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Posts Tagged ‘Terry Brooks’

In Planung ist ein Artikel, wohl fürs Autorenblog: „Die neue Religiosität in Hollywood“. Kein Beitrag über christliche Filme, sondern über die Ballung christlicher Motive in Filmen und Serien während der letzten Jahre. Da alle künstlerischen Trends ein Zeichen ihrer Zeit sind, frage ich mich, ob das auch für andere Religionen zutrifft. Falls jemand etwas weiß, bitte melden.

Unter anderem in meinem Stapel abzuarbeitender DVDs und Bücher: Agents of S.H.I.E.L.D., Staffel 4 + 5, Supergirl, Staffel 3, sowie jede Menge Lawrence und verwandte Thematik.
Nachdem Agents 3 die mangelhafte 2. Staffel ausgeglichen hatte, wollte ich ja nun wissen, wie es gerade in Hinsicht auf Infinity War weiterging – stelle mir die Planung schwierig vor. Staffel 4 ist insbesondere in der ersten Hälfte ausgezeichnet und greift – daher der Eingangsabsatz – die christliche Symbolik der 3. Staffel wieder auf. Mit etwas Terry Brooks gemischt, großartig! Danach wird’s schwächer. Mindfuck-Episoden treten in jeder Serie dann auf, wenn Fonzies Hai übersprungen ist. Kein gutes Zeichen also. Ebenso, wenn eine Serie anfängt, sich selbst auf die Schippe zu nehmen. Das passiert bereits in Staffel 4 und nimmt in Staffel 5 erheblich zu. Sie hat ihre Momente, kein Zweifel. Yoyo nimmt zum ersten Mal eine zentrale Rolle ein und rettet die fünfte Staffel, gemeinsam mit den wiederkehrenden Agenten der zweiten Liga. Komponist Bear McCreary, seit Outlander immer wieder gern gehört, verzerrt das Titelthema in eine kaum wiedererkennbare Form – mir fiel’s nur auf, weil er eben diesen Trick auch bei Outlanders „Stone Theme“ anwandte. Die Framework-Variante in Staffel 4 ist einfach bizarr; die – oh, das muß jetzt einfach sein – „Zukunftsmusik“ in Staffel 5 macht starke Anleihen bei dem phantastischen Blade Runner 2049-Score.
Aber alles in allem ließ mich Staffel 5 ratlos zurück. Zeitreisen sind immer eine unlogische Angelegenheit, aber Doctor Who beispielsweise hatte sehr viel sinnmachendere Plots. Ich verstehe immer noch nicht, wie unsere Helden nun eigentlich die Schleife durchbrochen haben. An Coulson kann es nicht gelegen haben, obwohl das nahegelegt wird, aber die Handlung spricht dagegen. Ebenso rätselhaft ist der Masken-Tick der Ausstattung. Er dient keiner Symbolik – wäre es um Masken im übertragenen Sinne gegangen, wunderbar! Aber so läuft ganz einfach jeder mit einer Maske herum. Warum auch immer. Talbot als unbeabsichtigter Superschurke hingegen hat was.

Und a propos, „Talbot“ und „Piper“ finden sich in ähnlichen Rollen im DC-Universum wieder, nämlich als Agentin zweiter Liga auf Supergirls Seite sowie als Schurke (wenn auch nicht Super-) in Staffel 3. Und, Überraschung, die christliche Symbolik ist da! Leider auch der bereits in Staffel 2 erkennbare Trend zur Soap. Supersoap. Beste Folge der Staffel ist „Midvale“, über Karas und Alex‘ ersten Fall und ihre nicht ganz einfachen Anfänge als Schwestern; Brainy bereichert das Team, obwohl man sich des Eindrucks nicht erwehren kann, daß die Legion of Superheroes hier ein breites Sprungbrett für ihre eigene neue Serie bekam. Unsinnig, aber immerhin vollkommen im Modus der Comics sind die Wiederkehr sowohl J’onns Vater als auch Karas Mutter.
Das diesjährige DC-Crossover hat gegenüber seinem Vorgänger erheblich zugelegt. Das Zusammenspiel der Charaktere ist hervorragend, wobei Alex und Sarah natürlich den Vogel abschießen, die Handlung ist rund, und endlich, endlich, hurra!: Eine Serie (mehrere Serien? Ein Seriencrossover?) hat sich getraut! Bedeutete bis dato (ich meckerte hier bereits darüber und könnte noch so viel mehr sagen) Homosexualität ausschließlich zwei heiße Frauen, so hat Crisis on Earth X endlich den Mut, nicht nur ein männliches Pärchen aufzubieten, sondern dabei auch einen schwulen Superhelden.

