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Gerade auf Diana Gabaldons Facebook-Seite gesehen. In den USA erscheint die DVD/BluRay erst am 10.4., während sie in Großbritannien und auch in Deutschland bereits Anfang März auf den Markt kam. Muß man nicht verstehen und ist das gleiche wie bei den Shannara Chronicles, Staffel 2. In jedem Fall freut das Lob gerade für Tanya Reynolds als Isobel und die Szene – über beide hatte ich ja bereits geschrieben. Und schön zu lesen (irgendwo in den Kommentaren), daß diese Szene in Lord Johns viertem Roman auftauchen wird – nicht, wie hier dargestellt, dafür unterscheidet sich Buch-John zu sehr von TV-John, aber immerhin in absehbarer Zeit.

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Kürzlich in einer Diskussion zur Outlander-Serie gelesen. Sehr schön. Auch als Schreckgespenst kann man in die Geschichte (und die englische Sprache) eingehen…

Und da isses offiziell (nein, nicht GoT):

Hatte ja bereits beim Lesen von „Besieged“ so einige Nachtigallen trapsen hören.

A propos, gelesen habe ich – wegen Lord John wohlgemerkt, nicht Jamie (kann nicht nachvollziehen, was alle an ihm finden) – kürzlich An Echo in the Bone und Written in My Own Heart’s Blood. Die gekürzte Fassung. Soll heißen: „Charaktere, die mich interessieren? Nein… *blätter* nein…*blätter* ja… *les*.“ Erleichterte die Sache sehr. Und prompt bloggte Lynn Austin diese schöne Anmerkung:

Every good novel needs to have characters who grow and change over time […]. A satisfying sequel should feel fresh and new, and not like a warmed-over episode in a never-ending soap opera.

Ich nenne das „Eine gute Geschichte hat einen Anfang, einen Mittelteil und ein Ende“. Und es ist genau das, was Diana Gabaldon in ihren Outlander-Büchern nicht hinbekommt. Es gibt ein paar Grundmuster, und das war’s. Die Geschichte eiert endlos vor sich hin. Sie versucht zu viele Charaktere zu bedienen, zu viele Ideen (warum lagert man Rogers Storyline – bzw. das, was Gabaldon darin verstaut – nicht in ein Prequel aus?), was nur dazu führt, daß nichts wirklich vertieft werden kann. Und ja, mit ihrer ausufernden Vier-Generationen-Familiensaga ist sie tatsächlich eine Seifenoper.
Die Lord-John-Geschichten hingegen haben den Vorteil, daß viele von ihnen eben das sind: Geschichten, keine Romane. Sie werden sehr viel straffer durchgezogen, was bei Gabaldons Tendenz zum sinnlosen Ausschweifen ein Segen ist. Aber auch die ersten beiden Romane sind großartig – The Private Matter, der „versehentliche“ Roman, mit seiner Krimihandlung in der Londoner Ober- und Unterwelt 1757, und The Brotherhood of the Blade, der Gipfel von Gabaldons Schreibkunst. Besser geht’s nicht. Bißchen schwächer The Scottish Prisoner (Jaaamiiieee!), aber in Ordnung, da es immerhin bei zwei Blickwinkeln bleibt.

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Es ist ein großes Glück, daß ich sowieso schon vor Erscheinen der dritten Staffel beschlossen hatte, daß diese meine letzte sein würde, sofern mich die Geschichte der Charaktere nicht wirklich mitrisse. Grund? Natürlich Tobias Menzies. Staffel 3 war seine letzte (wie viele Schauspieler haben wohl zwei Todesszenen in einer Serie?), und ohne ihn ist Outlander zumindest für mich völlig uninteressant. Ich habe es an anderer Stelle bereits geschrieben: Die Serie bekommt immer dann Gewicht, sobald er in eine Szene marschiert. Auf den DVDs ist ein nettes Extra, das seine schauspielerische Leistung und seine beiden so gegensätzlichen Charaktere beleuchtet, und es ist schön, daß die Beteiligten die Sache genauso sehen wie ich. „The big three“ der ersten beiden Staffeln sind nun reduziert auf „the big two“, und so nett viele Aspekte der neuen Geschichte auch sind, fehlt einfach das gewisse Etwas.

Aber der Reihe nach.

Das Kernteam der ersten beiden Staffeln hat sich nicht nur unter den Schauspielern, sondern auch den Produzenten verändert. Schmerzlich vermisse ich Ira Behr. Ron Moore schrieb die erste Folge und beschränkte sich danach aufs Produzieren. Nicht zuletzt ist auch die Struktur der Handlung selbst völlig verändert; spielte sich Staffel 1 in einem relativ kleinen Rahmen ab und war Staffel 2 zweigeteilt unter einem großen Oberthema, so zerfasert sich Staffel 3 gemäß ihrer literarischen Vorlage Voyager in viele Einzelepisoden. Eine Unmenge neuer Charaktere flutet in die Geschichte, die alle um Raum und Aufmerksamkeit wetteifern, aber außer John Grey und – zu meiner Überraschung – Isobel Dunsany bleiben sie alle fad. Ich meine: Young Ian? Fergus und Marsali? Gähn. Es fehlen solch starke Figuren wie Dougal und Colum, Black Jack und Murtagh, Mother Hildegard und Raimond. Mehr Sexszenen zwischen Claire und Jamie mögen die Fans erfreuen, aber sie bringen die Handlung nicht wirklich weiter. Ganz zu schweigen von den so gar nicht alternden Hauptfiguren. Mit Claire haben sie in den 60er-Jahre-Folgen einiges gemacht, was auch gut wirkte, aber in der 18.-Jahrhundert-Storyline war es einfach nur bizarr.

Schottland schwächelt diesmal vor sich hin; die Geschichte wird etwas interessanter, sobald wir endlich in die Karibik kommen. Ein Lichtblick ist auch die gelockertere Darstellung der britischen Soldaten – zwar ist der Schotte unter den Rotröcken zwangsläufig der Fiesling, aber die furchtbare Schwarzweißzeichnung der ersten beiden Staffel hat sich doch ein bißchen entspannt (mit Dank an die Gebrüder Grey).

