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Archive for the ‘Bücher’ Category

Nach vielen Jahren mal wieder mit Seven Pillars of Wisdom angefangen. Seinerzeit auf deutsch gelesen, nun im Original, bin ich fasziniert von seiner Sprache und den komplexen Gedankengängen dahinter.

Daher auf Youtube eine alte BBC-Dokumentation ausgegraben:







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… wie flüchtige Leser eines Buches, die es um der Spannung willen lesen, nur um freie Stunden damit auszufüllen und sich abzulenken von dem einseitigen Denken über ihre alltägliche Tätigkeit.
Sie sehen während des Lesens nicht die Menschen in dem Buche vor sich lebend auferstehen, achten nicht der einzelnen Entwickelungen, die die darin handelnden Personen in sich zu durchleben haben, sehen nicht die daraus sich entwickelnden haarscharfen Folgerungen, welche die Verhältnisse und die Umgebung immer wieder zu verändern fähig sind. Das alles wird von ihnen nicht beachtet, sondern es geht sprunghaft vorwärts, nur um dieses oder jenes in der Handlung schnell noch zu erfahren! Sie haben keinen Nutzen von den besten Büchern, welche ein Stück Erdenleben wiedergeben, woraus der Leser vieles für sich schöpfen könnte, wenn er alles richtig in sich miterlebte!
(Abd-ru-shin: Im Lichte der Wahrheit – Gralsbotschaft, Vortrag „Verbogene Seelen“)

Wenn es etwas gibt, das man mir vorwerfen kann, dann sicherlich, daß ich Buch- und Filmcharaktere lebe. Ich ernte mitunter karierte Blicke, wenn ich zu einer Abhandlung über diese oder jene Zusammenhänge in den Entscheidungen der Figuren aushole; vielleicht sind meine geplagten Zuhörer beeindruckt, aber viel wahrscheinlicher halten sie mich einfach für merkwürdig.
Dennoch. Ich habe es schon mehrfach geschrieben und kann es nur wiederholen: Ein Buch, ein Film, eine Serie fesselt mich nur, wenn Charaktere darin auftreten, die mir etwas geben. Nehmen wir zum Beispiel mein aktuelles Nachholen der Superheldenfilme der letzten Jahre. Ja, Wonder Woman ist visuell großartig und Justice League sehr unterhaltsam. Aber ihre Charaktere haben zu wenige Facetten, sind viel zu schnell ausgeschöpft, um bleibenden Eindruck zu hinterlassen. Betrachten wir dagegen den gar nicht so heimlichen Star diverser Marvel-Verfilmungen, Loki, und die Sache sieht schon anders aus.
(Achtung, Abhandlung.)
Sicherlich geschuldet der nicht ganz so erfolgreichen Koordinierung der Marvel-Filme und ihrer verschiedenen Drehbuchschreiber sowie der engen zeitlichen Abfolge, die es den Autoren nicht erlaubt, das endgültige Produkt ihrer Kollegen zu begutachten und danach ihr eigenes Drehbuch auszurichten (eigentlich hat man dafür einen Script Supervisor), variiert die Figur sehr. Eingeführt wird Loki in Thor, den ich aus so vielen Gründen für den besten Film der Reihe halte. Thors eigene Entwicklung ist ein Fall für sich, den ich schon einmal analysiert habe und deshalb hier weglasse; der Fokus dieses Blogeintrages liegt auf Loki.

Thor ist eine Geschichte über zwei Söhne und ihren Vater: Thor, strahlend, überragend, aber arrogant und selbstzufrieden; sein jüngerer Bruder Loki stets in seinem Schatten, obwohl ihm intellektuell überlegen, scharf beobachtend und dabei den Eindruck gewinnend, daß ihr Vater Odin den Erstgeborenen bevorzugt. Ein klassischer Geschwisterkonflikt, der nicht einfacher wird durch die Tatsache, daß Thor nach Odins naher Abdankung zum neuen König ernannt werden soll, eine Aufgabe, für die er in Lokis Augen denkbar ungeeignet ist. So versucht Loki, das Unvermeidliche für eine kurze Weile noch zu verhindern, doch die Ereignisse, die er in Bewegung setzt, verselbständigen sich. Thor endet in der Verbannung, Loki erfährt, daß er adoptiert wurde und hält nun diese Tatsache für die Erklärung aller vermeintlichen Zurücksetzung, die er erfahren hat. Er sieht sich als Schachfigur in den Plänen seines Vaters und ist taub für die Versicherungen Odins, er sei sein Sohn, Blut oder nicht. Als Odin in Folge des Streites zwischen ihnen in eine Art Koma fällt, wird Loki zwangsläufig Regent. Er schmiedet einen vom Standpunkt der Charakterentwicklung betrachtet komplexen Plan: Gleichermaßen sich zum Helden der Geschichte zu machen und es damit endlich Thor gleichzutun, als auch, das auszulöschen, was ihn anders, nach seinem irrtümlichen Verständnis in den Augen seines Vaters minderwertig macht.
Der Plan mißlingt. Odin ist willens, Loki zu verzeihen, doch dieser sieht in der sanften Ablehnung des letztlich aus Liebe geschmiedeten Planes eine Zurückweisung seiner Person. Und so läßt er wortwörtlich das gebotene Rettungsseil fahren und stürzt ins Bodenlose, vermeintlich in seinen Tod. (Man kann, wenn man möchte, hier sehr leicht eine christliche Symbolik erkennen.)
Als ein trauernder Thor am Ende zu seinem Vater sagt, er hoffe, ihn eines Tages stolz zu machen und Odin erwidert, Thor mache ihn bereits stolz, so meint man, darin auch die unausgesprochenen Selbstvorwürfe Odins zu erkennen, seinen beiden Söhnen niemals diese einfache Wahrheit mitgeteilt und damit vielleicht all das Leid verhindert zu haben.

