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Archive for the ‘Erlebnisse’ Category

Einige der Irrsinnigkeiten, die einem beim Versuch, einen Kredit aufzunehmen, begegnen:

– Banken setzen voraus, daß man die Kosten für Notar, Makler und Grunderwerbssteuer aus eigener Tasche bezahlen kann. In meinem Fall rund 15.000 Euro. Hat man dieses nötige Kleingeld nicht auf der hohen Kante, muß ein gesonderter Kredit über die fehlende Summe aufgenommen werden. Hoch lebe der kleine Mann.

– Derzeitiger Trend: Immobilien werden nicht reserviert, während man sich um die Finanzierung kümmert. Das heißt, zwei, fünf, zehn, fünfzig Interessenten klären zeitgleich die Finanzierung, was mit einem großen Aufwand verbunden ist, und der schnellste gewinnt.

– Warum gilt beim Kauf immer noch die Regelung, daß der Käufer den Makler bezahlen muß?

Und amüsante kleine Beobachtung beim Kreditberater: Ausgelegt war der Focus, nicht auch das Konkurrenzblatt Spiegel. Das Klientelgefälle. Als wäre jeder Hausbesitzer automatisch Investor, Kapitalist und Großverdiener. Läßt mich bei der Mieterzeitung auch jedes Mal den Kopf schütteln. Andererseits: So, wie die Konditionen aktuell festgelegt werden (s.o.), scheint’s, als könnten sich nur Leute mit großem Eigenkapital einen Kredit leisten…

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Daß die DNB in vielem eigentümlich ist, berichtete ich über die Jahre ja schon. Neuester Trick: Ich erhielt eine E-Mail, mein Konto sei wegen Nichtnutzung über sechs Monate (eigentlich länger, aber das scheint eine neue Regelung zu sein) gelöscht worden. Vermeidung von Datenmüll, Datenschutz und all das werden als Gründe angegeben. Ich glaube, das ist weltweit einzigartig. Sechs Monate? Wie immer ist die DNB meilenweit vom realen Leben entfernt. Wäre zumindest eine vorherige Warn-Mail zu viel verlangt gewesen?
Zu dumm, daß ich eigentlich in näherer Zukunft mal wieder hin wollte und dafür zum Vorbestellen mein Konto brauche…

Bei meinem eBay-Fall ist auch noch kein Ende abzusehen. Seit eineinhalb Wochen versuche ich meinem Kunden sein Geld zurückzuerstatten, aber keine Chance. Folge ich dem Prozedere auf eBay, erhalte ich am Ende eine Fehlermeldung, ich möge mich an PayPal wenden (weil darüber die Zahlung erfolgte). Logge ich mich im PayPal-Konto ein, ist die Zahlung blockiert, und ich werde an eBay verwiesen (weil der Fall über eBay eröffnet wurde). Der eBay-Kundenservice, an den ich mich Montag wandte, läßt auch nichts von sich hören.

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Im Zuge meiner Begeisterung für das Gartengrab in Jerusalem kaufte ich mir The Weekend that Changed the World von Peter Walker, der versucht, für das Gartengrab als authentische Stelle der biblischen Ereignisse zu argumentieren oder es doch zumindest als legitime Alternative zur Grabeskirche zu etablieren. Das als solches ist völlig in Ordnung. Daß er als Christ für die körperliche Auferstehung Jesu argumentiert, ebenso. Leider jedoch läßt seine Logik bei letzterem arg zu wünschen übrig. Ich schätze gute Argumentation sehr. Ich muß einer Argumentation nicht zustimmen, aber wenn sie Hand und Fuß hat, weiß ich sie zu schätzen. Peter Walkers hingegen läßt sich im besten Falle als bemüht bezeichnen.

