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Archive for the ‘Uncategorized’ Category

Steigende Wohnpreise sind hier in aller Munde; daher war ich ein wenig überrascht, auch auf Francine Rivers’ Seite davon zu lesen. Offenbar ist auch in den USA die große Umwanderungswelle wegen unbezahlbar gewordenen Wohnraums ein Thema.

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Ortsbegehung

Herzlich wenig gibt das Internet zum hiesigen Judenfriedhof im Heilswannenweg her. Man findet Erwähnungen, daß es ihn gibt. Zugegeben: Es ist nicht mehr viel von ihm übrig, gerade zwei Gräber. Aber ich frage mich, was der Steinbogen wohl einmal war. Sicherlich kein Grab; vielleicht das Eingangstor? Ein Synagogenfenster? Leider ist mein Hebräisch viel zu ungeübt und die Buchstaben auf dem Bogen teilweise zu unleserlich, um daraus schlau zu werden.

„Der mit jüdischen Gräbern belegte Teil des Friedhofes am Heilswannenweg ging 1960 an den Landesverband der jüdischen Gemeinden in Niedersachsen über. Seit 1977 übernimmt die Stadt Elze die Pflege. Sie hat auf dem Gelände eine Gedenkstätte errichtet.“
Naja – Gedenkstätte…

Fast schon ein Klischee, oder? Muß eine ältere Beschmierung sein – es wurde noch das ß verwendet…

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Und ein Artikel dazu: https://www.timesofisrael.com/legendary-cyclist-gino-bartali-gets-honorary-citizenship-ahead-of-giro-israel/?utm_source=dlvr.it&utm_medium=twitter

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*Leicht rechtschreibkorrigiert zitiert von Rezensent Rupi auf Amazon.

Was immer man der Jüdischen Rundschau vorwerfen kann, diese zwei Artikel der aktuellen Ausgabe 2/2018 muß ich hier einfach mal präsentieren. Zum Vergrößern auf die Bilder klicken.

Der erste beleuchtet Stimmungsmache in der journalistischen Schreibe. Das betrifft natürlich nicht nur den Spiegel Online, sondern jede Art von „Berichterstattung“, die Meinung lenken will (auch die der Jüdischen Rundschau). Ich kann die Lektüre wirklich nur wärmstens empfehlen, weil sie einen guten Einblick in die Tricks der Zunft gibt.

Claudio Casula: „Trump redet – der etablierte Journalismus schnaubt vor Wut“ auf den Artikel „Spalten statt Versöhnen“ auf Spiegel Online.

Eine hochinteressante Analyse in Gerd Buurmanns Artikel „Easyjet leistet mehr gegen Antisemitismus als deutsche Schulen“:

In Deutschland findet Judentum fast nur noch in Gedenkstunden statt. Juden sind Gespenster von damals. In Schulen taucht das Judentum deutlich öfter im Geschichtsunterricht auf, als im Philosophie-, Ethik-, Religions- oder Gesellschaftskundeunterricht. Wenn man in New York sagt: „Heute gehen wir in ein jüdischen [sic] Stück“, dann freuen sich alle. Jüdisches Theater, das steht in Amerika für spritzige Dialoge, humorvoller Tiefgang, für Woody Allen und Neil Simon. Wenn man aber in Deutschland sagt: „Heute gehen wir in ein jüdisches Theaterstück“, dann kommen deprimierte Gesichter. In Deutschland steht jüdisches Theater für Auschwitz, Holocaust und Anne Frank. Juden sind für viele Deutsche nur die Opfer von damals, nicht die Lebenden von heute. Genau da ist das Problem.
In vielen deutschen Städten gibt es mittlerweile mehr Stolpersteine als lebendige Juden, so dass eine Mehrheit der Deutschen heute im Alltag deutlich öfter auf tote Juden trifft als auf lebendige. Auf dem Weg zur Arbeit, zum Einkaufen, zur Party und nach Hause, überall trifft man in Deutschland auf tote Juden. Dabei erfahren wir jedoch nicht, was diese Juden Großes erreicht haben oder wen sie geliebt und worüber sie sich gefreut haben, wir erfahren, wann, wo und wie sie ermordet wurden. Wer Menschen auf ihren Status als Opfer reduziert, erwartet irgendwann auch von ihnen, Opfer zu sein.