Wie bereits geschrieben, ist die erste Folge, „The Battle Joined“, ungemein sehenswert wegen der Culloden-Darstellung. Wie Ron Moore in seiner Einleitung zu den geschnittenen Szenen verrät, war sie ursprünglich anders geplant, sehr viel geradliniger und mehr aus der sachlichen Perspektive heraus gestaltet. Ich kann gar nicht ausdrücken, wie glücklich es mich macht, sie aus Jamies Perspektive gezeigt zu sehen, langsam, unchronologisch [achronologisch?], zerrissen und sich immer wieder mit Jamies langsamem Verbluten auf dem Schlachtfeld (und den Schnitten zu Claires Zeit) überlappend. Zuletzt natürlich die traumgleiche Inszenierung des Totentanzes zwischen Jamie und Black Jack. Hier ist die 3. Staffel noch einmal alles, was mich an Outlander so faszinierte.

Hingegen stört mich massiv, daß nicht gezeigt wird, wie irgendeine gute Seele Jamies Bein abbindet. In The Scottish Prisoner (und vermutlich Voyager) erwähnt Diana Gabaldon extra, daß Jamie die Verletzung seiner Arterie (die in „The Battle Joined“ ja bewußt gezeigt wird) nur überlebt, weil Black Jacks Leiche die Blutzufuhr in seinem Bein abdrückt. In dem Tempo, in dem Jamies Rettung in der Serie vor sich geht (ohne Tourniquet!), wäre er innerhalb weniger Minuten ausgeblutet…
Aber was Realismus angeht, wäre sicherlich auch noch einiges zu Culloden zu sagen. Nur ist es bei Schlachtdarstellungen bekanntlich so, daß man sie entweder cineastisch oder korrekt präsentieren kann. Also hier nur ein Element, das man auch cineastisch hätte einbauen können – so drastisch es ist.

Mortar shell fragments have been found across the field at Culloden. This can only be because the Coehorn mortar crews in the government second line were continually raising their elevation in order to shorten the range, thereby keeping the Jacobites under fire as they raged across the field towards them.
Fragments of shell casings have also been found in the vicinity of the hand-to-hand fighting, indicating that the mortar bombs were still being hurled in, even after close combat had begun. The carnage would have been unbelievable and casualties from friendly fire would have been inevitable.
(Hugh G. Allison: Culloden Tales)

Dankbar bin ich Ron Moore dafür, daß Rupert nicht nur eingebaut wurde, sondern noch einmal richtig glänzen darf.

Claire und Franks Handlungsstrang wiederum ist eine Studie in zerrütteter Ehe. (Tobias Menzies erwähnt in den Extras eine Anleihe bei Who’s Afraid of Virginia Woolf?.) Beide starten ihr neues Leben miteinander mit den besten Vorsätzen, aber im Laufe der Zeit wird immer deutlicher, daß nichts funktioniert. Das einzige, das sie zusammenhält, ist Brianna. Sie sind beide gute Menschen, aber sie finden ganz einfach nicht wieder zusammen. Claire sucht Erfüllung in ihrer Karriere als Chirurgin, Frank beginnt mit Claires theoretischer Billigung (ihre Reaktion spricht gegenteilige Bände) eine feste Beziehung, und es ist ein Zeichen seiner Hoffnungslosigkeit, daß ausgerechnet Frank, der so verzweifelt um Claire kämpfte, um eine Scheidung ersucht, als Brianna volljährig wird. Doch dazu kommt es nicht mehr. Claires Szene an Franks Bahre ist unbeschreiblich schön und tragisch.
(Da Frank in den Büchern wohl nicht so gut wegkam – zumindest bei den Fans; Diana Gabaldon hat ein großes Verständnis für ihre Charaktere und schreibt eigentlich recht wenige wirkliche Schurken – erhielt er in A Leaf on the Eve of All Hallows einen wundervollen Auftritt.)

Parallel folgen wir Jamies Weg von Culloden nach Lallybroch und Ardsmuir, wo er John Grey wiederbegegnet, und zuletzt nach Helwater. Da ich Voyager nie gelesen habe, kann ich nur anhand der Lord-John-Geschichten schlußfolgern, daß im Buch zunächst nahegelegt wird (zumindest aus Jamies Sicht), Lord John könne ein weiterer Black Jack sein. (Jamies unterschwelliger Verdacht hält sich noch in The Brotherhood of the Blade und einem Teil von The Scottish Prisoner.) Es gibt oberflächlich betrachtet viele Gemeinsamkeiten zwischen beiden. Doch John Grey erweist sich wieder und wieder als einer der ehrenhaftesten und edelsten Charaktere der Geschichte.

Endlich, endlich kommt es zum Wiedersehen unserer Helden, und damit dürften die Fans glücklich sein, während für mich der Rest jeder Spannung entschwand. Es gibt immer wieder nette Szenen in den Folgen*, aber es plätschert alles so vor sich hin. Die Bösewichte überzeugen nicht, die Krisen überzeugen nicht. Schiffe und Landschaft sind schön. Die karibische Version des Titelthemas gefällt. Tiefergehendes gibt’s irgendwie nicht zu sagen, außer daß im Showdown noch einmal die Hand-Symbolik auftaucht. Weiter geht’s in Staffel 4 in Großbritanniens amerikanischen Kolonien, aber das wird dann wohl ohne mich stattfinden. Mehr Minidramen aus der erweiterten Fraser-Familie locken mich nicht so recht. Da warte ich doch lieber auf die nächste Lord-John-Geschichte…

The 46th Foot. Kleiner, feiner Beweis, daß die Ausstatter ihre Hausaufgaben gemacht haben. Ich freute mich, es zu sehen.


* Genossen werden kann z.B. die Empfangsszene in „The Bakra“ für ihren unterschwelligen Humor, den ich erst nach wiederholtem Ansehen so richtig erkannte. Claire macht sich so ihre Gedanken, was da zwischen Jamie und John Grey gelaufen sein mag… und natürlich sieht sie zweideutige Situationen überall! Herrlich ihr Gespräch voller unausgesprochener Warnungen mit John. Und dann kommt sie nach der Begegnung mit Geilis zurück, und schon wieder hocken die beiden Kerle aufeinander… Das ist Slapstick pur, aber so dezent gehalten, daß es nicht albern, sondern amüsant wirkt. Sehr schön!

