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Archive for the ‘Uncategorized’ Category

Aus Schulfunk, 11. Jg. 1958, März.

Am 1. April 1958 verläßt der erste Jahrgang Wehrpflichtiger der deutschen Bundeswehr nach zwölfmonatiger Wehrdienstzeit die Kasernen, um den alten oder auch einen neuen Zivilberuf aufzunehmen bzw. die unterbrochene Ausbildung fortzusetzen.
Bis zum 1. April 1957 – die Bundeswehr war damals rund 90 000 Mann stark – dienten nur Freiwillige und Berufssoldaten in ihr. Der Jahrgang 1937, der zum erstenmal wehrpflichtige Rekruten stellte, hat bereits bei der Musterung manchem Überraschungen bereitet, da er anders reagierte als vielfach angenommen. Die Bundeswehr war deshalb vor die Aufgabe gestellt, sich Gedanken zu machen über die Situation, in der sich diese jungen Menschen befanden, und über die Erlebnisse, durch die sie auf ihrem bisherigen Lebensweg geprägt wurden. Das führte zu folgenden Erkenntnissen:

1. Der Rekrut von 1957 ist im ganzen nicht besser und schlechter als der früherer Zeiten. Aber er ist anders. Er bringt eine Reihe von Eigenschaften mit, die durch rechte Führung zu positiven Qualitäten für den Soldaten werden können: Arbeitsdisziplin und Fleiß; privates Sicherheitsstreben; Grunderlebnis des Zusammenspiels und der kleinen Gemeinschaft; Freiheitsgefühl und Bestehen auf dem Recht des Einzelnen; Nüchternheit, ja sogar Skepsis; Individualismus.
2. Der Jugendliche von heute ist nicht disziplinlos, aber er ist nicht mehr ohne weiteres bereit, eine Autorität zu respektieren, die sich nur auf Namen, Rang, Titel oder Dienststellung gründet. Er wird aber menschliche und fachliche Überlegenheit anerkennen.
3. Der Jugendliche wird sich von nichts beeindrucken lassen, was unecht, hohl und pathetisch ist. Auf der Ebene einer nüchternen, unpathetischen Sachlichkeit ist jedoch eine Verständigung über die militärischen und staatlichen Traditionen unserer Vergangenheit möglich.
4. Die deutsche Geschichte ist vielen nur noch ein Trümmerfeld von Fragezeichen. Der staatspolitischen Information in der Truppe ist deshalb die Aufgabe gestellt, die Trennungslinie zu finden zwischen dem, was für alle unantastbar sein muß, und dem, was diskutiert werden kann und soll, ferner begreiflich zu machen, daß auch Menschen mit verschiedenen geschichtlichen und politischen Anschauungen in einem Staat zusammenleben und an einem Geschütz Dienst tun können.
5. Die Rekruten bringen eine ursprüngliche Vertrautheit mit der Technik mit.
6. Sie sind außerordentlich empfindsam in allem, was ihre Menschenwürde betrifft. Bereits der jungen Mensch kennt heute seine staatsbürgerlichen Rechte, pocht auf sie und ergreift ohne Zögern die Mittel, sie durchzusetzen.

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Spuren

Im Fachwerker-Forum entdeckt und mich sofort sehr heimisch gefühlt. 🙂

… auf den Hundertwasser-Kindergarten schauend: An den Brandfleck kommt ein Pfeil dran, daneben schreibst Du „War ne geile Party!“ – und die Möbelkonturen malst Du nach und schreibst

„Omis Lieblingskommode“…

…“Der hässliche Schrank ist endlich weg!“…

… und „Platz für neues Sofa“…

… dran.
Sorry, der musste sein 😉

Dirk

🙂
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Ramona
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Lach, gar keine schlechte Idee. So könnten die geschätzt 7000 Macken des Hauses eine ganz neue Bedeutung gewinnen 🙂

Jep, gute Taktik. Werde ich übernehmen. 🙂 An den mysteriösen Buckel neben meiner Küchentür:

„Hast du einen Buckel?“
„Äh… nein.“
„Hier – hast du einen.“

(Drakensang-Spieler werden den verstehen.)

Oder an meinen feuchten Gewölbekeller: „Innenpool.“ (Pro m² können angeblich bis zu 100 l Wasser gespeichert sein.)

