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Wienerisches Diarium, 18.5.1746

Von der Armee des Hertzogs von Cumberland an der Spay / vom 23. April.
Diesen Morgen brache der Hertzog von Cumberland mit der Armee von Cullen auf, und langte um 1. Uhr Nach-mittags an dem Ufer der Spay an. Wir erblikten alsobald an dem jenseitigen Ufer 4. Corps deren Rebellen, mit 4. weissen Fahnen. Nachdeme nun der Hertzog die Truppen Halte machen lassen, um ein wenig auszuruhen, und sich zu formiren, hat er denen leichten Reitern, den Grenadiers, und denen Camphells Befehle ertheilet, die Passage der Spay auf der Seiten zu tentiren, die Dragoner aber sollten zu gleicher Zeit etwas weiter davon durch den Fluß setzen. Die Reiter des Hertzogs von Kingston waren die ersten, so durchritten, und sobald sie das jenseitige Ufer erreichet, sprengten sie im vollen Galopp auf die Rebellen, und zertrenneten dieselbige, der vortheilhaften Stellung ohngeachtet sogleich. Da aber diese niemals nach denen Kriegs-Reguln sich richten, auch die Infanterie 3. Stunden Zeit brauchte, bis sie über die Spay kame, so haben Seine Königl. Hoheit beschlossen, diese Nacht an dem Ufer des Flusses zu campiren. Wir haben bey dieser Passage keinen Mann verloren, ungeachtet derer Rebellen bey 2000. waren.

Leipziger Zeitungen, 17.5.1746

Berwick den 24. April. Die am Bord der Chaloupe, der Hazard, zu Gefangenen gemachte Officiers, worunter sich nur 5. bis 6. Franzosen befinden, sind nebst dem Rest der Equipage heute von Leith hier angelanget, und der Herzog von Cumberland hat befohlen, mit den Franzosen als mit Kriegs-Gefangenen, mit den Engelländern, Schott- und Irrländern aber als mit Rebellen zu verfahren.

Glasgow den 25. April. Durch eine am Dienstage von Inverneß abgegangene Person hat man vernommen, daß sich die Rebellen gegen die Spey auf den Marsch begeben, und zu Forres und Elgin cantonnirten, bis auf 3. Regimenter, welche mit dem jungen Prätendenten daselbst geblieben, und daß die Detachemens, welche der Graf von Cromarty und Barrisdale commandirten, noch nicht aus der Grafschaft Sutherland zurück gekommen gewesen. Der Lord George Murrai wäre am 15. allda angelanget, und seine Leute so wohl als die Hochländer, welche das Fort William belagert, wären gerade gegen die Spey marschiret, die 300. Franzosen aber, die bey diesen leztern gewesen, am 17. mit 5. Canonen nach Inverneß zurück gekommen. Man hat auch Briefe allhier aus nur erwehntem Orte, worinn gemeldet wird, der junge Prätendent wäre an besagtem Tage von dannen aufgebrochen, um sich zur Armee gegen die Spey zu begeben, er hätte aber einige Truppen zu Inverneß gelassen. Am verwichenen Donnerstage haben sich 300. Hessen an der Brücke des Tay, und 600. andere zu Crief befunden, und am Freytage sind die Dragoner von Hamilton und Naizon zu Sterling angelanget, wo der Herzog grosse Heu-Magazine anzulegen verordnet hat. Zwölf hiesige Bürger, die von den Rebellen zu Falkirk gefangen worden, sind, nachdem sie Erlaubnis erhalten, wieder nach Hause zu kehren, den 17. von dem Fort August abgegangen, und hier angelanget.

Edimburg den 26. April. Heute, als an dem Geburts-Tage des Herzogs von Cumberland, hat man hier grosse Freuden-Bezeigungen angestellet. Den Nachrichten zu Folge, die man von der Armee hat, ist sie am 22. von Bampf aufgebrochen, und den 23. zu Mittage an der Spey angelanget. Man hat zwar wegen des geschwinden Strohms und des angewachsenen Wassers von Seiten der Rebellen einigen Widerstand vermuthet, zumahl da sie anfangs auch Mine gemacht, als ob sie die Passage streitig machen wolten: als aber Se. Königl. Hoheit Canonen herbey bringen lassen, und die nöthigen Anstalten gemacht, die Passage zu forciren, und die Rebellen anzugreiffen, haben diese, ihrer Gewohnheit nach, da sie vor dem Herzoge noch niemahls Stand gehalten, aufs eiligste die Flucht ergriffen. Nur allein ihre Husaren, die noch so ziemlich montirt seyn sollen, haben so lange festen Fuß gehalten, bis das Cavallerie-Regiment von Kingston sich in Bewegung gesetzet, die Spey zu paßiren; denn alsdenn sind sie gleichfalls ausgerissen, nachdem sie 2. bis 3. Schüsse gethan, davon einer durch die Falten eines Reuters von besagtem Regiment gegangen. Der Herzog hat an eben dem Abend zu Elgin anlangen sollen, welches nur 28. hiesige Meilen von Inverneß entlegen ist, und die Armee hat einen grossen Vorrath an allerley Sachen gefunden, also, daß sie ohne einige Schwürigkeit in solchen Gegenden wird bestehen können. Die Rebellen haben das Haus des Grafen von Finlater zu Cullen rein ausgeplündert. Zu Inverary ist einer ihrer Spione ertappet worden. Dem Verlaut nach ist das Detachement von dem Corps des Grafen von Loudoun, das zur Gefangennehmung der Equipage der Chaloupe, der Hazard, viel beygetragen hat, zur Armee des Herzogs von Cumberland gestossen.

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Wienerisches Diarium, 18.5.1746

Aberdeen 20. April.
Nachdeme die Hessische Truppen das Schloß Blair wieder befreyet / so seynd dieselbe wegen bequemer Subsistentz nach Perth zurüke gekommen. Bey denen Rebellen ist ein grosser Mangel an Lebens-Mitteln und auch an Geld / sie gehen daher Truppenweise durch / und trachten / sich der Gnade des Königs von Groß-Britanien wieder fähig zu machen.