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Allerdings hatte ich auch einen schweren Rucksack zu schleppen. 🙂

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Leipziger Zeitungen, 26.5.1746

London den 13. May. Heute hat man im Ober-Hause in Vorschlag gebracht, den König in einer Adresse zu ersuchen, den Krieg über See nicht weiter fortzusetzen, wo nicht die General-Staaten als ein Haupt-Theil dabei hielten; es ist aber solcher Vorschlag durch 81. Stimmen gegen 26. verworffen worden. Wegen der durch den Herzog von Cumberland über die Rebellen in Schottland erfochtenen Vortheile soll einer Königl. Proclamation zu Folge, die man ehestens publiciren wird, durch das ganze Reich ein Danck-Fest gehalten werden, und der König wird sich an solchem Tage in Ceremonie nach der St. Pauls-Kirche begeben. Durch einen gestern aus Schottland gekommenen Expressen hat man eine Relation von den Folgen dieses Siegs über die Rebellen erhalten. Man findet nach der gemachten genauen Ausrechnung, daß ihrer 2509. auf der Wahlstatt, und 1500. im Nachsetzen geblieben, auch 1800. Gefangene von ihnen gemacht worden, welches zusammen 5809. Mann beträgt. Unter diesen leztern befinden sich der Lord Georg Murrai, der Lord Kilmarnock, der Herzog von Perth, und die Lords Balmereno und Gordon von Glenbucket. Der Lord Ogilvie ist geblieben, und der Lord Ludwig Gordon von den Rebellen gehangen worden. Der Sohn des Prätendenten ist blos mit 8. Mann entronnen, und der Graf von Albemarle verfolget in Begleitung des Lords Kilmarnock die Flüchtigen. Der Französischen Officiers, die in der Action gefangen worden, sind 50. an der Zahl, nehmlich der Brigadier Stapleton, der Oberste Macdonell, der Marquis d’Aiguilee, 23. Capitains, 17. Lieutenants, 1. Adjutant, 1. Quartiermeister, 1. Cornet, 2. Artillerie-Officiers, 1. Ingenieur, und 1. Volontaire. Hiernächst hat man auch einen Aumonier und den zweyten Capitain eines Spanischen Schiffs bekommen. Der gefangenen rebellischen Officiers aber sind 15. als 3. Obersten, 1. Major, 5. Capitains, 1. Lieutenant, 3. Fähndriche, 1. Ingenieur, und der Ritter John Wedderburn, von der Garde du Corps des jungen Prätendenten. Von den Königl. Truppen sind nur 50. Mann an Officiers so wohl als Gemeinen geblieben, 259. verwundet, und einer verlohren. Die Heßischen Truppen, welche nach Brabant zurück kehren, sollen sich zu Leith bey Edimburg zu Schiffe setzen, und es ist würcklich an verschiedene unsrer Regimenter Befehl ergangen, sich dahin ebenfalls marschfertig zu halten.

Leipziger Zeitungen, 9.6.1746

Inverneß den 16. May. Allem Ansehen nach wird unser Aufenthalt allhier nicht lange mehr währen, und wir urtheilen solches daraus, weil der Herzog von Cumberland sehr viel Provision zusammen bringen lässet, die theils weiter vorwerts geschaffet werden soll. Der Ritter Jacob Kinloch, 2. seiner Brüder, und einige andere Anhänger des Prätendenten, sind von den Husaren des Prinzen von Hessen gefangen worden. Der Commandeur Smith, der sich hier befindet, hat gestern einen Brief von dem Capitain Jeffereys, Commandanten des Schiffs Scarborough, erhalten, der zu Deersound auf den Orcadischen Insuln am 8. dieses geschrieben ist, und worinn gemdlet wird, daß ein Schiff daselbst angekommen wäre, das der Gourverneur von Neu-Engelland nach London abgeschicket, um dem Herzoge von Newcastle Nachricht zu geben, daß ein Königl. Schiff von 20. Canonen und ein Armateur sich einer Spanischen Gallione bemächtiget, welches die reichste Prise wäre, die seit dem Anfange des Kriegs gemacht worden, indem sie nur an Silber-Barren eine Million Pfund Sterlings am Bord gehabt. Wie man vernimmt, befindet sich der junge Prätendent zu Kilmaroi in Lochaber.

