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Archive for the ‘Geistiges’ Category

Hört man nicht heute vielfach die entsetzte Frage: Wie konnten diese Jahre solcher Not geschehen mit Gottes Willen? Wo bleibt dabei die Liebe, wo Gerechtigkeit? Die Menschheit fragt es, es fragen die Nationen, oft die Familien und der einzelne Mensch! Sollte ihm dies nicht eher der Beweis sein, daß Gottesliebe doch wohl anders ist, als sich so mancher denken möchte?

(Abd-ru-shin: Im Lichte der Wahrheit – Gralsbotschaft, Vortrag „Was trennt so viele Menschen heute von dem Licht?“)

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Dieser Tage habe ich oft den Eindruck, als wollten uns alle in den Irrsinn treiben oder, alternativ, es seien alle bereits so irre, daß sie den Irrsinn nicht mehr bemerken. Ich lese zwangsläufig die Schlagzeilen, wenn ich mich in meinen E-Mail-Konten einlogge. (Zugegeben: Es sind die kostenfreien Accounts auf den Bildzeitungsniveau-Seiten.) Jeder überbietet sich mit Promi- oder aber Horrormeldungen in ewig gleicher Formulierung und mit steigender Hysterie, weil: Blood sells, sex sells. Wird zumindest immer noch von der Journaille geglaubt.
Ich überfliege Artikel im Spiegel, in der Zeit oder in der Wirtschaftswoche, wenn unsere Exemplare ankommen, oder in technischen Fachzeitschriften aller Art und denke oft: Ihr habt den Schuß auch nicht mehr gehört, oder?
Ich schaue bei der Wissensmanufaktur vorbei und möchte schreiend wegrennen.
Ich lese die Jüdische Rundschau und bekomme schlechte Laune.
Ich erhalte den Newsletter des Zentrums der Erdenhüterkristalle und stelle fest, daß er auch immer weiter abdriftet.
Ich radele durch die Innenstadt und fahre Zug und komme aus dem Kopfschütteln nicht heraus.

Ist die Welt wirklich so irre oder ballt es sich in, nun ja, Ballungszentren wie Großstadt, Bahnhof und Internet einfach nur?

Das schlimme ist ja, daß diese Art Umgebung abfärbt, wenn man nicht *wirklich* aufpaßt. Man wird schneller davon aufgesogen als man denkt. Lesern der Gralsbotschaft ist der Mechanismus dahinter gut bekannt, nämlich die Gedanken- und Empfindungsformen oder -zentralen, aber das ist häufig eine theoretische Bekanntschaft, die man in den seltensten Fällen auf die eigene Meinung und das eigene Verhalten bezieht.

(Wer es riskieren will, wage mal ein Selbstexperiment: Man lese eine Weile nur Meldungen einer spezifischen „Richtung“, egal welcher, nur sollte es nicht gerade die sein, die der eigenen entspricht. Innerhalb kürzester Zeit wird man der Überzeugung sein, daß alle Andersdenkenden entweder blind, bösartig oder irre sind. Und irgendwann wacht man hoffentlich auf und betrachtet auch den Hexenkessel, in dem man sich bislang bewegt hat, mit neuen Augen.)

Aggression und Hoffnungslosigkeit sind die beiden Gefühle, die momentan zu überwiegen scheinen, wohin man schaut. Dahinter, nicht allzu gut versteckt, auch Angst, die Wurzel allen Hasses. Das Ende der Welt, der Zivilisation, der Demokratie, der Toleranz, der Freiheit, des Wohlstands wird von allen Seiten in den verschiedensten Formen prophezeit. Der Feind sitzt immer woanders, wahlweise nach jeder politischen oder weltanschaulichen Richtung. Mir kam dazu die Tage in den Sinn:

Es gibt nun allerdings auch manche, welche schon Jahrzehnte hindurch gegen diesen Feind ankämpfen, mit zäher Energie und Überzeugung, versteckt und teilweise auch offen, mitunter auch den schwersten Leiden ausgesetzt. Doch sie kämpfen, ohne den Feind selbst zu kennen! Und das erschwerte selbstverständlich den Erfolg. Es machte ihn von vornherein unmöglich. Das Schwert der Kämpfer war nicht gut geschärft, weil sie es stets an nebensächlichen Geschehen schartig schlugen. Mit diesen Nebensachen aber trafen sie auch stets zur Seite in das Leere, vergeudeten die eigne Kraft und brachten nur Zersplitterung unter sich.
(Abd-ru-shin: Im Lichte der Wahrheit – Gralsbotschaft, Vortrag „Es war einmal…!“)

Der Feind sitzt nämlich weder im rechten noch im linken Lager, nicht bei den Klimaleugnern noch bei den Anhängern der Klimareligion, nicht bei den Juden noch bei den Palästinensern, bei den Amerikanern oder den Russen, beim Kapitalismus, Kommunismus, Faschismus oder Antifaschismus, beim Feminismus oder Antifeminismus, Nationalismus oder Antinationalismus, bei Presse, Politik, Esoterikern oder Verschwörungstheoretikern, Christen, Muslimen oder Atheisten, Lesern der Urfassung oder der Ausgabe letzter Hand, bei Greta oder Trump. *Das* sind die Nebensachen. „Wacht doch auf!“ möchte ich so manches Mal gern rufen. Alle sind so von der Richtigkeit ihrer Anschauungen überzeugt, daß Gegenargumente überhaupt nicht durchdringen. (Und werden es entsprechend auch beim Lesen dieser Worte nicht tun. Die Stimme der Erfahrung.) Die Rechtschaffenheit und Seligkeit sind unser! Alles könnte so schön sein, wenn die anderen nicht ständig blockierten oder falsche Wege einschlügen und dem Bösen zu Dienste wären.

Mal ehrlich.

Nachdem ich einer Portion dieses Irrsinns ausgesetzt war, suche ich immer verzweifelt nach einer spirituellen Dusche. Leider findet man sie kaum noch. Selbst die Botschaft hilft mir, je nach Stimmung, nicht immer weiter – sie enthält natürlich die Grundlagen alles dessen, was auch in unserer Zeit gilt, aber häufig wünschte ich mir einfach mal konkrete, aktuelle Aussagen für heute, nicht Bezüge auf Dinge, die vor nun bald hundert Jahren aktuell waren. Es gibt eigentlich nur zwei Antidote für mich: Natur und Schönheit. Ich hungere förmlich danach. Ein Morgen mit meinen Pflänzchen, mit Insekten und vorüberdüsenden Mauerseglern in meinem Hof, und es geht mir gut. Eine Wanderung im Osterwald, und meine Seele atmet auf. Ein Blick zwischen all den Internetmeldungen auf die Enchanted Living-Facebook-Seite (*nicht* die Kommentare), und ich entspanne mich.
Unsere arme geplagte Erde wäre ein besserer Ort, wenn mehr Menschen Schönheit an sich heranließen.