Leipziger Zeitungen, 19.5.1746

Blair den 20. April. Die Rebellen, 2000. Mann an der Zahl, haben uns 17. Tage lang belagert. Unsere Besatzung bestund nur aus 300. Mann, von denen jeder mehr nicht als 24. Patronen hatte. Was die Lebens-Mittel betrift, hat jeder Mann nur 12. Unzen Brod nebst 3. Unzen Käse auf 24. Stunden bekommen, und das Wasser ist während der ganzen Belagerung sehr rar gewesen. Die Rebellen haben uns unaufhörlich Tag und Nacht canonirt, auch verschiedene glüende Kugeln geworffen, wodurch zu dreyen mahlen Häuser in Brand gerathen, jedoch ist das Feuer geschwind gelöschet worden. In solchen Umständen versahen wir uns aller Augenblicke, durch einige Minen, oder auf andere Weise in die Luft gesprenget zu werden, als die Hessen zu unserm Entsatz kamen, durch die wir glücklich befreyet worden.

Wienerisches Diarium, 18.5.1746

Edinburg 21. April.
Der Chevalier Jacob Stuart von Buvray hat 300. Mann für die Rebellen angeworben; selbige plündern die Güter des Grafen von Morton. Der Lord Mac-Cleod ist nach Caitsneß mit 3. oder 400. Rebellen gegangen / wo er sich um noch mehr Anhänger bewirbt. Der Hertzog von Cumberland hingegen ist vorgestern von Aberdeen aufgebrochen. Der Capitain Orbrian / welcher das Kriegs-Schif Sheerneß commandirt / hat abermal in dem Hafen von Strommes ein Schif weggenommen / worauf 13. Tonnen Pulfer und 14. Kisten voller Pistolen und Säbel gewesen. Die Rebellen desertiren mit starken Partheyen / und unterwerfen sich der Gnade des Königs / sonderlich diejenige / welche unter dem Lord Murray das Schloß Blair haten belagern sollen.

Wienerisches Diarium, 11.5.1746

Londen 22. April.
Die Regimenter von Murray, von Frompton, desgleichen das Regiment Berg-Schotten, und eine Bataillon von Sinclair, und die Helfte derer Regimentern von Lascelles, und von Richbell werden dem Vernehmen nach, nacher Cap Breton geschiket werden. Es seynd hier viele Frantzösische Deserteurs vom Regiment des Lords Drummond angelanget, welchen man Paßporten nach Holland überzuschiffen gegeben hat. Vorgestern hat der Cantzler der Schiquier auf Befehl Ihro Majestät des Königs dem Unter-Hause den Vorschlag übergeben, daß Ihro Majest. 13000. Mann Hannöverischer Truppen nacher Braband senden werde, dieser Vorschlag wurde heute verlesen. Zufolge der sicheren Nachricht aus Schottland, haben Ihro Königl. Hoheit der Hertzog von Cumberland, welcher einige Täge unpäßlich gewesen, wegen des allzu schlimmen Wetters nichts mit der Armee unternehmen können. Auch haben die Rebellen weiter nichts unternommen. Der Admiral Knowles ist nunmehro mit der nacher Ost- und West-Indien bestimmten Flotte von Plymouth würklich abgesegelt. So aber lauffet die Nachricht ein, daß die Rebellen, auf Annäherung deren Königl. Truppen die Belagerung des Schlosses Plair von Athol, wie auch jene vom Fort William aufgehoben, und mit schneller Flucht sich in das Gebürg zurüke gezogen haben.

Wienerisches Diarium, 30.4.1746

Londen 15. April.
Die Regimenter Skelton/Mordaux/Richbell/Hougton / und das Königl. Irrländische Regiment / so zu Blakwall /Wolwich und Depfort eingeschiffet worden / seynd nunmehro unter Segel gegangen / um nach Schottland zu schiffen / und daselbst zu denen Hessischen Truppen zu stossen / welche bey Perth stehen. Gestern ist von Ihro Kön. Hoheit dem Hertzogen von Cumberland ein Expresser angelanget / welcher die Nachricht mitgebracht / daß die in Schweden zum Dienst der Krone Frankreich angenommene Offiers / nebst 200. Soldaten zu Perthead angekommen / und an das Land getretten / und sogleich den marsch fortgesetzet / um zu denen Rebellen zu stossen / denen aber Ihro Kön. Hoheit 500 M. sogleich nachgeschiket. Laut des Berichts/welchen die Schif-Commandanten derer dreyen Schiffen / welche den 8ten von Aberdeen gesegelt / und gestern auf der Temse angelanget/ abgestattet /haben Ihro Kön. Hoh. der Hertzog von Cumberland bey Dero Abreise annoch mit dem Groß der Armee / bey gedachtem Aberdeen gestanden. Es ist der Schluß gefasset worden / Ihro Maj. dem König von Sardinien eine Zulage von 100000. Pfund Sterling zuzustehen.

Leipziger Zeitungen, 5.5.1746

Aberdeen den 15. April. Weil sich der Graf von Loudoun und der Lord Präsident in der Provinz Sutherland wegen Annäherung der Rebellen nicht haben behaupten können, haben sie sich am 6. mit ungefehr 1000. Mann auf die Insul Sky begeben, wo der Ritter Alexander Macdonald zu ihnen gestossen ist; sie leiden aber am Gelde, Provision und Munition Mangel. Man vernimmt, daß der Sohn des Prätendenten, welcher sich noch kranck zu Inverneß befindet, gegen 3000. Mann bey sich hat, und daß die Rebellen zu Findorn ein Schiff equipieren, um den Französischen Gesandten nebst ihren Gefangenen nach Franckreich hinüber zu bringen. Die Armee des Herzogs von Cumberland ist im Begriff, sich nach dem bisherigen schlimmen Wetter wieder in Marsch zu setzen.

Wienerisches Diarium, 11. Maji. 1746

Edingburg 15. April.
Man vernimmet, daß Ihro Königl. Hoheit, der Hertzog von Cumberland sich von Aberdeen in den Marsch gesetzet, und die Rebellen die Belagerung des Forts Guilleaume aufgehoben haben.

