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Posts Tagged ‘Mills & Boon’

Nachdem ich das Wochenende hindurch wieder einmal… zweimal, dreimal… zuhören mußte, wie meine neuesten Nachbarn Sex hatten (das Mädel hätte echt Chancen in der Pornobranche), ein etwas… anderer Beitrag heute.

Lord John Grey ist ja nur meine neueste Entdeckung in Sachen homosexueller Romane… nein, falsch, Romane mit homosexuellen Hauptfiguren. Romane können nicht schwul sein. Jedenfalls, die neueste und eine der besten und in historischer Literatur bisher auch die einzige. Aber eines Tages nach zu viel Mills & Boon mit viel Waten durch Frösche, um dann und wann einen Prinzen zu finden, mußte einfach mal eine Abwechslung ran. So landete ich beim eBook-Ableger Carina der gleichen Verlagsgruppe, die größere Bandbreite an Möglichkeiten (nicht nur sexueller Natur) zuläßt. Inzwischen herrscht leider auch dort die Inflation der (schwulen) Frösche. Aber zwei meiner damaligen Entdeckungen sind auch jetzt noch zwei meiner wiederholt gelesenen Bücher: The Stolen Luck von Shawna Reppert und Bad Judgment von Sidney Bell. Abgesehen vom „male/male“-Genre, wie Carina das tituliert, haben beide nichts miteinander gemein. The Stolen Luck ist Fantasy, wobei das world building zugunsten der Handlung zurücksteht… gute Entscheidung. In ganz groben Zügen basieren Land und Historie auf den USA, mit über das Meer gekommenen menschlichen Siedlern, die die einheimischen Elfen bekämpften und verdrängten, sowie dem sklavenhaltenden Süden und dem „freien“ Norden. Aber das ist im Grunde auch alles, was man über das Setting erfährt. The Stolen Luck ist sehr wenig explizit und setzt mehr auf Gefühle, dabei auch auf die grundlegende Frage, was Sklavenhaltung einem Menschen antut, nicht nur dem Sklaven, sondern auch dessen Besitzer. Schönes Erstlingswerk, manchmal etwas vorhersehbare Wendungen.
Bad Judgment ist sehr viel expliziter und besticht vor allem durch das Zusammenspiel seiner großartigen Charaktere. Modernes Setting, Wirtschaftskrimi und Rachestory, aber auch mit viel Witz.
Die Bücher des bekannten Schwulen-Autors Sean Michael hingegen erfüllen den Spruch „Kennste einen, kennste alle“. Sie sind alle gleich, mit den ewig gleich aussehenden Charakteren und wirklich 0% Plot. Die Charaktere essen was und haben Sex. Dann haben sie Sex und essen was. Wiederholung beliebig oft. (Vielleicht basierend auf meinen Nachbarn, hmm…)
„Female/female“-Geschichten sind extrem selten. Ich habe eine einzige gefunden, Cathy Pergaus Deep Deception, die vor allem von ihrem Setting (Science-Fiction-Krimi) lebt. Charaktere und Handlung schwächeln ein bißchen, aber das Lesen lohnt sich allein wegen der atmosphärisch dichten Schilderung.

Nebenbei: Der neueste Gabaldon, die Anthologie Seven Stones to Stand or Fall, ist hauptsächlich eine Neuauflage von A Trail of Fire, aber dazu mit zwei(!) neuen Lord-John-Geschichten! Für die doppelt kaufen müssenden Fans natürlich klare Abzocke; für mich, die die enthaltenen Geschichten sowieso noch „in echt“ (=nicht Kindle) kaufen wollte, extrem praktisch. Es fällt auf, daß der gute Lord John ab Jamaica im Zölibat zu leben scheint. (Ist vielleicht auch schlau. Mich schaudert bei der Vorstellung, was er sich alles einfangen kann.) Dafür bekommen wir endlich die berüchtigte Geschichte von Hal und Minnie und dem Kaminvorleger serviert…

