Feeds:
Beiträge
Kommentare

Archive for the ‘Bücher’ Category

Vor vielen Jahren, als das Internet noch ein überschaubarer Ort war, gerade, was Suchtreffer zur Gralsbewegung betraf, entdeckte ich eine Seite, die man heute wohl als Schreibwerkstatt bezeichnen würde. Die Geschichten der Mitglieder waren nicht öffentlich, nur eine Zusammenfassung gab es. Und darunter fand sich eine Jugenderzählung des Inhalts, ein junges Mädchen stünde kurz vor der „Aufnahme in die Gralsbewegung“, sei sich über ihren zukünftigen Weg aber nicht sicher und verliebe sich. Eine klassische Sektengeschichte, denke ich. Nun hatte die Autorin, deren Namen ich längst vergessen habe, sicher nicht von ungefähr diesen Rahmen gewählt; vermutlich war sie die Tochter von Kreuzträgern. Ich kenne die „Problematik“, um mal diesen Ausdruck zu wählen, was sicherlich ein gutes Thema für eine eigene Folge in dieser Serie wäre…

Im fiktionalen/erzählenden Bereich sieht es mit Umsetzungen der Gralsbotschaft mau aus. Es gibt die Wegbereiter, nun gut. Frau Wolfrum hat das von mir sehr geliebte Büchlein Mehr Dinge zwischen Himmel und Erde… (Neuauflage unter dem Titel Die unsichtbare Brücke) geschrieben. Einige extrem seltene Exemplare des Buches von Maria Halseband, Ich klopfe an!, haben überlebt. Und das ist im großen und ganzen auch schon alles. Klassiker für Kreuzträger sind Die drei Lichter der kleinen Veronika, Von Stufe zu Stufe oder Ein Wanderer im Lande der Geister. Von einem Markt wie beispielsweise für christliche Romane kann keine Rede sein. Als Leserin von christlichen Romanen stelle ich mir manchmal vor, einen Roman mit der Thematik Gralsbotschaft zu schreiben. Als Kind wollte ich Schriftstellerin werden. Aber inzwischen habe ich gelernt, daß erzählende Literatur mir nicht liegt. Ich kann Sachbücher schreiben (und habe es getan), aber ich kann keinen Plot aufbauen. Das muß also anderen überlassen bleiben.
Wie sähe ein solcher Roman aus? Wer wären seine Protagonisten, und mit welchen Konflikten hätten sie zu kämpfen?

Was sonstige Fiktionen angeht: Über Erdenbann von Oskar Ernst Bernhardt habe ich hier schon mehrfach geschrieben; das wohl einzige seiner fiktionalen Werke, das bereits viele geistige Inhalte besitzt. Gerade das Vorspiel ist gewaltig.
Dann gab es das bei Kreuzträgern damals nicht sehr beliebte Filmessay Der Gral – ein Weg von Marion Jerrendorf und Olga Kuksinskaja, das ich wegen seiner zweiten Hälfte mit Aufnahmen vom Berg für mich wiederentdeckt habe. Und wer Interesse hat, sei auf meine Artikelserie Unterhaltungsmedien und die Botschaft aus dem Licht verwiesen. Herr Huemer betreibt zwei Videokanäle mit interessanten Beiträgen, und natürlich gab es die Grals-TV-Produktionen, das sind aber alles Sachvideos.

Advertisements

Read Full Post »

Gerade auf Diana Gabaldons Facebook-Seite gesehen. In den USA erscheint die DVD/BluRay erst am 10.4., während sie in Großbritannien und auch in Deutschland bereits Anfang März auf den Markt kam. Muß man nicht verstehen und ist das gleiche wie bei den Shannara Chronicles, Staffel 2. In jedem Fall freut das Lob gerade für Tanya Reynolds als Isobel und die Szene – über beide hatte ich ja bereits geschrieben. Und schön zu lesen (irgendwo in den Kommentaren), daß diese Szene in Lord Johns viertem Roman auftauchen wird – nicht, wie hier dargestellt, dafür unterscheidet sich Buch-John zu sehr von TV-John, aber immerhin in absehbarer Zeit.

Read Full Post »

Kürzlich in einer Diskussion zur Outlander-Serie gelesen. Sehr schön. Auch als Schreckgespenst kann man in die Geschichte (und die englische Sprache) eingehen…

Und da isses offiziell (nein, nicht GoT):

Hatte ja bereits beim Lesen von „Besieged“ so einige Nachtigallen trapsen hören.