Aberdeen 15. April.
Den 3. dieses wurde in einem gehaltenen Kriegs-Raht der Fändrich Hart, vom Regiment Monroy, weil er einer gewissen Kaufmann-Frau in hiesiger Stadt 6. Guineen ausgepresset, unter dem Vorwand ihren Laden, und Haus zu beschützen, für untüchtig ferners zu dienen erkläret. Der Graf von Londoun, und der Präsident seynd von der Insul Sky mit 1000. Mann den 6. hier angelanget. Der Prätendent ist noch krank, und befindet sich zu Invernes mit 3000. Mann.

Wienerisches Diarium, 14.5.1746

Aberdeen 16. April.
Es wird bestättiget, daß der Frantzösische Armateur, der Printz Carl von Stuart genannt, der neulich aus Frankreich nacher Schottland abgefahren, auf der Küste von Strahnarern in der Grafschaft Sutherland gestrandet, und der Obrist Broun, nebst 20. andern Officiers, auch 100. Soldaten durch den Capitain Georg Mackey, Sohn des Lords Rae, zu Kriegs-Gefangenen gemacht, nachdeme 10. Mann von denenselbigen getödtet, auch 12000. Guinees, welche diese Leute an das Land gebracht, erobert, die Mannschaft aber nacher Edinburg gebracht worden. Allhier seynd drey Holländische Kriegs-Schiffe angelanget, welche als Auxiliar-Schiffe agieren werden.

Wienerisches Diarium, 11. Maji. 1746

Edinburg 7. April.
Die Transport-Schiffe, die auf der Rhede zu Leith lagen, seynd am 4. mit einem guten Winde nach Aberdeen unter Segel gegangen, von wannen man vernimmet, daß der Hertzog von Cumberland sich noch allda befunden, und daß das Regiment von Bligh sowol, als die Reconvalescirten, und die mit Provision beladene Fahr-Zeuge glüklich daselbst angelanget. Man meldet auch, es habe der Patron eines von der Küste von Sutherland gekommenen Fahr-Zeuges die Nachricht gebracht, daß das Corp des Grafens von Loudoun sich durch die wolgesinnten Einwohner, die sich mit ihme vereinigten, täglich verstärkte. Aus der Grafschaft York seynd 100. Mann anhero gekommen, welche von dem Lord Malton, und andern daselbst geworben worden, und denen man die Quartiere in hiesiger Stadt so lange angewiesen hat, bis sie mit Gewehr aus hiesigem Castell versehn seyn werden, worauf sie zur Armee abgehen sollen. Diese Leute versichern, daß ein anders in eben der Grafschaft geworbenes Corp Truppen den Weg nacher Carlisle genommen habe. Diesen Morgen hat man unter einer guten Bedekung 4. Barbier-Gesellen, die einige Zeit in hiesigem Castell gefangen gesessen, weil sie denen Rebellen bey ihrem Zuge nacher England gedienet, nach Londen abgeführet. Die Hessische Truppen haben sich am verwichenen Montage von Perth auf den Marsch begeben, worauf die Rebellen, die sich zu Dunkeld befunden, sich bey jener Annäherung so gleich aus dem Staube gemacht. Weil einige Soldaten das Haus des Herrn Gordon von Combairdie, der bey denen Rebellen ist, geplündert, hat der Hertzog von Cumberland nicht allein anbefohlen, alles weggenommene wieder zurüke zu geben, sondern auch der Madam Gordon ein Präsent von 100. Guineen gemacht, und ihr ein eigenhändig unterschriebenes Salvegarde-Patent zugeschiket. Nach denen Briefen aus Angus seynd daselbst verschiedene von denen angekommen, die zu Falkirk noch gefangen worden, und Gelegenheit gefunden, aus denen Händen derer Rebellen zu entrinnen. Sie sollen nicht genug beschreiben können, was für große Noht diese an Lebens-Mitteln litten: der gröste Theil von ihnen stünde zu Forres, und Elgin, und sie wären genöhtiget worden, nach verschiedenen Gegenden Detaschements zu schiken, blos um deswillen, weil sie alle in einem District nicht Unterhalt genug finden könten.

Wienerisches Diarium, 30.4.1746

Edinburg 8. April.
Nachdeme die Rebellen Dunkeld / eine kleine Stadt in der Grafschaft Pert am Fluß Tawar besetzet / so habe sie doch dieselbe in aller Eil wiederumen verlassen / als ein Corpo Hessischer Truppen gegen Dunkeld angeruket / um diesen Ort hinweg zu nehmen. Hingegen gehet ein Gerücht / daß die Rebellen einem Detaschement besagter Hessischen Truppen bey Blair in der Grafschaft Athol / einigen Schaden zugefüget hätten / so daß diese letztere sich nach Sterling zuruk gezogen. Desgleichen will verlauten / daß die Avant-Garde unter dem General Huske und Bland / bey Gordon in einem Scharmützel gerahten / und der General Huske dabey einen Arm verloren hätte.

Wienerisches Diarium, 21.5.1746

Dublin 12. April.
Der Artillerie-Officier / Hr. Hugnes Farran / ist mit 220. Kisten Pulfer / mit einer proportionirten Anzahl Kugeln / und mit allerhand anderem Kriegs-Behör nach dem Fort Wilhelm in Schottland abgegangen. Eben dahin ist auch eine Infanterie-Compagnie vom Regiment des Ritters John Hoye / und Artillerie abgeschicket worden.
Eben vernimmt man / daß / nachdeme die Schaluppe / der Baltimore / die dem Fort Wilhelm zur Hülfe abgegangen ware / an der Küste auf den Sand gerahten / die Rebellen mit einer Menge kleiner Barquen herzu bekommen seynd / um sich derselben zu bemächtigen; alleine die Mannschaft auf der Schaluppe hat dieselbe mit einem ansehnlichen Verluste abgetrieben / und verschiedene Barquen in den Grund gebohret.

