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Archive for the ‘Ein Wort zum…’ Category

Es ist vollbracht! Das inhaltsschwere Wort des Gottessohnes wurde aufgegriffen von der Menschheit und als Abschluß des Erlöserwerkes hingestellt, als Krönung eines Sühneopfers, welches Gott für alle Schuld der Erdenmenschheit bot.
Mit Dankesbeben lassen deshalb die gläubigen Christen den Schall dieser Worte auf sich wirken, und das Gefühl des wohligen Geborgenseins löst sich dabei mit einem tiefen Atemzuge aus.
Doch das Gefühl hat hierbei keinen echten Untergrund, sondern entstammt nur einer leeren Einbildung. Mehr oder weniger versteckt ruhet in jeder Menschenseele immer dabei eine bange Frage: Wie war ein solches großes Opfer von Gott möglich? Ist ihm die Menschheit so viel wert?
Und diese bange Frage ist berechtigt; denn sie kommt aus der Empfindung und soll eine Warnung sein!
Der Geist bäumt sich dagegen auf und will durch die Empfindung sprechen. Deshalb läßt sich die Mahnung nie beschwichtigen mit leeren Worten, welche in dem Hinweis ruhen, daß Gott ja die Liebe ist und die göttliche Liebe für den Menschen unerfaßbar bleibt.
Mit derartigen Worten sucht man Lücken auszufüllen, wo ein Wissen fehlt.
Doch für die leeren Redewendungen ist nun die Zeit vorbei. Der Geist muß jetzt erwachen! Er muß; denn anders bleibt ihm keine Wahl.
Wer sich mit leeren Ausflüchten begnügt in Dingen, die das Heil der Menschen tragen, zeigt sich als geistesträg in den wichtigsten Fragen dieser Schöpfung, somit als gleichgiltig und faul den Gottgesetzen gegenüber, die ja in dieser Schöpfung ruhen.
„Es ist vollbracht!“ Das war der letzte Seufzer Jesu, als er sein Erdensein beschloß und damit seine Leiden durch die Menschen!
Nicht für die Menschen, wie sich diese noch in ihrem unverantwortlichen Dünkel vorzumachen suchen, sondern durch die Menschen! Es war der Ausruf der Erleichterung, daß nun das Leid zu Ende ging, und damit die besondere Bestätigung der Schwere dessen, was er schon gelitten hatte.
Er wollte damit nicht anklagen, weil er als Verkörperung der Liebe nie anklagen würde, doch die Gesetze Gottes wirken trotzdem unerschütterlich und unabwendbar überall, also auch hier. Und hier gerade doppelt schwer; denn dieses große Leiden ohne Haß fällt nach dem Gesetze zehnfach auf die Urheber des Leidens nieder!
Der Mensch darf nicht vergessen, daß Gott auch die Gerechtigkeit selbst ist in unantastbarer Vollkommenheit! Wer daran zweifelt, frevelt gegen Gott, höhnt gegen die Vollkommenheit.
Gott ist lebendiges und unverbiegbares Gesetz von Ewigkeit zu Ewigkeit! Wie kann sich da ein Mensch vermessen, das anzuzweifeln durch den Wunsch, daß eine Sühne von Gott angenommen werden kann durch jemand, der nicht auch die Schuld selbst in die Schöpfung setzte, der nicht selbst der Täter ist!
So etwas ist nicht einmal irdisch möglich, wieviel weniger im Göttlichen! Wer unter Euch, Ihr Menschen, würde es für wahrscheinlich halten, daß ein Erdenrichter ganz bewußt an Stelle eines Mörders einen an der Tat ganz unschuldigen Menschen hinrichten zu lassen fähig ist und daß er dann den eigentlichen Mörder dafür ohne Strafe gehen läßt! Nicht einer unter Euch würde so Widersinniges für richtig halten! Über Gott jedoch laßt Ihr Euch solches von den Menschen sagen, ohne Euch dagegen auch nur innerlich zu wehren!