Leipziger Zeitungen, 31.5.1746

London den 17. May. Von der Cammer der Gemeinen, welche bisher mit Abhörung der Zeugen wider verschiedene Personen, die in gegenwärtige Rebellion verwickelt sind, beschäftiget gewesen, ist die Verfügung geschehen, eine Bill abzufassen, worinn der Graf von Kellie, die Vicomten von Strathallan und Dundee, die Lords Pitsligo und Elcho, der Herzog von Perth, die Lords John und Jacob Drummond, George und John Murrai, Ludwig Gordon und Ogilvi, die Ritter William Gordon, Carl Stuart, und 29. andere vom geringern Range, des Hochverraths schuldig erkläret werden sollen. Die Truppen, die man nach Brabant schicken will, bestehen aus 12. Infanterie-Regimentern, und einem ansehnlichen Detachement von der Garde zu Fuß, und sie werden zusammen ein Corps von 12000. Mann ausmachen. Es sollen auch noch 2500. Mann Cavallerie dahin gesendet werden. Die Heßischen Truppen werden nunmehr von Leith unter Segel gegangen seyn. Der Prinz Friedrich von Hessen, der sie commandiret hat, wird ehestens hier erwartet, und einen kostbaren Degen, reich mit Diamanten und besezt, von dem Könige zum Präsent empfangen.

Leipziger Zeitungen, 9.6.1746

Edimburg den 17. May. Man hat Nachricht, daß der Graf von Mirobell, ein Officier vom Rang und erster Ingenieur des jungen Prätendenten, nebst 3. Bedienten durch eine Parthey von Broadalbin gefangen, und in das Haupt-Quartier des Herzogs vom Cumberland nach Inverneß gebracht worden. Das Elend unter den Rebellen ist nicht auszusprechen. Man findet ihrer bey hunderten in den Gebürgen, die vor Hunger und an ihren Wunden gestorben sind. Es ist auch gewis, daß kein Corps von ihnen mehr beysammen sey, und man spricht, der Herzog von Cumberland würde mit dem Prinzen Friedrich von Hessen und dem Lord-Präsidenten noch in dieser Woche anhero kommen. Nachdem man sicher in Erfahrung gebracht, wo sich der Graf von Lovat versteckt halte, ist ein Detachement abgeschickt worden, ihn bey dem Kopfe zu nehmen, und man gedencket noch mehr andere mit ihm zu bekommen.

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Leipziger Zeitungen, 26.5.1746

Inverneß den 29. April. Man kan den Verlust, den die Rebellen erlitten, nicht leicht bestimmen, weil die Wege bis auf 4. Meilen von der Wahlstatt mit erschlagenen bedeckt gelegen; dem Augenschein nach aber muß er sich über 2000. an Todten, und über 800. an Gefangenen erstrecken. Der Lord Kilmarnock, der sich unter den leztern befindet, ist in die Brust verwundet, und man spricht, der junge Prätendent, der bey der Action zugegen gewesen, hätte eine Blessur am Knie empfangen. Man hat einen Degen gefunden, den man dem Herzoge von Cumberland präsentiret hat, weil man nicht ohne Grund glaubt, daß er dem jungen Prätendenten zugehöret. Man hat es nächst Gott den guten Dispositionen Sr. Königl. Hoheit zu dancken, daß dieser Sieg uns so wenig Blut gekostet hat, und Höchst-Dieselbe haben das gute Verhalten der Officiers so wohl als Gemeinen bey dieser Gelegenheit öffentlich sehr gerühmet. Die grosse Würckung, welche die aufgepflanzten Bajonetten gethan, haben unsere Truppen überzeuget, daß dieses Gewehr den langen Säbeln der Hochländer vorzuziehen sey. Ubrigens ist die Armee der Rebellen, die ungefehr aus 10000. Mann bestund, dergestalt zerstreuet, daß man nicht glaubt, daß sie sich leicht in ein Corps wieder zusammen finden solle.