A propos, gelesen habe ich – wegen Lord John wohlgemerkt, nicht Jamie (kann nicht nachvollziehen, was alle an ihm finden) – kürzlich An Echo in the Bone und Written in My Own Heart’s Blood. Die gekürzte Fassung. Soll heißen: „Charaktere, die mich interessieren? Nein… *blätter* nein…*blätter* ja… *les*.“ Erleichterte die Sache sehr. Und prompt bloggte Lynn Austin diese schöne Anmerkung:

Every good novel needs to have characters who grow and change over time […]. A satisfying sequel should feel fresh and new, and not like a warmed-over episode in a never-ending soap opera.

Ich nenne das „Eine gute Geschichte hat einen Anfang, einen Mittelteil und ein Ende“. Und es ist genau das, was Diana Gabaldon in ihren Outlander-Büchern nicht hinbekommt. Es gibt ein paar Grundmuster, und das war’s. Die Geschichte eiert endlos vor sich hin. Sie versucht zu viele Charaktere zu bedienen, zu viele Ideen (warum lagert man Rogers Storyline – bzw. das, was Gabaldon darin verstaut – nicht in ein Prequel aus?), was nur dazu führt, daß nichts wirklich vertieft werden kann. Und ja, mit ihrer ausufernden Vier-Generationen-Familiensaga ist sie tatsächlich eine Seifenoper.
Die Lord-John-Geschichten hingegen haben den Vorteil, daß viele von ihnen eben das sind: Geschichten, keine Romane. Sie werden sehr viel straffer durchgezogen, was bei Gabaldons Tendenz zum sinnlosen Ausschweifen ein Segen ist. Aber auch die ersten beiden Romane sind großartig – The Private Matter, der „versehentliche“ Roman, mit seiner Krimihandlung in der Londoner Ober- und Unterwelt 1757, und The Brotherhood of the Blade, der Gipfel von Gabaldons Schreibkunst. Besser geht’s nicht. Bißchen schwächer The Scottish Prisoner (Jaaamiiieee!), aber in Ordnung, da es immerhin bei zwei Blickwinkeln bleibt.

Read Full Post »

Nachdem ich nun kürzlich einen zweiten Auflauf auf Bearers of the Black Staff gestartet und verblüfft festgestellt hatte, daß meine Erinnerungen an Versuch 1 so überhaupt nicht stimmten, wollte ich natürlich wissen, wie’s ausgeht. Und das führte zu interessanten Erkentnissen.

The Measure of the Magic erschien 2011, also zu einem Zeitpunkt, zu dem eine gewisse sehr erfolgreiche Fantasy-TV-Serie gerade begonnen hatte, die Welt zu erobern. Und mit deren literarischer Vorlage Terry Brooks sichtlich vertraut war. So schwelgt Measure fast schon nostalgisch (so viele Anleihen gab es seit Sword nicht mehr) in fremden Gefilden. Mal sehen: Wir haben die schöne, aber kalte und ambitionierte Königin, die mit Unterstützung ihres Liebhabers ihren Ehemann ermorden läßt und diese Tat ihrer Stieftochter in die Schuhe schiebt, um sich selbst zur Herrscherin zu machen. Wir haben den religiösen Eiferer und seine Schäfchen, die ihrerseits Machtgelüste pflegen. Wir haben die Barbarenhorden vor den Toren – okay, es sind Trolle, aber mal ehrlich… Wir haben das Mädchen, das sein Augenlicht verliert. Und wir haben die Prinzessin/rechtmäßige Königin, die einen Drachen in die Schlacht reitet. Super! Nicht zu vergessen, daß Measure für einen Brooks-Roman extrem finster ist und eine hohe Sterberate nicht nur unter der kämpfenden Bevölkerung wie sonst aufzuweisen hat.

Zum Glück gibt’s dann aber auch eigenständige Elemente, die die Handlung der Übergangszeit zwischen alter und neuer Welt weiterführten. Measure läßt den Leser mehr oder weniger unvollendet an der Schwelle der Entstehung der Vier Länder zurück, und mir will scheinen, daß eine Hintertür offengelassen wurde, um Terry Brooks bei Bedarf eine Rückkehr ins Shannara-Universum zu ermöglichen. (Nach dem Ende der aktuellen Trilogie ist ja zumindest mit der fortlaufenden Handlung Schluß.) Legends of Shannara ist also weniger ein Zweiteiler als vielmehr eine Reihe, die mehr als genug Zeit und Raum bietet, um noch jede Menge Abenteuer bis First King zu enthalten.

Read Full Post »

Having just finished the Shannara TV series for the second time, I’m feeling somewhat charitable towards it. I still think it’s trying to be Game of Thrones, but just as The Vampire Diaries tried to be Twilight and failed, The Shannara Chronicles fail their lofty goal. While Season 1 at least stays halfway true to its literary source, Season 2 is what I have given the unofficial title The Potpourri of Shannara: Take lots of ideas from all over the novels, even if the events and characters are hundreds of years apart, toss them around for a bit, season with stuff that has nothing whatsoever to do with the novels and serve… well… lukewarm. Yet, I’m starting to concentrate on the things that actually work instead of the many things that don’t work.

