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Archive for the ‘Erlebnisse’ Category

Schnabeline lagerfeldet sich

Das fast tägliche Herumhocken auf dem Bahnhof lädt zu verschiedensten Taktiken ein, sich die Zeit zu vertreiben. Aktuell, da die schwarze Verhüllungssaison noch nicht begonnen hat: Modekritik. Man sieht eine Menge schrecklich schlecht gekleidete Menschen, das große unauffällige Mittelfeld und die wenigen, bei denen es stimmt.

Als da zum Beispiel wären:

– Die Trägerinnen der Sackkleider, diesen Sommer sehr in, stehen aber wirklich niemandem. So viel dann auch zu dem alten Spruch „XY ist so schön, die würde sogar in einem Kartoffelsack gut aussehen.“ Nein. Stimmt eindeutig nicht.

– Die Trägerin des blau-weiß-gestreiften Hemdkleides auf Oberschenkellänge mit Stoffgürtel. Ich hoffte für sie, daß es eine Pflegerinnenuniform oder ähnliches sei, bezweifle es aber.

– Die Mädels und jungen Frauen im Porn-Chic (knapp, knapper, am knappsten) oder die Jungs und jungen Männer (von alten ganz zu schweigen) oben ohne… nun ja. Menschen sehen angezogen attraktiver aus. Ehrlich.

– Das gilt auch für das Mädel mit dem auf Brusthöhe hochgekrempelten T-Shirt.

– Rippenshirts oder Tanktops bei Männern – nein.

– Haremshosen – nein.

– Shorts wie übrigens auch Hüfthosen betonen ein gewisses Körperteil sehr unvorteilhaft.

– Ist schon mal jemandem aufgefallen, wie unschön eigentlich T-Shirts sind? Sie sind praktisch, und ich trage sie auch, logisch, aber von Form und Effekt her sind sie ein sehr häßliches Kleidungsstück.

– Der nicht totzukriegende Klassiker des schlechten Geschmacks: Sandalen und Socken, möglichst noch mit kurzer Hose.

– Rückenfrei und Flügelärmel muß man tragen können. Leider tun es oft die Falschen.

– Die Dame mit der Aufschrift „Stilikone“ auf ihrem T-Shirt. Würde ich so nicht unterschreiben, egal, wie viele Primark-Taschen sie mit sich herumschleppt. Aber immerhin gehörte sie zur Fraktion der…

– … reinen Basics-Träger, modetechnisch jetzt nicht spannend, aber immerhin kann man damit nicht viel falsch machen und ist auf der sicheren Seite.

– Eine auffallende Erscheinung ist die häufiger mal anzutreffende Dame in vorwiegend Royalblau mit langem Tuch oder Cape. Schon wieder fast exzentrisch, sieht aber verdammt gut aus.

– Anzugträger liegen grundsätzlich immer richtig, solange sie auf die richtige Länge ihrer Hosen achten.

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Die Tipps, die man so bekommt. Kürzlich waren Muttern und ich in Goslar, wo sie durch eine Bekannte einen Laden für Feierkleider aufgetan hatte. (Glückliche potentielle Kundinnen muß ich leider enttäuschen: Die Betreiberin bestellt diese Art Kleider ab sofort nicht mehr nach, wegen zu geringer Nachfrage.) Die Inhaberin von Elita-Mode widerlegt jedes Vorurteil, das man vielleicht so mit sich herumschleppt: Sie ist Muslima und bekopftucht und dabei sehr modern, emanzipiert und lustig. Wir hatten eine Menge Spaß.
Bei Mutterns erstem Besuch war sie wohl überrascht gewesen, daß „Deutsche“ solche Kleider suchten. Ja, auch da ist eine Menge Bandbreite. 🙂
Weil ich über Modanisa schon ein Kleid bestellt hatte, kamen wir ins Gespräch („Witzig, daß du das gefunden hast.“); sie kennt den Anbieter, gab mir aber gleich einen Tipp, wo man bessere Ware bekommt, nämlich bei Alvina (eigene Produktion, nicht nur Vertrieb).
Mein Horizont hat sich seit der Recherche in der Welt der Modest Fashion eindeutig erweitert… (Der Begriff ist neu; gekleidet hat man sich nach dem Prinzip zu Andachten und Feiern schon immer.)

