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Archive for the ‘Erlebnisse’ Category

Nachdem ich das Wochenende hindurch wieder einmal… zweimal, dreimal… zuhören mußte, wie meine neuesten Nachbarn Sex hatten (das Mädel hätte echt Chancen in der Pornobranche), ein etwas… anderer Beitrag heute.

Lord John Grey ist ja nur meine neueste Entdeckung in Sachen homosexueller Romane… nein, falsch, Romane mit homosexuellen Hauptfiguren. Romane können nicht schwul sein. Jedenfalls, die neueste und eine der besten und in historischer Literatur bisher auch die einzige. Aber eines Tages nach zu viel Mills & Boon mit viel Waten durch Frösche, um dann und wann einen Prinzen zu finden, mußte einfach mal eine Abwechslung ran. So landete ich beim eBook-Ableger Carina der gleichen Verlagsgruppe, die größere Bandbreite an Möglichkeiten (nicht nur sexueller Natur) zuläßt. Inzwischen herrscht leider auch dort die Inflation der (schwulen) Frösche. Aber zwei meiner damaligen Entdeckungen sind auch jetzt noch zwei meiner wiederholt gelesenen Bücher: The Stolen Luck von Shawna Reppert und Bad Judgment von Sidney Bell. Abgesehen vom „male/male“-Genre, wie Carina das tituliert, haben beide nichts miteinander gemein. The Stolen Luck ist Fantasy, wobei das world building zugunsten der Handlung zurücksteht… gute Entscheidung. In ganz groben Zügen basieren Land und Historie auf den USA, mit über das Meer gekommenen menschlichen Siedlern, die die einheimischen Elfen bekämpften und verdrängten, sowie dem sklavenhaltenden Süden und dem „freien“ Norden. Aber das ist im Grunde auch alles, was man über das Setting erfährt. The Stolen Luck ist sehr wenig explizit und setzt mehr auf Gefühle, dabei auch auf die grundlegende Frage, was Sklavenhaltung einem Menschen antut, nicht nur dem Sklaven, sondern auch dessen Besitzer. Schönes Erstlingswerk, manchmal etwas vorhersehbare Wendungen.
Bad Judgment ist sehr viel expliziter und besticht vor allem durch das Zusammenspiel seiner großartigen Charaktere. Modernes Setting, Wirtschaftskrimi und Rachestory, aber auch mit viel Witz.
Die Bücher des bekannten Schwulen-Autors Sean Michael hingegen erfüllen den Spruch „Kennste einen, kennste alle“. Sie sind alle gleich, mit den ewig gleich aussehenden Charakteren und wirklich 0% Plot. Die Charaktere essen was und haben Sex. Dann haben sie Sex und essen was. Wiederholung beliebig oft. (Vielleicht basierend auf meinen Nachbarn, hmm…)
„Female/female“-Geschichten sind extrem selten. Ich habe eine einzige gefunden, Cathy Pergaus Deep Deception, die vor allem von ihrem Setting (Science-Fiction-Krimi) lebt. Charaktere und Handlung schwächeln ein bißchen, aber das Lesen lohnt sich allein wegen der atmosphärisch dichten Schilderung.

Nebenbei: Der neueste Gabaldon, die Anthologie Seven Stones to Stand or Fall, ist hauptsächlich eine Neuauflage von A Trail of Fire, aber dazu mit zwei(!) neuen Lord-John-Geschichten! Für die doppelt kaufen müssenden Fans natürlich klare Abzocke; für mich, die die enthaltenen Geschichten sowieso noch „in echt“ (=nicht Kindle) kaufen wollte, extrem praktisch. Es fällt auf, daß der gute Lord John ab Jamaica im Zölibat zu leben scheint. (Ist vielleicht auch schlau. Mich schaudert bei der Vorstellung, was er sich alles einfangen kann.) Dafür bekommen wir endlich die berüchtigte Geschichte von Hal und Minnie und dem Kaminvorleger serviert…

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Donnerstag abend lief, wie so oft, unser Keller voll. Ist zwar eine Sauarbeit, aber verglichen mit den Großeinsätzen, die die Feuerwehr an dem Tag fuhr, natürlich Peanuts. Wir konnten die Fluten immerhin in die tiefergelegene Waschküche schippen und dort lagern. Denn: 112 war über Stunden besetzt. Das Problem ist wahrhaftig nicht die überlastete Feuerwehr, sondern die Frage: Wie kann es sein, daß man den Notruf nicht erreicht? Zumindest über so einen langen Zeitraum? Was wäre gewesen, wenn unser Haus gebrannt oder sonstwie Lebensgefahr bestanden hätte? Pech?
Diese Krisen-Rush-Hour war übrigens nicht das einzige Mal, daß das passiert wäre, wie eine Kollegin berichtete, die mehrmals an „ganz normalen“ Tagen versuchte, Hilfe für betagte Nachbarinnen zu rufen und niemanden erreichte.