Leipziger Zeitungen, 5.5.1746

Edimburg den 14. April. Die Rebellen haben an der Küste von Sutherland 3. Fahrzeuge genommen, davon eines Gewehr und Munition für die Truppen des Grafen von Loudoun am Bord gehabt. Sie sind Meister von den Grafschaften Murrai, Inverneß, Sutherland und Caithneß, und sie haben sich aller Pferde, und alles Vorraths, der daselbst befindlich gewesen, bemächtiget. Das Gerüchte, das sich von der Landung der Schwedischen Officiers zu Peterhead oder Portsoi ausgebreitet hatte, ist ohne Grund. Man vernimmt, daß sich der Herzog von Cumberland von Aberdeen wieder auf den Marsch begeben, und daß die Rebellen die Belagerung des Forts William aufgehoben.

Leipziger Zeitungen, 28.4.1746

London den 15. April. Der König hat in den abgewichenen Tagen 4. Adressen empfangen, welche von dem Eifer und der Treue für Sr. Maj. Dienst zeigen. Die eine ist von dem Adel in der Grafschaft Aberdeen; die andere von den Magistrats-Personen, welche im Amte gewesen, als die Rebellen dahin gekommen; die dritte von der Universität zu Aberdeen, und die vierte von dem Principal und den Magistris dasiger Universität so wohl, als dem Königl. Collegis. Vorgestern wurden acht 18pfündige Canonen aus dem Towr geschaffet, welche nach der Grafschaft Suffolk gebracht werden sollen, an der Küste selbiger Provinz eine Batterie zu errichten, und die neuen Einrichtungen dadurch zu befördern, die man zu Hinderung des Contreband-Handels vorhat. Ob man sich gleich völlig mit der Hofnung schmeichelt, daß die Mittel, welche die Regierung zu Dämpfung der Rebellion in Schottland gebrauchet, ihre gute Würckung haben sollen: so ist doch beschlossen worden, die Stadt und das Castell Carlisle in den besten Vertheidigungs-Stand, als nur immer möglich seyn will, zu setzen, und verschiedene Wercke daselbst anlegen zu lassen. Es sind schon Ingenieurs zu solchem Ende dahin abgegangen, und es ist auch anbefohlen worden, 12. Canonen dahin zu bringen. Gestern vernahm man, daß die Schiffe, welche die Regimenter Skelton, Mordaunt, Richbell, Houghton und Royal-Irlandois am Bord haben, den vorhergehenden Tag sich auf der Höhe von Harwich schon befunden. Die Anzahl dieser Truppen beläuft sich über 3000. Mann, und da der Wind immer noch gut ist, so hoffet man, daß sie den 17. oder 18. zu Edimburg anlangen werden. Gestern empfieng der Hof einen Expressen von dem Herzoge von Cumberland aus Aberdeen. Dieser Prinz hat würcklich auf die Nachricht, daß die von Gothenburg abgegangene Schwedische Officiers mit mehr als 200. Mann zu Peterhead gelandet, um zu den Rebellen zu stossen, 500. Mann abgeschicket, um an sie zu kommen zu suchen. Aus Neu-York hat man, daß die Franzosen und Indianer die Gränzen selbigen Gouvernements überfallen, und ein Dorf, Soratogo genannt, das von 30. Familien bewohnet gewesen, geplündert. Sie haben die grösten Grausamkeiten daselbst verübet, und unter andern den Obersten Schuyler auf eine barbarische Weise umgebracht, indem sie ihn lebendig aufgeschnitten und ihm das Herze aus dem Leibe gerissen.

(Mehr dazu hier und hier.)

Wienerisches Diarium, 30.4.1746

Newcastle 29. Martii.
Denen Briefen aus Schottland zufolge / wenden die Rebellen eine außerordentliche Sorgfalt an / daß man nicht hinter ihre Absichten kommen möge. Zu dem Ende lassen sie alle Zugänge des Lands / worin sie jetzo versammlet seynd / mit vielem Fleisse bewaren. Sie lassen keinen Menschen daselbst durch / als den sie kennen / und nöhtigen alle diejenigen / deren Gesinnungen ihnen verdächtig vorkommen / in ihren Häusern sich eingesperret zu halten. Nichts destoweniger unterlasset man zu Aberdeen nicht / Nachrichten von dem einzuziehen / was unter denen Rebellen vorgeht. Unter andern ist man benachrichtiget worden / daß sie einen neuen Marsch entworfen hätten / dessen Ausführung durch die Krankheit des Sohnes des Prätendenten verzögert würde; in einem gehaltenen Rath auf dem Schlosse von Gordon / wo der Lord John Drummond sein Quartier hat / hätte man in Vorschlag gebracht / das Fort St. Georg oder das Schloß von Invernes zu schleiffen / welches ihnen freylich von keinem Nutzen ist / wann sie den Entwurf hinausführen wollen / um nach dem Westen zu marschiren / oder nach dem Süden zuruk zu kehren; die Meinungen wären indessen getheilt gewesen / und eben diese Verschiedenheit deren Gedanken hätte verhindert / diesfalls etwas gewisses zu beschliessen. Nach eben denenselben Berichten / wäre zu Portsoy / einem kleinem Hafen von Elgin / eine Fischer-Barque angelanget / die von einem Frantzösischen Schiffe abgeschikt worden / und welche eine ansehnliche Summa Geldes daselbst abgesetzt hätte: dieses Geld in Empfang zu nehmen / hätte sich der Frantzösische Agent dahin verfüget / welcher hierauf / in Begleitung von 5. Personen / die an Bord von gedachter Barque gewesen / und nach ihrer Kleidung Officiers geschienen / zu Elgin zuruk gekommen wäre. Die jenige Mühe / welche die Rebellen gehabt haben / sich des Forts St. Georg zu bemächtigen / hat ihnen Glauben gemacht / daß sie nicht mehrere Hindernuß finden würden / um sich auch des Forts Wilhelm zu bemeistern / das an dem See von Lochy und der Provintz Lochober liget. Sie haben also ein Detaschement von 800. Mann dahin abgeschikt gehabt / welche unter denen verwegensten die ausgesuchtesten gewesen. Diese haben den Versuch gemacht / das Fort mit Leitern zu ersteigen / und selbiges also einzunehmen; allein 2. Compagnien der Militz von Argyle / mit denen es besetzt ist / haben sie mit solcher Bravoure empfangen / daß sie genöhtiget worden / sich mit Verlust zuruk zu ziehen.

