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Posts Tagged ‘Twilight’

Durch Amazons Kaufempfehlungen entdeckt – ich hatte bis dato von dieser anscheinend sehr erfolgreichen Romanreihe noch nie gehört. Gehypt als Nachfolger für Twilight-Fans, erschien mir Fallen (die Verfilmung) eher als Nachfolger für Fans der Vampire Diaries. (Auch wenn die deutschen Übersetzungstitel der Romane sich eindeutig an die Twilight-Reihe anbiedern.) Das Setting gefiel sofort, aber man merkt dem Film deutlich an, daß er die Handlung sehr komprimiert wiedergibt.


Im Reformationsjahr muß man sich ja auf jeden Fall ein bißchen mit Luther auseinandersetzen, sagte ich mir – immerhin war die Reformation eine wichtige Sache, und nebenbei erhalten wir in diesem Jahr einen Feiertag. (Müßten die Ultrakatholiken wie jener, der im letzten Akademischen Monatsblatt diesen bizarren Leserbrief veröffentlichte, nicht aus Prinzip dieses Privileg verweigern?) Da wieder einmal Amazon mir regelmäßig eine Luther-DVD empfahl, nur eben dann nicht, als ich drauf wartete, klickte ich ein bißchen rum; nicht sicher, daß ich wirklich die richtige Verfilmung erwischt habe. 1983 entstanden zu Luthers Geburtstag zwei deutsche Verfilmungen, nämlich Ost und West. Die östliche konnte logischerweise mit Originalschauplätzen aufwarten und war länger, ein Fünfteiler. Trotz lobender Stimmen verzichtete ich auf dieses Sehvergnügen, denn ich habe mir irgendwann den Magen an DDR-Produktionen mit ihren ständigen Parteischlagworten und ihrer Schwarz-weiß-Darstellung der Dinge verdorben. Sicher: Wenn ein Film durch die Zensur kommen wollte, mußte er halt den Sozialismus propagieren. Oder vielleicht *dachten* die Macher auch nur alle, dem wäre so, und die Zensur hätte es gar nicht gestört, wenn… Aber da fängt das Gehirn an zu rotieren.
Also: Die Entscheidung fiel für die West-Produktion, einen Zweiteiler. Die Kulissen sind minimalistisch, was der Sache keinen Abbruch tut. Auffallend an dieser Verfilmung ist, daß sie sich sehr auf die katholische Sicht der Dinge konzentriert und somit einen interessanten Kontrapunkt bildet: Gab es nicht sehr lebensnahe Gründe für das Verhalten der katholischen Kirche? Entgingen Luther vor lauter Eifer nicht einige logische Folgen seiner Lehre? Inwieweit schrieb man von katholischer Seite das Fehlverhalten der protestantischen Fürsten Luther zu? Ganz gleich, wie man also zu der Entwicklung steht, einige spannende Denkanstöße.


Inherit the Wind, ein Film, den ich schon seit Ewigkeiten mal sehen wollte. Er basiert auf einem Bühnenstück, was man merkt, und das Bemerkenswerteste an ihm ist sicherlich Gene Kelly als zynischer Reporter – meilenweit von seinem Strahlemann-Image entfernt. Statt, wie man vermuten könnte, ein Paradestück über die Dummheit der hinterwäldlerischen Kreationsgläubigen zu sein, geht es Inherit the Wind um ganz andere Dinge. Natürlich: Es wird einem schon angst und bange angesichts der bewußten Verweigerung jeglicher wissenschaftlicher Erkenntnis mit allen Auswüchsen, die daraus entstehen; nicht zuletzt, da man diese Anschauung ja teilweise auch heute noch antrifft. Aber die Aussagen, die der Film trifft, die Entwicklungen, die sich aus der Handlung ergeben, gehen in andere Richtungen. So steht nicht nur die Intoleranz der religiösen Hardcore-Fraktion am Pranger, sondern auch die Intoleranz der Gegenseite, die genausowenig die Argumentation der anderen verstehen will oder kann. Und auch der Nihilismus will nicht als Antwort überzeugen… Ein bißchen sehr konstruiertes Ende; Spencer Tracey spielt routiniert Spencer Tracey; aber als Denkanstoß durchaus sehenswert.


