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Posts Tagged ‘Game of Thrones’

Kürzlich in einer Diskussion zur Outlander-Serie gelesen. Sehr schön. Auch als Schreckgespenst kann man in die Geschichte (und die englische Sprache) eingehen…

Und da isses offiziell (nein, nicht GoT):

Hatte ja bereits beim Lesen von „Besieged“ so einige Nachtigallen trapsen hören.

A propos, gelesen habe ich – wegen Lord John wohlgemerkt, nicht Jamie (kann nicht nachvollziehen, was alle an ihm finden) – kürzlich An Echo in the Bone und Written in My Own Heart’s Blood. Die gekürzte Fassung. Soll heißen: „Charaktere, die mich interessieren? Nein… *blätter* nein…*blätter* ja… *les*.“ Erleichterte die Sache sehr. Und prompt bloggte Lynn Austin diese schöne Anmerkung:

Every good novel needs to have characters who grow and change over time […]. A satisfying sequel should feel fresh and new, and not like a warmed-over episode in a never-ending soap opera.

Ich nenne das „Eine gute Geschichte hat einen Anfang, einen Mittelteil und ein Ende“. Und es ist genau das, was Diana Gabaldon in ihren Outlander-Büchern nicht hinbekommt. Es gibt ein paar Grundmuster, und das war’s. Die Geschichte eiert endlos vor sich hin. Sie versucht zu viele Charaktere zu bedienen, zu viele Ideen (warum lagert man Rogers Storyline – bzw. das, was Gabaldon darin verstaut – nicht in ein Prequel aus?), was nur dazu führt, daß nichts wirklich vertieft werden kann. Und ja, mit ihrer ausufernden Vier-Generationen-Familiensaga ist sie tatsächlich eine Seifenoper.
Die Lord-John-Geschichten hingegen haben den Vorteil, daß viele von ihnen eben das sind: Geschichten, keine Romane. Sie werden sehr viel straffer durchgezogen, was bei Gabaldons Tendenz zum sinnlosen Ausschweifen ein Segen ist. Aber auch die ersten beiden Romane sind großartig – The Private Matter, der „versehentliche“ Roman, mit seiner Krimihandlung in der Londoner Ober- und Unterwelt 1757, und The Brotherhood of the Blade, der Gipfel von Gabaldons Schreibkunst. Besser geht’s nicht. Bißchen schwächer The Scottish Prisoner (Jaaamiiieee!), aber in Ordnung, da es immerhin bei zwei Blickwinkeln bleibt.

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Die Jury sah’s offensichtlich anders, aber ich war nicht sonderlich beeindruckt von The Shape of Water. Vielleicht hat’s damit zu tun, daß ich die Entwicklung gewissermaßen über viele Jahre verfolgt habe. Pans Labyrinth war in seiner ursprünglichen Fassung eine Liebesgeschichte zwischen einer Frau und einem Faun, bevor es sich in eine ganz andere Richtung weiterentwickelte. Hellboy 2 – The Golden Army zeigt die Liebesgeschichte zwischen einem Wasserwesen und einer Prinzessin. Davon ab, del Toros Hellboy-Filme zeigen sowieso die Liebesgeschichte zwischen der Schönen und dem Biest. Die Wasserkreatur taucht – sorry für das Wortspiel – bereits in The Devil’s Backbone auf, wenn man darüber nachdenkt. Und auch so ziemlich alle anderen Elemente aus The Shape of Water kennt man schon aus früheren Filmen.
Was neu ist, ist Sex. Del Toro versucht sich im GoT-Zeitalter zu beweisen, läßt es hoch hergehen und seine Charaktere mit F-Bomben um sich werfen. Anderen Regisseuren könnte man es abnehmen; del Toro macht sich leider lächerlich. Denn er ist nun mal kein moderner Regisseur und kein moderner Schreiber. Seine Liebe gehört den Monstern und den Monsterfilmen früherer Jahrzehnte, und daran ist nichts Schlechtes. Es ist das Geheimnis der Magie seiner Filme. Die, wie ich anmerken möchte, zu einem großen Teil in früheren Jahrzehnten angesiedelt sind.

