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Posts Tagged ‘Pure Flix’

Außerdem liegt gar keine zwingende Notwendigkeit vor, böswillige Gegner unbedingt überzeugen zu wollen! Es ist doch bekannt, daß diese nicht zu glauben bereit sein würden, auch wenn ein Engel direkt vom Himmel käme, um ihnen die Wahrheit zu verkünden. Nach dessen Weggange würden sie eben behaupten, daß es eine Massenhalluzination gewesen sei, nicht aber ein Engel, oder sonst eine Ausrede gebrauchen. Und wenn irgend etwas oder jemand gebracht wird, das oder der irdisch bleibt, also nicht wieder verschwindet oder unsichtbar wird, so gibt es wieder andere Ausflüchte, gerade weil es den an ein Jenseits nicht Glaubenwollenden wiederum zu irdisch sein würde. […]
Sei es nun zu irdisch oder unirdisch oder auch beides zusammen, etwas werden sie immer auszusetzen und zu bezweifeln haben.

(Abd-ru-shin: Im Lichte der Wahrheit – Gralsbotschaft, Vortrag „Moderne Geisteswissenschaft“)

The Case for Christ (dt. Der Fall Jesus) kam früher als zunächst angekündigt – so mag man’s. Auch den Film selbst mag man; von allen christlichen Produktionen, die ich bislang gesehen habe (und es waren so einige), gefiel er tatsächlich am besten. Ausgezeichnet geschrieben, inszeniert und geschauspielert – es gibt nichts zu meckern. Sicher, einige Argumente werden nie oder zumindest nicht vertieft angebracht, aber die Stärke des Films ist eben, daß es gar nicht in erster Linie um schlagende Argumente geht. Die Suche nach ihnen macht Lees Storyline aus, aber das eigentliche Zentrum des Films ist die Beziehung zwischen Lee und Leslie, die Spannungen, die durch ihre plötzlich weit auseinanderklaffenden spirituellen Ansichten entstehen, aber auch ihre Liebe zueinander, die verzweifelt versucht, die Kluft zu überbrücken. Wunderbare schauspielerische Leistung von Mike Vogel und Erika Christensen!

Die vielleicht beste (und für einen christlichen Film beachtliche) Aussage darf am Ende Lees atheistischer Mentor Ray machen: Egal, ob man sich nun für Theismus oder Atheismus entschiede, beides erfordere einen „leap of faith“, da so oder so immer Fragen offenblieben, nie alles erklärt werden könne.
Das sehe ich als Bekennerin der Gralsbotschaft zwar etwas anders, aber es ist viel Wahres dran. Und eigentlich auch ein versöhnlicher Gedanke zwischen beiden Lagern.
Beste Figur des Films ist natürlich Lees Kollege Kenny, der als der Statler und Waldorf der Handlung Lees Werdegang kommentiert…

Ganz persönlich berührte The Case for Christ auch – meine Eltern führten so eine „spiritual mismatch“-Ehe, und es war mörderisch. Und das, obwohl ich die schlimmste Zeit, als meine Mutter zur Botschaft fand, gar nicht miterlebt habe.
Mein Vater war Zeit seines Lebens theoretischer, aber nicht praktizierender Christ: Er war getauft, und als ich klein war, betete er abends mit mir, aber ich kann mich nicht erinnern, daß er jemals in die Kirche gegangen wäre oder die Bibel gelesen hätte. Wie seine spirituelle Überzeugung aussah, weiß ich nicht; über solche inneren Dinge sprach er nie. Ähnlich wie Lee Strobel (er beschreibt das in seinem Buch Spiritual Mismatch sehr anschaulich) sah wohl auch mein Vater seine Ehe, seine Beziehung zu meiner Mutter durch ihren neuen, ihm so völlig fremden Glauben bedroht; plötzlich war alles anders. Und wie Lee Strobel reagierte auch er mit kompletter Feindseligkeit. Als er Jahre später herausfand, daß ich angefangen hatte, nach der Botschaft zu leben, führte das zu dem übelsten Krach, den ich je zwischen meinen Eltern erlebt habe – und ich habe oft die Fetzen fliegen erlebt. Wann er sich mit den Tatsachen abfand oder resignierte… keine Ahnung. Es herrschte ein stillschweigendes Übereinkommen, nicht darüber zu sprechen.