Leipziger Zeitungen, 31.5.1746

Inverneß den 11. May. Der General-Major Blakeney wird hier erwartet, das Commando der Truppen zu übernehmen, die man hier lassen wird, und der Oberst-Lieutenant Leighton von dessen Regiment wird das Commando in dem Castell zu Sterling führen. Heute hat sich der Lord Ancram mit dem Regiment Mark-Kerr nach der Oestlichen Küste auf den Marsch begeben. Der Herzog von Cumberland hat eine Proclamation publiciren lassen, sich aller Rebellen, deren man habhaft werden kan, nebst ihrem Gewehr zu versichern. Man wendet allen möglichen Fleiß an, eine hinlängliche Anzahl Barcken auf dem See von Loch-Neß zusammen zu bringen, und so bald man sie haben wird, will sich der Herzog mit 15. Bataillons und dem Cavallerie-Regiment von Kingston in 2. Märschen nach dem Fort August begeben; da immittelst der Lord Loudoun mit der Militz aus der Grafschaft Argyle und den Frey-Compagnien durch das Gebürge zur rechten und zur lincken zu Verfolgung der Rebellen marschiren wird. Der Sohn des Prätendenten, der Herzog von Perth, und der Lord John Drummond durchwandern anietzo das Land der Camerons mit dem jüngern Lochiel, der in dem leztern Treffen verwundet worden, und sie haben nur gegen 20. bis 30. Mann bey sich.

Edimburg den 11. May. Zu Inverneß, Aberdeen, Montroß und Sterling sind die Gefängnisse mit Rebellen angefüllet, und nach Perth, Dumferling, Dundee, Irwine und Dumfreis werden auch noch beständig viele Gefangene gebracht. Durch einen Expressen von Dumbarton vernimmt man, daß der Marquis von Tullebardine, und ein Italiäner, Mitchel mit Nahmen, der seinem Vorgeben nach 30. Jahre in des Prätendenten Diensten gestanden, sich bey dem Friede-Richter, Hrn. Buchanan von Drumakill, gemeldet, der sie auf das Schloß selbiger Stadt habe setzen lassen. Vor etlichen Tagen hat man etliche Detachements von dem Regiment hiesiger Stadt ausgeschicket, Südwerts nach dem Firth zu patrouilliren, und auf die Rebellen, die sich dort herum blicken lassen möchten, wohl acht zu haben. Sie haben auch gestern einen, Robert Murrai genannt, der sonst bey hiesiger Stadt gedienet hat, und bey der Armee der Rebellen unter der Garde du Corps gewesen, ertappet und anhero gesendet. Gestern hat sich Jacob Hey, ein Schottländer von Geburt, der bey dem Regiment des Lords John Drummond als Capitain und Zahlmeister gestanden haben will, hier bey der Obrigkeit selbst angegeben, und man hat ihn in das Castell gebracht. Nach seiner Aussage haben bey dem leztern Treffen alle Französische Truppen, als das Regiment von Drummond, die Irrländischen Piquets, und die Cavallerie des Regiments Fitzjames, zusammen nicht mehr als 6. bis 700. Mann ausgemacht, und gegen 150. sind in der Action geblieben. Er saget ferner, er hätte den Lord Drummond zu Ruthuen verlassen, nachdem er ihm die ganze Regiments-Casse geben müssen, wovon er das Geld unter seine Officiers getheilet, und ihnen angerathen, daß jeder auf seine eigene Sicherheit bedacht seyn möchte, gleichwie er es auch selbst thun würde. Weil hiernächst die Rebellen schon etliche Wochen keinen Sold empfangen gehabt, und ihre Magazine ausgeleeret gewesen, hätten sie eine Schlacht wagen müssen, ob sie gleich die Nacht vorher durch Hin- und Wieder-Märsche starck abgemattet worden, und weil die Annäherung des Herzogs ihnen keine Zeit, sich zu erhohlen, gestattet. Die den Rebellen abgenommene Standarten und Fahnen sollen hier durch die Hände des Scharffrichters öffentlich verbrannt werden.