Und dann hat’s, kaum weniger verwirrend als S.H.I.E.L.D.s Zeitreise, die Lawrence-Literatur. „Consistency for Lawrence was a matter of the utmost inconsequentiality“, schreibt Rodney Legg in Lawrence in Dorset. „It was to be his lasting joke at the expense of historians and his annual biographers who are accustomed to taking such things seriously.“ Und er hat recht. Nichts paßt wirklich zusammen. Es ist kein Wunder, daß Philip Walker in seinem wunderbaren Erstlingswerk Behind the Lawrence Legend – The Forgotten Few Who Shaped the Arab Revolt offen sagt, Lawrence sei unerklärbar. Man kann sich einzelnen Facetten seiner Persönlichkeit nähern, aber niemals der Gesamtheit, ganz gleich, was manche Forscher glauben. Natürlich hilft es nicht, wenn beispielsweise Legg Quellenangaben für überflüssig hält… und das in einem Werk, das Quellen aufführt, die vorher und seitdem von niemandem beachtet worden zu sein scheinen!
Nichtsdestotrotz, speziell Walker, aber auch Michael Asher oder all die interessanten Beiträge im diesjährigen T. E. Lawrence Society Symposium, zeigen Forschung mit Herzblut und Entdeckerfreude. Ich erkenne meine beste Marta-Zeit darin wieder. Es macht mich glücklich zu sehen, daß diese Art Forschung existiert, und gleichzeitig bricht es mein Herz. Seit Jahren suche ich nach einer neuen Richtung für mein Leben, denn da ist nichts, das es auszufüllen scheint. Nachdem ich Walkers Buch zu Ende gelesen hatte, schrieb ich in mein Tagebuch:

[I]ch weiß, was ich will, und es ist Recherche. So sehr. Das ist es, was mir Freude macht.
Was soll ich tun?

Und das ist das grundlegende Problem in meinem Leben. Nichts paßt zusammen. Ganz ohne Lawrencesches Lügengebilde. In meinem Beruf hat Forschung keinen Platz, und ich kann Forschung nicht zu meinem Beruf machen, weil mir eine hochtönende Qualifikation fehlt, ohne die ich immer als Laie abgestempelt bleibe. Eine entsprechende Qualifikation, spricht Studium, nachzuholen ist unmöglich, weil ich nun einmal finanziell auf meinen Job angewiesen bin. (Selbst die Recherche zu Martas Biographie kostete mich eine Menge Erspartes.)
In jedem Fall. Ich genieße auch die Forschung aus zweiter Hand, grolle über unsinnige Schlußfolgerungen oder das Ignorieren von anderen Quellen und schreibe Anmerkungen für niemanden zu beispielsweise Oliver Stallybrass‘ Einleitung zu E. M. Forsters The Life to Come and Other Stories, in der er sich über Lawrences Reaktion – Gelächter – zur Titelgeschichte wundert… offenbar ohne sich über die frömmelnde, heuchlerische Situation in seinem Elternhaus belesen zu haben, die so ausgezeichnet zu Forsters Werk paßt. Oh, ja, und ich vermute, Lawrence hat sich wie immer nicht die Mühe gemacht, seinem Freund diesen Hintergrund zu erläutern.