Als Richtschnur eines gottgewollten Lebens hier auf Erden wurde Euch der Schönheitssinn geschenkt, der aus reinster Empfindung kommt. Diese Empfindung trägt Erinnerung in sich an lichte Höhen, wo Schönheit zur Selbstverständlichkeit gehört! Denn Licht und Schönheit läßt sich gar nicht trennen. Sie sind eins! Wenn Ihr nun Licht auf diese Erde tragen wollt, so müßt Ihr Schönheit bringen. Schönheit in allem, was Ihr tut!
(Abd-ru-shin: Ermahnungen, Vortrag „Laßt Ostern in Euch werden!“)

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Die größte Zahl der Menschen denkt, daß dieses Erdensein nichts anderes zum Ziele hat als den Zweck irdischen Erwerbes! Im besten Fall auch noch den Zweck einer Familie und Kinder! Wer nicht so denkt, der handelt doch darnach! Was soll aber unter derartigen Voraussetzungen eine Fortpflanzung, wie Ihr sie nennt, die doch in Wirklichkeit gar keine Fortpflanzung bedeutet, sondern nur die Möglichkeit gibt zu Inkarnationen anderer Menschengeister, damit sich diese weiterhin vervollkommnen und alte Fehler ablegen. Durch Euer Tun vergrößert Ihr Euere Schuldenlast; denn damit haltet Ihr alle die Geister von dem Aufstieg ab, die Ihr als Eure Kinder für die gleichen leeren Ziele auferzieht!

(Abd-ru-shin: Im Lichte der Wahrheit – Gralsbotschaft, Vortrag „Der Erdenmensch vor seinem Gott“)

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Nachdem ich nun durch die Anonyma-Neuigkeiten sehr eingebunden war (es tat sich viel im Autorenblog), ein Beitrag, den ich schon vor diversen (*hust*) Tagen hatte posten wollen.

Ich sollte vielleicht aufhören, mich mit christlichen Autoren zu befassen. Es führt unweigerlich zu internen Debatten, die ebenso unweigerlich ins Blog überschwappen. (Und ich dachte, meine Herman-Rezension hätte mir Zugriffszahlen beschert. Man darf gespannt sein.)

Gestern [zum Zeitpunkt des Schreibens, CS] bei Francine Rivers vorbeigeschaut – ich bin zwiegespalten, was ihre Romane angeht; sie haben ihre Momente, sind mir aber üblicherweise zu fanatisch. Entwicklungstechnisch interessant war nur As Sure as the Dawn, eines ihrer frühesten Werke nach ihrer Konvertierung. Man merkt noch massiv, daß sie vorher im romance novel-Genre tätig war, denn ihre Charaktere lesen sich wie Anschauungsbeispiele aus der Sparte – nur mal eben fix christlich angestrichen. In jedem Fall befaßte sich einer ihrer Blogeinträge mit Abtreibung. Nicht der erste, und nicht zum ersten Mal haut sie gleich auf Artenschützer ein, weil: Heuchler. Tierleben wird höher gestellt als Menschenleben, und all das.
Ich bin, vielleicht eher als Ausnahme unter Kreuzträgern, nicht grundsätzlich gegen Abtreibung. Für mich hängt zu viel von den Begleitumständen ab. Wer sich mit den Themen befaßt hat, die zwangsläufig Teil meiner Recherchen waren, kann, glaube ich, nicht in Schwarz-Weiß denken. Ich halte nur Abtreibung nicht für die beste Wahl, wenn andere Alternativen bestehen – als allererstes zum Beispiel Aufklärung und Verhütung. Mir ist natürlich klar, daß das nicht in allen Fällen greift, namentlich bei Vergewaltigungen. (Da setze ich, sofern auch nur annähernd möglich, auf Anzeige und die „Pille danach“.) Wofür ich keinerlei Verständnis aufbringen kann, ist die schiere Menge an Abtreibungen, die sich garantiert nicht nur aus Notwendigkeiten zusammensetzt. Faulheit oder „Ups, nicht aufgepaßt“ oder „Wir dachten, beim ersten Mal passiert schon nichts“ zählen für mich nicht als gewichtige Gründe – siehe oben unter Aufklärung und Verhütung. Es gibt heutzutage so viele Möglichkeiten, Leute.
Genausowenig halte ich hingegen von den Argumenten der Gegenseite. Das arme gerade gezeugte Baby, das von seiner Mutter ermordet wird! Das Kind hat doch schon einen Herzschlag, also lebt es! Alles Schlampen, sie verdienen, mit einem Kind bestraft zu werden! Und so weiter, und so fort. Christlich ist das alles auch nicht gerade. Die Absichten mögen gut sein, das erkenne ich an, aber der reine „Schutz ungeborenen Lebens“ greift viel zu kurz. Es hängt zu viel daran, das wir nicht einmal sehen können.
Zunächst einmal: Kinder sollten doch keine Strafe sein. Sie müssen gewünscht werden. Das ist unendlich entscheidend sowohl für die Art der Seelen, die angezogen werden, als auch für die feinstoffliche und fein-grobstoffliche Umgebung (das „morphogene Feld“, wie es heutzutage so verschwurbelt und undifferenziert heißt).
Dann: Leben. Das große Argument. Wann beginnt Leben? Den fanatischen Abtreibungsgegnern zufolge sofort nach der Zeugung, womit jede Art von nachträglichem Abbruch einen Mord darstellt. Nur daß das eigentliche Leben erst in der Mitte der Schwangerschaft, nämlich mit der Inkarnation eines Geistes in den werdenden Kindskörper einsetzt.
Wobei – stop. Es ist ja nicht einmal Leben. Es ist Belebung. Der inkarnierende Geist belebt den entstehenden grobstofflichen Körper. Was immer also der Zustand des Fötus‘ vor der Inkarnierung im 4½. Monat ist, es ist nicht einmal Belebung, noch viel weniger Leben. Es sind Prozesse, die da ablaufen, eine Vorbereitung für den Einzug des Geistes. Ein Haus im Rohbau sozusagen.*
Das Problem spielt sich auf ganz anderen Ebenen ab. Ich habe keine Lust, das alles hier auszuführen und verweise einfach auf die Vorträge „Die Erschaffung des Menschen“, „Das Geheimnis der Geburt“, „Im Reiche der Dämonen und Phantome“, „Das schwache Geschlecht“ und „Die zerstörte Brücke“ in der Gralsbotschaft.

Denn es geht ja noch weiter. Bei Lynn Austin entdeckte ich schon vor längerem folgenden Blogeintrag:

At the moment, I’m waiting for several urgent prayers to be answered. […] My friends’ six-month-old granddaughter who needs a liver transplant.

Ich war sehr versucht, einen Kommentar zu hinterlassen: Sie als gute Christin beten also dafür, daß ein Mensch stirbt, der dann ausgewaidet werden kann? Denn das ist es ja, worauf dieses fromme Gebet hinausläuft. (Sofern sich kein Lebendspender findet – bei Lebern möglich.)
Lynn Austin ist weniger fanatisch als ihre Kollegin Francine Rivers, dafür ist sie sehr oft blind. Sie meint es wie immer gut, aber sie ignoriert die Negativaspekte völlig.
Ja, ich bin Gegnerin der „Organspende“, wie man sie so euphemistisch nennt. Klingt nett, nach Nächstenliebe. Was wirklich daran hängt, damit beschäftigen sich die Befürworter in den wenigsten Fällen. „Wenn ich tot bin, brauche ich die Organe ja nicht mehr, dann können sie noch jemand anderem helfen.“ Das ist gut gedacht, keine Frage. Ich will ja auch niemandem einen Vorwurf machen. Aber, liebe Leute, wenn ihr euch schon dafür entscheidet, Organspender zu sein, dann informiert euch vorher. Und zwar nicht nur bei der BZgA oder auf organspende-info.de. Und zu eurem eigenen Wohl hinterlegt die Bestimmung, daß die Organe nur unter Narkose entnommen werden dürfen. Sobald ein Mensch wirklich tot ist, sind seine Organe unbrauchbar – das ist ja die Debatte um den Todeszeitpunkt. Ein hirntoter Mensch fühlt noch Schmerzen. Ein hirntoter Körper ist noch verbunden mit seiner ihn belebenden Seele, das heißt, die Seele, sprich der eigentliche Mensch kann unter Umständen die Schmerzen noch mitempfinden.
Auf die ethischen Hintergründe will ich hier gar nicht eingehen. Eine Gesellschaft, die glaubt, menschliche Körper könnten als Ersatzteillager für andere „Maschinen“ dienen… ich weiß nicht. Menschen, die sich so verzweifelt an dieses eine Leben klammern, daß sie Kannibalismus für völlig akzeptabel halten… nicht mein Ding. Früher pflegte ich zu sagen, daß ich nicht wüßte, ob ich im Falle des Betroffenseins nicht doch ähnlich denken würde. Heute weiß ich: Nein. Ich glaube, bei mir würde eine Organverpflanzung schon aus einem einfachen Grunde nicht funktionieren: Ich hätte einen unbeschreiblichen Ekel vor diesem Fremdkörper in mir. Vermutlich würde allein das eine Abstoßreaktion auslösen.

