Feeds:
Beiträge
Kommentare

Posts Tagged ‘Abd-ru-shin’

Es ist vollbracht! Das inhaltsschwere Wort des Gottessohnes wurde aufgegriffen von der Menschheit und als Abschluß des Erlöserwerkes hingestellt, als Krönung eines Sühneopfers, welches Gott für alle Schuld der Erdenmenschheit bot.
Mit Dankesbeben lassen deshalb die gläubigen Christen den Schall dieser Worte auf sich wirken, und das Gefühl des wohligen Geborgenseins löst sich dabei mit einem tiefen Atemzuge aus.
Doch das Gefühl hat hierbei keinen echten Untergrund, sondern entstammt nur einer leeren Einbildung. Mehr oder weniger versteckt ruhet in jeder Menschenseele immer dabei eine bange Frage: Wie war ein solches großes Opfer von Gott möglich? Ist ihm die Menschheit so viel wert?
Und diese bange Frage ist berechtigt; denn sie kommt aus der Empfindung und soll eine Warnung sein!
Der Geist bäumt sich dagegen auf und will durch die Empfindung sprechen. Deshalb läßt sich die Mahnung nie beschwichtigen mit leeren Worten, welche in dem Hinweis ruhen, daß Gott ja die Liebe ist und die göttliche Liebe für den Menschen unerfaßbar bleibt.
Mit derartigen Worten sucht man Lücken auszufüllen, wo ein Wissen fehlt.
Doch für die leeren Redewendungen ist nun die Zeit vorbei. Der Geist muß jetzt erwachen! Er muß; denn anders bleibt ihm keine Wahl.
Wer sich mit leeren Ausflüchten begnügt in Dingen, die das Heil der Menschen tragen, zeigt sich als geistesträg in den wichtigsten Fragen dieser Schöpfung, somit als gleichgiltig und faul den Gottgesetzen gegenüber, die ja in dieser Schöpfung ruhen.
„Es ist vollbracht!“ Das war der letzte Seufzer Jesu, als er sein Erdensein beschloß und damit seine Leiden durch die Menschen!
Nicht für die Menschen, wie sich diese noch in ihrem unverantwortlichen Dünkel vorzumachen suchen, sondern durch die Menschen! Es war der Ausruf der Erleichterung, daß nun das Leid zu Ende ging, und damit die besondere Bestätigung der Schwere dessen, was er schon gelitten hatte.
Er wollte damit nicht anklagen, weil er als Verkörperung der Liebe nie anklagen würde, doch die Gesetze Gottes wirken trotzdem unerschütterlich und unabwendbar überall, also auch hier. Und hier gerade doppelt schwer; denn dieses große Leiden ohne Haß fällt nach dem Gesetze zehnfach auf die Urheber des Leidens nieder!
Der Mensch darf nicht vergessen, daß Gott auch die Gerechtigkeit selbst ist in unantastbarer Vollkommenheit! Wer daran zweifelt, frevelt gegen Gott, höhnt gegen die Vollkommenheit.
Gott ist lebendiges und unverbiegbares Gesetz von Ewigkeit zu Ewigkeit! Wie kann sich da ein Mensch vermessen, das anzuzweifeln durch den Wunsch, daß eine Sühne von Gott angenommen werden kann durch jemand, der nicht auch die Schuld selbst in die Schöpfung setzte, der nicht selbst der Täter ist!
So etwas ist nicht einmal irdisch möglich, wieviel weniger im Göttlichen! Wer unter Euch, Ihr Menschen, würde es für wahrscheinlich halten, daß ein Erdenrichter ganz bewußt an Stelle eines Mörders einen an der Tat ganz unschuldigen Menschen hinrichten zu lassen fähig ist und daß er dann den eigentlichen Mörder dafür ohne Strafe gehen läßt! Nicht einer unter Euch würde so Widersinniges für richtig halten! Über Gott jedoch laßt Ihr Euch solches von den Menschen sagen, ohne Euch dagegen auch nur innerlich zu wehren!
Ihr nehmt es sogar dankend hin und sucht die Stimme als ein Unrecht stets zu unterdrücken, die sich in Euch regt, um Euch zum Nachdenken darüber anzuregen!
Ich sage Euch, die Wirkung des lebendigen Gesetzes Gottes achtet nicht der falschen Anschauungen, denen Ihr Euch gegen Eure eigene Überzeugung darin hinzugeben sucht, sondern sie fällt nun schwer auf Euch und bringt gleichzeitig ihre Auswirkungen auch noch für den Frevel solchen falschen Denkens! Wacht auf, damit es für Euch nicht zu spät ist! Reißt Euch los von einschläfernden Anschauungen, die sich mit der göttlichen Gerechtigkeit niemals in Einklang bringen lassen werden, sonst kann es Euch geschehen, daß Todesschlaf für Euch aus diesem trägen Hindämmern entsteht, der den geistigen Tod zur Folge haben muß!
Ihr dachtet bisher, daß das Göttliche sich ungestraft verhöhnen und verfolgen lassen soll, während Ihr Erdenmenschen für Euch selbst das wahre Recht in Anspruch nehmen wollt! Die Größe Gottes soll nach Euch darin bestehen, daß er für Euch leiden darf und Euch noch Gutes bietet für das Schlechte, das Ihr an ihm tut! So etwas nennt Ihr göttlich, weil es nur ein Gott nach Euren Begriffen fertigbringen kann.
Ihr stellt also den Menschen damit viel gerechter seiend hin als Gott! In Gott wollt Ihr nur alles Unwahrscheinliche erkennen, aber auch nur dort, wo es Euch selbst zum Besten dient! Nie anders! Denn sonst schreit Ihr gleich nach dem gerechten Gott, wenn es sich einmal gegen Euch zu wenden droht!
Ihr müßt doch selbst das Kindische bei derartig einseitiger Anschauung erkennen! Schamröte muß Euch aufsteigen, wenn Ihr nur einmal den Versuch macht, recht darüber nachzudenken!
Gott würde ja nach Eurem Denken das Gemeine und das Niedere durch seine Nachsicht großziehen und stärken! Ihr Toren, nehmt die Wahrheit auf:
Gott wirkt den Kreaturen gegenüber, also auch Euch, in dieser Schöpfung überhaupt nur durch die ehernen Gesetze, welche darin fest verankert sind von Anfang an! Unverbiegbar sind sie, unantastbar, und ihr Wirken erfolgt stets mit unfehlbarer Sicherheit. Es ist auch unaufhaltsam und zermalmt, was sich ihm in den Weg zu stellen sucht, anstatt sich wissend einzufügen in ihr Schwingen.
Wissen aber ist Demut! Denn wer das wahre Wissen hat, kann Demut niemals ausschalten. Es ist so gut wie eins. Mit wahrem Wissen zieht gleichzeitig auch die Demut ein als selbstverständlich. Wo keine Demut ist, dort ist auch niemals wahres Wissen! Demut aber ist Freiheit! Nur in der Demut liegt die echte Freiheit jedes Menschengeistes!
Das nehmt noch zum Geleite! Dabei vergeßt nie wieder, daß die Gottesliebe sich von der Gerechtigkeit nicht trennen läßt!
Wie Gott die Liebe ist, so ist er auch lebendige Gerechtigkeit! Er ist ja das Gesetz! Die Tatsache nehmt endlich auf und legt sie Eurem Denken nun für alle Zeit zu Grunde. Dann werdet Ihr den rechten Weg zur Überzeugung von der Größe Gottes nie verfehlen, und Ihr werdet sie erkennen, an Eurer Umgebung wie bei der Beobachtung des alltäglichen Lebens! Seid deshalb geistig wach!