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Nicht unpraktisch bei meinen sexlustigen Nachbarn auf der anderen Seite der Wohnzimmerwand war die Anschaffung der Fifty Shades Darker-DVD. Home cinema rules!
Der Film ist so lala – es fehlen die Farbstimmungen des ersten Teils (nicht unähnlich dem ersten und zweiten Twilight-Film); sehr amüsant hingegen das Nachholen einiger der klassischen Szenen des ersten Buches, die in dessen Filmadaption nicht gezeigt wurden. Ich sage nur: Liebeskugeln! Und ich bezweifle, daß ich jemals wieder dieses Wort hören kann, ohne an die vollkommen bizarre Unterhaltung zu denken, die ich mit meiner Mutter über das Thema hatte. Das trägt nun nicht gerade zum Erzählfluß bei, aber selbiger fehlte mir auch in der Romanvorlage, von daher… Dennoch werden selbst die wenigen dramatischen Szenen, die das Buch zu bieten hat, gnadenlos heruntergespielt. Es plätschert alles so vor sich hin. Schade, denn der Film hat auch einige eigentlich sehr amüsante Szenen – mehr davon wäre die Lösung!
Was ist auf der Plusseite zu verzeichnen? Dakota Johnson ist schön wie nie und rechtfertigt allein das Ansehen. (Jamie Dornan hingegen hat sich in den Jahren seit Teil 1 nicht ganz so gut gehalten.) Danny Elfman setzt seine gelungene Arbeit fort; überhaupt ist der Soundtrack wieder ausgezeichnet.

Teil 3 folgt wie immer am Valentinstag (2018), und a propos hier noch der Link zum entrüsteten Artikel im PureFlix-Blog: https://insider.pureflix.com/news/old-fashioned-a-christian-alternative-to-50-shades-darker

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Langsam, aber unaufhaltsam arbeite ich mich durch Pure Flix‘ Produktionen. Der sich als christliche Alternative zu Netflix verstehende Streaming-Dienst ist gleichzeitig der größte Produzent christlicher Filme – als nicht-christlicher Zuschauer muß man sich halt darauf einlassen, daß die Handlung ziemlich vorhersehbar und predigend ist. Ungeachtet dieses Artikels. Gleich der erste Kommentar rückt die Darstellung in allen Punkten richtig.

Ich jedenfalls lerne eine Menge Inhalte kennen, von denen ich nicht so recht weiß, ob sie generell im Christentum verankert oder eine speziell US-amerikanische Ausprägung sind. (Auch wenn ich immer feststelle, daß ich im Vergleich zu Otto Normalbürger offenbar ein recht umfangreiches Bibelwissen besitze – hey, Leute, wer hatte eigentlich Konfirmandenunterricht, ihr oder ich? –, gebe ich mich bei bibelfesten Christen lieber gleich geschlagen.) Beispielsweise habe ich bis dato noch nie von der sogenannten „Rapture“ gehört, in Übersetzung als „Entrückung“ gefunden. Der Gedanke dahinter ist, daß im Letzten Gericht alle an Jesus glaubenden Menschen in den Himmel gebeamt werden. Ich fühlte mich verdächtig an ähnliche Konzepte mit UFOs erinnert. Sei dem, wie es will, als Ansatz dient es gerade in vielen Filmen der interessanten Kategorie „Christliche Endzeitaction“, beispielsweise die Reihen Left Behind, Revelation Road und The Mark. Letztere beweist wieder einmal, daß die Macher die Offenbarung des Johannes (scheinbar) wortwörtlich nehmen, während sie in Realität aus purer Bildersprache besteht und, sehr wichtig!, nicht linear ist. Sie ist gar nicht so unverständlich, aber natürlich braucht man einiges an Hintergrundwissen. Das titelgebende „Zeichen“ ist daher fehlinterpretiert worden, wie ja auch schon seit mindestens The Omen die Zahl 666. Und a propos, wie kommt eigentlich irgendjemand auf den Gedanken, das Tier sei der Teufel? (Da der Bibeltext eindeutig das Gegenteil besagt, interpretieren die meisten christlichen Produktionen die Sache leicht anders.) Wie dem auch sei, im Grunde genommen erzählen fast alle dieser Endzeitfilme die gleiche Geschichte. Die Namen und ein paar Details ändern sich, aber alles in allem sind Helden und Schurken (die immer einen komischen Akzent haben) der verschiedenen Produktionen beliebig austauschbar. Kennste einen, kennste alle.