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Leipziger Zeitungen, 19.5.1746

London den 6. May. Vorgestern empfieng der Hof einen Expressen von Edimburg mit folgender Nachricht. Nachdem der Herzog von Cumberland am 25. April seinen Marsch fortgesetzet, langte er 2. Tage hernach in den Gegenden von Inverneß an, und stieß daselbst auf ein Corps Rebellen von ungefehr 7000. Mann, das sich über Culloden bey gedachter Stadt versammlet hatte. Se. Königl. Hoheit befahlen sogleich, die nöthigen Dispositiones zu machen, um sie anzugreifen. Man canonirte anfangs auf einander, das Feuer aber hatte kaum eine Viertel-Stunde gedauert, als der rechte Flügel der Rebellen, der aus Macdonals und Frasers bestund, gegen unsern lincken anrückte, und ihn ziemlich hitzig angriff. Unsere Truppen feuerten hierbey zu zweyen mahlen so glücklich auf die Feinde, daß diese bald die Flucht ergriffen, und den Rest ihrer Armee nach sich zogen, nachdem sie gegen 500. Todte auf der Wahlstatt gelassen. Die Cavallerie, die Dragoner, und das Volck aus der Grafschaft Argyle wurden ihnen nachgeschicket, und man rechnet, daß fast eine gleiche Anzahl auf ihrem Rückzuge getödtet worden. Die Rebellen haben sich theils gegen Badenoch und in das Fort August, theils durch Inverneß in die Grafschaft Roß geflüchtet. Der Graf von Kilmarnock, der Ritter John Wedderburn, und die Person, welche die Rebellen den Französischen Gesandten nennen, ingleichen die Französischen Truppen, sind zu Gefangenen gemacht. Unser Verlust erstrecket sich nicht auf 30. Mann an Todten, worunter niemand von Distinction ist. Der Herzog von Cumberland hat sich nach dieser Action nach Inverneß begeben, wo Se. Königl. Hoheit Abends gegen 5. Uhr angelanget sind. Diese Nachricht ist über Perth und Aberdeen nach Edimburg gebracht worden. Ob man sich nun gleich im Anfang gewundert, daß solche wichtige Bothschaft nicht unmittelbar von dem Herzoge von Cumberland gekommen: so hat man doch gestern frühe die Ursache davon erfahren, da der Lord Bury, ältester Sohn des Grafen von Albemarle, und General-Adjutant des Herzogs von Cumberland, der von Sr. Königl. Hoheit mit der Nachricht an den König von dem am 27. vorigen Monaths über die Rebellen erhaltenen vollkommenen Siege abgeschicket worden, bey Hofe anlangte. Er hat um grösserer Sicherheit halber sich zu Inverneß zu Schiffe gesetzet, und ist am 2. dieses zu Berwick ans Land gestiegen. Der Inhalt des Schreibens von dem Herzoge geht dahin. Man rechnete, daß sich die Armee der Rebellen über 8000. Mann belauffen, wovon 1000. auf dem Platze geblieben, und gegen 600. gefangen worden. Unter den leztern wäre der Graf von Kilmarnock, der Ritter John Wedderburn, Hr. Murrai von Broughton, Secretarius des jungen Prätendenten, und der so genannte Französische Gesandte. Man glaubte, daß der Lord Strathallan in dem Treffen geblieben. Drey Französische Piquets, die gegen 300. Mann ausmachten, hätten sich auf Discretion ergeben, und den Rebellen wären alle ihre Canonen nebst einigen Fahnen abgenommen worden. Se. Königl. Hoheit melden ferner, der Lord Kets, Capitain bey dem Regiment Barrel, und der Capitain Grossette wären geblieben, über 100. Gemeine aber todt oder verwundet, und der Oberst-Lieutenant Rich hätte eine Hand eingebüsset. Ueberhaupt hätten alle Officiers so wohl als Gemeine eine besondere Tapferkeit bewiesen. Der junge Prätendent soll sich blos mit 12. Mann in die Grafschaft Roß salviret haben. Der König hat den Lord Bury ein Präsent von 1000. Guineen gemacht, und man spricht, daß er mit ehestem ein Regiment bekommen solle. Gestern Abends wurden dieses Siegs halber durch die ganze Stadt so grosse Freuden-Bezeigungen angestecket, als man jemahls gesehen hat. Einigen Nachrichten aus Schottland zu Folge ist der Graf von Cromarti durch die Leute des Lords Rea in der Grafschaft Sutherland gefangen worden. Da nun die Rebellen geschlagen und zerstreuet sind, und man zu glauben Ursache hat, daß die Rebellion bald völlig gedämpfet seyn solle; so zweiffelt man nicht, daß die Heßischen Truppen nebst einem Corps der unsrigen im kurzen nach Brabant wieder geschicket werden dürften.