Ihr nehmt es sogar dankend hin und sucht die Stimme als ein Unrecht stets zu unterdrücken, die sich in Euch regt, um Euch zum Nachdenken darüber anzuregen!
Ich sage Euch, die Wirkung des lebendigen Gesetzes Gottes achtet nicht der falschen Anschauungen, denen Ihr Euch gegen Eure eigene Überzeugung darin hinzugeben sucht, sondern sie fällt nun schwer auf Euch und bringt gleichzeitig ihre Auswirkungen auch noch für den Frevel solchen falschen Denkens! Wacht auf, damit es für Euch nicht zu spät ist! Reißt Euch los von einschläfernden Anschauungen, die sich mit der göttlichen Gerechtigkeit niemals in Einklang bringen lassen werden, sonst kann es Euch geschehen, daß Todesschlaf für Euch aus diesem trägen Hindämmern entsteht, der den geistigen Tod zur Folge haben muß!
Ihr dachtet bisher, daß das Göttliche sich ungestraft verhöhnen und verfolgen lassen soll, während Ihr Erdenmenschen für Euch selbst das wahre Recht in Anspruch nehmen wollt! Die Größe Gottes soll nach Euch darin bestehen, daß er für Euch leiden darf und Euch noch Gutes bietet für das Schlechte, das Ihr an ihm tut! So etwas nennt Ihr göttlich, weil es nur ein Gott nach Euren Begriffen fertigbringen kann.
Ihr stellt also den Menschen damit viel gerechter seiend hin als Gott! In Gott wollt Ihr nur alles Unwahrscheinliche erkennen, aber auch nur dort, wo es Euch selbst zum Besten dient! Nie anders! Denn sonst schreit Ihr gleich nach dem gerechten Gott, wenn es sich einmal gegen Euch zu wenden droht!
Ihr müßt doch selbst das Kindische bei derartig einseitiger Anschauung erkennen! Schamröte muß Euch aufsteigen, wenn Ihr nur einmal den Versuch macht, recht darüber nachzudenken!
Gott würde ja nach Eurem Denken das Gemeine und das Niedere durch seine Nachsicht großziehen und stärken! Ihr Toren, nehmt die Wahrheit auf:
Gott wirkt den Kreaturen gegenüber, also auch Euch, in dieser Schöpfung überhaupt nur durch die ehernen Gesetze, welche darin fest verankert sind von Anfang an! Unverbiegbar sind sie, unantastbar, und ihr Wirken erfolgt stets mit unfehlbarer Sicherheit. Es ist auch unaufhaltsam und zermalmt, was sich ihm in den Weg zu stellen sucht, anstatt sich wissend einzufügen in ihr Schwingen.
Wissen aber ist Demut! Denn wer das wahre Wissen hat, kann Demut niemals ausschalten. Es ist so gut wie eins. Mit wahrem Wissen zieht gleichzeitig auch die Demut ein als selbstverständlich. Wo keine Demut ist, dort ist auch niemals wahres Wissen! Demut aber ist Freiheit! Nur in der Demut liegt die echte Freiheit jedes Menschengeistes!
Das nehmt noch zum Geleite! Dabei vergeßt nie wieder, daß die Gottesliebe sich von der Gerechtigkeit nicht trennen läßt!
Wie Gott die Liebe ist, so ist er auch lebendige Gerechtigkeit! Er ist ja das Gesetz! Die Tatsache nehmt endlich auf und legt sie Eurem Denken nun für alle Zeit zu Grunde. Dann werdet Ihr den rechten Weg zur Überzeugung von der Größe Gottes nie verfehlen, und Ihr werdet sie erkennen, an Eurer Umgebung wie bei der Beobachtung des alltäglichen Lebens! Seid deshalb geistig wach!