Die Fortsetzung folgt in The Avengers, der sich berechtigterweise mehr um die Charakterzeichnung seiner zahlreichen Helden kümmert als um die des Gegenspielers, aber darum leider auch ärmer ist als er sein könnte. Loki taucht hier, nach einem Jahr des nicht näher erläuterten Umherirrens, in ganz anderer Gestalt auf. Er hat kaum etwas von der Verletzlichkeit, die ihn in Thor auszeichnet, nichts von der inneren Logik seines Verhaltens und seiner Pläne, die einzig und allein dem Bedürfnis entsprangen, sich in den Augen seines Vaters zu beweisen. In erster Linie wird ihm hier als Motiv Machtstreben unterstellt. Ich wünschte mir eine Zwischengeschichte herbei, die diesen krassen Schnitt erklärte – genau genommen wartete ich den ganzen Film auf die Enthüllung, daß das Szepter, das die Gedanken von Menschen manipulieren kann, auch ihn beeinflußt hatte.
Dabei gehen seine Beweggründe tiefer, wenn man genau darauf achtet. Sie wurden bereits in Thor etabliert: Während Loki im ersten Film Thor als Hindernis auf dem Weg zu seinem Ziel betrachtet (nicht auf dem Weg zur Macht – es ist wichtig, hier zu unterscheiden), so ist er nun zum Fokus von Lokis Haß geworden. Machtstreben, ja, aber als Ersatz für das, was Thor Loki nach dessen Auffassung genommen hat. Nicht von ungefähr ist Lokis Ziel die Erde, für die Thor sich verantwortlich fühlt. Es ist Rache, der Wunsch, Schmerz um Schmerz zurückzugeben. Schade, daß das nicht deutlicher herausgearbeitet wurde.
Einige wenige Momente werden ihm gegönnt. Es liegt da in seinen Augen eine tiefe Traurigkeit und Sehnsucht, als Thor ihn zweimal bittet, seinen Plan aufzugeben und nach Hause zu kommen. Er schleudert Thor entgegen, all die Jahre „als Schatten“ gelebt zu haben, überragt von seinem strahlenden Bruder. Zu seltenen Gelegenheiten beweist er seinen Witz. Doch mehr schöpft das Drehbuch aus diesen Möglichkeiten nicht. (Eigentlich seltsam, da Drehbuchautor Josh Whedon üblicherweise immer sprücheklopfende Bösewichte schreibt.)
So bleibt Loki in The Avengers ein größtenteils sehr einseitiger, klischeehafter Schurke, der am Ende in Ketten nach Asgard abgeführt wird, um dort der Gerichtsbarkeit zugeführt zu werden.

Thor – The Dark World muß nun mit diesem anderen, sehr viel finstereren Loki arbeiten und tut es mit Aplomb. The Dark World ist, als Gegenstück zu Thor, eine Geschichte über zwei Söhne und ihre Mutter. Frigga ist die einzige, die die Familie durch ihre Liebe noch zusammenhält. Odin, eine sehr viel härtere, kältere Version seiner selbst als in Thor, läßt sich von ihr dazu erweichen, Loki nicht zum Tode, sondern zu lebenslanger Gefangenschaft zu verurteilen, doch er verbietet ihr jeden Kontakt zu ihm. Lokis Haß auf Odin (und darunter sein Schmerz über dessen verlorene Liebe) steigt ins Unermeßliche.
In vielen kleinen Momenten und Gesten lernt der Zuschauer nun Friggas Einfluß auf ihren Mann und ihre beiden Söhne kennen, die Liebe, die jeder für sie hegt, ihre Weisheit und Menschenkenntnis. Sie ist die einzige, die Lokis Herz noch erreichen kann und der, wie man erfährt, immer eher „ihr“ Sohn war, so wie Thor eher Odins Sohn war.
Nachdem dies alles etabliert ist, folgt zwangsläufig Friggas gewaltsamer Tod.
Um sie zu rächen und die Urheber ihres Todes an ihren Plänen zu hindern, befreit Thor Loki aus seinem Kerker – auf Zeit, wie er dabei zur Bedingung macht. In ihrem unausgesprochenen Schmerz vereinigt, der sich bisweilen in bitteren Vorwürfen Bahn bricht, nehmen die beiden Brüder die Verfolgung der Mörder auf. Nachdem er seine Rache stillen konnte, täuscht Loki seinen Tod vor und kehrt unerkannt nach Asgard zurück.
Dort begegnet Thor ihm nach beendeter Mission in Gestalt Odins. Seinem vermeintlichen Vater gegenüber erklärt Thor, die Herrschaft nicht annehmen zu wollen, und verläßt Asgard, um auf der Erde zu leben.
The Dark World ist nach The Avengers wieder wunderbar vielschichtig. Vieles liegt in kleinen Dingen, in Blicken, Gesten oder auch in auf verschiedene Weise zu deutenden Szenen.

Thor: Ragnarok schließt als letzter Film der Trilogie den Kreis. Nach einer besorgniserregenden Prophezeiung durch den Feuerriesen Surtur kehrt Thor nach Asgard zurück und entlarvt Loki, der, wie man erfährt, Odin mit einem Zauber belegt und auf der Erde zurückgelassen hat. Die beiden Brüder suchen ihn auf, doch nach einer letzten versöhnlichen Aussprache mit seinen ungleichen Söhnen stirbt er. Sein Dahinscheiden ermöglicht es Hela, Odins totgeschwiegener Erstgeborenen, aus ihrem Exil nach Asgard zurückzukehren und die Macht an sich zu reißen. Fern des Geschehens gefangen, suchen Thor und Loki, jeder auf seine Art, Mittel, Wege und Verbündete, aus ihrer mißlichen Lage zu entkommen. Die Geschehnisse und die Enthüllungen über ihre Familie schweißen die Brüder zu einem erstaunlich guten Team zusammen, wenn sich auch am Ende Loki einmal mehr an Verrat versucht. Wohl eher aus Gewohnheit; denn als Thor sich beinahe im Alleingang an den Kampf gegen Hela und ihre Heere wagt, kommt Loki ihm (und ihrem Volk) gegen jeden Selbsterhaltungstrieb zu Hilfe. Ein drittes Mal scheint er in den sicheren Tod zu gehen, und ein drittes Mal entkommt er. Die Geschichte schließt mit Asgards Zerstörung durch Surtur, der Flucht der Überlebenden und Thors Ernennung zum neuen König, diesmal mit Loki an und auf seiner Seite.
Mit dieser, zweifelsohne der enormen Beliebtheit der Figur geschuldeten, versöhnlichen, teils humorvollen, teils nahezu heldenhaften, aber nie ganz vertrauenserweckenden Darstellung sind auch sämtliche Facetten des Lokis der nordischen Mythologie abgeschlossen. Ironischerweise ausgerechnet zu Ragnarök, als der mythologische Loki seinen Höhepunkt an Negativdarstellung erreicht.