Und der ganze Erdboden verwunderte sich des Tieres,
und sie beteten den Drachen an, der dem Tier die Macht gab, und beteten das Tier an und sprachen: Wer ist dem Tier gleich, und wer kann mit ihm kriegen?
Und es ward ihm gegeben ein Mund, zu reden große Dinge und Lästerungen […].
Und es tat seinen Mund auf zur Lästerung gegen Gott, zu lästern seinen Namen und seine Hütte und die im Himmel wohnen.
Und ihm ward gegeben, zu streiten mit den Heiligen und sie zu überwinden; und ihm ward gegeben Macht über alle Geschlechter und Sprachen und Heiden.
(Offenbarung 13,3-7)

Trailer The Mark

Trailer The Mark 2 – Redemption. Es gibt den Film auch in Gänze auf YouTube, aber nur in mieser Qualität.

Eine der nicht ganz so totgetretenen Ideen in Sachen christliche Endzeitfilme. Statt Antichrist gibt’s Biker.
Revelation Road 1, Trailer

Trailer Teil 2

Trailer Teil 3

Und täglich grüßt das Murmeltier: In the Blink of an Eye. Auch nicht ganz so typisch.

Alles nicht Pure Flix:

Der bekannteste Apokalypse-Dreiteiler: Left Behind

Teil 2, Tribulation Force

Teil 3, World At War

Gibt’s auch noch mal mit Nicolas Cage, die opening credits fehlen hier:

The Moment After – The Rapture. Trailer

The Moment After 2 – The Awakening

Six – The Mark Unleashed

The Omega Code. Es gibt eine Fortsetzung, die ich mir lieber gar nicht erst angetan habe.

Uuha. Ich gab nach etwa zehn Minuten auf.

Die große Offenbarung in der Bibel blieb darin wie vieles andere bisher noch unverstanden.
Die Offenbarung sagt, daß dieser Antichrist vor dem Gericht sein Haupt erheben wird! Doch nicht, daß er erst kommt! Wenn darin ausgedrückt wurde, daß er sein Haupt erhebt, so zeigt es doch, daß er schon da sein muß, nicht aber, daß er erst noch kommt. Er wird den Gipfel seiner Herrschaft haben kurz vor dem Gericht, das soll damit gesagt sein!
(Abd-ru-shin: Im Lichte der Wahrheit – Gralsbotschaft, Vortrag „Der Antichrist“)

Ebenfalls nicht uninteressant sind die (bisher) zwei The Encounter-Filme, die mehr Parabeln darstellen als wirkliche Geschehnisse. Während der erste noch ziemlich offensichtlich in Sachen „Wer schafft’s?“ ist, dafür aber einen netten Humor besitzt, erlaubt Teil 2, Paradise Lost, unerwartetere Be- und Abkehrungen und besticht besonders durch seine Zeichnung der Beziehungen der Charaktere zueinander. Jesus-Darsteller Bruce Marchiano ist übrigens auch in Revelation Road (und weiteren Filmen) in der gleichen Rolle zu sehen.
Überhaupt ist der Darsteller-Pool von christlichen Filmen recht begrenzt. Dann und wann finden sich einmal bekannte Namen, aber im allgemeinen teilen sich die Schauspieler in christlich und „weltlich“. Pure-Flix-Gründer David A. R. White ist fast überall dabei, sei’s aus Egotrip oder Notwendigkeit.

The Encounter, Trailer

The Encounter – Paradise Lost

Das aus lauter Witz mal dazu: Ein indischer Film über Elias!