Der arme Doug Jones wird wahrscheinlich mal wieder Beschuß aus den eigenen Reihen kassiert haben; er ist praktizierender Christ, und seine Mitarbeit in Legion zum Beispiel zog böse Kommentare nach sich.

Womit ich gut leben kann, ist die Aussage des Films, Menschen seien die wahren Monster. Der Rest – hm.

Nachschlag:
Weil ich mit A. ins Diskutieren kam, sollte ich vielleicht ein paar Worte über den Symbolismus in The Shape of Water verlieren. Er ist vorhanden, sogar sehr erheblich. Der gelungenste Teil davon dürfte der christliche Symbolgehalt sein (danke an A. für den Link; es fehlt u.a. die Erwähnung von Ruth) sowie die Farbe grün; letztere steht für etwas scheinbar Glückverheißendes, das sich aber entweder als der falsche Weg entpuppt oder in Enttäuschung endet – die grünen Torten, das Werbeplakat, grüner Wackelpudding, der grüne Cadillac. Mehr Probleme habe ich mit der Wassersymbolik. Sie wird am Ende sogar erklärt, aber in dieser Deutung ist sie nicht konsequent angewandt. Ich deute sie in den Anfängen als Liebessehnsucht, die Erfüllung findet, was in den ganz großen Wasserszenen zum Ausdruck kommt.

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Nachdem ich nun kürzlich einen zweiten Auflauf auf Bearers of the Black Staff gestartet und verblüfft festgestellt hatte, daß meine Erinnerungen an Versuch 1 so überhaupt nicht stimmten, wollte ich natürlich wissen, wie’s ausgeht. Und das führte zu interessanten Erkentnissen.

The Measure of the Magic erschien 2011, also zu einem Zeitpunkt, zu dem eine gewisse sehr erfolgreiche Fantasy-TV-Serie gerade begonnen hatte, die Welt zu erobern. Und mit deren literarischer Vorlage Terry Brooks sichtlich vertraut war. So schwelgt Measure fast schon nostalgisch (so viele Anleihen gab es seit Sword nicht mehr) in fremden Gefilden. Mal sehen: Wir haben die schöne, aber kalte und ambitionierte Königin, die mit Unterstützung ihres Liebhabers ihren Ehemann ermorden läßt und diese Tat ihrer Stieftochter in die Schuhe schiebt, um sich selbst zur Herrscherin zu machen. Wir haben den religiösen Eiferer und seine Schäfchen, die ihrerseits Machtgelüste pflegen. Wir haben die Barbarenhorden vor den Toren – okay, es sind Trolle, aber mal ehrlich… Wir haben das Mädchen, das sein Augenlicht verliert. Und wir haben die Prinzessin/rechtmäßige Königin, die einen Drachen in die Schlacht reitet. Super! Nicht zu vergessen, daß Measure für einen Brooks-Roman extrem finster ist und eine hohe Sterberate nicht nur unter der kämpfenden Bevölkerung wie sonst aufzuweisen hat.

Zum Glück gibt’s dann aber auch eigenständige Elemente, die die Handlung der Übergangszeit zwischen alter und neuer Welt weiterführten. Measure läßt den Leser mehr oder weniger unvollendet an der Schwelle der Entstehung der Vier Länder zurück, und mir will scheinen, daß eine Hintertür offengelassen wurde, um Terry Brooks bei Bedarf eine Rückkehr ins Shannara-Universum zu ermöglichen. (Nach dem Ende der aktuellen Trilogie ist ja zumindest mit der fortlaufenden Handlung Schluß.) Legends of Shannara ist also weniger ein Zweiteiler als vielmehr eine Reihe, die mehr als genug Zeit und Raum bietet, um noch jede Menge Abenteuer bis First King zu enthalten.

