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Archive for the ‘Film & Fernsehen’ Category

Nachdem ich nun kürzlich einen zweiten Auflauf auf Bearers of the Black Staff gestartet und verblüfft festgestellt hatte, daß meine Erinnerungen an Versuch 1 so überhaupt nicht stimmten, wollte ich natürlich wissen, wie’s ausgeht. Und das führte zu interessanten Erkentnissen.

The Measure of the Magic erschien 2011, also zu einem Zeitpunkt, zu dem eine gewisse sehr erfolgreiche Fantasy-TV-Serie gerade begonnen hatte, die Welt zu erobern. Und mit deren literarischer Vorlage Terry Brooks sichtlich vertraut war. So schwelgt Measure fast schon nostalgisch (so viele Anleihen gab es seit Sword nicht mehr) in fremden Gefilden. Mal sehen: Wir haben die schöne, aber kalte und ambitionierte Königin, die mit Unterstützung ihres Liebhabers ihren Ehemann ermorden läßt und diese Tat ihrer Stieftochter in die Schuhe schiebt, um sich selbst zur Herrscherin zu machen. Wir haben den religiösen Eiferer und seine Schäfchen, die ihrerseits Machtgelüste pflegen. Wir haben die Barbarenhorden vor den Toren – okay, es sind Trolle, aber mal ehrlich… Wir haben das Mädchen, das sein Augenlicht verliert. Und wir haben die Prinzessin/rechtmäßige Königin, die einen Drachen in die Schlacht reitet. Super! Nicht zu vergessen, daß Measure für einen Brooks-Roman extrem finster ist und eine hohe Sterberate nicht nur unter der kämpfenden Bevölkerung wie sonst aufzuweisen hat.

Zum Glück gibt’s dann aber auch eigenständige Elemente, die die Handlung der Übergangszeit zwischen alter und neuer Welt weiterführten. Measure läßt den Leser mehr oder weniger unvollendet an der Schwelle der Entstehung der Vier Länder zurück, und mir will scheinen, daß eine Hintertür offengelassen wurde, um Terry Brooks bei Bedarf eine Rückkehr ins Shannara-Universum zu ermöglichen. (Nach dem Ende der aktuellen Trilogie ist ja zumindest mit der fortlaufenden Handlung Schluß.) Legends of Shannara ist also weniger ein Zweiteiler als vielmehr eine Reihe, die mehr als genug Zeit und Raum bietet, um noch jede Menge Abenteuer bis First King zu enthalten.

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Change the world

Fans haben eine Unterschriftenaktion organisiert, um eine dritte Staffel der Shannara Chronicles durchzusetzen. Prinzipiell habe ich damit kein Problem, ich würde sie definitiv auch sehen wollen (alle Meckerei ungeachtet), aber mich irritiert ein wenig, daß ausgerechnet die Plattform change.org dafür gewählt wurde. Mit change.org verbinde ich Klima- und Naturschutzziele. Menschenrechte. Friedens- und Freiheitsbewegungen. Und The Shannara Chronicles? Hmm…

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Ebenfalls rechtzeitig zu Weihnachten erschien die DVD zu An Inconvenient Sequel: Truth to Power. Während sein Vorgänger, An Inconvenient Truth, „nur“ die Ursachen und Auswirkungen des Klimawandels einem breiten Publikum bekannt machte sowie Lösungen vorstellte, packt der zweite Film auch ein heißes Eisen an: Die Politik und Machtstrukturen, die untrennbar damit verbunden sind.
Das ist etwas, das sich viele Menschen nicht klarmachen. Umweltschutz (und Filme wie dieser) sind etwas für die Grünen, für die Ökos, ist so die allgemeine Einstellung. Daß aber viele andere Probleme, die in unserer Gesellschaft wie auch in der Politik für dringlicher gehalten werden, damit zusammenhängen; daß diese Probleme nicht in einem Vakuum entstehen; das wollen die wenigsten wissen.

