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Posts Tagged ‘The Librarians’

(Ellen Moody bezog das in ihrer großartigen Rezension auf Dunkirk, aber es paßt auch prima hier.)

Am Wochenende stand endlich die dritte Staffel The Librarians an, und ich singe weiterhin das Loblied der Serie. Wie bereits berichtet, ist sie weder besonders herausfordernd noch künstlerisch wertvoll, und ihre Special Effects sind mitunter grottig. Sie ist eine Abenteuergeschichte – ein Zitat auf dem Cover der ersten Staffel bezeichnet sie als Kreuzung zwischen Indiana Jones und Doctor Who, und es ist sicher etwas dran. The Librarians macht ganz einfach Spaß, und das, wie ich finde, ist die Stärke der Serie. Nicht ganz so offensichtlich ist hingegen ihre Cleverness. Was sich nämlich als roter Faden durch die drei Staffeln zieht, sind – passend und folgerichtig bei Bibliothekaren als Helden – Geschichten: Nicht nur Literatur, sondern die gesamte menschliche Liebe für Geschichten, in Form von Mythen, Sagen, Märchen, Poesie und damit verbunden auch die verschiedenen Formen des Geschichtenerzählens, wie zum Beispiel im modernen Gewand der Games. Staffel 2 ist besonders stark darin (kein Wunder, bestehen die Gegenspieler unserer Helden doch aus Literaturfiguren), doch auch in Staffel 3 wimmelt es – ich entdeckte unter anderem die Odyssee, Hänsel und Gretel, die Bibel, Asterix und mein Lieblingsmärchen Gevatter Tod. Die vielen Anspielungen auf Buffy schaden ebenfalls nicht.
Ein sehr viel ernsteres Thema der dritten Staffel ist Tod. War Staffel 1 noch themenlos und diente in erster Linie dem Etablieren der Charaktere, konnte man Staffel 2 eindeutig das Grundthema Geschichten zuordnen. In Staffel 3 ist es Tod. Nicht die üblichen lebensbedrohlichen Situationen, in denen sich unsere Helden regelmäßig wiederfinden, sondern sie sehen sich jeder auf seine Weise mit Fragen der Sterblichkeit (oder Unsterblichkeit) konfrontiert.

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Filmwitze über Bibliothekare kennt unser Berufsstand zur Genüge. Schön zu sehen, daß wir dann und wann auch mal Superhelden sein dürfen. Giles aus Buffy ist ein Beispiel; das nette Zombie-Comic der McPherson College Library (pdf derzeit offline) ein anderes; und The Librarians aus der gleichnamigen, auf dem Filmdreiteiler The Librarian beruhenden Serie ein weiteres. Und wie beide mit dem „deutschen“ Übersetzungstitel The Quest belastet wurden, darüber will ich lieber nicht spekulieren. Während unsere Bibliothekare sicher nicht viel über RAK oder RDA wissen, dürfen sie als klassische Heldengruppe immer mal wieder die Welt retten. Ich habe in letzter Zeit anspruchsvollere erste Staffeln gesehen, mit besseren Special Effects, aber The Librarians war die einzige (von The Frankenstein Chronicles abgesehen), bei der ich auch Lust auf die Folgestaffeln hatte.

Inspiriert von The Frankenstein Chronicles schaute ich die Tage wieder einmal Gothic, definitiv einen der interessanteren und sich verhältnismäßig gut gehaltenen Filme der 80er. Er ist nun nicht besonders historisch korrekt, egal, was er vorgibt; aber das ist auch nicht wirklich wichtig. Es ist ohnehin unmöglich zu sagen, wo die „reale“ Handlung in Träume abgleitet und in wessen Träume. Gothic ist eine Phantasie aus Erotik und Horror, und das ist Daseinsberechtigung genug.

Durch Melody Carlsons Newsletter wurde ich auf eine neue Jugendbuchserie aufmerksam gemacht, die allein durch ihre Idee neugierig machte.

What if Jesus was in high school today?
Who would he hang out with?
What would he do?
What would he say?

In Book 1, THE BATTLE BEGINS, the stage is set and introductions are made by none other than Satan himself . . . as he tries to destroy Eli’s mission before it ever begins.
Future episodes will be told from the personal viewpoints of Eli’s fellow students:

MAGGIE, the all-school sleep-around
JUDAS, the super-rich friend, always looking for an angle
MARTHA, the good, uber-religious girl
TOMMY, the pessimistic downer
PETE, the hot-tempered jock with a bad case of foot-in-mouth disease

BEST-SELLING AUTHORS: Bill Myers, Melody Carlson, Jeff Gerke, Krista MGee, and Shawn Hopkins unite their talents to write these thought-provoking novellas of what Jesus would do if he were a teen in today’s world.

For more information go to https://www.amarismedia.com/eli-diaries

Ich mag Melody Carlsons Bücher sehr. Sicher, sie ist eine Vielschreiberin, daher wiederholt sich nach einer Weile alles; aber im Gegensatz zu ihren Kollegen weicht sie „unangenehmen“ Themen nicht aus. Lynn Austin beispielsweise ist ein Paradebeispiel dieses Musters der christlichen Schreibe. Melody Carlson hingegen ignoriert die Probleme der Welt nicht und wiegelt sie auch nicht ab – ja, in ihren Büchern begehen selbst Christen Selbstmord, das date rape wird nicht in letzter Sekunde verhindert, homosexuelle Mitschüler sind weder die Bösen noch bekehren sie sich am Ende, und sie schrieb sogar eine Heldin mit „übernatürlichen“ Fähigkeiten. Eine unbequeme christliche Autorin, und das macht sie so lesenswert, selbst wenn sich ihre Plots vom nichtchristlichen Standpunkt immer noch sehr brav und bekehrend lesen. Keine Frage also, daß diese in einer Parallelwelt angesiedelte Buchreihe auf meiner Vormerkliste landete.

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