Oder…

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Daß das Zentrum von Kleinstädten stirbt, hört man ja oft. Ich kenne es aus meiner Heimatstadt. Wesentlicher krasser jedoch fiel es mir in meinem neuen Wohnort Elze auf. Die so passend benannte Hauptstraße (ich liebe logische Straßennamen) zieht sich tatsächlich wie eine Hauptschlagader mitten durch den Ort und war, wie man deutlich erkennt, einmal gesäumt von Geschäften aller Art. Elze muß einmal im Zentrum geboomt haben.
Und dann kamen die Supermärkte, die großes Gelände verlangten und somit an den Ortsrand gingen. Die Käufer zogen nach, denn wer läuft schon von Laden zu Laden, wenn er die Einkäufe in einem einzigen Geschäft abwickeln kann? Zuletzt kam in den letzten Jahren der Onlinehandel dazu, und damit war das ehemals pulsierende Zentrum tot. Derzeit halten sich noch einige letzte Geschäfte wacker: Bäcker, Fleischer, einige Cafés und Restaurants. Aber es ist kein Vergleich zu dem, was es einmal gewesen sein muß.

Vorläufig geschlossen…

Immerhin eine Art von Nachnutzung.

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Bitter

Gerade bei einer Recherche zu einem ganz anderen Thema in den Innsbrucker Nachrichten vom 25.3.1936 entdeckt:

Aus Ankara wird gemeldet: Das türkische Justizministerium hat dreißig Frauen zu Richtern an verschiedenen türkischen Gerichten ernannt. Sämtliche sind Absolventen der juristischen Fakultät von Istanbul.

Heute kehrt man zu traditionellen Werten zurück, nun ja.

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Steigende Wohnpreise sind hier in aller Munde; daher war ich ein wenig überrascht, auch auf Francine Rivers’ Seite davon zu lesen. Offenbar ist auch in den USA die große Umwanderungswelle wegen unbezahlbar gewordenen Wohnraums ein Thema.

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Ortsbegehung

Herzlich wenig gibt das Internet zum hiesigen Judenfriedhof im Heilswannenweg her. Man findet Erwähnungen, daß es ihn gibt. Zugegeben: Es ist nicht mehr viel von ihm übrig, gerade zwei Gräber. Aber ich frage mich, was der Steinbogen wohl einmal war. Sicherlich kein Grab; vielleicht das Eingangstor? Ein Synagogenfenster? Leider ist mein Hebräisch viel zu ungeübt und die Buchstaben auf dem Bogen teilweise zu unleserlich, um daraus schlau zu werden.

„Der mit jüdischen Gräbern belegte Teil des Friedhofes am Heilswannenweg ging 1960 an den Landesverband der jüdischen Gemeinden in Niedersachsen über. Seit 1977 übernimmt die Stadt Elze die Pflege. Sie hat auf dem Gelände eine Gedenkstätte errichtet.“
Naja – Gedenkstätte…

Fast schon ein Klischee, oder? Muß eine ältere Beschmierung sein – es wurde noch das ß verwendet…

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Und ein Artikel dazu: https://www.timesofisrael.com/legendary-cyclist-gino-bartali-gets-honorary-citizenship-ahead-of-giro-israel/?utm_source=dlvr.it&utm_medium=twitter

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*Leicht rechtschreibkorrigiert zitiert von Rezensent Rupi auf Amazon.

Was immer man der Jüdischen Rundschau vorwerfen kann, diese zwei Artikel der aktuellen Ausgabe 2/2018 muß ich hier einfach mal präsentieren. Zum Vergrößern auf die Bilder klicken.

Der erste beleuchtet Stimmungsmache in der journalistischen Schreibe. Das betrifft natürlich nicht nur den Spiegel Online, sondern jede Art von „Berichterstattung“, die Meinung lenken will (auch die der Jüdischen Rundschau). Ich kann die Lektüre wirklich nur wärmstens empfehlen, weil sie einen guten Einblick in die Tricks der Zunft gibt.

Claudio Casula: „Trump redet – der etablierte Journalismus schnaubt vor Wut“ auf den Artikel „Spalten statt Versöhnen“ auf Spiegel Online.