Nun ist Trump natürlich in aller Munde; ich frage mich, was die Presse ohne ihn getan hätte. Aber picken wir uns im Kontrast mal die deutsche Klimapolitik heraus. Vorreiter in der Energiewende wollten wir sein, hieß es. Inzwischen heißt es volle Kraft zurück. Landläufig wird wieder einmal die grüne Energiewende als zu teuer dargestellt, und aus irgendwelchen Gründen wagt sich keine Presseplattform daran, diese Behauptung zu beleuchten. Tatsache ist zum Beispiel, daß Atomstrom subventioniert wird. Ja, mit Steuergeldern. Tatsache ist ebenfalls, daß, ja, auch die Erneuerbaren subventioniert werden, aber sie werden dafür bezahlt, daß sie einen großen Teil ihres produzierten Stroms nicht einspeisen. Das ist ein so absurdes System, daß es seinesgleichen sucht. Der Grundgedanke dahinter ist nämlich folgender: Insbesondere Atomkraftwerke brauchen eine lange Zeit, um herunter- und wieder heraufgefahren zu werden. Windkraftwerke hingegen brauchen nur einen Bruchteil dieser Zeit. Das heißt, daß in Zeiten von zu viel Stromproduktion natürlich an die schneller reagierenden Produzenten herangetreten wird. Soweit macht es Sinn. Aber nun kommen wir zum Knackpunkt. Trotz erklärter hoher Energiewendeziele werden die fossilen Werke weiterhin nicht stillgelegt und durch erneuerbare Energien ersetzt. Denn das Stichwort ist die von gewissen Interessensvertretern geschürte Angst vor der Stromlücke. Was, wenn die Erneuerbaren einmal nicht genug Strom produzieren? Nein, nein, wir brauchen die guten alten verläßlichen fossilen Erzeuger… Und so sind die Erneuerbaren teuer, nicht, weil sie gebaut werden und Strom produzieren, sondern weil sie dafür entschädigt werden, ihn nicht einzuspeisen und damit den Fossilen Konkurrenz zu machen. Und in Kurzform heißt es dann überall: Die Erneuerbaren sind teuer.

Das ist Politik. Und das sind die Machtstrukturen, die ein großes Thema in An Inconvenient Sequel bilden.

Wir sehen diese Art von Tatsachenumschreibe derzeit überall, nicht nur in der Energiepolitik. In den letzten Jahren sind Diktatoren und Möchtegerndiktatoren emporgeschossen wie die Pilze, und mit ihnen kam eine neue Welle von Geschichtsumschreibung, Tatsachenverdrehung und Fehlinformation. Und leider sind viele Menschen nur zu gern bereit, sie zu glauben. Auch das ist so ein Punkt. Das arme, unterdrückte Volk ist nicht unbedingt immer ein Opfer.
Ich möchte hier nicht den inflationär gebrauchten Begriff „fake news“ verwenden, denn jeder verwendet ihn für das, was er dafür hält. In einer Universitätszeitschrift war es, meine ich, daß jemand einen der Slogans des Wissenschaftsmarsches, „Fakten haben keine Alternativen“, in der Luft zerriß. Wer immer dieses Plakat schwenkte, so seine Aussage, war definitiv kein Wissenschaftler. Denn die unterschiedliche Interpretation von Fakten gehört zum wissenschaftlichen Diskurs. Mit Platitüden und Schlagwörtern kommt man also auch bei aller guten Absicht nicht weit.

Am sehr prominenten Beispiel Al Gores stellt An Inconvenient Sequel den langen, harten und oft frustrierenden Kampf eines Aktivisten dar. Der Film beginnt mit Angriffen, besseren Verhören, den Versuchen, seinen Ruf zu untergraben, seine Qualifikationen zu hinterfragen, kurz, ihn als unglaubwürdig erscheinen zu lassen – ihn unschädlich zu machen. Doch Gore glaubt nicht nur, er ist überzeugt davon, daß die Wahrheit (im Sinne Gandhis) eine Macht in sich selbst ist, vor der sich über kurz oder lang niemand verschließen kann. Er sieht den Kampf um die Rettung unseres Planeten in einer Tradition mit der Bürgerrechtsbewegung, der Feminismusbewegung, der Homosexuellenbewegung, der Anti-Apartheid-Bewegung. Alles lange, zähe und von vielen Rückschlägen gekennzeichnete Kämpfe um Wahrheiten, die es wert sind, gekämpft zu werden.

Ich mag die Ästhetik des Musikvideos.

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Having just finished the Shannara TV series for the second time, I’m feeling somewhat charitable towards it. I still think it’s trying to be Game of Thrones, but just as The Vampire Diaries tried to be Twilight and failed, The Shannara Chronicles fail their lofty goal. While Season 1 at least stays halfway true to its literary source, Season 2 is what I have given the unofficial title The Potpourri of Shannara: Take lots of ideas from all over the novels, even if the events and characters are hundreds of years apart, toss them around for a bit, season with stuff that has nothing whatsoever to do with the novels and serve… well… lukewarm. Yet, I’m starting to concentrate on the things that actually work instead of the many things that don’t work.