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Weil in Ellen Moodys Blogs so oft die Rede davon ist*, legte ich mir Staffel 1 von Outlander zu. Wie erwartet, ist die Geschichte eher Standard, mit allen Historische-Romanze-Zutaten: Gleich zwei historische Settings (1945 als „Gegenwart“ und 1743), jede Menge Braveheart, klassische Rollenverteilung (Held, Schurke, comic relief…) und eine Heldin, die oft gerettet werden muß (ich zählte 8 Male in 16 Folgen). Das Nachkriegssetting war in meinen Augen eine praktische Erklärung, woher unsere Heldin die Fähigkeiten hat, die sie so brauchbar im Schottland des 18. Jahrhunderts machen; moderne Heldinnen wären da entweder völlige Loser oder komplett unglaubwürdig. Was mal eine interessante Überlegung ist.
Claire verhält sich und spricht natürlich wie jemand aus 2015, nicht 1945 – sind sich die Macher nicht bewußt, daß man sich vor siebzig Jahren anders ausdrückte als heute? Und daß Claire mit diesem Verhalten in 1945 nicht als moderne Frau, sondern als Gossenweib mit entsprechendem miesen Benehmen eingestuft würde? Von 1743 ganz zu schweigen.
Outlander ist letztlich in guter Tradition beginnend mit Doctor Who oder wohl noch älter. Ich schrieb schon einmal, daß der gute Doctor anfänglich auch nur ein Storyelement war, das erklärt, wie unsere Helden historische Epochen aufsuchen und erleben können. Bei ihm war’s außerirdische Technologie, in Outlander ist es eben Magie.

Während die Handlung eher gemächlich fortschreitet, fand ich überraschenderweise die formalen Dinge viel fesselnder. Die Kameraarbeiten bestechen; mir gefielen besonders die Teaser, die Detailaufnahmen aus alternativen Einstellungen, die für die opening credits verwendet wurden.

Auch die Farbgebung – blaß für 1945, kräftigere Einfärbung für 1743 – gefällt. Bear McCrearys Musik ist großartig, und insbesondere die Verflechtung beider Zeitlinien durch Musik ist originell: Wir finden idyllische Highlandszenen des 18. Jahrhunderts unterlegt mit Jazz… Außerdem natürlich zwei meiner großen Leidenschaften: Kostüme und Sprache! Lange Dialogstrecken in Outlander erfolgen tatsächlich in Gälisch. Was wieder einmal eine meiner Theorien als Hobby-Philologin bestätigt, nämlich daß Dialekte Überreste früherer Stammes- oder Regionalsprachen sind. Die Sprachen selbst sind verschwunden, aber ihre Melodie hat sich erhalten. Vergleicht man die Sprachmelodie des Gälischen und des schottisch eingefärbten Englisch, erhält man das gleiche Ergebnis.

Was gibt’s zur Besetzung zu sagen? Ich kannte bis auf Gary Lewis keinen einzigen der Darsteller, aber das ist das Schöne an der Hoch-Zeit, die Serien aktuell erleben (was ein Thema für einen eigenen Blogeintrag wäre): Es haben viel mehr Schauspieler die Gelegenheit, einen Job und Bekanntheit zu erringen als es bei der früheren Fixierung auf Hollywood-Spielfilme der Fall war.
Eine imposante Erscheinung ist Graham McTavish als der vielschichtige und sich immer in der Grauzone bewegende Dougal – klassischer können die schottischen Highlands nicht werden! Caitriona Balfe mag oder mag nicht eine gute Wahl für Claire sein – ich kenne die Bücher nicht und kann das somit nicht beurteilen. Ich gestehe, mir ging die angebliche Heldin der Geschichte sehr auf die Nerven. Sie ist keine starke, moderne Frau, sondern kurzsichtig, egozentrisch und mitunter schlichtweg dumm, aber vielleicht soll das im Zuge der Charakterentwicklung so sein. Ihre große Stunde schlägt, wie für alle drei Hauptfiguren und ihre Darsteller, erst am Ende der Staffel. Sam Heughan dürfte natürlich der Fanliebling sein, mit viel Schmachtfaktor. Schön dargestellt ist ohne Zweifel die Entwicklung der Beziehung zwischen Claire und Jamie. Sie fängt weder mit Schmacht noch wilder Leidenschaft an, sondern schreitet langsam und über einen langen Zeitraum rein freundschaftlich voran.
Die beste Rolle beziehungsweise Rollen hat Tobias Menzies ergattert: Seine Darstellung wechselt kraß zwischen Claires liebendem, wenn auch zweifelndem Ehemann Frank und dem völlig unberechenbaren, direkt aus einem de-Sade-Roman entstiegenen „Black Jack“ Randall. (Ellen Moody analysiert ausgezeichnet die Faszination dieser grundverschiedenen Darstellung.) Entsprechend ist nach all den mehr oder weniger Standardepisoden die Abschlußdoppelfolge „Wentworth Prison“ / „To Ransom a Man’s Soul“ großes, wenn auch nicht leichtes Kino. Sexszenen sind nie einfach darzustellen; gewalttätige Sexszenen vermutlich noch schwerer; und eine Nummer wie diese… sagen wir, Tobias Menzies und Sam Heughan dürfen sich die Seele aus dem Leib spielen.