Leipziger Zeitungen, 24.5.1746

London den 10. May. Vorgestern wurde wegen der über die Rebellen erfochtenen Vortheile in der Königl. Capelle zu St. James das Te Deum Laudamus angestimmet, welchem der König, der Prinz und die Prinzeßin von Wallis, die Prinzeßin Amalia, und der gesammte Hof beywohnten. Gestern beschloß das Oberhaus, dem Könige eine Glückwünschungs-Adresse wegen dieser Vortheile zu überreichen, ingleichen dem Herzoge von Cumberland für seine dem Vaterlande hierunter geleistete Dienste zu dancken. Am 7. kam ein zweyter Expresser von Sr. Königl. Hoheit mit einer ausführlichen Relation von der vorgefallenen Action an. Nach selbiger hat sich das Treffen durch eine Canonade von Seiten der Rebellen angefangen, ihre Stücken aber sind schlecht gerichtet und schlecht serviret worden; da im Gegentheil die unsrigen starck unter ihnen aufgeräumet. Hierauf ist man gegen einander angerücket, und die Rebellen sind völlig geschlagen worden. Ferner wird in der Relation gesaget, sie hätten ihrer Seits 2000. Todte auf der Wahlstatt und im Nachsetzen gehabt; man hätte ihnen alle ihre Artillerie, Munition und Bagage, die von dem jungen Prätendenten darunter begriffen, desgleichen 12. Fahnen abgenommen. Die Anzahl der Gefangenen erstrecke sich auf 222. Franzosen und 326. Rebellen: unter den erstern wäre der Marquis von Guilles, Capitain bey dem Marine-Regiment, welcher von den Rebellen der Französische Gesandte genennet wird; der Verlust auf unsrer Seiten aber belauff sich an Todten und Verwundeten nur auf 310. Mann. Einigen Particular-Briefen zu Folgen sollen sich unter den Gefangenen, auch 4. Damen von Distinction befinden. Die Nacht nach dem Treffen hat der Sohn des Prätendenten in dem Hause des Lords Lovat zu Aird geschlaffen, ohne daß man weiß, wo er weiter hingekommen ist; es ist aber der Brigadier Mordaunt mit einigen Truppen detachiret worden, ihm nachzusetzen, und dem Verlaut nach ist mit gedachtem Brigadier der Lord Kilmarnock gegangen, dem man Pardon und die Zurückgebung aller seiner Güter versprochen hat, daferne er den jungen Prätendenten entdecken hilft. Man glaubt, daß der Herzog von Cumberland bald zurück kommen, und sich hierauf nach den Niederlanden begeben werde. Gleichergestalt ist Befehl ausgefertiget, die Heßischen Truppen ungesäumt nach Brabant wieder hinüber zu bringen. Die zu Verstärckung der Armee des Herzogs von Cumberland leztens abgeschickte 4. Regimenter sollen sich ebenfalls am Bord der Schiffe, die sie nach Schottland gebracht haben, nach den Niederlanden begeben, und man spricht, daß noch mehrere Truppen dahin folgen werden.

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Wienerisches Diarium, 21.5.1746

Extact eines Schreiben aus Londen von 5. May.
Ein von Edinburg vorgestern alhier angekommener Currier / hat die Nachricht gebracht / daß der Hertzog von Cumberland den 26. April eine vollkommene Victori über die Rebellen erhalten / und gestern ist solches durch den Lord Bury / Adjutanten des Hertzogs / welchen Seine Königl. Hoheit mit gedachter Zeitung zu den König geschicket / bekräftiget worden: um 2. Uhr Nach-mittag fienge das Canoniren auf beyden Seiten an; der rechte Flügel deren Rebellen / deren gantzes Corps in mehr / als 8000. Mann bestunde / griffe den Linken Flügel deren Königl. Truppen sehr hertzhaft an; kaum aber hatten sie das zweyte Feuer deren Mußquetierern ausgehalten / als sie mit denen aufgepflantzten Bajonetten über den Hauffen geworfen wurden / und alle mit größter Eil und Unordnung rechts und linker Hand die Flucht ergriffen / da indessen die völlige Königl. Reiterey / nebst der Militz aus der Provintz Argile nicht nachliessen sie zu verfolgen. Von Seiten deren Rebellen seynd tausend Mann / theils auf dem Platz / theils in der Verfolgung todt geblieben / und ungefähr 600. gefangen genommen worden: der Lord Kilmarnock / der Ritter Wedderburn / der Herr Murray / Secretari des Sohns des Prätendenten / und der sich also nennende Französis. Bottschafter befinden sich unter diesen letzten. Die Frantzösische in fast 300. Mann bestandene Piketer haben / ohne einen Schuß zu thun / das Gewehr niedergeleget / und sich auf Discretion ergeben. Die Rebellen haben noch über dieses ihre gantze Artillerie nebst einigen Fahnen verloren. Man sagt / der Sohn des Prätendenten habe sich mit ungefähr 10. Personen / wie viele behaupten / gar über das Meer salviret / mit dem Zusatz / daß die Mannschaft des Lords Reay / den Lord Cormardy mit 100. Mann in der Provintz Sutherland sollen gefangen genommen haben. Der gantze Verlust deren Engländern bestehet nur in 30. Todten / und gegen 100. Verwundten / zwey Haupt-Leute / worunter der Lord Kerr / werden unter die ersteren gezehlet.