The visuals (aside from some pretty bad CGI) keep the viewer much more in touch with our modern world, which has become the ancient world for the characters, than the books ever did. The readers are aware of the old world, of course, but the focus is always on the fantasy aspects. I like the blending of old and new, of technology and magic, that the TV series offers.

The characters, well, they are usually far from their book counterparts. Maybe that’s why I have a liking for the TV characters that are either non-existent or not very developed in the novels. Love what they’ve done with Cogline (who I could never relate to in the books)! Love the Dagda Mor, weirdly enough, who actually has stage presence. Even if I still snicker at the sheer amount of dialogue he has in a language that no one understands and that isn’t subtitled. You can’t go wrong with John Rhys-Davis as Eventine. Possibly the only character that bears any resemblance to its book counterpart is Allanon who is, of course, a show stealer. If The Shannara Chronicles have any central character, it’s him. And then there’s basically the only other character that makes the series worth watching for me: Bandon. I’m pissed off that the writers didn’t utilise him more. I mean, him being a non-Brooks character, he is the prime example of a Brooks character in the whole TV series! Well thought out, well developed, conflicted, walking the „perilous ledge between darkness and light“, literally going through hell and falling prey to the lure of his immense magical talent. He is Brin Ohmsford and young Allanon, Tay at the Chew Magna, the Ilse Witch and Brona, even John Ross in A Knight of the Word, all rolled into one. He is a grey character to the end, which means there were any number of ways to develop him further. He would have made an excellent antagonist. He would have made a wonderful tragic antihero. He could have become an unpredictable ally of our heroes. His could have been a great story of redemption. Bloody hell, I would have loved to see him help take out the Warlock Lord, maybe only to take his place. And the tattered robe look is simply iconic.
Terry Brooks‘ webmaster Shawn Speakman once published his lovely account of his first attempt to write a fantasy novel. Test reader Brooks gave his constructive criticism in the form of two important questions: „Who is the main character? And who is the most interesting character?“ Sadly, the series writers neglected to ask themselves those questions. This is basic stuff in their profession! Keep the interesting characters and kick out the rest.

The ancient ruins of Seattle, a nice little nod to author Terry Brooks.

I may not be the most faithful fan of Terry Brooks‘ books in the sense of reading everything. I stopped reading the ongoing narrative after The Voyage of the Jerle Shannara because to me, as a fan of Brooks‘ quality work, it was a big disappointment. It concentrated on the wrong things and only delivered what had been delivered dozens of times before. That is actually something that bugs me a lot about Brooks‘ work: It could so easily be better instead of simply being safe. He didn’t play it safe with the Word/Void trilogy, and while they may not be his most successful books, they are among his best.
But I consider myself a fan. I discovered the Shannara books at the tender age of 17 when I started my training at the town library of Göttingen. The first book I read was The Wishsong of Shannara in its strange German incarnation of the time – the publishing house split the novels into three books, as a seemingly clever way to make more money. Didn’t make it too easy to find out the correct reading order. (Hey, that was back in 1995 when the internet was still a very small place. Amazon had just been invented, if you can imagine.)
Anyway, I was hooked. Wishsong has held a special place in my heart ever since, both for nostalgic and quality reasons. I devoured everything Shannara that had been published at that time, switching to English sometime during or immediately after the Heritage tetralogy. So, what are my favourite Brooks books?

The Elfstones of Shannara: One of the Tolkien magazines (Mythlore?) reviewed it much more friendly than Sword back in the day, though it still recognised some borrowed elements – for that reason I smile when fans praise the originality of Elfstones. But they are not completely wrong, and said reviewer agreed. Elfstones has a strong narrative and believable characters. In fact, Wil has been one of my favourite Shannara characters of all times (which is why I didn’t take too kindly to what the TV series did with him in Season 1).

The Wishsong of Shannara: Like I said – nostalgic and quality reasons. A prime example of Terry Brooks‘ talent of writing well-developed characters. Re-reading it, however, after all those years, I also see everything that is wrong with it. There is not a lot of structure going on; many events don’t serve any purpose, don’t further the plot or the character development in any way and appear to be there simply to fill the pages. The characters run around in maze-like buildings and caves and tunnels, fight, and run some more. For long, long chapters. It also doesn’t help that the main characters, the one through whose eyes the reader sees, cannot seem to do the simplest things. Useful abilites and talents are given only to the secondary characters. Brooks would move away from that in later novels („Who is the main character, and who is the most interesting character?“) but a trace of it remains to this day. It’s somehow funny that many Shannara fans critise the Shannara Chronicles TV series for its „teenage angst“ and forget that most Shannara novel heroes and heroines are teenagers with all the behaviour that goes with it.