Außerdem kehre ich immer wieder zu der geschnittenen (oder, wie sie’s nennen, „additional“) Szene von „Of Lost Things“ – eine der besten Folgen dieser Staffel – zurück, in der John Grey um Isobels Hand anhält. Niedlich und witzig und vor allem sehr im Geiste der Zeit (nur die Spinne ist zu viel), obwohl ich hundertprozentig davon überzeugt bin, daß Diana Gabaldon diese Szene komplett anders darstellen wird, wenn sie endlich mal dazu kommt. Das ist allerdings auch ein Kritikpunkt an den Büchern und ein Grund, weshalb ich die Serie so sehr mag: Die Drehbuchschreiber bringen mehr Tiefgang und mehr nachvollziehbare Gefühle in die Handlung. Gabaldon bleibt sehr an der Oberfläche bzw. schreibt ihren Charakteren Motive und Handlungen zu, die nicht wirklich einleuchten und in den seltensten Fällen berühren. Warum sollte John Isobel in erster Linie wegen Willie (vielmehr: wegen Jamie – ächz) heiraten? Sicher, logisch, er braucht aus der Natur der Sache heraus einen guten Grund, warum er überhaupt heiraten sollte, aber warum dann nicht Isobel interessant schreiben? TV-Isobel ist eine würdige Partnerin für John, was schön wäre in den Büchern zu sehen. Die bisherigen Szenen in The Brotherhood of the Blade (besser kann Gabaldon niemals werden) und The Scottish Prisoner spielen natürlich bereits sehr auf die zukünftige Heirat der beiden an; gerade letztere ist nicht nur sehr symbolträchtig, sondern herrlich skandalös – ich wartete förmlich auf die hereinplatzende und alles fehlinterpretierende Lady Dunsany. Aber man bekommt wenig Gefühl für Isobel als Persönlichkeit, noch weniger als Frau des edelsten aller edlen Charaktere der Buchreihe.

Ich lächelte vor mich hin, als im Podcast zu „All Debts Paid“ Claires Krankenhausszene im Trailer angesprochen wurde – Fans hätten spekuliert, sie liefe zu einem Notfall o.ä… Ich hatte ja bereits eine Spiegelszene dahinter vermutet, mit denen Outlander so wundervoll zu arbeiten versteht, und als solche erwies sie sich dann auch. (Die dazugehörige Szene? Staffel 2, Folge 1, Frank eilt durch das Krankenhaus in Inverness zu Claire.)

A propos, in den Podcasts witzeln Matt Roberts und Toni Graphia über Spin-offs, die sie gern sehen würden – Geilis, Black Jack!, Claire und Frank in Boston… Ich wäre definitiv für alle dabei. Aber natürlich käme für ein Spin-off in erster Linie Lord John in Frage; die Geschichten existieren immerhin schon. Und allein die Grundidee: Ein homosexueller Serienheld im Militär und in der Aristokratie Mitte des 18. Jahrhunderts? Hat man so noch nicht gesehen.

*Das* große Bild der dritten Staffel.

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Mit Outlander, Staffel 3, bin ich nun zur Hälfte durch und werde, sofern mir kein Knüppel zwischen die Beine geschmissen wird, am Wochenende damit fertig. Ich bin der Meinung, daß sich der Kauf der DVDs allein schon wegen der ersten Folge gelohnt hat, namentlich der Culloden-Schilderung. War mir nach der 2. Staffel nicht sicher, ob sie’s überhaupt einbauen würden, obwohl ich natürlich auf die dramaturgischen Regeln der Filmgeschichtenerzählung vertraute, und bin sehr glücklich mit dem Ergebnis, auch wenn es völlig anders als erwartet ausgefallen ist. Wow, wow und wow. Wer hätte gedacht, daß Ron Moore den letzten Showdown zwischen Jamie und Black Jack als einen solch sinnlichen, fast zärtlich-liebevollen Tanz gestaltet? Und kein Zweifel, Leute, das ist, was es ist, das ist eine ganz bewußte Inszenierung. Man beachte allein die unglaublichen Farben! Die Serie hat Sexszenen, die weniger erotisch sind als das.

Ansonsten saugt Staffel 3 den Zuschauer sehr viel langsamer ins Geschehnissen als es die ersten beiden Staffeln taten. Hängt natürlich mit einem über lange Zeit fehlenden Plot zusammen. Die erste Hälfte schildert einfach zwanzig Jahre in den getrennten Leben Claires und Jamies; Claires Ehe mit Frank, die trotz guter Absichten und Liebe auf beiden Seiten stetig vor die Hunde geht (das Ende gehört ebenfalls zu den ganz großen Szenen der Serie, in all seiner Stille); Jamies Zeit als Flüchtling vor dem Gesetz und dann als Gefangener. Das ist nun eine Zeit, die in den Lord-John-Geschichten sehr ausgebaut wurde und deshalb hier extrem gekürzt wirkt. Oh, und natürlich entspricht Film-John überhaupt nicht meinem inneren Bild, aber das ist ja eine alte Leier in literarischen Verfilmungen. (Quarrie ist klasse getroffen.)

Nun scheint endlich mal Bewegung ins Geschehen zu kommen – ich harre der Dinge, die da hoffentlich folgen.

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Supergirl Season 2 krankt ein bißchen an zu viel Beziehungsdrama, hat aber definitiv ihre Momente. Neues Chef-Ekel Snapper dürfte sicherlich der Knüller unter den neuen Charakteren sein, wobei auch die kleinen Alien-Rollen wie der ständig in Schwierigkeiten steckende Brian oder „Fish Head“ Kevin, Supergirls Entsprechung von Morn, sehr gefielen. Wie schon in Staffel 1 ist besonders die Metaebene schön, gerade die zahlreichen Anklänge an die jüdischen Wurzeln des dynamischen Erfinderduos Shuster und Siegel. Unschwer zu übersehen ist das aktuelle Zeitgeschehen: Die Verantwortung der Presse, wahrheitsgemäß, unparteiisch und doppelt überprüft zu berichten („The rules are there for a reason“, wie Snapper der bestürzten Kara erläutert), selbst wenn die Realität darin schon immer dem Ideal hinterherhinkte; Flüchtlingspolitik und Fremdenfurcht; und natürlich „Make Daxam great again“. Außerdem ist die Staffel eine Liebeserklärung an das geschriebene Wort, das in einer Folge die Lösung des Problems birgt, und daß man aus Büchern mehr lernen kann als von YouTube… nun ja!
Nett auch, Kevin Sorbo wiederzusehen, der sonst sein Dasein auf PureFlix fristet. Und nachdem vermutlich während Staffel 1 so viel gemeckert wurde, daß Superman nie auftritt (wobei ich den running gag schon sehr lustig fand), startet Staffel 2 gleich mit einer Doppelfolge Doppelpower aus dem Hause El und endet auch damit. (Yess – Frauenpower! Supergirl gewinnt den Zweikampf der Giganten.)

