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Archive for the ‘Bücher’ Category

Filmwitze über Bibliothekare kennt unser Berufsstand zur Genüge. Schön zu sehen, daß wir dann und wann auch mal Superhelden sein dürfen. Giles aus Buffy ist ein Beispiel; das nette Zombie-Comic der McPherson College Library (pdf derzeit offline) ein anderes; und The Librarians aus der gleichnamigen, auf dem Filmdreiteiler The Librarian beruhenden Serie ein weiteres. Und wie beide mit dem „deutschen“ Übersetzungstitel The Quest belastet wurden, darüber will ich lieber nicht spekulieren. Während unsere Bibliothekare sicher nicht viel über RAK oder RDA wissen, dürfen sie als klassische Heldengruppe immer mal wieder die Welt retten. Ich habe in letzter Zeit anspruchsvollere erste Staffeln gesehen, mit besseren Special Effects, aber The Librarians war die einzige (von The Frankenstein Chronicles abgesehen), bei der ich auch Lust auf die Folgestaffeln hatte.

Inspiriert von The Frankenstein Chronicles schaute ich die Tage wieder einmal Gothic, definitiv einen der interessanteren und sich verhältnismäßig gut gehaltenen Filme der 80er. Er ist nun nicht besonders historisch korrekt, egal, was er vorgibt; aber das ist auch nicht wirklich wichtig. Es ist ohnehin unmöglich zu sagen, wo die „reale“ Handlung in Träume abgleitet und in wessen Träume. Gothic ist eine Phantasie aus Erotik und Horror, und das ist Daseinsberechtigung genug.

Durch Melody Carlsons Newsletter wurde ich auf eine neue Jugendbuchserie aufmerksam gemacht, die allein durch ihre Idee neugierig machte.

What if Jesus was in high school today?
Who would he hang out with?
What would he do?
What would he say?

In Book 1, THE BATTLE BEGINS, the stage is set and introductions are made by none other than Satan himself . . . as he tries to destroy Eli’s mission before it ever begins.
Future episodes will be told from the personal viewpoints of Eli’s fellow students:

MAGGIE, the all-school sleep-around
JUDAS, the super-rich friend, always looking for an angle
MARTHA, the good, uber-religious girl
TOMMY, the pessimistic downer
PETE, the hot-tempered jock with a bad case of foot-in-mouth disease

BEST-SELLING AUTHORS: Bill Myers, Melody Carlson, Jeff Gerke, Krista MGee, and Shawn Hopkins unite their talents to write these thought-provoking novellas of what Jesus would do if he were a teen in today’s world.

For more information go to https://www.amarismedia.com/eli-diaries

Ich mag Melody Carlsons Bücher sehr. Sicher, sie ist eine Vielschreiberin, daher wiederholt sich nach einer Weile alles; aber im Gegensatz zu ihren Kollegen weicht sie „unangenehmen“ Themen nicht aus. Lynn Austin beispielsweise ist ein Paradebeispiel dieses Musters der christlichen Schreibe. Melody Carlson hingegen ignoriert die Probleme der Welt nicht und wiegelt sie auch nicht ab – ja, in ihren Büchern begehen selbst Christen Selbstmord, das date rape wird nicht in letzter Sekunde verhindert, homosexuelle Mitschüler sind weder die Bösen noch bekehren sie sich am Ende, und sie schrieb sogar eine Heldin mit „übernatürlichen“ Fähigkeiten. Eine unbequeme christliche Autorin, und das macht sie so lesenswert, selbst wenn sich ihre Plots vom nichtchristlichen Standpunkt immer noch sehr brav und bekehrend lesen. Keine Frage also, daß diese in einer Parallelwelt angesiedelte Buchreihe auf meiner Vormerkliste landete.

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„I mean, they can’t have been at it all the time, can they, as they’ll have us believe. […] I’ll bet Lord Byron, for example, spent many an evening on his own with a poached steak and the Times crossword puzzle.“

Mit diesem unerwartet angetroffenen Zitat mußte ich definitiv diesen Eintrag beginnen. Es stammt aus Rumpole of the Bailey, eine der Serien, die ich dank Amazons Kaufempfehlungen entdeckte und die neben einigen anderen das heutige Thema bildet. Und ja, „the late Lord Byron“ spielt tatsächlich eine verbindende Rolle. Wer hätt’s gedacht.

Wer diese Punkte im Leben kennt, wo sich so absolut nichts bewegt, kann nachvollziehen, daß ich recht verzweifelt nach Unterhaltung suchte. Während ich Rumpole schon früher gefunden und zunächst auf meine Beobachtungsliste gesetzt hatte, schaute ich nun gezielt nach interessant klingenden Serien in Amazons Sortiment. Treffer 1-10 sind dort natürlich sämtliche Ausgaben von Game of Thrones. Ich oute mich als untrendy und erkläre, daß ich zumindest Staffel 1 nicht das geringste abgewinnen konnte. Nun gut, vielleicht Sean Bean. Und die starken Anleihen beim Nibelungenlied (Kriemhilds Rache!) waren amüsant.