The Heritage of Shannara tetralogy: Not a favourite of mine at first, but as it progressed I learned to appreciate it. Dark and difficult. Today, I consider it one of Brooks‘ finest works, even though it suffers from the use of established character stereotypes (a common Brooks problem).

First King of Shannara: One of the really great histories of the Shannara universe. To put it into a single novel is simply unforgiveable. As such, First King reads very compressed and very shortened. Sad; because everything is designed to be an epic – the characters, the settings, the events. I can’t forgive Brooks for not making it a trilogy. Or a two-parter, at least. Still, over the years I have come to realise that I can’t get away from that book. It has in Tay one of the most accessible druids of all the novels, and the Chew Magna storyline holds me in thrall to this day. Mareth, of course, is the forerunner of Nest in Running with the Demon.
(For the TV series only watchers: TV-Mareth in her basic idea comes from First King. Naturally, her assumed father is not Allanon (who is just a child at that point) but Bremen; however, the series producers have tinkered with it and given TV-Eretria part of book-Mareth’s parentage. One of many wasted great scenes, sigh.
In turn, non-book character Bandon in Season 1 seems to me to be partly inspired by young Allanon of First King.)

The Word/Void trilogy: Running with the Demon, A Knight of the Word, Angel Fire East. Easily my favourite Brooks books. They weren’t that successful with the fans at first, as they have [had] nothing to do with Shannara, but I always considered that their strength. Insightful, relatable, nostalgic and a prime example of Brooks’ fully developed characters.
Back in the day, I was very disappointed with A Knight of the Word. I still consider it the weakest book of the trilogy. It doesn’t really deliver what it promises, and its villain is all too obvious. But over several re-reads I have come to see its strength in unexpected areas, mainly its social and spiritual aspects and the wonderful development of the relationship between Nest and John.
Angel Fire East is, of course, a modern Christmas story with strong imagery, sometimes even iconography.

The Genesis of Shannara: And then there were the fans. Spotting some possible connections between the stand-alone Word/Void trilogy and the Shannara series, they started asking about it. And as Terry Brooks, I suspect, liked the idea of doing something radically different (who wouldn’t?), he finally gave in. The result was the apocalyptic Genesis of Shannara trilogy, Armageddon’s Children (no relation at all to the use of that expression in the Shannara TV series), The Elves of Cintra and The Gypsy Morph. Love it.

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2 [sing.] a mixture of various things that were not originally intended to form a group: a potpourri of tunes
Oxford Advanced Learner’s Dictionary, Seventh edition

The Shannara Chronicles sind Game of Thrones´ Antwort auf The Vampire Diaries. Waren die Macher der Diaries stets bemüht, Twilight zu geben, bemühen sich die Macher der Chronicles, GoT zu produzieren. Leider vergessen beide, daß sie mit nicht dazu passenden Materialien arbeiten. Junge, Junge. Das Ende der ersten Staffel der Chronicles versprach coole Möglichkeiten. Warum zum Geier verschenkt man das und begibt sich auf das Groschenheftniveau der Diaries? Es erstaunt mich immer wieder, wie zielsicher die TV-Serie an wirklich allen großen Momenten der Bücher vorbeisegelt.
(Oder wie ein Shannara-Fan auf Terry Brooks‘ Website kommentiert: Was there a conscious, deliberate effort to eliminate every bit of excitement from the books?)

Gewiß: Es hat auch einen nicht zu unterschätzenden Unterhaltungsfaktor. Staffel 2 ist natürlich Erkennen Sie die Melodie?, oder wie immer das amerikanische Pendant lauten mag. Man erkennt die einzelnen Elemente der Handlung und kann dann fröhlich zuordnen, aus welchem der sich über hunderte von Jahren erstreckenden Romane sie entnommen sind. (Ich zählte zurück bis in die Word/Void-Trilogie.) Ernsthaft? Sie bringen das Schwert von Shannara und den Warlock Lord mit ein und ignorieren komplett die entscheidende Aussage dabei? Aua, aua, aua, sage ich nur. Das war das einzig Originelle an Terry Brooks‘ Erstling The Sword of Shannara!

