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Archive for the ‘Erlebnisse’ Category

Naja, nicht ganz. Im hiesigen Landesmuseum hat’s derzeit die Sonderausstellung “Saxones”, was ein nettes Zusammentreffen mit Eva Hermans neuestem Buch darstellt.
Bei mir hinterließ die Ausstellung allerdings in erster Linie die Anregung, einen Blogeintrag über Museumsausstellungen und Zeitgeist zu schreiben. Es ist ein bißchen peinlich, wie bemüht das Landesmuseum sich bei einem potentiellen Publikum anzubiedern versucht: Alles Game of Thrones und Migration. Seufz. Im Vergleich mit der Mykene-Ausstellung, die sachlich und interessant ist, ohne hip sein zu wollen, fremdschämte ich mich schon ein wenig. Niedersachsen halt. Immerhin: Endlich erfahren, warum die Sachsen nicht mehr in Niedersachsen sind, sondern in (Neu-)Sachsen.

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Ich sitze ja gewissermaßen an der Quelle, was die Entwicklung in Sachen autonomes Fahren betrifft – sämtliche Fachzeitschriften zum Thema halten bei uns im Büro Einzug. Von den Monographien, Forschungsberichten etc., die generell im Haus angekommen, gar nicht zu sprechen. Im Straßenverkehr bin ich als Radlerin eher skeptisch, gerade weil ich schon so einiges über die elektronische Erkennbarkeit von Radfahrern gelesen habe. *Aber*! Wir erhalten ja außerdem alles zum Thema Schienenverkehr und Straßenbahnen. So zum Beispiel die Zeitschrift Der Fahrgast, in deren aktueller Ausgabe mehr Schienenkapazität (in Form von mehr Gleisen), nicht weniger (in Form von enger getakteten Zügen) gefordert wurde. Als Berufspendlerin stimme ich dem völlig zu. Die Züge haben sowieso fast ständig Verspätung. Eine engere Taktung führt im Dominoverfahren zu noch mehr Verspätung. Und ich bin generell der Meinung, angesichts der steigenden Bevölkerungszahl brauchen wir dringend eine Erweiterung des Zugverkehrs. Hey, ich fahre mindestens fünf Tage die Woche, plus berufsunabhängige Touren. Ich weiß, wovon ich spreche.

Ein Problem, das dabei allerdings noch gar nicht angesprochen wurde, ist der Fahrermangel. Wie in so vielen Bereichen fehlt es ganz einfach an Leuten. Da kann man noch so einen engen Takt vorgeben oder mehr Züge einsetzen; wenn niemand da ist, um die Dinger zu fahren, hat sich der ganze Plan von vornherein erledigt.
Nehmen wir mein alltägliches Beispiel. Heute fiel zum zweiten Mal innerhalb von knapp zwei Wochen mein morgendlicher Zug schlichtweg aus. Vermutlich war wieder ein Fahrer krank geworden, und es gab keinen Ersatz.

Und nun überlegte ich. Wenn schon jeder in der Industrie so scharf auf autonome Fahrsysteme ist, warum fängt man nicht im Schienenverkehr an? Abgesehen von den üblichen Bahnübergangsstörungen oder „Personen im Gleis“, bei denen ein menschliches Auge in der Tat entscheidend ist, wären Züge doch die idealen Kandidaten dafür. Sie laufen auf Schienen. Weichenstellungen erfolgen sowieso längst ferngesteuert. Signale entlang der Strecke sollte ein Computer problemlos lesen können. Ein Tracking vorausfahrender Züge gibt es laut Fahrgast bereits oder ist schwer in der Entwicklung.

Ich halte das für eine erheblich bessere Lösung als autonome LKWs oder gar LKW-Kolonnen, ganz ehrlich. Die mögen auf Amerikas weiten Flächen funktionieren, aber nicht in einer europäischen Innenstadt. Von PKWs will ich gleich ganz schweigen. Autonome Züge hingegen kann ich mir sogar gut vorstellen.

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Nun wurde mir zugetragen, daß sich über meine Verwendung des Wortes „Häme“ echauffiert wurde. Ich halte Häme für ein ausgezeichnetes Wort. Es bildet genau das ab, was es meint; es schwingt in seiner Bedeutung. Und ich stehe auch zu dem Zusammenhang, in dem ich es verwendete.