Wienerisches Diarium, 28.5.1746

Newcastle 2. May.
Diesen Nachmittag um 2. Uhr langte alhier die erfreuliche Bottschaft an / daß der Hertzog von Cumberland die Rebellen bey Invernes völlig geschlagen habe. Man hat niemals eine so erfreuliche Nachricht in dieser Stadt verspühret. Das Regiment von Granby rukte sogleich aus / und gabe auf dem Sand-Berg eine 3-malige Salve. Die Gloken wurden auf allen Thürnen geläutet / die Canonen abgefeuret / und auf dem Strome wimmelten die Schiffe. Des Abends ware die gantze Stadt illuminiret / und an verschiedenen Orten brannten Freuden-Feuer / in welchen das Bildnuß des Prätendenten mit eingeäschert worden. Fast in allen Gesellschaften wurden auf das Wolseyn des Königs / des Printzen von Wallis / des Hertzogs von Cumberland / nebst des Printzen von Hessen / die Gläser geleeret.

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Leipziger Zeitungen, 10.5.1746

London den 29. April. Die Transport-Schiffe, die man in grosser Anzahl auf der Themse und sonst kürzlich gemiethet hat, sind dem Verlaut nach zu einer geheimen Unternehmung bestimmt. Es haben über 11000. Mann Befehl, sich zum Einschiffen fertig zu halten, und man muthmasset, daß es mit diesem grossen Armement auf eine Landung in Franckreich abgesehen seyn dürfte. Nach Briefen von Edimburg unterm 21. dieses hat die Armee des Herzogs von Cumberland am 16. frühe sich von Aberdeen auf den Marsch begeben. Verschiedenen Briefen zu Folgen wären seit dem 14. die Rebellen bey hunderten zu dem General Bland gekommen, welcher ihnen erlaubt hätte, wieder nach Hause zu kehren, nachdem sie ihr Gewehr abgeleget. Gestern Nachmittags um 4. Uhr langte bey dem Herzoge von Newcastle ein Expresser von dem Herzoge von Cumberland mit der Nachricht an, daß die Rebellen, fast 3000. Mann starck, nachdem die Armee die Spey paßiret, sich aufs eiligste zurück gezogen. Dieser Courier hat die Armee den 23. Abends um 8. Uhr jenseit der Spey verlassen. Man hat auch folgendes Extract-Schreiben unter eben dem Tage. Diesen Morgen hat sich der Herzog von Cumberland von Collin, einem dem Grafen von Finlater gehörigen Gute, auf den Marsch begeben, und ist um 1. Uhr an dem Ufer der Spey angelanget, über welchem Fluß man 4. Corps der Rebellen mit 4. weissen Fahnen bemercket. Se. Kön. Hoheit liessen Halte machen, den Rest der Armee zu erwarten, und befahlen nach der Ankunft aller Truppen der leichten Cavallerie, dem Regiment von Campbell, und den Grenadiers, an einem seichten Orte überzusetzen, da immittelst die Dragoner es an einem andern Orte thaten. Das Cavall. Regiment von Kingston hat sich am ersten ins Wasser gewagt, und ist, nachdem es sich auf jener Seite befunden, in starckem Galop mit dem Degen in der Faust gegen das Gebürge, wo die Rebellen gestanden, geritten, welche so fort die Flucht ergriffen, ob sie gleich sehr vortheilhaft postirt gewesen. Weil man aber ihre Absicht nicht weiß, und weil zu dem Ubergang der Infanterie 3. Stunden Zeit erfordert wird, so hat der Herzog beschlossen, diese Nacht Nordwerts des Flusses zu campieren. Wir haben bey der Passage nur einen einzigen Mann verlohren. Die Rebellen waren gegen 2000. Mann an der Zahl, und sie haben nur 2. Flinten-Schüsse gethan.