Von Rumpole of the Bailey hatte ich vor Amazon noch nie gehört. Die Serie lief Anfang der 80er auch hierzulande, aber das war vor meiner bewußten Erinnerung. Sie ist ein Produkt der späten 70er und bringt einen entsprechenden Charme mit. Eine Gerichtsserie, die so gar nichts mit Gerichtsverhandlungen zu tun hat, wie ich sie aus Film und Fernsehen kannte. Liegt entweder daran, daß sie so alt ist oder aus Großbritannien statt den USA stammt. Oder beides. Niemand kämpft bis zur Aufopferung für seine Klienten, die Juristen sind spöttische Pragmatiker, und jeder Richter hat so seine ganz eigenen Schrullen. Erhellendes Zeitkolorit. Wer Spannung, Helden und den Sieg des Guten über das Böse erwartet, ist hier falsch. Die Serie ist nett zu schauen, ein bißchen gemein, aus heutiger Sicht komplett politisch inkorrekt. Ganz nebenbei frischt man seine Kenntnisse in britischer Poesie auf.

Das hielten wohl auch die Macher von The Frankenstein Chronicles für eine gute Idee. Jeder glaubt den Plot von Frankenstein zu kennen, scheinen sie sich gesagt zu haben, doch keiner hat das Buch gelesen oder weiß viel über seine Entstehungsgeschichte und die Zeit und die Kreise, in die es eingebettet ist. Presto! Was erklärt all dies besser als eine Serie, die auf einer Ebene eine Kriminalgeschichte um Frankenstein und seine Autorin Mary Shelley aufbaut und auf einer anderen Ebene geschickt die Handlung des Buches innerhalb ihrer eigenen Handlung adaptiert? So fällt denn auch mal der Name Byron, Percy Shelley hat einen Gastauftritt, William Blake darf von der ahnungslosen jungen Generation kennengelernt werden, moderne Medizin und moderne Polizeiorganisation sind gerade erst im Entstehen begriffen. Sean Bean ermittelt als Vorläufer eines Scotland-Yard-Inspektors, die von mir sehr gern gesehene Anna Maxwell Martin besitzt als Mary Shelley einige wichtige Informationen. Spannend und für Kenner des Buches und „Byron’s crowd“ ein echter Genuß. Ich hoffe, die angekündigte zweite Staffel kommt zustande.
(Young Romantics von Daisy Hay bietet eine sehr schöne Darstellung der „crowd“. Byron, die Shelleys und ihr Kreis waren schon sehr moderne Promis, mit Skandalen, katastrophalen Beziehungen, Geliebten und unehelichen Kindern. Und dennoch ist etwas Schönes an der Freundschaft dieser „jungen Wilden“. Ich las das Buch 2014, das überhaupt ein gutes Lesejahr war – ich las sehr viele interessante Bücher. Amazons Bestellhistorie sei Dank.)

Keinen Lord Byron, aber jede Menge andere berühmte Charaktere der Geschichte trifft man in Da Vinci’s Demons an, das mir schon mehrfach von Amazon empfohlen worden war. Die Serie sieht sich wie eine Kreuzung aus Shakespeare in Love und Sherlock mit ein bißchen MacGyver und natürlich Game of Thrones untergemischt. Was sie definitiv nicht sein will, ist ein Biopic oder historisch korrekt. Der gute Leonardo ist ein fescher junger Abenteurer, der Rätsel löst und irre Gerätschaften baut und nebenbei Florenz vor dem päpstlichen Zugriff retten muß. Nach langer Zeit sah ich Alexander Siddig mal wieder, und besonders gefiel die Rolle, die Tarot sowohl in der Handlung als auch als Titelgeber der einzelnen Folgen spielt. Die Abschlußepisode der ersten Staffel mit den Liebenden zu besetzen, war ausgezeichnet. Unterhaltsame Abenteuerserie, macht Spaß. Nur am unnötigen Nacktheitsgehalt haben sie hoffentlich in späteren Staffeln gearbeitet.

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Im Zuge meiner Begeisterung für das Gartengrab in Jerusalem kaufte ich mir The Weekend that Changed the World von Peter Walker, der versucht, für das Gartengrab als authentische Stelle der biblischen Ereignisse zu argumentieren oder es doch zumindest als legitime Alternative zur Grabeskirche zu etablieren. Das als solches ist völlig in Ordnung. Daß er als Christ für die körperliche Auferstehung Jesu argumentiert, ebenso. Leider jedoch läßt seine Logik bei letzterem arg zu wünschen übrig. Ich schätze gute Argumentation sehr. Ich muß einer Argumentation nicht zustimmen, aber wenn sie Hand und Fuß hat, weiß ich sie zu schätzen. Peter Walkers hingegen läßt sich im besten Falle als bemüht bezeichnen.

Nun muß ich in dem Zusammenhang leider auf ein Thema zurückkommen, das ich schon anderswo aufgegriffen hatte. Und das ist etwas, das ich immer wieder beobachte, eben auch auf der Israel-Reise im Zusammensein mit meinen christlichen Mitreisenden. Ich ging mein Leben lang davon aus, daß Christen (wie alle sogenannten Gläubigen) eine spirituelle Basis ihres Glaubens besitzen, soll heißen, ihr Glaube basiert im Spirituellen und wird auf das „materielle“ Leben übertragen oder in diesem umgesetzt. Ich meine, was sonst ist Glauben denn als das Glauben an höhere Dinge als nur das Irdische?
Es war ein mittelschwerer Schock und – man verzeihe mir das Wortspiel – wirklicher Unglauben, mit dem ich nach und nach erfuhr, daß dem nicht so ist. Es begann mit einer langjährigen Freundin, einer Katholikin, die keinerlei wirkliches Konzept von der Seele hatte. Also etwas, von dem ich angenommen hatte, daß das eines der wesentlichen Punkte im Glauben sei. Ernsthaft, die Leute „glauben“ an Himmel und Hölle, sie „glauben“, daß sie nach ihrem Tod von Jesus willkommen geheißen werden, aber sie betrachten die Seele als etwas Externes? Etwas, das, wie meine Freundin bei unserer Diskussion über Reinkarnation sagte, an Fremde weitergegeben werden kann? „Wie, und dann läuft jemand anderes mit meiner Seele herum?“ – „Ähm, nein? Du läufst dann mit einem anderen Körper herum.“ Wie, bitteschön, stellen sie sich denn dann ihr Weiterleben nach dem Tode vor? Was soll da weiterleben?