The visuals (aside from some pretty bad CGI) keep the viewer much more in touch with our modern world, which has become the ancient world for the characters, than the books ever did. The readers are aware of the old world, of course, but the focus is always on the fantasy aspects. I like the blending of old and new, of technology and magic, that the TV series offers.

The characters, well, they are usually far from their book counterparts. Maybe that’s why I have a liking for the TV characters that are either non-existent or not very developed in the novels. Love what they’ve done with Cogline (who I could never relate to in the books)! Love the Dagda Mor, weirdly enough, who actually has stage presence. Even if I still snicker at the sheer amount of dialogue he has in a language that no one understands and that isn’t subtitled. You can’t go wrong with John Rhys-Davis as Eventine. Possibly the only character that bears any resemblance to its book counterpart is Allanon who is, of course, a show stealer. If The Shannara Chronicles have any central character, it’s him. And then there’s basically the only other character that makes the series worth watching for me: Bandon. I’m pissed off that the writers didn’t utilise him more. I mean, him being a non-Brooks character, he is the prime example of a Brooks character in the whole TV series! Well thought out, well developed, conflicted, walking the „perilous ledge between darkness and light“, literally going through hell and falling prey to the lure of his immense magical talent. He is Brin Ohmsford and young Allanon, Tay at the Chew Magna, the Ilse Witch and Brona, even John Ross in A Knight of the Word, all rolled into one. He is a grey character to the end, which means there were any number of ways to develop him further. He would have made an excellent antagonist. He would have made a wonderful tragic antihero. He could have become an unpredictable ally of our heroes. His could have been a great story of redemption. Bloody hell, I would have loved to see him help take out the Warlock Lord, maybe only to take his place. And the tattered robe look is simply iconic.
Terry Brooks‘ webmaster Shawn Speakman once published his lovely account of his first attempt to write a fantasy novel. Test reader Brooks gave his constructive criticism in the form of two important questions: „Who is the main character? And who is the most interesting character?“ Sadly, the series writers neglected to ask themselves those questions. This is basic stuff in their profession! Keep the interesting characters and kick out the rest.

The ancient ruins of Seattle, a nice little nod to author Terry Brooks.

I may not be the most faithful fan of Terry Brooks‘ books in the sense of reading everything. I stopped reading the ongoing narrative after The Voyage of the Jerle Shannara because to me, as a fan of Brooks‘ quality work, it was a big disappointment. It concentrated on the wrong things and only delivered what had been delivered dozens of times before. That is actually something that bugs me a lot about Brooks‘ work: It could so easily be better instead of simply being safe. He didn’t play it safe with the Word/Void trilogy, and while they may not be his most successful books, they are among his best.
But I consider myself a fan. I discovered the Shannara books at the tender age of 17 when I started my training at the town library of Göttingen. The first book I read was The Wishsong of Shannara in its strange German incarnation of the time – the publishing house split the novels into three books, as a seemingly clever way to make more money. Didn’t make it too easy to find out the correct reading order. (Hey, that was back in 1995 when the internet was still a very small place. Amazon had just been invented, if you can imagine.)
Anyway, I was hooked. Wishsong has held a special place in my heart ever since, both for nostalgic and quality reasons. I devoured everything Shannara that had been published at that time, switching to English sometime during or immediately after the Heritage tetralogy. So, what are my favourite Brooks books?

The Elfstones of Shannara: One of the Tolkien magazines (Mythlore?) reviewed it much more friendly than Sword back in the day, though it still recognised some borrowed elements – for that reason I smile when fans praise the originality of Elfstones. But they are not completely wrong, and said reviewer agreed. Elfstones has a strong narrative and believable characters. In fact, Wil has been one of my favourite Shannara characters of all times (which is why I didn’t take too kindly to what the TV series did with him in Season 1).

The Wishsong of Shannara: Like I said – nostalgic and quality reasons. A prime example of Terry Brooks‘ talent of writing well-developed characters. Re-reading it, however, after all those years, I also see everything that is wrong with it. There is not a lot of structure going on; many events don’t serve any purpose, don’t further the plot or the character development in any way and appear to be there simply to fill the pages. The characters run around in maze-like buildings and caves and tunnels, fight, and run some more. For long, long chapters. It also doesn’t help that the main characters, the one through whose eyes the reader sees, cannot seem to do the simplest things. Useful abilites and talents are given only to the secondary characters. Brooks would move away from that in later novels („Who is the main character, and who is the most interesting character?“) but a trace of it remains to this day. It’s somehow funny that many Shannara fans critise the Shannara Chronicles TV series for its „teenage angst“ and forget that most Shannara novel heroes and heroines are teenagers with all the behaviour that goes with it.