Bemerkung am Rande: Ich habe die FSK-Freigaben immer noch nicht verstanden. Dachte lange Zeit, das Zeigen von primären Geschlechtsteilen verdiene eine rote 18, aber schon bei True Blood stellte ich Ungereimtheiten fest. Auch Outlander 1 ist im Deutschen mit einer 16er-Freigabe eher entspannt (UK und US: 18), trotz „the full monty“.

Und noch was, das mir so in den Sinn kam: Ist eigentlich schon mal jemandem aufgefallen, daß die Redcoats in Fiktion (zumindest bis zu Napoleon) immer als die Bösen dargestellt werden? Ich habe nach Büchern oder Filmen gegoogelt, in denen dem nicht so ist, aber null Treffer. Das nennt man mal einen schlechten Ruf. Findet sich denn so gar kein Schreiber von historischen Romanen mit einem Herz für die britische Armee?


Staffel 2 bricht dann erheblich mit der Highlander-Romantik, als Claire und Jamie ins französische Exil gehen. Da ich nun so überhaupt keine Faszination für die französische Kultur und vor allem für die fiktionale Umsetzung von Paris Mitte des 18. Jahrhunderts aufbringen kann, war es erst einmal eine Beobachtungsübung in „Wie viele Klischees können wir bedienen?“ Auch die Kostüme, die natürlich mehr als üppig sind, halfen da nicht weiter. Zum Glück gab es brauchbarere Szenen – die Staffel mit dem Ende beginnen zu lassen, als eine schwer traumatisierte Claire 1948 ihren (ersten) Ehemann Frank wiedersieht und ihr Leben im modernen Zeitalter wieder aufnehmen muß, war nicht nur eine gute Entscheidung, sondern bietet Raum für einige der besten Charakterszenen. Und a propos, entgegen meiner Befürchtung, daß die Macher bezüglich Jamie schnell zur Tagesordnung übergehen würden, wird sein Trauma nicht ignoriert. Reduziert vielleicht, auf Momente, die Claire betreffen, namentlich versuchte (und scheiternde) Intimitäten oder Jamies Schlaflosigkeit, die Claire zum Handeln treibt, aber zumindest wird nicht behauptet, die Geschehnisse hätten keine Spuren hinterlassen.**

Was dann natürlich auch erhebliche Auswirkungen auf Claires Plan hat, einerseits die Zukunft zu verändern, andererseits aber nicht. Man muß nicht einmal andere Zeitreisegeschichten kennen, um zu wissen, daß das zum Scheitern verurteilt ist! „History takes care of itself“ hieß es sinngemäß in einer anderen Zeitreisegeschichte. Wir sehen das in Outlander: Je mehr Claire und Jamie versuchen, die Geschichte umzuschreiben, desto mehr repariert sich jeder angerichtete Schaden, bis am Ende schließlich alles auf das gleiche Ergebnis hinausläuft.
Meine Mutter äußerte sich einmal, hätte sie einen früheren Verehrer genommen, wäre ihr Leben vermutlich trotzdem sehr ähnlich verlaufen. Es gibt Punkte, die man abarbeiten muß.
So ziehen sich gar nicht mal versteckt übergeordnete Zusammenhänge durch die Handlung der beiden Staffeln. Jack Randall nennt es das Werk des Schicksals, Reverend Wakefield Gottes Plan.

Charaktertechnisch nett zu sehen, daß Claire nach ihrer bitteren Selbsterkenntnis am Ende der 1. Staffel endlich so weit ist, auch Frank in ihre Überlegungen einzubeziehen, nachdem sie ihn zuvor ja recht entspannt zugunsten ihres schottischen Abenteuers abgestreift hatte.
St. Germain als Gegenspieler wollte so gar nicht überzeugen. Während Jack Randalls Verfolgung von Claire und Jamie innerhalb seiner perversen Persönlichkeit immerhin noch Logik ergab, fehlte mir der gesamte Zusammenhang für St. Germains Feindseligkeiten.
Nicht nur Claire und Jamie sind erleichtert, schließlich Paris den Rücken zu kehren und heim nach Schottland zu gehen. Hier nimmt die Handlung auch endlich Fahrt auf.