(Abd-ru-shin: Im Lichte der Wahrheit – Gralsbotschaft, Vortrag „Es ist vollbracht!“)

Advertisements

Read Full Post »

Dieser Beitrag ist schon seit einiger Zeit in Überlegung, aber ich fürchte, ich habe es immer noch nicht geschafft, ihn irgendwie zu strukturieren. Es ist zu viel, was ich in ihm ausdrücken möchte, und bekanntlich führt das zu keiner klaren Aussage. (In RuPaul’s Drag Race 8 kostete das einen Kanditaten seinen Platz, also…) Aber ich fange einfach mal an.

Punkt 1. Ich spiele schon länger mit dem Gedanken, ein Blog zu schaffen, in dem Themen speziell für Kreuzträger angesprochen werden. Das Internet hat, wie in allem, zwar neue Räume zum Austausch ermöglicht, aber diejenigen, die sich darin herumtreiben, sind häufig einfach gruselig. Ich denke da vor allem an Herrn Roses Seite (Disclaimer: Ich kenne diese Personen nicht, und sie sind in keiner Weise repräsentativ für die Gralsbewegung. Oder mitunter doch – „die Gralsspinner“, wie eine Kreuzträgerin der ersten Stunde das so schön formulierte –, was viel gruseliger ist), aber auch so manche Facebooker. Bei mir gäbe es keine Verschwörungstheorien, keine neuen erwählten Völker, keine Wiederkünfte des Herrn und keine Abholungen durch Aliens. Was man bei mir fände, wären geistige Themen und Fragen über das Leben der Lehre der Gralsbotschaft in der heutigen Zeit.
Ob ich’s am Ende umsetze, ist noch unklar. Ich poste hier zu diesen Themen, und ich habe im Autorenblog meine Artikelserie „Unterhaltungsmedien und die Botschaft aus dem Licht“. Vielleicht genügt das. Aber ich gebe gern zu, daß meine Inspiration aus der christlichen Gemeinschaft kommt, die in meinen Augen in dem Bereich mehr auf die Beine stellt. Nun mag es in größeren und zentraleren Gralskreisen besser organisiert sein als in meinem Ex-Kreis Südniedersachsen, der eine lange Anreise erfordert. Bremen zum Beispiel ist ja sehr aktiv in Sachen Vorträge und Gesprächskreise, wobei diese immer an „extern“ gerichtet sind. Mir schwebt etwas Internes vor, das in der Bewegung sehr vernachlässigt zu werden scheint.

Punkt 2. Die Tage beim Einloggen gesichtet: GMXs Artikel über das Wieder-in-Mode-Kommen des christlichen Glaubens. Mir schwebte sofort ein Thema fürs Blog vor, bis ich den Artikel las und feststellte, daß ich mehr über GMX zu sagen hätte als über alles andere.
Ich meine: Klar ist GMX die Bildzeitung unter den E-Mail-Providern, und was erwarte ich schon von einem solchen Artikel? Dennoch fragte ich mich, was die Autorin hier eigentlich sagen wollte. Wahrscheinlich nichts. Sie wollte Geld verdienen. GMX steht ja nun nicht gerade für irgendwelche Werte, sondern dreht sein Fähnlein nach dem Wind, oder zumindest nach dem, was es für diesen Wind hält. Also: Bloß keine Position beziehen. Die christliche Botschaft ist gut? Oder nicht? Alles sind Heuchler und Betrüger? Oder nicht? Calvinismus kann auch nicht schaden, also rein damit. Schade. Hätte ein interessanter Diskussionsanstoß werden können.

In welcher Menschenklasse, wie sie auch sei, gibt es keine Schwindler? Verurteilt man wegen einiger Schwindler auch bei anderen Dingen gleich das Können der ehrlich Arbeitenden?
Abd-ru-shin: Im Lichte der Wahrheit – Gralsbotschaft, Vortrag „Spiritismus“

Punkt 3. Etwas, das ich in einem gesonderten Beitrag behandele. (War erst unsicher, aber Mutterns „Mach doch“ überzeugte mich dann.) Letzte Woche fand im hiesigen Kirchsaal eine Buchvorstellung statt, Die Botschaft der Evangelisten von dem ehemaligen Herrenhäuser Pastor Jan Olaf Rüttgardt. Ich schrieb ja schon mehrfach, daß ich dem Christentum nicht ablehnend gegenüberstehe, aber es sehr fremd und in vielen Dingen auch wenig geistig finde. Herr Rüttgardt sagte nun etwas, das vielleicht am deutlichsten den Unterschied zwischen Christentum und der Lehre der Gralsbotschaft ausdrückt: „Was wir [in der Bibel] nicht verstehen, ist gar nicht so wichtig für das Verständnis unseres Glaubens.“ (Sinngemäßes, kein wörtliches Zitat.) Ich mußte lange darüber nachdenken und kam beim Schreiben des Beitrags auf ganz ungeahnte Überlegungen.