The Heritage of Shannara tetralogy: Not a favourite of mine at first, but as it progressed I learned to appreciate it. Dark and difficult. Today, I consider it one of Brooks‘ finest works, even though it suffers from the use of established character stereotypes (a common Brooks problem).

First King of Shannara: One of the really great histories of the Shannara universe. To put it into a single novel is simply unforgiveable. As such, First King reads very compressed and very shortened. Sad; because everything is designed to be an epic – the characters, the settings, the events. I can’t forgive Brooks for not making it a trilogy. Or a two-parter, at least. Still, over the years I have come to realise that I can’t get away from that book. It has in Tay one of the most accessible druids of all the novels, and the Chew Magna storyline holds me in thrall to this day. Mareth, of course, is the forerunner of Nest in Running with the Demon.
(For the TV series only watchers: TV-Mareth in her basic idea comes from First King. Naturally, her assumed father is not Allanon (who is just a child at that point) but Bremen; however, the series producers have tinkered with it and given TV-Eretria part of book-Mareth’s parentage. One of many wasted great scenes, sigh.
In turn, non-book character Bandon in Season 1 seems to me to be partly inspired by young Allanon of First King.)

The Word/Void trilogy: Running with the Demon, A Knight of the Word, Angel Fire East. Easily my favourite Brooks books. They weren’t that successful with the fans at first, as they have [had] nothing to do with Shannara, but I always considered that their strength. Insightful, relatable, nostalgic and a prime example of Brooks’ fully developed characters.
Back in the day, I was very disappointed with A Knight of the Word. I still consider it the weakest book of the trilogy. It doesn’t really deliver what it promises, and its villain is all too obvious. But over several re-reads I have come to see its strength in unexpected areas, mainly its social and spiritual aspects and the wonderful development of the relationship between Nest and John.
Angel Fire East is, of course, a modern Christmas story with strong imagery, sometimes even iconography.

The Genesis of Shannara: And then there were the fans. Spotting some possible connections between the stand-alone Word/Void trilogy and the Shannara series, they started asking about it. And as Terry Brooks, I suspect, liked the idea of doing something radically different (who wouldn’t?), he finally gave in. The result was the apocalyptic Genesis of Shannara trilogy, Armageddon’s Children (no relation at all to the use of that expression in the Shannara TV series), The Elves of Cintra and The Gypsy Morph. Love it.

Read Full Post »

2 [sing.] a mixture of various things that were not originally intended to form a group: a potpourri of tunes
Oxford Advanced Learner’s Dictionary, Seventh edition

The Shannara Chronicles sind Game of Thrones´ Antwort auf The Vampire Diaries. Waren die Macher der Diaries stets bemüht, Twilight zu geben, bemühen sich die Macher der Chronicles, GoT zu produzieren. Leider vergessen beide, daß sie mit nicht dazu passenden Materialien arbeiten. Junge, Junge. Das Ende der ersten Staffel der Chronicles versprach coole Möglichkeiten. Warum zum Geier verschenkt man das und begibt sich auf das Groschenheftniveau der Diaries? Es erstaunt mich immer wieder, wie zielsicher die TV-Serie an wirklich allen großen Momenten der Bücher vorbeisegelt.
(Oder wie ein Shannara-Fan auf Terry Brooks‘ Website kommentiert: Was there a conscious, deliberate effort to eliminate every bit of excitement from the books?)

Gewiß: Es hat auch einen nicht zu unterschätzenden Unterhaltungsfaktor. Staffel 2 ist natürlich Erkennen Sie die Melodie?, oder wie immer das amerikanische Pendant lauten mag. Man erkennt die einzelnen Elemente der Handlung und kann dann fröhlich zuordnen, aus welchem der sich über hunderte von Jahren erstreckenden Romane sie entnommen sind. (Ich zählte zurück bis in die Word/Void-Trilogie.) Ernsthaft? Sie bringen das Schwert von Shannara und den Warlock Lord mit ein und ignorieren komplett die entscheidende Aussage dabei? Aua, aua, aua, sage ich nur. Das war das einzig Originelle an Terry Brooks‘ Erstling The Sword of Shannara!

