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Posts Tagged ‘Supergirl’

In Planung ist ein Artikel, wohl fürs Autorenblog: „Die neue Religiosität in Hollywood“. Kein Beitrag über christliche Filme, sondern über die Ballung christlicher Motive in Filmen und Serien während der letzten Jahre. Da alle künstlerischen Trends ein Zeichen ihrer Zeit sind, frage ich mich, ob das auch für andere Religionen zutrifft. Falls jemand etwas weiß, bitte melden.

Unter anderem in meinem Stapel abzuarbeitender DVDs und Bücher: Agents of S.H.I.E.L.D., Staffel 4 + 5, Supergirl, Staffel 3, sowie jede Menge Lawrence und verwandte Thematik.
Nachdem Agents 3 die mangelhafte 2. Staffel ausgeglichen hatte, wollte ich ja nun wissen, wie es gerade in Hinsicht auf Infinity War weiterging – stelle mir die Planung schwierig vor. Staffel 4 ist insbesondere in der ersten Hälfte ausgezeichnet und greift – daher der Eingangsabsatz – die christliche Symbolik der 3. Staffel wieder auf. Mit etwas Terry Brooks gemischt, großartig! Danach wird’s schwächer. Mindfuck-Episoden treten in jeder Serie dann auf, wenn Fonzies Hai übersprungen ist. Kein gutes Zeichen also. Ebenso, wenn eine Serie anfängt, sich selbst auf die Schippe zu nehmen. Das passiert bereits in Staffel 4 und nimmt in Staffel 5 erheblich zu. Sie hat ihre Momente, kein Zweifel. Yoyo nimmt zum ersten Mal eine zentrale Rolle ein und rettet die fünfte Staffel, gemeinsam mit den wiederkehrenden Agenten der zweiten Liga. Komponist Bear McCreary, seit Outlander immer wieder gern gehört, verzerrt das Titelthema in eine kaum wiedererkennbare Form – mir fiel’s nur auf, weil er eben diesen Trick auch bei Outlanders „Stone Theme“ anwandte. Die Framework-Variante in Staffel 4 ist einfach bizarr; die – oh, das muß jetzt einfach sein – „Zukunftsmusik“ in Staffel 5 macht starke Anleihen bei dem phantastischen Blade Runner 2049-Score.
Aber alles in allem ließ mich Staffel 5 ratlos zurück. Zeitreisen sind immer eine unlogische Angelegenheit, aber Doctor Who beispielsweise hatte sehr viel sinnmachendere Plots. Ich verstehe immer noch nicht, wie unsere Helden nun eigentlich die Schleife durchbrochen haben. An Coulson kann es nicht gelegen haben, obwohl das nahegelegt wird, aber die Handlung spricht dagegen. Ebenso rätselhaft ist der Masken-Tick der Ausstattung. Er dient keiner Symbolik – wäre es um Masken im übertragenen Sinne gegangen, wunderbar! Aber so läuft ganz einfach jeder mit einer Maske herum. Warum auch immer. Talbot als unbeabsichtigter Superschurke hingegen hat was.

Und a propos, „Talbot“ und „Piper“ finden sich in ähnlichen Rollen im DC-Universum wieder, nämlich als Agentin zweiter Liga auf Supergirls Seite sowie als Schurke (wenn auch nicht Super-) in Staffel 3. Und, Überraschung, die christliche Symbolik ist da! Leider auch der bereits in Staffel 2 erkennbare Trend zur Soap. Supersoap. Beste Folge der Staffel ist „Midvale“, über Karas und Alex‘ ersten Fall und ihre nicht ganz einfachen Anfänge als Schwestern; Brainy bereichert das Team, obwohl man sich des Eindrucks nicht erwehren kann, daß die Legion of Superheroes hier ein breites Sprungbrett für ihre eigene neue Serie bekam. Unsinnig, aber immerhin vollkommen im Modus der Comics sind die Wiederkehr sowohl J’onns Vater als auch Karas Mutter.
Das diesjährige DC-Crossover hat gegenüber seinem Vorgänger erheblich zugelegt. Das Zusammenspiel der Charaktere ist hervorragend, wobei Alex und Sarah natürlich den Vogel abschießen, die Handlung ist rund, und endlich, endlich, hurra!: Eine Serie (mehrere Serien? Ein Seriencrossover?) hat sich getraut! Bedeutete bis dato (ich meckerte hier bereits darüber und könnte noch so viel mehr sagen) Homosexualität ausschließlich zwei heiße Frauen, so hat Crisis on Earth X endlich den Mut, nicht nur ein männliches Pärchen aufzubieten, sondern dabei auch einen schwulen Superhelden.

