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Posts Tagged ‘Karola kocht’

Da hatte ich nachsichtig gelächelt in Outlanders 1. Staffel, als Claire das F-Wort so frei in der Rede führte – was für eine Frau von 1945 extrem anachronistisch ist. Jamie wiederum hat keinerlei Ahnung, was sie meint.
Zu meiner nicht geringen Verblüffung fand ich eine Weile darauf das F-Wort in zeitgenössischen Quellen des 18. Jahrhunderts. Während es also in unseren Tagen erst relativ kürzlich wieder aufkam und zu Claires Zeit außer Gebrauch war, verwendete man es zu Jamies Zeit durchaus schon. Zugegeben, es waren Militärquellen, wir reden also von Soldatensprache, die bekanntlich etwas… krude war. Aber es sind verdrehte Verhältnisse. Claire sollte das Wort nicht kennen, Jamie hingegen schon; ob Jack als Soldat seiner Zeit mit Claires ausdrucksstarker Beschimpfung etwas anfangen kann oder nicht und somit anachronistisch ist oder nicht, erfahren wir leider nicht.

Geflucht wurde bei der zweiten Runde Outlander Cookbook wenig, immerhin haben Theresas Rezepte den Anspruch, idiotensicher zu sein. Es ist auch erstaunlich, wie wenig Schnickschnack gebraucht wird.
Okay, ich mit meiner Irgendwie-zusammengesammelt-Küchenausstattung schaute dann schon mal dumm aus der Wäsche, als eine flache 22x22cm-Auflaufform verlangt wurde (9-inch square baking pan), aber ich beschloß, daß es meine 27x19er auch tun würde.
Gleiches galt für die „8- or 9-inch pan“, also eine flache feuerfeste Schüssel von ~20 oder 22 cm, für die meine runde 19cm-Auflaufform auch gut genug war, wie ich mir sagte. Gebraucht für „Black Jack Randall’s Dark Chocolate Lavender Fudge“, s. obiges Bild.

Dieses Rezept hat eine bizarre Hintergrundgeschichte für mich. Ich wußte schon lange bevor ich je von Jack Randall hörte, daß Lavendel der Geruch des Bösen ist. Ich verabscheue Lavendelduft aus tiefster Seele. Entsprechend nickte ich in Outlanders „To Ransom a Man’s Soul“ nur wissend.
Aber: Fudge. Kannte ich immer nur aus Harry Potter und wollte es endlich mal ausprobieren. Also brauchte ich Lavendel. Den eßbaren Biolavendel. Im März sah’s damit noch extrem schlecht aus, Blütezeit ist ab Juni. Ich fand einen Anbieter, der zu Anfang April liefern konnte – na, immerhin. Vielleicht würde ich das Sträuchlein ja überzeugen können, etwas schneller zu blühen. Sicherheitshalber kaufte ich noch getrockneten – den gibt’s allerdings für Tee, ergo mit Blättern und Stengeln (aua!). Es wurde April, mein Hidcote zeigte keinerlei Anzeichen für Wachstum, geschweige denn Blüte. Und in den Supermärkten tauchten die ersten blühenden Duftlavendel aus Italien und Holland auf. Nicht zum Verzehr geeignet! Aber als Deko ja ganz nett, sagte ich mir und kaufte einen Pott. Dank Black Jacks Fudge bin ich als Lavendelhasserin nun also Eigentümerin zweier Lavendelbüschchen und einer Tüte Lavendeltee. Manchmal ist das alles seltsam.

Die Trockenmischung stellte mich beim Zubereiten vor ungeahnte Probleme. War beim Rezept frischer oder getrockneter gemeint? Theresa schreibt zu Kräutern, bei getrockneten solle man etwa die halbe Menge der frischen nehmen. Ich entschloß mich also für einen 3/4 EL als Mittelmaß, was sich als ausreichend für einen intensiven Lavendelgeschmack erwies! (Urgh.) Nicht vergessen, die Blüten vom Rest der Pflanze zu trennen.
Fudge stellte sich im fertigen Zustand als sehr klebrige Masse heraus, und ich verfluchte meine Entscheidung für eine runde Schüssel mit Worten des 18. und 21. Jahrhunderts. Das Heraushebeln erfordert nämlich Kraft, Strategie und ein stabiles Hebewerkzeug. Aber das fertige Produkt ist ebenso superdekadent.

Mr. Willoughby’s Coral Knob

Daß das Rezept 240 ml Mayonnaise verlangte, war für mich der ausschlaggebende Grund, es um die Hälfte zu reduzieren.
Monterey Jack, kann ich gleich vorab jedem Interessierten sagen, gibt es hierzulande nicht, und die Suche nach weißem Kuhmilchkäse führte bestenfalls zu nachgemachtem Feta. Nun hätte ich keinerlei Probleme, mit Ziegen- oder Schafskäse zu substituieren, aber nicht jeder ist ein Fan deren Eigengeschmacks. So nahm ich den hellgelbsten Kuhmilchkäse, der sich finden ließ.
Ich bin etwas skeptisch, was dieses Rezept angeht, die Konsistenz war nicht so ganz richtig. Vielleicht mehr Mayonnaise beim nächsten Mal…
Serviert habe ich’s nicht nach Vorschrift, denn a) ist der Käse in einer Schüssel schon gut aufgehoben, und b) erinnert mich das eigentliche Arrangement weniger an Korallenschmuck als an… nun ja.