Nun muß ich in dem Zusammenhang leider auf ein Thema zurückkommen, das ich schon anderswo aufgegriffen hatte. Und das ist etwas, das ich immer wieder beobachte, eben auch auf der Israel-Reise im Zusammensein mit meinen christlichen Mitreisenden. Ich ging mein Leben lang davon aus, daß Christen (wie alle sogenannten Gläubigen) eine spirituelle Basis ihres Glaubens besitzen, soll heißen, ihr Glaube basiert im Spirituellen und wird auf das „materielle“ Leben übertragen oder in diesem umgesetzt. Ich meine, was sonst ist Glauben denn als das Glauben an höhere Dinge als nur das Irdische?
Es war ein mittelschwerer Schock und – man verzeihe mir das Wortspiel – wirklicher Unglauben, mit dem ich nach und nach erfuhr, daß dem nicht so ist. Es begann mit einer langjährigen Freundin, einer Katholikin, die keinerlei wirkliches Konzept von der Seele hatte. Also etwas, von dem ich angenommen hatte, daß das eines der wesentlichen Punkte im Glauben sei. Ernsthaft, die Leute „glauben“ an Himmel und Hölle, sie „glauben“, daß sie nach ihrem Tod von Jesus willkommen geheißen werden, aber sie betrachten die Seele als etwas Externes? Etwas, das, wie meine Freundin bei unserer Diskussion über Reinkarnation sagte, an Fremde weitergegeben werden kann? „Wie, und dann läuft jemand anderes mit meiner Seele herum?“ – „Ähm, nein? Du läufst dann mit einem anderen Körper herum.“ Wie, bitteschön, stellen sie sich denn dann ihr Weiterleben nach dem Tode vor? Was soll da weiterleben?

Nun ging ich davon aus (entweder bin ich gnadenlos naiv oder wohlwollend), daß das ein Einzelfall sei. Meine Freundin habe sich eben noch nie Gedanken darüber gemacht. Aber je mehr ich spezifisch vom Christentum oder, besser gesagt, von praktizierenden Christen erfuhr, desto erschütterter wurde ich. Und ich möchte hier wahrhaftig nicht arrogant rüberkommen, ebensowenig wie ich verallgemeinern möchte – ich weiß, daß es immer Härtefälle in jeder Gruppierung gibt. Es existieren ja beispielsweise auch Kreuzträger, bei denen ich die Hände über dem Kopf zusammenschlagen möchte. Dennoch ist meine Beobachtung praktizierender Christen bisher sehr ernüchternd. Allein was ich regelmäßig an Verstößen gegen das zweite Gebot, das eigentlich sehr einfach einzuhalten ist und eines der wichtigsten Gebote für jeden Gottgläubigen sein sollte, höre, ist furchtbar. „Ihr nennt euch Christen?“ denke ich jedesmal. Es geht aber tiefer. Mein Eindruck der meisten (durchaus nicht aller) Gläubigen, und das beschränkt sich nicht nur spezifisch auf Christen, ist, daß ihr sogenannter Glaube eine rein irdische Angelegenheit ist. Das Irdische ist ihr Maßstab, sie lesen ihre heiligen Schriften in rein irdischer Auslegung, ihr Gottesbild ist das eines irdischen Gottes, eines Übermenschen oder Supermans oder, wie es in einer Doku über C. S. Lewis so zutreffend hieß, eines kosmischen Zauberers. Er hat Superkräfte, aber ansonsten ist er durchaus ein Mensch, der irgendwo in einem himmlischen Schloß sitzt. Diese Menschen machen sich ihren Gott so klein, so niedrig, und sie kriechen selbst nur am Boden herum.

Peter Walkers Argumentation für die körperliche Auferstehung Jesu ist wieder mal ein sprechendes Beispiel dafür. Ganz zu schweigen davon, daß sie unlogisch ist. Schauen wir doch mal ein paar seiner Antworten auf Alternativtheorien an.

More often, however, the disciples are not charged with outright deceit. Their preaching of Jesus‘ Resurrection (while his body was really decaying in the grave) is given a more charitable explanation. It all depends on what you mean (so we are told) by this talk of „resurrection.“ Perhaps we have misunderstood them to be referring to a physical resurrection of Jesus‘ body, when in fact they were never claiming any such thing!
What they were really trying to say was that Jesus‘ mission went on unhindered even though he was dead. His spirit lived on, and somehow through that spirit those who followed Jesus gained a sense that he was alive. […] If there were some resurrection appearances of Jesus, they were either a form of hallucination, or perhaps something of a mystical nature beyond comprehension, but either way Jesus‘ body was still in the grave.