(Abd-ru-shin: Im Lichte der Wahrheit – Gralsbotschaft, Vortrag „Es ist vollbracht!“)

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Weihenacht! Jauchzendes Singen in jubelndem Dank durchflutete einst alle Ebenen der Schöpfung, als der Gottessohn Jesus in dem Stall zu Bethlehem geboren ward, und Hirten auf den Feldern, denen während dieser freudigen Erschütterung des Alls die Binde von den geistigen Augen genommen wurde, damit sie zeugen konnten für das unermeßliche Geschehen, um die Menschen aufmerksam darauf zu machen, sanken furchtsam auf die Knie, weil sie von dem für sie Neuen, Unfaßbaren überwältigt waren.
Furcht war es bei den Hirten, die vorübergehend zu dem Zwecke hellsehend und auch hellhörend gemacht wurden. Furcht vor der Größe des Geschehens, vor der Allmacht Gottes, die sich dabei zeigte! Aus diesem Grunde sprach der Künder aus den lichten Höhen auch zuerst beruhigend zu ihnen: „Fürchtet Euch nicht!“
Das sind die Worte, die Ihr immer wieder finden werdet, wenn ein Künder aus den lichten Höhen zu den Menschen spricht; denn es ist Furcht, was Erdenmenschen beim Erschauen und beim Hören hoher Künder stets zuerst empfinden, hervorgerufen durch den Druck der Kraft, der sie in solchen Augenblicken auch etwas geöffnet sind. Zum kleinsten Teile nur; denn etwas mehr davon müßte sie schon erdrücken und verbrennen.
Und doch sollte es Freude sein, nicht Furcht, sobald des Menschen Geist nach lichter Höhe strebt.
Nicht aller Menschheit wurde dieses offenbar in der Heiligen Nacht! Außer den Stern, der sich grobstofflich zeigte, sah von den Erdenmenschen niemand diesen lichten Kündern und die lichten Scharen, welche um ihn waren. Niemand sah und hörte als die wenigen der dazu auserwählten Hirten, die in ihrer Einfachheit und der Naturverbundenheit am leichtesten dafür geöffnet werden konnten. […]
Damals glaubte man den Hirten, wenigstens für eine kurze Zeit. Heute werden derartige Menschen nur verlacht, für überspannt gehalten oder gar noch für Betrüger, welche irdisch Vorteile dadurch erreichen wollen, weil die Menschheit viel zu tief gesunken ist, um Rufe aus den lichten Höhen noch für echt nehmen zu können, namentlich, wenn sie sie selbst nicht hören und auch selbst nicht schauen können. […]
Ein sogenannter guter Christ würde den Menschen ohne weiteres mit Gotteslästerer bezeichnen und einen großen Sünder in ihm sehen, der es wagen wollte, zu behaupten, die Verkündung der Geburt des Gottessohnes Jesus an die Hirten sei ein Märchen.
Doch der gleiche gute Christ weist die Verkündungen jetziger Zeit zurück mit eifernder Entrüstung, trotzdem diese auf gleiche Weise durch dazu Begnadete gegeben sind, und nennt die Überbringer ohne weiteres auch Gotteslästerer, in den günstigsten Fällen vielleicht nur Phantasten oder Angekränkelte, vielfach Irregeleitete. […]
Wer von den Gläubigen hat überhaupt die Größe Gottes schon erahnt, welche in dem Geschehen liegt, das sich in jener Weihenacht durch die Geburt des Gottessohnes still vollzog. Wer ahnt die Gnade, die der Erde damit als Geschenk zu Teil geworden ist!
Damals war Jubel in den Sphären, heute Trauer. Nur auf der Erde sucht so mancher Mensch sich eine Freude zu bereiten oder anderen. Doch dies ist alles nicht in jenem Sinne, wie es sein müßte, wenn das Erkennen oder überhaupt der wahre Gottbegriff im Menschengeist sich regen würde.
Bei der geringsten Ahnung von der Wirklichkeit würde es allen Menschen wie den Hirten gehen, ja, es könnte ob der Größe gar nicht anders sein: sie würden sofort auf die Knie sinken… aus Furcht! Denn im Erahnen müßte ja die Furcht als erstes machtvoll auferstehen und den Menschen niederzwingen, weil mit dem Erahnen Gottes auch die große Schuld sich zeigt, welche der Mensch auf Erden auf sich lud, allein in seiner gleichgiltigen Art, wie er die Gottesgnaden für sich nimmt und nichts im Dienste Gottes wirklich dafür tut!

Abd-ru-shin: Im Lichte der Wahrheit – Gralsbotschaft, Vortrag „Weihnachten“

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Ein Wort zum…

Die Menschen stehen abseits von dem Herrn, weil sie selbst Herren werden wollen auf der Erde! Und trotzdem führen sie den Namen Gott jetzt mehr im Munde als zuvor, um ihn für ihre Eigenzwecke zu benützen, als Schild voranzutragen, reines Wollen damit anzuzeigen.
Doch ihr Inneres hat mit dem so gezeigten Schilde nichts zu tun; denn ihre Seelen sind von Mißtrauen erfüllt, aus Furcht, es könnte ihnen jemand streitig machen, was sie selbst erstreben: Erdenmacht und Erdeneinfluß.
Und dieses Mißtrauen trübt jedes reine Wollen, es zerrt hinab, macht ungerecht, fanatisch und erhöht den Mißbrauch des Heiligen Namens „Gott“!

