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Jep, Udo sang über Politik, aber irgendwie trifft’s auch immer noch auf die Post zu. Neueste Erfahrung in meinem leider sehr reichen Repertoir: Freitag warf ich zwei Sendungen in den Briefkasten, der gleich um die Ecke steht. Erst zu spät stellte ich fest, daß der Zettel mit den Leerzeiten umgedreht worden war, ergo – keine Anzeige. Natürlich hatte ich sofort diverse Szenarien im Kopf. Hat das so seine Richtigkeit? Wurde der Kasten stillgelegt, ohne die geschätzten Kunden zu informieren? Wird er abgebaut und wenn ja, wann? Sollen die Sendungen bis dahin versauern? Was ist mit meinen Kunden?

Nachdem ich zuerst gedachte, die Sache auf sich beruhen zu lassen und das Beste zu hoffen, sprach meine Erfahrung leider dagegen. Ich rief also den Kundenservice an. Den, den ich schon einmal aufgefordert hatte einzustellen. Leider hört niemand auf mich, denn: Die erste Mitarbeiterin meldete einen Systemabsturz. Ob ich bitte die Nummer noch einmal wählen und dann bei einer Kollegin landen könnte? Gemacht. Nein, vermeldete diese, sie könnten online nicht sehen, welche Briefkästen es gäbe. Online? Bedeutete das, im Kundenservice schaut man einfach nur auf der Website der Deutschen Post nach? Danke, das kann ich auch selbst. Aber ich könne eine E-Mail an die allgemeine Adresse schreiben, so und so. Okay…

Da stiefelte ich doch lieber zur nahen Filiale, vor der der nächste Briefkasten steht. Sieht man dort den Abholer? Nein, leider nicht. Hm. Aber wenn der Briefkasten noch stünde, würde er auch geleert, sonst hätte man ihn ja abgebaut. Vom logischen Standpunkt keine Frage. Leider habe ich über die Jahre zu viele Erfahrungen mit der Post und DHL gesammelt, um an Logik zu glauben. Nun gut. Wollte mich bis Montag geschlagen geben, aber Samstag früh kam mir der Gedanke, den Abholer beim Filialbriefkasten zur Mittagsleerung abzufangen. Während ich also vor Ort wartete, las ich mir den dortigen Zettel einmal gründlich durch. (Zuständig ist das BZ 30, Ludwig-Erhardt-Straße 39 in Pattensen – gut zu wissen für die Zukunft.) Als Servicehotline für die Briefkastenleerung war übrigens die Nummer angegeben, die ich tags zuvor schon bemüht hatte. Die, die einem keine Auskunft geben kann, weil: online.

Wider alle Erwartung (hatte bis dahin immer gedacht, die Leerzeiten seien ein Circa-Wert) tauchte Schlag halb eins der Abholer auf. Wie bereits befürchtet – die Post und DHL beschäftigen viele Syrer als Zusteller – kam ich mit Deutsch allerdings nicht weit. Ob Englisch besser sei? Ja, bitte. So ganz schien ich allerdings mein Problem trotzdem nicht an den Mann bringen zu können. Die Abholzeiten seien die gleichen wie die hier angezeigten. Wir sprächen über den gleichen Kasten, den die Straße runter beim Torbogen? Fahre er dort als nächstes hin? Ja. Wunderbar! Ich im Eilschritt zurück, sah ihn in der Ferne dann mit gefüllter Kiste vom Kasten zurück zum Auto eilen. Erleichterung breitete sich aus!
Beim Kasten angekommen, sah ich ein verdächtig aussehendes Stück Papier in Plastik auf dem Boden liegen. Jep, der Zettel mit den Leerzeiten, bis dahin definitiv nicht vorhanden gewesen. Anscheinend hatte man mich doch besser verstanden als gedacht. Dummerweise ist es offenbar nicht so einfach, das Ding anzubringen. Nachdem ich von außen kein Glück hatte, legte ich es notgedrungen auf den Kasten, von wo es vermutlich sonstwohin weht.

Übrigens machen sich andere Postkunden offenbar weit weniger Gedanken um solche Dinge als ich. Während ich noch am Basteln war, warf schon die nächste einen Brief ein. Optimistischer oder unerfahrener? Auf jeden Fall beneidete ich sie ein bißchen.

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