Während es für eine, sagen wir mal, Frauenserie zwar irgendwie paßt, kann ich mir die Anmerkung nicht verkneifen, daß Hollywood wie immer den sicheren Weg in Sachen Sexualität geht. Ich meine, hey, wir haben homosexuelle Charaktere, wie fortschrittlich von uns! Aber blickt man zurück auf Homosexualität in Serien, finde ich in erster Linie die lesbische Variante. Buffy hatte sie. Jessica Jones hatte sie. Supergirl hat sie. Liste beliebig verlängerbar. An die schwule Variante wagen sich die wenigsten heran – Game of Thrones, okay, aber das ist sicherlich nicht, was ich unter gut funktionierender homosexueller Beziehung zwischen Helden der Handlung verstehen würde. Outlander zähle ich gar nicht erst mit, denn Jack Randall ist erstens bisexuell und zweitens ein Sadist, und ich wette, daß wir von John Grey, meinem schwulen Helden ersten Ranges, und seinen Beziehungen nicht viel mitbekommen, es sei denn, er erhielte seine eigene Serie. Male/male ist immer noch ein schwieriges Thema, während female/female als sicher und harmlos durchgeht. Von einer Gleichberechtigung sind wir hier auf so vielen Ebenen weit entfernt.

Absolut nicht sicher und harmlos ist dagegen RuPaul’s Drag Race, eine Serie, die ich wie so vieles durch Caitlín R. Kiernan entdeckte. Reality TV nach altbekanntem Muster (ich frage mich wirklich, warum jeder meint, daß das Standardregelbuch die einzig gültige Autorität ist), aber mit Drag Queens. Großartig. Wäre noch besser, wäre sie nicht so abgekartet. Aber das ist ein Problem des Genres.

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Leipziger Zeitungen, 26.5.1746

London den 13. May. Heute hat man im Ober-Hause in Vorschlag gebracht, den König in einer Adresse zu ersuchen, den Krieg über See nicht weiter fortzusetzen, wo nicht die General-Staaten als ein Haupt-Theil dabei hielten; es ist aber solcher Vorschlag durch 81. Stimmen gegen 26. verworffen worden. Wegen der durch den Herzog von Cumberland über die Rebellen in Schottland erfochtenen Vortheile soll einer Königl. Proclamation zu Folge, die man ehestens publiciren wird, durch das ganze Reich ein Danck-Fest gehalten werden, und der König wird sich an solchem Tage in Ceremonie nach der St. Pauls-Kirche begeben. Durch einen gestern aus Schottland gekommenen Expressen hat man eine Relation von den Folgen dieses Siegs über die Rebellen erhalten. Man findet nach der gemachten genauen Ausrechnung, daß ihrer 2509. auf der Wahlstatt, und 1500. im Nachsetzen geblieben, auch 1800. Gefangene von ihnen gemacht worden, welches zusammen 5809. Mann beträgt. Unter diesen leztern befinden sich der Lord Georg Murrai, der Lord Kilmarnock, der Herzog von Perth, und die Lords Balmereno und Gordon von Glenbucket. Der Lord Ogilvie ist geblieben, und der Lord Ludwig Gordon von den Rebellen gehangen worden. Der Sohn des Prätendenten ist blos mit 8. Mann entronnen, und der Graf von Albemarle verfolget in Begleitung des Lords Kilmarnock die Flüchtigen. Der Französischen Officiers, die in der Action gefangen worden, sind 50. an der Zahl, nehmlich der Brigadier Stapleton, der Oberste Macdonell, der Marquis d’Aiguilee, 23. Capitains, 17. Lieutenants, 1. Adjutant, 1. Quartiermeister, 1. Cornet, 2. Artillerie-Officiers, 1. Ingenieur, und 1. Volontaire. Hiernächst hat man auch einen Aumonier und den zweyten Capitain eines Spanischen Schiffs bekommen. Der gefangenen rebellischen Officiers aber sind 15. als 3. Obersten, 1. Major, 5. Capitains, 1. Lieutenant, 3. Fähndriche, 1. Ingenieur, und der Ritter John Wedderburn, von der Garde du Corps des jungen Prätendenten. Von den Königl. Truppen sind nur 50. Mann an Officiers so wohl als Gemeinen geblieben, 259. verwundet, und einer verlohren. Die Heßischen Truppen, welche nach Brabant zurück kehren, sollen sich zu Leith bey Edimburg zu Schiffe setzen, und es ist würcklich an verschiedene unsrer Regimenter Befehl ergangen, sich dahin ebenfalls marschfertig zu halten.

Leipziger Zeitungen, 9.6.1746

Inverneß den 16. May. Allem Ansehen nach wird unser Aufenthalt allhier nicht lange mehr währen, und wir urtheilen solches daraus, weil der Herzog von Cumberland sehr viel Provision zusammen bringen lässet, die theils weiter vorwerts geschaffet werden soll. Der Ritter Jacob Kinloch, 2. seiner Brüder, und einige andere Anhänger des Prätendenten, sind von den Husaren des Prinzen von Hessen gefangen worden. Der Commandeur Smith, der sich hier befindet, hat gestern einen Brief von dem Capitain Jeffereys, Commandanten des Schiffs Scarborough, erhalten, der zu Deersound auf den Orcadischen Insuln am 8. dieses geschrieben ist, und worinn gemdlet wird, daß ein Schiff daselbst angekommen wäre, das der Gourverneur von Neu-Engelland nach London abgeschicket, um dem Herzoge von Newcastle Nachricht zu geben, daß ein Königl. Schiff von 20. Canonen und ein Armateur sich einer Spanischen Gallione bemächtiget, welches die reichste Prise wäre, die seit dem Anfange des Kriegs gemacht worden, indem sie nur an Silber-Barren eine Million Pfund Sterlings am Bord gehabt. Wie man vernimmt, befindet sich der junge Prätendent zu Kilmaroi in Lochaber.