Renate Steinbach schreibt in ihrem, sicher nicht zufällig 2012 (also nach Thors Kinostart und im Jahr der Avenger-Verfilmung) erschienenen Buch Loki Laufeyson – Die Geschichte eines Gottes:

Loki gilt als der widersprüchlichste Gott der nordischen Mythologie. Selbst jene, die sich bemühen, ihm wohlgesonnen zu sein, gestehen ihm bestenfalls die Notwendigkeit des negativen Gegengewichtes zu den hehren Asengöttern zu. […] Er brachte die Götter immer wieder in Verlegenheit und Gefahr, auch wenn er stets listenreich eine Lösung fand. […]
[W]er sich selbst auf Loki einlässt, der wird einem ganz anderen Gott begegnen, nämlich jemandem, der treu und verlässlich ist und dessen Heiterkeit sehr bereichert.

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Ich kann kaum ausdrücken, wie glücklich ich über die ersten beiden Thor-Verfilmungen bin. Die Götter- und Heldensagen der Germanen war das Buch, anhand dessen ich im zarten Alter von acht oder neun nicht nur Frakturschrift lesen lernte, sondern auch den nordischen Mythen begegnete. (Okay, vorher war da noch Mutterns Loewe-LP mit dem „Schmied auf Helgoland“, aber auch die Geschichte traf ich natürlich im Buch wieder, und Vattern wußte sowieso immer sehr spannend von Odins Raben zu fabulieren.)

Ich verschlang die Sagen, und die Götter der germanischen Völker blieben mir seitdem gute Freunde. Bei den Midgaard Skalden gab’s vor ein paar Jahren die Geschichte vom Diebstahl von Thors Hammer, ein Klassiker der Sagen. Für Haithabu natürlich kindgerecht aufbereitet, also fiel das große Massaker am Ende aus, aber die Geschichte lebt sowieso in erster Linie von ihrem Humor. Man kann sich heute noch das Gelächter der Wikinger vorstellen. Mit ordentlich Action zum Schluß, also eigentlich ein erprobtes Erzählsystem…
ARTEs Dokudrama Götterdämmerung verbindet Ragnarök mit dem Untergang des heidnischen Glaubens.

Nun wagte ich mich zum Neuaufbau meines Heimkinos an Thor, The Avengers und Thor – The Dark World. (Deutscher Titel des letzteren: The Dark Kingdom. No comment.) Während die Avengers eher enttäuschend konventionell sind – und hat mal jemand gesehen, wie lange die Endschlacht in New York dauert?! –, war ich hin und weg von den beiden Thors. Nicht nur von Handlung und Bildern, obwohl die allein schon großartig sind, und nicht nur von den Schauspielern, obwohl mit Stellan Skarsgaard und Tom Hiddleston zwei meiner Favoriten vertreten sind. Und nicht nur von der Charakterzeichnung und Charakterentwicklung, letztere gerade im ersten Teil unglaublich gut. Nein, was außerdem dazu kam, war die Metaebene. (Ich liebe dieses Wort.) Die Schreiber haben ihre Hausaufgaben gemacht. Es ist so viel von den Sagen in die beiden Filme eingebaut worden, nicht nur Äußerlichkeiten wie die Regenbogenbrücke Bifröst oder Mjölnir oder der einäugige Odin oder – sehr klasse! – sein achtbeiniger Hengst Sleipnir. Sondern auch kleinere Dinge aus den Sagas in neuer Form, in neue Zusammenhänge eingebunden. Heimdalls Zweikampf gegen Loki, direkt aus Ragnarök übernommen. Lokis Fesselung. Und – entdecke ich da ein Muster? – Loki als Schiffslenker, ebenfalls aus Ragnarök. Odins Verschwinden! Ich warte noch auf Thors Kampf gegen eine Riesenschlange oder eben den Diebstahl seines Hammers, oder Lokis Verwandlung in einen Falken oder eine Fliege. Oder eine meiner Lieblingsepisoden aus den Sagas, Odin zwischen den Feuern.
Über das Treffen zweier Glaubenssysteme habe ich bereits im Autorenblog geschrieben.
Die Schwarzelfen, na gut. Eigentlich sind die Bewohner von Svartalfheim Zwerge. Aber im Zeitalter der Tolkienverfilmungen… Wobei sich The Dark Worlds Elfen natürlich in erster Linie an del Toros Hellboy – The Golden Army orientieren.

Der dritte Thor soll ja etwas leichtherziger sein; ich versuche mich daran, wenn die DVD günstiger geworden ist.

Fortsetzung

Und da wären wir. Ich bin glücklich. Thor: Ragnarok war ja teilweise stark kritisiert worden wegen seiner… sagen wir, farbenfrohen Elemente. Ja, er ist ein krasser Unterschied zu seinen Vorgängern. Aber diese Szenen kann man einfach ihres Slapsticks wegen genießen, während die Metaebene wieder voll ins Schwarze trifft. Schlichtweg großartig. Wie schon in den beiden ersten Thor-Filmen werden viele Elemente aus der nordischen Mythologie genommen und anders arrangiert, teilweise unglaublich clever. Thor erzählt von seiner Zuneigung für Schlangen (ich lachte – siehe oben). Am besten jedoch: Loki löst tatsächlich Ragnarök aus, inklusive Schiff, in dem er ankommt, inklusive Surtur, dessen er sich (hier in einem komplett anderen Zusammenhang) bedient. Und wie in den Sagen bringt er unsere Helden in Schwierigkeiten und haut sie auch wieder raus, mit Witz und Stil und immer einem Hauch von Fiesheit. Gratulation, gelungen! Wenn nicht bonbonfarben, dürften die Bilder übrigens die besten der drei Thor-Filme sein.