Die letzte Folge springt – für meinen Geschmack ein bißchen zu viel – zwischen „Neuzeit“ und Vergangenheit hin und her. Die Verwebungen selbst sind schön gemacht und erinnern daran, daß, so selten wir uns das bewußt machen, die Vergangenheit unlösbar mit uns und unserer Gegenwart verwoben ist. Weniger glaubhaft hingegen ist, daß Claire sich zwanzig Jahre später immer noch so nach Jamie sehnt wie gleich nach ihrer Trennung. Stoff für einen Liebesroman, sicher, aber mal ehrlich… (Ich mußte an des Scouts Kritik am Titanic-Ende denken!)

Staffel 2 dreht sich in vielen Dingen um Gut und Böse und wie dünn die Grenze ist, die zwischen ihnen verläuft. Unsere Helden verlieren zunehmend ihren Anspruch auf Rechtschaffenheit, als sie versuchen, die Schlacht von Culloden zu verhindern. Im Gegenzug, wie mit jedem Schurken, den man so lange haßt, bis er zu einem beliebten Gesicht der Truppe geworden ist, werden am Ende selbst Black Jack einige lichtere Momente gegönnt. Auch hier finden wir wieder die Verknüpfungen, Zusammenhänge, Bande, wenn man so will, die die Charaktere der Geschichten aneinander fesseln, so daß jede ihrer Handlungen Auswirkungen auf sie alle haben.
So wie Vergangenheit und Gegenwart miteinander verknüpft sind und – ich verweise noch einmal auf Ellen Moody – durch das Medium des Films beständig einander überlappen, sich kreuzen, ineinander übergehen, ist natürlich das Thema der Ahnen, das einen so großen Bereich in Outlander einnimmt, noch ein weiterer Aspekt davon. Frank ist auf den Spuren Jack Randalls, dem Claire begegnet, woraufhin sich der gesamte Stammbaum als verzweigter erweist als gedacht; Brianna wurde 1746 gezeugt und trifft 1968 sowohl den Nachfahren Geillis’ und Dougals als auch dessen Ahnherrin Geillis/Gillian selbst. Eine Metapher für den Einfluß, den die Vergangenheit immer auf die Gegenwart haben wird? Wie es bei Tolkien ungefähr heißt: Es ist immer noch die gleiche Geschichte, nur die Charaktere haben gewechselt. Und, wenn man wie ich an Reinkarnation glaubt, nicht einmal das!

Outlander sollte somit unbedingt mit einem Auge auf die Metaebene gesehen werden, nicht nur auf Handlung und Liebe – langweilig wird das nie!

Übrigens: Schottlands Touristikbranche hat eine nette Seite zu Outlander: https://www.visitscotland.com/see-do/attractions/tv-film/outlander/



* Zum Beispiel (Achtung, massive Spoiler): Folge 1, 2-3, 4-5, 6-7, 8-9, 10-11, 12-13, 14-16, klick, klick und klick

Ich kann nicht allen ihrer Interpretationen zustimmen; sie schreibt grundsätzlich, nicht nur bezüglich Outlander, aus einer Mann-vs.-Frau-Sicht, die, wie jede Auslegung, mehr über ihre persönlichen Anschauungen verrät als über das Thema ihrer Abhandlungen. So entgeht ihr beispielsweise, daß Jack Randall nicht so sehr von Fragen des Geschlechts motiviert ist, sondern von Erniedrigungs- und Unterwerfungsphantasien. Soll heißen, ob er bisexuell/homosexuell ist (sie behauptet in verschiedenen Artikeln beides), hat keinerlei Einfluß auf die Wahl seiner Opfer. Es ist ihm offenkundig völlig egal, ob Männlein oder Weiblein, jung oder alt, die Hauptsache ist, daß er am Ende ihren Widerstand und Willen gebrochen hat. Wir sehen das am Beispiel von Jenny und natürlich Jamie sowie versucht bei Claire und in geringerem Maße („nur“ als Bestrafung für Diebstahl gedacht) bei Fergus. Daß Ellen Moody als Expertin für Literatur des 17. bis 19. Jahrhunderts die klaren Anleihen bei de Sade nicht erwähnt, inklusive Randalls völlig rationale Vorgehensweise, überrascht.

** Angesichts der Popularität der Outlander-Romane wundert es mich ein bißchen, daß dieser Aspekt erst so viel später kopiert wurde. Ich meine, so weit ich das sehen kann, bedeutete Outlander bei Mills & Boon / Harlequin das Ende der Bürgerkriegs- und den Beginn der Highlander-Romanzen. Das ist ein gesamtes Genre. Sexueller Mißbrauch an den Helden von Liebesromanen hingegen tauchte erst in den letzten paar Jahren wieder auf, beispielsweise in Gena Showalters Original Heartbreakers-Serie, Jane Kindreds Waking the Serpent oder Sidney Bells Bad Judgment.