Daß streckenweise versucht wird, The Lord of the Rings zu kopieren, ist erlaubt, nahm Sword doch dort seinen Anfang. Brooks hat dazugelernt. Die Serienmacher leider nicht. Was hätte man aus Bandon machen können! (Und Brooks hätte!) Einen interessanteren Antagonisten findet man so schnell nicht. Ich sah so viele Richtungen, in die man ihn hätte entwickeln können. Und The Crimson – wenn man schon aus sämtlichen Romanen zusammenklaut, wäre hier die wunderbare Chance für die Widersacher aus der Scions-Tetralogie gewesen! Argh!
Es gibt diese schöne Geschichte, die Brooks‘ Webmaster (Webdruid) mal erzählte: Sein erster Versuch, einen Roman zu schreiben. Probeleser war natürlich Terry Brooks. Und dessen konstruktive Kritik lief auf die Frage hinaus: „Wer ist die Hauptfigur? Und wer ist die interessanteste Figur?“ Vielleicht sollten die Serienmacher daraus lernen.

(Fankommentar: [A]fter enjoying the season up until the last episode, found that after killing off […] certain characters I don’t think I will watch if there is a next season.)

Die Anleihen bei Dracula hingegen waren nett. Und ich bin begeistert, was sie aus Cogline gemacht haben. Überhaupt liegt in dem Zusammentreffen von alter und neuer Welt die visuelle Stärke der Serie. Auf Relikte aus den Zeiten vor den großen Kriegen stößt man in Brooks‘ Büchern zwar oft, aber der Schwerpunkt liegt auf Orten der Magie, auf zerfallenden Festungen, gefährlichen Bergpfaden, auf Sümpfen und Wäldern, in denen die Gefahr lauert. Die Serie bringt die „vergessene Welt“ sehr sichtbar in Erinnerung.

Um ebenfalls zu zitieren: „Don’t you just love being right?“ Kaum darüber geschrieben, schon kann ich ein neues Beispiel hinzufügen. Homosexualität in Serien bleibt weiblich. Wie überflüssig war das denn?

Nebenbei glaube ich nicht, daß die Fans den Machern jemals Gareth Jax verzeihen. Er ist einer der beliebtesten Shannara-Charaktere aller Zeiten. Und was wurde in der Serie daraus gemacht?

Die Frage bleibt offen, was die Macher bei dem Verschleiß von Themen spätestens in Staffel 4 tun wollen. Vielleicht führen sie endlich mal die bislang vermißten Zwerge ein…

Terry Brooks hat ja auch eine Weihnachtsgeschichte geschrieben, nämlich Angel Fire East. Wird oft nicht als solche erkannt, aber die Zeichen sind eigentlich nicht zu übersehen. Nicht nur ist der dritte und letzte Teil der Word/Void-Trilogie zur Weihnachtszeit angesiedelt, er enthält auch alle entscheidenden Zutaten. Man achte mal drauf!
Ich bin geteilter Meinung, was die nachträgliche Einbindung der Trilogie in die Shannara-Reihe angeht. Ohne Zweifel paßt es; aber ich mochte die Eigenständigkeit der Trilogie. Dann wiederum: Die Ankopplung bescherte uns den Genesis of Shannara-Dreiteiler, ich kann also eigentlich nicht meckern…

Müßte ich mal wieder lesen.

Leider war danach Brooks‘ Originalität wieder ausgeschöpft. Ich hatte große Hoffnungen für die Folgeromane – die Entstehung der Vier Länder, die Einberufung des ersten Konzils, vielleicht Bronas Geschichte, all das. Aber nö, Brooks spielte die Voyage-Karte aus. So benannt nach The Voyage of the Jerle Shannara, dem ersten Roman nach der starken Scions-Tetralogie. Versprach unglaublich viel und fiel platt auf die Nase wegen falscher Prioritäten.

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Dürfte aktuell mein Lieblingszitat sein.