Leipziger Zeitungen, 31.5.1746

London den 17. May. Von der Cammer der Gemeinen, welche bisher mit Abhörung der Zeugen wider verschiedene Personen, die in gegenwärtige Rebellion verwickelt sind, beschäftiget gewesen, ist die Verfügung geschehen, eine Bill abzufassen, worinn der Graf von Kellie, die Vicomten von Strathallan und Dundee, die Lords Pitsligo und Elcho, der Herzog von Perth, die Lords John und Jacob Drummond, George und John Murrai, Ludwig Gordon und Ogilvi, die Ritter William Gordon, Carl Stuart, und 29. andere vom geringern Range, des Hochverraths schuldig erkläret werden sollen. Die Truppen, die man nach Brabant schicken will, bestehen aus 12. Infanterie-Regimentern, und einem ansehnlichen Detachement von der Garde zu Fuß, und sie werden zusammen ein Corps von 12000. Mann ausmachen. Es sollen auch noch 2500. Mann Cavallerie dahin gesendet werden. Die Heßischen Truppen werden nunmehr von Leith unter Segel gegangen seyn. Der Prinz Friedrich von Hessen, der sie commandiret hat, wird ehestens hier erwartet, und einen kostbaren Degen, reich mit Diamanten und besezt, von dem Könige zum Präsent empfangen.

Leipziger Zeitungen, 9.6.1746

Edimburg den 17. May. Man hat Nachricht, daß der Graf von Mirobell, ein Officier vom Rang und erster Ingenieur des jungen Prätendenten, nebst 3. Bedienten durch eine Parthey von Broadalbin gefangen, und in das Haupt-Quartier des Herzogs vom Cumberland nach Inverneß gebracht worden. Das Elend unter den Rebellen ist nicht auszusprechen. Man findet ihrer bey hunderten in den Gebürgen, die vor Hunger und an ihren Wunden gestorben sind. Es ist auch gewis, daß kein Corps von ihnen mehr beysammen sey, und man spricht, der Herzog von Cumberland würde mit dem Prinzen Friedrich von Hessen und dem Lord-Präsidenten noch in dieser Woche anhero kommen. Nachdem man sicher in Erfahrung gebracht, wo sich der Graf von Lovat versteckt halte, ist ein Detachement abgeschickt worden, ihn bey dem Kopfe zu nehmen, und man gedencket noch mehr andere mit ihm zu bekommen.

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Leipziger Zeitungen, 26.5.1746

Inverneß den 29. April. Man kan den Verlust, den die Rebellen erlitten, nicht leicht bestimmen, weil die Wege bis auf 4. Meilen von der Wahlstatt mit erschlagenen bedeckt gelegen; dem Augenschein nach aber muß er sich über 2000. an Todten, und über 800. an Gefangenen erstrecken. Der Lord Kilmarnock, der sich unter den leztern befindet, ist in die Brust verwundet, und man spricht, der junge Prätendent, der bey der Action zugegen gewesen, hätte eine Blessur am Knie empfangen. Man hat einen Degen gefunden, den man dem Herzoge von Cumberland präsentiret hat, weil man nicht ohne Grund glaubt, daß er dem jungen Prätendenten zugehöret. Man hat es nächst Gott den guten Dispositionen Sr. Königl. Hoheit zu dancken, daß dieser Sieg uns so wenig Blut gekostet hat, und Höchst-Dieselbe haben das gute Verhalten der Officiers so wohl als Gemeinen bey dieser Gelegenheit öffentlich sehr gerühmet. Die grosse Würckung, welche die aufgepflanzten Bajonetten gethan, haben unsere Truppen überzeuget, daß dieses Gewehr den langen Säbeln der Hochländer vorzuziehen sey. Ubrigens ist die Armee der Rebellen, die ungefehr aus 10000. Mann bestund, dergestalt zerstreuet, daß man nicht glaubt, daß sie sich leicht in ein Corps wieder zusammen finden solle.

Leipziger Zeitungen, 31.5.1746

Inverneß den 11. May. Der General-Major Blakeney wird hier erwartet, das Commando der Truppen zu übernehmen, die man hier lassen wird, und der Oberst-Lieutenant Leighton von dessen Regiment wird das Commando in dem Castell zu Sterling führen. Heute hat sich der Lord Ancram mit dem Regiment Mark-Kerr nach der Oestlichen Küste auf den Marsch begeben. Der Herzog von Cumberland hat eine Proclamation publiciren lassen, sich aller Rebellen, deren man habhaft werden kan, nebst ihrem Gewehr zu versichern. Man wendet allen möglichen Fleiß an, eine hinlängliche Anzahl Barcken auf dem See von Loch-Neß zusammen zu bringen, und so bald man sie haben wird, will sich der Herzog mit 15. Bataillons und dem Cavallerie-Regiment von Kingston in 2. Märschen nach dem Fort August begeben; da immittelst der Lord Loudoun mit der Militz aus der Grafschaft Argyle und den Frey-Compagnien durch das Gebürge zur rechten und zur lincken zu Verfolgung der Rebellen marschiren wird. Der Sohn des Prätendenten, der Herzog von Perth, und der Lord John Drummond durchwandern anietzo das Land der Camerons mit dem jüngern Lochiel, der in dem leztern Treffen verwundet worden, und sie haben nur gegen 20. bis 30. Mann bey sich.