The Life to Come and Other Stories jedenfalls ist eine Lektüre wert. „Dr Woolacott“, das Lawrence so in seinen Bann geschlagen hatte (er schrieb einen bemerkenswerten Brief darüber an Forster), gehört zu den hervorstechenden Geschichten, ebenso das sehr viel direktere „Arthur Snatchfold“. „The Obelisk“ bewahrt sich seine wahre Überraschung für den Schluß auf – großartig! Bitterböse und ungemein erotisch „The Torque“. „The Other Boat“ ist nicht nur schreibtechnisch interessant (wiederverwertete Fragmente), sondern auch eine auf vielen Leveln funktionierende Gesellschaftskritik.

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Nachdem ich nun kürzlich einen zweiten Auflauf auf Bearers of the Black Staff gestartet und verblüfft festgestellt hatte, daß meine Erinnerungen an Versuch 1 so überhaupt nicht stimmten, wollte ich natürlich wissen, wie’s ausgeht. Und das führte zu interessanten Erkentnissen.

The Measure of the Magic erschien 2011, also zu einem Zeitpunkt, zu dem eine gewisse sehr erfolgreiche Fantasy-TV-Serie gerade begonnen hatte, die Welt zu erobern. Und mit deren literarischer Vorlage Terry Brooks sichtlich vertraut war. So schwelgt Measure fast schon nostalgisch (so viele Anleihen gab es seit Sword nicht mehr) in fremden Gefilden. Mal sehen: Wir haben die schöne, aber kalte und ambitionierte Königin, die mit Unterstützung ihres Liebhabers ihren Ehemann ermorden läßt und diese Tat ihrer Stieftochter in die Schuhe schiebt, um sich selbst zur Herrscherin zu machen. Wir haben den religiösen Eiferer und seine Schäfchen, die ihrerseits Machtgelüste pflegen. Wir haben die Barbarenhorden vor den Toren – okay, es sind Trolle, aber mal ehrlich… Wir haben das Mädchen, das sein Augenlicht verliert. Und wir haben die Prinzessin/rechtmäßige Königin, die einen Drachen in die Schlacht reitet. Super! Nicht zu vergessen, daß Measure für einen Brooks-Roman extrem finster ist und eine hohe Sterberate nicht nur unter der kämpfenden Bevölkerung wie sonst aufzuweisen hat.

Zum Glück gibt’s dann aber auch eigenständige Elemente, die die Handlung der Übergangszeit zwischen alter und neuer Welt weiterführten. Measure läßt den Leser mehr oder weniger unvollendet an der Schwelle der Entstehung der Vier Länder zurück, und mir will scheinen, daß eine Hintertür offengelassen wurde, um Terry Brooks bei Bedarf eine Rückkehr ins Shannara-Universum zu ermöglichen. (Nach dem Ende der aktuellen Trilogie ist ja zumindest mit der fortlaufenden Handlung Schluß.) Legends of Shannara ist also weniger ein Zweiteiler als vielmehr eine Reihe, die mehr als genug Zeit und Raum bietet, um noch jede Menge Abenteuer bis First King zu enthalten.

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Having just finished the Shannara TV series for the second time, I’m feeling somewhat charitable towards it. I still think it’s trying to be Game of Thrones, but just as The Vampire Diaries tried to be Twilight and failed, The Shannara Chronicles fail their lofty goal. While Season 1 at least stays halfway true to its literary source, Season 2 is what I have given the unofficial title The Potpourri of Shannara: Take lots of ideas from all over the novels, even if the events and characters are hundreds of years apart, toss them around for a bit, season with stuff that has nothing whatsoever to do with the novels and serve… well… lukewarm. Yet, I’m starting to concentrate on the things that actually work instead of the many things that don’t work.