An Stelle dieses klaren Weges, den er nicht mehr überschauen konnte, mußte in seinen religiösen Anschauungen ein Ersatz gefunden werden, wenn er sich nicht selbst als Urheber des ganzen Seins und Lebens und somit als Gott bezeichnen wollte. Diesen Ersatz gab ihm bisher der Ausdruck „Glaube“! Und an dem Wort „Glaube“ krankt seither die ganze Menschheit! Ja, noch mehr, das unerkannte Wort, welches alles Verlorene ergänzen sollte, wurde ihr zur Klippe, die das vollständige Scheitern brachte!
Mit Glaube findet sich nur jeder Träge ab. Der Glaube ist es auch, an dem die Spötter sich verankern können. Und das Wort „Glaube“, falsch gedeutet, ist der Schlagbaum, der sich heute hemmend vor den Weg zum Weiterschreiten für die Menschheit legt.
Glaube soll nicht der Mantel sein, der alles Denkens Trägheit großmütig verdeckt, der sich wie eine Schlafkrankheit behaglich lähmend auf den Geist der Menschen senkt! Glaube soll in Wirklichkeit zur Überzeugung werden. Überzeugung aber fordert Leben, schärfstes Prüfen!
Wo auch nur eine Lücke bleibt, ein ungelöstes Rätsel, dort wird die Überzeugung zur Unmöglichkeit. Kein Mensch kann deshalb wahren Glauben haben, solange in ihm eine Frage offen bleibt.
Schon das Wort „blinder Glaube“ gibt das Ungesunde zu erkennen!
Lebendig muß der Glaube sein, wie Christus einst schon forderte, sonst hat er keinen Zweck. Lebendigkeit aber bedeutet das Sichregen, Abwägen und auch Prüfen! Nicht stumpfes Hinnehmen fremder Gedanken. Blindglauben heißt doch deutlich nicht verstehen. Was der Mensch aber nicht versteht, kann ihm auch geistig keinen Nutzen bringen, denn im Nichtverstehen kann es nicht in ihm zum Leben kommen.
„Irrungen“

Es ist ja gar so leicht für Euch, Unglaubliches zu glauben; denn dabei braucht Ihr Euch nicht mühen, selbst zu denken und zu prüfen. Gerade weil es keiner Prüfung nach den göttlichen Naturgesetzen standzuhalten fähig ist, müßt Ihr nur einfach glauben, ohne nach dem Wie oder Warum zu fragen, müßt blindlings glauben, und das dünkt Euch groß! Ihr, die Ihr Euch in dieser so bequemen Art besonders gläubig wähnt, erhebt Euch darin einfach über allen Zweifel und… fühlt Euch wohl, geborgen, edel, fromm und seligwerdenmüssend!
Ihr aber habt Euch damit nicht erhoben über allen Zweifel, sondern seid nur feig daran vorbeigegangen! Ihr wart zu geistesträg, um selbst etwas dabei zu tun, und zogt den blinden Glauben einem Wissen vom natürlichen Geschehen im Gesetz des Gotteswillens vor. Und dazu halfen Euch Erdichtungen aus Menschenhirn. Denn je unmöglicher es ist, unfaßbarer, an das Ihr glauben sollt, desto bequemer wird es auch, in Buchstäblichkeit blind daran zu glauben, weil es in solchen Dingen gar nicht anders geht. Da muß das Wissen und die Überzeugung ausgeschaltet werden.
Unmögliches allein verlangt den blinden, rückhaltlosen Glauben; denn jede Möglichkeit regt sofort eignes Denken an. Wo Wahrheit ist, die stets Natürlichkeit und Folgerichtigkeit zeigt, dort setzt das Denken und das Nachempfinden auch selbsttätig ein. Es hört nur dort auf, wo es nichts Natürliches mehr findet, wo also Wahrheit nicht vorhanden ist. Und nur durch Nachempfinden kann etwas zur Überzeugung werden, die allein dem Menschengeiste Werte bringt! […]
Ihr ehrt Gott nicht damit, wenn Ihr an Dinge blindlings glaubt, die sich mit Schöpfungsurgesetzen nicht vereinen lassen! Im Gegenteil, wenn Ihr an die Vollkommenheit des Schöpfers glaubt, so müßt Ihr wissen, daß nichts in der Schöpfung hier geschehen kann, was nicht genau der Folgerung in den festliegenden Gesetzen Gottes auch entspricht. Darin allein könnt Ihr ihn wirklich ehren.
„Der Stern von Bethlehem“

Read Full Post »

Weihenacht! Jauchzendes Singen in jubelndem Dank durchflutete einst alle Ebenen der Schöpfung, als der Gottessohn Jesus in dem Stall zu Bethlehem geboren ward, und Hirten auf den Feldern, denen während dieser freudigen Erschütterung des Alls die Binde von den geistigen Augen genommen wurde, damit sie zeugen konnten für das unermeßliche Geschehen, um die Menschen aufmerksam darauf zu machen, sanken furchtsam auf die Knie, weil sie von dem für sie Neuen, Unfaßbaren überwältigt waren.
Furcht war es bei den Hirten, die vorübergehend zu dem Zwecke hellsehend und auch hellhörend gemacht wurden. Furcht vor der Größe des Geschehens, vor der Allmacht Gottes, die sich dabei zeigte! Aus diesem Grunde sprach der Künder aus den lichten Höhen auch zuerst beruhigend zu ihnen: „Fürchtet Euch nicht!“
Das sind die Worte, die Ihr immer wieder finden werdet, wenn ein Künder aus den lichten Höhen zu den Menschen spricht; denn es ist Furcht, was Erdenmenschen beim Erschauen und beim Hören hoher Künder stets zuerst empfinden, hervorgerufen durch den Druck der Kraft, der sie in solchen Augenblicken auch etwas geöffnet sind. Zum kleinsten Teile nur; denn etwas mehr davon müßte sie schon erdrücken und verbrennen.
Und doch sollte es Freude sein, nicht Furcht, sobald des Menschen Geist nach lichter Höhe strebt.
Nicht aller Menschheit wurde dieses offenbar in der Heiligen Nacht! Außer den Stern, der sich grobstofflich zeigte, sah von den Erdenmenschen niemand diesen lichten Kündern und die lichten Scharen, welche um ihn waren. Niemand sah und hörte als die wenigen der dazu auserwählten Hirten, die in ihrer Einfachheit und der Naturverbundenheit am leichtesten dafür geöffnet werden konnten. […]
Damals glaubte man den Hirten, wenigstens für eine kurze Zeit. Heute werden derartige Menschen nur verlacht, für überspannt gehalten oder gar noch für Betrüger, welche irdisch Vorteile dadurch erreichen wollen, weil die Menschheit viel zu tief gesunken ist, um Rufe aus den lichten Höhen noch für echt nehmen zu können, namentlich, wenn sie sie selbst nicht hören und auch selbst nicht schauen können. […]
Ein sogenannter guter Christ würde den Menschen ohne weiteres mit Gotteslästerer bezeichnen und einen großen Sünder in ihm sehen, der es wagen wollte, zu behaupten, die Verkündung der Geburt des Gottessohnes Jesus an die Hirten sei ein Märchen.
Doch der gleiche gute Christ weist die Verkündungen jetziger Zeit zurück mit eifernder Entrüstung, trotzdem diese auf gleiche Weise durch dazu Begnadete gegeben sind, und nennt die Überbringer ohne weiteres auch Gotteslästerer, in den günstigsten Fällen vielleicht nur Phantasten oder Angekränkelte, vielfach Irregeleitete. […]
Wer von den Gläubigen hat überhaupt die Größe Gottes schon erahnt, welche in dem Geschehen liegt, das sich in jener Weihenacht durch die Geburt des Gottessohnes still vollzog. Wer ahnt die Gnade, die der Erde damit als Geschenk zu Teil geworden ist!
Damals war Jubel in den Sphären, heute Trauer. Nur auf der Erde sucht so mancher Mensch sich eine Freude zu bereiten oder anderen. Doch dies ist alles nicht in jenem Sinne, wie es sein müßte, wenn das Erkennen oder überhaupt der wahre Gottbegriff im Menschengeist sich regen würde.
Bei der geringsten Ahnung von der Wirklichkeit würde es allen Menschen wie den Hirten gehen, ja, es könnte ob der Größe gar nicht anders sein: sie würden sofort auf die Knie sinken… aus Furcht! Denn im Erahnen müßte ja die Furcht als erstes machtvoll auferstehen und den Menschen niederzwingen, weil mit dem Erahnen Gottes auch die große Schuld sich zeigt, welche der Mensch auf Erden auf sich lud, allein in seiner gleichgiltigen Art, wie er die Gottesgnaden für sich nimmt und nichts im Dienste Gottes wirklich dafür tut!