Nun ging ich davon aus (entweder bin ich gnadenlos naiv oder wohlwollend), daß das ein Einzelfall sei. Meine Freundin habe sich eben noch nie Gedanken darüber gemacht. Aber je mehr ich spezifisch vom Christentum oder, besser gesagt, von praktizierenden Christen erfuhr, desto erschütterter wurde ich. Und ich möchte hier wahrhaftig nicht arrogant rüberkommen, ebensowenig wie ich verallgemeinern möchte – ich weiß, daß es immer Härtefälle in jeder Gruppierung gibt. Es existieren ja beispielsweise auch Kreuzträger, bei denen ich die Hände über dem Kopf zusammenschlagen möchte. Dennoch ist meine Beobachtung praktizierender Christen bisher sehr ernüchternd. Allein was ich regelmäßig an Verstößen gegen das zweite Gebot, das eigentlich sehr einfach einzuhalten ist und eines der wichtigsten Gebote für jeden Gottgläubigen sein sollte, höre, ist furchtbar. „Ihr nennt euch Christen?“ denke ich jedesmal. Es geht aber tiefer. Mein Eindruck der meisten (durchaus nicht aller) Gläubigen, und das beschränkt sich nicht nur spezifisch auf Christen, ist, daß ihr sogenannter Glaube eine rein irdische Angelegenheit ist. Das Irdische ist ihr Maßstab, sie lesen ihre heiligen Schriften in rein irdischer Auslegung, ihr Gottesbild ist das eines irdischen Gottes, eines Übermenschen oder Supermans oder, wie es in einer Doku über C. S. Lewis so zutreffend hieß, eines kosmischen Zauberers. Er hat Superkräfte, aber ansonsten ist er durchaus ein Mensch, der irgendwo in einem himmlischen Schloß sitzt. Diese Menschen machen sich ihren Gott so klein, so niedrig, und sie kriechen selbst nur am Boden herum.

Peter Walkers Argumentation für die körperliche Auferstehung Jesu ist wieder mal ein sprechendes Beispiel dafür. Ganz zu schweigen davon, daß sie unlogisch ist. Schauen wir doch mal ein paar seiner Antworten auf Alternativtheorien an.

More often, however, the disciples are not charged with outright deceit. Their preaching of Jesus‘ Resurrection (while his body was really decaying in the grave) is given a more charitable explanation. It all depends on what you mean (so we are told) by this talk of „resurrection.“ Perhaps we have misunderstood them to be referring to a physical resurrection of Jesus‘ body, when in fact they were never claiming any such thing!
What they were really trying to say was that Jesus‘ mission went on unhindered even though he was dead. His spirit lived on, and somehow through that spirit those who followed Jesus gained a sense that he was alive. […] If there were some resurrection appearances of Jesus, they were either a form of hallucination, or perhaps something of a mystical nature beyond comprehension, but either way Jesus‘ body was still in the grave.

Ich kenne diese spezielle Interpretation nicht, will sie Walker aber gern abnehmen. Und ich stimme mit seiner Gegenargumentation in Sachen Halluzinationen durchaus überein. Ohne jetzt auf das Thema „Haben die Jünger den Leichnam anderswohin gebracht?“ einzugehen, das den Rahmen sprengen würde, übersieht Walker jedoch das naheliegende Thema „Seele“ – womit wir wieder bei der guten R. wären! Was steht nach dem Tode auf? Meine Israel-Mitreisende Frau M., Ex-Pfarrerin, könnte sich sicher für den symbolischen Gehalt des obigen Argumentes begeistern; das war immer ihr Steckenpferd. Aber wer sagt, daß es nur Variante A (körperliche Auferstehung) oder B (symbolischer Gehalt – „Er wird in unserem Gedächtnis weiterleben“ und all das) gibt? Was steht nach dem Tode auf? Gehört Peter Walker auch zu den Christen, die nur das Materielle für wahr halten? Es klingt definitiv so.