Erfreulicher, aber auch nicht unumstritten: Seit einigen Monaten bin ich Abonnentin bei Lev HaOlam. Diese Organisation unterstützt israelische Kleinunternehmen, die von dem Boykott israelischer Waren besonders betroffen sind. Jeden Monat gibt es ein Überraschungspaket mit allen möglichen Sachen, von Lebensmitteln über Kosmetik bis hin zu Keramik und Schmuck. Jeden Monat Weihnachten sozusagen. Dinge, die ich nicht gebrauchen kann, konnte ich bislang noch immer weitergeben – gerade Nahrungsmittel gehen im Büro problemlos weg. 99 Dollar bzw. rund 90 Euro je nach Kurs ist natürlich nicht wenig jeden Monat.
Ich möchte mir nicht vorwerfen lassen, ich sei politisch entweder ahnungslos oder auf der völlig falschen Spur. Ich bin nicht blind gegenüber den Dingen, die seitens der israelischen Regierung falsch laufen. Aber ich unterstütze nicht den Staat Israel, ich unterstütze Menschen. Gerade viele politisch Hochmotivierte aller Coleur vergessen diese einfache Tatsache gern. Es hängen immer Menschen dran, egal, in welche Richtung man sich bewegt. *Die* eine richtige Entscheidung gibt es nicht. *Die* Israelis sind ebensowenig fiese Täter wie *die* Palästinenser arme Opfer sind. Unsere Presse versucht das oft anders zu verkaufen, genauso wie die rechte jüdische Presse alle Muslime als unheilbare Schwerverbrecher präsentiert. Die Wahrheit liegt wie immer irgendwo dazwischen.
Aber alles in allem stehe ich natürlich lieber zu einem zumindest grundsätzlich demokratischen Staat, in dem Frauen gleichberechtigt und Homosexuelle nicht von Ausgrenzung, Gefängnis oder Todesstrafe bedroht sind. Das dazu, liebe politisch Korrekte. Daß dieser spezielle Staat seine Schattenseiten hat und für manche Bürger demokratischer ist als für andere, leugne ich ja nicht, und ich versuche auch nicht, diese Tatsache zu rechtfertigen. Ich fürchte nur, die Gegenseite wäre noch erheblich unduldsamer. Den perfekten, gerechten Staat gibt es schlichtweg nicht. Wir alle können uns nur für das geringere Übel entscheiden, wie auch immer das in unseren sehr subjektiven Augen aussehen mag.
Vernünftige Leute kommen immer miteinander aus, sage ich stets. Es sind die Idioten, die sich nach Kräften bemühen, das unmöglich zu machen.


* Interessant in dem Zusammenhang sind zwei Fälle, die mir begegnet sind. Der eine liegt viele Jahre zurück, ließe sich aber wohl noch ergoogeln, denke ich. Bei einem Unfall, wenn ich mich richtig erinnere, wurde eine Frau in noch nicht weit fortgeschrittener Schwangerschaft tödlich verletzt, aber ihr Körper auf Bitten des werdenden Vaters hin künstlich am Leben gehalten, um wenigstens das Kind zu retten. Es funktionierte bis tatsächlich zur Mitte der Schwangerschaft, dann starb der Fötus ab, es erfolgte also eine Fehlgeburt. Der Geist der Mutter hatte nicht mehr die nötige Ausstrahlung, um die Brücke für die inkarnierende Seele zu bilden.
Der andere Fall ist noch recht aktuell und dreht sich um den Versuch, Elefanten mit Fell zu züchten. Klingt erst mal albern, hat aber interessante Hintergründe. In jedem Fall versucht man sich an diesen Ersatzmammuten im Labor – und scheitert jedes Mal in der Mitte der „Schwangerschaft“. Ich will nicht ausschließen, daß es in vitro klappen könnte, aber die Erfolgschancen lägen sicherlich höher, würde dauerhaft etwas Weibliches in der Nähe sein.

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In meinen beiden Blogs tauchte in den Top Searches die Suchanfrage „ist abd ru shin christlich eingestellt ?“ auf. Die Antwort ist zunächst einmal eine Gegenfrage: Was genau ist mit „christlich“ gemeint? Ich vermute, es geht hier weniger um die christliche Kirche (obwohl das natürlich mit hineinspielt), sondern mehr um Jesus Christus. Ich erwähnte ja schon, daß mir Fragen zu dem Thema während der Israel-Reise gestellt wurden. Wenn hier also eigentlich gefragt wird, ob Jesus als Gottessohn angesehen wird, lautet die Antwort unumstößlich Ja. Wenn es um Jesu Lehre geht, lautet die Antwort ebenfalls Ja. Abstriche hingegen sind zu machen, wenn die Frage auch die kirchliche Lehre umfaßt. Sühneopfertod? Nein. (Eva Hermans hier besprochenes Buch enthält einen interessanten Teil dazu.) Erlösung durch den Glauben? Nein. Oder jein, sofern dieser Glaube auch die Tat beinhaltet.
Ich zitiere mal die Evangelische Zentralstelle für Weltanschauungsfragen:

Allerdings offenbart ein Blick auf die tatsächlichen Lehrinhalte, dass die Gralsbotschaft an praktisch keiner Stelle mit den christlichen Begriffen das meint, was die ökumenische Christenheit darunter versteht: Während Jesus Christus als Weisheitslehrer kam und scheiterte, wurde seine Heilsrolle durch Abd-ru-shin in vollkommener Weise erfüllt. Obwohl Abd-ru-shins Lehre über seiner Person stehen soll, sah er sich doch als den besseren Christus und betrachtete seine Familie und sich als heilsmittelnd („göttliches Trigon“). So wie Abd-ru-shin Jesus überlegen war, ist die Gralsbotschaft der Bibel überlegen. Es ist offensichtlich, dass all dies christlichen Vorstellungen diametral widerspricht.

Das ist, wie ich anmerken möchte, bis auf den ersten Halbsatz ausgekochter Quatsch. Nirgendwo wird etwas derartiges behauptet (bitte mal ein paar konkrete Quellen für eine solche Unterstellung!), und ohne auch nur den Hauch eines Zweifels hätte Abd-ru-shin dieses Konzept eines „Wettkampfes“ strikt zurückgewiesen. Auf wessen Mist wächst so etwas?