Abd-ru-shin: Im Lichte der Wahrheit – Gralsbotschaft, Vortrag „Weihnachten“

Read Full Post »

Ein Wort zum…

Die Menschen stehen abseits von dem Herrn, weil sie selbst Herren werden wollen auf der Erde! Und trotzdem führen sie den Namen Gott jetzt mehr im Munde als zuvor, um ihn für ihre Eigenzwecke zu benützen, als Schild voranzutragen, reines Wollen damit anzuzeigen.
Doch ihr Inneres hat mit dem so gezeigten Schilde nichts zu tun; denn ihre Seelen sind von Mißtrauen erfüllt, aus Furcht, es könnte ihnen jemand streitig machen, was sie selbst erstreben: Erdenmacht und Erdeneinfluß.
Und dieses Mißtrauen trübt jedes reine Wollen, es zerrt hinab, macht ungerecht, fanatisch und erhöht den Mißbrauch des Heiligen Namens „Gott“!

(Abd-ru-shin: Ermahnungen, Vortrag „Mißtrauen“)

Read Full Post »

Die Eitelkeit will Wahrheit nie erkennen lassen, gleichviel, wo sie zu finden ist. Was sie sich darin alles leistet, zeigt die Stellungnahme dieser Erdenmenschheit schon dem Erdensein des Gottessohnes gegenüber, welches in seiner wahren, großen Einfachheit dem eitlen Menschensinne nicht genügt. Der Gläubige will „seinen“ Heiland nur nach seinem Sinne haben! Deshalb schmückt er den Erdenweg des Gottessohnes Christus Jesus mit erdachten Vorkommnissen aus.
Nur aus „Demut“ allem Göttlichen gegenüber muß dieser Heiland nach der Menschen Sinn als Gottessohn auch unbedingt „übernatürlich“ sein. Sie überlegen dabei nicht, daß Gott selbst die Vollkommenheit des Natürlichen ist, und die Schöpfung aus dieser seiner vollkommenen Natürlichkeit heraus durch seinen Willen sich entwickelte. Vollkommenheit trägt aber auch die Unabänderlichkeit in sich. Wäre eine Ausnahme in den Schöpfungsgesetzen möglich, die nach dem Willen Gottes sind, so müßte darin eine Lücke sein, es hätte an Vollkommenheit gemangelt.
Menschliche Demut aber hebt sich über all dies hinaus; denn sie erwartet, ja verlangt bei einem Erdensein des Gottessohnes Abänderung bestehender Gesetze in der Schöpfung, also Übertretung. Ausgerechnet nun von dem, der doch gekommen war, alle Gesetze seines Vaters zu erfüllen, wie er selbst es sagte! Sie erwartet von ihm Dinge, die nach den Gesetzen der natürlichen Entwicklung einfach unmöglich sein müssen. Und ausgerechnet damit soll sich seine Gottheit zeigen, das Göttliche, das die Grundlage der Naturgesetze lebendig in sich trägt!
Ja, Menschendemut kann viel fertigbringen. Aber ihr richtiges Gesicht ist Forderung, nicht wahre Demut. Höchste Anmaßung, ärgster, geistiger Hochmut! Die liebe Eitelkeit deckt nur ein Mäntelchen darüber, das der Demut ähnlich scheint.
Traurig ist nur, daß auch so oft wirklich Gutwollende sich in der anfänglich ganz echten Demut unbewußt in ihrer Hingerissenheit bis zu den unmöglichsten Dingen steigern.
Es erstanden Einbildungen, deren Weitergabe großen Schaden brachte.
So mußte schon das Jesuskind die größten Wunderdinge ausgeführt haben. Sogar bei den kindlichsten Spielen, die es trieb wie jedes Kind, wenn es gesund und geistig rege ist. Die kleinen Vögel, die es spielend aus einfachem Lehm formte, wurden lebend, flogen lustig singend in die Luft, und viele solcher Dinge mehr. Es sind die Vorgänge einfach unmöglich, weil sie allen Gottgesetzen in der Schöpfung widersprechen!
Dann hätte ja Gottvater seinen Sohn auch fertig auf die Erde stellen können! Wozu war eine Menschenmutter nötig! Die Unannehmlichkeiten der Geburt! Können die Menschen denn nicht einmal einfach denken? Sie unterlassen es aus eigener Eitelkeit heraus. Der Erdengang des Gottessohnes muß nach ihrer Ansicht anders sein. Sie wollen es, damit „ihr“ Heiland, „ihr“ Erlöser nicht den Gesetzen Gottes in der Schöpfung unterworfen war. In Wirklichkeit wäre das zwar in ihrem Denken nicht zu klein für ihn gewesen, den Gottessohn, aber für alle die, welche in ihm ihren Erlöser anerkennen wollen! Menschliche Eitelkeit und weiter nichts!
Sie überlegen nicht, daß es für Jesus noch viel größer war, daß er sich freiwillig diesen Gesetzen unterwarf durch seine Fleischwerdung, nur um die Wahrheit in dem Wort zu bringen jenen Menschen, welche frevelnd durch Verbiegung ihres Erdenwerkzeuges sich unfähig dafür gemacht hatten, die Wahrheit aus sich selbst heraus noch aufzunehmen, zu erkennen. Sie waren viel zu eitel, um in dem Worte selbst die Sendung Christi als erfüllt zu sehen. Für sie, die eitlen Menschen, mußte Größeres geschehen!
Und als der Gottessohn am Kreuze dann den Erdentod erlitt und starb, wie jeder Mensch am Kreuze sterben muß, weil es den Gottgesetzen in der Schöpfung so entspricht, als der menschliche Körper nicht einfach vom Kreuze steigen konnte, unverletzt, da blieb der Eitelkeit nichts weiter übrig als die Ansicht, daß der Gottessohn so sterben mußte, nicht heruntersteigen wollte, um den armen Menschlein ihre Sünden dadurch abzunehmen, damit sie daraufhin nun froh empfangen werden in dem Himmelreich!
Und so erstand der Grund zu der späteren Auffassung der Notwendigkeit des Kreuzestodes, die die traurige, große Irrung unter die heutigen Christen brachte, nur aus der Menscheneitelkeit heraus. […]
Wenn Christus fleischlich hätte auferstehen können, so war es unbedingt auch folgerichtig, zu erwarten, daß er die Möglichkeit besaß, auch fleischlich fertig schon von dort auf diese Erde hier herabzukommen, wohin er bei der Auferstehung fleischlich gegangen sein soll. Daß dieses aber nicht geschah, daß er im Gegenteil von Anfang an die Wege eines jeden Menschenkörpers von Geburt an auch durchleben mußte, mit allen kleinen und mit allen großen Mühen, spricht mit vielen anderen Notwendigkeiten seines Erdenseins deutlich genug dagegen, ganz abgesehen aber davon, daß es so und anders nicht sein konnte, weil auch der Gottessohn sich den vollkommenen Gesetzen seines Vaters in der Schöpfung fügen mußte.