Eine hochinteressante Analyse in Gerd Buurmanns Artikel „Easyjet leistet mehr gegen Antisemitismus als deutsche Schulen“:

In Deutschland findet Judentum fast nur noch in Gedenkstunden statt. Juden sind Gespenster von damals. In Schulen taucht das Judentum deutlich öfter im Geschichtsunterricht auf, als im Philosophie-, Ethik-, Religions- oder Gesellschaftskundeunterricht. Wenn man in New York sagt: „Heute gehen wir in ein jüdischen [sic] Stück“, dann freuen sich alle. Jüdisches Theater, das steht in Amerika für spritzige Dialoge, humorvoller Tiefgang, für Woody Allen und Neil Simon. Wenn man aber in Deutschland sagt: „Heute gehen wir in ein jüdisches Theaterstück“, dann kommen deprimierte Gesichter. In Deutschland steht jüdisches Theater für Auschwitz, Holocaust und Anne Frank. Juden sind für viele Deutsche nur die Opfer von damals, nicht die Lebenden von heute. Genau da ist das Problem.
In vielen deutschen Städten gibt es mittlerweile mehr Stolpersteine als lebendige Juden, so dass eine Mehrheit der Deutschen heute im Alltag deutlich öfter auf tote Juden trifft als auf lebendige. Auf dem Weg zur Arbeit, zum Einkaufen, zur Party und nach Hause, überall trifft man in Deutschland auf tote Juden. Dabei erfahren wir jedoch nicht, was diese Juden Großes erreicht haben oder wen sie geliebt und worüber sie sich gefreut haben, wir erfahren, wann, wo und wie sie ermordet wurden. Wer Menschen auf ihren Status als Opfer reduziert, erwartet irgendwann auch von ihnen, Opfer zu sein.

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Allerdings hatte ich auch einen schweren Rucksack zu schleppen. 🙂

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Leipziger Zeitungen, 26.5.1746

London den 13. May. Heute hat man im Ober-Hause in Vorschlag gebracht, den König in einer Adresse zu ersuchen, den Krieg über See nicht weiter fortzusetzen, wo nicht die General-Staaten als ein Haupt-Theil dabei hielten; es ist aber solcher Vorschlag durch 81. Stimmen gegen 26. verworffen worden. Wegen der durch den Herzog von Cumberland über die Rebellen in Schottland erfochtenen Vortheile soll einer Königl. Proclamation zu Folge, die man ehestens publiciren wird, durch das ganze Reich ein Danck-Fest gehalten werden, und der König wird sich an solchem Tage in Ceremonie nach der St. Pauls-Kirche begeben. Durch einen gestern aus Schottland gekommenen Expressen hat man eine Relation von den Folgen dieses Siegs über die Rebellen erhalten. Man findet nach der gemachten genauen Ausrechnung, daß ihrer 2509. auf der Wahlstatt, und 1500. im Nachsetzen geblieben, auch 1800. Gefangene von ihnen gemacht worden, welches zusammen 5809. Mann beträgt. Unter diesen leztern befinden sich der Lord Georg Murrai, der Lord Kilmarnock, der Herzog von Perth, und die Lords Balmereno und Gordon von Glenbucket. Der Lord Ogilvie ist geblieben, und der Lord Ludwig Gordon von den Rebellen gehangen worden. Der Sohn des Prätendenten ist blos mit 8. Mann entronnen, und der Graf von Albemarle verfolget in Begleitung des Lords Kilmarnock die Flüchtigen. Der Französischen Officiers, die in der Action gefangen worden, sind 50. an der Zahl, nehmlich der Brigadier Stapleton, der Oberste Macdonell, der Marquis d’Aiguilee, 23. Capitains, 17. Lieutenants, 1. Adjutant, 1. Quartiermeister, 1. Cornet, 2. Artillerie-Officiers, 1. Ingenieur, und 1. Volontaire. Hiernächst hat man auch einen Aumonier und den zweyten Capitain eines Spanischen Schiffs bekommen. Der gefangenen rebellischen Officiers aber sind 15. als 3. Obersten, 1. Major, 5. Capitains, 1. Lieutenant, 3. Fähndriche, 1. Ingenieur, und der Ritter John Wedderburn, von der Garde du Corps des jungen Prätendenten. Von den Königl. Truppen sind nur 50. Mann an Officiers so wohl als Gemeinen geblieben, 259. verwundet, und einer verlohren. Die Heßischen Truppen, welche nach Brabant zurück kehren, sollen sich zu Leith bey Edimburg zu Schiffe setzen, und es ist würcklich an verschiedene unsrer Regimenter Befehl ergangen, sich dahin ebenfalls marschfertig zu halten.