(Abd-ru-shin: Ermahnungen, Vortrag „Mißtrauen“)

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Die Eitelkeit will Wahrheit nie erkennen lassen, gleichviel, wo sie zu finden ist. Was sie sich darin alles leistet, zeigt die Stellungnahme dieser Erdenmenschheit schon dem Erdensein des Gottessohnes gegenüber, welches in seiner wahren, großen Einfachheit dem eitlen Menschensinne nicht genügt. Der Gläubige will „seinen“ Heiland nur nach seinem Sinne haben! Deshalb schmückt er den Erdenweg des Gottessohnes Christus Jesus mit erdachten Vorkommnissen aus.
Nur aus „Demut“ allem Göttlichen gegenüber muß dieser Heiland nach der Menschen Sinn als Gottessohn auch unbedingt „übernatürlich“ sein. Sie überlegen dabei nicht, daß Gott selbst die Vollkommenheit des Natürlichen ist, und die Schöpfung aus dieser seiner vollkommenen Natürlichkeit heraus durch seinen Willen sich entwickelte. Vollkommenheit trägt aber auch die Unabänderlichkeit in sich. Wäre eine Ausnahme in den Schöpfungsgesetzen möglich, die nach dem Willen Gottes sind, so müßte darin eine Lücke sein, es hätte an Vollkommenheit gemangelt.
Menschliche Demut aber hebt sich über all dies hinaus; denn sie erwartet, ja verlangt bei einem Erdensein des Gottessohnes Abänderung bestehender Gesetze in der Schöpfung, also Übertretung. Ausgerechnet nun von dem, der doch gekommen war, alle Gesetze seines Vaters zu erfüllen, wie er selbst es sagte! Sie erwartet von ihm Dinge, die nach den Gesetzen der natürlichen Entwicklung einfach unmöglich sein müssen. Und ausgerechnet damit soll sich seine Gottheit zeigen, das Göttliche, das die Grundlage der Naturgesetze lebendig in sich trägt!
Ja, Menschendemut kann viel fertigbringen. Aber ihr richtiges Gesicht ist Forderung, nicht wahre Demut. Höchste Anmaßung, ärgster, geistiger Hochmut! Die liebe Eitelkeit deckt nur ein Mäntelchen darüber, das der Demut ähnlich scheint.
Traurig ist nur, daß auch so oft wirklich Gutwollende sich in der anfänglich ganz echten Demut unbewußt in ihrer Hingerissenheit bis zu den unmöglichsten Dingen steigern.
Es erstanden Einbildungen, deren Weitergabe großen Schaden brachte.
So mußte schon das Jesuskind die größten Wunderdinge ausgeführt haben. Sogar bei den kindlichsten Spielen, die es trieb wie jedes Kind, wenn es gesund und geistig rege ist. Die kleinen Vögel, die es spielend aus einfachem Lehm formte, wurden lebend, flogen lustig singend in die Luft, und viele solcher Dinge mehr. Es sind die Vorgänge einfach unmöglich, weil sie allen Gottgesetzen in der Schöpfung widersprechen!
Dann hätte ja Gottvater seinen Sohn auch fertig auf die Erde stellen können! Wozu war eine Menschenmutter nötig! Die Unannehmlichkeiten der Geburt! Können die Menschen denn nicht einmal einfach denken? Sie unterlassen es aus eigener Eitelkeit heraus. Der Erdengang des Gottessohnes muß nach ihrer Ansicht anders sein. Sie wollen es, damit „ihr“ Heiland, „ihr“ Erlöser nicht den Gesetzen Gottes in der Schöpfung unterworfen war. In Wirklichkeit wäre das zwar in ihrem Denken nicht zu klein für ihn gewesen, den Gottessohn, aber für alle die, welche in ihm ihren Erlöser anerkennen wollen! Menschliche Eitelkeit und weiter nichts!
Sie überlegen nicht, daß es für Jesus noch viel größer war, daß er sich freiwillig diesen Gesetzen unterwarf durch seine Fleischwerdung, nur um die Wahrheit in dem Wort zu bringen jenen Menschen, welche frevelnd durch Verbiegung ihres Erdenwerkzeuges sich unfähig dafür gemacht hatten, die Wahrheit aus sich selbst heraus noch aufzunehmen, zu erkennen. Sie waren viel zu eitel, um in dem Worte selbst die Sendung Christi als erfüllt zu sehen. Für sie, die eitlen Menschen, mußte Größeres geschehen!
Und als der Gottessohn am Kreuze dann den Erdentod erlitt und starb, wie jeder Mensch am Kreuze sterben muß, weil es den Gottgesetzen in der Schöpfung so entspricht, als der menschliche Körper nicht einfach vom Kreuze steigen konnte, unverletzt, da blieb der Eitelkeit nichts weiter übrig als die Ansicht, daß der Gottessohn so sterben mußte, nicht heruntersteigen wollte, um den armen Menschlein ihre Sünden dadurch abzunehmen, damit sie daraufhin nun froh empfangen werden in dem Himmelreich!
Und so erstand der Grund zu der späteren Auffassung der Notwendigkeit des Kreuzestodes, die die traurige, große Irrung unter die heutigen Christen brachte, nur aus der Menscheneitelkeit heraus. […]
Wenn Christus fleischlich hätte auferstehen können, so war es unbedingt auch folgerichtig, zu erwarten, daß er die Möglichkeit besaß, auch fleischlich fertig schon von dort auf diese Erde hier herabzukommen, wohin er bei der Auferstehung fleischlich gegangen sein soll. Daß dieses aber nicht geschah, daß er im Gegenteil von Anfang an die Wege eines jeden Menschenkörpers von Geburt an auch durchleben mußte, mit allen kleinen und mit allen großen Mühen, spricht mit vielen anderen Notwendigkeiten seines Erdenseins deutlich genug dagegen, ganz abgesehen aber davon, daß es so und anders nicht sein konnte, weil auch der Gottessohn sich den vollkommenen Gesetzen seines Vaters in der Schöpfung fügen mußte.