In this connection it is sometimes argued that St Paul appears not to make much of the „empty tomb“ in 1 Corinthians 15 (his famous chapter on the Resurrection). Perhaps Paul would have been shocked to learn of these stories about mysterious disappearances in Jerusalem! Perhaps Paul provides us with evidence that the first Christians were quite content to accept that Jesus‘ body was still in the tomb. If so, then what Paul was talking about was again just a spiritual resurrection both for Jesus and for believers – hence his use of the term „spiritual body“ (v. 44). If this were true, needless to say, this would be enormously important. It would confirm that the claims for a physical Resurrection were a later development – out of keeping with the claims and beliefs of the first apostles.
Yet a close reading of this chapter reveals that Paul’s whole argument depends for its validity on Jesus‘ being raised from the tomb in a manner which includes his physical body: „If Christ has not been raised,“ he argues, „then your faith is futile!“ (v. 17). Paul’s conviction „that Jesus was buried, that he was raised on the third day“ (v. 4) implicitly presumes that the place of burial was thereafter physically empty. Given Paul’s background in Pharisaism (for Pharisees „resurrection“ necessarily involved the physical body), it is clear that Paul is not talking about a vague, unprovable piece of wishful thinking – that somehow after his death Jesus experienced an invisible spiritual resurrection. […]
So there is no way, I suggest, that the disciples could have honestly believed in the Resurrection while also accepting that Jesus‘ body was in the tomb. To hold these two beliefs simultaneously would be nonsense.

Nun ja, da muß ich herzlich widersprechen. Was ist daran Unsinn? Der Körper liegt tot im Grab, die Seele lebt – durchaus ein christliches Konzept, oder irre ich mich da? Und was hat das mit „wishful thinking“ zu tun? Oder mit „invisible“? Das Geistige ist zwar oftmals für irdische Augen unsichtbar, aber eben nicht immer. Und wie kommt es, daß sich Walker über diese Theorie lustig macht, während er doch sicherlich bei lieben Verstorbenen keine Seele hat austreten sehen und trotzdem glaubt, daß sie in den Himmel aufgefahren ist? Dieses zweierlei Maß ist ein wenig bestürzend.
Auch der gute Paulus ist natürlich ein Thema für sich. Ich möchte nur in Kürze darauf hinweisen, daß er a) Jesus niemals gekannt hat und weder bei Kreuzigung noch Auferstehung dabei war, sondern erst wesentlich später überhaupt zu den Jüngern stieß und b) mehr war als sein pharisäischer Hintergrund.

Andere Theorie:

Yet, even if by some remarkable oversight, Jesus was not in fact fully dead when he was laid in the tomb, is it all conceivable that he could have recovered from his ordeal sufficiently to set himself free from the grave clothes wrapped around him? And then to remove the rolling stone from the front of the tomb – an almost impossible feat even if one were in full health? Lying on a cold slab in April with numerous untended wounds is an unlikely precursor to such a recovery.

Seufz. Und das sind die Leute, die im gleichen Atemzug von den Wundertaten Jesu sprechen, von den Heilungen und Totenerweckungen beispielsweise, oder die annehmen, daß er auf Wunsch hin den Tempel abreißen und in drei Tagen wieder aufbauen könne oder Steine in Brot verwandeln oder…

They fail to see how yet another failed messiah (as Jesus would have been if he had not been raised from death) would have been of any use to anyone.

Nutzen? Ich traue den Jüngern ehrlich gesagt mehr Integrität zu als irdisches Nutzdenken. Mehr Glauben und vor allem mehr Liebe zu Jesus. Das sind alles so mühsam konstruierte Argumente für die fleischliche Auferstehung, daß der ganze Versuch armselig wirkt. Ganz zu schweigen von dem Bild, das hier vom Christentum gezeichnet wird.

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Hach…

Der neue Trailer zu Outlanders dritter Staffel. Ich bin glücklich. Die Serienmacher haben sich schon in den letzten beiden Staffeln einiges einfallen lassen, um die Charaktere ausgewogener zu gestalten als sie es in den Bücher sind. Ich kenne, wie gesagt, nur die Lord-John-Abenteuer, aber über Outlander Kitchen kommt man ja doch zwangsläufig mit einigen Infos in Berührung. Und nach dem, was ich bisher gelesen habe, finde ich beispielsweise Buch-Jamie total öde. In der Serie hat er Witz, Charme und gefällt einfach. TV-Claire darf Fehler haben; sie ist kurzsichtig und teilweise schlichtweg egozentrisch. Im Buch muß sie, wie Jamie, perfekt sein; sämtliche Probleme in ihrem und Jamies Leben beruhen daher immer auf den anderen, imperfekten Leuten um sie herum. Und so bibberte ich schon ein bißchen davor, was nun wohl in Staffel 3 mit Frank werden würde, der bei den Fans in dem Buch-Zeitraum überhaupt nicht gut wegkommt (was natürlich auch damit zusammenhängen könnte, daß sie Fans sind). Aber der Trailer gibt mir Hoffnung – ich hätte wissen sollen, daß ich den Machern vertrauen kann. (Es hilft sicherlich, daß Ron Moore, wie’s scheint, Sympathien für Frank hat und sein Hauptschreiber ist.) Das Drama in Claires und Franks Ehe ist eben, daß ihre Liebe ungleich verteilt ist. Die Serie ist darin wesentlich realistischer, aber auch tragischer als es die einseitige Schuldzuweisung der Bücher hinbekommt.