(Abd-ru-shin: Im Lichte der Wahrheit – Gralsbotschaft, Vortrag „Das verbogene Werkzeug“)

Read Full Post »

Als Christus zur Erde kam, um die Gottesbotschaft der Wahrheit zu verkünden, mußte er sich deshalb auch eines grobstofflichen Körpers bedienen, also des Fleisches. Darin müßte schließlich schon jeder denkende Mensch die Unabänderlichkeit der Naturgesetze erkennen, wie auch in dem durch die Kreuzigung erfolgten körperlichen Tode.
Dieses grobstoffliche Fleisch aber konnte nach diesem Tode auch keine Ausnahme bilden, sondern mußte in der grobstofflichen Welt verbleiben! Es konnte
nicht auferstehen, um in eine andere Welt einzugehen! Die feststehenden göttlichen oder natürlichen Gesetze lassen das durch ihre aus dem göttlichen Willen hervorgegangene Vollkommenheit nicht zu. […]
Ein Auferstehen zu einer anderen Welt im Fleische ist vollkommen ausgeschlossen, für die Menschen, wie auch damals für Christus!
Der irdische Leib des Erlösers ging denselben Weg, den jeder andere grobstoffliche Leib zu gehen hat, nach den Naturgesetzen des Schöpfers.
Jesus von Nazareth, der Gottessohn, ist demnach nicht fleischlich auferstanden!
Es wird nun trotz aller Logik und der gerade darin enthaltenen viel größeren Gottesverehrung noch viele geben, die in der Blindheit und Trägheit ihres falschen Glaubens so einfachen Wegen der Wahrheit nicht folgen wollen. So manche wohl auch, die aus eigener Einengung nicht folgen können. Andere wieder, die mit voller Absicht wütend dagegen zu kämpfen versuchen, aus der begründeten Angst heraus, daß damit ihr mühsam errichtetes Gebäude bequemen Glaubens zusammenbrechen muß.
Es kann ihnen nichts nützen, wenn sie sich als Grundlage nur auf die wörtlichen Überlieferungen stützen; denn auch die Jünger waren Menschen. Es ist ja nur rein menschlich, wenn die damals durch alles furchtbare Geschehen stark erregten Jünger bei der Erinnerung in ihre Schilderungen manche eigenen Gedanken mit verwoben, die durch das vorangegangene Erschauen ihnen selbst noch unerklärlicher Wunder so manches anders wiedergaben, als es in Wirklichkeit gewesen war. […]
Auch wenn ihnen die stärkste geistige Inspiration helfend zur Seite stand, so greifen trotzdem bei der Wiedergabe vorgefaßte eigene Meinungen sehr stark mit ein und trüben oft das bestgewollte und klarste Bild.
Jesus selbst hat aber keine Niederschriften vorgenommen, auf die allein man unbedingt sich streitbar stützen könnte.
Er würde nie etwas gesagt oder geschrieben haben, das sich mit den Gesetzen seines Vaters, den göttlichen Naturgesetzen oder dem schöpferischen Willen, nicht voll und ganz in Einklang stellte. Sagte er doch selbst ausdrücklich:
“Ich bin gekommen, die Gesetze Gottes zu erfüllen!“
Die Gesetze Gottes aber liegen klar in der Natur, die sich allerdings weiter erstreckt als nur auf die Grobstofflichkeit, aber doch auch in der feinstofflichen wie in der wesenhaften und geistigen Welt überall „natürlich“ bleibt. […]
Außerdem aber kann jeder Mensch darüber auch Anhaltspunkte in der Bibel finden; denn Jesus erschien vielen. Was aber geschah? Maria erkannte ihn dabei zuerst nicht, Magdalena erkannte ihn nicht sogleich, die zwei Jünger auf dem Wege nach Emmaus erkannten ihn stundenlang nicht, trotzdem er mit ihnen ging und mit ihnen sprach… Was ist daraus zu folgern?
Daß es ein anderer Körper sein mußte, den sie sahen, sonst hätten sie ihn alle sofort erkannt!