(Abd-ru-shin: Im Lichte der Wahrheit – Gralsbotschaft, Vortrag „Das verbogene Werkzeug“)

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Es ist richtig, wenn die Kinder treu behütet und bewacht durch ihre Kinderzeit geleitet werden, wenn der heranwachsenden Jugend durch entsprechende Ausbildung das Rüstzeug für die Wege durch das Erdenleben mitgegeben wird.
Doch dann muß jedem Einzelmenschen auch die Möglichkeit verbleiben, sogar
gegeben werden, sich selbst von dem kleinsten Beginnen an emporzuarbeiten. Es darf ihm nicht von Anfang an alles bequem gemacht werden!
In dem Bequemmachen oder Erleichtern liegt die größte Gefahr als Förderung zu geistiger Trägheit! Und das ist bisher in gutwollendem Familiensinne stets geschehen.
Gift ist es schon für einen Menschengeist, wenn er als Kind im Glauben auferzogen wird, daß er Besitzrecht hat an Erdengütern, die die Eltern sich erwarben.
Ich spreche jetzt von Schäden in rein geistiger Beziehung, was das
Eigentliche bei allen Betätigungen eines Menschen ist. Das muß ihm auch in Zukunft stets bewußt verbleiben, wenn er und seine ihn umgebenden Verhältnisse wirklich gesunden sollen.
Doch auch in
irdischer Beziehung würde eine Änderung darin sofort sehr vieles umgestalten und so manches Übel aus dem Wege räumen. Nehmen wir zum Beispiel an, ein Kind würde gesetzlich auch nur Anspruch darauf haben, bis zu einem ganz gewissen Alter den Schutz und die Fürsorge der Eltern zu genießen mit einer entsprechenden Ausbildung, dann aber bleibt es lediglich freier Wille der Eltern, wie sie über ihr persönliches Eigentum verfügen wollen.
Wie anders würden so viele Kinder dadurch allein schon werden! Wieviel mehr
eigenes Streben würde da erstehen müssen, wieviel mehr Ernst für das Erdenleben, welch erhöhter Fleiß. Und nicht als letztes auch mehr Liebe zu den Eltern, die lange nicht so einseitig verbleiben könnte, wie sie heute oft sich zeigt. […]
Die Änderungen darin würden ohne weiteres schon dazu beitragen, wertvollere Menschen mit größerem Selbstbewußtsein, stärkerem Geiste und erhöhter Tatkraft zu erziehen. […]
Kindern tritt es näher, sich die Liebe ihrer Eltern zu erwerben, anstatt auf die Kindschaft und auch deren Rechte zu pochen, die sowieso einen ganz anderen Sinn hat, als heute angenommen wird, da Kinder dankbar sein müssen, daß ihnen ihre Eltern die Gelegenheit zur Erdinkarnierung gaben, auch wenn die Ablösungen und die Förderungen dabei gegenseitig sind, wie es in allem bei der Auswirkung der Gottgesetze ist.
In Wirklichkeit sind diese Kinder ja doch alle ihren Eltern fremde Geister,
Eigenpersönlichkeiten, welche nur durch ihre Gleichart oder irgendeine frühere Verbindung für die Inkarnierung angezogen werden konnten.
Die Erdeneltern bieten Schutz und Hilfe für die Zeit, welche der Geist braucht, um seinen neuen Erdenkörper vollwertig und selbstverantwortlich zu führen, dann aber muß der Erdenmensch ganz frei auf sich gestellt verbleiben, sonst vermag er nie so zu erstarken, wie es für ihn nützlich ist im großen Schwung der Gottgesetze. Er