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Eine sehr witzige Harlequin-/Mills-&-Boon-Reihe entdeckte ich kürzlich via Amazons Kaufempfehlungen zu Gena Showalters Lords of the Underworld-Serie. (Mehr als drei Bücher davon konnte ich nicht lesen, sonst wäre mir der Kopf implodiert. Showalter hat keinerlei Bandbreite und schreibt im Grunde genommen immer nur die gleiche Geschichte mit ewig gleichen Charakteren. Nicht ganz sicher, aber ich meine, Megan Hart hat sie in Dream a Little Dream sehr nett und treffend auf die Schippe genommen.) Nämlich: Harlequin Comics! Es ist schon sehr schräg – die Romane aus dem englischsprachigen Raum werden für den japanischen Markt zu Mangas adaptiert und landen, aus dem Japanischen übersetzt, am Ende wieder auf dem englischsprachigen Markt. Auf der englischen Harlequin-Website findet man dazu übrigens keinerlei Hinweise; die japanische Seite dagegen ist bunt!

iwasaki

In Mangaform liegen die ersten fünf von Showalters Romanen vor, plus eine Novelle. Ich mag sehr, wie die jeweiligen Zeichnerinnen/Autorinnen den Charakteren einen ganz eigenen Stil verliehen. Der von Earithen ein- und von Yoko Iwasaki fortgeführte bedreadlockte Sabin beispielsweise ist einer meiner Favoriten, ebenso der aus dem asiatischen Mythen-Kosmos entliehene Look für seinen Dämon, wie Rurika Fuyuki ihn darstellt (während alle übrigen Zeichnerinnen eher eine westliche Darstellung bevorzugen). Marito Ai wiederum wählte einen an Hollywoods klassische Zeiten erinnernden Stil für Heldin Danika. Ihre Helden hingegen scheinen einem BDSM-Magazin entstiegen zu sein…

ai

Ich fand die Manga-Umsetzung in erster Linie folgerichtig. Trotz ihrer starken Anleihen bei der griechischen Mythologie sind die Einflüsse japanischer Pop-Kultur auf die Romane unschwer zu erkennen.

fuyuki

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Ich gebe gern zu, dieses Stück ist sowohl Resteverwertung als auch Lückenfüller – und ein bißchen Spaß.
In einem früheren Eintrag zitierte ich bereits Lauri Robinson in Sachen romantic novel als stress relief. Mir ging’s seinerzeit genauso – wer sich mit Recherchen meiner Art befaßt, braucht irgendwann ein Stück heile Welt oder dreht durch. So lernte ich eben Mills & Boon kennen (die sogar in meinem Oxford Advanced Learners‘ Dictionary zu finden sind – wow) und damit eine Menge Klischees in Sachen Romanzen-Helden und -Heldinnen. Etwas, auf das ich dabei noch nicht eingegangen bin, soll das Thema dieses Eintrags sein, nämlich: Wie steht der Markt eigentlich für rothaarige Helden?
Ich schrieb bereits über die statistisch unmögliche Anhäufung von rothaarigen Heldinnen in romantic novels. Helden wiederum sind in der Überzahl dunkelhaarig. Es gibt durchaus einen guten Prozentsatz an blonden Helden, und insbesondere in Highlander-Romanen trifft man auch mal rothaarige Helden an – aber selten!
Also schauen wir uns das Phänomen einmal genauer an. Der berühmteste Rotschopf des erweiterten Genres ist zweifellos Christian Grey. Davon inspiriert wurde Jane O’Reilly besonders in ihren zwei lose miteinander verbundenen Novellen Guilty Pleasure und The Pleasure Principle, und entsprechend ist einer ihrer Helden, Ethan Hall, ebenfalls rothaarig. Historisch korrekt ging Diane Haeger in ihrem Roman My Dearest Cecelia vor, denn ihr Held William Tecumseh Sherman hatte nachgewiesenermaßen rote Haare. Worauf wiederum Pamela Browning in Down Home Dixie aufbaute, indem sie ihrem Helden und des Generals fiktivem Nachfahren Kyle Sherman rötliche Haare verpaßte.

Und das, wie ich erschüttert zugeben muß, ist so ziemlich meine Ausbeute. Liebe Autorinnen: Es ist noch eine Menge Platz auf dem Markt für Abwechslung. Also verabschieden Sie sich von der stereotypen rothaarigen, grünäugigen Heldin und fördern Sie ein bißchen die Gleichheit der Geschlechter im romantischen Sektor!

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