Edimburg den 11. May. Zu Inverneß, Aberdeen, Montroß und Sterling sind die Gefängnisse mit Rebellen angefüllet, und nach Perth, Dumferling, Dundee, Irwine und Dumfreis werden auch noch beständig viele Gefangene gebracht. Durch einen Expressen von Dumbarton vernimmt man, daß der Marquis von Tullebardine, und ein Italiäner, Mitchel mit Nahmen, der seinem Vorgeben nach 30. Jahre in des Prätendenten Diensten gestanden, sich bey dem Friede-Richter, Hrn. Buchanan von Drumakill, gemeldet, der sie auf das Schloß selbiger Stadt habe setzen lassen. Vor etlichen Tagen hat man etliche Detachements von dem Regiment hiesiger Stadt ausgeschicket, Südwerts nach dem Firth zu patrouilliren, und auf die Rebellen, die sich dort herum blicken lassen möchten, wohl acht zu haben. Sie haben auch gestern einen, Robert Murrai genannt, der sonst bey hiesiger Stadt gedienet hat, und bey der Armee der Rebellen unter der Garde du Corps gewesen, ertappet und anhero gesendet. Gestern hat sich Jacob Hey, ein Schottländer von Geburt, der bey dem Regiment des Lords John Drummond als Capitain und Zahlmeister gestanden haben will, hier bey der Obrigkeit selbst angegeben, und man hat ihn in das Castell gebracht. Nach seiner Aussage haben bey dem leztern Treffen alle Französische Truppen, als das Regiment von Drummond, die Irrländischen Piquets, und die Cavallerie des Regiments Fitzjames, zusammen nicht mehr als 6. bis 700. Mann ausgemacht, und gegen 150. sind in der Action geblieben. Er saget ferner, er hätte den Lord Drummond zu Ruthuen verlassen, nachdem er ihm die ganze Regiments-Casse geben müssen, wovon er das Geld unter seine Officiers getheilet, und ihnen angerathen, daß jeder auf seine eigene Sicherheit bedacht seyn möchte, gleichwie er es auch selbst thun würde. Weil hiernächst die Rebellen schon etliche Wochen keinen Sold empfangen gehabt, und ihre Magazine ausgeleeret gewesen, hätten sie eine Schlacht wagen müssen, ob sie gleich die Nacht vorher durch Hin- und Wieder-Märsche starck abgemattet worden, und weil die Annäherung des Herzogs ihnen keine Zeit, sich zu erhohlen, gestattet. Die den Rebellen abgenommene Standarten und Fahnen sollen hier durch die Hände des Scharffrichters öffentlich verbrannt werden.

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Leipziger Zeitungen, 19.5.1746

London den 6. May. Vorgestern empfieng der Hof einen Expressen von Edimburg mit folgender Nachricht. Nachdem der Herzog von Cumberland am 25. April seinen Marsch fortgesetzet, langte er 2. Tage hernach in den Gegenden von Inverneß an, und stieß daselbst auf ein Corps Rebellen von ungefehr 7000. Mann, das sich über Culloden bey gedachter Stadt versammlet hatte. Se. Königl. Hoheit befahlen sogleich, die nöthigen Dispositiones zu machen, um sie anzugreifen. Man canonirte anfangs auf einander, das Feuer aber hatte kaum eine Viertel-Stunde gedauert, als der rechte Flügel der Rebellen, der aus Macdonals und Frasers bestund, gegen unsern lincken anrückte, und ihn ziemlich hitzig angriff. Unsere Truppen feuerten hierbey zu zweyen mahlen so glücklich auf die Feinde, daß diese bald die Flucht ergriffen, und den Rest ihrer Armee nach sich zogen, nachdem sie gegen 500. Todte auf der Wahlstatt gelassen. Die Cavallerie, die Dragoner, und das Volck aus der Grafschaft Argyle wurden ihnen nachgeschicket, und man rechnet, daß fast eine gleiche Anzahl auf ihrem Rückzuge getödtet worden. Die Rebellen haben sich theils gegen Badenoch und in das Fort August, theils durch Inverneß in die Grafschaft Roß geflüchtet. Der Graf von Kilmarnock, der Ritter John Wedderburn, und die Person, welche die Rebellen den Französischen Gesandten nennen, ingleichen die Französischen Truppen, sind zu Gefangenen gemacht. Unser Verlust erstrecket sich nicht auf 30. Mann an Todten, worunter niemand von Distinction ist. Der Herzog von Cumberland hat sich nach dieser Action nach Inverneß begeben, wo Se. Königl. Hoheit Abends gegen 5. Uhr angelanget sind. Diese Nachricht ist über Perth und Aberdeen nach Edimburg gebracht worden. Ob man sich nun gleich im Anfang gewundert, daß solche wichtige Bothschaft nicht unmittelbar von dem Herzoge von Cumberland gekommen: so hat man doch gestern frühe die Ursache davon erfahren, da der Lord Bury, ältester Sohn des Grafen von Albemarle, und General-Adjutant des Herzogs von Cumberland, der von Sr. Königl. Hoheit mit der Nachricht an den König von dem am 27. vorigen Monaths über die Rebellen erhaltenen vollkommenen Siege abgeschicket worden, bey Hofe anlangte. Er hat um grösserer Sicherheit halber sich zu Inverneß zu Schiffe gesetzet, und ist am 2. dieses zu Berwick ans Land gestiegen. Der Inhalt des Schreibens von dem Herzoge geht dahin. Man rechnete, daß sich die Armee der Rebellen über 8000. Mann belauffen, wovon 1000. auf dem Platze geblieben, und gegen 600. gefangen worden. Unter den leztern wäre der Graf von Kilmarnock, der Ritter John Wedderburn, Hr. Murrai von Broughton, Secretarius des jungen Prätendenten, und der so genannte Französische Gesandte. Man glaubte, daß der Lord Strathallan in dem Treffen geblieben. Drey Französische Piquets, die gegen 300. Mann ausmachten, hätten sich auf Discretion ergeben, und den Rebellen wären alle ihre Canonen nebst einigen Fahnen abgenommen worden. Se. Königl. Hoheit melden ferner, der Lord Kets, Capitain bey dem Regiment Barrel, und der Capitain Grossette wären geblieben, über 100. Gemeine aber todt oder verwundet, und der Oberst-Lieutenant Rich hätte eine Hand eingebüsset. Ueberhaupt hätten alle Officiers so wohl als Gemeine eine besondere Tapferkeit bewiesen. Der junge Prätendent soll sich blos mit 12. Mann in die Grafschaft Roß salviret haben. Der König hat den Lord Bury ein Präsent von 1000. Guineen gemacht, und man spricht, daß er mit ehestem ein Regiment bekommen solle. Gestern Abends wurden dieses Siegs halber durch die ganze Stadt so grosse Freuden-Bezeigungen angestecket, als man jemahls gesehen hat. Einigen Nachrichten aus Schottland zu Folge ist der Graf von Cromarti durch die Leute des Lords Rea in der Grafschaft Sutherland gefangen worden. Da nun die Rebellen geschlagen und zerstreuet sind, und man zu glauben Ursache hat, daß die Rebellion bald völlig gedämpfet seyn solle; so zweiffelt man nicht, daß die Heßischen Truppen nebst einem Corps der unsrigen im kurzen nach Brabant wieder geschicket werden dürften.