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Die Leitungsstelle einer Bibliothek, in der ich mich vor einiger Zeit beworben hatte und in der ich wirklich, wirklich gern gearbeitet hätte, ist ausgeschrieben. Die bisherige Leitung, die mich im Vorstellungsgespräch verhörte, ist vermutlich in Ruhestand gegangen. Ich nehme es den Entscheidungsträgern (und damit auch ihr) etwas übel, daß sie mich nicht nur nicht genommen haben, sondern nicht einmal eine Absage schickten. (Mangelnde Kommunikation ist aber generell ein Problem dort. Von Berufs wegen mußte ich dort jahrelang Berichten hinterherreklamieren.) Sie hätten eine Menge schwierige Dinge verhindern können. Nun ja. Irgendwie passend, ausgerechnet jetzt diese Ausschreibung vorzufinden.

Ganz was anderes: Die Tage die The Hunger Games-Trilogie gelesen und schwer beeindruckt. Für ein Jugendbuch sowieso ungemein bemerkenswert, aber der erwachsene Leser findet noch ganz andere Dinge jenseits der Handlung darin.

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Ein Film, der mich persönlich sehr berührte, ist The Case for Christ (dt. Der Fall Jesus) nach einer wahren Geschichte. Die Ausgangslage: Nach einigen Jahren glücklicher Ehe konvertiert Leslie Strobel zum Christentum. Ihr Ehemann Lee, Atheist, kommt mit diesem Wandel nicht zurecht; das Ehe- und Familienleben wird zum Schlachtfeld.
Lee und Leslies Geschichte hat ein Happy End, und der sehr gelungene Film ist schon allein wegen Lees Recherche in die Wahrheit hinter dem Christentum ausgesprochen sehenswert. Aber wie gesagt, für mich spielt auch die persönliche Ebene mit hinein. Meine Eltern waren, was die Strobels in einem ihrer Bücher „spiritually mismatched“ nennen, ein auf spiritueller Ebene unpassendes Paar. Die Ausgangslage war ähnlich: Meine Mutter Suchende, zunächst zur Kirche tendierend, womit mein Vater keine Probleme hatte – er war sein Leben lang „Nennchrist“, also getauft und auch nicht bereit, aus der Kirche auszutreten, obwohl er sonst damit nichts zu tun hatte. Es war das Normale, das, was man kannte. Seine Eltern und Großeltern waren getauft. Die Nachbarn waren es. Mein Vater mochte Prinzipien. („Flexibel wie eine Eichenschrankwand“, sagt mein Kollege immer.)
Dann fand meine Mutter zur Gralsbotschaft, und von da an geriet das Familienleben aus den Fugen. Vermutlich war auch vorher nicht die vollkommene Harmonie vorhanden, aber mein Vater gab „dem Gral“ die Schuld am Scheitern der Ehe (wenn man’s so nennen möchte – meine Eltern blieben verheiratet, bis wortwörtlich der Tod sie schied). Kindererziehung wurde ein Problem. Der schlimmste Krach, an den ich mich erinnern kann – und sie hatten so einige spektakuläre –, resultierte, als auch ich „mit dieser Spinnerei anfing“.

Sicher keine Einzelsituation. Ich weiß nicht, wie die Statistik aussieht, aber wohl die wenigsten Kreuzträger lernen ihren zukünftigen Ehe- oder Lebenspartner kennen, nachdem beide bereits Kreuzträger sind. Und es ist nicht einmal eine Situation, die nur auf Leser und Bekenner der Gralsbotschaft zutrifft. Lee und Leslie Strobel haben ein Buch zum Thema geschrieben, in diesem Fall das Christentum betreffend: Spiritual Mismatch (in einer früheren Ausgabe Surviving a Spiritual Mismatch in Marriage, diese ins Deutsche übersetzt unter dem Titel Wenn der Glaube zwischen uns steht). Ja, ich habe meine Eltern darin wiedergefunden. Und vielleicht wäre es gut gewesen, hätte meine Mutter dieses Buch damals gehabt… wobei ich bezweifle, daß sie es angewendet hätte, aber das ist eine andere Sache. Wem als Leserin oder Leser der Gralsbotschaft diese Situation bekannt vorkommt, dem sei das Buch auf jeden Fall ans Herz gelegt. Auch wenn es auf Christen zugeschnitten ist, sind viele universell anwendbare Ratschläge darin zu finden.

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Es soll ja nicht gesagt sein, daß ich nur über die Schurken der Geschichte schreibe. Nach dem miesen Verhalten der Umzugsfirma war die Monteurfirma wirklich klasse, also: Wer im Raum Hildesheim sehr nette, hilfsbereite und natürlich auch fähige Leute für Monteurarbeiten sucht, sei an die Firma Fütterer verwiesen. Nur zu empfehlen!