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Supergirl Season 2 krankt ein bißchen an zu viel Beziehungsdrama, hat aber definitiv ihre Momente. Neues Chef-Ekel Snapper dürfte sicherlich der Knüller unter den neuen Charakteren sein, wobei auch die kleinen Alien-Rollen wie der ständig in Schwierigkeiten steckende Brian oder „Fish Head“ Kevin, Supergirls Entsprechung von Morn, sehr gefielen. Wie schon in Staffel 1 ist besonders die Metaebene schön, gerade die zahlreichen Anklänge an die jüdischen Wurzeln des dynamischen Erfinderduos Shuster und Siegel. Unschwer zu übersehen ist das aktuelle Zeitgeschehen: Die Verantwortung der Presse, wahrheitsgemäß, unparteiisch und doppelt überprüft zu berichten („The rules are there for a reason“, wie Snapper der bestürzten Kara erläutert), selbst wenn die Realität darin schon immer dem Ideal hinterherhinkte; Flüchtlingspolitik und Fremdenfurcht; und natürlich „Make Daxam great again“. Außerdem ist die Staffel eine Liebeserklärung an das geschriebene Wort, das in einer Folge die Lösung des Problems birgt, und daß man aus Büchern mehr lernen kann als von YouTube… nun ja!
Nett auch, Kevin Sorbo wiederzusehen, der sonst sein Dasein auf PureFlix fristet. Und nachdem vermutlich während Staffel 1 so viel gemeckert wurde, daß Superman nie auftritt (wobei ich den running gag schon sehr lustig fand), startet Staffel 2 gleich mit einer Doppelfolge Doppelpower aus dem Hause El und endet auch damit. (Yess – Frauenpower! Supergirl gewinnt den Zweikampf der Giganten.)

Während es für eine, sagen wir mal, Frauenserie zwar irgendwie paßt, kann ich mir die Anmerkung nicht verkneifen, daß Hollywood wie immer den sicheren Weg in Sachen Sexualität geht. Ich meine, hey, wir haben homosexuelle Charaktere, wie fortschrittlich von uns! Aber blickt man zurück auf Homosexualität in Serien, finde ich in erster Linie die lesbische Variante. Buffy hatte sie. Jessica Jones hatte sie. Supergirl hat sie. Liste beliebig verlängerbar. An die schwule Variante wagen sich die wenigsten heran – Game of Thrones, okay, aber das ist sicherlich nicht, was ich unter gut funktionierender homosexueller Beziehung zwischen Helden der Handlung verstehen würde. Outlander zähle ich gar nicht erst mit, denn Jack Randall ist erstens bisexuell und zweitens ein Sadist, und ich wette, daß wir von John Grey, meinem schwulen Helden ersten Ranges, und seinen Beziehungen nicht viel mitbekommen, es sei denn, er erhielte seine eigene Serie. Male/male ist immer noch ein schwieriges Thema, während female/female als sicher und harmlos durchgeht. Von einer Gleichberechtigung sind wir hier auf so vielen Ebenen weit entfernt.

Absolut nicht sicher und harmlos ist dagegen RuPaul’s Drag Race, eine Serie, die ich wie so vieles durch Caitlín R. Kiernan entdeckte. Reality TV nach altbekanntem Muster (ich frage mich wirklich, warum jeder meint, daß das Standardregelbuch die einzig gültige Autorität ist), aber mit Drag Queens. Großartig. Wäre noch besser, wäre sie nicht so abgekartet. Aber das ist ein Problem des Genres.

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„I mean, they can’t have been at it all the time, can they, as they’ll have us believe. […] I’ll bet Lord Byron, for example, spent many an evening on his own with a poached steak and the Times crossword puzzle.“

Mit diesem unerwartet angetroffenen Zitat mußte ich definitiv diesen Eintrag beginnen. Es stammt aus Rumpole of the Bailey, eine der Serien, die ich dank Amazons Kaufempfehlungen entdeckte und die neben einigen anderen das heutige Thema bildet. Und ja, „the late Lord Byron“ spielt tatsächlich eine verbindende Rolle. Wer hätt’s gedacht.

Wer diese Punkte im Leben kennt, wo sich so absolut nichts bewegt, kann nachvollziehen, daß ich recht verzweifelt nach Unterhaltung suchte. Während ich Rumpole schon früher gefunden und zunächst auf meine Beobachtungsliste gesetzt hatte, schaute ich nun gezielt nach interessant klingenden Serien in Amazons Sortiment. Treffer 1-10 sind dort natürlich sämtliche Ausgaben von Game of Thrones. Ich oute mich als untrendy und erkläre, daß ich zumindest Staffel 1 nicht das geringste abgewinnen konnte. Nun gut, vielleicht Sean Bean. Und die starken Anleihen beim Nibelungenlied (Kriemhilds Rache!) waren amüsant.