Leipziger Zeitungen, 24.5.1746

London den 10. May. Vorgestern wurde wegen der über die Rebellen erfochtenen Vortheile in der Königl. Capelle zu St. James das Te Deum Laudamus angestimmet, welchem der König, der Prinz und die Prinzeßin von Wallis, die Prinzeßin Amalia, und der gesammte Hof beywohnten. Gestern beschloß das Oberhaus, dem Könige eine Glückwünschungs-Adresse wegen dieser Vortheile zu überreichen, ingleichen dem Herzoge von Cumberland für seine dem Vaterlande hierunter geleistete Dienste zu dancken. Am 7. kam ein zweyter Expresser von Sr. Königl. Hoheit mit einer ausführlichen Relation von der vorgefallenen Action an. Nach selbiger hat sich das Treffen durch eine Canonade von Seiten der Rebellen angefangen, ihre Stücken aber sind schlecht gerichtet und schlecht serviret worden; da im Gegentheil die unsrigen starck unter ihnen aufgeräumet. Hierauf ist man gegen einander angerücket, und die Rebellen sind völlig geschlagen worden. Ferner wird in der Relation gesaget, sie hätten ihrer Seits 2000. Todte auf der Wahlstatt und im Nachsetzen gehabt; man hätte ihnen alle ihre Artillerie, Munition und Bagage, die von dem jungen Prätendenten darunter begriffen, desgleichen 12. Fahnen abgenommen. Die Anzahl der Gefangenen erstrecke sich auf 222. Franzosen und 326. Rebellen: unter den erstern wäre der Marquis von Guilles, Capitain bey dem Marine-Regiment, welcher von den Rebellen der Französische Gesandte genennet wird; der Verlust auf unsrer Seiten aber belauff sich an Todten und Verwundeten nur auf 310. Mann. Einigen Particular-Briefen zu Folgen sollen sich unter den Gefangenen, auch 4. Damen von Distinction befinden. Die Nacht nach dem Treffen hat der Sohn des Prätendenten in dem Hause des Lords Lovat zu Aird geschlaffen, ohne daß man weiß, wo er weiter hingekommen ist; es ist aber der Brigadier Mordaunt mit einigen Truppen detachiret worden, ihm nachzusetzen, und dem Verlaut nach ist mit gedachtem Brigadier der Lord Kilmarnock gegangen, dem man Pardon und die Zurückgebung aller seiner Güter versprochen hat, daferne er den jungen Prätendenten entdecken hilft. Man glaubt, daß der Herzog von Cumberland bald zurück kommen, und sich hierauf nach den Niederlanden begeben werde. Gleichergestalt ist Befehl ausgefertiget, die Heßischen Truppen ungesäumt nach Brabant wieder hinüber zu bringen. Die zu Verstärckung der Armee des Herzogs von Cumberland leztens abgeschickte 4. Regimenter sollen sich ebenfalls am Bord der Schiffe, die sie nach Schottland gebracht haben, nach den Niederlanden begeben, und man spricht, daß noch mehrere Truppen dahin folgen werden.

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Wienerisches Diarium, 21.5.1746

Extact eines Schreiben aus Londen von 5. May.
Ein von Edinburg vorgestern alhier angekommener Currier / hat die Nachricht gebracht / daß der Hertzog von Cumberland den 26. April eine vollkommene Victori über die Rebellen erhalten / und gestern ist solches durch den Lord Bury / Adjutanten des Hertzogs / welchen Seine Königl. Hoheit mit gedachter Zeitung zu den König geschicket / bekräftiget worden: um 2. Uhr Nach-mittag fienge das Canoniren auf beyden Seiten an; der rechte Flügel deren Rebellen / deren gantzes Corps in mehr / als 8000. Mann bestunde / griffe den Linken Flügel deren Königl. Truppen sehr hertzhaft an; kaum aber hatten sie das zweyte Feuer deren Mußquetierern ausgehalten / als sie mit denen aufgepflantzten Bajonetten über den Hauffen geworfen wurden / und alle mit größter Eil und Unordnung rechts und linker Hand die Flucht ergriffen / da indessen die völlige Königl. Reiterey / nebst der Militz aus der Provintz Argile nicht nachliessen sie zu verfolgen. Von Seiten deren Rebellen seynd tausend Mann / theils auf dem Platz / theils in der Verfolgung todt geblieben / und ungefähr 600. gefangen genommen worden: der Lord Kilmarnock / der Ritter Wedderburn / der Herr Murray / Secretari des Sohns des Prätendenten / und der sich also nennende Französis. Bottschafter befinden sich unter diesen letzten. Die Frantzösische in fast 300. Mann bestandene Piketer haben / ohne einen Schuß zu thun / das Gewehr niedergeleget / und sich auf Discretion ergeben. Die Rebellen haben noch über dieses ihre gantze Artillerie nebst einigen Fahnen verloren. Man sagt / der Sohn des Prätendenten habe sich mit ungefähr 10. Personen / wie viele behaupten / gar über das Meer salviret / mit dem Zusatz / daß die Mannschaft des Lords Reay / den Lord Cormardy mit 100. Mann in der Provintz Sutherland sollen gefangen genommen haben. Der gantze Verlust deren Engländern bestehet nur in 30. Todten / und gegen 100. Verwundten / zwey Haupt-Leute / worunter der Lord Kerr / werden unter die ersteren gezehlet.

Wienerisches Diarium, 28.5.1746

Newcastle 2. May.
Diesen Nachmittag um 2. Uhr langte alhier die erfreuliche Bottschaft an / daß der Hertzog von Cumberland die Rebellen bey Invernes völlig geschlagen habe. Man hat niemals eine so erfreuliche Nachricht in dieser Stadt verspühret. Das Regiment von Granby rukte sogleich aus / und gabe auf dem Sand-Berg eine 3-malige Salve. Die Gloken wurden auf allen Thürnen geläutet / die Canonen abgefeuret / und auf dem Strome wimmelten die Schiffe. Des Abends ware die gantze Stadt illuminiret / und an verschiedenen Orten brannten Freuden-Feuer / in welchen das Bildnuß des Prätendenten mit eingeäschert worden. Fast in allen Gesellschaften wurden auf das Wolseyn des Königs / des Printzen von Wallis / des Hertzogs von Cumberland / nebst des Printzen von Hessen / die Gläser geleeret.