Wienerisches Diarium, 30.4.1746

Perth 5. April.
Das Schloß zu Blair / welches der Lord George Murray beschiesset / hat sich bisher wol vertheidiget / der Commandant darinnen ist der Chevalier Andre Agnew / so nur 300. Mann zur Besatzung bey sich hat. Die Rebellen seynd in dasiger Gegend ziemlich stark. Ein grosses Detaschement hat von der Passage von Killisenkie Besitz genommen / und ist zwischen Dunkeld / und Pert vorgerucket / wo zwischen denen Rebellen / und Hessischen Vor-Truppen ein Scharmützel vorgegangen. Ihro Durchl. der Printz von Hessen-Cassel und der Graf von Crawford haben sich mit 4. Hessischen Regimentern in den Marsch gesetzet / um den Chevalier Andre Agnew zu Hülfe zu kommen. Indessen haben die Rebellen eine Parthey in 70. Mann zu Fuß / und 30. zu Pferde bestehend / desgleichen eine Parthey unter dem Lord Loudon überfallen / und theils getödtet / theils aber zu Kriegs-Gefangenen gemacht / allein es haben die Rebellen hierbey viele Leute verloren.

Leipziger Zeitungen, 19.4.1746

London, den 5. April. Am 31. vorigen Monaths langte zu Whitehall ein Expresser von dem Herzoge von Cumberland mit Briefen aus Aberdeen unterm 25. eben dieses Monaths an, worinn er folgendes meldete. Die Rebellen haben, als sie sich des Forts Augustus bemächtiget, 3. Compagnien des Regiments Guise, die daselbst in Besatzung gelegen, zu Kriegs-Gefangenen gemacht. Sie haben ihre vornehmsten Magazine nach solchem Fort gebracht, und das Fort [unleserlich] Castell zu Inverneß [unleserlich], wo der Oberste Grant, ihr vornehmster Ingenieur, das Leben eingebüsset hat. Ein Corps Rebellen ist seit dem gegen das Fort William marschiret, und hat es berennet: weil sie aber die Communication mit solchem Fort zu Wasser nicht abschneiden können, so hat man die erforderliche Anstalten vorgekehret, Succurs dahin zu schicken. Aller Vortheil, der den Rebellen durch die Eroberung des Forts George und August so wohl als durch den Rückzug des Grafen von Loudoun zuwächset, ist dieser, daß sie den Krieg nach dem Gebürge spielen, und dadurch Zeit gewinnen. Die ganze Verstärckung, die sie erhalten haben, hat aus einigen Mackennies oder Vasallen des Lord Seaforth bestanden, welche ihnen jedoch nicht durch diesen Lord, der bey dem Grafen von Loudoun ist, sondern durch Mylady Seaforth, die sich in dergleichen Dinge gemischet hat, zugeführet worden; und ihrem Beyspiel ist Mad. Mackintosh gefolget, deren Mann sich auch bey dem Grafen von Loudoun befindet. Der General-Major Bland ist am 23. mit den Infanterie-Regimentern Royal, Barrel, Price, und Cholmondeley, dem Cavallerie-Regiment von Kingston, und dem Dragoner-Regiment von Cobham, gegen die Spey vorgerücket. Er hat in seiner Avant-Garde die Campbells und den Laird oder Herrn von Graunt nebst 100. seiner Vasallen. Am 25. vernahm man, daß einige Schiffe, die man für Französische gehalten, an der benachbarten Küste von Stonehive gespüret worden. Durch Briefe aus dem Fort William unterm 15. die nach Aberdeen gekommen, ist man benachrichtiget worden, daß zu Glenavis, das nur 2. Meilen davon liegt, ein Corps von 1000. Rebellen gestanden. Selbige hätten nach dem Ufer des Canals von Carron verschiedene Partheyen ausgeschicket, davon sich eine einer Chaloupe der Brigantine Baltimore bemächtiget, und die Equipage zu Gefangenen gemacht: am 15. aber hätte der Capitain Askew, Commandant der armirten Chaloupe, die Schlange, 3. Partheyen, eine von 27. Mann, eine von 24. und eine von 20. Mann, jede in einer Chaloupe abgeschicket, welche die Rebellen von dem Canal von Carron verjaget, die daselbst befindliche Barcken mit sich fortgeführet, und die Wohnungen, welche an den Ufern gewesen, verbrannt. Der Capitain Scott, der von Dunstafnagg dem Fort William zu Hülfe abgegangen gewesen, hat unterm 19. aus dem Schlosse Ellanstalker geschrieben, daß er nicht weiter kommen können, weil die Rebellen die Ufer des Carron aufs neue besetzt hätten. Der mit diesen Nachrichten abgefertigte Courier hat auch Briefe von Edimburg unterm 26. mitgebracht, des Inhalts, daß das Regiment Bligh denselben Morgen nach Aberdeen abgegangen, das Regiment Lee aber, das von Berwick gekommen, an solchem Tage zu Edimburg wieder eingezogen. Man hat daselbst auch Briefe von Glasgow unterm 25. gehabt, worinn von der Berennung des Forts William Meldung geschehen. Allem Ansehen nach aber werden die Rebellen davor genug zu thun finden, weil der Commandant Campbell entschlossen ist, sich bis aufs äusserste zu wehren. Gestern ist abermahls ein Courier aus Schottland mit folgenden Nachrichten gekommen. Der General-Major Bland hätte ein starckes Corps Rebellen, das zu Strahbogie gewesen, genöthiget, sich in Eil zurück zu ziehen, und es hätte sich durchgehends das Gerüchte ausgebreitet, daß der so genannte Roi-Stewart, der es commandiret gehabt, geblieben. Die lezten Berichte, die man von dem Grafen von Loudoun gehabt, wären aus Darnick in der Grafschaft Sutherland gewesen. Nach selbigen wären 310. Mann von den Vasallen des Grafen dieses Nahmens zu ihm gestossen, die in 4. Compagnien eingetheilet gewesen, die Sergeanten, Corporals und Tambours ungerechnet. Der Graf von Crawford habe nach Aberdeen berichtet, daß die Rebellen in der Nachbarschaft von Athol 2. bis 3. Partheyen überrumpelt, und theils getödtet, theils zu Gefangenen gemacht. Die von Perth empfangene Nachrichten, wo sich der Prinz von Hessen befindet, sind vom 30. und bemercken ebenfalls, es wäre eine Parthey Land-Militz von Argyle unter Anführung des Hrn. Glenure am 18. bey Kanack von den Rebellen angegriffen, und entweder getödtet oder gefangen worden. Zwey andere zu Blair-Littie und Kennochan postirte Partheyen hätten die Rebellen auch angegriffen, und eine, die zu Cushiville popirt gewesen, wäre genöthiget worden, sich nach Castle-Menzie zu ziehen. Diesen Nachrichten zu Folge ist der Lord George Murrai, den man noch auf dem Schlosse zu Gordon zu seyn geglaubt, mit einem Corps Rebellen vor dem Schlosse zu Blair in Athol auf einmahl wiederum zum Vorschein gekommen, worauf er auch einen Angriff gethan, da immittelst ein anders Corps gegen Castle-Menzie angerücket. Sonst vernimmt man, daß, als der Herzog von Cumberland an die Stämme verschiedener Gegenden ein Schottland Circular-Schreiben ergehen lassen, daß sie sich des fördersamsten zu ihm fügen solten, diejenigen Grants, welche gegen Elgin wohnen, sich einkommen lassen dürffen, zur Antwort zu geben, wie sie lieber die Mittel-Strasse halten, und neutral bleiben wolten; gleich als ob die Neutralität auf Seiten der Unterthanen gegen ihren rechtmäßigen Herrn, wenn er sich angegriffen sieht, statt haben könte. Der Herzog hat sie daher auch bedeuten lassen, ihr wunderlicher Einfall verdiente nicht die geringste Aufmercksamkeit, und sie solten der an sie ergangen Verfügung nachleben, wo sich nicht mit den Rebellen in einem Paar gehen, und wie dieselben gehalten worden wolten.