(Abd-ru-shin: Im Lichte der Wahrheit – Gralsbotschaft, Vortrag „Auferstehung des irdischen Körpers Christi“)

Read Full Post »

Bei Christi Tod zerriß im Tempel der Vorhang, der das Allerheiligste von der Menschheit abschloß. Dieser Vorgang wird als Symbol dafür angenommen, daß mit dem Opfertod des Heilandes im gleichen Augenblick die Trennung zwischen der Menschheit und der Gottheit aufhörte, also eine unmittelbare Verbindung geschaffen wurde.
Die Deutung ist aber
falsch. Mit der Kreuzigung lehnten die Menschen den Gottessohn als den erwarteten Messias ab, wodurch die Trennung größer wurde! Der Vorhang zerriß, weil das Allerheiligste daraufhin nicht mehr notwendig war. Es wurde den Blicken und unreinen Strömungen geöffnet, da, symbolisch ausgedrückt, das Göttliche nach dieser Tat seinen Fuß nicht mehr auf die Erde setzte, womit das Allerheiligste überflüssig wurde.
Also gerade das Gegenteil der bisherigen Deutungen, in denen sich wiederum wie so oft nur eine große Überhebung des Menschengeistes zeigt.
Der Tod am Kreuze war auch nicht ein
notwendiges Opfer, sondern ein Mord, ein regelrechtes Verbrechen. Jede andere Erklärung ist eine Umschreibung, die entweder als Entschuldigung gelten soll oder aus Unwissenheit heraus erstand. Christus kam durchaus nicht auf die Erde in der Absicht, sich kreuzigen zu lassen. Darin ruht auch die Erlösung nicht! Sondern Christus wurde gekreuzigt als lästiger Wahrheitsbringer um seiner Lehre willen.
Nicht sein Kreuzestod konnte und sollte die Erlösung bringen, sondern
die Wahrheit, die er der Menschheit in seinen Worten gab!
Die Wahrheit war aber den damaligen Religionsführern unbequem, ein Ärgernis, weil sie ihren Einfluß stark erschütterte. […] Die damaligen Führer stützten sich wie auch die heutigen zwar auf alte, gute Überlieferungen, aber diese waren durch Ausübende und Erklärende zu nur starrer, leerer Form geworden, ohne noch in sich lebendig zu sein. […]
Der aber dieses notwendige Leben in das bestehende Wort bringen wollte, brachte damit selbstverständlich einen
Umsturz in der Ausübung und Erklärung, nicht in dem Worte selbst. Er befreite das Volk von der niederzwingenden Starrheit und Hohlheit, erlöste es davon, und das war denen ganz natürlich ein großes Ärgernis, die bald erkennen konnten, wie energisch damit in die Zügel ihrer falschen Führung eingegriffen wurde.
Deshalb mußte der Wahrheitsbringer und Befreier von der Last der irrtümlichen Auslegungen verdächtigt und verfolgt werden. Als es trotz aller Mühe nicht gelang, ihn lächerlich zu machen, suchte man ihn als unglaubwürdig hinzustellen. Die „irdische Vergangenheit“ als Zimmermannssohn mußte dazu dienen, ihn als „ungelehrt und deshalb minderwertig für ein Aufklären“ zu stempeln! Als einen „Laien“. […]
Auf seine Aufklärungen selbst ging vorsichtigerweise niemand von den Gegnern ein, da sie ganz richtig fühlten, daß sie bei rein
sachlicher Entgegnung unterliegen mußten. So blieben sie bei der böswilligen Verleumdung durch ihre käuflichen Organe, bis sie sich zuletzt nicht scheuten, bei einem für sie günstigen Augenblick ihn öffentlich und fälschlich anzuklagen und ans Kreuz zu bringen, um mit ihm die Gefahr für ihre Macht und ihr Ansehen zu bannen.
Dieser gewaltsame, damals durch die Römer übliche Tod war nicht als solcher die Erlösung und brachte sie auch nicht.
Er löste keine Schuld der Menschheit, befreite sie von nichts, sondern er belastete die Menschheit als ein Mord im niedrigsten Sinne nur noch mehr!
Wenn sich nun bis heute hier und da ein Kult daraus entwickelt hat, in diesem Morde eine notwendige Hauptsache des Erlösungswerkes des Gottessohnes zu sehen, so wird der Mensch damit gerade von dem Wertvollsten abgezogen, das die Erlösung einzig und allein zu bringen vermag. Es lenkt ihn ab von der
eigentlichen Mission des Heilandes, von dem, was sein Kommen aus dem Göttlichen zur Erde notwendig machte.
Das war aber nicht, um den Tod am Kreuze zu erleiden,
sondern um in den Wust der den Menschengeist herabzerrenden dogmatischen Starrheit und Hohlheit hinein die Wahrheit zu verkünden! Die Dinge zwischen Gott, der Schöpfung und den Menschen so zu schildern, wie sie wirklich sind. […]
Nur in dem Bringen dieser Wahrheit und der damit verbundenen Befreiung von Irrtümern
ruht die Erlösung einzig und allein! […]
Es ist ein großer Fehler, wenn die Menschen glauben, durch den Kreuzestod sei die Vergebung ihrer Sünden gewährleistet. Dieser Gedanke zieht den furchtbaren Schaden nach sich, daß alle die, so daran glauben, dadurch von dem wahren Wege zur Erlösung
zurückgehalten werden, der einzig und allein darin liegt, nach dem Worte des Heilandes zu leben, nach den Erläuterungen, die er als Wissender und alles Überschauender gab. Und diese Erläuterungen zeigen in praktischen Bildern die notwendige Einhaltung und Beachtung des in den Schöpfungsgesetzen liegenden göttlichen Willens, sowie deren Auswirkungen bei Einhaltung und bei Nichteinhaltung.
Sein Erlöserwerk lag in dem Bringen dieser Aufklärung, welche die Mängel und die Schäden der Religionsausübung zeigen mußte, weil sie die Wahrheit in sich trug, damit sie Licht gab in die steigende Verdunkelung des Menschengeistes.

(Abd-ru-shin: Im Lichte der Wahrheit – Gralsbotschaft, Vortrag „Der Kreuzestod des Gottessohnes und das Abendmahl“)

Read Full Post »