Die Idee, das frühere 110 (Notruf) und Feuerwehr (112) zusammenzulegen, war an sich schon extrem dumm. Und zumindest hier in Hannover zeigt sich, daß da sogar etwas gefährlich dumm läuft.

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WordPress filtert Spam-Kommentare sehr schön heraus, damit muß ich mich zum Glück nicht belasten. Anstrengender sind die Blogger auf Leserfang. Einmal „like“ geklickt, einmal mein Blog abonniert – für beides erhalte ich Benachrichtigungen. Zum einen aber mögen die wenigsten der besagten Blogger den ausgewählten Beitrag, denn üblicherweise sind sie englischsprachig und wählen deutschsprachige Einträge an, und an einem Abo künftiger für sie unverständlicher Artikel sind sie nicht interessiert. Sie wollen einzig und allein, daß ich in ihrem Blog vorbeischaue.
Das wäre an sich ja nun gar nicht mal so schlimm. Ich entdecke gern neue Blogs, vorausgesetzt natürlich, sie interessieren mich. Der Großteil meiner Abonnentinnen jedoch sind Tierbloggerinnen. Blogs über Katzen und Hunde. Dann und wann ist mal eine Köchin dabei. Und höchst selten mal jemand mit wirklichem Bezug zu meinem Blog, was erfreut.
Mich würde auch gar nicht mal so sehr der versuchte Leserfang stören. Jeder wirbt, so gut er oder sie kann. Aber diese Bloggerinnen (und es *sind* nun mal überwiegend Frauen) haben anscheinend eine so hohe Meinung von ihren Tierblogs und ihrer Schreibe und der Wichtigkeit beider, daß sie all diese Mühe auf sich nehmen, um Leute darauf aufmerksam zu machen.
Meine Damen: Tierblogs, sofern sie nicht mit irgendwelchen Besonderheiten aufweisen können, sind komplett uninteressant. Mit ihnen lockt frau – Verzeihung – keinen Hund hinter dem Ofen hervor. Da helfen auch keine Likes.

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Nach all meiner Beschäftigung mit dem 18. Jahrhundert in der letzten Zeit wurde mir bewußt, daß ich selbiges – und vor allem die Großbritannien-Connection! – hier vor Ort seit vielen Jahren nicht mehr aufgesucht hatte: Namentlich den Großen Garten. Eigentlich habe ich’s nicht so mit Barockgärten. Sie sind natürlich aus der Luft sehr hübsch symmetrisch anzusehen, aber am Boden meist etwas langweilig. Dennoch entschloß ich mich am Pfingstmontag zu einem Besuch und nahm gleich noch das Museum im Schloß mit, wobei ich so einiges über die Entstehung der Herrenhäuser Gärten lernte, das mir bis dato völlig unbekannt gewesen war.

Da ich mittags da war, entging ich den großen Massen glücklicherweise, die auf Empfehlung an der Kasse zunächst mal den Berggarten aufsuchten, da die Fontänen im Großen Garten erst ab 14 Uhr wieder liefen. Beim Herumwandeln konnte ich mir spitze Anmerkungen (oder zumindest Gedanken) über die zeittypischen Faun-und-Nymphe-Statuen nicht verkneifen. Die Herrenhäuser Exemplare sind wirklich unglaublich kitschig. Eine einzige hingegen gefiel.

Im Gegensatz zu seinen stämmigen und bärtigen Kollegen hat dieses Jüngelchen sichtlich Probleme beim Raub der Angebeteten. Nicht nur scheint das flotte Über-die-Schulter-schmeißen nicht ganz so zu klappen wie geplant; das Tableau wirkt auch eher, als hätte hier jemand anderes (sinnbildlich gesprochen) die Hosen an. Man beachte sein ängstliches Anklammern und die erhobene Hand der Schönen, die auf sein nackertes Hinterteil zielt…

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Über Glasgow ging’s am nächsten Tag nach Edinburgh, wo prompt die Sonne schien. Ich fand’s nicht witzig. Aus Zeitmangel sah ich nicht viel von der Stadt, die Royal Mile hauptsächlich, bißchen Holyrood Park. Festgestellt, daß die schottische Tourismusindustrie extrem sexistisch ist. Mein Brauch ist es, in jedem besuchten Land ein Touristenshirt zu kaufen, aber auf keiner Station fand ich diesmal ein brauchbares. Alle Touristenshirts sind für Männer oder Kinder. Selbst in Edinburgh fand ich nur einen einzigen Laden, der auch ein paar Frauen-T-Shirts hatte, aber nur mit Edinburgh-Aufdruck. Schwach.

Meine Unterkunft lag weit draußen, in Pilrig, hinter den großen Baustellen. Fraoch House ist preisgekrönt, und das zu Recht. Allein die Unterkunft und ihr großartiger Betreiber sind einen Besuch in Edinburgh wert. Mich anhand meiner Tasche korrekt als Doctor Who-Fan identifizierend, erzählte er, Peter Capaldi, der aktuelle Doctor, sei einmal in der Pension nebenan untergekommen gewesen.