Ich kenne diese spezielle Interpretation nicht, will sie Walker aber gern abnehmen. Und ich stimme mit seiner Gegenargumentation in Sachen Halluzinationen durchaus überein. Ohne jetzt auf das Thema „Haben die Jünger den Leichnam anderswohin gebracht?“ einzugehen, das den Rahmen sprengen würde, übersieht Walker jedoch das naheliegende Thema „Seele“ – womit wir wieder bei der guten R. wären! Was steht nach dem Tode auf? Meine Israel-Mitreisende Frau M., Ex-Pfarrerin, könnte sich sicher für den symbolischen Gehalt des obigen Argumentes begeistern; das war immer ihr Steckenpferd. Aber wer sagt, daß es nur Variante A (körperliche Auferstehung) oder B (symbolischer Gehalt – „Er wird in unserem Gedächtnis weiterleben“ und all das) gibt? Was steht nach dem Tode auf? Gehört Peter Walker auch zu den Christen, die nur das Materielle für wahr halten? Es klingt definitiv so.

In this connection it is sometimes argued that St Paul appears not to make much of the „empty tomb“ in 1 Corinthians 15 (his famous chapter on the Resurrection). Perhaps Paul would have been shocked to learn of these stories about mysterious disappearances in Jerusalem! Perhaps Paul provides us with evidence that the first Christians were quite content to accept that Jesus‘ body was still in the tomb. If so, then what Paul was talking about was again just a spiritual resurrection both for Jesus and for believers – hence his use of the term „spiritual body“ (v. 44). If this were true, needless to say, this would be enormously important. It would confirm that the claims for a physical Resurrection were a later development – out of keeping with the claims and beliefs of the first apostles.
Yet a close reading of this chapter reveals that Paul’s whole argument depends for its validity on Jesus‘ being raised from the tomb in a manner which includes his physical body: „If Christ has not been raised,“ he argues, „then your faith is futile!“ (v. 17). Paul’s conviction „that Jesus was buried, that he was raised on the third day“ (v. 4) implicitly presumes that the place of burial was thereafter physically empty. Given Paul’s background in Pharisaism (for Pharisees „resurrection“ necessarily involved the physical body), it is clear that Paul is not talking about a vague, unprovable piece of wishful thinking – that somehow after his death Jesus experienced an invisible spiritual resurrection. […]
So there is no way, I suggest, that the disciples could have honestly believed in the Resurrection while also accepting that Jesus‘ body was in the tomb. To hold these two beliefs simultaneously would be nonsense.

Nun ja, da muß ich herzlich widersprechen. Was ist daran Unsinn? Der Körper liegt tot im Grab, die Seele lebt – durchaus ein christliches Konzept, oder irre ich mich da? Und was hat das mit „wishful thinking“ zu tun? Oder mit „invisible“? Das Geistige ist zwar oftmals für irdische Augen unsichtbar, aber eben nicht immer. Und wie kommt es, daß sich Walker über diese Theorie lustig macht, während er doch sicherlich bei lieben Verstorbenen keine Seele hat austreten sehen und trotzdem glaubt, daß sie in den Himmel aufgefahren ist? Dieses zweierlei Maß ist ein wenig bestürzend.
Auch der gute Paulus ist natürlich ein Thema für sich. Ich möchte nur in Kürze darauf hinweisen, daß er a) Jesus niemals gekannt hat und weder bei Kreuzigung noch Auferstehung dabei war, sondern erst wesentlich später überhaupt zu den Jüngern stieß und b) mehr war als sein pharisäischer Hintergrund.

Andere Theorie:

Yet, even if by some remarkable oversight, Jesus was not in fact fully dead when he was laid in the tomb, is it all conceivable that he could have recovered from his ordeal sufficiently to set himself free from the grave clothes wrapped around him? And then to remove the rolling stone from the front of the tomb – an almost impossible feat even if one were in full health? Lying on a cold slab in April with numerous untended wounds is an unlikely precursor to such a recovery.