Manche Filme gewinnen ja mit wiederholtem Sehen, so auch Doctor Strange. Er ist wohl am besten zu bezeichnen als „Inception meets Potterverse“, aber seine Handlung und Charakterzeichnung gehen leider völlig in (durchaus großartigen) CGI und Welt- und Ausrüstungserklärungen unter. Man freut sich auf einen zweiten Teil, in dem es vielleicht ein bißchen mehr zur Sache geht. Dennoch hat er seine Momente, die für mich wie so oft in den kleinen Dingen liegen.
Eindeutig mehr Leinwandpräsenz als üblich haben die Stuntmen und -women, die diesmal sehr prominent und sichtbar Rollen besetzen dürfen. Es freut, denn in dem Job muß man durchaus auch Schauspieltalent besitzen.
Das Eingangslogo der Marvel Studios zeigt, wie weit Comicverfilmungen inzwischen gekommen sind. Zu „modernen“ Anfangszeiten wie, sagen wir, Spiderman beschränkte sich das Logo noch auf reine Zeichnungen. Inzwischen ist der Teil stark zurückgefahren, und nach einer kurzen Einblende einer Drehbuchseite geht es direkt in Ausschnitte aus den zahlreichen Verfilmungen der letzten Jahre über. Nett.
Musik gefällt, Kostüme gefallen. Ich bin aus irgendwelchen Gründen besonders fasziniert von dem Schnitt des Levitationsmantels. Es ist nicht einfach, die Silhouette und den Faltenwurf so hinzubekommen, daß es elegant wirkt. (Und Faltenwurf war bekanntlich schon im Mittelalter eine Kunstform.)
Oh ja, und natürlich: Der coolste Bibliothekar aller Zeiten!

Auch auf der Metaebene gab es einiges zu entdecken, aber das ist ein Fall fürs Autorenblog.

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Supergirl Season 2 krankt ein bißchen an zu viel Beziehungsdrama, hat aber definitiv ihre Momente. Neues Chef-Ekel Snapper dürfte sicherlich der Knüller unter den neuen Charakteren sein, wobei auch die kleinen Alien-Rollen wie der ständig in Schwierigkeiten steckende Brian oder „Fish Head“ Kevin, Supergirls Entsprechung von Morn, sehr gefielen. Wie schon in Staffel 1 ist besonders die Metaebene schön, gerade die zahlreichen Anklänge an die jüdischen Wurzeln des dynamischen Erfinderduos Shuster und Siegel. Unschwer zu übersehen ist das aktuelle Zeitgeschehen: Die Verantwortung der Presse, wahrheitsgemäß, unparteiisch und doppelt überprüft zu berichten („The rules are there for a reason“, wie Snapper der bestürzten Kara erläutert), selbst wenn die Realität darin schon immer dem Ideal hinterherhinkte; Flüchtlingspolitik und Fremdenfurcht; und natürlich „Make Daxam great again“. Außerdem ist die Staffel eine Liebeserklärung an das geschriebene Wort, das in einer Folge die Lösung des Problems birgt, und daß man aus Büchern mehr lernen kann als von YouTube… nun ja!
Nett auch, Kevin Sorbo wiederzusehen, der sonst sein Dasein auf PureFlix fristet. Und nachdem vermutlich während Staffel 1 so viel gemeckert wurde, daß Superman nie auftritt (wobei ich den running gag schon sehr lustig fand), startet Staffel 2 gleich mit einer Doppelfolge Doppelpower aus dem Hause El und endet auch damit. (Yess – Frauenpower! Supergirl gewinnt den Zweikampf der Giganten.)

Während es für eine, sagen wir mal, Frauenserie zwar irgendwie paßt, kann ich mir die Anmerkung nicht verkneifen, daß Hollywood wie immer den sicheren Weg in Sachen Sexualität geht. Ich meine, hey, wir haben homosexuelle Charaktere, wie fortschrittlich von uns! Aber blickt man zurück auf Homosexualität in Serien, finde ich in erster Linie die lesbische Variante. Buffy hatte sie. Jessica Jones hatte sie. Supergirl hat sie. Liste beliebig verlängerbar. An die schwule Variante wagen sich die wenigsten heran – Game of Thrones, okay, aber das ist sicherlich nicht, was ich unter gut funktionierender homosexueller Beziehung zwischen Helden der Handlung verstehen würde. Outlander zähle ich gar nicht erst mit, denn Jack Randall ist erstens bisexuell und zweitens ein Sadist, und ich wette, daß wir von John Grey, meinem schwulen Helden ersten Ranges, und seinen Beziehungen nicht viel mitbekommen, es sei denn, er erhielte seine eigene Serie. Male/male ist immer noch ein schwieriges Thema, während female/female als sicher und harmlos durchgeht. Von einer Gleichberechtigung sind wir hier auf so vielen Ebenen weit entfernt.

