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WordPress filtert Spam-Kommentare sehr schön heraus, damit muß ich mich zum Glück nicht belasten. Anstrengender sind die Blogger auf Leserfang. Einmal „like“ geklickt, einmal mein Blog abonniert – für beides erhalte ich Benachrichtigungen. Zum einen aber mögen die wenigsten der besagten Blogger den ausgewählten Beitrag, denn üblicherweise sind sie englischsprachig und wählen deutschsprachige Einträge an, und an einem Abo künftiger für sie unverständlicher Artikel sind sie nicht interessiert. Sie wollen einzig und allein, daß ich in ihrem Blog vorbeischaue.
Das wäre an sich ja nun gar nicht mal so schlimm. Ich entdecke gern neue Blogs, vorausgesetzt natürlich, sie interessieren mich. Der Großteil meiner Abonnentinnen jedoch sind Tierbloggerinnen. Blogs über Katzen und Hunde. Dann und wann ist mal eine Köchin dabei. Und höchst selten mal jemand mit wirklichem Bezug zu meinem Blog, was erfreut.
Mich würde auch gar nicht mal so sehr der versuchte Leserfang stören. Jeder wirbt, so gut er oder sie kann. Aber diese Bloggerinnen (und es *sind* nun mal überwiegend Frauen) haben anscheinend eine so hohe Meinung von ihren Tierblogs und ihrer Schreibe und der Wichtigkeit beider, daß sie all diese Mühe auf sich nehmen, um Leute darauf aufmerksam zu machen.
Meine Damen: Tierblogs, sofern sie nicht mit irgendwelchen Besonderheiten aufweisen können, sind komplett uninteressant. Mit ihnen lockt frau – Verzeihung – keinen Hund hinter dem Ofen hervor. Da helfen auch keine Likes.

Daß man von kostenlosen Mailprovidern ständig aufgefordert wird, noch eine weitere E-Mail-Adresse und noch ein paar Telefonnummern zu hinterlegen, damit das Konto wirklich richtig gut geschützt ist, kennt man ja. Daß Amazon nun mitzieht, dürfte nach kurzem Überlegen eigentlich nicht überraschen. Aber ärgerlich ist es doch.
Schnabelines Fall: Ich bin seit Jahren privater Verkäufer auf Amazon. Mit Ende dieses Monats nun muß man sein Verkäuferkonto auf die 2-Schritt-Verifizierung umgestellt haben, sonst war’s das. Diese Verifizierung geht über eine PIN, die man sich entweder als SMS schicken lassen kann oder über eine App laufen läßt. Ich besitze nun aber kein Mobiltelefon, weder ein schlaues noch ein dummes. Auf meine desbezügliche Nachfrage kam die freundliche Auskunft, ich könnte mir die PIN auch über Sprachnachricht an ein Festnetztelefon schicken lassen. Und theoretisch ist das tatsächlich möglich. In der Praxis sieht es so aus, daß die lange PIN in einem Affenzahn und auf englisch heruntergerattert wird… und nicht, wohlgemerkt, Zahl für Zahl, sondern soundsovielhundertsoundsovieltausendxx. Ich konnte gerade mal die ersten drei Zahlen mitschreiben. Jeder Versuch einer Wiederholung erstellt sofort eine neue PIN, die genausowenig mitschreibbar ist. Und dann braucht’s noch die Anmeldung eines Zweitgerätes für mehr Sicherheit.

Die größte Ironie an der Sache ist, soweit ich’s in entsprechenden Foren gelesen habe, daß die meisten Verkäufer nach dem ganzen Trara als erstes die Funktion „Verifizierung für dieses Gerät deaktivieren“ wählen, weil sie keine Lust haben, ständig neue PINs anzufordern und einzugeben. Die ganze Aktion ist also völlig für die Katz, außer vielleicht, daß Amazon sich im Krisenfall hinstellen und sagen kann: „An uns lag es nicht.“