Daß streckenweise versucht wird, The Lord of the Rings zu kopieren, ist erlaubt, nahm Sword doch dort seinen Anfang. Brooks hat dazugelernt. Die Serienmacher leider nicht. Was hätte man aus Bandon machen können! (Und Brooks hätte!) Einen interessanteren Antagonisten findet man so schnell nicht. Ich sah so viele Richtungen, in die man ihn hätte entwickeln können. Und The Crimson – wenn man schon aus sämtlichen Romanen zusammenklaut, wäre hier die wunderbare Chance für die Widersacher aus der Scions-Tetralogie gewesen! Argh!
Es gibt diese schöne Geschichte, die Brooks‘ Webmaster (Webdruid) mal erzählte: Sein erster Versuch, einen Roman zu schreiben. Probeleser war natürlich Terry Brooks. Und dessen konstruktive Kritik lief auf die Frage hinaus: „Wer ist die Hauptfigur? Und wer ist die interessanteste Figur?“ Vielleicht sollten die Serienmacher daraus lernen.

(Fankommentar: [A]fter enjoying the season up until the last episode, found that after killing off […] certain characters I don’t think I will watch if there is a next season.)

Die Anleihen bei Dracula hingegen waren nett. Und ich bin begeistert, was sie aus Cogline gemacht haben. Überhaupt liegt in dem Zusammentreffen von alter und neuer Welt die visuelle Stärke der Serie. Auf Relikte aus den Zeiten vor den großen Kriegen stößt man in Brooks‘ Büchern zwar oft, aber der Schwerpunkt liegt auf Orten der Magie, auf zerfallenden Festungen, gefährlichen Bergpfaden, auf Sümpfen und Wäldern, in denen die Gefahr lauert. Die Serie bringt die „vergessene Welt“ sehr sichtbar in Erinnerung.

Um ebenfalls zu zitieren: „Don’t you just love being right?“ Kaum darüber geschrieben, schon kann ich ein neues Beispiel hinzufügen. Homosexualität in Serien bleibt weiblich. Wie überflüssig war das denn?

Nebenbei glaube ich nicht, daß die Fans den Machern jemals Gareth Jax verzeihen. Er ist einer der beliebtesten Shannara-Charaktere aller Zeiten. Und was wurde in der Serie daraus gemacht?

Die Frage bleibt offen, was die Macher bei dem Verschleiß von Themen spätestens in Staffel 4 tun wollen. Vielleicht führen sie endlich mal die bislang vermißten Zwerge ein…

Terry Brooks hat ja auch eine Weihnachtsgeschichte geschrieben, nämlich Angel Fire East. Wird oft nicht als solche erkannt, aber die Zeichen sind eigentlich nicht zu übersehen. Nicht nur ist der dritte und letzte Teil der Word/Void-Trilogie zur Weihnachtszeit angesiedelt, er enthält auch alle entscheidenden Zutaten. Man achte mal drauf!
Ich bin geteilter Meinung, was die nachträgliche Einbindung der Trilogie in die Shannara-Reihe angeht. Ohne Zweifel paßt es; aber ich mochte die Eigenständigkeit der Trilogie. Dann wiederum: Die Ankopplung bescherte uns den Genesis of Shannara-Dreiteiler, ich kann also eigentlich nicht meckern…

Müßte ich mal wieder lesen.

Leider war danach Brooks‘ Originalität wieder ausgeschöpft. Ich hatte große Hoffnungen für die Folgeromane – die Entstehung der Vier Länder, die Einberufung des ersten Konzils, vielleicht Bronas Geschichte, all das. Aber nö, Brooks spielte die Voyage-Karte aus. So benannt nach The Voyage of the Jerle Shannara, dem ersten Roman nach der starken Scions-Tetralogie. Versprach unglaublich viel und fiel platt auf die Nase wegen falscher Prioritäten.

Read Full Post »

Ein Buch, das ich nur wärmstens ans Herz legen kann, ist Peter Wohllebens Das geheime Leben der Bäume. Der Förster und Umweltschützer beschreibt ungemein spannende neue Erkenntnisse über das Ökosystem Wald und seine inneren Zusammenhänge. Daß Bäume miteinander kommunizieren können oder insbesondere Wohllebens geliebte Buchen im Sippenverband wachsen, wobei sie schwächere Mitglieder mit Nährstoffen versorgen und am Leben erhalten, sind nur zwei der sehr unterhaltsam und so gar nicht esoterisch angehaucht geschilderten Beobachtungen.
Nebenbei erfreulich zu lesen, daß die Volksweisheit, am Moosbewuchs könne man die Himmelsrichtung erkennen, schlichtweg falsch ist. Ich stand schon so manches Mal im Wald und rätselte, wie das bei rundum bewachsenen Bäumen gehen soll oder bei solchen, die ganz unterschiedliche Bewuchse zeigen…

Ich frage mich, ob Wohlleben Tolkien gelesen hat. Ich lächelte so manches Mal über seine liebevollen Schilderungen des bäumischen Charakters („Warte doch erst mal 200 Jahre.“), in denen man haarscharf Tolkiens Ents wiedererkennt. Auch Tolkien liebte ja Bäume aus tiefster Seele, sprach sogar mit ihnen, und ich bin sicher, Wohllebens Buch hätte ihm sehr gefallen.