Leipziger Zeitungen, 9.6.1746

Inverneß den 16. May. Allem Ansehen nach wird unser Aufenthalt allhier nicht lange mehr währen, und wir urtheilen solches daraus, weil der Herzog von Cumberland sehr viel Provision zusammen bringen lässet, die theils weiter vorwerts geschaffet werden soll. Der Ritter Jacob Kinloch, 2. seiner Brüder, und einige andere Anhänger des Prätendenten, sind von den Husaren des Prinzen von Hessen gefangen worden. Der Commandeur Smith, der sich hier befindet, hat gestern einen Brief von dem Capitain Jeffereys, Commandanten des Schiffs Scarborough, erhalten, der zu Deersound auf den Orcadischen Insuln am 8. dieses geschrieben ist, und worinn gemdlet wird, daß ein Schiff daselbst angekommen wäre, das der Gourverneur von Neu-Engelland nach London abgeschicket, um dem Herzoge von Newcastle Nachricht zu geben, daß ein Königl. Schiff von 20. Canonen und ein Armateur sich einer Spanischen Gallione bemächtiget, welches die reichste Prise wäre, die seit dem Anfange des Kriegs gemacht worden, indem sie nur an Silber-Barren eine Million Pfund Sterlings am Bord gehabt. Wie man vernimmt, befindet sich der junge Prätendent zu Kilmaroi in Lochaber.

Leipziger Zeitungen, 31.5.1746

London den 17. May. Von der Cammer der Gemeinen, welche bisher mit Abhörung der Zeugen wider verschiedene Personen, die in gegenwärtige Rebellion verwickelt sind, beschäftiget gewesen, ist die Verfügung geschehen, eine Bill abzufassen, worinn der Graf von Kellie, die Vicomten von Strathallan und Dundee, die Lords Pitsligo und Elcho, der Herzog von Perth, die Lords John und Jacob Drummond, George und John Murrai, Ludwig Gordon und Ogilvi, die Ritter William Gordon, Carl Stuart, und 29. andere vom geringern Range, des Hochverraths schuldig erkläret werden sollen. Die Truppen, die man nach Brabant schicken will, bestehen aus 12. Infanterie-Regimentern, und einem ansehnlichen Detachement von der Garde zu Fuß, und sie werden zusammen ein Corps von 12000. Mann ausmachen. Es sollen auch noch 2500. Mann Cavallerie dahin gesendet werden. Die Heßischen Truppen werden nunmehr von Leith unter Segel gegangen seyn. Der Prinz Friedrich von Hessen, der sie commandiret hat, wird ehestens hier erwartet, und einen kostbaren Degen, reich mit Diamanten und besezt, von dem Könige zum Präsent empfangen.

Leipziger Zeitungen, 9.6.1746

Edimburg den 17. May. Man hat Nachricht, daß der Graf von Mirobell, ein Officier vom Rang und erster Ingenieur des jungen Prätendenten, nebst 3. Bedienten durch eine Parthey von Broadalbin gefangen, und in das Haupt-Quartier des Herzogs vom Cumberland nach Inverneß gebracht worden. Das Elend unter den Rebellen ist nicht auszusprechen. Man findet ihrer bey hunderten in den Gebürgen, die vor Hunger und an ihren Wunden gestorben sind. Es ist auch gewis, daß kein Corps von ihnen mehr beysammen sey, und man spricht, der Herzog von Cumberland würde mit dem Prinzen Friedrich von Hessen und dem Lord-Präsidenten noch in dieser Woche anhero kommen. Nachdem man sicher in Erfahrung gebracht, wo sich der Graf von Lovat versteckt halte, ist ein Detachement abgeschickt worden, ihn bey dem Kopfe zu nehmen, und man gedencket noch mehr andere mit ihm zu bekommen.

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