Sicher: Ich kann, da ich muß, auf mein Verkäuferkonto verzichten. Nicht, daß ich einsehe, warum ich es sollte. Amazon hat schon quasi sämtliche meiner Daten, und warum noch mehr Daten mehr Sicherheit versprechen sollen – ich glaube, auf die Tour fällt sowieso niemand herein. Aber ich kann darauf verzichten. Der Punkt ist, damit wird es nicht aufhören. In Sachen Verkäuferkonto wird eine neue PIN für jede neue Aktion irgendwann zur Pflicht werden. Das Käuferkonto wird über kurz oder lang eine PIN benötigen, zu unserem eigenen Schutz natürlich. (Die freiwillige Möglichkeit besteht bereits.) Und dann später ebenfalls für jedes Einloggen, für jeden Kauf verpflichtend eine neue, damit die Datenabgreifer am anderen Ende immer wissen, ob die Daten noch aktuell sind.
Der Einsatz von e-TINs für mehr Sicherheit ist doch bereits so grandios bei den Packstationen gescheitert. Mehr Sicherheit durch mehr hinterlegte Daten? Ich sehe es noch nicht. Mehr Sicherheit durch bessere Abwehr beim Anbieter, wäre ja meine These, aber was verstehe ich schon. De facto werden unsere Konten nicht geschützter sein als mit einem einfachen Password; die einzigen, die profitieren, sind die Datenkraken.

Also: Noch etwas über eine Woche, dann macht mein Verkäuferkonto dicht. Gut, daß es noch so einige Alternativen gibt.

Mal so gesagt

Die fanatischen Anhänger der edelsten Ideale verheißen den Nachkommen das ewige Glück, vernichten aber gnadenlos ihre Mitmenschen – oder sie bieten den Toten die paradiesische Seligkeit, morden, verkrüppeln die Lebenden und halten sich selbst für tugendhafte Helden, sind überzeugt, daß sie Böses nur um des künftigen Guten willen tun, daß sie lügen im Interesse ewiger Wahrheiten.

Lew Kopelew

Mal so gesagt

We have all grown so scientific that the mere idea of supposing anything possible which is beyond the intellectual grasp of the scientific enquirer cannot be entertained, although even he must admit, that in many cases, the greatest men in science, and the mightiest intellects, find it impossible to understand or explain away many things as to the existence of which they have no possible doubt. We even find the clergy slightly inconsistent in questions of this kind. They solemnly desire to impress us with the fact that ministering spirits hover about the couches and apartments in which the dying Christian is drawing near the close of his existence, and preparing to throw off his mortal coil; but were we to suggest the possibility of any mere human being, in any conceivable manner having had indications of the presence of these ghostly visitors, or discovering any signs or premonitions of the early departure of a relative or of an intimate friend, our heathen ideas and devious wanderings from the safe channel of clerical orthodoxy and consistent inconsistency, would be howled against, and paraded before the faithful as the grossest superstition, with an enthusiasm and relish possible only to a strait-laced ecclesiastic.

Alexander Mckenzie: The Prophecies of the Brahan Seer

Nach all meiner Beschäftigung mit dem 18. Jahrhundert in der letzten Zeit wurde mir bewußt, daß ich selbiges – und vor allem die Großbritannien-Connection! – hier vor Ort seit vielen Jahren nicht mehr aufgesucht hatte: Namentlich den Großen Garten. Eigentlich habe ich’s nicht so mit Barockgärten. Sie sind natürlich aus der Luft sehr hübsch symmetrisch anzusehen, aber am Boden meist etwas langweilig. Dennoch entschloß ich mich am Pfingstmontag zu einem Besuch und nahm gleich noch das Museum im Schloß mit, wobei ich so einiges über die Entstehung der Herrenhäuser Gärten lernte, das mir bis dato völlig unbekannt gewesen war.

Da ich mittags da war, entging ich den großen Massen glücklicherweise, die auf Empfehlung an der Kasse zunächst mal den Berggarten aufsuchten, da die Fontänen im Großen Garten erst ab 14 Uhr wieder liefen. Beim Herumwandeln konnte ich mir spitze Anmerkungen (oder zumindest Gedanken) über die zeittypischen Faun-und-Nymphe-Statuen nicht verkneifen. Die Herrenhäuser Exemplare sind wirklich unglaublich kitschig. Eine einzige hingegen gefiel.

Im Gegensatz zu seinen stämmigen und bärtigen Kollegen hat dieses Jüngelchen sichtlich Probleme beim Raub der Angebeteten. Nicht nur scheint das flotte Über-die-Schulter-schmeißen nicht ganz so zu klappen wie geplant; das Tableau wirkt auch eher, als hätte hier jemand anderes (sinnbildlich gesprochen) die Hosen an. Man beachte sein ängstliches Anklammern und die erhobene Hand der Schönen, die auf sein nackertes Hinterteil zielt…