Weil ich keine Lust hatte, noch zweimal den ganzen Weg in die und aus der Innenstadt zu stiefeln, ging ich ein Stückchen Richtung Leith und fand einen alten Friedhof, was mich immer fasziniert. Dieser ist von der Nähe zum Meer geprägt, mit vielen Gräbern von Seefahrern, Schiffseignern etc. Er muß entweder auf unsicherem Grund stehen oder ständig betrunkene Steinmetze beschäftigt haben, denn er erinnert teilweise an antike Ruinenstädte – überall liegen umgestürzte Grabmale, und andere neigen sich bereits bedenklich. Ein entsprechendes Warnschild ist angebracht, mit der sehr bürokratischen Formel, eine Analyse stehe an…

Das war mehr oder weniger mein letzter Tag in Schottland. Morgens ging es per Airlink zurück zum Flughafen und „nach Hause“, das sich schon lange nicht mehr wie ein Zuhause anfühlt.

Für Bahnreisende in Schottland empfiehlt sich das „Spirit of Scotland“-Ticket, eine Art Viererticket, das allerdings nur innerhalb eines bestimmten Zeitrahmens und nur auf bestimmten Strecken gilt; dies teilweise auch in Citylink-Bussen.

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Auf der stark nachgefragten (weil Endpunkt Glasgow), aber wenig befahrenen (3x/Tag) Strecke ging’s für mich weiter zum Knotenpunkt Crianlarich, dem Umsteige- und Umkoppelbahnhof, der trotzdem mitten im Nirgendwo liegt und aus zwei Bahnsteigen besteht. In Highland-Manier gibt es dennoch einen tea room. Von Crianlarich aus zur Westküste, dem Hafenort Oban. Nun habe ich persönlich nicht viel für Hafenorte übrig, warum auch immer, aber ich sah sowieso nicht viel davon, weil es dauerregnete. Und zwar diesmal wirklich *regnete*. Ich holte mein Ticket für die Three Isles Tour ab und stiefelte bergan zur Unterkunft Fàilte, wo mich zu meiner Überraschung ein deutscher Gastgeber begrüßte. Vermutlich ist das ein Grund, warum noch mehr als üblich Deutsche hier untergekommen waren – das einsame englische Ehepaar beim Frühstück muß sich sehr fremd vorgekommen sein. Auf jeden Fall sehr netter Service, mir schienen die Hausherren auch etwas alternativ/öko angehaucht zu sein, was mir sympathisch war.

Die Inseltour am nächsten Tag startete gut, sogar mit etwas Sonne auf der Fähre nach Mull. Über die Insel ging’s per Bus, wobei wir viel über das Leben dort erfuhren. Per Boot ging es dann hinaus nach Staffa, bei deren Anblick jedem Besucher die Worte fehlten.

Auf der Weiterfahrt nach Iona jedoch kehrte der Regen zurück und hörte nicht wieder auf. Es gibt auf Iona auch nicht wirklich viele Unterstellmöglichkeiten. Ein Großteil der Besucher floh ins nahegelegene Restaurant, der überwiegende Rest in die Abtei. Ich sagte mir, daß ich sowieso naß sei und erkundete ein bißchen. Ein niedlicher Laden, ebenfalls öko und voll lokaler Produkte, ist „The Low Door“, wo der Name Programm ist. Er war früher die Dorfschmiede, und seine Tür ist so niedrig, weil a) früher die Leute kleiner waren, aber auch, weil b) es zur Verteidung diente. Niemand kann beim Hereinstürmen mal eben das Schwert ziehen oder heben. (Unzufriedene Kunden?)
„The Low Door“ bietet auch einen Imbiß, Tagessuppe mit Brot war’s in meinem Fall, und lohnt einen Besuch. Mind your head.

Weil es wirklich naß und ungemütlich war, floh ich ins Heimatmuseum oder „Iona Heritage Centre“. Klein, aber voller Infos über das Leben auf der Insel.

Schließlich per Fähre zurück nach Mull und per Bus zurück zur Fähre nach Oban. Gelernt, daß Mull als Miniaturversion Schottlands bezeichnet wird, weil alle Landschaften, die man in Schottland antrifft, dort vorhanden sind. Und daß es auf Mull eine gälischsprachige Grundschule gibt.

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Fort William. Das Zentrum schottischen Nationalismus‘. Oder vielleicht hat es nur wenige, aber engagierte Nationalisten.

Ausgelöschte englische Beschilderung…

„Yes“, das Logo zur schottischen Unabhängigkeit…

Sogar der verdammte Fernseher ist Marke Schottland!

Fort William ist auch, dies aber offen erklärterweise, das Zentrum des Mountaineering – jeder, so scheint’s, will Ben Nevis bezwingen. Und natürlich ist hier Station des West Highland Ways / Great Glen Ways. Die wenigen Leute, die man nicht in Outdoor-Ausstattung herumlaufen sieht, sind Einheimische.
Das Fort William hat eine sinistre Rolle in Outlander; in Realität sah es, wie ich anhand von Zeichnungen finde, eher nach einem Gehöft aus. Einen gemütlichen Fluß vor der Nase und die Berge im Rücken – vermutlich schoben die Soldaten hier eher eine ruhige Kugel. Oh, aber was auch immer Claire und Jamie angestellt haben, um die Zukunft zu verändern – ausgerechnet das Fort steht in „Dragonfly in Amber“ noch! Non-fiktiv ist nur noch eine Mauer vorhanden.