The visuals (aside from some pretty bad CGI) keep the viewer much more in touch with our modern world, which has become the ancient world for the characters, than the books ever did. The readers are aware of the old world, of course, but the focus is always on the fantasy aspects. I like the blending of old and new, of technology and magic, that the TV series offers.

The characters, well, they are usually far from their book counterparts. Maybe that’s why I have a liking for the TV characters that are either non-existent or not very developed in the novels. Love what they’ve done with Cogline (who I could never relate to in the books)! Love the Dagda Mor, weirdly enough, who actually has stage presence. Even if I still snicker at the sheer amount of dialogue he has in a language that no one understands and that isn’t subtitled. You can’t go wrong with John Rhys-Davis as Eventine. Possibly the only character that bears any resemblance to its book counterpart is Allanon who is, of course, a show stealer. If The Shannara Chronicles have any central character, it’s him. And then there’s basically the only other character that makes the series worth watching for me: Bandon. I’m pissed off that the writers didn’t utilise him more. I mean, him being a non-Brooks character, he is the prime example of a Brooks character in the whole TV series! Well thought out, well developed, conflicted, walking the „perilous ledge between darkness and light“, literally going through hell and falling prey to the lure of his immense magical talent. He is Brin Ohmsford and young Allanon, Tay at the Chew Magna, the Ilse Witch and Brona, even John Ross in A Knight of the Word, all rolled into one. He is a grey character to the end, which means there were any number of ways to develop him further. He would have made an excellent antagonist. He would have made a wonderful tragic antihero. He could have become an unpredictable ally of our heroes. His could have been a great story of redemption. Bloody hell, I would have loved to see him help take out the Warlock Lord, maybe only to take his place. And the tattered robe look is simply iconic.
Terry Brooks‘ webmaster Shawn Speakman once published his lovely account of his first attempt to write a fantasy novel. Test reader Brooks gave his constructive criticism in the form of two important questions: „Who is the main character? And who is the most interesting character?“ Sadly, the series writers neglected to ask themselves those questions. This is basic stuff in their profession! Keep the interesting characters and kick out the rest.

The ancient ruins of Seattle, a nice little nod to author Terry Brooks.

I may not be the most faithful fan of Terry Brooks‘ books in the sense of reading everything. I stopped reading the ongoing narrative after The Voyage of the Jerle Shannara because to me, as a fan of Brooks‘ quality work, it was a big disappointment. It concentrated on the wrong things and only delivered what had been delivered dozens of times before. That is actually something that bugs me a lot about Brooks‘ work: It could so easily be better instead of simply being safe. He didn’t play it safe with the Word/Void trilogy, and while they may not be his most successful books, they are among his best.
But I consider myself a fan. I discovered the Shannara books at the tender age of 17 when I started my training at the town library of Göttingen. The first book I read was The Wishsong of Shannara in its strange German incarnation of the time – the publishing house split the novels into three books, as a seemingly clever way to make more money. Didn’t make it too easy to find out the correct reading order. (Hey, that was back in 1995 when the internet was still a very small place. Amazon had just been invented, if you can imagine.)
Anyway, I was hooked. Wishsong has held a special place in my heart ever since, both for nostalgic and quality reasons. I devoured everything Shannara that had been published at that time, switching to English sometime during or immediately after the Heritage tetralogy. So, what are my favourite Brooks books?

The Elfstones of Shannara: One of the Tolkien magazines (Mythlore?) reviewed it much more friendly than Sword back in the day, though it still recognised some borrowed elements – for that reason I smile when fans praise the originality of Elfstones. But they are not completely wrong, and said reviewer agreed. Elfstones has a strong narrative and believable characters. In fact, Wil has been one of my favourite Shannara characters of all times (which is why I didn’t take too kindly to what the TV series did with him in Season 1).