Aber verkneifen kann ich’s mir doch nicht. Ausgewählte Marvel-Filme und ihre Titel im Original und in (neu)deutscher Übersetzung:

OT: Thor: The Dark World – Deutscher Titel: Thor: The Dark Kingdom
OT: Captain America: The Winter Soldier – Deutscher Titel: The Return of the First Avenger
OT: Captain America: Civil War – Deutscher Titel: The First Avenger: Civil War
OT: Thor: Ragnarok – Deutscher Titel: Thor: Tag der Entscheidung

Right.

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Durch die Lord-John-Geschichten habe ich ja ein bißchen was gelernt. Diese Schlacht des Siebenjährigen Krieges fand ich insofern interessant, daß nicht nur Lord Johns Erlebnisse während dieser* witzig und spannend geschildert wurden, sondern daß es sich um einen Punkt in Krefelds Geschichte handelt, den ich zu meiner Zeit ignoriert hatte – mich interessierte das frühe 20. Jahrhundert. Dumm gelaufen; die Landwehr hätte ich mir gern angeschaut.

* Fiktiv, nicht nur weil Lord John eine Romanfigur ist, sondern weil die britische Armee an dieser Schlacht nicht teilnahm.

Berichte der Zeit. Wer sich über die etwas einseitige Berichterstattung wundert: Österreich war damals mit Frankreich verbündet. Die Gegner waren mehrere deutsche Staaten, darunter Preußen und Hannover/Großbritannien (Personalunion unter den Georgen). Und was einseitig betrifft: Die deutsche Wikipedia konzentriert sich mehr auf die Folgen vor Ort (vermutlich geschrieben von den engagierten Krefelder Historikern), die englische kümmert sich auch um die in den Berichten erwähnten Gisors und Clermont.

Wienerisches Diarium, 5.7.1758

Schreiben aus der Gegend von Neuss 24. Junii.
Sie werden allbereits wissen, daß gestern zwischen denen Franzosen und Hanoveranern ein Treffen vorgefallen; da nun aber die Berichte hievon sehr unterschieden seyn werden, so hab ich vermeint, Ihnen ein Genügen zu thun, wann ich (der ich mich auf dem Schlacht-feld selbst eingefunden, und alles, so viel möglich, beobachtet hab) etwas zuverläßiges und umständliches von den Vorgang dieses Treffens einberichtete… Es ware vorgestern, als sich der Prinz Ferdinand von Braunschweig mit einigen Trupen nach Crevelt verfügte, und daselbst den höchsten Thurm bestiege, um die bey Vischelen stehende Französische Armee von allen Seiten zu übersehen und zu recognosciren. Die Franzosen wurden dieses zwar bald innen, schickten auch ein Detaschement auf Crevelt ab, die alda befindliche Hanoveraner aufzuheben; allein der Prinz Ferdinand ware mit denen Seinigen schon wieder glücklich von dar zu seiner, zwischen Hüls und Kempen gelagerten Armee zuruck gekehret, welche nun auf seinen Befehl gestern Morgen aufbrechen, und in 3. Colonnen gegen die Franzosen anrucken muste.
Als nun hierauf die voraus commandirte Französische Hussaren-regimenter von Turpin, Poleresky ec. eilends zu der Haupt-armee stiessen, so merkte man Französischer Seits den Hanöverischen Angrif, es wurden dahero von dem rechten Flügel die diesseits des Landförts (so ein alter tieffer Graben ist) dick gepflanzte Canonen auf die anrückende Hanoveraner loß gebrannt. Diese kamen jedoch, ungeachtet des Feuers, immer näher, und da man sollte vermutet haben, die Hanoveraner würden den Französischen rechten Flügel angreiffen so äusserte es sich bald darauf, daß sie es auf den Französischen linken Flügel gemünzet hatten. Ihre Cavallerie machte den Vortrab, und als diese, bis auf einige Entfernung, dem Französischen linken Flügel beygekommen ware, schwenkte sie sich seitwärts, da dann die Hanöverische Creutz weiß gepflanzte, und mit Cartuschen geladene Canonen, sich blos deckten, und darauf gegen letzt-gedachten Flügel ein entsetzliches Feuer gemacht wurde, welches man jedoch Französischer Seits auch triftig beantwortete. Mit dem Canonen- und darauf gefolgten Musqueten-feuer wurde von beyden Seiten sehr hitzig, und über 2. Stunden unabläßig fortgefahren; Es ergabe sich demnächst, daß die Hanoveraner zum Weichen genöhtiget wurden, diese aber machten mitlerweile mit einer Colonne eine Schwenkung, griffen den Französischen linken Flügel an einem anderen Ort unvermutet vom neuen, und zwar in der Flanque an, daß andurch der Französische linke Flügel weichen muste, worauf zwar vom rechten Flügel (der nicht zum Agiren gekommen, und durch Canoniren den Hanöverischen linken Flügel stäts repoußirte) 5. Regimenter Infanterie, und 3. Regimenter Cavallerie zur Verstärkung abgeschickt wurden, allein es war zu spät. Der linke Flügel bliebe in der Retirade, wobey aber die Französische Trupen noch immer mit dem besten Mut agirten und Stand hielten. Gegen 6. Uhren schwiege das Feuer von beyden Seiten, und man gerieht mit aufgepflanzten Bajonetten und Säbel hitzig aneinander. Endlich musten die Franzosen denen Hanoveranern weichen, sie retirirten sich aber in der besten Ordnung noch selbigen Abends von dem Kampfplatz, also, daß heute morgen das Hauptquartier nach Neuss, und die Armee auch in dieser Gegen zu stehen kame.
Der Verlust von beyden Seiten, ist dermalen noch nicht zu schätzen, doch ist leicht zu denken, daß es bey diesem hartnäckigen Gefecht vieler brafer Soldaten Leben gekostet habe. Das Französische Regiment Carabiniers du Roi und Schweitzer-regiment von Lochmann (welche Wunder der Tapferkeit bewiesen) haben ungemein stark, die Regimenter Champagne, la Marche, Auviguier ec. auch viel gelitten. Unter andern distinguirten Personen, ist der Graf von Gisors, einziger Sohn des Marschalls von Bellisle tödtlich bleßirt. Das Treffen hat ungefähr 7. Stunden, bis gegen Abends angehalten. Die andere und mehrere Umstände muß man der Zeit zur Erörterung überlassen.