Wenn dennoch Kreuzträger häufig betonen, der Unterschied zum christlichen Glauben sei gar nicht so groß, so kann dies daran liegen, dass christliche Elemente in die persönliche Frömmigkeit hineingenommen werden (Bezug zu einem personal als Gegenüber erlebten Gott im Gebet z. B.), obwohl sie im Grunde nicht zur Gralslehre passen.

Sagt wer?
Nebenbei verrät dieser Absatz wie so oft mehr über den Verfasser als über die Thematik. Er (bzw. seine Quelle) geht hier klar von einem „christlichen“, sprich kirchlich-konfessionellen Hintergrund der Bekenner der Gralsbotschaft aus – das in der Kirche Gelernte wird mitgenommen in die neue Lehre.
Ob der Unterschied tatsächlich nicht so groß ist, wage ich hingegen zu bezweifeln. Ich verweise noch einmal auf meine Israel-Berichte. Mir kam der konfessionelle Teil der Reise schon sehr fremd vor. Berührungspunkte, ja. Davon gibt es viele. Gemeinsamkeiten? Hm…

Dabei ist aus christlicher Sicht das aktive Glaubensleben einer Tatreligion und das Bemühen der Anhänger um ein ethisch verantwortungsvolles Leben zu würdigen und nicht durch den Vorwurf der „Selbsterlösung“ leichtfertig zu entwerten, zumal die zugrunde liegende Ethik der christlichen nicht erkennbar widerspricht.

Und das ist, glaube ich, der springende Punkt. Danke dafür, Herr Funkschmidt. Irgendwo las ich auch einmal, besagte Ethik könne sogar als ein Vorbild für Christen gelten. Wie immer kommt es dabei natürlich darauf an, daß diese Ethik auch gelebt wird, aber das ist – ebenfalls wie immer – ja leider oft der große Unterschied zwischen Lehre und Ausübenden. Wie sagte Gandhi angeblich? „I like your Christ. I do not like your Christians. Your Christians are so unlike your Christ.“ Gilt ebenso für Bekenner der Gralsbotschaft.

ist gralswelt eine sekte

lautete eine weitere Frage. Die Gralswelt war eine Zeitschrift. Sie kann aus der Natur der Sache heraus keine Sekte sein, glaube ich. Falls hingegen das Gralswerk gemeint ist – dazu gehen die Meinungen auseinander. Ich fühle mich nicht qualifiziert, darauf zu antworten.

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Wo bleibt Gehorsam dem zehnten Gebote Gottes, möchte man den Staaten warnend zurufen! In der erbarmungslosesten Begier strebt jeder der irdischen Staaten nur nach dem Besitz des anderen! Sie scheuen nicht vor Einzelmord, auch nicht vor Massenmord dabei zurück, nicht vor Versklavung ganzer Völker, nur um sich selbst damit zur Größe aufzuschwingen. Die schönen Reden über Selbsterhaltung oder Selbstschutz sind nur Ausflüchte, weil sie selbst deutlich fühlen, daß etwas gesagt sein muß, um diese ungeheueren Verbrechen gegen die Gebote Gottes etwas abzuschwächen, zu entschuldigen!

(Abd-ru-shin: Die zehn Gebote Gottes / Das Vaterunser)

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Nun wurde mir zugetragen, daß sich über meine Verwendung des Wortes „Häme“ echauffiert wurde. Ich halte Häme für ein ausgezeichnetes Wort. Es bildet genau das ab, was es meint; es schwingt in seiner Bedeutung. Und ich stehe auch zu dem Zusammenhang, in dem ich es verwendete.

Am vergangenen Sonntag nahm ich an einer Veranstaltung der Wissensmanufaktur teil. Sie fand in Walsrode statt, was zur Abwechslung ja mal quasi in der Nachbarschaft ist (anders als München), also: Kann man mitnehmen, sagte ich mir.
Das Publikum war angenehm gemischt in seiner Zusammensetzung und der Vortrag locker gehalten. So weit, so gut. Aber, Herr Popp, war es nötig, um eines Lachers willen auf ebenjene Häme zurückzugreifen, von der ich schrieb? „… so eine Greta Thunfisch mit so ’nem Gesicht…“? Wirklich? Was ist es mit Ihnen und Ihren Gleichgesinnten, das Sie einen solchen Haß auf ein sechzehnjähriges Mädel mit Idealen entwickeln läßt? In den verlinkten Nachrichtenmeldungen ist ja fast täglich eine solche Auskippung von Wortunrat zu finden. Das hat kein Maß und kein Ziel, ist keine sachliche Kritik, sondern einfach nur – Häme. Und ja, es ist so häßlich und niedrig, wie dieses Wort klingt.
Komisch: Es wird kritisiert, daß die Jugend für nichts mehr Interesse hat, aber sobald sie es hat, ist es auch wieder nicht richtig.
Herr Popp: Sie reihen sich in die Schar dieser Hetzer ein und sprechen im gleichen Atemzug von der Wechselwirkung. Sie haben die Botschaft gelesen. Was glauben Sie, an welcher Wechselwirkung Sie hier bauen?
Ich kann nur wiederholen:

Ich sagte schon, wenn Ihr Disteln säet, kann daraus kein Weizen wachsen!
So kann auch nie aus Hetzreden, Verhöhnungen und Schädigungen Eurer Nebenmenschen irgendwelcher Aufbau sich ergeben; denn jede Art und Weise kann ja Gleiches nur gebären, kann auch nur Gleichart anziehen!

Und:

Die Menschen, die über ihre Nebenmenschen Übles reden und verbreiten, müssen in sich selbst vom Übel sein, sonst würden sie derartiges nicht tun!

Außerdem:

Wenn Ihr von einer solchen rohen Tat des Überfalls und gewaltsamer Verletzung hört, seid Ihr empört. Leiden darunter Menschen, die Euch nahestehen, auch erschrocken und entsetzt! Dabei stört es Euch aber wenig, wenn Ihr hier und da mit anhört, daß ein abwesender Mensch von einem anderen in schlechtes Licht gesetzt wird durch geschickte böswillige Worte, wie auch oft nur durch sehr ausdrucksvolle Gesten, welche mehr vermuten lassen, als mit Worten ausgesprochen werden kann.
Doch merket Euch: Ein grobstofflicher Angriff ist viel leichter gutzumachen als ein Angriff auf die Seele, welche durch Rufuntergrabung leidet.
Meidet deshalb alle Wegelagerer des üblen Leumunds gleich grobstofflichen Mördern!
(Abd-ru-shin)

Ach so: Das Opfer-Täter-Prinzip ist übrigens keine Wechselwirkung. Was für ein perverses Konzept würde das sein, wenn ein Opfer nach göttlichen Gesetzen dazu gezwungen wäre, selbst zum Täter zu werden?

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Wie ich gerade erfuhr, kommt vom 9. bis 11. Mai Oskar Ernst Bernhardts Erdenbann auf die Studiobühne München. Dafür mache ich natürlich gern Werbung. 🙂
Ob ich’s schaffe, hinzugehen, muß ich schauen. Ein kleiner Trip ist eine Reise nach München von hier aus leider nicht, zumal ich an dem Wochenende schon einen anderen Termin habe… aber mal sehen.