Hochgelobt nicht nur unter Christen ist ja The Shack. Die Verfilmung ist tatsächlich sehr gelungen. Manches Mal etwas zu sehr konventionell christlich, aber in keiner Weise vergleichbar mit beispielsweise den PureFlix-Produktionen, die sich niemals in die Tiefe zu gehen trauen. Ein bißchen wie Melody Carlson gegenüber Lynn Austin. Und sehr schön, daß endlich einmal der Fokus weniger auf Jesus als auf Gottvater liegt, etwas, das, wie ich finde, viele Christen gern vergessen. (Sicher auch die coolste Darstellung Jesu, die ich je gesehen habe.)
John Fusco, in erster Linie bekannt durch seine indianische Filmarbeit, war eindeutig ein Glücksgriff als Drehbuchschreiber. Ob von ihm der Einbau der indianischen Legende um die Prinzessin und den Wasserfall stammt? Dargestellt wurde diese bereits im wundervollen Dreamkeeper, dessen Drehbuch ebenfalls von Fusco stammt.

Read Full Post »

Zwei Bücher gab’s zum Wochenende auch: Heiko Bräunings Mein Deadline-Experiment und Wolf-Dieter Storls Mein amerikanischer Kulturschock – Meine Jugend unter Hillbillies, Blumenkindern und Rednecks.

Das Deadline-Experiment las sich in der Vorankündigung recht vielversprechend: Der Autor setzte sich ein fiktives Todesdatum (knapp vier Jahre in der Zukunft) und beobachtete, wie sich seine Einstellung zum Leben dadurch veränderte. De facto war das Buch nun aber nicht sonderlich umwerfend – ganz nett, aber mehr auch nicht; eher allgemein und (dem Job des Autors geschuldet) seelsorgerisch gehalten. Amüsant waren einzig und allein die Reaktionen einiger Bekannter und Gemeindemitglieder, die sich entweder ereiferten, vier Jahre sei doch viel zu bald – die Kinder bräuchten ihn doch noch! („Recht hat sie! Aber wie war das bei der befreundeten Familie, deren Papa Andreas bei einem Motorradunfall mit 42 Jahren ums Leben kam?“) – oder aber unkten, er solle doch nichts herausfordern… so, als ließe sich der Tod herbeireden. Letzteres ist ein so verbreitetes Phänomen, das mich jedesmal wieder lachen läßt. Bloß nicht vom Sterben reden, das ist morbide – und wer weiß, vielleicht fällt man ja im nächsten Augenblick tot um, wenn man sich mit dem Thema beschäftigt!

Storls neuestes Werk ist dagegen extrem lesenswert. Der Sohn deutscher Nachkriegsauswanderer beschreibt seine Jugend im Mittwesten der USA und seine Erfahrungen als Student und später Dozent an verschiedenen Universitäten während der 60er Jahre, inmitten von Flower Power, Rassenunruhen und dem Aufeinanderprallen gesellschaftlicher Ansichten und Lebenssysteme. Allein die unglaublichen Charaktere, von denen das Buch wimmelt, sorgen immer wieder für hilflose Lachattacken. Weniger witzig, wenn auch auf andere Art irgendwann belustigend, ist die Arbeit des Korrekturlesers. Ich hoffe, selbiger war nicht Dr. Willi Dommer (Lektorat). Falls doch, frage ich mich, welche Art Doktor er ist. Ein derartig von orthographischen Fehlern strotzendes Buch ist mir noch nicht begegnet. (Naja – vielleicht die Studienhefte des ILS-Geomantiekurses.) Grundsätzlich werden alle englischen Komposita mit Bindestrich geschrieben, wo keiner hingehört, während die deutschen Komposita, die einen Bindestrich erfordern, keinen erhalten. Und die Großschreibung von „Sie“ als Anredeform wird auch gern vergessen. (Dankbarerweise wird nicht, wie leider inzwischen oft gesehen, im Gegenzug Plural-Personalpronomen „sie“ großgeschrieben.) Und von den Kommas will ich gar nicht anfangen. Daß einer von Storls Freunden eine Datei im Schreibtisch gefunden haben will, ist hingegen fast schon ein netter Fehler: Verdammte Zweisprachigkeit! Nein, der Gute hat natürlich keine Zeitreise in die Computerära unternommen, sondern a file ausgegraben, eine Akte – was im elektronischen Äquivalent später eben als Datei übersetzt wurde.