Seufz. Und das sind die Leute, die im gleichen Atemzug von den Wundertaten Jesu sprechen, von den Heilungen und Totenerweckungen beispielsweise, oder die annehmen, daß er auf Wunsch hin den Tempel abreißen und in drei Tagen wieder aufbauen könne oder Steine in Brot verwandeln oder…

They fail to see how yet another failed messiah (as Jesus would have been if he had not been raised from death) would have been of any use to anyone.

Nutzen? Ich traue den Jüngern ehrlich gesagt mehr Integrität zu als irdisches Nutzdenken. Mehr Glauben und vor allem mehr Liebe zu Jesus. Das sind alles so mühsam konstruierte Argumente für die fleischliche Auferstehung, daß der ganze Versuch armselig wirkt. Ganz zu schweigen von dem Bild, das hier vom Christentum gezeichnet wird.

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Ist es bereits jemand anderem aufgefallen, daß Amazon Marketplace derzeit von Horden von neuen Verkäufern aus Frankreich heimgesucht wird? Zumindest im Bereich DVDs. Diese Anbieter, die mit ziemlich hoher Wahrscheinlichkeit ein einziger sind, unterbieten die übrigen Verkäufer recht ordentlich – aber das ist halt, was Importhändler tun. (Wenn sie nicht bei schwer beschaffbaren Artikeln Phantasiepreise verlangen.) Ich stelle allerdings noch keine Erfolgsquote fest. Billiger als andere mag schön sein, aber ohne Bewertungen und als neuer Verkäufer gekennzeichnet… hm. Zumindest ein Kunde entschied sich für mein Angebot, das preislich höher lag, statt für das Experiment.
Ich möchte hier auch keinerlei betrügerische Absichten unterstellen. Aber die verschiedenen Namen machen mich stutzig. Wäre es ein reeller Anbieter, müßte er doch sicherlich nicht auf diverse Konten ausweichen?

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Nachdem ich das Wochenende hindurch wieder einmal… zweimal, dreimal… zuhören mußte, wie meine neuesten Nachbarn Sex hatten (das Mädel hätte echt Chancen in der Pornobranche), ein etwas… anderer Beitrag heute.

Lord John Grey ist ja nur meine neueste Entdeckung in Sachen homosexueller Romane… nein, falsch, Romane mit homosexuellen Hauptfiguren. Romane können nicht schwul sein. Jedenfalls, die neueste und eine der besten und in historischer Literatur bisher auch die einzige. Aber eines Tages nach zu viel Mills & Boon mit viel Waten durch Frösche, um dann und wann einen Prinzen zu finden, mußte einfach mal eine Abwechslung ran. So landete ich beim eBook-Ableger Carina der gleichen Verlagsgruppe, die größere Bandbreite an Möglichkeiten (nicht nur sexueller Natur) zuläßt. Inzwischen herrscht leider auch dort die Inflation der (schwulen) Frösche. Aber zwei meiner damaligen Entdeckungen sind auch jetzt noch zwei meiner wiederholt gelesenen Bücher: The Stolen Luck von Shawna Reppert und Bad Judgment von Sidney Bell. Abgesehen vom „male/male“-Genre, wie Carina das tituliert, haben beide nichts miteinander gemein. The Stolen Luck ist Fantasy, wobei das world building zugunsten der Handlung zurücksteht… gute Entscheidung. In ganz groben Zügen basieren Land und Historie auf den USA, mit über das Meer gekommenen menschlichen Siedlern, die die einheimischen Elfen bekämpften und verdrängten, sowie dem sklavenhaltenden Süden und dem „freien“ Norden. Aber das ist im Grunde auch alles, was man über das Setting erfährt. The Stolen Luck ist sehr wenig explizit und setzt mehr auf Gefühle, dabei auch auf die grundlegende Frage, was Sklavenhaltung einem Menschen antut, nicht nur dem Sklaven, sondern auch dessen Besitzer. Schönes Erstlingswerk, manchmal etwas vorhersehbare Wendungen.
Bad Judgment ist sehr viel expliziter und besticht vor allem durch das Zusammenspiel seiner großartigen Charaktere. Modernes Setting, Wirtschaftskrimi und Rachestory, aber auch mit viel Witz.
Die Bücher des bekannten Schwulen-Autors Sean Michael hingegen erfüllen den Spruch „Kennste einen, kennste alle“. Sie sind alle gleich, mit den ewig gleich aussehenden Charakteren und wirklich 0% Plot. Die Charaktere essen was und haben Sex. Dann haben sie Sex und essen was. Wiederholung beliebig oft. (Vielleicht basierend auf meinen Nachbarn, hmm…)
„Female/female“-Geschichten sind extrem selten. Ich habe eine einzige gefunden, Cathy Pergaus Deep Deception, die vor allem von ihrem Setting (Science-Fiction-Krimi) lebt. Charaktere und Handlung schwächeln ein bißchen, aber das Lesen lohnt sich allein wegen der atmosphärisch dichten Schilderung.