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Ein Wort zum…

Maria Magdalena ging leise betend zu dem Grab und trug einen Korb mit Blumen, unter denen sie Tiegel mit köstlichem Balsam verborgen hatte. Damit wollte sie den Körper des Herrn nach der Sitte der Juden zu langem Schlaf bereiten.
Als sie an das Grab kam, umfing sie eine große Kraft. Ihr war, als träte sie über sich selbst hinaus und schaute alles: die noch nächtlichgrauen Nebel der Ebene, die leise aufglühenden Hügelketten und die dichten Gärten, die sich in weitem Bogen über die Höhen zogen, in weißem, überirdischem Glanze.
Maria Magdalenas Fuß stockte; sie stand an der Wölbung des Felsengrabes, an dessen beiden Seiten ein lichter Glanz erstrahlte. Geblendet war ihr Auge; doch sie vermochte mit der Kraft, die ihr gegeben war, den Glanz zu ertragen.
In dem hellen Lichte wurden Gestalten sichtbar, die sich immer deutlicher hervorhoben, je weniger Magdalena sich vor dem Außerordentlichen ihrer Wahrnehmung fürchtete.
Sie nahmen so deutliche Form an, daß sie ihr wie irdische Körper erschienen, und dennoch waren sie durchsichtig und leuchteten in silbernem Schimmer.
„Fürchte Dich nicht!“ so sagte eine der Gestalten, „und höre, was wir Dir sagen: Jesus, der Sohn Gottes, ist auferstanden mit seinem Göttlichen Teile, der in Ihm war. Er wird noch vierzig Tage bei Euch weilen und unter Euch wandeln. Ihr werdet Ihn erkennen hier und da und von Seiner Kraft empfangen zum Segen der Nachschöpfung. Sein Leib aber wird bewahrt zum Zeugnis für das Gericht, das nun unabwendbar über die Schöpfung kommen muß, und für die Zeit des Menschensohnes hier auf Erden.“
Wie wenn ein Meißel die Worte in Stein grübe, so gruben sich die Worte auf Ewigkeit in den Geist Maria Magdalenas ein. Ihr Geist nahm sie auf, verstand sie und bewahrte sie. Ihr Mund aber sprach zu den Frauen, die ihr leise nachgefolgt waren:
„Seht, als ich kam, da fand ich den Stein weggenommen, und zwei leuchtende Gestalten waren im Innern des Grabes. Laßt uns zu den Jüngern gehen und es ihnen sagen, daß wir das Grab leer fanden.“
Als sie aber, bebend und schluchzend vor Erregung, auf dem Wege zurückgingen und das Rosenrot der Sonne die feinen Nebel färbte, da erschien aus der Wolkenschicht, die über die Hügel zog, vor Maria Magdalena eine Gestalt. Ein leuchtendes Angesicht, verklärt von dem Weißlicht Gottes, blickte sie an. Hände streckten sich ihr entgegen, wie gehoben zum Segen, darin glühten die Male der Nägel gleich Rubin, und die Stimme des Herrn sprach mit dem schwingenden Glanze und der Weichheit des Tones, die nur ihr eigen war:
„Rühre mich nicht an, Maria! Du würdest die Kraft nicht ertragen. Ich bin’s! Gehe hin und sage es meinen Jüngern.“

(Verwehte Zeit erwacht I)

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Am 18. April erschien Eva Hermans neues Buch Blutgericht Europa. Da ich’s mir fürs Kindle vorbestellt hatte, konnte ich gleich morgens im Zug loslesen – schon eine dolle Sache! Ich saß dann abends über einer Rezension, die mich einiges Nachdenken kostete. Was es zu diesem Buch zu sagen gibt, ist einfach zu viel, um es in eine Besprechung zu packen. Wissend, daß es vor allem die Herman-Fans (und vermutlich die Autorin selbst – ich linse ja auch immer mal wieder nach neuen Rezensionen meiner Bücher) sein würden, die draufschauten, entschied ich mich für die abgespeckte Variante, die allerdings schon recht lang wurde, um gleich zum Kern der Sache zu kommen.
Morgens erwartete ich fast schon wütende Kommentare, aber nein – es gab immerhin drei „Personen, die diese Rezension hilfreich fanden“. Hilfreich glaube ich dann doch nicht; inzwischen gilt dieser Button ja eher als „Like“. Aber wie gesagt: Dafür, daß ich den Text erst um 23 Uhr abschickte und um neun Uhr morgens nachsah, ist die Reaktion ganz gut. (Zum Zeitpunkt des Schreibens. Kann inzwischen ja längst ganz anders aussehen.) Ulkig hingegen: Mehrere von Hermans früheren Büchern haben bis heute keine Bewertung. Sobald ich eine Drei-Sterne-Rezension veröffentliche, kommt prompt innerhalb von zehn Stunden eine andere nach, die den Schnitt nach oben zieht. Menschen. 🙂

Wie es mir nun immer so geht, kamen im Nachhinein noch einige Einfälle, was ich außerdem hätte schreiben können. Der Geist des Treppenhauses. Aber wozu hat man ein Blog? Im folgenden also der etwas veränderte Text der Rezension plus Zusatzgedanken.

Eva Herman befaßt sich in Blutgericht Europa mit nichts Geringerem als dem Völkerschicksal Deutschlands und dem Untergang des Abendlandes. Gerade letzterer ist ein Standardthema der Wissensmanufaktur – „Wird allmählich Zeit. Andreas Popp kündigt ihn seit fast zehn Jahren an“, um einen Facebook-Kommentator zu paraphrasieren. Da will ich mal einen Schritt weitergehen und erwähnen, daß die Kreuzträger ihn bereits zu Lebzeiten Abd-ru-shins jeden Tag erwarteten, und das ist immerhin über siebzig Jahre her. Ich bin also extrem vorsichtig mit solchen Vorhersagen; das kann ganz entspannt noch weitere siebzig Jahre so weitergehen.
Über Völkerkarma nun kann man sehr lange diskutieren. Gerade das deutsche hat natürlich viel auf dem Buckel, und mehr, als man gemeinhin glaubt. Ich zitiere mal einen längeren Text aus Abd-ru-shin und die Botschaft aus dem Gral.

Am 6. Dezembers 1941, nachmittags, schied Abd-ru-shin (Oskar Ernst Bernhardt) von dieser Erde. Siegfried Hagl beschreibt die welthistorische Situation dieses Zeitpunktes.

Europa Anfang Dezember 1941: Der Zweite Weltkrieg hat in der Form des „europäischen Krieges“ einen ersten Höhepunkt erreicht. Zwei Jahre lang waren deutsche Truppen von Sieg zu Sieg geeilt. Sie hatten das neue Schlagwort „Blitzkrieg“ nicht nur in die deutsche, sondern sogar in die englische Sprache eingebracht, und ihr Angriffsgeist und ihre Schlagkraft schienen nie zu erlahmen; die deutschen Armeen hatten sich bisher in allen Fällen als unüberwindlich erwiesen.

Ein Blick auf die Landkarte mußte das belegen:

Deutsche Soldaten hatten ab September 1939 zuerst Polen überrannt, dann Dänemark, Norwegen, Holland, Belgien und Frankreich erobert und England gefährlich bedroht. 1941 folgten Eroberungen von Jugoslawien, Griechenland sowie Kreta, und schließlich der Angriff auf Rußland. In den ersten Dezembertagen des Jahres 1941 stehen die deutschen Truppen am Nordkap wie in der Biskaya. Das Afrikakorps belagert Tobruk. An der Ostfront ist die alte russische Hauptstadt Kiew längst erobert, Leningrad eingekesselt und Moskau in Sichtweite; der russische Widerstand gilt nach offiziellen Meldungen seit Anfang Oktober als gebrochen und damit der Krieg im Osten als entschieden. In Deutschland glaubt man den Bolschewismus erledigt und will mit Hilfe der Rohstoffquellen der eroberten Teile der westlichen Sowjetunion den noch verbleibenden Kriegsgegner – England – in Kürze niederringen.