Diana Gabaldon schöpfte für „The Hellfire Club“, The Private Matter, das in meinen Augen immer noch ungeschlagene The Brotherhood of the Blade und „The Haunted Soldier“ kräftig aus Rictor Nortons Mother Clap’s Molly House – The Gay Subculture in England 1700-1830, das ich mir nun endlich mal über Fernleihe beschaffte. Eigentlich erwartete ich eine unterhaltsame Lektüre (ja, auch wissenschaftliche Arbeiten können unterhaltsam sein), aber mich beschlich im Laufe des Lesens zunehmend ein übler Verdacht. Daß ein Buch dieses Themas nicht unvoreingenommen ist, war vorauszusehen und als solches kein Problem. Es scheitert auch nicht an der Recherche – Nortons Forschung ist solide. Aber im Eifer des Autors, Homosexualität gegen Angriffe zu verteidigen, weigert er sich hartnäckig, die Möglichkeit von Gewalt in den angeführten Fällen auch nur in Betracht zu ziehen. Es darf in seiner Weltsicht offensichtlich keine homosexuellen Vergewaltiger geben. Selbst wenn die Fälle eine klare Sprache sprechen – die leider bis heute geradezu klassischen Übergriffe von Dienstherren oder Lehrern zum Beispiel -, nie fällt das Wort Vergewaltigung, und Norton amüsiert sich in erster Linie über die cleveren oder dreisten Verteidigungen der Täter gegenüber jeglicher Kritik oder Anklage. Seine Argumentation, Schwule in jener Zeit fühlten berechtigterweise keine Schuld für ihre Homosexualität (wie es in späteren Zeiten der Fall sein würde), weil die Täter in besagten Fällen keine Reue oder Schuldgefühle zeigten, ist so unglaublich, daß mir die Worte fehlen. Klar: Es ist nur eine Vergewaltigung, wenn sich der Täter schuldig fühlt?! Ebenso auffällig ist, daß das Wort „Vergewaltigung“ eben nur in Verbindung mit heterosexuellen Tätern fällt (einzige Ausnahme: Die Vergewaltigung einer Frau durch einen Homo-/Bisexuellen). Denn: Im homosexuellen Milieu kann es das ja nicht geben, das würde ja bedeuten, daß es böse Schwule gäbe – welch Gedanke! (Oder aber hat man als homosexuelles Vergewaltigungsopfer die Klappe zu halten, um kein schlechtes Licht auf die Szene zu werfen?)
Und so landet Norton schließlich folgerichtig beim „Blame the victim“.

It is not easy to identify what motivated some of the parties involved. Mr French was repulsed enough to vomit, but we do not know the ‚inconceivable Particulars‘ of what took place; the length of his stay in Thistlethwayte’s parlour suggests that he was persuaded to participate in some form of homosexual intercourse. The fact that he did not cry out for help, even when Swinton knocked on the door, suggests that he had not been violently attacked. His revulsion came somewhat after the event, probably due to an inner turmoil at having consented to something which people of his middle-class background believed to be quite wrong.

Völlig ignorierend, daß sämtliche zuvor angeführte Quellen eindeutig darauf hindeuten, daß Oxford-Student French genötigt worden war, entweder Dr. Thistlethwaytes Übergriffe zu dulden oder von der Uni zu fliegen. Nachdem Frenchs Freunde ihn (gegen seine begründete Angst vor Repressalien) endlich überzeugt hatten, Schritte zu unternehmen, was ist Nortons Kommentar?

On Saturday morning they brought the matter to the attention of the Vice-Chancellor, who prudently requested a Testimonium concerning Mr French’s character.

[Hervorhebung von mir.]