Leipziger Zeitungen, 17.5.1746

London den 3. May. Am Sonnabend Nachmittags verfügte sich der König in das Parlement, und gab seine Einwilligung zu verschiedenen öffentlichen und Privat-Bills. Heute ist im Ober-Hause beschlossen worden, Sr. Maj. eine Adresse zu überreichen, und um Communication der Vorschläge zu Lieferung eines Corps Hannöverischer Truppen, wie auch um Abschrift von dem am 13. April durch den Kaiserl. gevollmächtigten Minister, Baron von Wasner, dem Grafen von Harrington übergebenen Memorial, nebst der Abschrift von einem durch den Ritter Osorio übergebenen Memorial, einem Schreiben des Grafen von Harrington an die Herren von Boetzelaer und Hop, und endlich der von den General-Staaten abgefaßten Resolution zu bitten. Man vernimmt, daß das Lager, das in dem District bey Finchley errichtet werden solle, vorietzo nicht statt haben werde. Am Sonntage hat der Hof wegen Absterbens des Herzogs von Braunschweig-Bevern die Trauer angeleget. Die Regierung soll wegen eines von dem Französischen Hofe gemachten Anschlages zu Vergrösserung der gegenwärtigen Rebellion wichtige Dinge entdecket, aber auch schon die nöthige Vorsicht gebrauchet haben, solches Project zu nichte zu machen. Einigen Nachrichten aus Schottland zu Folge ist der Secretarius des jungen Prätendenten, Murrai, daselbst gestorben. Von Aberdeen wird gemeldet, daß ein Detachement von dem Corps des Generals Bland 3. Deserteurs dahin gebracht, welche ausgesaget, daß die Bestürzung und Unordnung bey den Rebellen durch den Verlust des Chaloupe, der Hazard, wegen des darauf befindlich gewesenen Geldes sehr vermehret worden, wovon ein Drittel für die Französischen Truppen und die Mannschaft des Lords Drummond bestimmt gewesen, und daß dieser Zufall ein gewaltiges Murren und eine grosse Desertion verursacht hätte. Wie sie ferner ausgesaget, hätte sich bey ihrem Abgange der Sohn des Prätendenten zu Inverneß bey Mylady Makintosh befunden, und er hätte sich seit einiger Zeit viel Mühe gegeben, daß die Chefs ihre Leute aufmuntern möchten, mit dem Herzoge von Cumberland eines zu wagen. Weil aber verschiedene ihrer Detachements das Land bis in die Grafschaft Sutherland durchstreiften, und 2. ziemlich starcke Corps, die zu den Rebellen gestossen, sich von ihnen wieder getrennet, um nach Hause zu kehren, nachdem sie gehöret, daß der Lord Reay sich des Schatzes bemächtiget, darauf man sie vertröstet, und versichert, daß er glücklich aus Franckreich gekommen wäre: so glaubte man durchgehends, daß die Rebellen genöthiget werden würden, Inverneß zu verlassen, um sich weiter Nordwerts zu wenden, wo sie endlich ihren unvermeidlichen Ruin finden dürten, weil sie unmöglich daselbst bestehen könten. Damit [unleserlich] nicht dergestalt aufs äusserste gebracht werden möchten, zögen sie alle ihre zerstreuete Detachemens so wohl als das Corps von 1000. Mann, welches das Fort William belagern sollen, zusammen, um, wo möglich, Stand zu halten, und es auf ein Treffen ankommen zu lassen. Sonst weiß man auch aus Schottland, daß die Einnehner wieder angefangen haben, das von der Land-Taxe eingehende Geld zum Exchequer zu zahlen; welches, da es fast seit dem Ausbruch der Rebellion nicht geschehen, zu erkennen giebt, daß die Sachen in selbigem Königreiche besser lauffen.

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