Mal so gesagt

„[…] Aber hast du einmal darüber nachgedacht, wie schwer es ist, das Leben zu bejahen? Die meisten Menschen, die das als gesunde Weltanschauung predigen, bejahen gar nicht das Leben, sondern sie bejahen nur sich selbst. […] Das Leben bejahen, heißt alles Leben bejahen, sich selbst in Andacht eingliedern in alles brüderliche Dasein anderer Geschöpfe. […]“

Manfred Kyber: Die drei Lichter der kleinen Veronika

Mangels Reiselektüre und dank Amazons Kaufempfehlungen legte ich mir vor Abflug Lord John and the Private Matter zu, einen Ableger der Outlander-Romane. Und prompt muß ich einen früheren Eintrag widerrufen, zumindest teilweise, denn Lord John ist gleichzeitig ein Redcoat und einer der Guten. Interessanterweise findet Google ihn in der Kategorie nicht. Er ist außerdem ein homosexueller Charakter, was ihn als Mann des 18. Jahrhunderts dann und wann schon mal in Schwierigkeiten bringt.

The Private Matter entpuppte sich als so unterhaltsam und witzig (ich fühlte mich an Baldur’s Gate II erinnert: Schnabeline versucht die simple Teddy-Queste zu lösen, gerät in Hinterhalte, hebt einen Schmugglerring aus… nur den Teddy findet sie nicht), daß ich prompt das Wi-Fi in den B&Bs nutzte, um mir den Rest von Lord Johns Abenteuern zuzulegen. Erfreulich zu sehen, daß nicht nur Redcoats, sondern auch Deutsche (bzw. ihre Vorgänger) zur Abwechslung positiv wegkommen.
Mein ungeschlagener Favorit ist zweifelsohne The Brotherhood of the Blade, wesentlich ernster als seine Vorgänger und mit großem Tiefgang.

Wie’s natürlich bei dem Fandom nicht anders sein kann, taucht Jamie immer mal wieder auf, und ich verstehe es weiterhin nicht. Er ist ein ziemlich eindimensionaler Charakter; wage ich zu sagen: ein langweiliger? Die TV-Serie erlaubt ihm einen gewissen Pfiff, aber was ich zumindest in den Lord-John-Abenteuern lese… gähn. Die Fans mögen Tränen über die aussichtslose Liebe Lord Johns zu Jamie vergießen; mein Herz brach viel eher über das Percy-Drama (wunderschön und tragisch!), und John Greys beste und sich über den längsten Zeitraum entwickelnde Beziehung ist definitiv die zu dem großartigen Stephan von Namtzen.

Wer historische Romane mit Witz, Kriminalhandlung, politischer Intrige und einem nicht ganz so klassischen Helden sucht, liegt hier richtig.

Über Glasgow ging’s am nächsten Tag nach Edinburgh, wo prompt die Sonne schien. Ich fand’s nicht witzig. Aus Zeitmangel sah ich nicht viel von der Stadt, die Royal Mile hauptsächlich, bißchen Holyrood Park. Festgestellt, daß die schottische Tourismusindustrie extrem sexistisch ist. Mein Brauch ist es, in jedem besuchten Land ein Touristenshirt zu kaufen, aber auf keiner Station fand ich diesmal ein brauchbares. Alle Touristenshirts sind für Männer oder Kinder. Selbst in Edinburgh fand ich nur einen einzigen Laden, der auch ein paar Frauen-T-Shirts hatte, aber nur mit Edinburgh-Aufdruck. Schwach.

Meine Unterkunft lag weit draußen, in Pilrig, hinter den großen Baustellen. Fraoch House ist preisgekrönt, und das zu Recht. Allein die Unterkunft und ihr großartiger Betreiber sind einen Besuch in Edinburgh wert. Mich anhand meiner Tasche korrekt als Doctor Who-Fan identifizierend, erzählte er, Peter Capaldi, der aktuelle Doctor, sei einmal in der Pension nebenan untergekommen gewesen.

Weil ich keine Lust hatte, noch zweimal den ganzen Weg in die und aus der Innenstadt zu stiefeln, ging ich ein Stückchen Richtung Leith und fand einen alten Friedhof, was mich immer fasziniert. Dieser ist von der Nähe zum Meer geprägt, mit vielen Gräbern von Seefahrern, Schiffseignern etc. Er muß entweder auf unsicherem Grund stehen oder ständig betrunkene Steinmetze beschäftigt haben, denn er erinnert teilweise an antike Ruinenstädte – überall liegen umgestürzte Grabmale, und andere neigen sich bereits bedenklich. Ein entsprechendes Warnschild ist angebracht, mit der sehr bürokratischen Formel, eine Analyse stehe an…

Das war mehr oder weniger mein letzter Tag in Schottland. Morgens ging es per Airlink zurück zum Flughafen und „nach Hause“, das sich schon lange nicht mehr wie ein Zuhause anfühlt.