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Nicht unpraktisch bei meinen sexlustigen Nachbarn auf der anderen Seite der Wohnzimmerwand war die Anschaffung der Fifty Shades Darker-DVD. Home cinema rules!
Der Film ist so lala – es fehlen die Farbstimmungen des ersten Teils (nicht unähnlich dem ersten und zweiten Twilight-Film); sehr amüsant hingegen das Nachholen einiger der klassischen Szenen des ersten Buches, die in dessen Filmadaption nicht gezeigt wurden. Ich sage nur: Liebeskugeln! Und ich bezweifle, daß ich jemals wieder dieses Wort hören kann, ohne an die vollkommen bizarre Unterhaltung zu denken, die ich mit meiner Mutter über das Thema hatte. Das trägt nun nicht gerade zum Erzählfluß bei, aber selbiger fehlte mir auch in der Romanvorlage, von daher… Dennoch werden selbst die wenigen dramatischen Szenen, die das Buch zu bieten hat, gnadenlos heruntergespielt. Es plätschert alles so vor sich hin. Schade, denn der Film hat auch einige eigentlich sehr amüsante Szenen – mehr davon wäre die Lösung!
Was ist auf der Plusseite zu verzeichnen? Dakota Johnson ist schön wie nie und rechtfertigt allein das Ansehen. (Jamie Dornan hingegen hat sich in den Jahren seit Teil 1 nicht ganz so gut gehalten.) Danny Elfman setzt seine gelungene Arbeit fort; überhaupt ist der Soundtrack wieder ausgezeichnet.

Teil 3 folgt wie immer am Valentinstag (2018), und a propos hier noch der Link zum entrüsteten Artikel im PureFlix-Blog: https://insider.pureflix.com/news/old-fashioned-a-christian-alternative-to-50-shades-darker

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Nachdem ich das Wochenende hindurch wieder einmal… zweimal, dreimal… zuhören mußte, wie meine neuesten Nachbarn Sex hatten (das Mädel hätte echt Chancen in der Pornobranche), ein etwas… anderer Beitrag heute.

Lord John Grey ist ja nur meine neueste Entdeckung in Sachen homosexueller Romane… nein, falsch, Romane mit homosexuellen Hauptfiguren. Romane können nicht schwul sein. Jedenfalls, die neueste und eine der besten und in historischer Literatur bisher auch die einzige. Aber eines Tages nach zu viel Mills & Boon mit viel Waten durch Frösche, um dann und wann einen Prinzen zu finden, mußte einfach mal eine Abwechslung ran. So landete ich beim eBook-Ableger Carina der gleichen Verlagsgruppe, die größere Bandbreite an Möglichkeiten (nicht nur sexueller Natur) zuläßt. Inzwischen herrscht leider auch dort die Inflation der (schwulen) Frösche. Aber zwei meiner damaligen Entdeckungen sind auch jetzt noch zwei meiner wiederholt gelesenen Bücher: The Stolen Luck von Shawna Reppert und Bad Judgment von Sidney Bell. Abgesehen vom „male/male“-Genre, wie Carina das tituliert, haben beide nichts miteinander gemein. The Stolen Luck ist Fantasy, wobei das world building zugunsten der Handlung zurücksteht… gute Entscheidung. In ganz groben Zügen basieren Land und Historie auf den USA, mit über das Meer gekommenen menschlichen Siedlern, die die einheimischen Elfen bekämpften und verdrängten, sowie dem sklavenhaltenden Süden und dem „freien“ Norden. Aber das ist im Grunde auch alles, was man über das Setting erfährt. The Stolen Luck ist sehr wenig explizit und setzt mehr auf Gefühle, dabei auch auf die grundlegende Frage, was Sklavenhaltung einem Menschen antut, nicht nur dem Sklaven, sondern auch dessen Besitzer. Schönes Erstlingswerk, manchmal etwas vorhersehbare Wendungen.
Bad Judgment ist sehr viel expliziter und besticht vor allem durch das Zusammenspiel seiner großartigen Charaktere. Modernes Setting, Wirtschaftskrimi und Rachestory, aber auch mit viel Witz.
Die Bücher des bekannten Schwulen-Autors Sean Michael hingegen erfüllen den Spruch „Kennste einen, kennste alle“. Sie sind alle gleich, mit den ewig gleich aussehenden Charakteren und wirklich 0% Plot. Die Charaktere essen was und haben Sex. Dann haben sie Sex und essen was. Wiederholung beliebig oft. (Vielleicht basierend auf meinen Nachbarn, hmm…)
„Female/female“-Geschichten sind extrem selten. Ich habe eine einzige gefunden, Cathy Pergaus Deep Deception, die vor allem von ihrem Setting (Science-Fiction-Krimi) lebt. Charaktere und Handlung schwächeln ein bißchen, aber das Lesen lohnt sich allein wegen der atmosphärisch dichten Schilderung.

Nebenbei: Der neueste Gabaldon, die Anthologie Seven Stones to Stand or Fall, ist hauptsächlich eine Neuauflage von A Trail of Fire, aber dazu mit zwei(!) neuen Lord-John-Geschichten! Für die doppelt kaufen müssenden Fans natürlich klare Abzocke; für mich, die die enthaltenen Geschichten sowieso noch „in echt“ (=nicht Kindle) kaufen wollte, extrem praktisch. Es fällt auf, daß der gute Lord John ab Jamaica im Zölibat zu leben scheint. (Ist vielleicht auch schlau. Mich schaudert bei der Vorstellung, was er sich alles einfangen kann.) Dafür bekommen wir endlich die berüchtigte Geschichte von Hal und Minnie und dem Kaminvorleger serviert…