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Nach viel Werbung, die ich Pure Flix gern zugestehen will, war doch God’s Not Dead 2014 der Überraschungskinohit, kam dieses Jahr Teil 2 heraus und nun auch auf DVD. Ich gönnte mir das Doppelpack 1 und 2, weil ich meine deutsche DVD des ersten Teils gleich wieder verkauft hatte – kaum etwas ist nerviger als deutsche Untertitel, wo man sie nicht haben möchte. Vom vermarkterischen Standpunkt gesehen habe ich gleich das Cover der Sammelbox zu kritisieren: Man hätte es prima in Bilder aus beiden Teilen halbieren können und sollen, nicht in erster Linie aus dem zweiten Teil, mit einem mickrigen Foto aus Teil 1 zugestanden. Buh!

Das Schöne an den (bisher) zwei Teilen der God’s Not Dead-Reihe, wohl auch das Ironische, weil überhaupt nicht im Sinne der Macher, ist das zumindest halbwegs faire Präsentieren beider Standpunkte. Das fundamentalistisch-christliche Publikum ignoriert vermutlich die Argumente der Gegenseite zugunsten von Empörung, aber Tatsache ist, daß diese Argumente ja nicht aus dem Nichts kommen. Es gibt gute Gründe für diese Argumente. Ich selbst mag also besonders die Diskussionen um Für und Wider. Nun haben natürlich die Gegensprecher in God’s Not Dead immer auch eine bösartige persönliche Agenda, was wieder einmal etwas bestätigt, das Abd-ru-shin schrieb: Wer sachlich nichts zu erwidern weiß, wird persönlich. Das gilt auch für christliche Drehbuchschreiber. Und übrigens auch für das christliche Publikum; als auf Pure Flix‘ Facebook-Seite ein Christ es wagte, für das Heraushalten von religiösen Anschauungen in öffentlichen Schulen zu sprechen, wurde er von seinen Glaubensbrüdern und -schwestern gnadenlos niedergeschrien, die seine Argumente entweder nicht verstanden oder verstehen wollten, obwohl sie Hand und Fuß hatten. Aber Sachlichkeit vermißte man in den Gegenargumenten komplett. Soviel dann auch zu God’s Not Deads reichlich idealistischer Trennung von haßerfüllten Schreiern atheistischer Ausrichtung und würdevollen Christen. Nichtsdestotrotz ist auch God’s Not Dead 2 eine recht gute, unterhaltsame Umsetzung des Themas „Leben von religiösen Überzeugungen und der Preis dafür“ sowie „Recht auf Freiheit der Religionsausübung in Theorie und Praxis“. Positiv fällt außerdem auf, daß Anwalt der Verteidigung Tom weder Christ ist noch es am Ende wird. (Obwohl Andeutungen für eine eventuell kommende Bekehrung vorhanden sind – vielleicht in Teil 3, der bestimmt kommt, wie es die Szene nach den end credits nahelegt…)

Bei aller Begeisterung für Happy Ends bleibt natürlich festzuhalten, daß es sie in diesen Dingen nicht immer gibt; man sieht es an der durchaus realen Christenverfolgung der Jetztzeit und generell der Unterdrückung Andersgläubiger. Martins Entscheidung, als Pastor zurück nach China zu gehen, deutet dieses sehr viel ernstere Einstehen für den Glauben an.

Und zum Thema: http://www.werner-huemer.net/texte/kommentar/atheismus
Sowie: http://godsnotdead.com/blog/atheists-want-to-ban-bibles-from-hotel-rooms/ (Die ersten beiden Absätze des Artikels sind unglaublich kitschig, aber Pure Flix ist nun mal eine ziemlich radikal christliche Firma. Die Geschichte selbst ist natürlich ausgesprochen bizarr.)