Leipziger Zeitungen, 28.4.1746

Edimburg den 7. April. Die Transport-Schiffe, die auf der Rhede zu Leith lagen, sind am 4. mit einem guten Winde nach Aberdeen unter Segel gegangen, von wannen man vernimmt, daß der Herzog von Cumberland sich noch allda befunden, und daß das Regiment von Bligh so wohl, als die Reconvalescirten und die mit Provision beladene Fahrzeuge glücklich daselbst angelanget. Man meldet auch, es habe der Patron eines von der Küste von Sutherland gekommenen Schiffes die Nachricht gebracht, daß das Corps des Grafen von Loudoun sich durch die wohlgesinnten Einwohner, die sich mit ihm vereinigten, täglich verstärckte. Aus der Grafschaft York sind 100. Mann anhero gekommen, welche von dem Lord Malton und andern daselbst geworben worden, und denen man die Quartiere in hiesiger Stadt so lange angewiesen hat, bis sie mit Gewehr aus hiesigem Castell versehen seyn werden, worauf sie zur Armee abgehen sollen. Diese Leute versichern, daß ein anders in eben der Grafschaft geworbenes Corps Truppen den Weg nach Carlisle genommen habe. Diesen Morgen hat man unter einer guten Bedeckung 4. Barbier-Gesellen, die einige Zeit in hiesigem Castell gefangen gesessen, weil sie den Rebellen bey ihrem Zuge nach Eingelland gedienet, nach London abgeführet. Man vernimmt, daß, nachdem ein Schiff, welches gebrauchet worden, verschiedene Rebellen nach Franckreich heimlich hinüber zu bringen, zurück gekommen, um noch mehrere aus der Bay von St. Andrews abzuhohlen, der Capitain eines Königlichen Kriegs-Schiffs, der davon benachrichtiget worden, einen Lichter abgeschicket, um sich dessen zu bemächtigen. Die Heßischen Truppen haben sich am verwichenen Montage von Perth auf den Marsch begeben, worauf die Rebellen, die sich zu Dunkeld befunden, sich bey jener Annäherung so gleich aus dem Staube gemacht. Weil einige Soldaten das Haus des Hrn. Gordon von Combairdie, der bey den Rebellen ist, geplündert, hat der Herzog von Cumberland nicht allein anbefohlen, alles weggenommene wieder zurück zu geben, sondern auch Mad. Gordon ein Präsent von 100. Guineen gemacht und ihr ein eigenhändig unterschriebenes Salvegarde-Patent zugeschicket. Nach den Briefen aus Angus sind daselbst verschiedene von denen angekommen, die zu Falkirk noch gefangen worden, und Gelegenheit gefunden, aus den Händen der Rebellen zu entrinnen. Sie sollen nicht genug beschreiben können, was für grosse Noth diese an Lebens-Mitteln litten: der gröste Theil von ihnen stünde zu Forres und Elgin, und sie wären genöthiget worden, nach verschiedenen Gegenden Detachements zu schicken, blos um deswillen, weil sie alle in einem District nicht Unterhalt genug finden könten.

Leipziger Zeitungen, 28.4.1746

Newcastle den 9. April. Particular-Briefe versichern, die Rebellen unter Anführung des Lords George Murrai hätten die Belagerung des Castells zu Blair aufgehoben, und sich gegen Dunkeld gezogen, welches nur 10. Meilen von Perth gelegen, von wannen der Prinz von Hessen nebst dem Grafen von Crawford mit einem guten Corps Heßischer Truppen aufgebrochen, um sie anzugreifen, daferne sie Stand halten solten. Aus einem Schreiben aus dem Castell Menzie ersieht man, daß die Rebellen am 1. dieses die Belagerung solches Platzes noch nicht angefangen gehabt, es wäre aber alle Augenblick vermuthet worden. Am Donnerstage hat man unter einer Bedeckung Dragoner 26000. Pfund Sterling abgeschicket, die durch eine Collecte in der Grafschaft York zum Dienst der Königlichen Armee in Schottland zusammen gebracht worden.