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In Joseph Sheridan le Fanus Gruselgeschichte A Strange Event in the Life of Schalken the Painter, die 1839 erschien und von Schalcken und seinen Gemälden inspiriert wurde, heißt es: „Bilder gibt es, die, ich weiß nicht auf welche Weise, in uns die Überzeugung befestigen, wir hätten es nicht nur mit irgendwelchen Idealgestalten und erdachten Kombinationen zu tun, wie sie dem Künstler durch den Sinn gegangen sein mögen, sondern mit Szenen, Gesichtern und Situationen, welche in Wahrheit existiert haben.“ Der Erzähler bezieht sich insbesondere auf ein erfundenes Gemälde, das die Schlüsselmotive des schaurigen Märchens im Stile von Herzog Blaubarts Burg darstellte. Obwohl die Handlung komplett erfunden ist, enthält sie jene Elemente, die auch die Betrachter von Schalckens Bildern in ihren Bann ziehen: die mysteriöse, evokative Welt der Nacht, die ein bevorzugtes Terrain von Künstlern und Liebenden ist. Und wie im Zitat erwähnt, verknüpft die erfolgreiche Inszenierung einer idealisierten Künstlerpersönlichkeit Schalckens Leben schlussendlich noch enger mit seiner Arbeit. Auf diese Weise scheint seine Bildwelt bereits die Imagination der Gothic Novel anzukündigen, und seine Umarmung der enigmatischen und poetischen Aspekte des künstlerischen Prozesses lässt den Aufschwung der erotisierten Künstlerateliers im 18. und 19. Jahrhundert erahnen. […] In den Darstellungen des Eros veranschaulicht Schalcken die Kunst und das Begehren als etwas, was auf ewig miteinander verschmolzen ist und sich in den einsamen und inspirierten Nachtstunden offenbart.

In der BBC-Doku-Serie Omnibus, die, wenn man mal auf YouTube nachsieht, sich mit Kunst in all ihren Bandbreiten befaßt, war Schalcken the Painter insofern die Ausnahme, daß es sich um eine rein fiktive Geschichte handelt. (Sie lief, so die Info, anstelle der üblichen Weihnachtsgeistergeschichte. Weihnachten? Geistergeschichte? Diese spleenigen Briten…) Dennoch erzählt der Film über Kunst, weniger über Schalckens Werke per se – obwohl natürlich einige gezeigt werden und gerade die dafür in Szene gesetzten Modelle großartig anzusehen sind –, sondern über die niederländische Schule seiner Zeit, die Leidener Feinmalerei, als deren Begründer sein Lehrmeister Gerrit Dou gilt.

Das Clevere an Schalcken the Painter ist, daß er über diese Kunst erzählt, indem er sie zeigt, nicht darüber doziert. Vordergründig stellt die Handlung le Fanus Geschichte dar, eine hoffnungs- und herzlose Geschichte über Gier in all ihren Gewändern. Le Fanus Geschichten sind nie offenkundiger Horror, nicht, was wir heute unter diesem Begriff verstehen, und auch der Film setzt höchst selten auf Effekte. Aber die Bilder zu dieser Handlung sind im Stile der Leidener Künstler gehalten. Wir sehen viele Totalen oder Halbtotalen, langsame, ruhige Schnitte. Der Dialog ist auf das nötigste beschränkt; die größte Textmenge dürfte der Erzähler haben, und selbst diese ist überschaubar.

Auch andere Künstler schauen mal vorbei…

Allerdings versäumt der Film, viel von Schalckens Werk abseits seiner Lehrstube zu schildern, also gerade das, was seinen eigenen Stil ausmachte. Nur das allgegenwärtige Kerzenlicht darf natürlich nicht fehlen. Sicher: Im Sinne le Fanus muß etwas Ominöses an dieser Wandlung sein, und der Witz, der Schalckens Bilder auszeichnet, geht komplett unter. (Dabei hatte auch le Fanu eine humorvolle Ader, wenn man beispielsweise an The Room in the Dragon Volant denkt.) Aber der Sprung von Statik im Sinne der Leidener zu der Bewegung in Schalckens späteren Bildern fehlt, wenn logischerweise der Film hier folgen sollte. Wir sehen sie bestenfalls im Showdown.

Dennoch ein sehenswerter kleiner Film.

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English translation in the comments section.

Als ich Lord John and the Private Matter fürs Kindle kaufte, erhielt ich das phantastische Cover des britischen Paperbacks. (Interessanterweise ist es in der Datei selbst nicht enthalten.) Später, als ich beschloß, mir auch die realen Bücher zuzulegen, mußte ich etwas suchen, bis ich die richtige Ausgabe fand – denn es *mußte* dieses Cover sein!

Kunstbanausin, die ich mitunter bin, war ich überrascht zu sehen, daß das Bild nicht extra angefertigt wurde, sondern ein Ausschnitt aus „Self Portrait by Candlelight“ von Godfried Schalcken (so die Angabe) ist. Wer immer für diese Wahl verantwortlich zeichnet, ist ein Genie. Das Gemälde fängt die Stimmung des Romans perfekt ein. Das Blutrot des Vorhangs, das dem Rot eines Offiziersrocks entspricht; die rätselhafte Halbdunkel-Atmosphäre; der leicht feminine Touch des jungen Mannes, teils leger, teils sinnlich mit offenem Kragen und komplett mit einem grünen Gewand, das eine so große Rolle in der Handlung spielt.