Ich reiste bequem per Citylink-Bus an, eine zweistündige Fahrt von Inverness aus, mit den üblichen request stops überall entlang der Strecke.

Außer Wandern kann man vor Ort wenig machen. Leider fand kein Shinty-Spiel auf dem stadteigenen Feld statt, nachdem Busfahrer Alan so davon schwärmte („It’s like hockey but without the rules“). Die Ruine von Inverlochy Castle ist das Ziel eines netten Spaziergangs entlang des Flusses und durch leichtes Gehölz. Und der üblichen Schafweide mit erschwerten Bedingungen, daß gleich nebenan die Angler sitzen und man nur das ominöse „Swisch!“ hört, wenn sie ihre Leine auswerfen – und damit rechnet, in der nächsten Sekunde den Haken abzubekommen.

Wohl jeder stattet mangels anderer Optionen dem West Highland Museum einen Besuch ab. Es konzentriert sich auf Lokalgeschichte sowie natürlich die Jacobites. Laut Aushang gibt es extra einen Flyer für Outlander-Fans, der aber wohl so stark nachgefragt ist, daß er nur auf Anfrage herausgegeben wird (oder online).
Ich war viel eher baff, weil ich mehrere der Ausstellungsgegenstände kannte – durch die Dokumentation The Lost Portrait of Bonnie Prince Charlie! Der Mitarbeiter, den ich darob befragte, wußte allerdings nichts („I’d have to ask the manager“), da er erst zwei Jahre ehrenamtlich dabei ist. Er hielt’s aber für gut möglich.

Übrigens habe ich keinen Museums-/Touristenshop in den Highlands angetroffen, der nicht Outlander (das Buch) im Sortiment hatte.

Wegen Regen machte ich statt einer Wanderung zunächst mal einen Ausflug nach Glenfinnan. Zugfahrt typisch schottisch – mit request stops! Also Stationen, an denen nur auf Anfrage gehalten wird. Und weil die Bahnsteige allesamt zu kurz für einen vierwagigen Zug sind, wurde nur eine Tür freigegeben. Unsere Schaffnerin war sehr rührig und stellte sicher, daß jeder wußte, wo diese war. Übrigens gab es auch dazu einen Snackbringdienst, das stelle man sich bei der DB mal vor.
Unsere Schaffnerin gab ebenso Bescheid, die Kameras zu zücken, als das Glenfinnan-Viadukt in Sichtweite kam. Berühmt geworden durch Harry Potter, wobei ich nicht beeindruckt war: Auch bei der Anfahrt nach Inverness gibt’s Viadukte. Harry Potter hingegen macht inzwischen Bonnie Prince Charlie starke Konkurrenz in Glenfinnan, insbesondere bei den jungen Besuchern. Das Touristikzentrum hat sich drauf eingestellt.

Landschaftlich war Glenfinnan die schönste, die ich in Schottland sah. Ich wanderte den Viaduct Trail ab, der anfangs belebt, aber nach einem Aussichtspunkt verlassen war. Er führt direkt zurück zum Bahnhof, was man zeitlich planen sollte, denn es fahren nur drei- bis viermal täglich Züge.

Der nächste Tag fing sonnig an, zog sich aber bald zu. Weil’s aber vertretbar war (ich habe selten wirklichen Starkregen erlebt, es war meist ein beständiges Nieseln), ging’s via einer Abkürzung über den Cow Hill durch Glen Nevis. Die Wanderbeschreibung ist beachtlich akkurat darin, daß ab einer gewissen Abzweigung der Weg sehr ruhig wird – in meinem Fall verlassen. Ich wanderte durch eine wunderschöne Landschaft immer am Fuß der Berge entlang. Und ja, zum Ende der Hin-Strecke ist der Weg wirklich „boggy“. Wirklich. Keine Chance, dort trockenen Fußes hindurchzukommen. Der Rückweg war dagegen eine echte Enttäuschung. Man folgt einem Waldwirtschaftsweg, kilometerweit, rechts und links Bäume, meist Nadelgehölze, nur bei Rodungen Aussicht auf die Berge. Nirgendwo eine Bank oder eine Möglichkeit zum Rasten oder Unterstellen; für eine Touristenregion ein echtes Armutszeugnis.

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In einem erfreulich leereren Morgenzug ging’s in die Highlands. Die Leute hier sind letztlich genau solche Luschen wie daheim; ein Mitreisender jonglierte zwei Smartphones und verlor immer wieder die Verbindung, und – was ich für ein Klischee gehalten hatte – das Lieblingswort der Jugendsprache ist tatsächlich „like“. Es fällt alle vier bis fünf Worte.
An diesem Morgen sah man endlich mal die Sonne. Nicht beständig, aber immerhin hatte der Regen aufgehört.