soll kämpfen und Widerstände haben, um in deren Überwindung geistig aufwärts, höhenwärts zu kommen.
Eine Änderung in dem bisherigen Anrechtsgedanken eines Kindes an den Besitz der Eltern würde aber noch viel mehr Auswirkungen haben als die schon genannten, vorausgesetzt, daß aufbauende Staatsleitungen sich in ihrem Wirken für das Volk entsprechend einfügen und bahnbrechend den Eltern wie den Kindern dazu helfen. […]
Der heranwachsenden Jugend soll Gelegenheit geboten werden, ihre Geisteskräfte zur Erwerbung ihrer Lebensnotwendigkeiten entfalten zu
müssen, nicht nur können! Das allein würde das Rechte sein; denn dann, auch nur dann kommt sie geistig voran, weil sie sich geistig regen muß.
Statt dessen wird aber so vielen Kindern von den Eltern oder anderen Familienangehörigen gerade dieser für sie zu geistiger Gesundheit notwendige Weg zu sehr erleichtert, er wird den Betreffenden
so bequem wie irgend möglich gemacht. Das nennt man dann Familiensinn und Liebe, oder auch Familienpflicht.
Ich will die Schäden nicht aufzählen, die dadurch entstehen auch bei bestem Wollen; denn auch jeder gute Mensch braucht hier und da zur Stärkung Anstöße von außen her und Zwang.
Freiwillig würde er sich selten nur in eine Lage stellen, wo er gezwungen ist, sich anzustrengen, alle Geisteskräfte aufzuwenden, um der Lage Herr zu werden und sie gut zu lösen. Er würde in den meisten Fällen, wenn er eine Wahl hat, den dafür bequemsten Weg erwählen, um es leicht zu haben, was ihm aber geistig keinen Nutzen bringt.
Die Selbstachtung, sein Selbstvertrauen aber wird erhöht, wenn er mit Mühe und mit Fleiß sich irdisch selbst emporringt und das alles eine Folge
seiner Arbeit ist.
Er schätzt dann den Besitz viel mehr in rechtem Sinne, schätzt die Arbeit und auch jede kleinste Freude, bewertet auch jede Gefälligkeit von anderen entsprechend, und kann sich viel lebendiger erfreuen als ein Mensch, dem vieles ohne Mühe in den Schoß geworfen wird und der die Zeit nur damit auszufüllen braucht, um sich Zerstreuung zu verschaffen.
Zu dem
rechten Strebenkönnen muß man zu verhelfen suchen, wenn man wirklich helfen will. Man darf niemand die Früchte ohne ganz bestimmte Pflichten in den Schoß werfen, welche ein anderer in seinen Mühen sich erwarb.
Natürlich können Eltern ihren Kindern immer noch alles schenken, wenn sie wollen, oder können ihnen aus falscher Liebe heraus den Sinn und die Zeit ihres ganzen Erdenlebens opfern, können sich zu deren Sklaven machen; denn es bleibt ihnen darin der freie Wille, aber da sie kein irdisches Gesetz darin zu etwas zwingen wird, tragen sie in der Wechselwirkung des Gotteswillens die volle Verantwortung dafür
ganz allein für ihre eigene Versäumnis in der Schöpfung und zum Teil auch für den Geistesschaden, der die Kinder dadurch trifft.
Die Menschen sind nicht in der
ersten Linie für Kinder hier auf Erden, sondern für sich selbst, damit sie geistig reifen und erstarken können. Aus falscher Liebe aber wurde dies nicht mehr beachtet. Nur die Tiere leben darin noch in dem Gesetz!