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Nun habe ich doch unwissentlich was Falsches erzählt. Berichtete ja, daß noch kein Film direkt über Columbine existiere, und prompt wurde ich auf etwas geschupst, das mich eines Besseren belehrte. Wollte mir nach Jahren mal wieder Zero Day ansehen und stellte fest, daß er bei Amazon.de derzeit nur für teuer Geld zu haben ist. (Man soll bekanntlich nichts weggeben. Auch April Showers ist so gut wie gar nicht mehr als Original-DVD zu erhalten [eBay, wenn man Glück hat], sondern nur mit internationalem Titel oder in polnischer Ausgabe zu ebenfalls nicht wenig Moneten. Seinerzeit bekam ich alles zu völlig annehmbaren Preisen.) Aber Schnabeline ist ja Welteinkäuferin und schaute bei Amazon.co.uk nach, wo sie die DVD inklusive Porto für läppische 4,20 Euro einsackte. Ich war dann schon fast wieder weg, als ich aus dem Augenwinkel noch eine Kaufempfehlung erspähte, mit dem *leicht* reißerischen Titel Massacre at Columbine High. Au Backe, das mag ja was sein, dachte ich mir unter Vorstellung zweifelhafter Fanproduktionen… aber nö. Der Discovery Channel co-produzierte diese Dokumentation mit Interviews und Reenactment im Zuge der Zero Hour-Serie. Im Sinne der Serie konzentriert sich die Doku kaum auf Hintergründe und Folgen, sondern schildert in erster Linie die Geschehnisse am 20. April 1999, dabei hauptsächlich der ersten Stunde, in der alle Morde und Selbstmorde stattfanden.
„Au Backe“ sagte ich teilweise trotzdem, denn die Darstellung der Täter ist mitunter doch etwas… überzogen. Reales Leben ist nicht Hitmen for Hire, Leute. Man muß beim Ansehen bedenken, daß die Dokumentation von 2004 stammt, also lange vor dem Erscheinen von Dave Cullens Columbine. Entsprechend fehlen noch einige wesentliche Informationen. Andererseits sind Infos enthalten, von denen ich bis dato noch nie gehört hatte – Brooks Brown (der mit seinen trockenen Kommentaren weite Interviewstrecken trägt) beispielsweise erwähnt etwas zu den Dialogen in der Bibliothek, was mich schlußfolgern läßt, daß er die Aufzeichnung von Pattie Nielsens Notruf in Gänze gehört haben muß, vielleicht zu Zwecken der Identifizierung? Ebenfalls enthalten ist ein Video, das Sue Klebold in ihrem Buch erwähnt – leider mit VO überdeckt, so daß die Originaltonspur kaum zu verstehen ist.

Übrigens: Belas mich nun, daß I’m Not Ashamed schon zweimal verschoben wurde. Ursprünglich war geplant, ihn am 20. April, dem siebzehnten Jahrestag, in die Kinos zu bringen. Das wurde dann auf September verschoben (inzwischen Oktober), und ich vermute stark, daß dies mit der Veröffentlichung von Sue Klebolds Buch im Februar zusammenhängt.

More time was needed to make the best picture possible and it was also requested by Rachel’s mom and family.

heißt es auf Facebook, was für mich mehrere Möglichkeiten zuläßt. a) Man wollte nicht um Medienaufmerksamkeit konkurrieren oder b) in den Verdacht des Trittbrettfahrens kommen. c) Das Schlüsselwort lautet „Nachdreh“. Vielleicht wurden einige Szenen nach den Erkenntnissen von A Mother’s Reckoning neu gedreht oder d) geschnitten – ich hoffe zum Beispiel, daß, sofern sie jemals enthalten war, die Trench-Coat-Mafia-Legende rausgenommen wurde. Sie wurde schon 1999 widerlegt, spukt aber immer noch durchs Netz und fand ihren Weg noch in das knapp ein Jahr nach Columbine veröffentlichte Rachel’s Tears, auf dem der Film, soweit ich es einschätzen kann, hauptsächlich basiert. Gleiches gilt für Cassie Bernall, deren vermeintliche Geschichte perfekt in einen Pureflix-Film passen würde und auch zur Märtyrer-Thematik, auf die sich Beth Nimmo eingeschossen hat… aber leider nicht der Wahrheit entspricht. Schon in Rachel’s Tears wurde sie, wenn auch sichtlich widerstrebend, mit Vorsicht genossen. Wer sich hingegen auf Facebook durch die Kommentare liest, wird sie wiederholt finden. Man sollte keine Fakten in den Weg einer guten Legende kommen lassen!