Natürlich mußte ich mich dann erst mal schlaumachen über Herrn Schalcken, den ich in meiner Ahnungslosigkeit für einen Deutschen hielt. Die englische Wikipedia belehrte mich schnell eines besseren, denn der gute Mann war Niederländer. Ansonsten waren die Infos eher spärlich. Ohne große Hoffnung wechselte ich in die deutsche Wikipedia (dort ist er unter der latinisierten Form seines Vornamens eingetragen), die üblicherweise weniger ergiebig ist – und fand Unmengen an Informationen. Denn: Das Wallraf-Richartz-Museum Köln zeigte 2015/16 die weltweit erste Schalcken-Ausstellung. Der Katalog wurde sofort gekauft.

Schalckens überaus faszinierende Genrebilder schildern intime, dramatisch in Licht und Schatten gehüllte Momente der Liebe und Leidenschaft. Seine Kompositionen sind mit Hinweisen auf die Eros-Bildtradition der frühen Neuzeit gespickt, untergraben diese aber zugleich und bieten dem Betrachter so mehrere Deutungsmöglichkeiten. […] Zum einen stellte er Szenen mit romantischen und erotischen Handlungen dar, die den Nachdruck auf das voyeuristische Vergnügen des Betrachters legten. Zum anderen entwickelte er das Nocturne zu einem privaten Ort erotischer Beziehungen und starker Empfindungen. Und schließlich verknüpfte er in seinen Bildern den eigenen künstlerischen Schaffensakt mit amouröser Erfahrung und schuf so die Person des verführenden Malers der Nacht. […] Seine dunklen malerischen Welten schwelgen in erotischen Konnotationen und emotionaler Intimität. Die Nacht erzeugt und verbindet in seinen Werken romantische und künstlerische Kreation.

Ich schwelgte in dem Katalog, wie ich es im dürftigen Ramsay-Wälzer leider nicht konnte. Schalcken, so lernte ich, war zu seiner Zeit ein Starkünstler, der Höchstpreise für seine Arbeiten verlangen konnte. Neben seinen meisterhaften Lichteffekten ist es besonders die lebensechte Wiedergabe von Texturen, die in seinen Werken begeistert. Erst im Laufe des 18. und 19. Jahrhunderts geriet er nach und nach in Vergessenheit.

(Scan aus dem Katalog. Ich bedauere die etwas schwache Qualität.)

Untötbare Mythen gibt’s auch (Marta und die Ehre der deutschen Frau lassen grüßen): Der Katalog zitiert zwei Quellen, darunter Walpole, der auch in den Lord-John-Abenteuern auftaucht, die das schlechte Benehmen Schalckens kritisieren, William III. mit Kerze ohne Leuchter darzustellen (so daß ihm das Wachs auf die Finger tropfen muß, wie plebejisch!).

Die Schalcken-Biografen des 18. Jahrhunderts bezogen sich offenkundig mehrheitlich auf diese verunglimpfende Anekdote, um seinen vermeintlich ungehobelten Charakter herauszustellen. […] Offensichtlich sind diese literarischen Quellen sehr ungenau, da die Kerze auf dem hier behandelten Gemälde deutlich erkennbar in einem Leuchter steckt.*

* Hecht […] entwickelte die Theorie, dass Weyerman das Porträt von Willem III. mit Schalckens Selbstporträt verwechselt hatte, in welchem der Dargestellte tatsächlich eine Kerze ohne Leuchter in der Hand hält.

Soviel dazu. Dennoch findet sich diese Behauptung immer noch in der englischen Wikipedia. War da was mit Marta und der Ehre der deutschen Frau?

Extrem anzügliches Bild: „Das Pfänderspiel“ („Vrouwtje kom ten Hoof“). Strip-Poker gab’s also auch damals schon. Der junge Mann im Bildzentrum, in dem man deutlich den Maler erkennt, hat schon Hose, Unterhose, Schuhe und Strümpfe sowie Rock verloren – und wie’s ausschaut, ist nun sein Hemd dran…

So manche von Diana Gabaldons Szenen in den Lord-John-Abenteuer kann man sich wunderbar als Schalcken-Gemälde vorstellen. Lavender House, zum Beispiel, oder die Kaminszene in Percys Zimmer; während so manche Begebenheit aus „Lord John and the Succubus“ an Schalckens Witz appellieren würde. Als Illustrator der Lord-John-Geschichten wäre er ein Traumkandidat gewesen.

Ebenfalls erfahren habe ich von einer Verfilmung einer Le-Fanu-Geschichte über Schalcken – aber das ist Thema eines anderen Beitrags.

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Mangels Reiselektüre und dank Amazons Kaufempfehlungen legte ich mir vor Abflug Lord John and the Private Matter zu, einen Ableger der Outlander-Romane. Und prompt muß ich einen früheren Eintrag widerrufen, zumindest teilweise, denn Lord John ist gleichzeitig ein Redcoat und einer der Guten. Interessanterweise findet Google ihn in der Kategorie nicht. Er ist außerdem ein homosexueller Charakter, was ihn als Mann des 18. Jahrhunderts dann und wann schon mal in Schwierigkeiten bringt.