(Abd-ru-shin: Im Lichte der Wahrheit – Gralsbotschaft, Vortrag „Das traute Heim“)

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Die Sprache soll den Menschen Macht und Schwert sein, um die Harmonie zu fördern und zu schützen, aber nicht, um Leid und Zwiespalt zu verbreiten.

(Abd-ru-shin: Im Lichte der Wahrheit – Gralsbotschaft, Vortrag „Dank“)

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In den Schöpfungsgeschichten der verschiedenen Völker ist vielfach erwähnt, daß Mann und Frau gleichzeitig erstanden sind. In manchen jedoch auch, daß der Mann zuerst erstand.
Wenn auch die einfach bildhaft gegebenen Vorstellungen darüber hierbei gar nicht in Betracht gezogen werden können, da sie je nach den Entwickelungsstufen der einzelnen Völker und Zeiten gegeben wurden, wir
hier aber das streng gesetzmäßige, wirkliche Schöpfungswissen behandeln, so findet Ihr trotzdem auch darin keinen Widerspruch; denn durch die Euch bisher geschilderten gesetzmäßigen Vorgänge wißt Ihr, daß natürlich erst das gröbere, rein Männliche, Positive aus dem Wesenhaften ausgeschieden werden oder sich lösen mußte, bevor das rein Weibliche verbleiben konnte!
Dabei wäre also der Mann als zuerst erstanden zu schildern möglich, während aber mit derselben Berechtigung gesagt werden kann, daß damit beide
gleichzeitig erstanden. Beide Arten frührerer bildhafter Schilderungen sind in dem eigentlichen, großen, sachlichen Geschehen als richtig bezeichnet zu betrachten; denn es kann ja das feinere Geistig-Weibliche oder das geistige Weib wiederum erst erstehen, wenn das grobe Geistig-Männliche sich aus dem Wesenhaften abgesondert hat, sonst nicht.
Es ist als nach
jeder Richtung hin betrachtet trotz Verschiedenartigkeit der Bilder dafür in den damaligen Wiedergaben richtig ausgedrückt; denn die Erschaffungsschilderungen betreffen ja nicht das Werden in der gröbsten Stofflichkeit, sondern den Beginn der Schöpfung überhaupt, und dieser setzte in dem Reiche des Urgeistigen ein, an der obersten Spitze der Schöpfung, die sich dann daraus abwärts senkend fortlaufend weiterentwickelte.
Es ist bei diesen Schilderungen wie bei allem, was die Erdenmenschen tun […]: Es werden den sich geistig vertiefenden Menschen Eingebungen geschenkt, die sie nicht klar zu erkennen vermögen, und die sie dann einfach bei der an sich deshalb schon verbogenen Weitergabe in ihre jeweiligen Umgebungen, sowie in die ihnen irdisch bekannten Vorgänge, Sitten und Gebräuche zwängen, wobei besonders noch der Verstand nicht versäumt, seinen nicht zu kleinen Teil ebenfalls beizutragen. Daß solches bei den Dingen, die der Erdverstand überhaupt nicht zu erfassen fähig ist, nicht gerade fördernd und klärend wirken kann, sondern entstellend wirken muß, brauche ich wohl nicht besonders hervorzuheben.
Und so erstanden alle derartigen Schilderungen immer nur in leicht oder schwer verbogenen Wiedergaben, an die Ihr […] Euch aber niemals zu fest klammern dürft.

(Abd-ru-shin: Im Lichte der Wahrheit – Gralsbotschaft, Vortrag „Der Kreislauf der Strahlungen“)