Wienerisches Diarium, 8.7.1758

Cöln 27. Junii.
Die nahe Position, in welcher sich die Französisische und Hanöverische Armee am Nieder-rhein seit den 20. Junii befunden, hat endlich den 23. ein hitziges Treffen veranlasset, von welchem wir nunmehro aus dem Französischen Lager bey Neus folgende weitere Umstände liefern können. Den 23. rückten Se. Durchl. der Prinz Ferdinand unvermutet in 3. Colonnen gegen dem Französischen linken Flügel auf der Seite von Aurad an. Die Regimenter Brancas und Lochmann Schweitzer, welche sich an der äussertsten Spitze der ersten Linie befanden, hatten die gröste Hitze der ersten Attaque auszustehen. Um 11. Uhr zeigten sich die 3. Hanöverische Colonnen noch in der Entfernung, alleine gegen Mittag endeckte man ihr Vorhaben. Die 2. erst-benannten Regimenter griffen sogleich zu denen Waffen. Gegen 1. Uhr breiteten sich die Feinde in der Ebene aus, und man feuerte auf sie mit denen 2. Canonen deren besagten Regimentern. Allein eine halbe Stund hernach wurde die Canonade von der feindlichen Artillerie sehr lebhaft. Die Canonen deren Regimentern wurden hierauf vermehret, das Canoniren wurde hitziger, und die Brigaden von Marine und Touraine vereinigten sich mit denen attaquirten Regimentern. Um 2. Uhr griffen die Hanoveraner förmlich an, und das Musqueten-feuer ware von beyden Seiten sehr heftig. Die Regimenter Brancas und Lochmann hielten eine gute Stunde aus, und zogen sich nicht eher zur Armee, als bis sie sich verschossen, und von der Generalität hiezu Befehl hatten, welche sahe, daß sie bereits viele Leute verloren hatten. Die Hanoveraner rückten immer stärker an, und ihre Cavallerie und Hussaren würden unfehlbar die Französische Infanterie über den Hauffen geworfen haben, wann nicht der Graf von Gisors an der Spitze des Carabinier-corps die Infanterie und Cavallerie getrennet, und ersterer aus dem Gedränge geholfen hatte. Das Regiment Royal Roußillon manoeuvrirte gleichfalls mit aller Unerschreckenheit, und gegen Abend um 6. Uhr zog sich die Armee nach Neus zurücke, ohne daß sie bey ihrer Retraite verfolget worden.
Die Brigaden Marine, Tourraine, die Regimenter Couronne, Chartres, Brancas la Marche und Lochmann haben fast allein das feindliche Feuer ausgehalten. Sie repoußirten die 2. Hanöverischen Colonnen, die 25000. Mann stark waren 2. mal, und zogen sich wegen Uebrmacht zurücke, wobey der Graf von Rochambau die Arrier-garde führte. Auf der Ebene wurde er von der feindlichen Cavallerie coupirt, und verlor einen Capitain und etliche Soldaten, welche von denen Preußischen Dragonern niedergemacht wurden. Er repoußirte endliche diese Cavallerie mit Beyhülfe derer Bataillonen Couronne und Chartres. Die Brigade selbst verlor weder Canonen noch Fahnen, allein sie zehlet 71. Officiers und 528. Gemeine, Todte und Bleßirte. Das Regiment Chartres stunde am Walde, formirte ebenfalls die Arrier-garde, und beobachtete eine männliche Contenance. Der Verlust desselben bestehet in 27. Officiers, und 300. Soldaten. Das Regiment Couronne zehlet 39. todte und bleßirte Stabs-officiers, 13. Capitains bleßirt, 4. Leutenants todt, und bleßirt. An Gebliebenen rechnet man 350. Gemeine, 43. Grenadiers, 18. Canoniers. Bey nahe alle Sergeanten und Coporals seynd geblieben oder bleßirt. Die Carabiniers haben 60. todte und bleßirte Officiers, und 600. Gemeine verloren. Bey dem Regiment Roussillon seynd nur wenig Officiers ohne Wunden, und 2. todt. Das Regiment Lochmann hat 220. Mann verloren, und das von Brancas eben so viel. Der Graf von Gisors ist tödtlich bleßirt. Der Ritter von Muy hat 2. bis 3. Säbel-hiebe bekommen. Der Graf von Maille ist durch eine Canon-kugel tödtlich bleßirt. Der Graf von Montmorenci, der Graf Laurogais, und der Herr von Lochmann seynd gleichfalls bleßirt, und letzterem der Arm zerschmettert worden. Der Hr. Graf von Clermont hat sich alle Mühe gegeben, denen Officieren, und vornämlich denen vom Regiment Lochmann wegen ihres Wol-verhaltens seine Zufriedenheit zu erkennen zugeben. Er zog letztere mit an die Tafel, allwo die Generals und Prinzen speiseten.
Den 15. brache die Französische Armee in 5. Colonnen von Neus nach Wohringen auf, allwo sich dermalen das Haupt-quartier befindet. Die grosse Equipage komme über Zonst hieher, wann aber, oder wohin die Armee aufbrechen wird, ist noch unbekannt. Von denen weiteren Bewegungen derer Hanoveranern seynd gleichfalls noch keine Nachrichten eingeloffen.