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Die Moralfrage

Bei meinem Notar sah ich erstmals die Tasse mit der Aufschrift „Ich gehöre zu Gottes Bodenpersonal“. Zwar mit niedlichen Smileys, aber ich wußte sofort, daß ich mir auch ein Exemplar zulegen müsse – und zwar ganz ernst gemeint. Es ist eine tägliche Erinnerung daran, daß – wie ich Muttern sagte – wir besser sein müssen als alle anderen. Nicht immer einfach. Die Bibel ist voll von Beispielen, wie undankbar der Job hier unten ist.

Natürlich betrifft das auch alle anderen anständig lebenden Menschen: Denn ohne Moral lebt es sich bekanntlich besser. So nun wieder gesehen beim Umzug. Die in Hannover recht bekannte Möbelbewegung zerdepperte schon beim Umzug vor neun Jahren ein paar Sachen; ich ließ es durchgehen, weil es keine großen Werte betraf. Wegen einer Kleinigkeit gewann die Möbelbewegung auch diesmal den Zuschlag. Daß meine Salatschüssel zu Bruch ging… sei’s drum. Sie war alt und nicht besonders hübsch. Weniger witzig ist, daß die zwei Jahre alte Waschmaschine ohne Transportsicherung transportiert und dabei beschädigt wurde. Nachdem der Fall jetzt erst mal drei Wochen hingeschleppt wurde, kam auf meine brastige Mail eine klare Ansage: Sie würden die Hälfte der Anfahrt des Monteurs übernehmen, aber mehr nicht. Die AGBs gäben ihnen recht. Okay, wir haben Ihre Waschmaschine kaputtgemacht, und okay, die Transportsicherung lag direkt auf der Maschine, aber ich hätte die Möbelpacker an die Hand nehmen und ihnen explizit sagen müssen, daß sie einzubauen sei… weil: AGBs. Der Eigentümer sei für die Sicherung verantwortlich, selbst wenn die Maschine unter der Spüle stand und ohne starke Männer gar nicht zu sichern war. Und Möbelpacker erkennen offenbar eine Transportsicherung selbst dann nicht, wenn sie sie in den Allerwertesten beißt.
Das Recht ist sicher auf ihrer Seite. Und das eingesparte Geld kann vielleicht über eine eventuelle Schuldanerkennung hinwegtrösten. Aber nach keinen (außer juristischen) Maßstäben ist das Verhalten in Ordnung. Vielleicht sollten sich Menschen generell mal die Frage nach Anstand und Moral statt nach persönlichem Vorteil stellen. Könnte die Menschheit weiterbringen.

P.S.: Sogar die Dame bei der ausgewählten Monteurfirma äußerte ein „Bitte?!“, als sie von dem „Wir zahlen die Hälfte der Anfahrt“-Angebot hörte.

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Für mich sind zwar keine Stellenangebote dabei, aber das Video ist trotzdem schön.

Ich kenne die Aktion „Weihnachten im Schuhkarton“ schon länger, habe aber erst letztes Jahr zum ersten Mal daran teilgenommen. Es hat wirklich Spaß gemacht.

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Am Freitag gastierten in der Herrenhäuser Kirche Esther Lorenz und Peter Kuhz mit ihrem Konzertprogramm Hebräische Lieder, eine Sammlung vom Mittelalter bis heute. Anders als in anderen Konzerten der letzten Zeit wollte hier jedoch der Funke nicht so recht überspringen. Nun bin ich nicht unbedingt ein Fan von Vorstellungen, in denen die Interpreten lange Reden schwingen (ich denke noch mit Schaudern an Rebekka Bakken vor einigen Jahren), aber hier vermißte man es dann doch. Wenn die Vortragenden schon eine musikalische Reise durch das Judentum als Thema wählen, sollten sie vielleicht ein bißchen mehr erläutern als Sepharden und Chassiden und „dieses und jenes Lied bezieht sich auf Feiertag X“. Entertainment ist keine schlechte Sache! Man erhaschte Blicke darauf in dem einen einzigen jüdischen Witz, der erzählt wurde – warum nicht mehr? Das Judentum hat einen großartigen selbstironischen Humor, und allein das zu präsentieren, gehört meiner Ansicht nach unbedingt in eine Vorstellung dieser Art. Mehr über Kultur und Brauchtum! Musik entsteht ja zwangsläufig innerhalb dieses Rahmens, niemals isoliert. Wer waren all diese Gelehrten und Religionsausleger, die angesprochen wurden? Was machte ihre Sicht der Dinge speziell, worin unterschieden sie sich von anderen ihrer Zeit? Also: Etwas mehr Pep, das Publikum ein bißchen mehr engagieren, damit es nicht spätestens beim zweiten Wiegenlied einschläft…