Absolut nicht sicher und harmlos ist dagegen RuPaul’s Drag Race, eine Serie, die ich wie so vieles durch Caitlín R. Kiernan entdeckte. Reality TV nach altbekanntem Muster (ich frage mich wirklich, warum jeder meint, daß das Standardregelbuch die einzig gültige Autorität ist), aber mit Drag Queens. Großartig. Wäre noch besser, wäre sie nicht so abgekartet. Aber das ist ein Problem des Genres.

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Nachdem ich von Wonder Woman so, nun ja, super-enttäuscht worden war, gab mir die erste Staffel von Supergirl den Glauben an weibliche Superhelden zurück. Obwohl längst nicht so finster und „noir“ wie Jessica Jones, teilt Supergirl die guten Qualitäten dieser Serie, namentlich eben, daß sie den Frauen ihrer Handlung eine Stimme verleiht, sie Frauen sein läßt.
Entsprechend werden Sexismus und Feminismus von verschiedenen Perspektiven betrachtet (es ist großartig, die beiden „Schulen“ des Feminismus‘ wiederzufinden), während die zahlreichen starken Frauen auf beiden Seiten der Gut-Böse-Skala zeigen, was Stärke ist – nämlich nicht nur, den Bösewicht/die Bösewichtin der Woche oder wahlweise die Heldin in den Hintern zu treten. Obwohl auch das in spektakulärer Weise geschieht.
Und das Tollste? Supergirl darf Strumpfhosen tragen statt halbnackt herumfliegen zu müssen! Eine kleine, aber feine Absage dem Sexismus. (Man denke an Jodi Picoults Überlegungen zu Wonder Womans Kostüm.)

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Natürlich ist Blade Runner 2049 schwer zu toppen, aber enttäuscht war ich von Wonder Woman. Der Film will zu vieles sein, als daß er am Ende irgendetwas ist. Ein zusammengestückeltes Sammelsurium von Ideen, die keinerlei Zusammenhang besitzen und nie wirklich ausgespielt werden können. Das Setting im Ersten Weltkrieg ist zumindest mal was anderes und hätte Potential gehabt, wäre es nicht so billig schwarz-weiß gezeichnet worden. Was ist die Aussage hier? Alle Menschen tragen ihren Teil zum Bösen bei. Ausgezeichnet, ebenfalls Potential, aber warum wird das nicht gezeigt? Heldengruppe, schön. Nur daß ihre Bedeutung und Funktion schlichtweg nicht vorhanden ist. Ganz zu schweigen von dem übelsten aller üblen Klischees: Wir haben eine weibliche Heldin, also muß sie sich verlieben! Plumper Pubertärhumor fehlt ebenfalls nicht.
Ich zog Vergleiche mit Jessica Jones und trauerte ganz einfach vor mich hin. Ich dachte an War Horse und Joyeux Noel und trauerte.

Zum Glück gibt’s dann wenigstens Actionszenen, die eine Augenweide sind. Auch die auf Fresken getrimmte Hintergrundgeschichte gehört zu den visuellen Highlights.

Ich würde ja denken, daß eine Superheldin ganz gut dafür geschaffen wäre, sich in der modernen Zeit mit Fragen weiblicher Unterdrückung zu befassen. Aber das ist natürlich ein heißes Eisen, also weicht man doch lieber auf die sichere Vergangenheit aus. Und, um mit Ellen Moody zu sprechen, es geht hier ja nicht um Frauen, sondern um ein von Männern gemachtes Frauenbild. Wie gesagt: Jessica Jones konnte das besser. Ich lese lieber noch mal Jodi Picoults Wonder Woman-Comic. Sie hatte einige ganz gute Gedanken dazu.

Hoffen wir, daß die gute Diana in Justice League eine fairere Behandlung erfährt.

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Die Unterhaltungen, die man so führt:
„Echt, Harrison Ford ist ein Replikant?“

Das weiß ich nun nicht, aber zumindest weiß ich, daß sich der Berlin-Ausflug inklusive Kinobesuch gelohnt hat – denn dort läuft aktuell noch die OV von Blade Runner 2049, nachdem die meisten anderen Städte bereits aufgegeben haben.
Ein Mitkinogänger faßte es im Abschluß zusammen: „Kein Wunder, daß nicht viele reingehen [obwohl unser Saal fast voll war], das ist doch sehr anspruchsvoll.“ Was man nach dem Original hätte vermuten können, aber wer sieht das schon.