Und dann hat’s, kaum weniger verwirrend als S.H.I.E.L.D.s Zeitreise, die Lawrence-Literatur. „Consistency for Lawrence was a matter of the utmost inconsequentiality“, schreibt Rodney Legg in Lawrence in Dorset. „It was to be his lasting joke at the expense of historians and his annual biographers who are accustomed to taking such things seriously.“ Und er hat recht. Nichts paßt wirklich zusammen. Es ist kein Wunder, daß Philip Walker in seinem wunderbaren Erstlingswerk Behind the Lawrence Legend – The Forgotten Few Who Shaped the Arab Revolt offen sagt, Lawrence sei unerklärbar. Man kann sich einzelnen Facetten seiner Persönlichkeit nähern, aber niemals der Gesamtheit, ganz gleich, was manche Forscher glauben. Natürlich hilft es nicht, wenn beispielsweise Legg Quellenangaben für überflüssig hält… und das in einem Werk, das Quellen aufführt, die vorher und seitdem von niemandem beachtet worden zu sein scheinen!
Nichtsdestotrotz, speziell Walker, aber auch Michael Asher oder all die interessanten Beiträge im diesjährigen T. E. Lawrence Society Symposium, zeigen Forschung mit Herzblut und Entdeckerfreude. Ich erkenne meine beste Marta-Zeit darin wieder. Es macht mich glücklich zu sehen, daß diese Art Forschung existiert, und gleichzeitig bricht es mein Herz. Seit Jahren suche ich nach einer neuen Richtung für mein Leben, denn da ist nichts, das es auszufüllen scheint. Nachdem ich Walkers Buch zu Ende gelesen hatte, schrieb ich in mein Tagebuch:

[I]ch weiß, was ich will, und es ist Recherche. So sehr. Das ist es, was mir Freude macht.
Was soll ich tun?

Und das ist das grundlegende Problem in meinem Leben. Nichts paßt zusammen. Ganz ohne Lawrencesches Lügengebilde. In meinem Beruf hat Forschung keinen Platz, und ich kann Forschung nicht zu meinem Beruf machen, weil mir eine hochtönende Qualifikation fehlt, ohne die ich immer als Laie abgestempelt bleibe. Eine entsprechende Qualifikation, spricht Studium, nachzuholen ist unmöglich, weil ich nun einmal finanziell auf meinen Job angewiesen bin. (Selbst die Recherche zu Martas Biographie kostete mich eine Menge Erspartes.)
In jedem Fall. Ich genieße auch die Forschung aus zweiter Hand, grolle über unsinnige Schlußfolgerungen oder das Ignorieren von anderen Quellen und schreibe Anmerkungen für niemanden zu beispielsweise Oliver Stallybrass‘ Einleitung zu E. M. Forsters The Life to Come and Other Stories, in der er sich über Lawrences Reaktion – Gelächter – zur Titelgeschichte wundert… offenbar ohne sich über die frömmelnde, heuchlerische Situation in seinem Elternhaus belesen zu haben, die so ausgezeichnet zu Forsters Werk paßt. Oh, ja, und ich vermute, Lawrence hat sich wie immer nicht die Mühe gemacht, seinem Freund diesen Hintergrund zu erläutern.

The Life to Come and Other Stories jedenfalls ist eine Lektüre wert. „Dr Woolacott“, das Lawrence so in seinen Bann geschlagen hatte (er schrieb einen bemerkenswerten Brief darüber an Forster), gehört zu den hervorstechenden Geschichten, ebenso das sehr viel direktere „Arthur Snatchfold“. „The Obelisk“ bewahrt sich seine wahre Überraschung für den Schluß auf – großartig! Bitterböse und ungemein erotisch „The Torque“. „The Other Boat“ ist nicht nur schreibtechnisch interessant (wiederverwertete Fragmente), sondern auch eine auf vielen Leveln funktionierende Gesellschaftskritik.