Die Gepäckunterbringung in Inverness scheiterte zunächst am mangelnden Kleingeld, und ein Wechselautomat existierte natürlich nicht. Also schleppte ich erst einmal weiter zur benachbarten Bus Station, von wo die Loch-Ness-Tour startete. Während des Wartens lernte ich so einige Leute kennen, unter anderem die schottische Tochter eines Deutschen und einer Italienerin, die zwei Jahre in Frankreich verbracht hatte und nun nach ihrer Rückkehr feststellen mußte, daß die Buspreise derart in die Höhe gegangen waren, daß ihr Geld nicht mehr bis zum Heimatdorf reichte. Später hörte ich noch jemanden über die allgemeinen Preisanstiege klagen. Sehr schottisch, würde ich sagen, hörte man nicht das gleiche auch bei uns.

Derweil entschied ich mich, noch einmal mein Glück am Bahnhof zu versuchen, und siehe da, diesmal gab’s hilfreiches Personal, das bereitwillig Geld wechselte. Mehrere Kilo leichter stieg ich in den Shuttlebus der Loch Ness by Jacobite-Tour, gefahren von dem unterhaltsamen Alan, obwohl seine Witze sicherlich seit Jahren erprobt sind. Weiter auf’s Boot und die Wasserwege hinab zum Loch Ness. Leider keine Monstersichtung! (Alan hat sowieso seine eigene Theorie dazu, die die fünf Pubs im Dorf Drumnadrochit beinhaltet, wo es die meisten Monstersichtungen gab.) Trotz der Sonne war es an Deck aufgrund des starken Windes eiskalt, und ich war froh, am Urquhart Castle von Bord gehen zu können. Die Ruine war einst eine riesige Burg, und von nahem ist die Anlage auch beachtlich; vom See aus betrachtet, verliert sie sich in der Landschaft.

Nach einer knappen Stunde Aufenthalt chauffierte Alan uns zurück nach Inverness, wobei er über den irreführenden Begriff „rush hour“ philosophierte – zu Recht. („No one’s rushing anywhere.“) Die beste Geschichte, die er erzählte, drehte sich um das winzige Dorf Lewiston. Als nach Culloden die jakobitischen Landbesitzer enteignet wurden und regierungstreue an ihre Stelle traten, führte das… so zumindest laut Alan; die etwas differenziertere Version ist, daß Landbesitzer generell anfingen, wirtschaftlicher zu denken… zu den berüchtigten Highland Clearances – Leute raus, Schafe rein. Nur einer war der Meinung, Menschen seien wichtiger als Schafe, und so baute er 50 Häuser für Vertriebene: Lewiston. Es lebten was bei 1000 Leuten in den 50 Häusern, aber immerhin hatten sie ein Zuhause gefunden.

Ich holte meinen Rucksack ab und stiefelte zur Unterkunft, dem Ardconnel House. Es steht unter der elterlichen oder sollte ich sagen großelterlichen Leitung von Elizabeth und John, die jedem Gast das Gefühl, ein langvermißter Verwandter zu sein.

Der nächste Tag stand unter dem Zeichen der Geschichte: Culloden Battlefield und Clava Cairns. Das erforderte eine Reise mit Stagecoach. Für so ein riesiges Unternehmen ist Stagecoach erstaunlich vage mit seinen Informationen. Mein „persönlicher Fahrplan“ stimmte mit dem Aushangplan (beides online, ich war also vorgewarnt) nur andeutungsweise überein, und mehr als die Hälfte der tatsächlichen Haltestellen ist im Plan nicht aufgeführt. Dann gibt es die Tücken der Linie 5. Es hat 5A sowie 5 (Balloch) und 5 (Croy). Sie alle fahren unterschiedliche Stationen auf grob der gleichen Strecke an. Und es gibt keine Ansagen im Bus. Für die Touristen – und derer sind nicht wenige -, die zum Culloden Battlefield wollen, ist die Fahrt also spannend. Gleichzeitig ist sie aber auch ein Beispiel dafür, wie anders die Uhren dort gehen. Ich hatte später noch mehrmals Gelegenheit, das festzustellen. Reisen mit den Öffis in den Highlands ist noch eine sehr persönliche, im wahrsten Sinne des Wortes interaktive Angelegenheit. Man sagt dem Fahrer (oder Schaffner), wohin man möchte, und dort wird man dann herausgelassen. Eine Mitfahrende auf dieser Tour zum Beispiel wollte zu den Clava Cairns wandern – unser Fahrer hielt an einer Kreuzung, gab ihr eine Wegbeschreibung zum Ziel und zur nächsten Haltestelle für den Rückweg. Alles sehr entspannt, sehr entgegenkommend. Ich verglich den schottischen öffentlichen Nahverkehr so manches Mal mit der Deutschen Bahn, die wesentlich durchorganisierter ist, wesentlich bessere Fahrpläne und Onlinedienste hat… und doch im Service ein einziges Armutszeugnis darstellt. Menschen, nicht Schafe, um dieses anschauliche Beispiel zu verwenden.