Nebenbei: Der neueste Gabaldon, die Anthologie Seven Stones to Stand or Fall, ist hauptsächlich eine Neuauflage von A Trail of Fire, aber dazu mit zwei(!) neuen Lord-John-Geschichten! Für die doppelt kaufen müssenden Fans natürlich klare Abzocke; für mich, die die enthaltenen Geschichten sowieso noch „in echt“ (=nicht Kindle) kaufen wollte, extrem praktisch. Es fällt auf, daß der gute Lord John ab Jamaica im Zölibat zu leben scheint. (Ist vielleicht auch schlau. Mich schaudert bei der Vorstellung, was er sich alles einfangen kann.) Dafür bekommen wir endlich die berüchtigte Geschichte von Hal und Minnie und dem Kaminvorleger serviert…

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Donnerstag abend lief, wie so oft, unser Keller voll. Ist zwar eine Sauarbeit, aber verglichen mit den Großeinsätzen, die die Feuerwehr an dem Tag fuhr, natürlich Peanuts. Wir konnten die Fluten immerhin in die tiefergelegene Waschküche schippen und dort lagern. Denn: 112 war über Stunden besetzt. Das Problem ist wahrhaftig nicht die überlastete Feuerwehr, sondern die Frage: Wie kann es sein, daß man den Notruf nicht erreicht? Zumindest über so einen langen Zeitraum? Was wäre gewesen, wenn unser Haus gebrannt oder sonstwie Lebensgefahr bestanden hätte? Pech?
Diese Krisen-Rush-Hour war übrigens nicht das einzige Mal, daß das passiert wäre, wie eine Kollegin berichtete, die mehrmals an „ganz normalen“ Tagen versuchte, Hilfe für betagte Nachbarinnen zu rufen und niemanden erreichte.

Die Idee, das frühere 110 (Notruf) und Feuerwehr (112) zusammenzulegen, war an sich schon extrem dumm. Und zumindest hier in Hannover zeigt sich, daß da sogar etwas gefährlich dumm läuft.

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WordPress filtert Spam-Kommentare sehr schön heraus, damit muß ich mich zum Glück nicht belasten. Anstrengender sind die Blogger auf Leserfang. Einmal „like“ geklickt, einmal mein Blog abonniert – für beides erhalte ich Benachrichtigungen. Zum einen aber mögen die wenigsten der besagten Blogger den ausgewählten Beitrag, denn üblicherweise sind sie englischsprachig und wählen deutschsprachige Einträge an, und an einem Abo künftiger für sie unverständlicher Artikel sind sie nicht interessiert. Sie wollen einzig und allein, daß ich in ihrem Blog vorbeischaue.
Das wäre an sich ja nun gar nicht mal so schlimm. Ich entdecke gern neue Blogs, vorausgesetzt natürlich, sie interessieren mich. Der Großteil meiner Abonnentinnen jedoch sind Tierbloggerinnen. Blogs über Katzen und Hunde. Dann und wann ist mal eine Köchin dabei. Und höchst selten mal jemand mit wirklichem Bezug zu meinem Blog, was erfreut.
Mich würde auch gar nicht mal so sehr der versuchte Leserfang stören. Jeder wirbt, so gut er oder sie kann. Aber diese Bloggerinnen (und es *sind* nun mal überwiegend Frauen) haben anscheinend eine so hohe Meinung von ihren Tierblogs und ihrer Schreibe und der Wichtigkeit beider, daß sie all diese Mühe auf sich nehmen, um Leute darauf aufmerksam zu machen.
Meine Damen: Tierblogs, sofern sie nicht mit irgendwelchen Besonderheiten aufweisen können, sind komplett uninteressant. Mit ihnen lockt frau – Verzeihung – keinen Hund hinter dem Ofen hervor. Da helfen auch keine Likes.