The Private Matter entpuppte sich als so unterhaltsam und witzig (ich fühlte mich an Baldur’s Gate II erinnert: Schnabeline versucht die simple Teddy-Queste zu lösen, gerät in Hinterhalte, hebt einen Schmugglerring aus… nur den Teddy findet sie nicht), daß ich prompt das Wi-Fi in den B&Bs nutzte, um mir den Rest von Lord Johns Abenteuern zuzulegen. Erfreulich zu sehen, daß nicht nur Redcoats, sondern auch Deutsche (bzw. ihre Vorgänger) zur Abwechslung positiv wegkommen.
Mein ungeschlagener Favorit ist zweifelsohne The Brotherhood of the Blade, wesentlich ernster als seine Vorgänger und mit großem Tiefgang.

Wie’s natürlich bei dem Fandom nicht anders sein kann, taucht Jamie immer mal wieder auf, und ich verstehe es weiterhin nicht. Er ist ein ziemlich eindimensionaler Charakter; wage ich zu sagen: ein langweiliger? Die TV-Serie erlaubt ihm einen gewissen Pfiff, aber was ich zumindest in den Lord-John-Abenteuern lese… gähn. Die Fans mögen Tränen über die aussichtslose Liebe Lord Johns zu Jamie vergießen; mein Herz brach viel eher über das Percy-Drama (wunderschön und tragisch!), und John Greys beste und sich über den längsten Zeitraum entwickelnde Beziehung ist definitiv die zu dem großartigen Stephan von Namtzen.

Wer historische Romane mit Witz, Kriminalhandlung, politischer Intrige und einem nicht ganz so klassischen Helden sucht, liegt hier richtig.

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Als Christus zur Erde kam, um die Gottesbotschaft der Wahrheit zu verkünden, mußte er sich deshalb auch eines grobstofflichen Körpers bedienen, also des Fleisches. Darin müßte schließlich schon jeder denkende Mensch die Unabänderlichkeit der Naturgesetze erkennen, wie auch in dem durch die Kreuzigung erfolgten körperlichen Tode.
Dieses grobstoffliche Fleisch aber konnte nach diesem Tode auch keine Ausnahme bilden, sondern mußte in der grobstofflichen Welt verbleiben! Es konnte
nicht auferstehen, um in eine andere Welt einzugehen! Die feststehenden göttlichen oder natürlichen Gesetze lassen das durch ihre aus dem göttlichen Willen hervorgegangene Vollkommenheit nicht zu. […]
Ein Auferstehen zu einer anderen Welt im Fleische ist vollkommen ausgeschlossen, für die Menschen, wie auch damals für Christus!
Der irdische Leib des Erlösers ging denselben Weg, den jeder andere grobstoffliche Leib zu gehen hat, nach den Naturgesetzen des Schöpfers.
Jesus von Nazareth, der Gottessohn, ist demnach nicht fleischlich auferstanden!
Es wird nun trotz aller Logik und der gerade darin enthaltenen viel größeren Gottesverehrung noch viele geben, die in der Blindheit und Trägheit ihres falschen Glaubens so einfachen Wegen der Wahrheit nicht folgen wollen. So manche wohl auch, die aus eigener Einengung nicht folgen können. Andere wieder, die mit voller Absicht wütend dagegen zu kämpfen versuchen, aus der begründeten Angst heraus, daß damit ihr mühsam errichtetes Gebäude bequemen Glaubens zusammenbrechen muß.
Es kann ihnen nichts nützen, wenn sie sich als Grundlage nur auf die wörtlichen Überlieferungen stützen; denn auch die Jünger waren Menschen. Es ist ja nur rein menschlich, wenn die damals durch alles furchtbare Geschehen stark erregten Jünger bei der Erinnerung in ihre Schilderungen manche eigenen Gedanken mit verwoben, die durch das vorangegangene Erschauen ihnen selbst noch unerklärlicher Wunder so manches anders wiedergaben, als es in Wirklichkeit gewesen war. […]
Auch wenn ihnen die stärkste geistige Inspiration helfend zur Seite stand, so greifen trotzdem bei der Wiedergabe vorgefaßte eigene Meinungen sehr stark mit ein und trüben oft das bestgewollte und klarste Bild.
Jesus selbst hat aber keine Niederschriften vorgenommen, auf die allein man unbedingt sich streitbar stützen könnte.
Er würde nie etwas gesagt oder geschrieben haben, das sich mit den Gesetzen seines Vaters, den göttlichen Naturgesetzen oder dem schöpferischen Willen, nicht voll und ganz in Einklang stellte. Sagte er doch selbst ausdrücklich:
“Ich bin gekommen, die Gesetze Gottes zu erfüllen!“
Die Gesetze Gottes aber liegen klar in der Natur, die sich allerdings weiter erstreckt als nur auf die Grobstofflichkeit, aber doch auch in der feinstofflichen wie in der wesenhaften und geistigen Welt überall „natürlich“ bleibt. […]
Außerdem aber kann jeder Mensch darüber auch Anhaltspunkte in der Bibel finden; denn Jesus erschien vielen. Was aber geschah? Maria erkannte ihn dabei zuerst nicht, Magdalena erkannte ihn nicht sogleich, die zwei Jünger auf dem Wege nach Emmaus erkannten ihn stundenlang nicht, trotzdem er mit ihnen ging und mit ihnen sprach… Was ist daraus zu folgern?
Daß es ein anderer Körper sein mußte, den sie sahen, sonst hätten sie ihn alle sofort erkannt!

(Abd-ru-shin: Im Lichte der Wahrheit – Gralsbotschaft, Vortrag „Auferstehung des irdischen Körpers Christi“)

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