Ich fuhr gegen halb zehn, worüber ich noch froh sein würde, denn es erlaubte mir, den großen Ansturm der Halbwüchsigen zu umgehen. Das Visitor Centre ist gut gemacht und um Fairness bemüht, also durchaus keine einseitige Heulboje für die Jacobites. Schön sind die Audiostationen, die durch die Ausstellung verstreut sind und an denen man sich Originalzitate von Personen der Zeit anhören kann. Sie erfordern allerdings etwas Übung dank langsam reagierendem Touchscreen. Ein Lacher für mich war die Entdeckung, daß das de-La-Tour-Gemälde immer noch in der Ausstellung zu finden ist!
Stark beworben wird der kurze Reenactment-Film, der in einem separaten Raum läuft, mit verschiedenen Blickwinkeln der Schlacht auf allen vier Wänden. (Ein gewisses Cartoon-Erlebnis, sich ständig um die eigene Achse drehen zu müssen, um alles zu sehen.) Zwar warnt ein Schild davor, er könne zu brutal für junge Kinder sein. Das ist weniger das Problem, denke ich – keiner der Reenactors wird von Kanonenkugeln oder Splittergeschossen zerfetzt, und man sieht nicht mal Kunstblut. Aber was Eindruck hinterläßt und was man so nie in Film und Fernsehen, die mehr auf Visuelles setzen, erlebt, ist der Lärm. Kanonendonner und Gewehrsalven aus acht oder mehr HiFi-Lautsprechern ist verdammt realistisch! Jetzt kann ich verstehen, warum Soldaten durch die Jahrhunderte davon desorientiert oder traumatisiert wurden.
Das Schlachtfeld selbst hat dieses gewisse Gefühl, das wohl alle Orte mit brutaler Vergangenheit, die nun die Natur zurückerobert hat, auszeichnet. In Bergen-Belsen traf ich das auch an. Es ist etwas Friedliches daran, etwas „So ist es richtig“. Es ist kein Ort, an dem es in dem Sinne viel zu sehen gibt. Sicher, die Positionen der Heere und Heeresteile sind gekennzeichnet, und natürlich gibt es die Clanssteine, die die Massengräber markieren. (Der Fraser-Stein hat die meisten Blumen, dank Outlander-Fans.) Aber viel mehr ist da nicht. Nur Moorgewächse und Vögel.

Dennoch hängt natürlich noch einiges herum, und ich spreche nicht von Touristen. Hugh G. Allison hat in seinem Culloden Tales einige interessante Berichte über was man gemeinhin Geister nennt gesammelt. Das wenigste davon werden tatsächlich erdgebundene Seelen sein. Manfred Kyber, der eine Menge Ahnung hatte, beschreibt in Die drei Lichter der kleinen Veronika das „Bilderbuch der grauen Frau“: Eine Gesellschaft von Phantomen, mit der sich eine einzige hängengebliebene Seele umgibt. Die „Geisterarmeen“ von Culloden sind ebenfalls nur zu einem geringen Teil real. Sie sind Schöpfungen einzelner Seelen, die noch nicht begriffen haben, daß dieses Erleben längst vorbei ist.

Viel weiter in die Vergangenheit ging’s mit dem Besuch der Clava Cairns. Wieder einmal ist die Wegbeschreibung etwas locker gehalten; man läuft durchaus ein Stück. Oder, wie viele Gruppen, man fährt ganz einfach, aber damit entgeht einem ein schöner Gang durch die blühende Landschaft. Der Stechginster, den man überall antrifft, hat es mir angetan! Und natürlich die allgegenwärtigen Glockenblumen, die alles in einen lila Teppich verwandeln. Die Clava Cairns liegen in einer Senke, nun umgeben von einem Hain aus viktorianischer Zeit. Eine schöne Anlage, aber überlaufen. Und fast noch mehr als bei Culloden bringen die meisten Besucher keinerlei Respekt oder Interesse für den Ort mit.

Zurück in Inverness stattete ich dem Friedhof der Old Highland Church einen Besuch ab. Hier wurden nach Culloden jacobitische Gefangene hingerichtet. (Übrige Besucher siehe oben.)

Es wohnen ja so manche Tote in den Häusern der Schatten und finden den Weg nicht über die Schwelle. Sie leben in ihrem Bilderbuch, und es dauert oft lange Zeit, bis sie das begreifen.
Manfred Kyber: Die drei Lichter der kleinen Veronika