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Die Leitungsstelle einer Bibliothek, in der ich mich vor einiger Zeit beworben hatte und in der ich wirklich, wirklich gern gearbeitet hätte, ist ausgeschrieben. Die bisherige Leitung, die mich im Vorstellungsgespräch verhörte, ist vermutlich in Ruhestand gegangen. Ich nehme es den Entscheidungsträgern (und damit auch ihr) etwas übel, daß sie mich nicht nur nicht genommen haben, sondern nicht einmal eine Absage schickten. (Mangelnde Kommunikation ist aber generell ein Problem dort. Von Berufs wegen mußte ich dort jahrelang Berichten hinterherreklamieren.) Sie hätten eine Menge schwierige Dinge verhindern können. Nun ja. Irgendwie passend, ausgerechnet jetzt diese Ausschreibung vorzufinden.

Ganz was anderes: Die Tage die The Hunger Games-Trilogie gelesen und schwer beeindruckt. Für ein Jugendbuch sowieso ungemein bemerkenswert, aber der erwachsene Leser findet noch ganz andere Dinge jenseits der Handlung darin.

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Vor vielen Jahren, als das Internet noch ein überschaubarer Ort war, gerade, was Suchtreffer zur Gralsbewegung betraf, entdeckte ich eine Seite, die man heute wohl als Schreibwerkstatt bezeichnen würde. Die Geschichten der Mitglieder waren nicht öffentlich, nur eine Zusammenfassung gab es. Und darunter fand sich eine Jugenderzählung des Inhalts, ein junges Mädchen stünde kurz vor der „Aufnahme in die Gralsbewegung“, sei sich über ihren zukünftigen Weg aber nicht sicher und verliebe sich. Eine klassische Sektengeschichte, denke ich. Nun hatte die Autorin, deren Namen ich längst vergessen habe, sicher nicht von ungefähr diesen Rahmen gewählt; vermutlich war sie die Tochter von Kreuzträgern. Ich kenne die „Problematik“, um mal diesen Ausdruck zu wählen, was sicherlich ein gutes Thema für eine eigene Folge in dieser Serie wäre…

Im fiktionalen/erzählenden Bereich sieht es mit Umsetzungen der Gralsbotschaft mau aus. Es gibt die Wegbereiter, nun gut. Die erzählenden Werke von Susanne Schwarzkopf. Frau Wolfrum hat das von mir sehr geliebte Büchlein Mehr Dinge zwischen Himmel und Erde… (Neuauflage unter dem Titel Die unsichtbare Brücke) geschrieben. Einige extrem seltene Exemplare des Buches von Maria Halseband, Ich klopfe an!, haben überlebt. Und das ist im großen und ganzen auch schon alles. Klassiker für Kreuzträger sind Die drei Lichter der kleinen Veronika, Von Stufe zu Stufe oder Ein Wanderer im Lande der Geister. Von einem Markt wie beispielsweise für christliche Romane kann keine Rede sein. Als Leserin von christlichen Romanen stelle ich mir manchmal vor, einen Roman mit der Thematik Gralsbotschaft zu schreiben. Als Kind wollte ich Schriftstellerin werden. Aber inzwischen habe ich gelernt, daß erzählende Literatur mir nicht liegt. Ich kann Sachbücher schreiben (und habe es getan), aber ich kann keinen Plot aufbauen. Das muß also anderen überlassen bleiben.
Wie sähe ein solcher Roman aus? Wer wären seine Protagonisten, und mit welchen Konflikten hätten sie zu kämpfen?

Was sonstige Fiktionen angeht: Über Erdenbann von Oskar Ernst Bernhardt habe ich hier schon mehrfach geschrieben; das wohl einzige seiner fiktionalen Werke, das bereits viele geistige Inhalte besitzt. Gerade das Vorspiel ist gewaltig.
Dann gab es das bei Kreuzträgern damals nicht sehr beliebte Filmessay Der Gral – ein Weg von Marion Jerrendorf und Olga Kuksinskaja, das ich wegen seiner zweiten Hälfte mit Aufnahmen vom Berg für mich wiederentdeckt habe. Und wer Interesse hat, sei auf meine Artikelserie Unterhaltungsmedien und die Botschaft aus dem Licht verwiesen. Herr Huemer betreibt zwei Videokanäle mit interessanten Beiträgen, und natürlich gab es die Grals-TV-Produktionen, das sind aber alles Sachvideos.

Nachtrag:
Herr H. wies mich auf einen weiteren Roman hin, Ludwig II. – Aufstieg ins Licht von Johanna Arnold. Darin wird die Gralsbotschaft explizit erwähnt, und es wird auch weitflächig aus ihr zitiert. Dennoch kann ich das Buch nur der Neugierde halber empfehlen. Es weist leider sämtliche klassischen Schwächen einer Selbstpublikation auf: Miserabler Stil, hölzerne Dialoge (zudem sämtlich in Kursiv!), Rechtschreibfehler ohne Zahl, und die Zeichensetzung ist auch schauerlich. Eine Aussage und letztlich auch eine Handlung sucht man vergebens; mir erschien es eher, als habe die Autorin versucht, all ihr angelesenes „Wissen“ über Ludwig II., Alchemie und verschiedene Glaubensrichtungen vorzuführen und es dafür in eine dünne Romanhandlung zu packen.

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Gerade auf Diana Gabaldons Facebook-Seite gesehen. In den USA erscheint die DVD/BluRay erst am 10.4., während sie in Großbritannien und auch in Deutschland bereits Anfang März auf den Markt kam. Muß man nicht verstehen und ist das gleiche wie bei den Shannara Chronicles, Staffel 2. In jedem Fall freut das Lob gerade für Tanya Reynolds als Isobel und die Szene – über beide hatte ich ja bereits geschrieben. Und schön zu lesen (irgendwo in den Kommentaren), daß diese Szene in Lord Johns viertem Roman auftauchen wird – nicht, wie hier dargestellt, dafür unterscheidet sich Buch-John zu sehr von TV-John, aber immerhin in absehbarer Zeit.

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Kürzlich in einer Diskussion zur Outlander-Serie gelesen. Sehr schön. Auch als Schreckgespenst kann man in die Geschichte (und die englische Sprache) eingehen…

Und da isses offiziell (nein, nicht GoT):

Hatte ja bereits beim Lesen von „Besieged“ so einige Nachtigallen trapsen hören.

