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Inzwischen auf DVD erschienen ist Die Kuckucks, für den Marta zusammen mit Robert A. Stemmle das Drehbuch schrieb. Unter ihrem Pseudonym Marta Moyland, daher wird nie die Verbindung gezogen zwischen Eine Frau in Berlin und ihrer Karriere jenseits davon, wie ja auch im Fall von Sündige Grenze und Toxi.

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Die englischsprachige DVD von Risen gab es schon etwas länger, aber ich wartete die deutsche Ausgabe ab, weil a) nicht pressierend und b) leichter wieder zu verkaufen. Man muß hier pragmatisch denken.
Für mich erwies sich der Film als schwer zu beurteilen. Seine gesamte Grundlage oder vielmehr die Art, wie diese Grundlage präsentiert wird, ist für mich Fiktion, da ich nicht an die fleischliche Auferstehung Jesu glaube. An die geistige natürlich – die geschieht jedem. Nun kann ich selbstverständlich Fiktion bewerten, also was ist zu sagen? In den letzten Jahren hat sich ja durchaus die Tendenz gebildet, ethnische Gruppen in Filmen nach Möglichkeit mit Darstellern aus diesen Gruppen zu besetzen, Fehlbesetzungen früherer Jahrzehnte sei Dank. So kommen denn die Hebräer in Risen wesentlich authentischer herüber als in, sagen wir, King of Kings, obwohl sie überwiegend aus Spaniern bestehen. Tatsächlich war mein erster Gedanke bei der eingänglichen Kampfszene: „Ah, im Nahen Osten kriselt es mal wieder.“ Ich vermute stark, die Parallele ist beabsichtigt – Besatzungstruppen aus amerikanisch aussehenden Römern attackieren eine Festung aufständischer einheimischer Fanatiker. Mit unserem zeitgeschichtlichen Hintergrund versteht man die Probleme, die in der Bibel erwähnt werden, plötzlich viel besser.
Auch sonst ist Risen recht authentisch gehalten, von Architektur bis hin zu den teilweise „korrigierten“ Namen, wie Yeshua statt Jesus oder lange Strecken Simon statt später Petrus oder (im Englischen) Peter, was wiederum ein Anachronismus ist, weil aus der lateinischen Bibelübersetzung entnommen. Aber sei’s drum.
Handlungstechnisch hingegen fällt mir wenig ein. Risen ist im Grunde die Geschichte eines Skeptikers, der zum Gläubigen wird. Allerdings ist dieser Bekehrung keine Ewigkeitsaussage zuzumessen, wie ich finde, denn sowohl Flavius als auch die Jünger scheinen nur bei der Stange zu bleiben, weil sie handfeste Beweise präsentiert bekommen: Wunderheilungen und ein fleischlicher Körper, der von den Toten aufersteht. Vielleicht ist es das, was in einer Kritik mit der fehlenden konkreten Aussage gemeint war?

Vor vielen Jahren sah ich Das Fräulein von Scuderi und war von der Verfilmung fasziniert. Die Vorankündigung der DVD freute mich entsprechend, aber weil die Filmjuwelen ja meist etwas länger mit ihren Veröffentlichungen brauchen, verlor ich sie irgendwann aus den Augen, bis ich dank Kaufempfehlungen wieder darauf gestoßen wurde. Ich war neugierig, wie ich den Film heute beurteilen würde.
Im Nachhinein ist er natürlich nicht so großartig, wie ich ihn in jungen Jahren fand. Aber er gehört zu dem Besten, was die DEFA auf den Markt brachte, und daher überrascht es mich irgendwie nicht, daß die DVD in der Filmjuwelen-Reihe und nicht beim DEFA-Stiftung-Vertrieb Icestorm erschienen ist. Vielleicht zynisch, aber so ist es nun mal. Das Fräulein von Scuderi ist definitiv kein typischer DEFA-Film, selbst als Co-Produktion. Angesiedelt im Frankreich des Sonnenkönigs, fehlen die klassischen Attacken gegen Adel und Bürgertum, und sogar die Kirche kommt gut weg. Sicher, Goldschmiedgeselle Olivier kann im weitesten Sinne als Held der Arbeiterklasse interpretiert werden, aber der Schwerpunkt der Geschichte liegt mehr auf Anstand und Redlichkeit versus Unmoral und Gier statt auf Klassenkampf. Ich meine, Ludwig XIV. ist eine positive Figur, die staatsüberwachende Geheimpolizei dagegen die Antagonistin! Willy A. Kleinau gibt einen wundervollen Cardillac, und Henny Porten glänzt in der Titelrolle.

A propos Geheimpolizei, gelesen: The Burglary. Ich war durch den Retro Report auf die Geschichte gekommen und hatte dort erfahren, daß es einen Dokumentarfilm sowie ein parallel erschienenes Buch (aber von verschiedenen Machern) dazu gibt. Autorin Betty Medsger, die damals die einzige Journalistin war, die die anonym erhaltenen Dokumente veröffentlichte, erfuhr Jahrzehnte später eher versehentlich, daß zwei ihrer Bekannten zu den Tätern gehörten. Vom heutigen Standpunkt aus genügte natürlich nicht einfach die Geschichte des nicht welt-, aber doch USA-verändernden Einbruchs, sondern es gehört viel Hintergrundwissen dazu. Hoovers FBI ist noch irgendwo ein Begriff, aber wer sich nie damit befaßt hat, versteht nicht den Zeitgeist, der untrennbar mit den Geschehnissen verbunden ist. Leider, so fand ich, übertreibt Medsger bei ihrer Beschreibung ein bißchen. Sie schreibt kapitelweise über Hoover, die Geschichte des FBI, Nixon, Camden, und irgendwo dazwischen findet man den Einbruch und seine handelnden Personen. Es las sich teilweise ein bißchen, als müßte einfach eine bestimmte Seitenzahl erreicht werden. Natürlich folgt zum Ende hin ein Vergleich mit Snowden. Als Europäerin, die immer skeptisch ist, ob die ollen US-Amerikaner die Vorgänge hier drüben jemals zur Kenntnis nehmen, freute mich, daß Medsger insbesondere den NSA-Protest in Deutschland erwähnt und ihn dahingehend analysiert, daß zwei Regime mit totaler Überwachung ihrer Bürger noch in lebender Erinnerung seien. Ob ich dem zustimmen kann, weiß ich nicht so recht.

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