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Leipziger Zeitungen, 10.5.1746

London den 29. April. Die Transport-Schiffe, die man in grosser Anzahl auf der Themse und sonst kürzlich gemiethet hat, sind dem Verlaut nach zu einer geheimen Unternehmung bestimmt. Es haben über 11000. Mann Befehl, sich zum Einschiffen fertig zu halten, und man muthmasset, daß es mit diesem grossen Armement auf eine Landung in Franckreich abgesehen seyn dürfte. Nach Briefen von Edimburg unterm 21. dieses hat die Armee des Herzogs von Cumberland am 16. frühe sich von Aberdeen auf den Marsch begeben. Verschiedenen Briefen zu Folgen wären seit dem 14. die Rebellen bey hunderten zu dem General Bland gekommen, welcher ihnen erlaubt hätte, wieder nach Hause zu kehren, nachdem sie ihr Gewehr abgeleget. Gestern Nachmittags um 4. Uhr langte bey dem Herzoge von Newcastle ein Expresser von dem Herzoge von Cumberland mit der Nachricht an, daß die Rebellen, fast 3000. Mann starck, nachdem die Armee die Spey paßiret, sich aufs eiligste zurück gezogen. Dieser Courier hat die Armee den 23. Abends um 8. Uhr jenseit der Spey verlassen. Man hat auch folgendes Extract-Schreiben unter eben dem Tage. Diesen Morgen hat sich der Herzog von Cumberland von Collin, einem dem Grafen von Finlater gehörigen Gute, auf den Marsch begeben, und ist um 1. Uhr an dem Ufer der Spey angelanget, über welchem Fluß man 4. Corps der Rebellen mit 4. weissen Fahnen bemercket. Se. Kön. Hoheit liessen Halte machen, den Rest der Armee zu erwarten, und befahlen nach der Ankunft aller Truppen der leichten Cavallerie, dem Regiment von Campbell, und den Grenadiers, an einem seichten Orte überzusetzen, da immittelst die Dragoner es an einem andern Orte thaten. Das Cavall. Regiment von Kingston hat sich am ersten ins Wasser gewagt, und ist, nachdem es sich auf jener Seite befunden, in starckem Galop mit dem Degen in der Faust gegen das Gebürge, wo die Rebellen gestanden, geritten, welche so fort die Flucht ergriffen, ob sie gleich sehr vortheilhaft postirt gewesen. Weil man aber ihre Absicht nicht weiß, und weil zu dem Ubergang der Infanterie 3. Stunden Zeit erfordert wird, so hat der Herzog beschlossen, diese Nacht Nordwerts des Flusses zu campieren. Wir haben bey der Passage nur einen einzigen Mann verlohren. Die Rebellen waren gegen 2000. Mann an der Zahl, und sie haben nur 2. Flinten-Schüsse gethan.

Leipziger Zeitungen, 17.5.1746

London den 3. May. Am Sonnabend Nachmittags verfügte sich der König in das Parlement, und gab seine Einwilligung zu verschiedenen öffentlichen und Privat-Bills. Heute ist im Ober-Hause beschlossen worden, Sr. Maj. eine Adresse zu überreichen, und um Communication der Vorschläge zu Lieferung eines Corps Hannöverischer Truppen, wie auch um Abschrift von dem am 13. April durch den Kaiserl. gevollmächtigten Minister, Baron von Wasner, dem Grafen von Harrington übergebenen Memorial, nebst der Abschrift von einem durch den Ritter Osorio übergebenen Memorial, einem Schreiben des Grafen von Harrington an die Herren von Boetzelaer und Hop, und endlich der von den General-Staaten abgefaßten Resolution zu bitten. Man vernimmt, daß das Lager, das in dem District bey Finchley errichtet werden solle, vorietzo nicht statt haben werde. Am Sonntage hat der Hof wegen Absterbens des Herzogs von Braunschweig-Bevern die Trauer angeleget. Die Regierung soll wegen eines von dem Französischen Hofe gemachten Anschlages zu Vergrösserung der gegenwärtigen Rebellion wichtige Dinge entdecket, aber auch schon die nöthige Vorsicht gebrauchet haben, solches Project zu nichte zu machen. Einigen Nachrichten aus Schottland zu Folge ist der Secretarius des jungen Prätendenten, Murrai, daselbst gestorben. Von Aberdeen wird gemeldet, daß ein Detachement von dem Corps des Generals Bland 3. Deserteurs dahin gebracht, welche ausgesaget, daß die Bestürzung und Unordnung bey den Rebellen durch den Verlust des Chaloupe, der Hazard, wegen des darauf befindlich gewesenen Geldes sehr vermehret worden, wovon ein Drittel für die Französischen Truppen und die Mannschaft des Lords Drummond bestimmt gewesen, und daß dieser Zufall ein gewaltiges Murren und eine grosse Desertion verursacht hätte. Wie sie ferner ausgesaget, hätte sich bey ihrem Abgange der Sohn des Prätendenten zu Inverneß bey Mylady Makintosh befunden, und er hätte sich seit einiger Zeit viel Mühe gegeben, daß die Chefs ihre Leute aufmuntern möchten, mit dem Herzoge von Cumberland eines zu wagen. Weil aber verschiedene ihrer Detachements das Land bis in die Grafschaft Sutherland durchstreiften, und 2. ziemlich starcke Corps, die zu den Rebellen gestossen, sich von ihnen wieder getrennet, um nach Hause zu kehren, nachdem sie gehöret, daß der Lord Reay sich des Schatzes bemächtiget, darauf man sie vertröstet, und versichert, daß er glücklich aus Franckreich gekommen wäre: so glaubte man durchgehends, daß die Rebellen genöthiget werden würden, Inverneß zu verlassen, um sich weiter Nordwerts zu wenden, wo sie endlich ihren unvermeidlichen Ruin finden dürten, weil sie unmöglich daselbst bestehen könten. Damit [unleserlich] nicht dergestalt aufs äusserste gebracht werden möchten, zögen sie alle ihre zerstreuete Detachemens so wohl als das Corps von 1000. Mann, welches das Fort William belagern sollen, zusammen, um, wo möglich, Stand zu halten, und es auf ein Treffen ankommen zu lassen. Sonst weiß man auch aus Schottland, daß die Einnehner wieder angefangen haben, das von der Land-Taxe eingehende Geld zum Exchequer zu zahlen; welches, da es fast seit dem Ausbruch der Rebellion nicht geschehen, zu erkennen giebt, daß die Sachen in selbigem Königreiche besser lauffen.

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