Am vergangenen Sonntag nahm ich an einer Veranstaltung der Wissensmanufaktur teil. Sie fand in Walsrode statt, was zur Abwechslung ja mal quasi in der Nachbarschaft ist (anders als München), also: Kann man mitnehmen, sagte ich mir.
Das Publikum war angenehm gemischt in seiner Zusammensetzung und der Vortrag locker gehalten. So weit, so gut. Aber, Herr Popp, war es nötig, um eines Lachers willen auf ebenjene Häme zurückzugreifen, von der ich schrieb? „… so eine Greta Thunfisch mit so ’nem Gesicht…“? Wirklich? Was ist es mit Ihnen und Ihren Gleichgesinnten, das Sie einen solchen Haß auf ein sechzehnjähriges Mädel mit Idealen entwickeln läßt? In den verlinkten Nachrichtenmeldungen ist ja fast täglich eine solche Auskippung von Wortunrat zu finden. Das hat kein Maß und kein Ziel, ist keine sachliche Kritik, sondern einfach nur – Häme. Und ja, es ist so häßlich und niedrig, wie dieses Wort klingt.
Komisch: Es wird kritisiert, daß die Jugend für nichts mehr Interesse hat, aber sobald sie es hat, ist es auch wieder nicht richtig.
Herr Popp: Sie reihen sich in die Schar dieser Hetzer ein und sprechen im gleichen Atemzug von der Wechselwirkung. Sie haben die Botschaft gelesen. Was glauben Sie, an welcher Wechselwirkung Sie hier bauen?
Ich kann nur wiederholen:

Ich sagte schon, wenn Ihr Disteln säet, kann daraus kein Weizen wachsen!
So kann auch nie aus Hetzreden, Verhöhnungen und Schädigungen Eurer Nebenmenschen irgendwelcher Aufbau sich ergeben; denn jede Art und Weise kann ja Gleiches nur gebären, kann auch nur Gleichart anziehen!

Und:

Die Menschen, die über ihre Nebenmenschen Übles reden und verbreiten, müssen in sich selbst vom Übel sein, sonst würden sie derartiges nicht tun!

Außerdem:

Wenn Ihr von einer solchen rohen Tat des Überfalls und gewaltsamer Verletzung hört, seid Ihr empört. Leiden darunter Menschen, die Euch nahestehen, auch erschrocken und entsetzt! Dabei stört es Euch aber wenig, wenn Ihr hier und da mit anhört, daß ein abwesender Mensch von einem anderen in schlechtes Licht gesetzt wird durch geschickte böswillige Worte, wie auch oft nur durch sehr ausdrucksvolle Gesten, welche mehr vermuten lassen, als mit Worten ausgesprochen werden kann.
Doch merket Euch: Ein grobstofflicher Angriff ist viel leichter gutzumachen als ein Angriff auf die Seele, welche durch Rufuntergrabung leidet.
Meidet deshalb alle Wegelagerer des üblen Leumunds gleich grobstofflichen Mördern!
(Abd-ru-shin)

Ach so: Das Opfer-Täter-Prinzip ist übrigens keine Wechselwirkung. Was für ein perverses Konzept würde das sein, wenn ein Opfer nach göttlichen Gesetzen dazu gezwungen wäre, selbst zum Täter zu werden?

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Endlich mal eine clevere Idee, moderne Technik zum Schutz von Beschäftigten einzusetzen. Zwar war die Situation in diesem Fall mittelschwer bizarr, aber ich fand’s zu gut, um sauer zu sein.

Gestern, kurz vor 18 Uhr, Subfirma von Hermes klingelt. „Ich bin jetzt das dritte Mal hier.“ (Unsere Zusteller sind tatsächlich so nett. In Hannover wäre das unvorstellbar gewesen.) „Muß aber erst mal sehen, ob es klappt, weil – Feierabend.“ Und er präsentierte mir sein Smartphone, auf dem die Sendung ausgebucht werden muß, mit der großen Anzeige eines Like-Daumens.
Einiges Probieren hin und her, dann: „Tut mir leid. Geht nicht.“ – „Ich werde Sie auch nicht verklagen, wenn Sie mir das Paket so aushändigen…“ – „Darf ich nicht.“ Ja, schon gut. Also Verabredung für den nächsten Tag.

Natürlich hätte man jetzt explodieren können. Er stand mit meinem Paket vor meiner Tür und konnte es bedingt durch die automatische Feierabendsperre nicht ausliefern. Aber nachdem einmal ein Hermesbote um 21 Uhr noch bei mir klingelte und auf meine geschockte Nachfrage erklärte, er sei mit seiner Runde durchaus noch nicht durch, freute ich mich direkt über diese Lösung. Überstunden machen bringt überhaupt nichts! Hallo, Zustellfirmen: Hier ist eure Chance, ohne großen Aufwand etwas für eure geplagten Leute zu tun.