The Wishsong of Shannara: Like I said – nostalgic and quality reasons. A prime example of Terry Brooks‘ talent of writing well-developed characters. Re-reading it, however, after all those years, I also see everything that is wrong with it. There is not a lot of structure going on; many events don’t serve any purpose, don’t further the plot or the character development in any way and appear to be there simply to fill the pages. The characters run around in maze-like buildings and caves and tunnels, fight, and run some more. For long, long chapters. It also doesn’t help that the main characters, the one through whose eyes the reader sees, cannot seem to do the simplest things. Useful abilites and talents are given only to the secondary characters. Brooks would move away from that in later novels („Who is the main character, and who is the most interesting character?“) but a trace of it remains to this day. It’s somehow funny that many Shannara fans critise the Shannara Chronicles TV series for its „teenage angst“ and forget that most Shannara novel heroes and heroines are teenagers with all the behaviour that goes with it.

The Heritage of Shannara tetralogy: Not a favourite of mine at first, but as it progressed I learned to appreciate it. Dark and difficult. Today, I consider it one of Brooks‘ finest works, even though it suffers from the use of established character stereotypes (a common Brooks problem).

First King of Shannara: One of the really great histories of the Shannara universe. To put it into a single novel is simply unforgiveable. As such, First King reads very compressed and very shortened. Sad; because everything is designed to be an epic – the characters, the settings, the events. I can’t forgive Brooks for not making it a trilogy. Or a two-parter, at least. Still, over the years I have come to realise that I can’t get away from that book. It has in Tay one of the most accessible druids of all the novels, and the Chew Magna storyline holds me in thrall to this day. Mareth, of course, is the forerunner of Nest in Running with the Demon.
(For the TV series only watchers: TV-Mareth in her basic idea comes from First King. Naturally, her assumed father is not Allanon (who is just a child at that point) but Bremen; however, the series producers have tinkered with it and given TV-Eretria part of book-Mareth’s parentage. One of many wasted great scenes, sigh.
In turn, non-book character Bandon in Season 1 seems to me to be partly inspired by young Allanon of First King.)

The Word/Void trilogy: Running with the Demon, A Knight of the Word, Angel Fire East. Easily my favourite Brooks books. They weren’t that successful with the fans at first, as they have [had] nothing to do with Shannara, but I always considered that their strength. Insightful, relatable, nostalgic and a prime example of Brooks’ fully developed characters.
Back in the day, I was very disappointed with A Knight of the Word. I still consider it the weakest book of the trilogy. It doesn’t really deliver what it promises, and its villain is all too obvious. But over several re-reads I have come to see its strength in unexpected areas, mainly its social and spiritual aspects and the wonderful development of the relationship between Nest and John.
Angel Fire East is, of course, a modern Christmas story with strong imagery, sometimes even iconography.

The Genesis of Shannara: And then there were the fans. Spotting some possible connections between the stand-alone Word/Void trilogy and the Shannara series, they started asking about it. And as Terry Brooks, I suspect, liked the idea of doing something radically different (who wouldn’t?), he finally gave in. The result was the apocalyptic Genesis of Shannara trilogy, Armageddon’s Children (no relation at all to the use of that expression in the Shannara TV series), The Elves of Cintra and The Gypsy Morph. Love it.

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2 [sing.] a mixture of various things that were not originally intended to form a group: a potpourri of tunes
Oxford Advanced Learner’s Dictionary, Seventh edition

The Shannara Chronicles sind Game of Thrones´ Antwort auf The Vampire Diaries. Waren die Macher der Diaries stets bemüht, Twilight zu geben, bemühen sich die Macher der Chronicles, GoT zu produzieren. Leider vergessen beide, daß sie mit nicht dazu passenden Materialien arbeiten. Junge, Junge. Das Ende der ersten Staffel der Chronicles versprach coole Möglichkeiten. Warum zum Geier verschenkt man das und begibt sich auf das Groschenheftniveau der Diaries? Es erstaunt mich immer wieder, wie zielsicher die TV-Serie an wirklich allen großen Momenten der Bücher vorbeisegelt.
(Oder wie ein Shannara-Fan auf Terry Brooks‘ Website kommentiert: Was there a conscious, deliberate effort to eliminate every bit of excitement from the books?)