Für Bahnreisende in Schottland empfiehlt sich das „Spirit of Scotland“-Ticket, eine Art Viererticket, das allerdings nur innerhalb eines bestimmten Zeitrahmens und nur auf bestimmten Strecken gilt; dies teilweise auch in Citylink-Bussen.

Auf der stark nachgefragten (weil Endpunkt Glasgow), aber wenig befahrenen (3x/Tag) Strecke ging’s für mich weiter zum Knotenpunkt Crianlarich, dem Umsteige- und Umkoppelbahnhof, der trotzdem mitten im Nirgendwo liegt und aus zwei Bahnsteigen besteht. In Highland-Manier gibt es dennoch einen tea room. Von Crianlarich aus zur Westküste, dem Hafenort Oban. Nun habe ich persönlich nicht viel für Hafenorte übrig, warum auch immer, aber ich sah sowieso nicht viel davon, weil es dauerregnete. Und zwar diesmal wirklich *regnete*. Ich holte mein Ticket für die Three Isles Tour ab und stiefelte bergan zur Unterkunft Fàilte, wo mich zu meiner Überraschung ein deutscher Gastgeber begrüßte. Vermutlich ist das ein Grund, warum noch mehr als üblich Deutsche hier untergekommen waren – das einsame englische Ehepaar beim Frühstück muß sich sehr fremd vorgekommen sein. Auf jeden Fall sehr netter Service, mir schienen die Hausherren auch etwas alternativ/öko angehaucht zu sein, was mir sympathisch war.

Die Inseltour am nächsten Tag startete gut, sogar mit etwas Sonne auf der Fähre nach Mull. Über die Insel ging’s per Bus, wobei wir viel über das Leben dort erfuhren. Per Boot ging es dann hinaus nach Staffa, bei deren Anblick jedem Besucher die Worte fehlten.

Auf der Weiterfahrt nach Iona jedoch kehrte der Regen zurück und hörte nicht wieder auf. Es gibt auf Iona auch nicht wirklich viele Unterstellmöglichkeiten. Ein Großteil der Besucher floh ins nahegelegene Restaurant, der überwiegende Rest in die Abtei. Ich sagte mir, daß ich sowieso naß sei und erkundete ein bißchen. Ein niedlicher Laden, ebenfalls öko und voll lokaler Produkte, ist „The Low Door“, wo der Name Programm ist. Er war früher die Dorfschmiede, und seine Tür ist so niedrig, weil a) früher die Leute kleiner waren, aber auch, weil b) es zur Verteidung diente. Niemand kann beim Hereinstürmen mal eben das Schwert ziehen oder heben. (Unzufriedene Kunden?)
„The Low Door“ bietet auch einen Imbiß, Tagessuppe mit Brot war’s in meinem Fall, und lohnt einen Besuch. Mind your head.

Weil es wirklich naß und ungemütlich war, floh ich ins Heimatmuseum oder „Iona Heritage Centre“. Klein, aber voller Infos über das Leben auf der Insel.

Schließlich per Fähre zurück nach Mull und per Bus zurück zur Fähre nach Oban. Gelernt, daß Mull als Miniaturversion Schottlands bezeichnet wird, weil alle Landschaften, die man in Schottland antrifft, dort vorhanden sind. Und daß es auf Mull eine gälischsprachige Grundschule gibt.

Fort William. Das Zentrum schottischen Nationalismus‘. Oder vielleicht hat es nur wenige, aber engagierte Nationalisten.

Ausgelöschte englische Beschilderung…

„Yes“, das Logo zur schottischen Unabhängigkeit…

Sogar der verdammte Fernseher ist Marke Schottland!

Fort William ist auch, dies aber offen erklärterweise, das Zentrum des Mountaineering – jeder, so scheint’s, will Ben Nevis bezwingen. Und natürlich ist hier Station des West Highland Ways / Great Glen Ways. Die wenigen Leute, die man nicht in Outdoor-Ausstattung herumlaufen sieht, sind Einheimische.
Das Fort William hat eine sinistre Rolle in Outlander; in Realität sah es, wie ich anhand von Zeichnungen finde, eher nach einem Gehöft aus. Einen gemütlichen Fluß vor der Nase und die Berge im Rücken – vermutlich schoben die Soldaten hier eher eine ruhige Kugel. Oh, aber was auch immer Claire und Jamie angestellt haben, um die Zukunft zu verändern – ausgerechnet das Fort steht in „Dragonfly in Amber“ noch! Non-fiktiv ist nur noch eine Mauer vorhanden.