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Bei der Sichtung, was seinen Weg zu Momox finden soll und was nicht, wieder zur Hand genommen: Behind the Lawrence Legend und The Boy in the Mask. Ich kann mich von beiden Büchern nicht trennen. Sie beschreiben, jedes auf seine Art, die Freuden des Recherchierens so perfekt. Die Personen, denen man begegnet. Die toten Enden. Die ungeahnten Schatzfunde. Und auch lange, frustrierende Fleißarbeit. (Gestern zum Beispiel fast den gesamten Tag damit verbracht, digitalisierte Zeitungen auf Meldungen hin durchzusehen. Einzige vorhandene Suchfunktion: Die eigenen Augen.) Sie fassen das zusammen, was das ganze ausmacht, und sie sind eine Liebeserklärung, die jeder, der ähnliches unternommen hat, sofort versteht. Bei mir kamen so viele Erinnerungen wieder hoch! Das Endprodukt, eine Biographie, ist ja nur die Hälfte der Geschichte. Ich habe während der Marta-Recherche oft gewitzelt, ich müßte ein Making of schreiben. Und immer war da das schwer in Worte zu fassende Gefühl, Fäden aus anderen Leben aufzunehmen und weiterzuführen, neu zu verknüpfen. Was Marta und Trude und all die anderen wohl dazu gesagt hätten, daß ihre Freunde und Verwandten und deren Nachfahren plötzlich aktiviert und miteinander verbunden würden?

Dabei kurioser Fund diese Woche: Dagobert von Mikusch schrieb an einen Bekannten in der Steiermark, ehemals Oberleutnant, also mit größter Wahrscheinlichkeit einer seiner Kriegskameraden. Geboren, aufgewachsen und zum Zeitpunkt des Ersten Weltkrieges wohnhaft war dieser Oberleutnant in St. Ingbert. Bergmann von Beruf, wie nicht überrascht. Ich mußte blinzeln und etwas schief lächeln. St. Ingbert, die alte Heimat meiner Kleehaas-Seite (einige entfernte Verwandte leben noch dort), bevor die Altvorderen weiterzogen in den Ruhrpott und im Falle meines Großvaters dann von dort nach Norddeutschland.

An all die Personen, denen ich im Laufe meiner Recherchen begegnen durfte, also an dieser Stelle noch einmal: Es war eine Freude und eine Ehre, Sie/euch kennenlernen zu dürfen. Mir wurden Inkunabel-Sammlungen und Berliner Zimmer gezeigt, kofferweise Material überlassen, ich wurde zum Essen eingeladen, und wir haben gemeinsam an Lösungen und Zusammenhängen gekniffelt. Man hat mir Brote geschmiert und mich zum Bahnhof und/oder Hotel gefahren. Kontakte wurden vermittelt und Verwandtschaften neu entdeckt. Ich erhielt Einblicke hinter vermeintlich heile Fassaden und in vergessene Stadtviertelgeschichten. Häuser mit Vergangenheit wurden aufgesucht, Archivare haben sich für meine Suche begeistern lassen, und ohne diverse unbürokratische Verwaltungsangestellte wäre ich nie ans Ziel gekommen. Ganz, ganz herzlichen Dank an alle!

Ich liebe Recherche.

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Via Häuser modernisieren (Zeitschrift) entdeckt: Das nette Blog „Die Rückwanderer“. Bislang schönster Beitrag über die Tücken der Sprache.
Über meine Handwerker sollte ich eigentlich auch mal bloggen – ich kenne ja nun Vertreter fast jeder Branche. Häuser modernisieren eben. Oder ein Haus; mehr würden meine Nerven vermutlich nicht aushalten, vom Konto ganz zu schweigen.

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Loaded question

Hallenser Knirps bei der Einfahrt in den Hauptbahnhof Leipzig: „Mama, sprechen die hier deutsch?“

Hmm…

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Die Jahresrückschau. Was gibt es zu erwähnen?