Gewiß: Es hat auch einen nicht zu unterschätzenden Unterhaltungsfaktor. Staffel 2 ist natürlich Erkennen Sie die Melodie?, oder wie immer das amerikanische Pendant lauten mag. Man erkennt die einzelnen Elemente der Handlung und kann dann fröhlich zuordnen, aus welchem der sich über hunderte von Jahren erstreckenden Romane sie entnommen sind. (Ich zählte zurück bis in die Word/Void-Trilogie.) Ernsthaft? Sie bringen das Schwert von Shannara und den Warlock Lord mit ein und ignorieren komplett die entscheidende Aussage dabei? Aua, aua, aua, sage ich nur. Das war das einzig Originelle an Terry Brooks‘ Erstling The Sword of Shannara!

Daß streckenweise versucht wird, The Lord of the Rings zu kopieren, ist erlaubt, nahm Sword doch dort seinen Anfang. Brooks hat dazugelernt. Die Serienmacher leider nicht. Was hätte man aus Bandon machen können! (Und Brooks hätte!) Einen interessanteren Antagonisten findet man so schnell nicht. Ich sah so viele Richtungen, in die man ihn hätte entwickeln können. Und The Crimson – wenn man schon aus sämtlichen Romanen zusammenklaut, wäre hier die wunderbare Chance für die Widersacher aus der Scions-Tetralogie gewesen! Argh!
Es gibt diese schöne Geschichte, die Brooks‘ Webmaster (Webdruid) mal erzählte: Sein erster Versuch, einen Roman zu schreiben. Probeleser war natürlich Terry Brooks. Und dessen konstruktive Kritik lief auf die Frage hinaus: „Wer ist die Hauptfigur? Und wer ist die interessanteste Figur?“ Vielleicht sollten die Serienmacher daraus lernen.

(Fankommentar: [A]fter enjoying the season up until the last episode, found that after killing off […] certain characters I don’t think I will watch if there is a next season.)

Die Anleihen bei Dracula hingegen waren nett. Und ich bin begeistert, was sie aus Cogline gemacht haben. Überhaupt liegt in dem Zusammentreffen von alter und neuer Welt die visuelle Stärke der Serie. Auf Relikte aus den Zeiten vor den großen Kriegen stößt man in Brooks‘ Büchern zwar oft, aber der Schwerpunkt liegt auf Orten der Magie, auf zerfallenden Festungen, gefährlichen Bergpfaden, auf Sümpfen und Wäldern, in denen die Gefahr lauert. Die Serie bringt die „vergessene Welt“ sehr sichtbar in Erinnerung.

Um ebenfalls zu zitieren: „Don’t you just love being right?“ Kaum darüber geschrieben, schon kann ich ein neues Beispiel hinzufügen. Homosexualität in Serien bleibt weiblich. Wie überflüssig war das denn?

Nebenbei glaube ich nicht, daß die Fans den Machern jemals Gareth Jax verzeihen. Er ist einer der beliebtesten Shannara-Charaktere aller Zeiten. Und was wurde in der Serie daraus gemacht?

Die Frage bleibt offen, was die Macher bei dem Verschleiß von Themen spätestens in Staffel 4 tun wollen. Vielleicht führen sie endlich mal die bislang vermißten Zwerge ein…

Terry Brooks hat ja auch eine Weihnachtsgeschichte geschrieben, nämlich Angel Fire East. Wird oft nicht als solche erkannt, aber die Zeichen sind eigentlich nicht zu übersehen. Nicht nur ist der dritte und letzte Teil der Word/Void-Trilogie zur Weihnachtszeit angesiedelt, er enthält auch alle entscheidenden Zutaten. Man achte mal drauf!
Ich bin geteilter Meinung, was die nachträgliche Einbindung der Trilogie in die Shannara-Reihe angeht. Ohne Zweifel paßt es; aber ich mochte die Eigenständigkeit der Trilogie. Dann wiederum: Die Ankopplung bescherte uns den Genesis of Shannara-Dreiteiler, ich kann also eigentlich nicht meckern…

Müßte ich mal wieder lesen.