Yesterday, of course, we went to see Blade Runner 2049, a film that I’d waited thirty-five years to see. I am not a film reviewer, and I no longer try to be, so my comments are, by design, simple. On Facebook, I said „I can now say, with great relief, that Blade Runner 2049 is exactly what I’d hoped it would be, smart and beautiful and a perfect continuation. This is twice now that Denis Villeneuve has blown me away.“ There’s not a lot to be added to that, not by me. I will say that I suspect the film hasn’t fared better at the box office for the very same reason that the original bombed at the box office. It’s intelligent SF, not just a shoot’em up action flick wearing an SF disguise. It’s P.K. Dick seen through the lens of Andrei Tarkovsky. And, too, it’s a sequel to a thirty-five year old film, a film a lot of the movie-going public has never seen and does not care enough to seek out. It’s their loss. It’s our gain that Ridley Scott entrusted his brilliant creation to Denis Villeneuve.
(https://greygirlbeast.livejournal.com/1326302.html)

After work, we still were able to make the late matinée of Blade Runner 2049. A second viewing only increased my awe of this beautiful film. I think this time I was more taken with the performances of a uniformly wonderful cast. Sylvia Hoeks is truly, truly marvelous, and her scene with Robin Wright is one of the best moments in a film comprised of best moments. This time, I was also more aware of Hans Zimmer and Benjamin Wallfisch’s score, a thing of beauty and sorrow unto itself, but also a perfect homage to Vangelis‘ score for the original film. There are layers upon layers upon layers to this film, and I can’t wait for the DVD to be out.
(https://greygirlbeast.livejournal.com/1327849.html)

Jede Zeit schafft Geschichten, die ihr entsprechen. Blade Runner (das Original) gehört im Grunde genommen noch zu einer früheren Mode, nämlich dem Konflikt der bewußtseienden Maschine. Sehr beliebt in den 70ern, teilweise auch in den 60ern. Was wiederum noch viel ältere Ahnen hat, mindestens bis zurück in die griechische Antike. Pinocchio beispielsweise gehört auch dazu. Das Werk, das Mensch werden möchte, das nach Leben verlangt, was häufig in Vernichtung seines Schöpfers ausufert. Also auch ein starker philosophischer/religiöser Subtext.
Blade Runner 2049 würde ich dieser Thematik nicht zuordnen, obwohl er natürlich Elemente enthält. Er gehört von seinem Grundmuster her zu den Erlöserfilmen. Und ich hoffe sehr, daß der dritte Teil nicht sogleich folgt, wie manches befürchten läßt, denn bekanntlich sollte man Perfektion nicht verschlimmbessern. Dreißig Jahre sind dafür nicht zu viel.

Wie Caitlín R. Kiernan fehlen mir eigentlich die richtigen Worte, um den Film zu beschreiben. Klügere Köpfe als ich haben das bereits getan. Was in den Bann schlägt, sind die Bilder – hier wurden die Möglichkeiten des CGI zur Fülle und mehr ausgeschöpft – und der unglaubliche Soundtrack, den ich mir sofort zulegen möchte, von dem ich aber überzeugt bin, daß er so eng zu dem Film gehört, daß er ausgekoppelt nicht funktioniert. Er besteht ja nicht aus einem klassischen Score, sondern ist einfach Instrumentalisierung, die die unweltlichen Bilder unterstreicht. (Ein bißchen wie True Detective 1.)

Ich kann verstehen, daß mancher Kinobesucher Längen in dem Film sah. Mir ging es absolut nicht so, aber wer auf konkrete Handlung wartet, wird sicher oft enttäuscht. Gleiches gilt für die Zuschauer, die schlicht und ergreifend einen Actionfilm erwarteten. (Noch einmal: Wer das Original gesehen hätte…) Blade Runner 2049 findet auf einer ganz anderen Ebene statt.
Einziger kleiner Minuspunkt ist, daß von Harrison Ford nicht wirklich Gebrauch gemacht wurde. Er ist ehrenhalber dabei, mehr nicht. Ich erwarte ja nun keine Stunts, immerhin ist er in seinen 70ern, aber ein bißchen mehr aktive Teilnahme hätte man ihm gönnen können. Seine Szene mit Jared Leto (Wallace) geht in die richtige Richtung.

Ich kann mich nicht entscheiden, welchen Trailer ich besser finde.

Sehr schön für die Freunde des Hintergrundwissens: Road to 2049. Eine Zeitlinie des Blade Runner-Universums, inklusive dreier Kurzfilme über den Weg von 2019 nach 2049.

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