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Supergirl Season 2 krankt ein bißchen an zu viel Beziehungsdrama, hat aber definitiv ihre Momente. Neues Chef-Ekel Snapper dürfte sicherlich der Knüller unter den neuen Charakteren sein, wobei auch die kleinen Alien-Rollen wie der ständig in Schwierigkeiten steckende Brian oder „Fish Head“ Kevin, Supergirls Entsprechung von Morn, sehr gefielen. Wie schon in Staffel 1 ist besonders die Metaebene schön, gerade die zahlreichen Anklänge an die jüdischen Wurzeln des dynamischen Erfinderduos Shuster und Siegel. Unschwer zu übersehen ist das aktuelle Zeitgeschehen: Die Verantwortung der Presse, wahrheitsgemäß, unparteiisch und doppelt überprüft zu berichten („The rules are there for a reason“, wie Snapper der bestürzten Kara erläutert), selbst wenn die Realität darin schon immer dem Ideal hinterherhinkte; Flüchtlingspolitik und Fremdenfurcht; und natürlich „Make Daxam great again“. Außerdem ist die Staffel eine Liebeserklärung an das geschriebene Wort, das in einer Folge die Lösung des Problems birgt, und daß man aus Büchern mehr lernen kann als von YouTube… nun ja!
Nett auch, Kevin Sorbo wiederzusehen, der sonst sein Dasein auf PureFlix fristet. Und nachdem vermutlich während Staffel 1 so viel gemeckert wurde, daß Superman nie auftritt (wobei ich den running gag schon sehr lustig fand), startet Staffel 2 gleich mit einer Doppelfolge Doppelpower aus dem Hause El und endet auch damit. (Yess – Frauenpower! Supergirl gewinnt den Zweikampf der Giganten.)

Während es für eine, sagen wir mal, Frauenserie zwar irgendwie paßt, kann ich mir die Anmerkung nicht verkneifen, daß Hollywood wie immer den sicheren Weg in Sachen Sexualität geht. Ich meine, hey, wir haben homosexuelle Charaktere, wie fortschrittlich von uns! Aber blickt man zurück auf Homosexualität in Serien, finde ich in erster Linie die lesbische Variante. Buffy hatte sie. Jessica Jones hatte sie. Supergirl hat sie. Liste beliebig verlängerbar. An die schwule Variante wagen sich die wenigsten heran – Game of Thrones, okay, aber das ist sicherlich nicht, was ich unter gut funktionierender homosexueller Beziehung zwischen Helden der Handlung verstehen würde. Outlander zähle ich gar nicht erst mit, denn Jack Randall ist erstens bisexuell und zweitens ein Sadist, und ich wette, daß wir von John Grey, meinem schwulen Helden ersten Ranges, und seinen Beziehungen nicht viel mitbekommen, es sei denn, er erhielte seine eigene Serie. Male/male ist immer noch ein schwieriges Thema, während female/female als sicher und harmlos durchgeht. Von einer Gleichberechtigung sind wir hier auf so vielen Ebenen weit entfernt.

Absolut nicht sicher und harmlos ist dagegen RuPaul’s Drag Race, eine Serie, die ich wie so vieles durch Caitlín R. Kiernan entdeckte. Reality TV nach altbekanntem Muster (ich frage mich wirklich, warum jeder meint, daß das Standardregelbuch die einzig gültige Autorität ist), aber mit Drag Queens. Großartig. Wäre noch besser, wäre sie nicht so abgekartet. Aber das ist ein Problem des Genres.

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Nachdem ich von Wonder Woman so, nun ja, super-enttäuscht worden war, gab mir die erste Staffel von Supergirl den Glauben an weibliche Superhelden zurück. Obwohl längst nicht so finster und „noir“ wie Jessica Jones, teilt Supergirl die guten Qualitäten dieser Serie, namentlich eben, daß sie den Frauen ihrer Handlung eine Stimme verleiht, sie Frauen sein läßt.
Entsprechend werden Sexismus und Feminismus von verschiedenen Perspektiven betrachtet (es ist großartig, die beiden „Schulen“ des Feminismus‘ wiederzufinden), während die zahlreichen starken Frauen auf beiden Seiten der Gut-Böse-Skala zeigen, was Stärke ist – nämlich nicht nur, den Bösewicht/die Bösewichtin der Woche oder wahlweise die Heldin in den Hintern zu treten. Obwohl auch das in spektakulärer Weise geschieht.
Und das Tollste? Supergirl darf Strumpfhosen tragen statt halbnackt herumfliegen zu müssen! Eine kleine, aber feine Absage dem Sexismus. (Man denke an Jodi Picoults Überlegungen zu Wonder Womans Kostüm.)

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