Leider war danach Brooks‘ Originalität wieder ausgeschöpft. Ich hatte große Hoffnungen für die Folgeromane – die Entstehung der Vier Länder, die Einberufung des ersten Konzils, vielleicht Bronas Geschichte, all das. Aber nö, Brooks spielte die Voyage-Karte aus. So benannt nach The Voyage of the Jerle Shannara, dem ersten Roman nach der starken Scions-Tetralogie. Versprach unglaublich viel und fiel platt auf die Nase wegen falscher Prioritäten.

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Weit im Verzug, aber ich sah ehrlich gesagt keine Notwendigkeit, es zu beschleunigen. Sah nun die erste Staffel der Shannara Chronicles. Ich bin ein langjähriger Shannara-Fan, oder vielleicht sollte man sagen, ich war vor Jahren Fan und bin es aus Nostalgie noch, gab aber das Lesen irgendwann auf, weil die Originalität verschwand. Es war das Rechenzentrum, kann ich berichten. Was freute ich mich auf die Begegnung einer ins Archaische zurückgefallenen Kultur mit einer „modernen“ Rechenanlage! Extra dafür schleppte ich mich durch eine wirklich zähe Handlung. Und was war? Das ganze diente nur als Kulisse für eine Kampfszene. Buh!
(Ich stieg dann vor ein paar Jahren kurzzeitig für den ausgezeichneten, finsteren Genesis of Shannara-Dreiteiler wieder zu, der die Word/Void-Serie mit Shannara verband… und stieg schnell wieder aus, als Folge-Prequel-Roman Bearers of the Black Staff mich ganz furchtbar langweilte.)
Aber bis dahin genoß ich durchaus die im wörtlichen und übertragenen Sinne magische Welt der Romane. Anno domini 1996 startete ich nicht, wie sich’s eigentlich gehört, mit The Sword of Shannara, sondern mit Buch 3 der Reihe, The Wishsong of Shannara, und im Nachhinein bin ich sehr froh darüber. In Buch 3 hatte Autor Terry Brooks seine Stimme gefunden. Sein großes Talent, die Charakterisierung seiner Figuren, ist hier am deutlichsten von wohl allen Shannara-Romanen zu erkennen. Außerdem, logisch: Wishsong hat Gareth Jax. Was gibt es darüber hinaus zu sagen?
(Für Nichtkenner: Der Waffenmeister ist die wohl bis heute beliebteste Figur aller Shannara-Romane.)
Sword dagegen ist, was Brooks wahrscheinlich als Jugendsünde bezeichnen würde, hätte es ihm nicht einen solchen Erfolg eingebracht und seine Karriere gestartet. Man erkennt noch extrem deutlich die Anleihen bei The Lord of the Rings. Kein Wunder also, daß alle Filmplanungen (ja, es gab sie schon einige Jahre vor der Serie), bei Buch 2, The Elfstones of Shannara, anfingen – und ja nun auch für die Serie so umgesetzt wurden. Elfstones hat bereits eine große Eigenständigkeit, und man erkennt schon deutlich Brooks’ Markenzeichen in der sehr differenzierten Darstellung seiner drei Hauptfiguren. Im Gegensatz zu Sword ist Held Wil kein Luke Skywalker, sondern ein sehr besonnener und sanfter junger Mann, etwas, das ihn von Anfang an zu einem meiner Shannara-Lieblingshelden aller Zeiten gemacht hat. Gerade die Idee, ihn als einen Heiler zu schreiben, ist ein großartiger Bruch mit gängigen Klischees.