Nachdem für den Rest der Welt (mich leider nicht, seufz) die „Droughtlander“-Zeit in diesem Monat zu Ende geht, zur Feier des Anlasses ein paar Pressestimmen der Zeit. Man lernt Herrn Duden sehr zu schätzen.
Dadurch, daß es nicht tägliche Meldungen gab, sammeln sich in den Zeitungsausgaben verschiedene Berichte; ich habe sie grob nach Geschehen sortiert.

Wienerisches Diarium, 20. April 1746

Edinburg 10. Mart.
Am 7. dieses ist das Urtheil des Kriegs-Rechts über etliche Officiers und Deserteurs zu Montroß exequiret worden. Der Hauptmann Koningham ist an die Spitze der Artillerie gebracht und ihm durch den Scharf-Richter der Degen über den Kopf zerbrochen, sein Degen Gehenke aber auf die Erde geworfen; und ihm befohlen worden, die Armee zu verlassen. Er ware einer Zaghaftigkeit und üblen Aufführung in der Action bey Falkirk überführet. Der Leutenant Sawlin von dem Regiment Flemming ist cassiret worden, weilen er seiner Ordre nicht gehorsamet, seine Parole nicht gehalten, und sich vor dem über ihn gehaltenen Kriegs-Recht verrahten, daß er das Haus des Herrn Olivart von Gask geplündert, welcher sich bey denen Widrig-Gesinnten befindet.

Londen 29. Mart.
Man fahret fort mit der Ausrüstung von acht Kriegs-Schiffen; auch seynd Ordres ausgefertiget, noch einige von 20. Canonen zu zimmern, welche zur Bedekung unserer Kaufschiffen an denen Küsten dienen sollen. Da der Marsch unserer Infanterie bey schlechten Wegen nach Norden sehr langsam von statten gehet, und sehr beschwerlich ist; so wurde dem König am Dienstage auf dem grossen Platze von St. James ein Wagen von besonderer Erfindung präsentiret. Es können auf demselben 8. biß 10. Soldaten gemächlich mit ihrer Rüstung sitzen, und des Tages noch eins so weit damit fortkommen. Es werden 1000. davon aufs eiligste zurecht gemacht / so nach Schottland bestimmet seynd. Es musten 8. Soldaten in Gegenwart des Königs auf dem grossen Platze zu St. James eine Fahrt in bemeldetem Wegen machen. 2000. Mann von der Garde sollen zu Wasser nach Aberdeen transportiret werden. Da man heute von dem Hertzoge von Cumberland keine Briefe empfangen hat, so mutmasset man, daß er den Marsch von Aberdeen nach Inverneß angetreten um die Rebellen anzugreifen.

Wienerisches Diarium, 23.4.1746

Edinburg 24. Mart.
Man vernihmt, daß verschiedene von denen Rebellischen Clans sich angeboten haben, unter gewissen Bedingungen, sich der Regierung zu unterwerfen. Auch höret man, daß sich die Rebellen in einer grossen Anzahl beym Anfange dieses Monats von Invernes wegbegeben. Die Nachrichten lauten, daß sie sich zu Meistern von Fort Augustus gemacht, daß sie in einer Attaque des Fort William mit ansehnlichem Verluste zurük getrieben worden, und daß sie ihren Marsch nach Argyleschire gerichtet. Man sagt, daß der junge Prätendent zu Elgin gefährlich krank lige.

Londen 1. April.
Gestern langten Briefe vom Hertzoge von Cumberland, unterm 26sten vorigen Monats, an, welche meldeten, daß, nachdem das Wetter einige Tage sich gut angelassen, Se. Königliche Hoheit etliche Esquadrons als eine Avant-Garde abgesandt hätte, und mit der gantzen Armee, so in 5. Brigaden marschiren solte, folgen würde. In der Enge von Murray kreutzen 3. Kriegs-Schiffe, um zu verhindern, daß die Franzosen denen Rebellen zu Invernes keine Hülfe leisten können. Der Printz von Hessen befindet sich mit dem meisten Theile seiner Truppen zu Perth, alwo sie ihr Haupt-Quartier haben. Der Graf von Crawford befindet sich gleichfals alda. Man ist hier sehr wegen des Packet-Boots, König Georg, besorget, so von Lissabon nach Fallmouth bestimmet ist, welches unter andern Effecten mehr dann 40000. Moy dores an Bord hat. Gestern war die Assccurantz bereits über 50. pro Cento darauf gestiegen. Es seynd 5000. Mann in Bereitschaft, welche nach Norden segeln sollen, und dem Hertzog von Cumberland zu verstärken, weil man gesonnen, es koste, was es wolle, die Rebellen mit Stumpf und Stiel auszurotten. Besondere Briefe von Aberdeen melden, daß der Hertzog gleichfalls einige Verstärkungen von Edinburg empfangen; daß 1500. Mann von denen Rebellen von Invernes die Spey passiret, und nach Aberdeen auf dem Marsche wären; daß eine grössere Anzahl im Begrif wäre, ihnen zu folgen; und daß ein anderes Corpo das Fort Augustus eingeschlossen hätte, oder, wie neuere Briefe von Edinburg melden, dasselbe von ihnen schon eingenommen sey. Der Preussßische Minister Herr Andrie hat dem Hofe die Eröfnung gethan, wie sein Monarch 6. oder mehrere 1000. seiner Truppen zur Einschiffung bereit hätte, um die Rebellion in Schottland dämpfen zu helfen.

Wienerisches Diarium, 27.4.1746

Edinburg 31. Mart.
Die Transport-Schiffe, welche das Regiment Bligh an Bord haben, können wegen widrigen Windes noch nicht unter Segel gehen. Eine Parthey Rebellen hat einige Einwohner der Provintz Argyle, welche der Hr. Glenare commandiret, den 28. dieses Nachmittags um 2. Uhr angegriffen, und davon etliche getödtet, und zu Kriegs-Gefangenen gemacht. Es haben die Rebellen zwischen Dunkelt und Blaire noch immer ihre Postirung dergestalt eingerichtet, daß alle Communication hierdurch abgeschnitten ist. Auch seynd die Rebellen, welche in die Grafschaft Argyle eingefallen, durch 500. Mann verstärket worden.