Read Full Post »

Bekommt man als Empfehlung von Amazon, wenn man die DVD The Case for Christ (dt. Der Fall Jesus) bestellt. Logischerweise, denn Lee Strobel ist ja nun mal der Autor des gleichnamigen Buches – oder der Bücher, denn es gibt verschiedene Versionen je nach Zielpublikum. Mehr zum Film, sobald ich ihn gesehen habe; aber ich finde definitiv das deutsche Buchcover der Jugend-Ausgabe sehr gelungen (und erheblich besser als das Original).

Des weiteren: Fallen gelesen, wegen vermeintlich geraffter Filmadaption; stellt sich heraus, daß der Film mehr als nur Band 1 rafft, was aber auch sinnvoll ist, da das Buch extrem wenig Inhalt hat. Die Autorin ist zu sehr damit beschäftigt, ihre offensichtlichen Steckenpferde Amerikanischer Bürgerkrieg, Deep South und Filme der 50er und 60er einzubauen (meist völlig ohne Sinn und Verstand), um zu bemerken, daß sie vergessen hat, ihrer Heldin ein Hirn zuzuschreiben, von einem Rückgrat ganz zu schweigen. Ich mußte der Bösewichtin in der großen dramatischen Szene völlig recht geben: Das Mädel kann nichts, merkt nichts und denkt nichts außer vielleicht ihre eigenen, selbstgeschaffenen Miniprobleme. Und die Handlung führt auch nirgendwohin außer zu Band 2. Fortsetzung folgt. Nope, lohnt das Lesen eindeutig nicht.

Read Full Post »

Durch Amazons Kaufempfehlungen entdeckt – ich hatte bis dato von dieser anscheinend sehr erfolgreichen Romanreihe noch nie gehört. Gehypt als Nachfolger für Twilight-Fans, erschien mir Fallen (die Verfilmung) eher als Nachfolger für Fans der Vampire Diaries. (Auch wenn die deutschen Übersetzungstitel der Romane sich eindeutig an die Twilight-Reihe anbiedern.) Das Setting gefiel sofort, aber man merkt dem Film deutlich an, daß er die Handlung sehr komprimiert wiedergibt.


Im Reformationsjahr muß man sich ja auf jeden Fall ein bißchen mit Luther auseinandersetzen, sagte ich mir – immerhin war die Reformation eine wichtige Sache, und nebenbei erhalten wir in diesem Jahr einen Feiertag. (Müßten die Ultrakatholiken wie jener, der im letzten Akademischen Monatsblatt diesen bizarren Leserbrief veröffentlichte, nicht aus Prinzip dieses Privileg verweigern?) Da wieder einmal Amazon mir regelmäßig eine Luther-DVD empfahl, nur eben dann nicht, als ich drauf wartete, klickte ich ein bißchen rum; nicht sicher, daß ich wirklich die richtige Verfilmung erwischt habe. 1983 entstanden zu Luthers Geburtstag zwei deutsche Verfilmungen, nämlich Ost und West. Die östliche konnte logischerweise mit Originalschauplätzen aufwarten und war länger, ein Fünfteiler. Trotz lobender Stimmen verzichtete ich auf dieses Sehvergnügen, denn ich habe mir irgendwann den Magen an DDR-Produktionen mit ihren ständigen Parteischlagworten und ihrer Schwarz-weiß-Darstellung der Dinge verdorben. Sicher: Wenn ein Film durch die Zensur kommen wollte, mußte er halt den Sozialismus propagieren. Oder vielleicht *dachten* die Macher auch nur alle, dem wäre so, und die Zensur hätte es gar nicht gestört, wenn… Aber da fängt das Gehirn an zu rotieren.
Also: Die Entscheidung fiel für die West-Produktion, einen Zweiteiler. Die Kulissen sind minimalistisch, was der Sache keinen Abbruch tut. Auffallend an dieser Verfilmung ist, daß sie sich sehr auf die katholische Sicht der Dinge konzentriert und somit einen interessanten Kontrapunkt bildet: Gab es nicht sehr lebensnahe Gründe für das Verhalten der katholischen Kirche? Entgingen Luther vor lauter Eifer nicht einige logische Folgen seiner Lehre? Inwieweit schrieb man von katholischer Seite das Fehlverhalten der protestantischen Fürsten Luther zu? Ganz gleich, wie man also zu der Entwicklung steht, einige spannende Denkanstöße.