A propos, gelesen habe ich – wegen Lord John wohlgemerkt, nicht Jamie (kann nicht nachvollziehen, was alle an ihm finden) – kürzlich An Echo in the Bone und Written in My Own Heart’s Blood. Die gekürzte Fassung. Soll heißen: „Charaktere, die mich interessieren? Nein… *blätter* nein…*blätter* ja… *les*.“ Erleichterte die Sache sehr. Und prompt bloggte Lynn Austin diese schöne Anmerkung:

Every good novel needs to have characters who grow and change over time […]. A satisfying sequel should feel fresh and new, and not like a warmed-over episode in a never-ending soap opera.

Ich nenne das „Eine gute Geschichte hat einen Anfang, einen Mittelteil und ein Ende“. Und es ist genau das, was Diana Gabaldon in ihren Outlander-Büchern nicht hinbekommt. Es gibt ein paar Grundmuster, und das war’s. Die Geschichte eiert endlos vor sich hin. Sie versucht zu viele Charaktere zu bedienen, zu viele Ideen (warum lagert man Rogers Storyline – bzw. das, was Gabaldon darin verstaut – nicht in ein Prequel aus?), was nur dazu führt, daß nichts wirklich vertieft werden kann. Und ja, mit ihrer ausufernden Vier-Generationen-Familiensaga ist sie tatsächlich eine Seifenoper.
Die Lord-John-Geschichten hingegen haben den Vorteil, daß viele von ihnen eben das sind: Geschichten, keine Romane. Sie werden sehr viel straffer durchgezogen, was bei Gabaldons Tendenz zum sinnlosen Ausschweifen ein Segen ist. Aber auch die ersten beiden Romane sind großartig – The Private Matter, der „versehentliche“ Roman, mit seiner Krimihandlung in der Londoner Ober- und Unterwelt 1757, und The Brotherhood of the Blade, der Gipfel von Gabaldons Schreibkunst. Besser geht’s nicht. Bißchen schwächer The Scottish Prisoner (Jaaamiiieee!), aber in Ordnung, da es immerhin bei zwei Blickwinkeln bleibt.

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Nachdem ich nun kürzlich einen zweiten Auflauf auf Bearers of the Black Staff gestartet und verblüfft festgestellt hatte, daß meine Erinnerungen an Versuch 1 so überhaupt nicht stimmten, wollte ich natürlich wissen, wie’s ausgeht. Und das führte zu interessanten Erkentnissen.

The Measure of the Magic erschien 2011, also zu einem Zeitpunkt, zu dem eine gewisse sehr erfolgreiche Fantasy-TV-Serie gerade begonnen hatte, die Welt zu erobern. Und mit deren literarischer Vorlage Terry Brooks sichtlich vertraut war. So schwelgt Measure fast schon nostalgisch (so viele Anleihen gab es seit Sword nicht mehr) in fremden Gefilden. Mal sehen: Wir haben die schöne, aber kalte und ambitionierte Königin, die mit Unterstützung ihres Liebhabers ihren Ehemann ermorden läßt und diese Tat ihrer Stieftochter in die Schuhe schiebt, um sich selbst zur Herrscherin zu machen. Wir haben den religiösen Eiferer und seine Schäfchen, die ihrerseits Machtgelüste pflegen. Wir haben die Barbarenhorden vor den Toren – okay, es sind Trolle, aber mal ehrlich… Wir haben das Mädchen, das sein Augenlicht verliert. Und wir haben die Prinzessin/rechtmäßige Königin, die einen Drachen in die Schlacht reitet. Super! Nicht zu vergessen, daß Measure für einen Brooks-Roman extrem finster ist und eine hohe Sterberate nicht nur unter der kämpfenden Bevölkerung wie sonst aufzuweisen hat.

Zum Glück gibt’s dann aber auch eigenständige Elemente, die die Handlung der Übergangszeit zwischen alter und neuer Welt weiterführten. Measure läßt den Leser mehr oder weniger unvollendet an der Schwelle der Entstehung der Vier Länder zurück, und mir will scheinen, daß eine Hintertür offengelassen wurde, um Terry Brooks bei Bedarf eine Rückkehr ins Shannara-Universum zu ermöglichen. (Nach dem Ende der aktuellen Trilogie ist ja zumindest mit der fortlaufenden Handlung Schluß.) Legends of Shannara ist also weniger ein Zweiteiler als vielmehr eine Reihe, die mehr als genug Zeit und Raum bietet, um noch jede Menge Abenteuer bis First King zu enthalten.

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Having just finished the Shannara TV series for the second time, I’m feeling somewhat charitable towards it. I still think it’s trying to be Game of Thrones, but just as The Vampire Diaries tried to be Twilight and failed, The Shannara Chronicles fail their lofty goal. While Season 1 at least stays halfway true to its literary source, Season 2 is what I have given the unofficial title The Potpourri of Shannara: Take lots of ideas from all over the novels, even if the events and characters are hundreds of years apart, toss them around for a bit, season with stuff that has nothing whatsoever to do with the novels and serve… well… lukewarm. Yet, I’m starting to concentrate on the things that actually work instead of the many things that don’t work.

The visuals (aside from some pretty bad CGI) keep the viewer much more in touch with our modern world, which has become the ancient world for the characters, than the books ever did. The readers are aware of the old world, of course, but the focus is always on the fantasy aspects. I like the blending of old and new, of technology and magic, that the TV series offers.