Londen 1. April.
Nach denen Briefen, welche der Hof gestern mit einem Expressen von dem Hertzoge von Cumberland aus Aberdeen, die vom 26ten Martii seynd, empfangen hat, hätten Se. Königliche Hoheit, nachdem der jüngsthin gefallene Schnee ziemlich zergangen, und das Wetter seit einigen Tagen günstig geworden, einige Escadrons Reiter als eine Avantgarde gegen die Spey detaschiret, denen Sie mit der sämtlichen Armee in 5. Brigaden zu folgen in Bereitschaft stünden; indessen hätte sich ein Gerücht verbreitet, als ob die Rebellen des Vorhabens wären, ihren Marsch über Inverrary nach dem Westen zu nehmen. Der Hertzog hat zu gleicher Zeit den Hof von denen Entdeckungen benachrichtiget, welche er in Ansehung der übelgesinnten Einwohner gemacht, die sich annoch an verschiedenen Orten befinden. Zu Forfar, wo die 4. Divisionen der Armee passiret, hatten sich verschiedene Irrlänndische Officiers verborgen gehalten, welche, als die Truppen aus dieser Gegend entfernet, zum Dienste des Prätendenten öffentlich Recruten warben. Die Land-Leute um Montroß herum seynd es gewesen, welche den Anschlag geschmiedet gehabt, die Gefangene Rebellen zu befreyen, die an diesem Orte aufgehoben wurden. Andere übelgesinnte hatten so gar in Edinburg den Entwurf gemacht, den Abzug des Regiments von Bligh sich zu Nutze zu machen, und die Gefängnisse zu erbrechen, und die Rebellen, die sich darinnen befinden, auf freyen Fuß zu stellen; doch dieser Entwurf ward in Zeiten entdekt, man kam der Ausführung zuvor, und das Regiment von Leigh empfieng Ordre, sich von Berwik nach Edinburg zu begeben. Diesen Zeitungen, und um die verborgene Mißvergnügten im Zaume zu halten, während der Zeit, daß der Hertzog von Cumberland weiter gegen Norden gerükt, ist es vermutlich zum Theil zuzuschreiben, daß dem Vernehmen nach, die Commissarien der Marine bereits über 100. Kohlen-Schiffe bedungen haben, um Truppen nach Aberdeen zu bringen.

(Ellen Moody bezog das in ihrer großartigen Rezension auf Dunkirk, aber es paßt auch prima hier.)

Am Wochenende stand endlich die dritte Staffel The Librarians an, und ich singe weiterhin das Loblied der Serie. Wie bereits berichtet, ist sie weder besonders herausfordernd noch künstlerisch wertvoll, und ihre Special Effects sind mitunter grottig. Sie ist eine Abenteuergeschichte – ein Zitat auf dem Cover der ersten Staffel bezeichnet sie als Kreuzung zwischen Indiana Jones und Doctor Who, und es ist sicher etwas dran. The Librarians macht ganz einfach Spaß, und das, wie ich finde, ist die Stärke der Serie. Nicht ganz so offensichtlich ist hingegen ihre Cleverness. Was sich nämlich als roter Faden durch die drei Staffeln zieht, sind – passend und folgerichtig bei Bibliothekaren als Helden – Geschichten: Nicht nur Literatur, sondern die gesamte menschliche Liebe für Geschichten, in Form von Mythen, Sagen, Märchen, Poesie und damit verbunden auch die verschiedenen Formen des Geschichtenerzählens, wie zum Beispiel im modernen Gewand der Games. Staffel 2 ist besonders stark darin (kein Wunder, bestehen die Gegenspieler unserer Helden doch aus Literaturfiguren), doch auch in Staffel 3 wimmelt es – ich entdeckte unter anderem die Odyssee, Hänsel und Gretel, die Bibel, Asterix und mein Lieblingsmärchen Gevatter Tod. Die vielen Anspielungen auf Buffy schaden ebenfalls nicht.
Ein sehr viel ernsteres Thema der dritten Staffel ist Tod. War Staffel 1 noch themenlos und diente in erster Linie dem Etablieren der Charaktere, konnte man Staffel 2 eindeutig das Grundthema Geschichten zuordnen. In Staffel 3 ist es Tod. Nicht die üblichen lebensbedrohlichen Situationen, in denen sich unsere Helden regelmäßig wiederfinden, sondern sie sehen sich jeder auf seine Weise mit Fragen der Sterblichkeit (oder Unsterblichkeit) konfrontiert.

Daß die DNB in vielem eigentümlich ist, berichtete ich über die Jahre ja schon. Neuester Trick: Ich erhielt eine E-Mail, mein Konto sei wegen Nichtnutzung über sechs Monate (eigentlich länger, aber das scheint eine neue Regelung zu sein) gelöscht worden. Vermeidung von Datenmüll, Datenschutz und all das werden als Gründe angegeben. Ich glaube, das ist weltweit einzigartig. Sechs Monate? Wie immer ist die DNB meilenweit vom realen Leben entfernt. Wäre zumindest eine vorherige Warn-Mail zu viel verlangt gewesen?
Zu dumm, daß ich eigentlich in näherer Zukunft mal wieder hin wollte und dafür zum Vorbestellen mein Konto brauche…

Bei meinem eBay-Fall ist auch noch kein Ende abzusehen. Seit eineinhalb Wochen versuche ich meinem Kunden sein Geld zurückzuerstatten, aber keine Chance. Folge ich dem Prozedere auf eBay, erhalte ich am Ende eine Fehlermeldung, ich möge mich an PayPal wenden (weil darüber die Zahlung erfolgte). Logge ich mich im PayPal-Konto ein, ist die Zahlung blockiert, und ich werde an eBay verwiesen (weil der Fall über eBay eröffnet wurde). Der eBay-Kundenservice, an den ich mich Montag wandte, läßt auch nichts von sich hören.

Die etwas andere Idee

Klingt teilweise sehr schräg, ist aber ein interessantes Konzept. Entdeckt durch die Solar Today.

MAMMOTH from Grant Slater on Vimeo.