Meistgelesener Beitrag in diesem Blog: Die Symbolik in der Filmadaption von Die Marquise von O (Ich habe die Vermutung, er ist irgendwo verlinkt. Ähnlich wie der – ebenfalls sehr erfolgreiche – Rübezahl-Artikel, von dem ich ja irgendwann erfuhr, daß er auf Wikipedia zitiert ist…)

Bestes gelesenes Buch in 2018: Behind the Lawrence Legend von Philip Walker

Bester neuentdeckter Autor: E. M. Forster

Sonstiges:

Haus gekauft und im Laufe des Jahres jede Menge Handwerker kennengelernt (und finanziell unterstützt)
Vorher/Nachher in Aktion:

Bauarchäologie in Aktion:

Beinahe neues Recherchethema gehabt, aber leider von allen Seiten blockiert. (Ist vielleicht auch besser für mein armes Konto.)

Depression schlimmer denn je. Noch so ein Jahr möchte ich nicht erleben.

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Es gibt Punkte in der Recherche, an denen man nicht weiterkommt, weil die wesentlichen Kontakte fehlen und sich nicht herstellen lassen. So geschehen bei meinen Bemühungen um die beiden Einheiten, die 1945 Berlin-Tempelhof einnahmen. In russischen Militärforen, wo ja nun mal die Experten sitzen, wurde ich entweder ignoriert (Frau! Deutsche! Und spricht kein fließendes Russisch!) oder bei der Registrierung gar nicht erst akzeptiert. Über Kontakte, die vielleicht Kontakte hätten, klappte auch nichts. Da soll man nun was machen.

Gleiche Geschichte bei der eigentlich sehr interessanten Recherche nach einem Brief T. E. Lawrences „an einen deutschen Offizier“. Die wenigen, extrem vagen Anhaltspunkte, die mir dazu vorliegen, scheinen mir (muß nicht stimmen, daher ja Recherche) auf Dagobert von Mikusch-Buchberg hinzudeuten, den deutschen Übersetzer von Seven Pillars und der Kurzfassung Revolt in the Desert. Es gibt ein wenig, aber nicht wirklich viel Literatur über Herrn Mikusch. Und was ich bei der 8. Gardearmee noch irgendwo verstehe (wenn auch albern finde), leuchtet mir in diesem Fall nicht ein. Wir sprechen hier von T. E. Lawrence, über den jedes Jahr mindestens ein neues Buch erscheint. Und über einen Einheimischen, dessen Familie jetzt nicht wirklich schwer zu ergoogeln ist. Aber keiner rührt sich. Weder Lawrences „offizieller Biograph“ läßt sich herab, mal zu antworten, noch Mikuschs Angehörige. (Eine davon war gerade erst in den Nachrichten, zu meinem Amüsement.) Und auch bei der Recherche über Reinhard Hüber, der den Brief als erster zitierte, reagiert fast niemand. (Ausnahme Sven Olaf Berggötz – meinen herzlichsten Dank!) Was soll man da machen?

Vielleicht bin ich verwöhnt. Bei der Marta-Recherche wurde ich so offen und selbstverständlich aufgenommen, daß es mich oft verblüffte. Daß man nicht als Grundhaltung mißtrauisch beäugt und aller möglichen Dinge verdächtigt oder aber geringschätzt wurde, empfand ich so wohltuend in unserer heutigen Zeit, und es gab mir Hoffnung. Auch bei Jolanthe Marès stieß ich nie auf Argwohn oder Zurückhaltung. Wundervoll. Aber möglicherweise war das doch die Ausnahme, und nun begegne ich der Norm.

Nachtrag 23.12.18

Michael Yardley zitiert in Backing into the Limelight Stanley Weintraubs Private Shaw and Public Shaw nach „Erik Lonroth“ (nehmen wir Erik Lönnroth), daß ein Kurt von Ludecke (eher Kurt Lüdecke? Nicht alle Deutschen sind „von“s, you know) 1932 Lawrence kontaktierte – vielleicht also bezieht sich Lawrences Brief an das Air Ministry darauf? (Nur daß Lüdecke kein Offizier war.) Ich werde der Sache nachgehen.

Nachtrag 7.1.19

Zumindest habe ich nun an versteckter Stelle lesen können, daß Jeremy Wilson zwischenzeitlich verstorben ist. Das entschuldigt. Wäre nur hilfreich, solche wesentlichen Infos stünden auf seinen offiziellen Seiten…

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Nun, da die Temperaturen gen Null rutschen, ein kleiner Rückblick auf mein erstes GartenHofjahr. Ich lächele immer, wenn ich die Bilder sehe.

Wenn ich jetzt noch die Vögel dazu bewegen könnte, meinen Hinterhof zu finden, wäre ich auch im Winter glücklich…

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