The characters, well, they are usually far from their book counterparts. Maybe that’s why I have a liking for the TV characters that are either non-existent or not very developed in the novels. Love what they’ve done with Cogline (who I could never relate to in the books)! Love the Dagda Mor, weirdly enough, who actually has stage presence. Even if I still snicker at the sheer amount of dialogue he has in a language that no one understands and that isn’t subtitled. You can’t go wrong with John Rhys-Davis as Eventine. Possibly the only character that bears any resemblance to its book counterpart is Allanon who is, of course, a show stealer. If The Shannara Chronicles have any central character, it’s him. And then there’s basically the only other character that makes the series worth watching for me: Bandon. I’m pissed off that the writers didn’t utilise him more. I mean, him being a non-Brooks character, he is the prime example of a Brooks character in the whole TV series! Well thought out, well developed, conflicted, walking the „perilous ledge between darkness and light“, literally going through hell and falling prey to the lure of his immense magical talent. He is Brin Ohmsford and young Allanon, Tay at the Chew Magna, the Ilse Witch and Brona, even John Ross in A Knight of the Word, all rolled into one. He is a grey character to the end, which means there were any number of ways to develop him further. He would have made an excellent antagonist. He would have made a wonderful tragic antihero. He could have become an unpredictable ally of our heroes. His could have been a great story of redemption. Bloody hell, I would have loved to see him help take out the Warlock Lord, maybe only to take his place. And the tattered robe look is simply iconic.
Terry Brooks‘ webmaster Shawn Speakman once published his lovely account of his first attempt to write a fantasy novel. Test reader Brooks gave his constructive criticism in the form of two important questions: „Who is the main character? And who is the most interesting character?“ Sadly, the series writers neglected to ask themselves those questions. This is basic stuff in their profession! Keep the interesting characters and kick out the rest.

The ancient ruins of Seattle, a nice little nod to author Terry Brooks.

I may not be the most faithful fan of Terry Brooks‘ books in the sense of reading everything. I stopped reading the ongoing narrative after The Voyage of the Jerle Shannara because to me, as a fan of Brooks‘ quality work, it was a big disappointment. It concentrated on the wrong things and only delivered what had been delivered dozens of times before. That is actually something that bugs me a lot about Brooks‘ work: It could so easily be better instead of simply being safe. He didn’t play it safe with the Word/Void trilogy, and while they may not be his most successful books, they are among his best.
But I consider myself a fan. I discovered the Shannara books at the tender age of 17 when I started my training at the town library of Göttingen. The first book I read was The Wishsong of Shannara in its strange German incarnation of the time – the publishing house split the novels into three books, as a seemingly clever way to make more money. Didn’t make it too easy to find out the correct reading order. (Hey, that was back in 1995 when the internet was still a very small place. Amazon had just been invented, if you can imagine.)
Anyway, I was hooked. Wishsong has held a special place in my heart ever since, both for nostalgic and quality reasons. I devoured everything Shannara that had been published at that time, switching to English sometime during or immediately after the Heritage tetralogy. So, what are my favourite Brooks books?

The Elfstones of Shannara: One of the Tolkien magazines (Mythlore?) reviewed it much more friendly than Sword back in the day, though it still recognised some borrowed elements – for that reason I smile when fans praise the originality of Elfstones. But they are not completely wrong, and said reviewer agreed. Elfstones has a strong narrative and believable characters. In fact, Wil has been one of my favourite Shannara characters of all times (which is why I didn’t take too kindly to what the TV series did with him in Season 1).

The Wishsong of Shannara: Like I said – nostalgic and quality reasons. A prime example of Terry Brooks‘ talent of writing well-developed characters. Re-reading it, however, after all those years, I also see everything that is wrong with it. There is not a lot of structure going on; many events don’t serve any purpose, don’t further the plot or the character development in any way and appear to be there simply to fill the pages. The characters run around in maze-like buildings and caves and tunnels, fight, and run some more. For long, long chapters. It also doesn’t help that the main characters, the one through whose eyes the reader sees, cannot seem to do the simplest things. Useful abilites and talents are given only to the secondary characters. Brooks would move away from that in later novels („Who is the main character, and who is the most interesting character?“) but a trace of it remains to this day. It’s somehow funny that many Shannara fans critise the Shannara Chronicles TV series for its „teenage angst“ and forget that most Shannara novel heroes and heroines are teenagers with all the behaviour that goes with it.

The Heritage of Shannara tetralogy: Not a favourite of mine at first, but as it progressed I learned to appreciate it. Dark and difficult. Today, I consider it one of Brooks‘ finest works, even though it suffers from the use of established character stereotypes (a common Brooks problem).

First King of Shannara: One of the really great histories of the Shannara universe. To put it into a single novel is simply unforgiveable. As such, First King reads very compressed and very shortened. Sad; because everything is designed to be an epic – the characters, the settings, the events. I can’t forgive Brooks for not making it a trilogy. Or a two-parter, at least. Still, over the years I have come to realise that I can’t get away from that book. It has in Tay one of the most accessible druids of all the novels, and the Chew Magna storyline holds me in thrall to this day. Mareth, of course, is the forerunner of Nest in Running with the Demon.
(For the TV series only watchers: TV-Mareth in her basic idea comes from First King. Naturally, her assumed father is not Allanon (who is just a child at that point) but Bremen; however, the series producers have tinkered with it and given TV-Eretria part of book-Mareth’s parentage. One of many wasted great scenes, sigh.
In turn, non-book character Bandon in Season 1 seems to me to be partly inspired by young Allanon of First King.)

The Word/Void trilogy: Running with the Demon, A Knight of the Word, Angel Fire East. Easily my favourite Brooks books. They weren’t that successful with the fans at first, as they have [had] nothing to do with Shannara, but I always considered that their strength. Insightful, relatable, nostalgic and a prime example of Brooks’ fully developed characters.
Back in the day, I was very disappointed with A Knight of the Word. I still consider it the weakest book of the trilogy. It doesn’t really deliver what it promises, and its villain is all too obvious. But over several re-reads I have come to see its strength in unexpected areas, mainly its social and spiritual aspects and the wonderful development of the relationship between Nest and John.
Angel Fire East is, of course, a modern Christmas story with strong imagery, sometimes even iconography.

The Genesis of Shannara: And then there were the fans. Spotting some possible connections between the stand-alone Word/Void trilogy and the Shannara series, they started asking about it. And as Terry Brooks, I suspect, liked the idea of doing something radically different (who wouldn’t?), he finally gave in. The result was the apocalyptic Genesis of Shannara trilogy, Armageddon’s Children (no relation at all to the use of that expression in the Shannara TV series), The Elves of Cintra and The Gypsy Morph. Love it.

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