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Nicht unpraktisch bei meinen sexlustigen Nachbarn auf der anderen Seite der Wohnzimmerwand war die Anschaffung der Fifty Shades Darker-DVD. Home cinema rules!
Der Film ist so lala – es fehlen die Farbstimmungen des ersten Teils (nicht unähnlich dem ersten und zweiten Twilight-Film); sehr amüsant hingegen das Nachholen einiger der klassischen Szenen des ersten Buches, die in dessen Filmadaption nicht gezeigt wurden. Ich sage nur: Liebeskugeln! Und ich bezweifle, daß ich jemals wieder dieses Wort hören kann, ohne an die vollkommen bizarre Unterhaltung zu denken, die ich mit meiner Mutter über das Thema hatte. Das trägt nun nicht gerade zum Erzählfluß bei, aber selbiger fehlte mir auch in der Romanvorlage, von daher… Dennoch werden selbst die wenigen dramatischen Szenen, die das Buch zu bieten hat, gnadenlos heruntergespielt. Es plätschert alles so vor sich hin. Schade, denn der Film hat auch einige eigentlich sehr amüsante Szenen – mehr davon wäre die Lösung!
Was ist auf der Plusseite zu verzeichnen? Dakota Johnson ist schön wie nie und rechtfertigt allein das Ansehen. (Jamie Dornan hingegen hat sich in den Jahren seit Teil 1 nicht ganz so gut gehalten.) Danny Elfman setzt seine gelungene Arbeit fort; überhaupt ist der Soundtrack wieder ausgezeichnet.

Teil 3 folgt wie immer am Valentinstag (2018), und a propos hier noch der Link zum entrüsteten Artikel im PureFlix-Blog: https://insider.pureflix.com/news/old-fashioned-a-christian-alternative-to-50-shades-darker

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Eine der penetranteren Kaufempfehlungen, wenn man die Outlander-DVDs und das Making of-Buch erstanden hat, ist Finding Fraser. Ich hatte es lange Zeit ignoriert, weil Jamie nun so überhaupt nicht mein Held ist (ähnlich wie Edward in Twilight nie zündete). Aber irgendwann hatte ich nichts mehr zu lesen. Das Allan-Ramsay-Buch war schön, konzentrierte sich aber in erster Linie auf seine Techniken. (Ramsay ist einer meiner Lieblingsmaler, seit ich ihn durch das Cover meiner Ausgabe von Richardsons Clarissa kennenlernte.) Ein anderes ist noch im Transit aus Übersee. Aus lauter Verzweiflung knickte ich daher doch ein.
Finding Fraser ist eine Screwball-Komödie, keine Frage, was nicht mein Ding ist. Es mauserte sich aber zusehends und erinnerte mich an moderne Verarbeitungen von Austen-Romanen – Bride & Prejudice, Clueless oder The Jane Austen Film Club fallen ein. Natürlich weiß jede Leserin, daß Heldin Emma ihren Jamie gleich sehr früh gefunden hat, als Schotte auf US-Tour Jack Finlay (JF!) sie in der großartigen Stripperszene rettet. Aber Emma ist halt nicht die Hellste, und überhaupt kann ihr Jamie Fraser doch niemals Jack heißen! Und so braucht es denn viele Irrungen und Wirrungen und viele Anspielungen auf die literarische Vorlage (Emmas „Rettung“ von Jack aus seinem unfreiwilligen „Verlies“ ließ mich herzlich lachen) und deren Fans, bis es zum Happy End kommt. Das Beste sind zweifellos die Blogeinträge samt Kommentaren aus aller Welt… wobei ich leider anmerken muß, Emma, daß die deutsche Kommentatorin definitiv ein Fake ist – daß sie „Deutschland“ nicht schreiben kann, ist heutzutage vielleicht nicht mehr so ungewöhnlich, aber ihr Screenname macht nicht den geringsten Sinn.
Leider hält das Buch diesen Level nicht beständig durch. Es gibt sehr, sehr konstruierte Szenen, die nicht einmal Emmas Blödheit überzeugend erklären kann.
Dafür wird Braveheart korrigiert und Mel Gibson durch den Kakao gezogen…

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