„Bist Du Gottes Sohn, so steige herab vom Kreuze! Hilf Dir selbst und uns!“ Höhnend schallten diese Sätze zu dem Gottessohn hinauf, als er unter brennenden Sonnenstrahlen am Kreuz litt.
Die Menschen, welche also riefen, hielten sich für ganz besonders klug. Sie höhnten, triumphierten, lachten haßerfüllt, ohne einen eigentlichen Grund dafür zu haben; denn das Leiden Christi war doch sicherlich kein Grund zu Spott und Hohn, noch weniger zum Lachen. Es würde ihnen auch vergangen sein, wenn sie nur einen Augenblick die gleichzeitigen Vorgänge im feinstofflichen und im geistigen Reiche hätten „sehen“ können; denn ihre Seelen wurden dabei schwer gebunden auf Jahrtausende. Und wenn auch grobstofflich die Strafe nicht so schnell sichtbar werden konnte, so kam sie doch in
allen weiteren Erdenleben, zu denen die frevelnden Seelen daraufhin gezwungen waren.
Die Höhnenden dünkten sich damals klug. Sie konnten aber keinen treffenderen Ausdruck als Beweis ihrer Beschränktheit abgeben als diese Worte; denn darin liegt die kindischste Anschauung, die man sich denken kann. Weit entfernt sind also Sprechende von irgendeinem Verständnisse der Schöpfung und des Gotteswillens in der Schöpfung. Wie drückend ist deshalb das traurige Bewußtsein, daß auch heute noch ein großer Teil von denen, welche überhaupt noch an Gott glauben und an die damalige Sendung seines Sohnes, mit Bestimmtheit denken, daß Jesus von Nazareth vom Kreuze hätte steigen können, wenn er es nur wollte.
Nach zweitausend Jahren noch die gleiche, schläfrige Beschränktheit, ohne Änderung zum Fortschritt! Als von Gott gekommen, mußte Christus nach naiven Anschauungen vieler Gottgläubigen unbeschränkt in seinen Handlungen auf dieser Erde sein.
Das ist Erwarten, aus der ungesündesten Naivität entsprungen, Glaube der Denkträgheit.
Mit einer Fleischwerdung wurde der Gottessohn auch „unter das Gesetz getan“, das heißt, er unterwarf sich damit den Schöpfungsgesetzen, dem unabänderlichen Willen Gottes in der Schöpfung. Da gibt es keine Änderungen, was den irdischen und erdgebundenen Körper betrifft. […]
Deshalb war er an alles mit gebunden, an das der Erdenmensch gebunden ist, und konnte auch als Gottessohn nicht von dem Kreuze steigen trotz seiner Gotteskraft und Macht, solange er im grobstofflichen Fleisch und Blute sich befand. […]
Ist ein grobstofflicher Körper an dem Kreuze festgenagelt, so vermag er ohne fremde Hilfe, ohne grobstoffliche Hilfe, auch nicht freizukommen. Das ist Gesetz nach göttlichem Schöpfungswillen, das sich nicht überbrücken läßt.

(Abd-ru-shin: Im Lichte der Wahrheit – Gralsbotschaft, Vortrag „Steige herab vom Kreuze!“)

Read Full Post »

Bei der Vollkommenheit der Schöpfung als Werk Gottes ist der Zeugungsakt unbedingt notwendig; denn die Allweisheit des Schöpfers hat in der Schöpfung von Urbeginn an alles so eingerichtet, daß nichts zu viel oder überflüssig ist. Wer einen derartigen Gedanken hegt, sagt damit gleichzeitig, daß das Werk des Schöpfers nicht vollkommen sei. Dasselbe gilt dem, der behauptet, daß die Geburt Christi ohne normale vom Schöpfer der Menschheit vorgeschriebene Zeugung vor sich ging. Es muß eine normale Zeugung durch einen Menschen von Fleisch und Blut erfolgt sein! Auch in diesem Falle.
Jeder Mensch, der sich dessen richtig bewußt ist, preist den Schöpfer und Herrn damit mehr als solche, die andere Möglichkeiten zulassen wollen. Die ersteren setzen damit ein so unerschütterliches Vertrauen in die Vollkommenheit ihres Gottes, daß nach ihrer Überzeugung in den von ihm bedingten Gesetzen eine Ausnahme oder Veränderung überhaupt nicht möglich ist. Und
das ist der größere Glaube! Außerdem spricht ja auch alles andere Geschehen unbedingt dafür. Christus wurde Erdenmensch. Mit diesem Entschluß mußte er sich auch den zur grobstofflichen Fortpflanzung von Gott gewollten Gesetzen unterwerfen, da die Vollkommenheit Gottes dies bedingt. […]
Auch könnte man begründen, daß, wenn in
diesem Sinne bei Gott kein Ding unmöglich ist, er ebensogut hätte mit einem einzigen Willensakte alle Menschen der Erde gläubig machen können! Dann brauchte er nicht seinen Sohn mit der Menschwerdung dem irdischen Ungemache und dem Kreuzestode auszusetzen. Dieses gewaltige Opfer wäre erspart geblieben.
Daß es aber
so geschah, zeugt für die Unbeugsamkeit der von Anfang an laufenden göttlichen Gesetze in der Schöpfung, in die ein gewaltsamer Eingriff zu irgendeiner Änderung durch deren Vollkommenheit nicht möglich ist.
Daraufhin könnte von blind streithafter Seite wiederum hartnäckig entgegnet werden, daß es Gottes Wille war, wie es geschah. Das ist ganz richtig gesagt, aber durchaus kein Gegenbeweis, sondern in Wirklichkeit ein
Zugeben vorstehender Begründung, wenn man die naivere Auffassung wegfallen läßt und tieferer Erklärung folgt, die alle Aussprüche geistiger Art unbedingt verlangen.
Es war Gottes Wille! Das hat aber mit einer Willkür nichts zu tun, sondern es bedeutet im Gegenteil nichts anderes, als die Bestätigung der von Gott in die Schöpfung gelegten Gesetze, die seinen Willen tragen, und die damit verbundene unbedingte Einfügung in dieselben, die eine Ausnahme oder Umgehung nicht zulassen.
Gerade in der Erfüllungsnotwendigkeit zeigt und betätigt sich ja Gottes Wille. Sonst brauchte Jesus ja gar nicht erst von einem Erdenweibe geboren zu werden, sondern hätte einfach plötzlich da sein können.
Deshalb mußte sich auch Christus zur Ausführung seiner Mission unabwendbar allen Naturgesetzen, also dem Willen seines Vaters, unterwerfen. Daß Christus dies alles tat, beweist sein ganzes Leben. Die normale Geburt, das Wachstum, der auch bei ihm eintretende Hunger und die Ermüdung, die Leiden und zuletzt der Kreuzestod. Allem, dem ein irdischer Menschenkörper unterworfen ist, war auch er unterworfen. Warum soll nun einzig und allein die Zeugung anderer Art gewesen sein, wozu absolut keine Notwendigkeit vorlag. Gerade in der Natürlichkeit wird des Heilandes Aufgabe noch größer, durchaus nicht kleiner! Ebenso ist Maria deshalb nicht weniger begnadet gewesen in ihrer hohen Berufung.