Inherit the Wind, ein Film, den ich schon seit Ewigkeiten mal sehen wollte. Er basiert auf einem Bühnenstück, was man merkt, und das Bemerkenswerteste an ihm ist sicherlich Gene Kelly als zynischer Reporter – meilenweit von seinem Strahlemann-Image entfernt. Statt, wie man vermuten könnte, ein Paradestück über die Dummheit der hinterwäldlerischen Kreationsgläubigen zu sein, geht es Inherit the Wind um ganz andere Dinge. Natürlich: Es wird einem schon angst und bange angesichts der bewußten Verweigerung jeglicher wissenschaftlicher Erkenntnis mit allen Auswüchsen, die daraus entstehen; nicht zuletzt, da man diese Anschauung ja teilweise auch heute noch antrifft. Aber die Aussagen, die der Film trifft, die Entwicklungen, die sich aus der Handlung ergeben, gehen in andere Richtungen. So steht nicht nur die Intoleranz der religiösen Hardcore-Fraktion am Pranger, sondern auch die Intoleranz der Gegenseite, die genausowenig die Argumentation der anderen verstehen will oder kann. Und auch der Nihilismus will nicht als Antwort überzeugen… Ein bißchen sehr konstruiertes Ende; Spencer Tracey spielt routiniert Spencer Tracey; aber als Denkanstoß durchaus sehenswert.


Diana Gabaldon schöpfte für „The Hellfire Club“, The Private Matter, das in meinen Augen immer noch ungeschlagene The Brotherhood of the Blade und „The Haunted Soldier“ kräftig aus Rictor Nortons Mother Clap’s Molly House – The Gay Subculture in England 1700-1830, das ich mir nun endlich mal über Fernleihe beschaffte. Eigentlich erwartete ich eine unterhaltsame Lektüre (ja, auch wissenschaftliche Arbeiten können unterhaltsam sein), aber mich beschlich im Laufe des Lesens zunehmend ein übler Verdacht. Daß ein Buch dieses Themas nicht unvoreingenommen ist, war vorauszusehen und als solches kein Problem. Es scheitert auch nicht an der Recherche – Nortons Forschung ist solide. Aber im Eifer des Autors, Homosexualität gegen Angriffe zu verteidigen, weigert er sich hartnäckig, die Möglichkeit von Gewalt in den angeführten Fällen auch nur in Betracht zu ziehen. Es darf in seiner Weltsicht offensichtlich keine homosexuellen Vergewaltiger geben. Selbst wenn die Fälle eine klare Sprache sprechen – die leider bis heute geradezu klassischen Übergriffe von Dienstherren oder Lehrern zum Beispiel -, nie fällt das Wort Vergewaltigung, und Norton amüsiert sich in erster Linie über die cleveren oder dreisten Verteidigungen der Täter gegenüber jeglicher Kritik oder Anklage. Seine Argumentation, Schwule in jener Zeit fühlten berechtigterweise keine Schuld für ihre Homosexualität (wie es in späteren Zeiten der Fall sein würde), weil die Täter in besagten Fällen keine Reue oder Schuldgefühle zeigten, ist so unglaublich, daß mir die Worte fehlen. Klar: Es ist nur eine Vergewaltigung, wenn sich der Täter schuldig fühlt?! Ebenso auffällig ist, daß das Wort „Vergewaltigung“ eben nur in Verbindung mit heterosexuellen Tätern fällt (einzige Ausnahme: Die Vergewaltigung einer Frau durch einen Homo-/Bisexuellen). Denn: Im homosexuellen Milieu kann es das ja nicht geben, das würde ja bedeuten, daß es böse Schwule gäbe – welch Gedanke! (Oder aber hat man als homosexuelles Vergewaltigungsopfer die Klappe zu halten, um kein schlechtes Licht auf die Szene zu werfen?)
Und so landet Norton schließlich folgerichtig beim „Blame the victim“.

It is not easy to identify what motivated some of the parties involved. Mr French was repulsed enough to vomit, but we do not know the ‚inconceivable Particulars‘ of what took place; the length of his stay in Thistlethwayte’s parlour suggests that he was persuaded to participate in some form of homosexual intercourse. The fact that he did not cry out for help, even when Swinton knocked on the door, suggests that he had not been violently attacked. His revulsion came somewhat after the event, probably due to an inner turmoil at having consented to something which people of his middle-class background believed to be quite wrong.

Völlig ignorierend, daß sämtliche zuvor angeführte Quellen eindeutig darauf hindeuten, daß Oxford-Student French genötigt worden war, entweder Dr. Thistlethwaytes Übergriffe zu dulden oder von der Uni zu fliegen. Nachdem Frenchs Freunde ihn (gegen seine begründete Angst vor Repressalien) endlich überzeugt hatten, Schritte zu unternehmen, was ist Nortons Kommentar?

On Saturday morning they brought the matter to the attention of the Vice-Chancellor, who prudently requested a Testimonium concerning Mr French’s character.

[Hervorhebung von mir.]

Read Full Post »

Older Posts »