Eine Frage, die ich Columbine-Autor Dave Cullen frustriert stellte, nachdem ich mit tiefem Stoßseufzer wieder einmal ein Wiederkäuen der Marta-Legende „Ihr Buch stieß auf empörte Ablehnung… blabla… Ehre der deutschen Frau verletzt… bla“ antraf, war, ob ihn die nicht totzukriegenden Mythen nicht nervten. Ich meine, die Leute könnten es ohne große Mühe besser wissen, aber selbst keine große Mühe ist offenbar schon zuviel Mühe für sie. Oh ja, es nervt, sagte er. Aber er arbeitet dazu unter verschärften Bedingungen, da (grusel) Columbine eine Menge extrem fragwürdiger Fans hat, deren Weltsicht er mit seinen verdammten Fakten verletzt – und deshalb eine Menge entsprechender Kommentare und nicht ganz so freundliche Benennungen auf Social Media kassiert. Er formulierte das in seiner Antwort höflich als „Leute, die wenig Arbeit in das Thema investieren, aber seine Erkenntnisse kritisieren“. Auf Twitter ist er etwas direkter gegenüber den so titulierten „Columbullies“ (und ich warne ernsthaft vor dem Lesen ihrer Kommentare, wenn man keine Stabilitätspunkte verlieren möchte).
Wie er es speziell betreffend der Nachahmtäter ausdrückt:

Columbine created a new template for these attacks. But Columbine is so misunderstood that these attacks are following a false script.
http://www.davecullen.com/columbine.htm

„Forschen gefährdet die Dummheit, bringt aber nicht immer die Ergebnisse, die man gern hätte. Das macht Recherche vielleicht so unliebsam“, schrieb ich in einem früheren Eintrag, und diesen erstaunlich weisen Eintrag, in dem ich mich spezifisch auf die russische Erinnerungskultur bezog, der aber, wie ich heute finde, auch ganz global gelten kann.
Und ich kann nicht glauben, daß ich mich in einem Atemzug mit hochdekorierten Schreibern nenne, aber als „myth buster“ lernt man schnell Frustration kennen. Die Leute wollen es gar nicht besser wissen. Die Legenden sind viel schöner, und man kann so viel persönliche Anschauung darin unterbringen.

A propos Atemzug, etwas, für das ich im Laufe meiner Recherchen sehr sensibel geworden bin, ist die Erwähnung des, wie ich es nenne, PTSD aus zweiter Hand. Ich habe es an mir erlebt und stellte später zu meiner Erleichterung fest, daß ich nicht der dumme Laie bin, dem das im Gegensatz zu den Profis passiert, sondern daß auch große Namen berichten, davon betroffen zu sein.

Antony Beevor:

The horrors do get to you. For years after writing Stalingrad, I could not look at a plate of food without thinking how much it would have meant to people at the time, whether Germans, civilians or Soviet soldiers. When working in the Russian archives with my colleague, Lyuba Vinogradova, she was often in tears at the material we encountered. I did everything I could not to let it influence me then. I had to concentrate on getting every detail correct, but it would get to me later.
http://bookslive.co.za/blog/2013/05/06/sophy-kohler-interviews-antony-beevor-about-the-second-world-war/

Dave Cullen:

It’s emotionally exhausting, but I hardly ever cry – that comes much later, if I’m lucky. More often, when I’m working, I go numb, and it’s hard to feel anything through that. I can feel the joy draining out of me, like a spigot has opened somewhere inside, but I can’t feel how or where or why it all goes.
http://www.vanityfair.com/news/2016/06/dave-cullen-on-orlando-shooting

Sowie auf Twitter:

I actually had to pull back from everything Columbine-related after this [=Sue Klebolds Buch], because it sent me over the brink into depression again […].