(Abd-ru-shin: Im Lichte der Wahrheit – Gralsbotschaft, Vortrag „Die unbefleckte Empfängnis und Geburt des Gottessohnes“)

Read Full Post »

Es ist richtig, wenn die Kinder treu behütet und bewacht durch ihre Kinderzeit geleitet werden, wenn der heranwachsenden Jugend durch entsprechende Ausbildung das Rüstzeug für die Wege durch das Erdenleben mitgegeben wird.
Doch dann muß jedem Einzelmenschen auch die Möglichkeit verbleiben, sogar
gegeben werden, sich selbst von dem kleinsten Beginnen an emporzuarbeiten. Es darf ihm nicht von Anfang an alles bequem gemacht werden!
In dem Bequemmachen oder Erleichtern liegt die größte Gefahr als Förderung zu geistiger Trägheit! Und das ist bisher in gutwollendem Familiensinne stets geschehen.
Gift ist es schon für einen Menschengeist, wenn er als Kind im Glauben auferzogen wird, daß er Besitzrecht hat an Erdengütern, die die Eltern sich erwarben.
Ich spreche jetzt von Schäden in rein geistiger Beziehung, was das
Eigentliche bei allen Betätigungen eines Menschen ist. Das muß ihm auch in Zukunft stets bewußt verbleiben, wenn er und seine ihn umgebenden Verhältnisse wirklich gesunden sollen.
Doch auch in
irdischer Beziehung würde eine Änderung darin sofort sehr vieles umgestalten und so manches Übel aus dem Wege räumen. Nehmen wir zum Beispiel an, ein Kind würde gesetzlich auch nur Anspruch darauf haben, bis zu einem ganz gewissen Alter den Schutz und die Fürsorge der Eltern zu genießen mit einer entsprechenden Ausbildung, dann aber bleibt es lediglich freier Wille der Eltern, wie sie über ihr persönliches Eigentum verfügen wollen.
Wie anders würden so viele Kinder dadurch allein schon werden! Wieviel mehr
eigenes Streben würde da erstehen müssen, wieviel mehr Ernst für das Erdenleben, welch erhöhter Fleiß. Und nicht als letztes auch mehr Liebe zu den Eltern, die lange nicht so einseitig verbleiben könnte, wie sie heute oft sich zeigt. […]
Die Änderungen darin würden ohne weiteres schon dazu beitragen, wertvollere Menschen mit größerem Selbstbewußtsein, stärkerem Geiste und erhöhter Tatkraft zu erziehen. […]
Kindern tritt es näher, sich die Liebe ihrer Eltern zu erwerben, anstatt auf die Kindschaft und auch deren Rechte zu pochen, die sowieso einen ganz anderen Sinn hat, als heute angenommen wird, da Kinder dankbar sein müssen, daß ihnen ihre Eltern die Gelegenheit zur Erdinkarnierung gaben, auch wenn die Ablösungen und die Förderungen dabei gegenseitig sind, wie es in allem bei der Auswirkung der Gottgesetze ist.
In Wirklichkeit sind diese Kinder ja doch alle ihren Eltern fremde Geister,
Eigenpersönlichkeiten, welche nur durch ihre Gleichart oder irgendeine frühere Verbindung für die Inkarnierung angezogen werden konnten.
Die Erdeneltern bieten Schutz und Hilfe für die Zeit, welche der Geist braucht, um seinen neuen Erdenkörper vollwertig und selbstverantwortlich zu führen, dann aber muß der Erdenmensch ganz frei auf sich gestellt verbleiben, sonst vermag er nie so zu erstarken, wie es für ihn nützlich ist im großen Schwung der Gottgesetze. Er
soll kämpfen und Widerstände haben, um in deren Überwindung geistig aufwärts, höhenwärts zu kommen.
Eine Änderung in dem bisherigen Anrechtsgedanken eines Kindes an den Besitz der Eltern würde aber noch viel mehr Auswirkungen haben als die schon genannten, vorausgesetzt, daß aufbauende Staatsleitungen sich in ihrem Wirken für das Volk entsprechend einfügen und bahnbrechend den Eltern wie den Kindern dazu helfen. […]
Der heranwachsenden Jugend soll Gelegenheit geboten werden, ihre Geisteskräfte zur Erwerbung ihrer Lebensnotwendigkeiten entfalten zu
müssen, nicht nur können! Das allein würde das Rechte sein; denn dann, auch nur dann kommt sie geistig voran, weil sie sich geistig regen muß.
Statt dessen wird aber so vielen Kindern von den Eltern oder anderen Familienangehörigen gerade dieser für sie zu geistiger Gesundheit notwendige Weg zu sehr erleichtert, er wird den Betreffenden
so bequem wie irgend möglich gemacht. Das nennt man dann Familiensinn und Liebe, oder auch Familienpflicht.
Ich will die Schäden nicht aufzählen, die dadurch entstehen auch bei bestem Wollen; denn auch jeder gute Mensch braucht hier und da zur Stärkung Anstöße von außen her und Zwang.
Freiwillig würde er sich selten nur in eine Lage stellen, wo er gezwungen ist, sich anzustrengen, alle Geisteskräfte aufzuwenden, um der Lage Herr zu werden und sie gut zu lösen. Er würde in den meisten Fällen, wenn er eine Wahl hat, den dafür bequemsten Weg erwählen, um es leicht zu haben, was ihm aber geistig keinen Nutzen bringt.
Die Selbstachtung, sein Selbstvertrauen aber wird erhöht, wenn er mit Mühe und mit Fleiß sich irdisch selbst emporringt und das alles eine Folge
seiner Arbeit ist.
Er schätzt dann den Besitz viel mehr in rechtem Sinne, schätzt die Arbeit und auch jede kleinste Freude, bewertet auch jede Gefälligkeit von anderen entsprechend, und kann sich viel lebendiger erfreuen als ein Mensch, dem vieles ohne Mühe in den Schoß geworfen wird und der die Zeit nur damit auszufüllen braucht, um sich Zerstreuung zu verschaffen.
Zu dem
rechten Strebenkönnen muß man zu verhelfen suchen, wenn man wirklich helfen will. Man darf niemand die Früchte ohne ganz bestimmte Pflichten in den Schoß werfen, welche ein anderer in seinen Mühen sich erwarb.
Natürlich können Eltern ihren Kindern immer noch alles schenken, wenn sie wollen, oder können ihnen aus falscher Liebe heraus den Sinn und die Zeit ihres ganzen Erdenlebens opfern, können sich zu deren Sklaven machen; denn es bleibt ihnen darin der freie Wille, aber da sie kein irdisches Gesetz darin zu etwas zwingen wird, tragen sie in der Wechselwirkung des Gotteswillens die volle Verantwortung dafür
ganz allein für ihre eigene Versäumnis in der Schöpfung und zum Teil auch für den Geistesschaden, der die Kinder dadurch trifft.
Die Menschen sind nicht in der
ersten Linie für Kinder hier auf Erden, sondern für sich selbst, damit sie geistig reifen und erstarken können. Aus falscher Liebe aber wurde dies nicht mehr beachtet. Nur die Tiere leben darin noch in dem Gesetz!

(Abd-ru-shin: Im Lichte der Wahrheit – Gralsbotschaft, Vortrag „Das traute Heim“)

Read Full Post »

Older Posts »