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Da ich der Bahn nur das Schlimmste zutraue, fuhr ich schon am Vorabend nach Frankfurt – unser Zug hatte prompt eine halbe Stunde Verspätung. Schon gerechtfertigt, die Hotelkosten.
Am Flughafen entdecke ich jedesmal neue Ecken. Meine Sicherheitskontrolle diesmal hatte bereits einen Ganzkörperscanner, der allerdings so wild nicht sein kann, denn durch meinen Dutt kam er nicht durch. Also Handkontrolle, eine Situation, die mich unvermutet an Outlanders „Wentworth Prison“ erinnerte, als Jack Claires Frisur auf Waffen durchsucht. Ich mußte mir ein Grinsen verbeißen.
Wie immer ging auch das Handgepäck nicht so ohne weiteres durch. Meine Güte – frau braucht halt ein paar Dinge in greifbarer Nähe! Endlich war der verdächtige Gegenstand gefunden: Mit einem vernichtenden Blick hielt die Kontrolleurin ihrem Kollegen am Scanner den Lippenstift hin. Männer! Okay, ich finde ja auch, daß „Plum Diva“ die Bombe ist, aber…

Im Flieger saß ich neben einem Ehepaar aus Neuseeland, was sehr nett war, denn so konnte ich meine aktiven Sprachkenntnisse schon mal aufwärmen. Wurde auch gleich gewarnt, in Schottland würde es regnen – die Tochter hatte es mitgeteilt.
Stimmte dann auch.
Edinburgh Airport ist eine übersichtliche Angelegenheit. („Mein“ Ehepaar war sich uneins – er haßt den Flughafen, sie findet ihn nett.) Anscheinend kamen drei Maschinen aus Deutschland etwa zeitgleich an (Düsseldorf, Stuttgart und Frankfurt), und es herrschte ein irrer Betrieb bei der Einreise. Ich fragte mich, wie das werden soll, wenn Schottland die EU verläßt; das Personal ist ja jetzt schon überfordert. Wir glücklichen Besitzer eines biometrischen Reisepasses (ich gratulierte mir, ihn eingesteckt zu haben) wurden gleich zur Seite gewinkt und waren in null komma nichts durch die elektronische Kontrolle durch.
Mit dem Airlink-Bus, der vor dem Terminal abfährt, sollte es dann in die City gehen. Es fährt auch eine Tram, ist aber teurer und langsamer. Aber zunächst galt: Das Voucher-System.

Viele Tickets in Schottland kann man online buchen. Anders als in Deutschland jedoch ist das, was man sich anschließend ausdruckt, kein Ticket, sondern ein Voucher oder eine Reservierung für ein Ticket. Das muß man sich vor Ort im Austausch für den Voucher abholen – meist am Schalter. Ich finde das durchaus lustig. Man hat nicht wirklich etwas von Online-Buchungen, wenn man dann trotzdem noch das eigentliche Ticket abholen muß. Andererseits hat das Bodenpersonal damit seine Existenzberechtigung, anders als hierzulande, wo man ja kaum noch Menschen antrifft oder gar, wie bei der Bahn, dafür bezahlen muß, sich am Schalter bedienen zu lassen.

Also: Mit Voucher (Open return ticket) zum Airlink-Kiosk, Ticket abgeholt, zum Bus und ab in die City. Von der Station Haymarket aus ging’s gen Nord-Westen. Hier traf ich erstmals die Sperren an, von denen man hört. Kein Durchgang von oder zu den Bahnsteigen ohne Ticket! Es wird gescannt, die Türen öffnen sich (optimalerweise). Der Zug nach Pitlochry nun war voll. Wirklich. Ich fand einen Notsitz im Türenbereich. Hierzulande würde man’s als Regionalzug oder S-Bahn bezeichnen, aber er legt ordentlich Strecke zurück. Endstation war Inverness. In jedem Zug, mit dem ich fuhr (und sie hatten alle dieses kleine Format), gab es übrigens einen Snackservice. Ja, mit echtem Personal.

Der Bahnhof in Pitlochry hat die Barrierefreiheit noch nicht entdeckt. Zwei Radlerinnen mußten ihre Gefährt über die Fußgängerbrücke schleppen – kein Vergnügen.
Ich hatte derweil ganz andere Sorgen. Meine kampferprobten und geliebten Wanderstiefel zeigten zu meinem Entsetzen starke Anzeichen des Verfalls: Namentlich den wachsenden Riß entlang der Sohlennaht. Es wäre sehr schlau gewesen, das daheim festzustellen. So hatte ich für den nächsten Tag eine fünfstündige Wanderung vor mir und die Gefahr, diese entweder mit kaputten oder aber nagelneuen und nicht eingelaufenen Schuhen zu bewältigen.
Kleber war meine erste Wahl. Leider führte nicht mal das Schreibwarengeschäft welchen. So landete ich am Ende doch im Outdoorladen und kaufte Wanderschuhe. Mein raffinierter Plan war, die alten Schuhe noch so lange zu tragen wie möglich und dann zu wechseln. So die Theorie. Praktisch wollte ich dann doch auf Gewicht verzichten, und da nur der rechte Stiefel kurz vor dem Verenden aussah, packte ich nur den entsprechenden rechten Schuh ein. Sparen am falschen Platz vielleicht, wie sich herausstellte.