CS:

Ansonsten natürlich viel Herzeleid bei der Literatur […]. Ich schrieb schon mal, daß ich eine miese Akademikerin abgäbe. Wie sich Leute hinsetzen und emotionslos Zahlen gegeneinander verrechnen oder analysieren können, hat etwas Unmenschliches für mich. Vielleicht muß es das geben. […] Aber es war am zweiten Tag, […] daß ich im Lesesaal saß und stillschweigend vor mich hinweinte. Mein Forschungsgebiet erfordert viel inneres Eisen. Ich behaupte, ich habe das, anderenfalls wäre ich nie so weit gekommen – und wenn ich gerade englische Rezensionen von Martas Buch lese, staune ich immer wieder, wie erschüttert die Leser sind: Eine Frau in Berlin ist harmlos gegen das, was ich im Laufe der Jahre alles gelesen und gehört habe. Aber mein Eisen ist nicht ausreichend. Ich kann nicht einfach meine Gefühle ausschalten. Ich bin immer noch davon überzeugt, das Richtige zu tun, aber ich zahle einen hohen Preis dafür.
https://schnabeline.wordpress.com/2014/10/20/when-brian-eno-ruled-chicago/

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Eigentlich sammele ich ja gern Ideen für einen speziellen Eintrag. Ich hatte geplant, diese in Kürze in einer Einleitung zu meiner zukünftigen Rezension von I’m Not Ashamed unterzubringen. Allerdings trieb ich mich dann auf Dave Cullens Twitter-Seite herum (wo ich wieder einmal über die Idiotie mancher Menschen staunte) und fand einen kurzen Austausch zum Film, der mich nachdenken ließ. Und angesichts der Tatsache, daß besagte Rezension damit vermutlich zu einem dieser Monstereinträge mutieren würde und daß die DVD sowieso erst in frühestens einem halben Jahr erscheinen wird, womit ich zu dem Zeitpunkt längst tot sein könnte, was mich ärgern würde – nun ja, „No time like the present“, sagte ich mir.

Einen Film über Columbine gab es bisher nicht, obwohl es natürlich schon diverse Male als Inspiration oder Hintergrund für filmische Umsetzungen diente – Elephant, Zero Day, Dawn Anna, April Showers, Reunion, die Cold Case-Folge „Rampage“, im weitesten Sinne Bowling for Columbine, um nur ein paar zu nennen. Entsprechend glaube ich, daß die Kritiker, die sich sofort nach Veröffentlichung des I’m Not Ashamed-Trailers über das Internet ergossen, von einer komplett falschen Annahme ausgehen: Sie wollen einen Columbine-Film, der alle Aspekte berücksichtigt. (Daß ihre eigene Erwartung dabei weit variiert, ist noch ein Thema für sich.) Aber kein Promo-Material zu I’m Not Ashamed behauptet, dies zu leisten. Der Film konzentriert sich erklärtermaßen auf Rachel Scotts Leben und ihren Glauben. Er ist keine Columbine-Dokumentation und keine Spielfilmumsetzung von Dave Cullens Buch. Seine Quellen sind vielmehr Rachels Tagebücher sowie die Bücher ihrer Eltern Rachel’s Tears und Chain Reaction. Mutter Beth Nimmo ist als ausführende Produzentin des Films gelistet, was Sinn macht, da sie mir in dem inzwischen in Sachen Columbine-Faktenlage schon etwas veralteten Rachel’s Tears als… ich will nicht sagen frömmelnd, aber es geht doch in die Richtung… erschien. Während Vater Darrell Scott, ebenfalls Christ und ehemaliger Pastor, eher die übergeordnete Sicht hat.
Und Rachel Scotts Geschichte ist faszinierend! Vielleicht sollten sich die Berufsentrüsteten einfach mal darauf einlassen.


Das lange Video zu Rachel und Rachel’s Challenge. Wer sich weniger für das Programm interessiert, kann den Mittelteil weglassen.

Die Eingangssequenz des folgenden Videos ließ mich ein wenig lächeln. Man vergleiche sie mit den Vorwürfen, die den Klebolds und Harrises gemacht wurden.

Und der für das jugendliche Zielpublikum etwas dramatischer gemachte High-School-Programmtrailer. (Um Minute 1:16 herum übrigens Brooks Brown, Freund sowohl von Rachel als auch Dylan und Eric.)

