pulitzer? Dafür?

John Mack war ein selbsterklärter Lawrence-Fanboy. Ich halte ihm zugute, daß er das zugab. Für einen Biographen und zudem einen Psychiater jedoch sollte ein wenig kritische Distanz Grundkriterium sein. Er hinterfragt nichts, obwohl es doch gerade in seinem Fachgebiet läge, Alternativen zu untersuchen und zu begründen. Du liebe Zeit, *ich* könnte da bessere Deutungen anstellen, und ich habe mit Psychologie nun so überhaupt nichts am Hut und halte Freud für einen Typen mit großen Problemen.
Seltsam, an sich, denn in der Dokumentation Lawrence of Arabia – The Battle for the Arab World erschien mir Mack sehr sachlich, sehr vernünftig und mit einer gesunden Skepsis. So kann man sich täuschen.

Vielleicht spielt die Zeit der Entstehung eine gewisse Rolle. Mack stellte große Teile seiner Recherche in den 60er Jahren an, das Buch erschien erstmals in den 70ern. Und der bloße Gedanke, Lawrence *könnte* homosexuelle Neigungen gehabt haben, scheint selbst für Psychiater(!) Mack einen gewissen Igitt-Faktor gehabt zu haben. Wobei er immerhin ganz richtig feststellte, daß Lawrence, hätte er denn, sich vermutlich eher in die homosexuelle Richtung orientiert hätte. Mit Deraa will ich gar nicht erst anfangen. Nicht einmal läßt Mack auch nur die Möglichkeit zu, diese Episode habe nie stattgefunden. Und so deutet er natürlich Lawrences Masochismus als eine Folge von Deraa, anstatt Deraa als eine literarische Manifestation seines Masochismus‘ zu betrachten. Letzteres wäre viel spannender. Und, um es nochmals zu erwähnen, Mack war Psychiater.
Vielleicht scheiterte er, wie so viele Biographen seiner Zeit, am Respekt vor A. W. Lawrence. Der jüngere Lawrence war ganz sicher kein Schwärmer, der seinen großen Bruder verklärte, und er war selbst Wissenschaftler, aber ich glaube, er machte sich doch in manchen Dingen etwas vor. Zwölf Jahre Altersunterschied sind eine Menge (mein Bruder und ich liegen ebenfalls zwölf Jahre auseinander – ich kann das beurteilen), und es sind ja gerade Familienmitglieder und die Menschen, die uns viel bedeuten, vor denen wir unsere unerfreulichen Seiten am häufigsten verbergen.

Ich habe in Sachen Deraa so meine eigene Theorie. Eventuell kam schon Lawrence-Biograph Michael Yardley darauf; er machte in oben genannter Dokumentation so eine interessante Andeutung. Mal schauen, ob ich seinem Buch mehr abgewinnen kann als Macks. Die Chancen stehen gut; er wird nicht einmal halb so oft in Quellenverzeichnissen genannt…

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