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Nach all meiner Beschäftigung mit dem 18. Jahrhundert in der letzten Zeit wurde mir bewußt, daß ich selbiges – und vor allem die Großbritannien-Connection! – hier vor Ort seit vielen Jahren nicht mehr aufgesucht hatte: Namentlich den Großen Garten. Eigentlich habe ich’s nicht so mit Barockgärten. Sie sind natürlich aus der Luft sehr hübsch symmetrisch anzusehen, aber am Boden meist etwas langweilig. Dennoch entschloß ich mich am Pfingstmontag zu einem Besuch und nahm gleich noch das Museum im Schloß mit, wobei ich so einiges über die Entstehung der Herrenhäuser Gärten lernte, das mir bis dato völlig unbekannt gewesen war.

Da ich mittags da war, entging ich den großen Massen glücklicherweise, die auf Empfehlung an der Kasse zunächst mal den Berggarten aufsuchten, da die Fontänen im Großen Garten erst ab 14 Uhr wieder liefen. Beim Herumwandeln konnte ich mir spitze Anmerkungen (oder zumindest Gedanken) über die zeittypischen Faun-und-Nymphe-Statuen nicht verkneifen. Die Herrenhäuser Exemplare sind wirklich unglaublich kitschig. Eine einzige hingegen gefiel.

Im Gegensatz zu seinen stämmigen und bärtigen Kollegen hat dieses Jüngelchen sichtlich Probleme beim Raub der Angebeteten. Nicht nur scheint das flotte Über-die-Schulter-schmeißen nicht ganz so zu klappen wie geplant; das Tableau wirkt auch eher, als hätte hier jemand anderes (sinnbildlich gesprochen) die Hosen an. Man beachte sein ängstliches Anklammern und die erhobene Hand der Schönen, die auf sein nackertes Hinterteil zielt…

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Über Glasgow ging’s am nächsten Tag nach Edinburgh, wo prompt die Sonne schien. Ich fand’s nicht witzig. Aus Zeitmangel sah ich nicht viel von der Stadt, die Royal Mile hauptsächlich, bißchen Holyrood Park. Festgestellt, daß die schottische Tourismusindustrie extrem sexistisch ist. Mein Brauch ist es, in jedem besuchten Land ein Touristenshirt zu kaufen, aber auf keiner Station fand ich diesmal ein brauchbares. Alle Touristenshirts sind für Männer oder Kinder. Selbst in Edinburgh fand ich nur einen einzigen Laden, der auch ein paar Frauen-T-Shirts hatte, aber nur mit Edinburgh-Aufdruck. Schwach.

Meine Unterkunft lag weit draußen, in Pilrig, hinter den großen Baustellen. Fraoch House ist preisgekrönt, und das zu Recht. Allein die Unterkunft und ihr großartiger Betreiber sind einen Besuch in Edinburgh wert. Mich anhand meiner Tasche korrekt als Doctor Who-Fan identifizierend, erzählte er, Peter Capaldi, der aktuelle Doctor, sei einmal in der Pension nebenan untergekommen gewesen.