Die erste Staffel der Shannara Chronicles nun hat herzlich wenig mit der Romanvorlage zu tun – man erkennt noch in groben Zügen die Handlung, aber das war auch das. Dennoch störte ich mich gar nicht so sehr daran. Ich habe schon vor einiger Zeit aufgegeben, eine filmische Umsetzung als eine Entsprechung oder einen Ersatz für ein literarisches Werk anzusehen, sondern sehe sie vielmehr als eine Ergänzung.

Daß sie kräftig aufgesext wurde, ist der aktuellen Serienmode geschuldet. Wer trat das los, The Tudors? Ich finde das meist irgendwo überflüssig, da es Serien nur in den seltensten Fällen bereichert, aber offenbar glauben alle Macher, Nacktheit einbringen zu müssen. Sei’s drum. In Dominion strich man es für die zweite Staffel schon wieder extrem zurück, weil, wie gesagt: Es erfüllt keinen Zweck für die Handlung und ist zu wenig, um als Selbstzweck zu dienen.
Was ich als Fan hingegen sehr schätzte, waren die kleinen, feinen Erwähnungen der Vorgeschichte Sword – gar kein großes Eingehen auf Details und so, sondern einfach im Nebensatz fallengelassene Namen und Ereignisse. Sehr nett! Gleiches gilt für das Setting als solches: Bis zur Mitte der Staffel weiß der nicht vorbelastete Zuschauer nicht, in was für einer Welt sich die Charaktere überhaupt bewegen oder was deren Vorgeschichte ist. Nur wer hinschaut, findet in den opening credits alles kompakt zusammengefaßt. Ich war begeistert!

Mangelndes Budget führte leider dazu, daß vieles in, hm, abgespeckter Form gezeigt werden mußte. Extrem betroffen waren beispielsweise Paranor und natürlich Amberles Verwandlung. Die Dämonenhorden, die hier quasi als Ork-Platzhalter verwendet wurden, überzeugten auch nicht gerade. Und die reine Serienerfindung „Elfenjäger“ ließen mich schlichtweg laut lachen: Diese Aufmachung traf man in vielen SciFi/Fantasy-Filmen der guten alten 80er Jahre an. Es kommt eben alles wieder.

In Sachen Charaktere und Besetzung waren es ausgerechnet die unerwarteten Kandidaten, die mich für sie gewannen. John Rhys-Davies wäre so ziemlich der letzte gewesen, den ich als Eventine vermutet hätte, aber im Kontext der Serie gefällt er. Marcus Vancos Bandon, der überhaupt nicht in der Romanvorlage auftaucht(!), mauserte sich zu meinem Lieblingscharakter – in Staffel 2 dürfte er vermutlich als tragischer Oberschurke dabei sein, vielleicht in der Tradition von Brin Ohmsford am Ende von Wishsong. Eventuell, wenn die Macher ein bißchen was drehen, könnte aber auch die Handlung von Sword hier ganz gut verwendet werden. Bandon als Brona, Wil als Shea… ja, ich sehe die Möglichkeiten.

Wie der Meister himself schreibt:

A few clues to share. Last year’s survivors – Wil, Allanon, Eretria and Ander, for starters – will be back to carry on the story. A few others from last year just might reappear, as well. There will be a number of new characters, some of them familiar to you from reading the books. But those you know from the books will be changed to allow for time and age and such to make it feel authentic. The settings will be different. The story will be original but will harken to plotlines you all know.
Now that’s all I am going to say. You have to trust me when I tell you I am comfortable with what is being done – setting Season Two at the end of Elfstones and before the events of Wishsong. Once again, you might think you know where things are going. But you might be seriously wrong.
(http://terrybrooks.net/2016/09/brooksblog-an-update-in-all-things/)

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