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WordPress zeigt mir ja regelmäßig an, welche gestellten Suchbegriffe zu meinen Blogs passen. Es waren schon sehr… eigene… darunter. Aber heute mußte ich doch zweimal hinschauen:

Top Searches

marta hillers, clarissa schnabel, clarissa schnabel vita, https://clarissaschnabel.wordpress.com/2014/11/12/the-life-and-times-of-marta-dietschy-hillers-part-5/amp/

Meine Vita? Wen, zum Kuckuck, interessiert denn die? Habe ich neue Karrieremöglichkeiten? Prüft jemand meine Glaubwürdigkeit? Oder Kreditwürdigkeit? Hmm…

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Am Samstag war ich in der schönen Herrenhäuser Kirche zum Weihnachtsoratorium von Gottfried Heinrich Stölzel. Wohl der Zeit halber wurde vorweg zusätzlich die 1. Kantate aus Bachs Werk gegeben – zur großen Unterhaltung aller gemeinsam mit dem Kinderchor. Die Wiener Sängerknaben sind die Nachwuchstalente eindeutig nicht. Das Ziel der Knirpse, vor allem mit fortschreitendem Werk, war es, sich gegenseitig und das Orchester zu übertönen (man versuche das mal im „Jauchzet, frohlocket“! Chorleiter? Vielleicht vor dem nächsten Mal ein paar grundlegende Dinge erklären?), und so wurde mehr geschrien als gesungen. Die professionellen „Großen“ nahmen es mit Humor und Leidensfähigkeit.

Stölzel fand dann (zum Glück) ohne Junioren statt. Ich finde es immer schwierig, Besprechungen zur hohen Kunst der Musik zu geben, denn obwohl ich Klassik sehr, sehr liebe, habe ich wenig Ahnung von Formalien. Man sehe mir also meine Laienhaftigkeit nach.
Stölzels Weihnachtsoratorium hat nichts von der Wucht Bachs, ist dafür aber auch kein „klassisches“ (haha) Weihnachtsstück. Ein Hauptthema ist Verfolgung für den Glauben. (Wäre mal interessant, da etwas Hintergrund zu recherchieren.) Stölzel referiert darüber, wie sich „Friede auf Erden“ mit Jesu Wort, er komme nicht, um den Frieden zu bringen, sondern das Schwert, vertrage. Derlei. Also ganz interessante Überlegungen inmitten schöner Musik. Das Programmheft schreibt dazu:

Nun, dessen ganz ungeachtet, ist Stölzel nach seinem Tode gänzlich in Vergessenheit geraten, wie Johann Sebastian Bach auch, allerdings weitaus länger bis in unsere Tage hinein. Seine Werke, so weit sie nicht verloren gegangen sind, werden erst heute wieder entdeckt und aufgeführt. Mit Erstaunen, tiefer Betroffenheit und Erschütterung nimmt ein interessiertes Publikum endlich wahr, was es bislang – und dies seit Generationen – stets unbeachtet und unbeeindruckt gelassen hatte: Gottfried Heinrich Stölzel war kein freundlicher Kleinmeister neben Bach, Händel und Telemann, sondern eine höchst eigenständige Komponistenpersönlichkeit mit einer Musiksprache voller Wirkung auf „Gemüt und Seele“ – dazu kompositorisch-handwerklich von hohem, ja außerordentlichem Niveau.
Es ist davon auszugehen, dass die Kantaten, um die es hier geht, am 25. und 26. Dezember 1736 erstmalig musiziert worden sind. Sie geben ein „Weihnachtsoratorium“ analog der Kantaten-Bestimmung in J. S. Bachs berühmtem Werk ab – allerdings mit dem wesentlichen Unterschied, dass Stölzels Kantaten nicht im engeren Sinne die Weihnachtsgeschichte zum Inhalt haben, sondern darin das weihnachtliche Geschehen in kunstvollen Bibelwortumschreibungen, freier madrigalischer Dichtung (Rezitative und Arien) sowie Chorälen „betrachtet“ und kommentiert wird.

Ein verhältnismäßig starkes Kirchenmusikjahr für mich: Andy Lang und „Musik aus Luthers Zeiten“ in der Zachäuskirche, nun dies, und alles war sehr schön. (Wobei, Herr Lang: Trainieren Sie lieber auf eine Stimmlage [ein Register?] höher. Klänge besser.) Würde mich freuen, wenn sich das in 2018 fortsetzt.

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