Weil ich keine Lust hatte, noch zweimal den ganzen Weg in die und aus der Innenstadt zu stiefeln, ging ich ein Stückchen Richtung Leith und fand einen alten Friedhof, was mich immer fasziniert. Dieser ist von der Nähe zum Meer geprägt, mit vielen Gräbern von Seefahrern, Schiffseignern etc. Er muß entweder auf unsicherem Grund stehen oder ständig betrunkene Steinmetze beschäftigt haben, denn er erinnert teilweise an antike Ruinenstädte – überall liegen umgestürzte Grabmale, und andere neigen sich bereits bedenklich. Ein entsprechendes Warnschild ist angebracht, mit der sehr bürokratischen Formel, eine Analyse stehe an…

Das war mehr oder weniger mein letzter Tag in Schottland. Morgens ging es per Airlink zurück zum Flughafen und „nach Hause“, das sich schon lange nicht mehr wie ein Zuhause anfühlt.

Für Bahnreisende in Schottland empfiehlt sich das „Spirit of Scotland“-Ticket, eine Art Viererticket, das allerdings nur innerhalb eines bestimmten Zeitrahmens und nur auf bestimmten Strecken gilt; dies teilweise auch in Citylink-Bussen.

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Auf der stark nachgefragten (weil Endpunkt Glasgow), aber wenig befahrenen (3x/Tag) Strecke ging’s für mich weiter zum Knotenpunkt Crianlarich, dem Umsteige- und Umkoppelbahnhof, der trotzdem mitten im Nirgendwo liegt und aus zwei Bahnsteigen besteht. In Highland-Manier gibt es dennoch einen tea room. Von Crianlarich aus zur Westküste, dem Hafenort Oban. Nun habe ich persönlich nicht viel für Hafenorte übrig, warum auch immer, aber ich sah sowieso nicht viel davon, weil es dauerregnete. Und zwar diesmal wirklich *regnete*. Ich holte mein Ticket für die Three Isles Tour ab und stiefelte bergan zur Unterkunft Fàilte, wo mich zu meiner Überraschung ein deutscher Gastgeber begrüßte. Vermutlich ist das ein Grund, warum noch mehr als üblich Deutsche hier untergekommen waren – das einsame englische Ehepaar beim Frühstück muß sich sehr fremd vorgekommen sein. Auf jeden Fall sehr netter Service, mir schienen die Hausherren auch etwas alternativ/öko angehaucht zu sein, was mir sympathisch war.

Die Inseltour am nächsten Tag startete gut, sogar mit etwas Sonne auf der Fähre nach Mull. Über die Insel ging’s per Bus, wobei wir viel über das Leben dort erfuhren. Per Boot ging es dann hinaus nach Staffa, bei deren Anblick jedem Besucher die Worte fehlten.

Auf der Weiterfahrt nach Iona jedoch kehrte der Regen zurück und hörte nicht wieder auf. Es gibt auf Iona auch nicht wirklich viele Unterstellmöglichkeiten. Ein Großteil der Besucher floh ins nahegelegene Restaurant, der überwiegende Rest in die Abtei. Ich sagte mir, daß ich sowieso naß sei und erkundete ein bißchen. Ein niedlicher Laden, ebenfalls öko und voll lokaler Produkte, ist „The Low Door“, wo der Name Programm ist. Er war früher die Dorfschmiede, und seine Tür ist so niedrig, weil a) früher die Leute kleiner waren, aber auch, weil b) es zur Verteidung diente. Niemand kann beim Hereinstürmen mal eben das Schwert ziehen oder heben. (Unzufriedene Kunden?)
„The Low Door“ bietet auch einen Imbiß, Tagessuppe mit Brot war’s in meinem Fall, und lohnt einen Besuch. Mind your head.

Weil es wirklich naß und ungemütlich war, floh ich ins Heimatmuseum oder „Iona Heritage Centre“. Klein, aber voller Infos über das Leben auf der Insel.

Schließlich per Fähre zurück nach Mull und per Bus zurück zur Fähre nach Oban. Gelernt, daß Mull als Miniaturversion Schottlands bezeichnet wird, weil alle Landschaften, die man in Schottland antrifft, dort vorhanden sind. Und daß es auf Mull eine gälischsprachige Grundschule gibt.

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