So die Beurteilung der militärischen Lage, nicht nur aus der Sicht der nationalsozialistischen Propaganda. Selbst maßgebliche militärische Stellen westlicher Staaten sehen die Situation nicht viel anders, und sogar der zähe Winston Churchill weiß, daß es schwierig sein wird, die Deutschen in Nordafrika aufzuhalten, den Suezkanal zu sichern und die nach einem siegreich beendeten Rußlandfeldzug zu erwartende Invasion gegen England abzuwehren.

Fast alle unterschätzen die Probleme der deutschen Armee. Tatsächlich sind die Kräfte der deutschen Kampfverbände aufs äußerste angespannt. Das zu kontrollierende Gebiet ist viel zu groß, die Truppen sind zersplittert und die Nachschubwege zu den weit auseinandergezogenen Fronten zu lang. Überdies gefährden im Mittelmeer englische Luft- und Seestreitkräfte die Nachschublinien, die im Osten unter schlechten Straßen, Eisenbahnen mit Breitspur, extremer Witterung und Partisanentätigkeit leiden. Solche Gefahren beachten allerdings auf deutscher Seite nur wenige „Schwarzseher“. Die Mehrzahl – auch der gut informierten Verantwortlichen – läßt sich von den nicht abreißenden Erfolgsserien blenden und glaubt den Sieg schon in der Hand zu halten.

In der Euphorie der ersten Kriegsjahre wurde leider oft auch vergessen oder verdrängt, daß es sich um einen von Hitler leichtfertig und mutwillig begonnenen Krieg handelte. Hitler wollte – wie schon in „Mein Kampf“ angekündigt – „Raum für die deutschen Bauern“ im Osten schaffen, und zwar ohne Rücksicht auf die dort lebenden Menschen. Diese wurden als „minderwertig“ abqualifiziert, damit man sie zurückdrängen oder – wie im Falle der Juden – gar ausrotten konnte. Ein rücksichtsloser Raubkrieg also, gegen alle Menschlichkeit, ohne Rücksicht auf moralische Kategorien und in Verkennung der jedem Historiker geläufigen Tatsache, daß noch jeder Eroberer gescheitert ist, der die Lebensrechte der Besiegten mißachtete.

Doch wie schon gesagt: Anfang Dezember 1941 schien die deutsche Siegesserie noch zu rollen, die Eroberungen waren überwältigend, und die deutschen Truppen galten als unbesiegbar. Dann aber änderte sich die Lage blitzartig, fast innerhalb von Stunden:

Nordafrika: An diesem Nebenkriegsschauplatz sind die Kräfte des deutschen Afrikakorps erschöpft, der Nachschub reicht nicht aus, und am 6. Dezember 1941 muß sich der Kommandeur der Panzertruppen, Manfred Rommel, zu einem Rückzug entschließen, der am 7. Dezember beginnt. Bis Ende 1941 ist die Cyrenaika mit dem wichtigen Hafen Benghasi wieder in britischer Hand; die Deutschen haben sich auf die Marsa-Brega-Stellung, westlich von El Agheila an der Großen Syrte, zurückgezogen. Wenn auch Geländegewinne im Wüstenkrieg nicht allzuviel besagen, so ist doch ein moralischer Erfolg für die Briten errungen.

Atlantik: Die „Schlacht im Atlantik“, in dem deutsche U-Boote die Versorgung Englands unterbinden sollen, tobt weiter. Zwar können die Verluste an U-Booten mit Neubauten deutscher Werften noch ausgeglichen werden, aber die Kräfte sind zersplittert durch Verlegung von U-Booten ins Mittelmeer und die Aufblähung der Operationsräume; im Dezember wird nur noch ein Drittel von dem Schiffsraum vernichtet, der im Mai 1941 versenkt werden konnte.

Ostfront: Hier bahnt sich die dramatische Wende an: Glaubte man im Oktober und November die Rote Armee bereits in Auflösung, so rennen sich nun die deutschen Angriffsspitzen vor Moskau im eisigen russischen Winter fest. Und: ein unerwarteter russischer Gegenangriff steht bevor!

Nachdem, neben anderen Hinweisen, Stalin durch einen Spion – dem berüchtigten deutschen Doppelagenten Sorge (1) – die Gewißheit erhielt, daß ein japanischer Entlastungsangriff auf Rußland im fernen Osten nicht zu befürchten ist, können sibirische Truppen an die deutsche Front verlegt werden. Am 6. Dezember 1941 startet die russische Gegenoffensive. Kältegewohnte Elite-Truppen mit Winterausrüstung stehen dem deutschen Landser in seiner Sommer-Montur gegenüber. Die deutsche Front droht einzustürzen, und der Nimbus von der Unbesiegbarkeit des deutschen Soldaten ist gebrochen.

Wer nach der Stunde fragt, die den Untergang des Dritten Reiches einläutete, kann sie an diesem Tage finden: Denn als am 6. Dezember 1941 die rotglühende Sonne hinter dem Horizont der russischen Steppe unterzutauchen begann, wußte man im deutschen Generalstab, daß der Rußlandfeldzug nicht zu gewinnen war. […]

Am Sonntag, den 7. Dezember 1941 um 7.30 Uhr Ortszeit greifen japanische Flugzeuge den amerikanischen Flottenstützpunkt Pearl Harbour auf Hawaii an. Damit führt Japan Krieg gegen die USA. Eine Entlastung für Deutschland? Besser wäre der von deutscher Seite gewünschte japanische Angriff auf Rußland. Doch werden die USA wenigstens von Europa abgelenkt. Bisher hatten die Vereinigten Staaten nämlich England offener unterstützt und sich deutlicher gegen Deutschland ausgesprochen, als das für ein neutrales Land üblich ist. Nun aber fällt Hitler eine seiner unverständlichsten und törichtesten Entscheidungen: Er erklärt am 11. Dezember 1941 den USA den Krieg!

Nichts zwingt ihn dazu. Der Dreierpakt Deutschland-Italien-Japan verpflichtet diese Achsenmächte nur zur Hilfeleistung, wenn einer der Vertragspartner angegriffen wird, nicht, wenn er selbst angreift. Trotzdem sagt Hitler schon am 5. Dezember – die japanische Angriffsflotte ist bereits in Richtung Hawaii unterwegs – seine Hilfe im Kriegsfalle dem japanischen Botschafter zu. Was ihn zu dieser entsetzlichen Dummheit treibt, ist bis heute ein Rätsel geblieben; neben seiner Fehleinschätzung der USA sind nur irrationale Beweggründe vermutbar. Denn Deutschland kann die Vereinigten Staaten nicht angreifen, hat keine Chance, den USA ernsthaften Schaden zuzufügen. Die amerikanischen Waffenlieferungen an Rußland und England machen sich dagegen bald bemerkbar, und zuletzt werden amerikanische Truppen wesentlich zum Sieg der Alliierten beitragen.

Während also die deutschen Armeen im Osten mit letzter Kraft ein totales Debakel abzuwenden suchen, erklärt Hitler der stärksten Wirtschaftsmacht der Erde den Krieg. Er handelt so, als wolle er die sich anbahnende Niederlage zu einer unabwendbaren Katastrophe ausweiten, um mit seiner Partei und dem deutschen Volk, den Nibelungen gleich, im brennenden Europa unterzugehen.

Fünf Tage im Dezember 1941: Nur selten sind in der Weltgeschichte in so kurzer Zeit so schwerwiegende Entscheidungen gefallen wie in den 5 Tagen vom 6. bis zum 11. Dezember 1941.