Ich reiste bequem per Citylink-Bus an, eine zweistündige Fahrt von Inverness aus, mit den üblichen request stops überall entlang der Strecke.

Außer Wandern kann man vor Ort wenig machen. Leider fand kein Shinty-Spiel auf dem stadteigenen Feld statt, nachdem Busfahrer Alan so davon schwärmte („It’s like hockey but without the rules“). Die Ruine von Inverlochy Castle ist das Ziel eines netten Spaziergangs entlang des Flusses und durch leichtes Gehölz. Und der üblichen Schafweide mit erschwerten Bedingungen, daß gleich nebenan die Angler sitzen und man nur das ominöse „Swisch!“ hört, wenn sie ihre Leine auswerfen – und damit rechnet, in der nächsten Sekunde den Haken abzubekommen.

Wohl jeder stattet mangels anderer Optionen dem West Highland Museum einen Besuch ab. Es konzentriert sich auf Lokalgeschichte sowie natürlich die Jacobites. Laut Aushang gibt es extra einen Flyer für Outlander-Fans, der aber wohl so stark nachgefragt ist, daß er nur auf Anfrage herausgegeben wird (oder online).
Ich war viel eher baff, weil ich mehrere der Ausstellungsgegenstände kannte – durch die Dokumentation The Lost Portrait of Bonnie Prince Charlie! Der Mitarbeiter, den ich darob befragte, wußte allerdings nichts („I’d have to ask the manager“), da er erst zwei Jahre ehrenamtlich dabei ist. Er hielt’s aber für gut möglich.

Übrigens habe ich keinen Museums-/Touristenshop in den Highlands angetroffen, der nicht Outlander (das Buch) im Sortiment hatte.

Wegen Regen machte ich statt einer Wanderung zunächst mal einen Ausflug nach Glenfinnan. Zugfahrt typisch schottisch – mit request stops! Also Stationen, an denen nur auf Anfrage gehalten wird. Und weil die Bahnsteige allesamt zu kurz für einen vierwagigen Zug sind, wurde nur eine Tür freigegeben. Unsere Schaffnerin war sehr rührig und stellte sicher, daß jeder wußte, wo diese war. Übrigens gab es auch dazu einen Snackbringdienst, das stelle man sich bei der DB mal vor.
Unsere Schaffnerin gab ebenso Bescheid, die Kameras zu zücken, als das Glenfinnan-Viadukt in Sichtweite kam. Berühmt geworden durch Harry Potter, wobei ich nicht beeindruckt war: Auch bei der Anfahrt nach Inverness gibt’s Viadukte. Harry Potter hingegen macht inzwischen Bonnie Prince Charlie starke Konkurrenz in Glenfinnan, insbesondere bei den jungen Besuchern. Das Touristikzentrum hat sich drauf eingestellt.

Landschaftlich war Glenfinnan die schönste, die ich in Schottland sah. Ich wanderte den Viaduct Trail ab, der anfangs belebt, aber nach einem Aussichtspunkt verlassen war. Er führt direkt zurück zum Bahnhof, was man zeitlich planen sollte, denn es fahren nur drei- bis viermal täglich Züge.

Der nächste Tag fing sonnig an, zog sich aber bald zu. Weil’s aber vertretbar war (ich habe selten wirklichen Starkregen erlebt, es war meist ein beständiges Nieseln), ging’s via einer Abkürzung über den Cow Hill durch Glen Nevis. Die Wanderbeschreibung ist beachtlich akkurat darin, daß ab einer gewissen Abzweigung der Weg sehr ruhig wird – in meinem Fall verlassen. Ich wanderte durch eine wunderschöne Landschaft immer am Fuß der Berge entlang. Und ja, zum Ende der Hin-Strecke ist der Weg wirklich „boggy“. Wirklich. Keine Chance, dort trockenen Fußes hindurchzukommen. Der Rückweg war dagegen eine echte Enttäuschung. Man folgt einem Waldwirtschaftsweg, kilometerweit, rechts und links Bäume, meist Nadelgehölze, nur bei Rodungen Aussicht auf die Berge. Nirgendwo eine Bank oder eine Möglichkeit zum Rasten oder Unterstellen; für eine Touristenregion ein echtes Armutszeugnis.