The MacKenzies‘ Millionaire’s Shortbread

Warnung: Man braucht mehrere Stunden für dieses Rezept, weil die Karamellmasse komplett abkühlen muß – und wer schon einmal Karamell gemacht hat, weiß, wie heiß das Zeug wird!

Ein weiteres sehr, sehr dekadentes Süßkram.

Die Schokoladenmenge haute leider nicht ganz so hin wie gedacht. Die 27x19er Form statt 22×22, hm? Wie an der leicht brüchigen Oberfläche zu erkennen. Aber: Hjam! Schmeckt ähnlich wie Twix, nur üppiger. Vorsicht beim Schneiden und Servieren: Das Karamell hat die Eigenschaft, davonzulaufen.

Honey-Buttermilk Oat Bread at Madame Jeanne’s

Toll, aber wem’s bei den Zutaten noch nicht auffallen sollte: Es ergibt eine Riesenmenge.
Beim Kneten, das ich grundsätzlich per Hand mache, weil man nur so ein wirkliches Gefühl für die Teigkonsistenz bekommt, ergänzte ich mehrmals Flüssigkeit, denn die Masse bröckelte sehr.
Statt zu zwei Broten (wer hat schon zwei Brotformen zu Hause?) verarbeitete ich die andere Hälfte zu Brötchen.
Übrigens auch ein Rezept, das mehrere Stunden in Anspruch nimmt. Man beachte die Geh- und Abkühlzeiten.

Broccoli Salad (nur im Buch zu finden)

Knackiger bunter Salat mit vielen verschiedenen Geschmacksnoten. Als Vegetarierin verzichtete ich nicht auf den Schinken, sondern ersetzte ihn durch die Sojavariante, bzw. verschiedene Varianten. Auch diese lassen sich im Ofen knusprig machen.
Ich nahm die Hälfte der Zutaten, was, wie man sieht, immer noch mehr als ausreichend für fünf Personen ist!

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Eine etwas losere Fortsetzung der beliebten Artikelserie „Karola kocht“ (Der heruntergekommene Lucull).

Auf der Suche nach neuen Rezepten, die ich an meiner Rollenspielgruppe ausprobieren servieren könnte, mußte ich nicht weit schauen, denn es gibt das Outlander Kitchen Cookbook, basierend auf der OK-Website. Die Geschichte dahinter ist sehr nett, wer sich belesen möchte. Und wen die Rezepte reizen, die englische Sprache aber abschreckt: Angeblich soll dieses Jahr eine deutsche Übersetzung erscheinen.
Beim Stöbern auf der Website jedoch fand ich ein Gericht, das ich gleich erst einmal zu Ostern testen wollte: Vegetarian Rolls with Pigeon & Truffles.

(Jetzt endlich bessere Aufnahmen dank besserer Kamera!)

Der Name ist etwas irritierend (ähnlich wie die vegetarische Ente im China-Restaurant um die Ecke – ich weiß bis heute nicht, was sich dahinter verbirgt), erklärt sich aber aus der Entstehungsgeschichte des Rezepts. Die Tauben-Trüffel-Rollen waren Theresas erstes Outlander-Rezept, und nun gibt’s diesen Klassiker eben in einer vegetarischen Variante. Ohne Tauben und auch ohne Trüffel.

Shiitake gab’s weder bei Denn’s noch bei Netto noch bei Edeka noch bei Rewe, weshalb ich schließlich Austernpilze substituierte. Auch frischer Thymian war nicht zu bekommen, so daß der getrocknete her mußte, und Panko war definitiv zu speziell für meine Supermärkte, aber meine „Paniermehl“sammlung (Krümel von Zwiebacken, Knäckebrot etc.) tat’s auch problemlos. Außerdem war ich faul und griff auf fertigen Blätterteig zurück, was wunderbar funktioniert – allerdings sollte die Füllmasse dann auch recht exakt halbiert werden, um eine ausreichende Menge Teig für beide „Würste“ zu haben. (Ich spreche aus Erfahrung.)
Die Füllmasse allein roch beim Zubereiten schon so köstlich (und sah erstaunlicherweise appetitlich aus), daß ich das fertige Produkt kaum abwarten konnte. Und es war tatsächlich lecker! Die Viertelstunde abkühlen sollte sich von selbst erklären und beachtet werden, denn die Rollen sind innen wirklich heiß!
Gut dazu paßt übrigens Kräuterquark.

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