– Der europäische Krieg war zum Weltkrieg geworden.
– Das Schicksal hatte gegen Deutschland entschieden.
– Japan löste einen Konflikt aus, den es verlieren mußte.

Der Traum vom deutschen Lebensraum im Osten war ausgeträumt, und Japan riskierte in seinem Großmachtstreben entschieden zu viel. Der unausbleibliche Rückschlag mußte für beide Nationen katastrophal werden.

So änderten nur 5 Tage im Dezember 1941 das Schicksal der Welt: Die nationalsozialistische Gewaltherrschaft war an die Grenzen ihrer Möglichkeiten gestoßen und mußte von nun an unaufhaltsam zurückweichen, bis zum bitteren Ende. Der unabwendbare Niedergang des Nationalsozialismus war begleitet von schlimmsten Greueln, die den Namen „Deutschland“ und das Deutschtum bis heute entehren.

Wie zuvor das auserwählte jüdische Volk hatte auch das auserwählte deutsche Volk auf ganzer Linie versagt, war dem falschen Heilsbringer nachgelaufen, und entsprechend sehe ich in seiner zukünftigen Entwicklung noch viele Parallelen zum jüdischen Volk auf uns zukommen. Eva Herman behandelt dieses spezielle Thema nicht, sondern widmet sich anderen Aspekten, über die es sich ebenfalls nachzudenken lohnt. (Sehr interessant zum Beispiel die „alten weißen Männer“ und der Rückschlag.) Womit wir nun endlich zur Rezension kommen.


Ganz sicher nicht zufällig erschien dieses Buch am 18. April, dem Geburtstag Abd-ru-shins, auf dessen Schriften sich Eva Herman umfassend bezieht. Ich selbst bin Bekennerin der Gralsbotschaft (und blogge in unregelmäßigen Abständen darüber); von daher ist mir grundsätzlich klar, was die Autorin zu sagen versucht, vielleicht mehr als Lesern, die sich mit der Thematik noch nie auseinandergesetzt haben. Ich möchte das vorausschicken, da ich mich aus Platzgründen in erster Linie auf die Punkte konzentrieren werde, denen ich so nicht zustimmen kann.
Daß Europas Probleme sehr viel mit Karma zu tun haben, dürfte jedem klar sein, der von Einzel- wie Völkerschicksalen überzeugt ist. Ob sie nun wirklich auf den Großen Karl zurückgehen, sei dahingestellt; zumindest aber bietet Herman einige gute Argumente dafür. Ein Fehler scheint mir jedoch zu sein, zwangsläufig auf der Gegenseite die „Guten“ zu sehen. Eva Herman steht da durchaus nicht allein da; quasi sämtliche Neuheiden verfallen in die gleiche… wie soll man’s nennen? Verklärung? Naivität? Hier unter den Amazon-Rezensionen fand ich einmal in einer Besprechung eines Buches über das Heidentum sinngemäß die treffende Anmerkung „Autorinnen X und Y beschreiben, wie die römischen Priester praktisch mit Tränen in den Augen die Christen anflehten, doch wenigstens das geforderte Mindestopfer zu erbringen, damit sie sie nicht töten müßten… Ich hoffe, den Autorinnen ist klar, wer hier wen aus religiöser Intoleranz umbrachte?“ Gleichermaßen halte ich Widukind, seine Sachsen und alle anderen zwangschristianisierten Völker nicht automatisch für die besseren Menschen, nur weil die Kirche unbestritten Verheerungen unter ihnen anrichtete. Sie verteidigten sich gegen die geplante Eroberung ihres Landes, was ihr gutes Recht war, keine Frage. Das bedeutet nicht, daß sie edel, hilfreich und gut waren. Der „Götter“glaube machte nicht aus sich heraus eine Gesellschaft zu einem Paradies auf Erden, zumal er zur Zeit Karls des Großen längst von menschlichen Phantasien durchzogen war. Die Arbeit des Verstandes, auch hier.*

Interessant hingegen das von Herman herausgearbeitete, wandelbare Bild Karls des Großen unter den Nationalsozialisten: Galt zuerst Widukind als wackerer Deutsche als der Gute der Geschichte, so wurde unvermittelt auf höchsten Befehl dessen Verehrung gekippt zugunsten Karls als europäischem Herrscher. Und dennoch denkt heute bei Karl dem Großen niemand an die Nazis – bei Widukind dagegen schon. Merkwürdige Geschichtsschreibung.
Dabei ist Hermans Kritik an Sabine Kuhlmanns Magisterarbeit ebenso unverständlich. Kuhlmann hat keine Biographie Widukinds geschrieben, sondern eine Arbeit über Widukinds Bild in der NS-Zeit. Und dafür sind die angeführten Zitate vollkommen korrekt.

Übrigens habe ich mal in meinem erprobten Götter- und Heldensagen der Germanen nachgeschlagen, das ja grob aus der Zeit stammt, und siehe da: Karl ist der Gute. Im Abschnitt „Karl und der Sachsenherzog“ gibt’s ein Happy End, wenn man so will: Widukind schleicht sich als Bettler verkleidet in Karls Lager und erlebt dort sowohl Karfreitag als auch die Ostertage mit, deren Rituale so einige Fragen in ihm aufwerfen. Weil er als Edler der Sachsen (die ursprünglichen Sachsen, wer’s nicht weiß – also die, die im nördlichen Niedersachsen lebten) nun einmal einen miesen Bettler abgibt, erkennt Karl ihn, läßt ihn festnehmen und zum Gespräch bitten. Nach einigem Hin und Her kommt das Thema auf die Feierlichkeiten:

„Vor zwei Tagen fand ich euch alle traurig, einen wie den andern. Heute sah ich euch alle fröhlich und im Festgewande an einen Tisch treten, hinter dem ein Mann im Purpurgewande stand, der dir und den andern ein ganz kleines Kind in den Mund schob. Etliche empfingen es mit Freuden und etliche mit Trauer, alle aber mit gleicher Demut und Inbrunst. Willst du mir das erklären?“
„Wahrlich,“ sagte der König ernst, „da hast du mehr gesehen, als ich und alle meine Priester.“
Und nun weiß die Sage zu melden, daß König Karl dem Herzog Widukind alle Dinge vom Karfreitag und von Ostern erklärte, auch wie es zu verstehen, daß ihm und allen andern der Leib des Herrn gereicht worden sei. Und so lehrte ihn der König den christlichen Glauben, so daß Widukind in sich ging und seinen heidnischen Göttern absagte und sich mit seiner Gemahlin und vielem Volk am Weihnachtsfeste taufen ließ. Und sind gute Christen geworden und nachher nimmer vom Glauben abgefallen.

Dann so ein paar Feinheiten:

– Der Allvater der germanischen/nordischen Völker war nicht Gott, sondern Wodan/Odin.

– „Die Germanen“ gab es in der Tat nicht. Vielmehr, es gab sie, aber nur bei den Römern, von denen dieser Sammelbegriff für die germanischen Völker kam und die ihn auch ausschließlich verwendeten. Johannes Fried leugnet nicht ihre Existenz, wie Herman das formuliert, sondern er lehnt die Bezeichnung ab.

– Die Umweltschädlichkeit von Kreuzfahrten ist hinlänglich bekannt und wird auch stark von Ökobewegungen kritisiert, was Frau Herman wüßte, wenn sie sich einmal ernstlich mit der Thematik auseinandergesetzt hätte. Es wird nur in den Medien wenig darüber berichtet (womit wir wieder beim Mainstreaming wären).