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Wer heute spottend über die von allen Seiten sich so häufenden Ankündigungen und Vorausschauungen furchtbarer Geschehen seine Straße trottet, nicht sehen will, daß sich so vieles davon schon erfüllt, daß von der einen Woche zu der anderen sich die Naturereignisse anhäufen, der ist beschränkt, oder er will aus bestimmter Furcht heraus noch nichts erkennen!
Es sind Beschränkte oder Feiglinge, welche nicht wagen, Tatsachen in das Gesicht zu sehen! In jedem Fall aber Schädlinge.
Und wer die große wirtschaftliche Not, welche sich unaufhaltsam steigert, in allen Ländern dieser Erde, wer die daraus erwachsende Verwirrung und Hilflosigkeit noch nicht als eine unheilvolle Katastrophe anerkennen will, nur weil er vielleicht selbst noch genug zu essen und zu trinken hat, der Mensch verdient nicht mehr, noch Mensch genannt zu werden; denn er muß innerlich verdorben sein, abgestumpft gegen fremdes Leid.
„Alles ist schon dagewesen!“ lautet deren leichtfertige Rede. Allerdings, schon dagewesen ist
das einzelne! Aber nicht unter den Verhältnissen wie heute, nicht unter diesem Wissen, dessen man sich heute rühmt, nicht bei den Vorkehrungen, die man heute treffen kann! Das ist ein Unterschied wie Tag und Nacht!
Vor allen Dingen aber waren nie die
Anhäufungen der Geschehen. Es lagen früher Jahre zwischen den Naturereignissen, man sprach und schrieb monatelang von derartigen Vorgängen, die alle Völker der Kultur in Aufregung versetzten, während heute schon nach Stunden alles vergessen wird im Tanz oder im Alltagsklatsch. Es ist ein Unterschied, den man nicht sehen will, aus Furcht, die sich im Leichtsinn zeigt! In einem frevelhaften Nichtverstehenwollen.
„Die Menschheit darf sich nicht beunruhigen!“ ist das Gebot für heute. Aber nicht aus Menschheitsliebe, sondern nur aus Furcht, die Menschen könnten Forderungen stellen, denen niemand mehr gewachsen ist!
Oft sind ja die Beruhigungsversuche plump, so daß nur eine
gleichgiltige Menschheit schweigend darauf hören kann in einer Abgestumpftheit, wie sie heute herrscht. Daß dies aber feindliche Gegenarbeit ist gegen den hohen Willen Gottes, das zu erkennen und zu sagen, müht sich niemand.
Gott
will, daß Menschen diese Warnungen erkennen, welche deutlich sprechend in den vorwärtsschreitenden Geschehen liegen! Sie sollen aufwachen aus ihrem leichtfertigen Geistesdämmern, um nachdenkend noch rechtzeitig den Weg zur Umkehr zu beschreiten, bevor es nötig wird, daß all das Leid, was sie jetzt noch bei Nebenmenschen sehen können, auch sie ergreifen muß. Auflehnung gegen Gott ist es von allen, welche dies verhindern wollen durch die Reden der Beruhigung!

(Abd-ru-shin: Im Lichte der Wahrheit – Gralsbotschaft, Vortrag „Das verbogene Werkzeug“)

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Der Mensch soll sich nicht immer so in Feigheit hüllen, ableugnen zu wollen, was er wirklich tut, sondern er soll sich dessen stets ganz klar bewußt bleiben! Ein Heuchler ist noch schlimmer als ein Frevler.

(Abd-ru-shin: Im Lichte der Wahrheit – Gralsbotschaft, Vortrag „Der Freundschaftskuß“)

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Es ist auch gar nicht nötig, daß er sie darin erkennt, sobald er ihr nur folgt und nicht vorauszueilen sucht in seinem Wissenwollen wie flüchtige Leser eines Buches, die es um der Spannung willen lesen, nur um freie Stunden damit auszufüllen und sich abzulenken von dem einseitigen Denken über ihre alltägliche Tätigkeit.
Sie sehen während des Lesens nicht die Menschen in dem Buche vor sich lebend auferstehen, achten nicht der einzelnen Entwickelungen, die die darin handelnden Personen in sich zu durchleben haben, sehen nicht die daraus sich entwickelnden haarscharfen Folgerungen, welche die Verhältnisse und die Umgebung immer wieder zu verändern fähig sind. Das alles wird von ihnen nicht beachtet, sondern es geht sprunghaft vorwärts, nur um dieses oder jenes in der Handlung schnell noch zu erfahren! Sie haben keinen Nutzen von den
besten Büchern, welche ein Stück Erdenleben wiedergeben, woraus der Leser vieles für sich schöpfen könnte, wenn er alles richtig in sich miterlebte!

(Abd-ru-shin: Im Lichte der Wahrheit – Gralsbotschaft, Vortrag „Verbogene Seelen“)

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