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Wer wie ich all die Horrormeldungen in den Nachrichten kaum noch aushalten kann, sollte einmal hier hereinschauen: https://www.facebook.com/rachelschallenge
Es gibt noch eine Menge Gutes in der Welt.
Ich mochte am liebsten: das, das (süß!), das und das.

Wie geschrieben, klickte ich bei Pure Flix herum und fand den Trailer (seltsamerweise aber keine Filmseite) zu I’m Not Ashamed über Rachel Scott. Auf YouTube finden sich prompt Videoantworten darauf, die ich mir nicht angetan habe; auf der Filmseite bei IMDB sind ebenfalls entsprechende Kommentare hinterlassen worden. Ich weiß nicht, wie informiert diese sind; Trailer sind ja nun nicht unbedingt aussagekräftig, und viele der kritisierten Punkte sehe ich zum Beispiel überhaupt nicht darin.
Also jetzt abgesehen von den Dingen, die christliche Filmemacher *vielleicht* in die Geschehnisse hineininterpretieren, um die Geschichte einer Märtyrerin zu erhalten (ich empfehle noch einmal wärmstens Dave Cullens Buch für eine gründliche und sachliche Darstellung der Ereignisse und Hintergründe, die mit vielen Mythen aufräumt): Was mich am meisten beeindruckte, war Brooks Browns Schilderung seiner Freundschaft mit Rachel. Er beschrieb seine Erfahrungen mit sehr vielen christlichen Mitschülern, deren Verhalten nun so überhaupt nichts Christliches an sich hatte (Gandhi, anyone?), und welchen Kontrast Rachel dazu bildete – sie wollte niemanden missionieren, sondern einfach vorleben. Daher ist Rachel’s Challenge ja auch bewußt nicht religionsbasiert, sondern spricht durch tätige Nächstenliebe. So, wie es sein sollte. (Hier übrigens deren Statement zu I’m Not Ashamed.)
Ich lasse mich mal von dem fertigen Film überraschen.

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Nach Jahren wieder Der Wunderapostel gesehen – inzwischen als Special Edition beim Traumleben-Verlag und als Ausgabe des Eich-Verlages neu aufgelegt. Trotz einiger offensichtlicher Schwächen aufgrund des Minibudgets und mancher hölzerner Dialoge immer noch ein wunderschöner, spiritueller Film voll vieler Wahrheiten.

wunderkreuz

Teil der Special Edition (nur Traumleben-Verlag) ist ein fast zweistündiges Interview mit Regisseur, Drehbuchautor und Titelrollendarsteller Thomas Busse, das ausgesprochen interessant ist. Er erwähnt darin übrigens auch Jobangebote, die er ablehnte, weil sie nicht seiner Überzeugung entsprachen – ähnlich wie ich es die Tage im Pure-Flix-Blog in Bezug auf christliche Darsteller gelesen hatte.

wunderbaum

Und a propos, vor Jahren hatte Busse schon seine Gedanken zum Einfluß von Filmen niedergeschrieben, wozu es im Blog ebenfalls einen Artikel gibt.

wunderabschied

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Las mich kürzlich durch das Pure-Flix-Blog und stieß dabei auf einige kuriose Artikel. Als da zum Beispiel wäre: Ostereier heißen nicht mehr Ostereier! http://insider.pureflix.com/news/keeping-easter-in-uk-chocolate-eggs

Da ich üblicherweise keine Schokoeier kaufe, ist mir etwas in der Art noch nicht aufgefallen – muß nächstes Jahr mal darauf achten. Hingegen ist aufgefallen und wurde befürchtet, daß die Überraschungseier etwa ihren Namen geändert hätten?! Aber nein, sie sind nur in Sommerpause, und es gibt ein neues (natürlich englischsprachiges) Produkt. http://www.kinderueberraschung.de/?gclid=CLb-r8zAp80CFasV0wodzJ4MOA

Und noch was Kurioses: http://insider.pureflix.com/news/christian-themed-resort-proposed-san-diego/
Sehr amerikanisch, würde ich sagen.

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