– Und was das angeht, ich habe nie verstanden, warum es dieser Tage offenbar nur das Komplettpaket zu beiden Seiten der politischen Mitte zu geben hat: Links, Ökos, Multikulti-Befürworter, pro-Gender-Mainstreaming vs. Rechts, anti-Zuwanderung, Klimawandelleugner. Ich bin konservativ und Öko und sehe darin keinerlei Widerspruch. Teddy Roosevelt war Umweltschützer. Diese Spaltung ist ein sehr, sehr junges Phänomen. Sollten nicht gerade diejenigen, die eine erklärte Heimatliebe besitzen, daran interessiert sein, diese Heimat zu schützen und zu bewahren?

– Daß die Toten der imperialistischen Kriege verharmlost oder verschwiegen werden, stimmt nun wahrhaftig nicht. Es ist nicht gerade Unterrichtsstoff an Schulen, sicher, aber dort wird in allen Bereichen nur ein grober Überblick gegeben.

Was nun die Behauptung angeht, die Nationalsozialisten seien nicht gleichzusetzen mit den Nazis – Entschuldigung, aber das ist Quatsch, und sehr beängstigender Quatsch noch dazu. Soll als nächstes die These aufgestellt werden, die Nationalsozialisten seien eigentlich ganz harmlos gewesen (die wollen nur spielen?), und erst ab 1933 tauchten plötzlich die bösen Nazis auf? Sprangen die bösen Nazis mit Adolfs Machtantritt aus dem Boden? Hatte da jemand Drachenzähne gesät? Wer bildete denn Hitlers Partei? Falls ich den Vergleich ziehen darf, weil die Argumentation die gleiche ist und es ja quasi zum Thema paßt: Wie viele Bekenner der Gralsbotschaft hat man schon sagen hören: Ja, natürlich, Abd-ru-shin – aber nein, Frau Maria, das ist doch etwas ganz anderes…

Nun verwende ich das böse Wort Verschwörungstheorie und behaupte, eine von langer Hand geplante Umschreibung der Geschichte wie auch einzelner Personen der Geschichte gebe es nicht. Daß instrumentalisiert wird – natürlich. Dazu gibt es mehr als genug Beispiele. Der wechselnde Blick beispielsweise auf Karl den Großen liegt aber meines Erachtens eher an der wechselnden „Linse“ der jeweiligen Zeit.

Daß „große Teile der Bevölkerung“ die Öffentlich-Rechtlichen als Lügenpresse bezeichnen… nun, Arne Hoffmann drückte es so schön aus: „Große Teile der Bevölkerung“, „ganz Deutschland“ etc. heißt einfach: Alle in unserer Redaktion.

Zum Abschluß zwei bis drei Gedanken, die ich einfach mal so dahinstellen möchte:

Bei allem Einsatz, den Eva Herman für die Deutschen zeigt (und ich weiß ihn zu schätzen, wirklich), sollte nicht vergessen werden, daß eine Volkszugehörigkeit immer nur eine Inkarnation betrifft. Im Leben davor sah sie vermutlich ganz anders aus, und im nächsten Leben wird sie wieder eine ganz andere sein. Natürlich hat es Gründe, warum wir in einem bestimmten Volk inkarnieren, und natürlich sollen wir die speziellen Erfahrungen aus diesem Leben machen und verinnerlichen, aber klammern dürfen wir nicht, ohne die Gefahr einzugehen, einen Hang zu entwickeln.
Was nun das deutsche Volk betrifft, so würde das Thema den Rahmen einer Rezension weit sprengen; es lohnt sich jedoch vielleicht, in Sachen Völkerkarma einmal über gewisse Parallelen zum jüdischen Volk nachzudenken.

Und immer als Mahnung für jeden von uns, schrieb Abd-ru-shin:
„Ich sagte schon, wenn Ihr Disteln säet, kann daraus kein Weizen wachsen!
So kann auch nie aus Hetzreden, Verhöhnungen und Schädigungen Eurer Nebenmenschen irgendwelcher Aufbau sich ergeben; denn jede Art und Weise kann ja Gleiches nur gebären, kann auch nur Gleichart anziehen! Dieses Gesetz der Schöpfung dürft Ihr nie vergessen! Es wirkt sich selbsttätig aus, und alles Menschenwollen kann niemals etwas dagegen tun!“


Letzteren Absatz fühlte ich mich verpflichtet einzubringen, weil Eva Herman inzwischen zunehmend zu solcher Häme zu neigen scheint, und von den auf ihrer Website verlinkten Nachrichtenseiten will ich lieber schweigen. Irgendwie wurde aus der Kerner-Show und ihrem Vorlauf nichts gelernt. Hetze gegen die Hetzenden macht nicht gut. Minus plus minus bleibt nun mal minus. Ich weiß nicht, ob sich Herman dessen überhaupt bewußt ist. Wie Abd-ru-shin ja schon schreibt, mit der Verengung unseres geistigen Fassungsvermögens geht automatisch eine Verengung der Fähigkeit mit sich, diese Verengung überhaupt zu bemerken.

Die Menschen, die über ihre Nebenmenschen Übles reden und verbreiten, müssen in sich selbst vom Übel sein, sonst würden sie derartiges nicht tun!

(Abd-ru-shin: Ermahnungen)

Aber wie gesagt, das sind so viele Themen, über die man tagelang diskutieren könnte.


*Hermans Quelle in diesem wie auch in vielen anderen Fällen ist die Urfassung des später „geschnittenen“ Verwehte Zeit erwacht III (1935). Zu Recht geschnitten, wie ich anmerken möchte. Die Wegbereiter haben grundsätzlich ein Problem mit Kitsch, und sie sind spürbar eingefärbt von den Anschauungen der Niederschreibenden. (Ich verweise auf Frau Gecks und natürlich „Der Irrtum des Hellsehens“ aus der Botschaft; man kann es übrigens auch daran erkennen, daß sich die gleichen Situationen in verschiedenen Niederschriften widersprechen.) Diese war nun eine stramme Deutsche, und so mußte ihr Jesuskind selbstverständlich blondgelockt und blauäugig sein und so gar „keine jüdische Nase“ haben. Hilfe. Der geschnittene Teil über die Sachsen nun stammt ja gar nicht mal von ihr, sondern ist die Nacherzählung einer angeblichen Schauung eines anderen, über deren Wahrheitsgehalt ich nicht urteilen kann. Doch wenn alles so ins Irdische gezogen wird, wie es in diesen Kapiteln geschieht, hege ich meine Zweifel. Ja, natürlich schrieb Abd-ru-shin, daß die alten Völker ihre „Götter“ teilweise sehen konnten. Das bedeutet nicht, daß sie auf Erden direkt unter ihnen weilten oder mal eben auf einen Plausch vorbeikamen! (Ich habe Donar einmal gesehen, aber deshalb stand er trotzdem nicht in meiner Ferienwohnung.) Alle deutschen/germanischen Helden sind wieder mal blond/rotblond, gutaussehend, aufrecht etc. pp., während die fiesen auswärtigen Feinde allesamt häßlich und feige sind und keinerlei guten Wesenszug an sich haben. Seufz. Als unser schöner, großer, rotblonder Barbarossa mit seiner zarten, anschmiegsamen, blonden Frau auftauchte, dachte ich nur: „Hallo, Jolanthe.“ Man sollte auch hier immer wieder prüfen und abwägen.

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