Von Rumpole of the Bailey hatte ich vor Amazon noch nie gehört. Die Serie lief Anfang der 80er auch hierzulande, aber das war vor meiner bewußten Erinnerung. Sie ist ein Produkt der späten 70er und bringt einen entsprechenden Charme mit. Eine Gerichtsserie, die so gar nichts mit Gerichtsverhandlungen zu tun hat, wie ich sie aus Film und Fernsehen kannte. Liegt entweder daran, daß sie so alt ist oder aus Großbritannien statt den USA stammt. Oder beides. Niemand kämpft bis zur Aufopferung für seine Klienten, die Juristen sind spöttische Pragmatiker, und jeder Richter hat so seine ganz eigenen Schrullen. Erhellendes Zeitkolorit. Wer Spannung, Helden und den Sieg des Guten über das Böse erwartet, ist hier falsch. Die Serie ist nett zu schauen, ein bißchen gemein, aus heutiger Sicht komplett politisch inkorrekt. Ganz nebenbei frischt man seine Kenntnisse in britischer Poesie auf.

Das hielten wohl auch die Macher von The Frankenstein Chronicles für eine gute Idee. Jeder glaubt den Plot von Frankenstein zu kennen, scheinen sie sich gesagt zu haben, doch keiner hat das Buch gelesen oder weiß viel über seine Entstehungsgeschichte und die Zeit und die Kreise, in die es eingebettet ist. Presto! Was erklärt all dies besser als eine Serie, die auf einer Ebene eine Kriminalgeschichte um Frankenstein und seine Autorin Mary Shelley aufbaut und auf einer anderen Ebene geschickt die Handlung des Buches innerhalb ihrer eigenen Handlung adaptiert? So fällt denn auch mal der Name Byron, Percy Shelley hat einen Gastauftritt, William Blake darf von der ahnungslosen jungen Generation kennengelernt werden, moderne Medizin und moderne Polizeiorganisation sind gerade erst im Entstehen begriffen. Sean Bean ermittelt als Vorläufer eines Scotland-Yard-Inspektors, die von mir sehr gern gesehene Anna Maxwell Martin besitzt als Mary Shelley einige wichtige Informationen. Spannend und für Kenner des Buches und „Byron’s crowd“ ein echter Genuß. Ich hoffe, die angekündigte zweite Staffel kommt zustande.
(Young Romantics von Daisy Hay bietet eine sehr schöne Darstellung der „crowd“. Byron, die Shelleys und ihr Kreis waren schon sehr moderne Promis, mit Skandalen, katastrophalen Beziehungen, Geliebten und unehelichen Kindern. Und dennoch ist etwas Schönes an der Freundschaft dieser „jungen Wilden“. Ich las das Buch 2014, das überhaupt ein gutes Lesejahr war – ich las sehr viele interessante Bücher. Amazons Bestellhistorie sei Dank.)

Keinen Lord Byron, aber jede Menge andere berühmte Charaktere der Geschichte trifft man in Da Vinci’s Demons an, das mir schon mehrfach von Amazon empfohlen worden war. Die Serie sieht sich wie eine Kreuzung aus Shakespeare in Love und Sherlock mit ein bißchen MacGyver und natürlich Game of Thrones untergemischt. Was sie definitiv nicht sein will, ist ein Biopic oder historisch korrekt. Der gute Leonardo ist ein fescher junger Abenteurer, der Rätsel löst und irre Gerätschaften baut und nebenbei Florenz vor dem päpstlichen Zugriff retten muß. Nach langer Zeit sah ich Alexander Siddig mal wieder, und besonders gefiel die Rolle, die Tarot sowohl in der Handlung als auch als Titelgeber der einzelnen Folgen spielt. Die Abschlußepisode der ersten Staffel mit den Liebenden zu besetzen, war ausgezeichnet. Unterhaltsame Abenteuerserie, macht Spaß. Nur am unnötigen Nacktheitsgehalt haben sie hoffentlich in späteren Staffeln gearbeitet.

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