Mein B&B jedenfalls war Atholl Villa, die ich empfehlen kann. Bessere Budgethotels, generell was die B&Bs meiner Reise angeht, habe ich nie angetroffen. Eine originelle Idee, die mir nicht wieder begegnete, war die Frühstücksbestellkarte. Denn: In Schottland frühstückt man, zumindest traditionell, warm. Nach einem „continental breakfast“ wird einem das volle Programm geboten: Wahlweise Porridge, verschiedene Sorten Ei mit Zutaten und natürlich Kipper oder aber das „Full/Traditional Schottish breakfast“, und das ist eine Mahlzeit für sich. Besteht üblicherweise aus Ei, baked beans, Pilzen, Tomaten, black pudding, Schinken und Würstchen. In der Atholl Villa nun konnte man die verschiedenen Komponenten, die man wünschte, ankreuzen und reichte die Karte für den nächsten Morgen dann an der Rezeption ein. Selbst unter Weglassung aller Fleischzutaten ist es ein gigantischen Essen, und ich fürchtete, keinen Schritt gen Bealach na Searmoin und Killiecrankie machen zu können.
Und ja, ich schnaufte erheblich, was aber auch damit zusammenhängen könnte, daß es pausenlos bergauf ging. Die Routenbeschreibungen (es gibt zwei gute) klingen in der Hinsicht so harmlos, wie sie auch im späteren Streckenverlauf nicht erwähnen, daß sie in einem Satz mal eben mehrere Kilometer abhandeln. Auf dem Ben-Vrackie-Parkplatz gab der rechte Stiefel den Geist auf – oder was ich da noch dafür hielt. Ha! Schuh gewechselt, weiter ging’s. Da ich recht früh unterwegs war, traf man noch nicht so viele andere Wanderer, aber es war nett, daß man sich (auch mit den Anwohnern) noch grüßte.

Es war ein Regentag, Nieselregen, was zwar sehr erfrischte beim Bergaufkraxeln, aber eine Regenjacke erforderte, unter der man gleichzeitig schwitzte. Die Wolken hingen sehr tief, und je höher man kam, desto diesiger wurde es. Schließlich marschierte ich allein durch offenes Moorland mit einer Sicht von wenigen Metern – eine Szene direkt aus dem Hound of the Baskervilles!
„An energetic climb rises into the col below Meall na Aodainn Moire“, fuhr die Wegbeschreibung fröhlich fort, und ich verfluchte alle Berglandschaften mit ihren energetic climbs. Vom Bealach na Searmoin sah ich nicht das geringste. Ich meine, wörtlich. Aber dann wehte der Wind für einen Moment die Schwaden beiseite, und die Berghänge waren nahe herangerückt – ein Erlebnis!

Derweil klaffte die Sohle meines linken Stiefels auch schon bedrohlich weit offen, was mangels eines mitgeführten Ersatzes ein echtes Problem war. Ich hatte noch mehr als die Hälfte des Weges vor mir.
Es ist erstaunlich, wie wenig funktionsfähig Outdoor-Ausrüstung im Notfall ist. Schnüre sitzen überall, aber in der Regel keine, die sich lösen lassen. Irgendwie stückelte ich genug Band zusammen, um wenigstens den Vorderteil der Sohle anzubinden, aber spaßig war der Marsch nicht. Endlich ging’s abwärts, eher langweilig in Serpentinen über Weideland. Dafür sah man unterhalb der Wolkenschicht endlich wieder was. Unterhalb eines Bauernhofes fiel die Stütze, die sich zwischen innerer und äußerer Sohle befindet (wieder was gelernt), heraus. Kurz darauf entdeckte ich jede Menge herumliegendes Band und schnappte mir eine Länge, mit der ich festzurrte, was noch ging. Und so schlappte ich weiter bergab zum Besucherzentrum von Killiecrankie, wo die Sohle endgültig abging, mit Schnüren und allem.

Ich muß hier dringend hervorheben, wie phantastisch meine Lowa-Stiefel sind. Waren. Ich hatte noch rund 5 km Wanderung vor mir, und selbst ohne Sohle war das machbar. Kein wunder oder nasser Fuß. Diese Stiefel waren die einzigen Schuhe, die von Anfang an paßten, kein Einlaufen erforderten, selbst bei meinen superempfindlichen Füßen keine Blasen verursachten. So etwas finde ich nie wieder.

Aber nun: Killiecrankie. Schon bei der Anreise hatte ich bemerkt, wie ähnlich die Landschaft meinem heimischen Solling ist, und die schöne Waldwanderung bestätigte es. Killiecrankie ist auch ein bekannter und beliebter Wanderpfad, und so herrschte erheblich mehr Verkehr als in Moor und Bergen. Und trotzdem kam man sofort ins Gespräch mit Leuten, die man traf…

Übrigens: All die Frühstückskalorien waren vor der Rückkehr in die Zivilisation schon wieder verbrannt.

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Silence

Bemerkenswertes Erlebnis gestern am Flughafen Edinburgh: Die Schweigeminute zu Ehren der Opfer des Manchester-Anschlags. Was ich nie geglaubt hätte, daß es funktioniert – um elf Uhr herrschte für eine Minute im gesamten Flughafen Stille.

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